Mediarezepte – die Lösung für ein Problem?!

Cardiopraxis steht für Partnerschaftliche Medizin. Verständliche und transparente Kommunikation ist ein wichtiger Bestandteil davon. Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient passiert hauptsächlich beim Gespräch in der Praxis. Häufig machen Ärzte Notizen und geben diese der Patientin oder dem Patienten mit. Bei fachärztlichen Besuchen in der Cardiopraxis wird fast immer ein Arztbrief geschrieben.

Dabei können Verständnisprobleme entstehen. Auf Seiten des Patienten spielen häufig Emotionen wie Aufregung und Angst eine große Rolle: Gehörtes wird vergessen und geplante Fragen werden nicht gestellt. Das ist ganz normal und in der Cardiopraxis wissen wir das. Unsere Ärztinnen, Ärzte und die Assistentinnen versuchen entsprechend zu handeln.

Auf Seiten der Ärztin bzw. des Arztes ist es eine besondere Herausforderung, komplexe Themengebiete in kurzer Zeit einfach und verständlich zu vermitteln. Verschiedene Patienten haben ein unterschiedliches Verständnis für medizinische Inhalte. Der eine Mensch ist z.B. durch Literatur und Internet schon gut vorgebildet. Er möchte gemeinsam mit der Ärztin bzw. dem Arzt dieses Wissen richtig einordnen. Der andere Mensch hat sich noch nie über seine Gesundheit Gedanken gemacht. Naturgemäß müssen Lerninhalte häufig wiederholt werden, bis sie verstanden werden – so wie in der Schule. Das Ganze geschieht im begrenzten Zeitraum des Patientenbesuchs in der Praxis.

Mediarezepte – Videos, Bilder und Texte zu individuellen Gesundheit

Um die Kommunikation zwischen Ihnen und uns als Ärztinnen und Ärzten weiter zu verbessern, hat die Cardiopraxis jetzt Mediarezepte eingeführt. Die Plattform für diese Mediarezepte ist unsere Homepage www.cardiopraxis.de. Dort finden Sie die Rubrik Selbsthilfekurse, die wir auch für diese Mediarezepte nutzen.

Thematisch handelt es sich um in sich abgeschlossene Wissenskurse in Form von Videos, Bildern und Texten. Ziel ist es, Inhalte aus dem Arzt-Patienten-Gespräch zu wiederholen und zu vertiefen. Diese Wissenskurs sollen Sie befähigen, Probleme selbst zu erkennen und selbst zu handeln.

Mediarezepte sind in erster Linie für Menschen gedacht, die die Cardiopraxis regelmäßig zur Beratung und Untersuchung besuchen. Dabei richten sich diese  Informationen ganz individuell an Menschen mit unterschiedlichen vorhandenen oder möglichen zukünftigen Problemen, zum Beispiel an

Die Mediarezepte versenden wir nach Ihrem Besuch der Cardiopraxis, individuell auf Ihre Situation angepasst. Entweder schriftlich oder per Link über Text-Messaging bzw. E-Mail.

Selbstverständlich können diese Informationen auch von anderen Risikopatienten genutzt werden.

Mediarezepte – mehr Sicherheit für Sie und andere

Mediarezepte verbessern das Verständnis für persönliche gesundheitliche Risiken und Erkrankungen. Damit haben wir bisher sehr gute Erfahrungen gemacht in der Cardiopraxis. Es ist für uns ein großer Erfolg, wenn Sie uns z.B. berichten, dass Sie aufgrund einer guten Aufklärung zum Herzinfarkt für einen anderen Menschen  lebensrettende Maßnahmen sicher und schnell einleiten konnten.

In diesem Sinne sind Mediarezepte ein Beitrag nicht nur zu mehr persönlicher Sicherheit für Sie selber, sondern auch zur Gesundheit Ihrer Mitmenschen.

…..zu den Mediarezepten

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Puls tasten: üben übt

Herzstolpern, schneller Herzschlag, langsamer Herzschlag und kräftiger Herzschlag. Das sind alles Symptome mit denen Menschen zu uns in die Cardiopraxis kommen und um Rat und Tat fragen. So geht es dann erst einmal um die Häufigkeit  des Pulses, denn das gibt uns schon wichtige Hinweise auf den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems geben. Darauf folgen dann die Fragen zur Regelmäßigkeit des Pulses. Immer simulieren wir dann auch akustisch die verschiedenen Rhyhtmusstörungen und können so schon ziemlich sicher abschätzen um welche Art von Rhythmusstörung es sich handelt.

Sie können uns dabei unterstützen, wenn Sie selber den Puls regelmäßig tasten. Mit ein bisschen Übung kann das jeder schaffen.

So tastet man den Puls richtig

  • nach 5 bis 10 Minuten Ruhe
  • mit Zeige- und Mittelfinger den Puls kurz oberhalb des Handgelenkes an der Daumenseite aufsuchen
  • leichten Druck ausüben, bis man den Puls tastet
  • Puls 30 Sekunden lang zählen, das Resultat mal 2 multiplizieren = Puls pro min (bpm)

Häufigkeit des Pulses ergibt Rückschlüssen auf Herz-Kreislauferkrankungen

Eine Häufigkeit zwischen 50 und 100 bpm gilt als normal.

Falls der Puls unter 50 ppm liegt, dann kann das in Verbindung mit Symptomen wie Benommenheit, Einschränkungen der Leistungsfähigkeit oder Luftnot auf eine relevante Störung hindeuten. Hier müssen, falls vorhanden die Medikamente überprüft werden. In Einzelfällen kann eine Rhythmusstörung vorliegen, die eine Implantation eines Herzschrittmachers erforderlich macht.

Falls der Puls über 100 bpm liegt und regelmäßig ist, dann kann in Einzelfällen eine Rhythmusstörung die Ursache sein. Viel häufiger ist allerdings eine zu geringe Trinkmenge, die kompensatorisch zu einem erhöhten Puls führt. Aber auch Stoffwechselstörungen, wie z.B. eine Überfunktion der Schilddrüse und nicht zuletzt Fieber verursachen einen beschleunigten Herzschlag.

Art der Unegelmäßigkeit des Pulses deutet auf  unterschiedliche Herzrhythmusstörungen hin

Wichtig ist aber auch die Regelmäßigkeit des Pulses. Hier kann es große Unterschiede geben

  • Ein regelmäßiger Puls gilt als normal – und sieht so aus:

__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I

__I__I__I_____I__I__I__I__I__I__I__I

  • Absolute Unregelmäßigkeit („Morse-Code“) besteht z. B. bei Vorhofflimmern. Vorstellen kann man sich das so:

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Alle Menschen über 65 Jahre und die, die weitere Risikofaktoren für Vorhofflimmern haben, sollten 2x pro Woche den Puls auf Regelmäßigkeit tasten. Absolute Unregelmäßigkeit könnte auf Vorhofflimmern hinweisen und damit auf ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. In diesem Fall noch am selben Tag ein EKG beim Arzt schreiben lassen!

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Ein Schlaganfall ist ein gravierendes Ereignis, häufig genug mit bleibenden Folgen für die körperliche, geistige und seelische Selbstbestimmtheit. Auch wir und er Cardiopraxis sind immer wieder sehr betroffen, wenn ein Patient mit einem Schlaganfall zu uns kommt. Folglich unternehmen wir alle Anstrengung um bei den Menschen, die wir betreuen einen Schlaganfall in der Zukunft zu verhindern.

Vorhofflimmern häufig in der Praxis unerkannt

Da gerade bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen, wie z.B. nach Herzinfarkt oder Bluthochdruck Vorhofflimmern eine sehr häufige Ursache für einen Schlaganfall ist, nutzen wir selbstverständlich auch die herkömmlichen Methoden zur vorbeugenden Diagnostik. Dazu gehören das bekannte Ruhe-EKG, das Langzeit-EKG, das Belastungs-EKG und zur Risikostratifizierung auch der Herzultraschall. Weil Vorhofflimmern häufig ohne Symptome und/oder nur kurzzeitig anfallsartig auftritt, können wir anläßlich eines Besuchs in der Praxis Vorhofflimmern häufig nicht feststellen.

Ein Weg dieser diagnostischen Lücke zu begegnen ist die Selbstmessung durch die potentiell Betroffene. Methoden zur selbständigen Erfassung von Vorhofflimmern reichen dabei von der Pulstastung bis hin zum der Ableitung eines 1-Kanal-EKGs über ein Smartphone.

Pulstastung auf Regelmäßigkeit erlernbar und ein erster wichtiger Schritt

Einen Schlaganfall können Sie selbst verhindern: Tasten Sie Ihren Puls auf Regelmäßigkeit! Denn der Tastbefund gibt einen wertvollen Hinweis darauf, ob Sie zu den rund 1,7 Mio. Menschen in Deutschland mit der Diagnose Vorhofflimmern gehören. Ihr Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist 5x so hoch wie normal – bis zu 25% aller Fälle werden durch Vorhofflimmern verursacht!

Das Pulstasten ist können Sie bei guter Schulung und mit etwas Geduld ziemlich zuverlässig selber lernen. In 92% aller Fälle können Sie Vorhofflimmern durch diese einfache Methode richtig erkennen. Im Gegensatz zum normalen, regelmäßig schlagenden Puls zeichnet sich Vorhofflimmern durch absolute Unregelmäßigkeit aus.

Von der Pulsabfolge sieht das in etwa so aus:

Normaler = regelmäßiger Puls:
__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I

Einzelne elektrische Extrasystolen = regelmäßiger Grundrhythmus + mechanische Pausen:
__I__I__I_____I__I__I__I__I__I__I__I

Vorhofflimmern = absolute Unregelmäßigkeit („Morse-Code“):
__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Im letzten Fall sollten Sie noch am selben Tag ein EKG beim Arzt schreiben lassen! Das Risiko für einen Schlaganfall steigt 48 Stunden nach Einsetzen von Vorhofflimmern bedeutsam an.

Bei Risikopatienten empfehlen grundsätzlich 2x pro den Puls auf Regelmäßigkeit zu tasten

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Vorhofflimmern ist die Ursache für 20 bis 25% aller Schlaganfälle. Fast jeden 10. Menschen kann es im Laufe des Lebens treffen. Herkömmlichen Methoden zur Erfassung von Vorhofflimmern, wie Ruhe-EKG und Langzeit-EKG können anfallsartiges Vorhofflimmern häufig nicht erfassen. Weiterhin erschwert wird die Diagnose dadurch, dass eine große Zahl Menschen von Vorhofflimmern dieses subjektiv gar nicht merken. Nicht selten wird Vorhofflimmern erst erkannt, wenn ein Schlaganfall aufgetreten ist.

Sie sollten Ihr individuelles Risiko kennen

Ihr persönliches Risiko sollten Sie, falls vorhanden mit einem Kardiologen oder einer Kardiologie besprechen. Dabei ist es wichtig über die Symptome von Vorhofflimmern gemeinsam zu sprechen. Die Untersuchungsintervalle sollten für die Zukunft festgelegt werden.

Puls auf Regelmäßigkeit tasten

Einen wertvollen Hinweis kann der Puls geben: Ist er absolut unregelmäßig wie bei einem Morse-Code, deutet das auf Vorhofflimmern hin. Die Pulsabfolge kann dann zum Beispiel so aussehen:

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Risikopatienten sollten daher ihren Puls 2x pro Woche tasten.

Alternative Möglichkeiten: die Arrhythmie-Anzeige bei Blutdruck-Selbstmessung oder die 1-Kanal EKG zur Selbstmessung.

Schnell handeln

Sollten Sie den Verdacht auf Vorhofflimmern haben, dann gehen Sie am besten noch am selben Tag zu einer Ärztin oder einem Arzt, es kann auch der Hausarzt sein.  Hier sollte dann ein EKG geschrieben werden.

Bei der Diagnose von Rhythmusstörungen ist es im Allgemeinen immer sinnvoll eine EKG-Aufzeichnung der Rhythmusstörung zu haben, den kaum ein Kardiologe wird eine gerinnungshemmende Therapie einleiten, ohne dass das Vorhofflimmern schriftlich dokumentiert ist.

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Rhythmusstörungen sind häufig schwer zu erfassen

Vorhofflimmern und andere Rhythmusstörungen treten häufig nur vorübergehend auf. Daher können Kardiologen Vorhofflimmern mit einem Ruhe-EKG oder einem Langzeit-EKG häufig nur schwer erfassen. Das Problem ist, dass auch kurzzeitiges Vorhofflimmern ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bedeutet.

Gerade bei Vorhofflimmern entsteht hier eine diagnostische Lücke, die zur Folge hat, dass gezielte Therapiemaßnahmen nicht eingeleitet werden können. Ohne EKG-Dokumentation wird kaum ein Arzt z.B. eine gesinnungshemmende Therapie zur Vorbeugung eines Schlaganfalls einleiten, weil diese ja auch mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist.

1-Kanal EKG selber zu Hause und unterwegs messen

Sollten Sie ein Risikopatient für Vorhofflimmern sein oder Symptome wie z.B. Herzstolpern, Herzrasen verspüren, dann ist die App „Kardia“ von AliveCor eine gute Lösung. Die App funktioniert sowohl auf dem iPhone als auch mit Android-Systemen. Zusätzlich benötigen Sie eine kleine Platte, die Sie im Internet einfach erwerben. So können Sie selber ein hochwertiges 1-Kanal-EKG aufzeichnen.

Starten Sie einfach die die App auf Ihrem Smartphone. Danach drücken Sie auf „Aufzeichnen“ und legen die Daumen jeweils für mindestens 30 Sekunden auf die beiden Kontaktflächen. Sie können die Aufzeichnung auf dem Bildschirm direkt mitverfolgen. Ihr Ergebnis wird dann automatisch gespeichert.  In der Zukunft können Sie es dann immer wieder abrufen.

Wissenschaftlich gesicherter Analyse-Modus

Die App verfügt über einen wissenschaftlich geprüften Analyse-Modus mit einer hohen Sensitivität und Spezifität von 97% bzw. 98%. Sie erhalten 1 von 3 Diagnosen: „normal“, „unklassifiziert“ und „mögliches Vorhofflimmern“. Über die App können Sie dann eine PDF-Date erstellen und diese dann per E-Mail oder Textmessaging an die Ärztin oder den Arzt weiterleiten. Ihre Ergebnisse werden, etwa im Hinblick auf Vorhofflimmern, analysiert. Dann können Sie Ihr EKG per PDF-Datei an die Ärztin bzw. den Arzt versenden.

Konsequent handeln

Sollten Sie ein Ergebnis „unklassifiziert“ oder „mögliches Vorhofflimmern“ erhalten, dann sollten Sie zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen, denn es könnte sich um Vorhofflimmern handeln. Innerhalb von 48 Stunden nach Beginn dieser Rhythmusstörung steigt das Schlaganfallrisiko.

Am besten besprechen Sie das Vorgehen vor dem ersten Einsatz mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen, damit alles gut funktioniert.

Gute Erfahrungen in der Cardiopraxis

Wir setzen das AliveCor-System seit 2016 regelmäßig im Praxisalltag ein. Dabei verleihen die Geräte in der Regel für 2 Wochen. So können wir fast immer einen gesicherten Zusammenhang zwischen Ihren subjektiven Symptomen und objektiven EKG-Veränderungen herstellen. Sehr häufig können wir so gesundheitsrelevante Rhythmusstörungen sichern und adäquate Therapiemaßnahmen einleiten. Nicht selten ist es aber auch so, dass bei Symptomen gar keine Rhythmusstörungen vorliegen. Sie können dann beruhigt sein und unnötige Therapien können vermieden werden.

Wir als professionelle Kardiologinnen und Kardiologen sehen die Entwicklung hin zur EKG-Selbstmessung als sehr positiv. 1-Kanal-EKGs sind ein weiterer Schritt zu mehr Patientensicherheit und vor allen Dingen zur Vorbeugung eines Schlaganfalls.

Für wen ist eine Anschaffung sinnvoll?

Sie sollten sich die Anschaffung vor allen Dingen überlegen, wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben. Sind Sie über 60 Jahre als oder haben Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern, dann macht es aus unserer Sicht auf jeden Fall Sinn. Sie können es so sehen, ähnlich wie ein Mensch mit Bluthochdruck regelmäßig den Blutdruck mit einer Blutdruckmanschette misst so sollte ein Mensch mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern regelmäßig, z.B. 2x pro Woche ein 1-Kanal-EKG ableiten.

Sollten Sie Rhythmusstörungen subjektiv empfinden, aber bei Ihnen ist noch nie ein Ereignis in einem EKG erfasst worden, dann können profitieren.

Die App können Sie kostenlos herunterladen. Sie erwerben die Kontaktplatte für unter 150 Euro im Internet. Die Krankenkassen erstatten zum Teil die Kosten.

 

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Herz-Rhythmusstörungen sind meistens nur eine seltene Unterbrechung des normalen Herzrhythmus – und werden so von einem konventionellem Ruhe-EKG oder 24h-EKG sehr häufig gar nicht erfasst. Dazu zählt auch das intermittierende Vorhofflimmern, das das Schlaganfallrisiko verfünffacht.

Eine praktische Lösung, die die Diagnose von Herz-Rhythmusstörungen erleichtert, ist das AliveCor-System: Dabei handelt es sich um mobile Geräte, mit der Menschen über eine Kardia-App ihr EKG jederzeit selbst messen können. Das von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde zugelassene System analysiert auch Vorhofflimmern und ermöglicht den PDF-Versand der Ergebnisse. Es ist als portable Kontaktplatte „Kardia Mobile“ (ca. 150 Euro) oder als Armband „Kardia Band“ (ca. 230 Euro + Apple Watch) erhältlich.

Die Vorteile insbesondere von Kardia Band: Das Gerät ist bequem immer am Arm dabei, ermöglicht Aufzeichnung, Analyse sowie Speicherung der EKG-Daten und aktives und passives Monitoring. Ein dokumentiertes EKG ist überaus wichtig, denn es bildet die Grundlage für bestimmte Therapieentscheidungen eines Kardiologen (z. B. Blutverdünnung).

 

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Vorhofflimmern – 1-Kanal EKG mit der Apple Watch ein Schritt zur Verhütung eines Schlaganfalls

Mehr als 10 % aller Menschen haben im Laufe ihres Lebens Vorhofflimmerndes Herzens. Vorhofflimmern wiederum verursacht 20-25 % aller Schlaganfälle. Dementsprechend ist Vorhofflimmern nicht nur eine häufige Rhythmusstörung, sondern auch eine Diagnose mit hoher gesundheitlicher Relevanz.

Kurzzeitiges Vorhofflimmern – diagnostische Lücke

Vorhofflimmern tritt häufig nur kurzzeitig  auf, manchmal nur für ein Sekunden, ein paar Minuten oder auch Stunden. Obwohl nur kurzzeitig, ist auch durch diese anfallsartigen Episoden das Risiko für einen Schlaganfall erhöht. Demzufolge entsteht so eine diagnostische Lücke, weil auch wiederholt abgeleitete Langzeit-EKGs häufig unauffällig sind.

Anders formuliert stellt sich das so dar: Sie machen eine Wanderung durch einen großen Wald machen und halten nach Rehen Ausschau. Wenn Sie aus dem Wald heraus kommen, und Sie haben keine Rehe gesehen, dann können Sie auch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, dass in dem Wald keine Rehe sind.

Vorhofflimmern ohne EKG – therapeutisches Dilemma

Zum anderen steht der Kardiologe vor einem therapeutischen Dilemma. Kardiologen können aufgrund der Kombination aus Risikofaktoren für Vorhofflimmern in Verbindung mit dem geschilderte Pulsmuster eine Verdachtsdiagnose auf Vorhofflimmern mit einer hohen Trefferquote stellen. Allerdings kann der Kardiologe nicht mit der gerinnungshemmenden Therapie beginnen, weil diese mit einem, wenn auch leicht erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist. Der Arzt möchte ja den potentiell Betroffenen nicht einem unnötigen Blutungsrisiko aussetzen.

Kurzum, ohne EKG-Dokumentation keine sichere Diagnose Vorhofflimmern und so auch keine gerinnungshemmende Therapie

Diagnostische Lücke schließen – 1-Kanal EKG zur Selbstmessung

Die neue Apple Watch 4 kann nicht nur Ihren Puls messen, sondern auch ein medizinisch hochwertiges 1-Kanal EKG erstellen. Wir unterscheiden eine passive von einer aktiven Messung.

Aktive und passive Messung unterscheiden

Bei der passiven Messung erfasst die Apple Watch die Abweichung der Herzfrequenz von der üblichen Ruhefrequenz. Sie erhalten so Hinweise auf mögliches Vorhofflimmern. Allerdings ist das keine Diagnose, denn die passive Messung ist relativ störanfällig (z.B. zu lockerer Sitz der Uhr) und gibt in etwa 60 % der Fälle „falschen Alarm“.

Sicherer ist die aktive Messung, bei der ein 1-Kanal-EKG direkt abgeleitet wird. Zusätzlich erhalten Sie nach einer solchen Messung die Diagnosen „Sinusrhythmus“, „Vorhofflimmern“ oder „Unklassifiziert“. Die Trefferquote für eine richtige Diagnose liegt bei dieser Messung zwischen 97-99%! Das aufgezeichnete EKG können Sie bequem über das Smartphone per E-Mail und Textmessagingsysteme übertragen.

Enge Abstimmung mit Kardiologen erforderlich

Wenn Sie eine eine Apple Watch 4 zur EKG-Messung nutzt, dann sollte sich vorher mit seiner Ärztin bzw. seinem Arzt abstimmen. Risikopatienten für Vorhofflimmernkönnen von dem Smartwatch-EKG besonders profitieren. Sie sollten 2x pro Woche auch ohne Symptome ein EKG ableiten. Bei der Diagnose „Vorhofflimmern“ oder „Unklassifiziert“ sollten sie innerhalb der nächsten 48 Stunden Kontakt aufnehmen mit ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin, um frühzeitig eine blutverdünnende Therapie einzuleiten

Alternative Systeme

Eine Alternative zur Apple Watch 4 sind die beiden Systeme von AliveCor:

Positive Erfahrungen durch professionelle Kardiologen

Wir machen in der Cardiopraxis seit 2016 sehr gute Erfahrungenmit den AliveCor Systemen. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erwarten wir ähnliche Ergebnisse mit der Apple Watch 4. Gerade bei Risikopatienten für Vorhofflimmern erhoffen wir uns eine frühzeitigere Diagnose – und damit auch weniger Schlaganfälle.

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Von einem Plötzlichen Herztod spricht man, wenn ein Tod unerwartet in weniger als 1 Stunde nach Symptombeginn auftritt. Schon alleine die Definition deutet darauf hin, dass der plötzliche Herztod selten ein Ereignis ist, das einen wie der Blitz aus heiterem Himmel trifft.

Ist der plötzliche Herztod wirklich ein plötzliches Ereignis?

Eine immer noch aktuelle Studie, die das Notarztsystem Berlin diesbezüglich durchgeführt hat, liefert zu dieser Frage sehr interessante Daten.

Die Arbeitsgruppe erfasste für die wissenschaftlichen Untersuchung 406 Patienten mit plötzlichem Herztod, 72 % der Ereignisse passierten in häuslicher Umgebung. Zu den Ursachen zählten Kammerflimmern (39 %), pulslose elektrische Aktivität (19 %) und Asystolie als kompletter Stillstand des Herzens (42 %). In zwei Dritteln der untersuchten Fälle waren Beobachter bei dem Ereignis dabei, 75% dieser Beobachter waren Angehörige.

Bei einer Befragung unter den Beobachtern kam heraus: 69 % der plötzlich verstorbenen Menschen wiesen vor ihrem plötzlichen Herztod länger als 30 Minuten folgende Symptome auf:

  • Angina pectoris  40 %
  • Luftnot 27 %
  • Bewusstseinsstörung 10 %
  • Andere 23 %

Kurzum in Stadtgebieten sind professionelle Rettungskräfte innerhalb von ca. 10 Minuten vor Ort. Berücksichtigt man eine Patienten- bzw. Beobachter-Entscheidungszeit von 10 Minuten, dann haben ca. 66% der Menschen mit plötzlichem Herztod eine gute Chance rechtzeitig Hilfe zu erhalten. Folglich können lebensrettende Maßnahmen können so innerhalb von 30 Minuten nach Symptombeginn eingeleitet werden.

Auch auf die Symptome bei anderen Menschen achten

Als Verwandter, Freund, Arbeitskollege und auch als Passanten sind Sie potentieller Lebensretter. Sollte in Ihrem Umfeld den Eindruck haben, dass es einem Menschen schlecht geht oder er oder die oben genannten Symptome äußern, dann handeln Sie. Verständigen Sie spätestens nach 10 Minuten den Rettungsdienst unter 112.

Falls erforderlich, führen Sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte selbst lebensrettende Maßnahmen durch:

…..weiter im Selbsthilfekurs „Herzinfarkt sofort handeln“

 

📚 Arntz et al. Intensivmed 1999;36: 485-492

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Angina pectoris – Brustschmerzen

Sehr häufig bitten uns in der Cardiopraxis Menschen um Rat und Tat, die als Symptom „Angina pectoris“ angeben. Angina pectoris bedeutet „Enge der Brust“.

So kommen Sie zu uns, weil Sie die Beschwerden bemerkt haben. Damit ist der Ort der Beschwerden schon einmal auf den Brustraum und angrenzende Regionen eingegrenzt. Das Problem besteht jetzt für Sie darin, dass Sie manchmal schwer unterscheiden können, wo die Beschwerden ihren Ursprung haben. Dabei kann es sich um ganz verschiedene Arten von Brustdruck oder Brustschmerzen handeln.

Angina pectoris – bewegungsabhängig und hell?

Die nächsten Hinweise erhalten wir über den Schmerzcharakter und die Auslösbarkeit. Kommen die Schmerzen von der Wirbelsäule oder von der Muskulatur, dann haben sie eher einen punktuellen “hellen” Charakter (“wie Stiche”). Sie sind fast immer bewegungsabhängig, d.h. sie verändern sich, z.B. wenn Sie den Arm heben oder die Wirbelsäule beugen oder drehen. Sind Lungen- und Rippenfell gereizt, dann nehmen die “hellen” Schmerzen beim vertieften Atmen zu. Immer wieder einmal erleben wir auch mal Menschen, bei denen eine Krämpfe der Speiseröhre zu Schmerzen führt. Bei Entzündungen der Speiseröhre sind die Schmerzen häufig im Liegen betont. 

Besonders gravierend, zum Glück aber sehr selten sind die reißenden Schmerzen, wenn ein Einriss der Hauptschlagader, die Aortendissektion auftritt. Hier ist der Schmerz ebenfalls „hell“ und ist häufig mit Zeichen der Adrenalin-vermittelten Aktivierung verbunden, wie z.B. Unruhe, schneller Herzschlag und Schwitzen. Bei der Lungenembolie tritt der Brustdruck häufig plötzlich, wie aus heiterem Himmel auf und ist mit Luftnot verbunden. Besteht die Lungenembolie schon etwas länger, dann sind Beschwerden durch die entzündliche Mitbeteiligung des Lungenfells auch mal atemabhängig.

 

Schmerz, der durch Druck z.B. auf das Brustbein ausgelöst werden kann, kommt nie vom Herzen.   

Angina pectoris – belastungsabhängig und dunkel?

Bei Durchblutungsstörungen des Herzmuskels nehmen Sie hingegen eher einen flächigen dumpfen Druck war (“wie ein Stein auf der Brust”), meistens hinter dem Brustbein oder in der linken Brusthälfte lokalisiert. In der Regel Belastung zu, dann wenn Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Brustdruck kann aber auch schon mal in Ruhe auftreten, wenn sich ein Herzkranzarterie verkrampft, z.B. durch Kälte oder Aufregung. 

Angina pectoris – im Zweifel ärztliche Hilfe aufsuchen

Sie merken, dass die Zuordnung des Symptoms „Brustdruck“ bzw. „Brustschmerz“ zu einem Organ nicht ganz einfach ist. Häufig hilft zur Unterscheidung der Nitro Spray-Test.

Besonders, wenn die Beschwerden neu, sich in der den letzten Tagen verändert haben oder die Symptome intensiv sind, dann ist es für Sie über die nächsten Schritte genau nachdenken und handeln.

Scheuen Sie sich nicht je nach Intensität den Hausarzt aufzusuchen bzw. den Ärztlichen Notdienst unter 116 117 zu verständigen. Bei akuten lebensbedrohlichen Situationen verständigen Sie konsequent den Rettungsdienst unter 112.

 

 

….weiter im Selbsthilfekurs „Herzinfarkt sofort erkennen“

 

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Herzkranzarterien – große und kleine Arterien

Die Herzkranzarterien haben ihren Ursprung in der Aorta, der Hauptschlagader des Kreislaufs und verlaufen zunächst auf dem Herzmuskel. Sie bringen sauerstoffreiches Blut über die verschiedenen Hauptäste und deren Seitenäste, den „großen“ Herzarterien und die nachgeschalteten zahlreichen Gefäße der Mikrozirkulation. Die Mikrozirkulation, auch die „kleinen“ Herzarterien genannt bringen den so wichtigen Sauerstoff dann zu den Herzmuskelzellen. Während sich die großen Herzkranzarterien mittels Herzkatheter bei einem Innendurchmesser von 1-5 mm mit Röntgenkontrastmittel sehr gut darstellen lassen, sind die kleinen Arterien der Mikrozirkulation meistens nur unter dem Mikroskop zu sehen.

Herzkranzarterien – 3 großen Arterien für die linke Herzhauptkammer

Anatomisch betrachten hat in der Regel hat jeder Mensch zwei große Herzkranzarterien, die rechte und die linke Herzkranzarterie. Die linke Herzkranzarterie hat einen kurzen Hauptstamm von meistens 1-5 mm Länge und teilt sich dann in 2 große Hauptäste auf, den absteigenden und den umschlingenden Ast. In der Fachsprache nennen wir sie RIVA und RCX; die rechte Arterie wird RCA bezeichnet. Die 3 Hauptäste mit ihren jeweiligen Seitenästen versorgen jeweils ca. ein Drittel der linken Herzhauptkammer; der RIVA die Vorderwand, der RCX die Seitenwand und die RCA die Hinterwand.

Funktionell betrachtet sprechen wir bei durchblutungsrelevanten Verengungen der großen Herzkranzarterien,  je nach Anzahl der betroffenen Stromgebiete (RIVA, RCX, RCA) von einer 1-, 2- der 3-Gefäßerkrankung.

Die linke Herzhauptkammer versorgt den Körperkreislauf und muss daher mit hohem Druck, und zum Teil gegen die Schwerkraft (Gehirn!) sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf pumpen. Die rechte Herzhauptkammer hat hingegen einen deutlich geringeren Sauerstoffbedarf, weil der Widerstand in der nachgeschalteten Lungenstrombahn und damit die Herzarbeit deutlich niedriger ist; sie beträgt ca. ein Sechstel der Arbeitslast der linken Hauptkammer. Daher sind die großen Herzkranzarterien vor allen Dingen für die linke Herzhauptkammer von kritischer Bedeutung.

Hinzu kommt, dass Herzmuskelzellen sehr sauerstoffsensibel sind. Stoppt die Sauerstoffversorgung, beginnt Herzmuskelgewebe bereits nach 10-15 Minuten unwiederbringlich abzusterben.

Große Herzkranzarterien – für kritische Durchblutungsstörungen relevant

Wenn wir im Folgenden von Angina pectoris, der „Enge der Brust“ sprechen, dann sind Beschwerden aufgrund von Veränderungen der großen Herzkranzarterien und deren Seitenäste gemeint. Diese Verengungen nennen wir auch Stenosen. Auch die kleinen Arterien der Mikrozirkulation können Symptome verursachen. Diese jedoch folgen anderen Gesetzen und sind für eine kritische Störung der Blutversorgung des Herzmuskels, wie z.B. einen Herzinfarkt nur selten relevant (siehe auch Tako-Tsubo Syndrom).

Eine große Herzkranzarterien kann sich verengen, entweder langsam durch eine schleichende Verkalkung oder plötzlich durch einen Gefäßkrampf bzw. ein Blutgerinnsel. Ist eine große Herzarterie zu mehr als 60% verengt, dann können Durchblutungsstörungen auftreten, zunächst nur bei Belastung bei höhergradigen Verengungen um 90% auch in Ruhe. Das verursacht dann Angina pectoris.

Angina pectoris – Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf

Angina pectoris bei einer Durchblutungsstörung bedeutet ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot. Normalerweise sind die Symptome abhängig von körperlicher und auch emotionaler Belastung. Zum Beispiel beim Treppensteigen, wenn Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Lokalisiert sind die Beschwerden meistens hinter dem Brustbein, sie können aber auch ausstrahlen in Schulter, Arm, Magen oder etwa Rücken. Bei körperlicher Ruhe verschwinden sie dann wieder.

Je nach Schweregrad kann Brustdruck schon bei sehr leichter Belastung, wie z.B. nach ein paar Stufen auftreten.

Vor allen Dingen die zeitliche Dynamik ist bei der Bewertung des Herzinfarktrisikos von hoher Relevanz. Hier bewerten Sie das Neuauftreten, einer Veränderung von Beschwerdeintensität und -charkteristik bzw. die zeitliche Dauer von Ruhebeschwerden. So können Sie eine stabile Angina pectoris, eine instabile Angina pectoris oder eine anhaltende Angina pectoris selber diagnostizieren.

Angina pectoris – beWegungsabhängig oder beLastungsabhängig?

Sie sollten zwischen den belastungsabhängigen und bewegungsabhängigen Brustbeschwerden unterscheiden.

Belastungsabhängigkeit bedeutet, dass Angina pectoris durch eine Steigerung der Herzarbeit, gekennzeichnet durch Erhöhung von Blutdruck und Herzfrequenz verursacht wird; eine Durchblutungsstörungen des Herzens ist wahrscheinlich.

Bewegungsabhängigkeit bedeutet, dass Symptome durch Bewegung des Muskel-Skelett-Systems (z. B. Beugen, Strecken, Atmen, Drehen) ausgelöst werden können; hier ist nicht das Herz die Ursache.

Beschwerden, die durch Druck auf den Brustkorb, z.B. mit der Faust ausgelöst werden können, kommen nicht vom Herzen.

Bei der Unterscheidung hilft Ihnen der Nitro Spray-Test.

Sie sollten insbesondere bei Neuauftreten oder einer Veränderung der Angina pectoris zeitnah ärztliche Hilfe aufsuchen. Hält Angian pectoris länger als 10 Minuten an, dann müssen Sie sofort handeln und den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

 

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