Winterblues und Winterdepression – Stimmungsschwankungen zwischen Sommer und Winter

Wer der Wissenschaft der Medizin genau nachgehen will, der muss zunächst das Geschehen in den Jahreszeiten untersuchen. (Hippokrates)

Die meisten von uns kennen Änderungen der emotionalen Stimmung und des Verhaltens in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Der Hauptgrund für diese saisonale Veränderungen ist das verringerte Tageslicht im Winter. Folgerichtig beschreiben wir dieses Phänomen auch mit dem Oberbegriff Saisonalität. Das Spektrum reicht hier von einer leicht gedrückten Stimmung über den Winterblues bis hin zur Winterdepression. Eine Saisonalität wird in der westlichen Welt von ca. 85% der Menschen wahrgenommen. Während die meisten Menschen kaum relevante Symptome verspüren, sind Menschen mit einem Winterblues oder gar einer Winterdepression in ihren alltäglichen Aktivitäten beeinträchtigt.

Die Winterdepression und der Winterblues haben neben der Abhängigkeit vom Licht viele Gemeinsamkeiten, wie z.B. die Symptome. Beide Formen werden aber durch die Einschränkung der Alltagstauglichkeit eindeutig unterschieden. Demgegenüber sind normale Alltagsaktivitäten bei einer Winterdepression nur noch mit größter Anstrengung oder gar nicht mehr möglich.

Winterdepression – Sie können sich selber NICHT helfen

Die Winterdepression, auch saisonale affektive Störung genannt ist auf jeden Fall eine sehr ernstzunehmende Erkrankung. Zwischen 0,5 und 3 % der Bevölkerung sind davon betroffen. Frauen im gebärfähigen Alter leiden 3 mal häufiger an einer Winterdepression als Männer, wobei sich der Geschlechtsunterschied nach der Menopause ausgleicht.

Menschen mit einer Winterdepression haben eine schwere Einschränkung der Alltagstauglichkeit. Sie kommen morgens nur sehr schwer aus dem Bett. An manchen Tagen bleiben Sie auch einfach den ganzen Tag im Bett. Häufiger kommen Sie zu spät zur Arbeit und Ihnen unterlaufen Unachtsamkeiten und Fehler, die Sie sonst nicht von sich kennen. Auch zu Hause bleiben wichtige Erledigungen, wie z.B. das regelmäßige Waschen der Wäsche oder die Bezahlung von Rechnungen liegen. Im sozialen Kontakt mit Menschen reagieren Sie gereizt bis aggressiv und Sie ziehen sich in den Wintermonaten häufig aus sozialen Kontakten zurück.

Menschen mit einer Winterdepression können sich selber nicht mehr helfen und sind so gesundheitlich bis hin zur Suizidalität ernsthaft gefährdet. Folglich sollten Betroffene in diesem Fall auf jeden Fall einen Facharzt bzw. eine Fachärztin aufzusuchen, denn möglicherweise muss eine Behandlung mit Medikamenten eingeleitet werden.

Winterblues – Sie können sich selber helfen….und anderen Menschen auch

Der Winterblues wird auch saisonale depressive Verstimmung oder saisonale Dysthymie genannt. Die saisonale depressive Verstimmung kommt in Deutschland bei ca. 15-20% der Bevölkerung vor. Die Symptome sind beim einzelnen mehr oder weniger schwer ausgeprägt und können bei einzelnen Menschen von Jahr zu Jahr schwanken, z.B. nehmen sie bei einem Umzug nach Norden oder in eine dunklere Wohnung zu.

Sollten Sie vom Winterblues betroffen sein, dann sind Sie allerdings immer in der Lage Ihren Alltagsaktivitäten nachzugehen. Im Gegensatz zur Winterdepression hängt beim Winterblues die Ausprägung des Schweregrades auch von Ihrem Verhalten ab. So können Sie sich z.B. mit einer Lichttherapie sehr gut selber helfen.

Achten Sie auch bei Ihren Mitmenschen auch Zeichen des Winterblues. Möglicherweise können Sie einem Familienmitglied, einer Freundin oder einem Arbeitskollegen einen wertvollen Hinweis geben.

Winterdepression und Winterblues – Symptome im Winter 

  • Symptome beginnen im Spätherbst und verschwinden auch unbehandelt im Frühling
  • Traurigkeit, Niedergeschlagenheit
  • weniger Energie mit Antriebsarmut
  • Denkstörungen
  • gesteigerte Nahrungsaufnahme (Kohlenhydrate!), meistens mit Gewichtszunahme
  • längere Schlafdauer, erschwertes Erwachen
  • verringerter Sexualtrieb
  • sozialer Rückzug
  • typisch Verbesserung durch Lichtexposition (z.B. durch Tageslichtlampe, Skiurlaub)

Winterblues und Winterdepression – weniger Licht im Winter, der entscheidende Auslöser

Fehlendes Sonnenlicht im Winter ist der entscheidende Auslöser für die Saisonalität mit Winterblues und Winterdepression. Am Äquator herrscht Tages- und Nachtgleiche, d.h. der helle Tag ist genauso lang wie die dunkle Nacht. Je weiter wir allerdings vom Äquator entfernt leben, desto länger werden die Nächte im Winter. Am kürzesten Tag (21. Dezember) ist es in Deutschland rund 16 Stunden dunkel, am längsten Tag (21. Juni) dagegen nur etwa 8,5 Stunden. Für die USA konnte gezeigt werden, dass je weiter entfernt Menschen vom Äquator entfernt leben, desto häufiger treten Winterblues und Winterdepression auf. Die Zahlen dürften für Europa vergleichbar sein und wir können ausgehen, dass in Deutschland jeder 5. Mensch von einem der beiden saisonalen Syndrome betroffen ist.

Ein weiterer Beleg dafür, dass Licht der entscheidende Auslöser einer saisonalen Störung ist, ist die Tatsache, dass eine Lichttherapie sehr gut hilft. Das wird besonders deutlich, wenn ein Mensch mit hochsymptomatischem Winterblues im Januar in ein sonniges Skigebiet reist. Schon nach wenigen Tagen Sonnenexposition sind alle Symptome verschwunden. Allerdings stellen sich Symptome nach der Rückkehr in die winterliche Umgebung in Deutschland rasch wieder ein.

winter depression genetik

Winterblues und Winterdepression – Genetik als Ursache?

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass möglicherweise genetische Faktoren eine Rolle bei saisonalen Störungen spielen. Sowohl Isländer, die in Island um den 65. Breitengrad leben als auch Kanadier mit isländischem Ursprung, die um dem 50. Breitengrad leben, haben eine vergleichbare und für den Breitengrad sehr niedrig Rate an Winterdepressionen. Eine genetische Ursache kann hier eine evolutive vorteilhafte Anpassung für das Leben im Norden darstellen. Die oben genannten Symptome der Saisonalität einschließlich der verringerten Bereitschaft zur Reproduktion sind für ein erfolgreiches Überleben einer Art in lichtarmen Ländern ja eher ungünstig.

Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Empfindlichkeit für Helligkeit und Dunkelheit vererbt wird, ist die Tatsache, dass Winterblues und Winterdepression in Familien gehäuft vorkommen. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung ist das Vorkommen ähnlich wie bei Erwachsenen.

Winterblues und Winterdepression – Melatonin als Vermittler?

Eine sehr aufwändige wissenschaftliche Untersuchung hat gezeigt, dass zwischen Menschen mit Winterdepression und solchen ohne depressive Symptome im Winter ein Unterschied bei der Ausschüttung von Melatonin auftritt.

Bei Menschen mit Winterdepression ist die Dauer der Ausschüttung im Sommer signifikant kürzer als im Winter, während dieses bei gesunden Kontrollen nicht der Fall ist. Während der Zeitpunkt des Beginns der Ausschüttung von Melatonin zwischen beiden Gruppen im Sommer und im Winter vergleichbar ist, ist der Zeitpunkt der Beendigung der entscheidende Faktor. Der Beendigung der Melatoninausschüttung bei Patienten mit Winterdepression zwischen Sommer und Winter deutlich verringert: 5:15h ± 1:29h vs. 5:41h ± 1:26h (p= 0,01). Bei den Kontrollen bestand praktisch kein Unterschied zwischen Sommer und Winter.

Für Melatonin konnte gezeigt werden, dass es die Freisetzung von Dopamin im Gehirn verringert. Das wird einerseits zur Behandlung von Domamin-Vermittelten Suchterkrankungen genutzt. Andererseits ist Dopamin ein Vermittler von Emotionen wie Freude und Zufriedenheit. Folglich ist es durchaus denkbar, dass Melatonin selber die Symptome der Winterdepression bzw. des Winterblues direkt beeinflusst.

Die Bedeutung dieser Befunde sind bisher nicht klar, bestätigen allerdings die bessere Wirksamkeit einer Lichttherapie bei Winterdepression, wenn Sie am Morgen, und dann besonders früh eingesetzt wird.

 

 

 

Winterblues und Winterdepression – auch bei Kindern und Jugendlichen

Die Saisonalität bei Kindern und Jugendlichen äußert sich meistens erstmals im Schulalter und ist mit ähnlichen Symptomen wie bei Erwachsenen verbunden. Bei Kindern und Jugendlichen wird das besonders deutlich, wenn es im Winter zu einem Abfall der schulischen Leistungen kommt, was ja an den Schulnoten “objektiv” abgelesen werden kann. Wenn im jüngeren Lebensalter vor allen Dingen im Winter vermeintlich psycho-somatische Beschwerden, wie z.B. Bauch- oder Kopfschmerzen auftreten, dann sollten wir an eine saisonale Ursache denken. Auch das Bedürfnis nach Fastfood kann übermäßig gesteigert sein.

Bei Jugendlichen kommen Überlagerungen mit dem altersspezifischen Schlafmuster und der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivtäts-Störung vor. Bei Jugendlichen ist die Schlafphase so verschoben, dass sie bekanntermaßen morgens schlecht aus dem Bett kommen. Allerdings beinhaltet dieses Schlafmuster auch ein natürliches spätes Zubettgehen, was bei einer rein saisonalen Störung eher nicht der Fall ist. Im Gegensatz zu jungen Menschen mit ADHS, fallen Schüler mit einer rein saisonalen Störung in der Schule nicht durch Hyperaktivität auf und sind den Lehrern keine Last.

Zu einem besonderen Problem wird die Saisonalität, wenn die Kinder nicht mehr zu Hause leben und selbstverantwortlich einer Ausbildung nachgehen. Gerade, wenn die jungen Menschen nicht mehr durch den “Elternwecker” getaktet werden, können ernsthafte Probleme, z.B. durch den morgendlichen Verbleib im Bett entstehen. Daher ist es wichtig, wenn der Winterblues bzw. die Winterdepression im Schulalter erkannt werden, so dass Strategien zur Behandlung entwickelt werden können. Eltern, die selber an einer Saisonalität leiden, sollten hier besonders achtsam sein, ohne allerdings im Sinne der sich selbst erfüllenden Prophezeiung eine Diagnose zu stellen und das eigene Kind zu stigmatisieren. Im Zweifel sollten Sie als Eltern Ihre Gedanken mit einem Spezialisten für saisonale Erkrankungen teilen.

Winterblues – eine positive Perspektive durch Lebensstilmodifikation

Gerade der Winterblues, die saisonale depressive Verstimmung ist durch Lebensstilmodifikation gut beherrschbar. Wesentlich ist der gezielte Einsatz von Tageslichtlampen und farbigen programmierbaren Lichtquellen zur Simulation des Tageslichtes. Darüber hinaus sind die kalte Dusche am Morgen, körperliche Aktivität und Anpassung der Ernährung und Vitamin D sehr hilfreich. Frühzeitige Vorbeugung bereits im September/Oktober kann Symptome verhindern.

Bei Anzeichen einer Winterdepression sollten Sie unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

 

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Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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Winterblues und Winterdepression – Wechsel von Licht und Dunkel

Als Spezies wurden wir für den Äquator entwickelt, 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit. Es ist also unsere eigene Schuld, wenn wir uns vom Äquator entfernt haben. Je mehr wir uns davon entfernen, desto mehr Probleme bekommen wir. (Torbjorn Akerstedt, Direktor Stockholm Stress Research Institute)

Wer sich mit dem Winterblues näher befassen will bzw. selber an einer saisonalen depressiven Verstimmung oder gar an einer Winterdepression leidet, der sollte sich mit der Evolution des Menschen und seinem Verhältnis zu Licht und Dunkelheit befassen.    

Die Wiege der Menschheit – nahe am Äquator  

Der Ursprung der Menschheit liegt in Afrika. Nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung hat das erste menschenähnliches Wesen vor 7,2 Millionen Jahren in Zentralafrika im heutigen Tschad gelebt. Dieser Hominide, der Sahelanthropus tchadensis ging mit hoher Wahrscheinlichkeit schon überwiegend auf 2 Beinen und lebte nur ca. 1.300 km nördlich vom Äquator.   

Sahelanthropus tchadensis und weitere Vorfahren des Homo sapiens lebten bis vor ca. 2,6 Millionen Jahren ausschließlich in Zentralafrika, bevor sie sich dann in andere Regionen Afrikas ausgebreitet haben. Das bedeutet also, dass unsere Vorfahren mindestens 4,6 Millionen Jahre durch die Region am Äquator geprägt wurden. Erst vor 65.000 Jahren begann eine Art der Gattung Homo Afrika sich über die Grenzen Afrikas hinaus auszubreiten, es war der Homo sapiens.  

Äquator – Tages- und Nachtgleiche für Licht und Dunkel das ganze Jahr  

Diese frühe Phase des menschlichen Daseins in Zentralafrika hatte alleine schon durch ihre Dauer – immerhin 2,3 Millionen x 2.000 Jahre unserer Zeitrechnung – einen entscheidenden Einfluss auf die Genetik der heutigen Menschen.   

Das gilt z.B. für das Fight-or-Flight Verhalten bei drohender Gefahr. Das für diese schnelle Reaktionsweise ursächliche Adrenalinsystem prägt noch heute unsere Emotionen im alltäglichen Leben. Obwohl wir in der Regel nicht mehr von Gefahren für Leib und Leben umgeben sind, reagieren wir auch im friedlichen sozialen Umgang häufig vollkommen unnötig reflexartig und überschießend, z.B. im Straßenverkehr.  

Der Mensch und seine Vorfahren sind tagaktive Lebewesen, d.h. sie gehen am Tag der Nahrungssuche nach und schlafen in der Nacht. Unsere Innere Uhr und damit alle unsere zirkadianen biologischen Prozesse werden durch den solaren Tag, d.h. durch den Wechsel von Tag und Nacht synchronisiert. In Bezug auf die Genetik hat die evolutive Entwicklung unserer Vorfahren über Millionen von Jahren am Äquator auch zu einer entsprechenden Programmierung unseres genetischen Codes geführt.   

Am Äquator herrscht das ganze Jahr über die sog. Tagundnachtgleiche, d.h. die Sonne geht um ca. 6:00h auf und um ca. 18:00h unter. Die Menschen dort sind also jeden Tag im Jahr sehr stabilen und ausgeglichenen Lichtverhältnissen ausgesetzt: 12 Stunden Helligkeit und 12 Stunden Dunkelheit.    

Etwas weiter nördlich vom Äquator in N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad, also der Region wo unsere Vorfahren herkommen, beträgt die maximale Dauer der nächtlichen Dunkelheit zur Sommersonnenwende am 21. Juni 11 Stunden 9 Minuten und zur Wintersonnenwende am 21. Dezember 12 Stunden und 25 Minuten. Die Differenz zwischen minimaler und maximaler Dunkelheit beträgt folglich 1 Stunde und 34 Minuten.     

Je weiter vom Äquator entfernt, desto größer der Stress für den Menschen

Bezogen auf die Erde gilt, je weiter wir uns vom Äquator entfernen, desto größer sind die Unterschiede für Tag und Nacht zwischen dem 21. Juni und dem 21. Dezember, der Sommer- bzw. Wintersonnenwende. Zwei Faktoren spielen für den Menschen dabei eine Rolle  

  • absolute Dauer der Dunkelheit   
  • Anpassungsdruck zwischen minimaler und maximaler Dunkelheit zwischen Juni und Dezember  

Nehmen wir als Beispiel mal die saisonalen Lichtverhältnisse in Düsseldorf, einer Stadt leicht oberhalb des 51. Breitengrades in Westeuropa. Düsseldorf liegt also 5.661 Kilometer ((51 x 111) + 28km) vom Äquator entfernt.     

Winterblues – Absolute Dunkelheit in Westeuropa

In Düsseldorf beträgt die Dauer der Dunkelheit zur Sommersonnenwende 7:25 h Stunden und zur Wintersonnenwende 16:08 h. Die minimale bzw. maximale Abweichung der Zeit, die wir der Dunkelheit ausgesetzt sind, beträgt somit abweichend von einer Licht- bzw. Dunkelphase am Äquator mit 12 Stunden am 51. Breitengrad jeweils ca. 4 Stunden.  

Alleine der hohe Anteil der nächtlichen Dunkelheit ist für das emotionale und körperliche Befinden der meisten Menschen ein relevanter Faktor für die Leistungsfähigkeit und hat entsprechende Symptome zur Folge. Durch eine zu lange Dunkelheit werden mehrere Primärtriebe des Menschen, namentlich der Bewegungstrieb und die Nahrungssuche einschränkt.   

Auf der anderen Seite ist aber auch so, dass zu viel Helligkeit im Sommer die Schlafdauer bedeutsam verkürzen kann, was ebenfalls negative gesundheitlich Folgen, wie z.B. Unruhe oder Schlafstörungen zur Folge haben kann  

Kurzum, eine zu starke Abweichung von der äquatorialen Tagundnachtgleiche ist in Bezug auf die menschliche Vorgeschichte eher als unnatürlich zu bewerten.  

Winterblues und Winterdepression – Anpassungsdruck zwischen Sommer und Winter in Westeuropa 

Betrachten wir nun für Düsseldorf den Unterschied zwischen maximaler Dunkelheit zur Sommer- und zur Wintersonnenwende, dann beträgt dieser 8 Stunden und 43 Minuten, also fast 9 Stunden.  

Im Gegensatz zu den stabilen und ausbalancierten Lichtverhältnissen am Äquator mit einem Anpassungsdruck von 0 Stunden, unterliegt die Innere Uhr des Menschen in Deutschland einem kontinuierlichem Anpassungsdruck. Synchronisiert durch Sonnenaufgang und -untergang müssen sich Ihre inneren biologischen Prozesse immer weiter umstellen. Das ist durchaus Stress. Wir können das daran ablesen, dass manche Menschen mit saisonaler Depression bzw. saisonaler Verstimmung bereits vor der Tagundnachtgleiche im September sich bereits antriebsärmer fühlen.  

 Extremer Anpassungsdruck an den Polen

Je weiter Sie vom Äquator entfernt leben, desto extremer werden die Verhältnisse.   

In Hammerfest auf dem 70. Breitengrad in Norwegen, der nördlichsten Stadt der Welt, herrscht zwischen dem 22. November und dem 21. Januar nahezu komplette Dunkelheit, die Polarnacht. Entsprechend geht die Sonne zwischen dem 19. Mai und dem 26. Juli überhaupt nicht unter. Zwischen dem 21. Januar und dem 19. Mai müssen die Hammerfester innerhalb von 118 Tagen einen Anpassungsdruck von 24 Stunden von kompletter Dunkelheit zu kompletter Helligkeit bewältigen. Dasselbe gilt natürlich auch für die Regionen nahe dem Südpol.  

  

Winterblues und Winterdepression – Abhängigkeit vom Breitengrad

In den USA ist die Saisonalität am besten untersucht. Fasst man die Winterdepression und den Winterblues zusammen, dann finden wir eine eindeutige Korrelation zwischen dem Breitengrad und der Häufigkeit der Störungen. Folglich liegt die Häufigkeit am 27. Breitengrad in Sarasota, Florida, zusammengefasst lediglich bei 4,0%, am 65. Breitengrad in Fairbanks, Alaska bei 28,3%.  

In Europa dürften die Verhältnisse ähnlich sein wie in den USA, wobei bisher hauptsächlich Menschen in den nordeuropäischen Ländern untersucht wurden. So ist die Häufigkeit von Winterblues und Winterdepression in Tromsö, Norwegen am 69. Breitengrad, mit 24,4% ähnlich hoch wie in Fairbanks, Alaska. In Deutschland beträgt die Häufigkeit von Winterblues und Winterdepression 20-25%.

Winterblues und Winterdepression – machen Sie mehr Licht

Die vorangegangen Ausführungen zeigen doch recht deutlich, warum uns Menschen das fehlende Licht gesundheitlichen Probleme bereiten kann, je weiter wir vom Äquator entfernt leben.  Dieses ist auch die biologische Grundlage für den Erfolg der Lichttherapie und überhaupt den Umgang mit Umgebungslicht bei Winterblues und Winterdepression.

 

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Von Mitte Dezember bis Mitte März ist Grippesaison, die Ansteckungsgefahr ist dann besonders hoch. Übertragen werden Grippeviren über Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten oder Sprechen) und direkten Kontakt (z.B. Händeschütteln, Türgriffe). Besonders groß ist das Risiko in großen Menschenansammlungen (z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen, Einkaufsstätten).

In der Grippesaison 2017/18 wurden allein in Deutschland über 333.000 Betroffene registriert, 1.665 Menschen starben daran (87% von ihnen waren älter als 60 Jahre). Der volkswirtschaftliche Schaden durch Arbeitsausfall ist hoch.

Der beste Schutz gegen Grippe ist die jährliche Impfung (jedes Jahr neuer Impfstoff!) und eine gute Hygiene. Mit den folgenden hygienischen Maßnahmen können Sie gut vorbeugen:

  • regelmäßig Hände waschen und Hände vom Gesicht fernhalten
  • als Betroffener mindestens 2 Meter Abstand zu Mitmenschen einhalten
  • hygienisch husten = in den Ärmel husten (nicht in die Hand) = Dracula-Technik
  • bei Krankheitssymptomen auf Körperkontakt verzichten (z. B. Hand geben, umarmen)
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften

Ein gesunder Lebensstil hilft ebenfalls: regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und eine Trinkmenge von 30 ml pro kg Körpergewicht pro Tag.

Ein hohes Risiko für Grippeverläufe haben

  • Schwangere
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • chronisch Kranke
  • Senioren

Besonders gegenüber diesen Risikogruppen sollte ein grippekranker Mensch Kontakt vermeiden und Hygienemaßnahmen streng beachten.

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Kohlendioxid, kurz CO2, entsteht im Körper bei Stoffwechselvorgängen und wird über die Lunge abgeatmet. In der Luft gemessen wird es mit der Einheit parts per million = ppm. Sie ist somit ein Indikator für die Luftreinheit. Normale Raumluft hat einen CO2-Wert von etwa 350 ppm, Ausatemluft von ca. 40.000 ppm. Bis zu einem Wert von 1.000 ppm gilt Raumluft als unbedenklich.

Wie sich Grippeviren bei zunehmend unreiner Luft in einem geschlossenen Raum ausbreiten können, zeigen wir an einem Beispiel. Dabei gehen wir von einem Klassenraum mit 30 Schülern aus, wobei ein Schüler Grippe hat. Die Ansteckungsrate der übrigen 29 Schüler nimmt innerhalb von 4 Stunden je nach Luftqualität im Raum folgendermaßen zu:

  • Raumluft 1.000 ppm CO2: fünf von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 17,2 %
  • Raumluft 2.000 ppm CO2: 12 von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 41,4 %
  • Raumluft 3.000 ppm CO2: 15 von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 51,7 %

Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, kann man während der Grippesaison ganz einfache Maßnahmen treffen:

  • bei mehreren Personen im Raum: alle zwei Stunden lüften!
  • bei vorhandener Messvorrichtung: ab 1.000 ppm, spätestens ab 1.400 ppm CO2 lüften!

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Bei Menschen mit Grippe gelangen Viren über die oberen Luftwege und die Lunge in den ganzen Körper. Die meisten Viren tummeln sich in der Lunge. Daher besteht ein Risiko, eine zusätzliche bakterielle Infektion der Lunge oder gar eine schwere Lungenentzündung zu bekommen.

Das therapeutische Ziel muss deswegen heißen: Ausbreitung der Viren und eine bakterielle Zusatzinfektion verhindern! Erreichen kann man dies mit verschiedenen Maßnahmen.

Weil bei Grippe der Flüssigkeitsbedarf (z. B. durch Sekretbildung) höher ist, sollte man 40 ml pro kg pro Tag trinken (außer wenn anders verordnet). Trinken stärkt das Immunsystem und den Kreislauf.

Die Lungen sollten belüftet werden. Das erreicht man, indem man nicht nur im Bett liegt, sondern auch mal durch die Wohnung geht. Außerdem ist eine tiefe Nasen-Bauchatmung (Ein-: Ausatmung im Verhältnis 1: (2-3)) wichtig.

Den Sekretabfluss fördern Betroffene, indem Sie beim Liegen regelmäßig die Seite wechseln. Auch das aktive Husten und Schnäuzen in unterschiedlichen Körperlagen hilft. Ebenso effektiv: die Schulterbrücke machen.

Risikopatienten sollten frühzeitig zum Arzt. Dazu zählen Menschen

  • über 65 Jahre
  • mit Herzschwäche
  • mit einer Lungenerkrankung
  • während einer Schwangerschaft

Bleiben Sie bei Grippe auf jeden Fall soweit als möglich körperlich aktiv. Sie sollten allerdings sehr starke Anstrengungen vermeiden.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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Virale Infekte wie die Grippe können das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Die Verläufe variieren von flüchtigen Symptomen bis hin zu fortschreitender Herzschwäche. Schwere Verläufe sind allerdings sehr selten.

Abklären sollten Sie folgende Symptome, die nach einer Grippe neu auftreten:

Dafür wird folgende Basis-Diagnostik eingesetzt:

  • Körperliche Untersuchung
  • Labor
  • EKG
  • Ultraschall des Herzens (Echokardiografie)

Um weiter abklären zu können, wendet ein Arzt/eine Ärztin ggf. auch ein Herz-MRT und in seltenen Fällen einen Herzkatheter oder eine Herzmuskelbiospie an.

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Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


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Grippe – jedes Jahr schwere Verläufe und Todesfälle

In der Cardiopraxis liegt es uns am Herzen, dass Sie gesund durch die verschiedenen Jahreszeiten kommen. Daher erinnern wir Sie auch  immer wieder an die Grippeschutzimpfung. Gerade Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen werden von der Grippe besonders gefährdet.

In der letzten Saison 2018/19 waren über 182.000 registrierte Menschen in Deutschland von einer Grippe betroffen. Dabei wurden dem Robert Koch-Institut wurden 954 Todesfälle mit Infektionsnachweis gemeldet. Dagegen war die Grippewelle in der Vorsaison 2017/18 eine der schlimmsten: geschätzt sind 25.100 Menschen in Deutschland durch Influenza gestorben.

Besonders schwere Erkrankungsverläufe mit Todesfällen treten bei Menschen mit chronischen Vorerkrankungen auf.

Die effektivste Methode gegen die Grippe ist die Impfung, deren Wirksamkeit und Sicherheit vor allem für chronisch Kranke in vielen Studien belegt wurde.

Grippeviren verändern sich von Jahr zu Jahr

Grippeviren verändern sich genetisch, deswegen gibt es jedes Jahr einen neuen Impfwirkstoff. Folglich werden seit April 2018 grundsätzlich die 4-fach-Impfstoffe (zusätzlicher Schutz gegen Influenza B-Viruslinie) empfohlen. Einen 100-prozentigen Schutz vor Infektion gibt es allerdings nicht. Eine besonders schwere Komplikation der Grippe ist die Lungenentzündung, die zu Beatmungspflichtigkeit und Tod führen kann.

Was können Sie gegen die Grippe tun? – Grippeschutzimpfung!!

Rüsten Sie sich für die Grippewelle frühzeitig. Wenn Sie für die Haupt-Grippewelle von Januar bis März gut geschützt sein wollen, dann ist der ideale Zeitraum für eine Schutzimpfung der Zeitraum von Oktober bis November. Nach der Impfung baut sich der Schutz innerhalb von 10 bis 14 Tagen auf.  Eine frühere Impfung sollten Sie vermeiden, weil der Grippeschutz nach der Impfung stetig abnimmt. Um ausreichenden Schutz aufzubauen, sollten vor einer Virusinfektion zudem mindestens 14 Tage vergangen sein.

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre persönliche Risikokonstellation. Sie sollten sich jedes Jahr einen Termin im Kalender machen, um sich an die rechtzeitige Impfung zu erinnern. Sie können sich z.B. gut daran erinnern, wenn Sie sich den 6. November, den Namenstag von St. Martin merken. Also, spätestens wenn die Kinder der Martinszüge vor Ihrer Tür stehen oder die Martinsgans zu Hause auf den Tisch kommt, dann ist die Zeit für Sie gekommen die Grippeschutzimpfung anzugehen.

Grippewelle – Hochrisikogruppen besonders gefährdet

Zu den Hochrisikogruppen bei Grippe zählen Menschen mit

  • Alter >60 Jahre
  • angeborenen oder erworbenen Immundefekten, z. B. einer HIV-Infektion
  • Immunsuppression
  • Diabetes mellitus
  • Kinder (ab 6 Monaten), Jugendliche und Erwachsene mit chronischen Erkrankungen: Herz-Kreislauf, Leber, Niere, Lunge, Nervensystem
  • schwangere Frauen
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Medizinisches Personal, Personal in Pflegeeinrichtungen, Lehrkräfte
  • Personen mit direktem Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln: Verhinderung, dass sich Erreger der „Vogelgrippe“ mit im Menschen zirkulierenden Viren mischen

Grippeschutzimpfung für Schwangere – Gesundheitsfürsorge für Mutter und Kind

Durch eine Grippeinfektion während der Schwangerschaft steigt die Gefahr von Wachstumsverzögerungen und von Fehl- oder Frühgeburten. Somit können Sie nicht nur sich selber, sondern auch das Kind durch eine Impfung vor diesen Gefahren schützen! Selbstredend sollten Sie sich auch als Vater bzw. sollten sich auch andere Familienmitglieder impfen.

Zudem schützen Sie auch Ihr Kind nach der Geburt, denn während der Schwangerschaft werden durch die Plazenta (Mutterkuchen) Abwehrstoffe auf das Kind übertragen, die in den ersten Lebensmonaten einen gewissen Schutz vor Grippe bieten. Denn Säuglinge dürfen erst ab dem sechsten Monat selbst gegen Grippe geimpft werden.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt allen gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem 4. Schwangerschaftsmonat. Falls Sie schwanger sind und an eine chronische Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck haben, dann sollten sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel gegen Grippe impfen lassen.

Grippeschutzimpfung – Kosten übernehmen die Krankenkassen

Die Kosten für eine Grippeschutzimpfung übernimmt für Sie übrigens auch die Gesetzliche Krankenkasse! Im Rahmen der Grippeerkrankung sehen wir auch gehäuft Folgeerkrankungen durch Pneumokokken (sekundäre bakterielle Infektion), daher ist eine gleichzeitige Pneumokokken Schutzimpfung Impfung bei chronisch Kranken und Menschen mit einer fehlenden Milz sehr wichtig.

Grippeschutzimpfung – sich selber und andere Menschen schützen

Und bitte denken Sie daran, die Grippeschutzimpfung hat eine sehr starke soziale Wirkung! Folglich schützten Sich sich mit einer Grippeschutzimpfung nicht nur selber, sondern auch Menschen mit einem erhöhten Gripperisiko in Ihrem Umfeld. – Grippeschutz ist Familienschutz!

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Mediarezepte – die Lösung für ein Problem?!

Cardiopraxis steht für Partnerschaftliche Medizin. Verständliche und transparente Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil davon. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient passiert hauptsächlich beim Gespräch in der Praxis. Häufig machen Ärzte Notizen und geben diese der Patientin oder dem Patienten mit. Bei fachärztlichen Besuchen in der Cardiopraxis wird fast immer ein Arztbrief geschrieben. Dabei können Verständnisprobleme entstehen.

Auf Seiten des Patienten spielen häufig Emotionen wie Aufregung und Angst eine große Rolle: Gehörtes wird vergessen und geplante Fragen werden nicht gestellt. Weiterhin  haben Menschen ein unterschiedliches Verständnis für medizinische Inhalte. Der eine Mensch ist z.B. durch Literatur und Internet schon gut vorgebildet. Er möchte gemeinsam mit der Ärztin bzw. dem Arzt dieses Wissen richtig einordnen. Der andere Mensch hat sich noch nie über seine Gesundheit Gedanken gemacht.

Auf Seiten der Ärztin bzw. des Arztes ist es eine besondere Herausforderung, komplexe Themengebiete in kurzer Zeit einfach und verständlich zu vermitteln. Das Ganze geschieht im begrenzten Zeitraum des Patientenbesuchs in der Praxis.

Naturgemäß müssen Lerninhalte häufig wiederholt werden, bis sie verstanden werden – so wie in der Schule. Das ist ganz normal und in der Cardiopraxis wissen wir das. Unsere Ärztinnen, Ärzte und die Assistentinnen versuchen entsprechend zu handeln.

Mediarezepte – Videos, Bilder und Texte zu individuellen Gesundheit

Um die Kommunikation zwischen Ihnen und uns als Ärztinnen und Ärzten weiter zu verbessern, hat die Cardiopraxis als Bestandteil des SocialMedia-Konzeptes die Mediarezepte eingeführt. Die Plattform für diese Mediarezepte ist unsere Homepage www.cardiopraxis.de. Dort finden Sie die Rubrik Selbsthilfekurse, die wir auch für diese Mediarezepte nutzen.

Thematisch handelt es sich um in sich abgeschlossene Wissenskurse in Form von Videos, Bildern und Texten. Ziel ist es, Inhalte aus dem Arzt-Patienten-Gespräch zu wiederholen und zu vertiefen. Diese Wissenskurs sollen Sie befähigen, Probleme selbst zu erkennen und selbst zu handeln.

Mediarezepte sind in erster Linie für Menschen gedacht, die die Cardiopraxis regelmäßig zur Beratung und Untersuchung besuchen. Dabei richten sich diese  Informationen ganz individuell an Menschen mit unterschiedlichen vorhandenen oder möglichen zukünftigen Problemen, zum Beispiel an

Die Mediarezepte versenden wir nach Ihrem Besuch der Cardiopraxis, individuell auf Ihre Situation angepasst. Entweder schriftlich oder per Link über Text-Messaging bzw. E-Mail.

Selbstverständlich können diese Informationen auch von anderen Risikopatienten genutzt werden.

Mediarezepte – mehr Sicherheit für Sie und andere

Mediarezepte verbessern das Verständnis für Ihre persönliche gesundheitliche Risiken und Erkrankungen. Mit Mediarezepten machen wir in der Cardiopraxis Tag für Tag sehr gute Erfahrungen. Es ist für uns ein sehr großer Erfolg, wenn Sie uns berichten, dass Sie aufgrund einer guten Aufklärung, z.B. zum Herzinfarkt für einen anderen Menschen  lebensrettende Maßnahmen sicher und schnell einleiten konnten.

In diesem Sinne sind Mediarezepte ein Beitrag nicht nur zu mehr persönlicher Sicherheit für Sie selber, sondern auch zur Gesundheit Ihrer Mitmenschen.

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Warme Jahreszeit optimal um mit Gewichtsreduktion zu beginnen

Mit dem Frühjahrsäquinoktikum (= Tages- und Nachtgleiche um den 20. März) kommen nicht nur hellere, sondern auch wärmere Tage. Höhere Außentemperaturen reduzieren die Notwendigkeit für den Körper, Wärme zu konservieren und auch zu generieren. Sie unterstützen den Körper dadurch bei der Gewichtsreduktion, also der richtige Zeitpunkt mit einer kontrollierten Daten zu beginnen.

Übergewicht belastet Herz, Kreislauf und Gelenke. Das Gewicht zu normalisieren ist daher für eine langfristige Gesundheit erstrebenswert. Zur Verhinderung von wiederkehrendem Vorhofflimmern ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion sogar effektiver als Medikamente. In der Cardiopraxis erleben wir immer wieder Menschen, die sehr gute Erfolge mit dem sogenannten Intervallfasten erzielen.

Mit der folgenden Formel zum Intervallfasten können gute und nachhaltige Erfolge erzielt werden. Sie berücksichtigt nicht nur die Zeitintervalle, sondern auch die Qualität der Nahrung.

Gesund essen

In der Reduktionsphase sollten Sie besonders gesund essen. Die Hauptmahlzeit kann zum Beispiel ein reichhaltiger Salat mit Spinat, Putenfleisch, Fenchel, Nüssen, Hülsenfrüchten, Weichobst (Blaubeeren, Erdbeeren) und scharfen Gewürzen sein. Letztere tragen zur Anregung des Stoffwechsels bei.

Regelmäßig essen

Wir halten dabei regelmäßige Mahlzeiten für besonders wichtig. Denn so trägt auch die Synchronisation der inneren Uhren der Stoffwechselprozesse zur Gesamtgesundheit bei. Des Weiteren sollten Sie nach 18:00 Uhr keine Mahlzeit einnehmen, da wissenschaftlich gesichert ist, dass dieselbe Kalorienzahl am Abend zu einer stärkeren Gewichtszunahme als am Morgen führt. Darüber hinaus stören späte Mahlzeiten den Schlaf.

Körpertemperatur und Temperaturempfinden bestimmen das genaue Vorgehen

Die Bewertung der Körpertemperatur und des Wärmeempfindens ist ein wesentlicher Gradmesser dafür, wie die Gewichtsreduktion stattfinden sollte. Das Wechselspiel zwischen Körpergewicht, Stoffwechsel und Kreislauf können wir in der Cardiopraxis durch die Blutflussmessung objektiv quantifizieren. Ein hoher Blutfluss, welcher meistens mit einer gesteigerten Wärmeempfindlichkeit einhergeht, signalisiert in der Regel, dass der Körper versucht überschüssige Wärme abzugeben (Wärmedissipitations-Kreislauf). Ein niedriger Blutfluss in Verbindung mit einer Neigung zur Kälteempfindlichkeit signalisiert, dass der Körper versucht Wärme im Körper zu halten (Wärmekonservierungs-Kreislauf).

Menschen, die ein vermehrtes Kältegefühl haben, sollten unabhängig vom Gewicht parallel mit einer Stoffwechselaktivierung (körperliches Training, scharfe Speisen, z.B. Ingwer oder Chili) beginnen. Die geringere Nahrungszufuhr sollte zunächst in den Hintergrund treten. Wenn Sie bei Kälteempfinden beziehungsweise niedrigen Körpertemperaturen versuchen, die Nahrungszufuhr zu verringern, dann kann das zu Stress mit den möglichen Folgen von Unruhe, Schlafstörungen bis hin zur Blutdruckerhöhung führen.

Menschen, die sich gesteigertes Wärmeempfinden haben und vielleicht sogar immer wieder leicht schwitzen, sollten unabhängig vom Gewicht zunächst die Stoffwechselaktivierung (Training, scharfe Speisen) zurückstellen, da sonst Hitzestress auftreten kann. Der wiederum kann ebenfalls zu Unruhe, Schlafstörungen und Blutdruckerhöhungen führen. Menschen, denen es schnell zu warm ist, sollten am Anfang einer kontrollierten Gewichtsreduktion vor allen Dingen auf eine reduzierte Nahrungszufuhr setzen.

 

….weiter mit “Intervallfasten: so machen Sie es richtig”.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Vorhofflimmern früh erkennen – Schlaganfall verhindern

Ein Schlaganfall ist ein gravierendes Ereignis, häufig genug mit bleibenden Folgen für die körperliche, geistige und seelische Selbstbestimmtheit. Auch wir und er Cardiopraxis sind immer wieder sehr betroffen, wenn ein Patient mit einem Schlaganfall zu uns kommt. Folglich unternehmen wir alle Anstrengung um bei den Menschen, die wir betreuen einen Schlaganfall in der Zukunft zu verhindern.

Vorhofflimmern häufig in der Praxis unerkannt

Da gerade bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen, wie z.B. nach Herzinfarkt oder Bluthochdruck Vorhofflimmern eine sehr häufige Ursache für einen Schlaganfall ist, nutzen wir selbstverständlich auch die herkömmlichen Methoden zur vorbeugenden Diagnostik. Dazu gehören das bekannte Ruhe-EKG, das Langzeit-EKG, das Belastungs-EKG und zur Risikostratifizierung auch der Herzultraschall.

Weil Vorhofflimmern häufig ohne Symptome und/oder nur kurzzeitig anfallsartig auftritt, können wir anläßlich eines Besuchs in der Praxis Vorhofflimmern häufig nicht feststellen.

Ein Weg dieser diagnostischen Lücke zu begegnen ist die Selbstmessung durch die potentiell Betroffene. Methoden zur selbständigen Erfassung von Vorhofflimmern reichen dabei von der Pulstastung bis hin zur der Ableitung eines 1-Kanal-EKGs über ein Smartphone.

Pulstastung auf Regelmäßigkeit erlernbar und ein erster wichtiger Schritt

Einen Schlaganfall können Sie selbst verhindern: Tasten Sie Ihren Puls auf Regelmäßigkeit! Denn der Tastbefund gibt einen wertvollen Hinweis darauf, ob Sie zu den rund 1,7 Mio. Menschen in Deutschland mit der Diagnose Vorhofflimmern gehören. Ihr Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist 5x so hoch wie normal – bis zu 25% aller Fälle werden durch Vorhofflimmern verursacht!

In der Tat können Sie das  Pulstasten bei guter Schulung und mit etwas Geduld ziemlich zuverlässig selber lernen. Folglich können Sie in  92% aller Fälle Vorhofflimmern durch diese einfache Methode richtig erkennen. Im Gegensatz zum normalen, regelmäßig schlagenden Puls zeichnet sich Vorhofflimmern durch absolute Unregelmäßigkeit aus.

Von der Pulsabfolge sieht das in etwa so aus:

Normaler = regelmäßiger Puls:
__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I

Einzelne elektrische Extrasystolen = regelmäßiger Grundrhythmus + mechanische Pausen:
__I__I__I_____I__I__I__I__I__I__I__I

Vorhofflimmern = absolute Unregelmäßigkeit („Morse-Code“):
__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Im letzten Fall sollten Sie noch am selben Tag ein EKG beim Arzt schreiben lassen! Das Risiko für einen Schlaganfall steigt 48 Stunden nach Einsetzen von Vorhofflimmern bedeutsam an.

Folglich empfehlen Risikopatienten für Vorhofflimmern grundsätzlich 2x pro den Puls auf Regelmäßigkeit zu tasten.

Eine weitere wichtige Anwendungsmöglichkeit der Pulstastung ist das “Pill-in-the-Pocket” – Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

 

Taggar JS et al. Eur J Prev Cardiol 2016;23:1330-38

 

…..weiter im Selbsthilfekurs.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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