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Flaschentauchen bei Herz- und Kreislauferkrankungen – Tauchurlaub planen

Das Herz-Kreislaufsystem wird beim Flaschen-Tauchen unter Wasser belastet. Folglich sollten sich gerade Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen über den Einfluss des Flaschentauchens in Verbindung mit der individuellen Grunderkrankung informieren. Das gilt gerade für Menschen, die zum ersten Mal einen Kurs für Gerätetauchen planen.

Flaschentauchen – Risiko mechanische Belastung für die Lunge

Grundsätzlich gilt beim Tauchen: je tiefer Sie tauchen, desto stärker steigt der Umgebungsdruck. Ab Wasseroberfläche mit 1 bar steigt pro 10 m Tauchtiefe der Druck um jeweils 1 bar. Entsprechend dem Boyle-Mariott’schen Gesetze bleibt allerdings das Produkt aus Druck und Volumen konstant (Druck x Volumen = konstant). Das hat erhebliche Konsequenzen für Ihre Lunge.

Beim Tauchen ohne Atemgerät hat das beim Abtauchen folgende Konsequenzen. Zum Beispiel, wenn Sie an der Wasseroberfläche (1 bar) ein Lungenvolumen von 6 l haben, dann beträgt es in 10 m Tiefe (2 bar) nur noch 3 l. Wenn Sie auftauchen dehnt sich das das Volumen entsprechend wieder aus.

Beim Tauchen mit Atemgeräten wird allerdings das Lungenvolumen durch den Druck aus der Atemflasche beim Abtauchen konstant gehalten. Beim Auftauchen jedoch dehnt sich das Gasvolumen in der Lunge trotzdem aus: in 10 Meter Tiefe 6 l Luft, an der Wasseroberfläche 12 l Luft. Folglich sollten Sie stets regelmäßig ein- und auszuatmen und keinesfalls beim Aufstieg die Luft anhalten! Sonst besteht die Gefahr der Lungenüberdehnung mit Mediastinalemphysem, Pneumothorax oder arterieller Gasembolie.

Flaschentauchen – Risiko für Herz und Kreislauf

Alleine die mechanische Belastung der Lunge führt zu einer Beeinträchtigung des Kreislaufs indem die Lungenarterien und -venen eingeengt werden. Hinzu kommen der Umgebungsdruck und die Kälte, welche folglich einen Anstieg des Blutgefäßwiderstandes und damit eine Herabsetzung der Durchblutung begünstigen. Folglich wird auch das Herz vermehrt mechanisch belastet, was gerade bei Herzschwäche und Herzklappenfehlern zu kritischen Konsequenzen, wie Durchblutungsstörungen und Lungenödem führen kann. Das gilt nicht nur für die Phase des Tauchgangs, sondern auch für die Stunden bis Tage danach.

Der sog. Tauchreflex bedingt überdies, dass durch den erhöhten Umgebungsdruck unter Wasser, dass die Herzfrequenz um bis zu 30% abfallen kann. Dieser Mechanismus hat gerade bei Herzerkrankungen in Verbindungen mit einer niedrigen Ausgangsfrequenz, z.B. durch die Einnahme eines Beta-Blockers einen kritischen Einfluss auf die Durchblutung Ihres Körpers.

Tauchen bei Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Herzklappenfehlern, Herzschwäche und nach Implantation Herzschrittmacher bzw. Defibrillator

Voraussetzung für die Tauchtauglichkeit beim Gerätetauchen ist eine normale linksventrikuläre Ejektionsfraktion in Ruhe und bei Belastung. Zeichen der Durchblutungsstörung unter Belastung müssen ausgeschlossen sein.

Bei Bluthochdruck ist angezeigt:

  • nur bei guter Blutdruckeinstellung
  • Vorsicht bei Betablocker + Tauchreflex: Dadurch können Herzrhythmusstörungen entstehen!

Bei Koronarer Herzkrankheit gilt:

  • frühestens 12 Monate nach Herzinfarkt (wenn beschwerdefrei, Belastung-EKG & Echokardiographie unauffällig)
  • kein Tauchen unter Clopidogrel + Aspirin
  • nach Stent erst nach 6 Monaten Pause

Menschen mit einem Schrittmacher sollten berücksichtigen:

  • das Aggregat muss drucktauglich sein
  • nur in geringen Tiefen tauchen
  • ein adäquater Herzfrequenz-Anstieg unter Belastung ist prinzipiell möglich

Vorhofflimmern stellt kein Problem fürs Flaschentauchen dar, wenn:

  • die Herzfrequenzkontrolle und Belastbarkeit gut sind
  • keine strukturelle Herzerkrankung vorliegt

Bei Herzklappenfehlern können Sie mit Geräten tauchen, wenn:

  • Engstellen der Aortenklappe bzw. der Mitralklappe leichtgradig sind (Öffnungsfläche >1,5 cm2)
  • Undichtigkeiten an den Klappen leichtgradig sind, z.B. an der Aortenklappe oder der Mitralklappe (Rückwurffraktion <20%)

Keine Freigabe zum Flaschentauchen bekommen Menschen mit:

Sonderfall – Flaschentauchen und offenes Foramen ovale (PFO)

Ein offenes Formale ovale als Residuum des Fetalkreislaufs liegt bei ca. 25% der Bevölkerung vor. Im eigentlichen Sinne ist ein offenes Foranen ovale somit kein Herzfehler, sondern eine Normvariante. Dieses sog. PFO (engl.: patent formalen ovale) ist eine Kurzschlussverbindung zwischen venösem und arteriellem Kreislauf, d.h. venöses Blut, und somit auch Gas kann aus der rechten Herzvorkammer in den systemarteriellen Kreislauf und damit in das Gehirn gelangen.

Bei einem PFO besteht immer mindestens eine relative Kontraindikation, d.h. von Flaschentauchen wird eher abgeraten, da das Risiko sowohl einer symptomatischen als auch asymptomatischen Gasembolie in das Gehirn erhöht ist. Letzteres kann auch langfristige Folgen für die Gehirnleistung haben.

Eine absolute Kontraindikation besteht immer, wenn ein offenes Foramen ovale vorliegt und in der Vergangenheit bei Tauchgängen Symptome einer Gasembolie bemerkt wurden. Neurologische Symptome einer arteriellen Gasembolie sind z.B. Verwirrtheit, Sprach- und Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Benommenheit bis hin zum Bewusstseinsverlust. Auch Halbseiten- und Querschnittslähmungen können die Folge sein.

Ähnlich sollte das auch gehandhabt werden, wenn bei einer Computertomografie des Gehirns ein diffuses embolisches Muster nachgewiesen wird. Wir sind auch der Überzeugung, dass der sog. spontane Rechts-Links-Shunt, d.h. der Übertritt von Blut aus der rechten in die linke Vorkammer ohne Druckerhöhung ein erhöhtes Risiko darstellt. Dieser spontane Rechts-Links-Shunt kommt bei ca. 12,5% in der Bevölkerung vor und kann direkt in der Echokardiografie (am besten transoesophageale Untersuchung von der Speiseröhre aus) werden. Indirekte Hinweise auf eine Kurzschlussverbindung können auch mittels transkranieller Dopplersonografie der Hirnarterien gewonnen werden.

Tauchtauglichkeit bei Herz- und Kreislauferkrankungen – differenzierte Diagnostik wichtig

Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen sollten sich im Hinblick auf die Tauchtauglichkeit mit Atemgeräten 1 mal im Jahr von einem spezialisierten Arzt untersuchen lassen. Hier erhalten Sie dann das Attest für die Tauchtauglichkeit, was nicht zuletzt aus versicherungstechnischen Gründen wichtig ist.

Wir halten es für ratsam, dass Sie zusätzlich eine Untersuchung bei einem spezialisierten Herz-Kreislaufmediziner durchführen. Beim Kardiologen sind apparative Möglichkeiten und die Erfahrungen auf dem Gebiet der Herz-Kreislaufmedizin häufig umfangreicher. So können wir eine Herzschwäche mit der Bestimmung der Ejektionsfraktion, ein möglicher Lungenhochdruck und Herzklappenfehler besser bewerten.

 

 

Schwer einstellbarer, therapieresistenter bzw. therapierefraktärer Bluthochdruck

Der schwer einstellbare Bluthochdruck ist ein häufig auftretendes und gesundheitlich sehr relevantes Problem. Ist der Blutdruck nicht einstellbar bzw. werden mehrere Medikamente benötigt, dann erhöht sich Ihr individuelles Gesundheitsrisiko für das Auftreten von z.T. lebensbedrohliche Komplikationen. Allerdings wird die Diagnose eines schwer einstellbaren Bluthochdruckes häufig zu früh gestellt, weil diagnostische und therapeutische Maßnahmen nicht richtig ausschöpft werden.

therapieresistenter bluthochdruck

Was ist ein schwer einstellbarer Bluthochdruck?

Das Therapieziel für einen gut eingestellten Bluthochdruck beträgt gemäß den Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften <140 mmHg systolisch und <90 mmHg diastolisch.
Schwer einstellbarer Bluthochdruck, im Englischen “treatment resistent hypertension” genannt, bedeutet, dass der Blutdruck trotz Einsatz von 3 Basismedikamenten (Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer bzw. AT-Blocker, Diuretika) weiterhin oberhalb der gewählten Grenzen liegt.Das heißt, dass das Primärziel nicht erreicht wird.

Der Bluthochdruck gilt ebenfalls als schwer einstellbar, wenn man mehr als 4 Medikamente einsetzt, um einen normalen Blutdruck zu erreichen.

Wichtig bei allen Überlegungen: Diese Definition gilt nur, wenn die Medikamente in ihrer maximal tolerablen Dosis, das heißt ohne Nebenwirkungen, ausgeschöpft sind.

Was ist eine Pseudoresistenz bei Bluthochdruck?

Bei der Diagnose des schwer einstellbaren  Bluthochdrucks werden häufig Fehler gemacht, nicht selten besteht eine Pseudoresistenz.

Pseudoresistenz bedeutet, dass zwar erhöhte Blutdruckwerte vorliegen und die Definition eines schwer einstellbaren Blutdrucks erfüllt scheint, nicht aber alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Eine Pseudoresistenz muss man folglich vor der endgültigen Diagnose eines schwer einstellbaren Bluthochdrucks ausschließen.

Eine richtige Messtechnik des Blutdrucks ist wichtig. Zum Beispiel muss die Manschettengröße genau passen. In 35-40% werden hier die entscheidenden Fehler gemacht. Der sogenannte Weißkitteleffekt ist eine weitere Ursache für ein falsche Diagnose. Das heißt: In 35-40% der Fälle steigt der Blutdruck in einer Arztpraxis übermäßig hoch. Hier müssen wir gegebenenfalls eine Langzeit-Blutdruckmessung durchführen bzw. auf häusliche Messungen zurückgreifen.

Der häufigste Fehler bei der Diagnose einer schwer einstellbaren arteriellen Hypertonie ist mit 60-70% eine zu niedrige Dosierung der Basismedikamente. Die therapeutischen Möglichkeiten müssen systematisch ausschöpfen werden. Des Weiteren muss sichergestellt werden, dass die Medikamente auch tatsächlich eingenommen werden. Bei 35-40% der Betroffenen ist das nicht der Fall.

Pseudoresistenz bei Bluthochdruck durch Medikamente und Drogen

Medikamente können den Bluthochdruck verstärken. Hierzu zählen z.B.:

  • sog. nichtsteroidale Antiphlogistika, zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac
  • Kortison
  • orale Kontrazeptiva
  • Drogen, z.B. Amphetamine, Kokain
  • Alkohol, häufig unterschätzt
  • Antidepressiva, z.B. trizyklische Antidepressiva sowie Noradrenalin- und Serotonin- Wiederaufnahmehemmer

Pseudoresistenz bei Bluthochdruck durch Erkrankungen

Schlafmangel und schlechte Schlafqualität werden gemeinhin als Ursachen für einen schwer einstellbaren Bluthochdruck unterschätzt. Des Weiteren kann ein sog. Schlafapnoe-Syndrom mit Abfall der Sauerstoffsättigung in der Nacht dazu beitragen, dass Adrenalin erheblich ansteigt und damit auch der Blutdruck.

Ein besonderes Problem ist die chronische Niereninsuffizienz. Weil dabei eines der wichtigsten Regulationsorgane für den Blutdruck geschädigt ist, gestaltet sich die Einstellung von vornherein schwieriger. Der Anteil von Menschen mit therapieresistentem Bluthochdruck ist in dieser Gruppe deutlich höher.

Ein weiteres Problem, das man besonders bei Menschen mit bekannten Verkalkungen, z.B. an den hirnversorgenden Arterien oder den Herzkranzarterien, beachten muss, sind verengte Nierenarterien, eine sog. Nierenarterienstenose. Die Mangelversorgung der Niere führt zur Freisetzung von Renin, was dann im gesamten Kreislauf auch den Blutdruck erhöht.

Nebennierenerkrankungen wie z.B. das Phäochromozytom mit krankhafter Adrenalinfreisetzung bzw. das Cushingsyndrom, bei dem übermäßig Kortison freigesetzt wird, müssen ebenfalls ausgeschlossen werden, bevor man die Diagnose eines therapieresistenten Bluthochdrucks stellt.

Schwer einstellbarer Bluthochdruck – häufig schlechte Prognose

In großen wissenschaftlichen Studien konnte man bei repräsentativen Mischkollektiven einen schwer einstellbaren Bluthochdruck bei 5-30% der Betroffenen feststellen. Bei strengem Ausschluss einer Pseudoresistenz liegt die Quote unter 10%. Liegt eine chronische Nierenschwäche vor, wird allerdings in bis zu 40% der Fälle von einem schwer einstellbaren Bluthochdruck berichtet.

Mittelfristig ist das Risiko für Komplikationen innerhalb von 5 Jahren um 5-10% erhöht, z.B. für:

Allgemeine Therapiemaßnahmen bei schwer einstellbarem Bluthochdruck – Lebensstil ändern

Sie sollten vor allen Dingen bei einem schwer einstellbaren Bluthochdruck auf eine Schlafdauer von 7-8 Stunden achten. Des Weiteren sollten Sie Salz streng auf 2,4 g/Tag reduzieren. Eine Gewichtsreduktion und körperliches Training sind ebenfalls förderlich, um den Blutdruck zu normalisieren.

Schwer einstellbarer Bluthochdruck – Medikamente ergänzen

Wird bei Ihnen eine Pseudoresistenz ausgeschlossen und tatsächlich ein schwer einstellbarer Bluthochdruck diagnostiziert, dann ergänzt Ihr Arzt die medikamentöse Behandlung stufenweise. An erster Stelle sind hier sogenannte Thiazid-ähnliche Diuretika, wie zum Beispiel Chlorthalidon oder Indapamid, zu nennen. Als besonders wertvoll erweist sich der Einsatz von sog. Aldosteronantagonisten, wie z.B. von Spironolacton bzw. Eplerenon. Gerade mit diesen Substanzen erzielt man häufig den entscheidenden Durchbruch.

An weiteren Medikamenten stehen sogenannte Alpha- beziehungsweise Betablocker zur Verfügung. Wenn nach Einsatz aller vorangegangenen Medikamente eine Einstellung nicht zufriedenstellend ist, dann greifen wir zu Hydralazin bzw. Minoxidil.

Vorgehen bei schwer einstellbarem Bluthochdruck

Bevor wir die Diagnose eines schwer einstellbaren Bluthochdrucks stellen, muss ein pseudoresistenter Bluthochdruck ausgeschlossen werden. Das bedeutet, dass wir alle diagnostischen Maßnahmen nutzen und auch an seltene Ursachen eines Bluthochdrucks denken.

Die therapeutische Medikation muss intensiviert und dann stufenweise eskaliert werden.Bei Nierenschwäche sollte frühzeitig ein Nierenspezialist in die Therapie mit einbezogen werden, um Nieren und Nebennieren zu bewerten.

Die Erfahrung zeigt zum Glück, dass wir bei guter Blutdruckeinstellung die Zahl der Medikamente nach einiger Zeit wieder kontrolliert reduzieren können. Besonders wertvoll hat sich hierfür in der Cardiopraxis die unblutige Kreislaufmessung erwiesen, die es uns erlaubt unterschiedliche Formen des Bluthochdrucks zu unterscheiden.

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Diagnose Bluthochdruck – ein wichtiger Risikofaktor für die Gesundheit 

In Deutschland haben rund rund ein Drittel aller Menschen nach dem 20. Lebensjahr einen Bluthochdruck. Der Diagnose Bluthochdruck kann für Sie ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Entsprechend steigert ein erhöhter Blutdruck das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschwäche. Dementsprechend ist ein Bluthochdruck auch mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden.

Normalwerte für den Blutdruck 

Bei der Blutdruckmessung werden 2 Werte angegeben: der obere Wert ist der systolische Wert, der untere ist der diastolische Wert, z.B. 120/80 mmHg. Die Begriffe „systolisch“ und „diastolisch“ beziehen sich auf die Aktivität der Herzhauptkammern. Entsprechend pumpen die Hauptkammern in der Systole, in der Diastole füllen sie sich. Die Maßeinheit richtet sich an der Verdrängung einer Quecksilbersäule (Hg) in Millimeter aus, daher mmHg.

Entpsrechend den Leitlinien der europäischen Fachgesellschaften verwenden wir Messwerte, die durch einen Arzt oder Assistenzpersonal in der Arztpraxis erhoben werden. Folglich sprechen wir bei systolischen Werten ab 140 mmHg bzw. bei  diastolischen Werten ab 90 mmH von einem Bluthochdruck, einer sog. arteriellen Hypertonie. 

Mitunter haben wir den Verdacht, dass der Blutdruck durch die Anwesenheit in der Praxis durch den sog. Weißkittel-Effekt beeinflusst ist. Entsprechend fließen dann häusliche Messungen bzw. Ergebnisse aus einer 24-Stunden-Blutdruckmessung mit in die Bewertung ein. Interessant für die richtige Wahl der Therapie sind auch dynamische Blutdruckmessungen im Liegen und im Stehen.

 

Bluthochdruck unterschiedliche Schweregrade

Normaler Blutdruck

  • <120 und <80 mmHg                           – Optimal
  • 120-129 und/oder 80-84 mmHg       – Normal
  • 130-139 und/oder 85/89 mmHg       – Hochnormal

Bluthochdruck

  • 140-159 und/oder 90-99 mmHg          – Grad 1
  • 60-179 und/oder 100/109 mmHg       – Grad 2
  • >179 und/oder >109 mmHg                 – Grad 3

Isolierter systolischer Bluthochdruck

  • >139 mmHg und <90 mmHg

Blutdruck – Therapieziele

Das Primärziel ist, dass Ihr Blutdruck systolisch <140 mmHg und diastolisch <90 mmHg liegt. Damit sind eine gute Leistungsfähigkeit und eine gute Prognose gewährleistet. 

Die Sekundärziele werden erst bei guter Toleranz der medikamentösen Therapie angestrebt. Hierfür versuchen wir Werte von systolisch 130 mmHg und bei Menschen <65 Jahren von 120 mmHg zu erreichen. Diastolisch sollte der Blutdruck dann 80 mmHg betragen. 

Die Zielwerte für einen normalen Bluthochdruck liegen gemäß den Empfehlungen der Fachgesellschaften in Europa etwas höher als in den USA. Allergins basieren die Empfehlung in den USA entscheidend auf der SPRINT-Studie, die mittels automatischer Messung stattfanden, ohne dass eine 2. Person im Raum war. Hierdurch entwsprechen diese Werte eher der Messung zu Hause. Für häusliche Blutdruckmessungen werden niedrige Schwellenwerte angesetzt, <135 mmHg systolisch und <85 mmHg diastolisch.

Hinzu kommt, dass bei sehr niedrigen Blutdruckwerten die Häufigkeit an Nebenwirkungen, wie z.B. Benommenheit, Einschränkung der Leistungsfähigkeit und Müdigkeit zunehmen. In der Tat kann dann gerade bei älteren Menschen auch die Sterblichkeit steigen.

Bluthochdruck – medikamentöse Basistherapie 

Die medikamentöse Basistherapie richtet sich an den Erfolgen in zahlreichen großen klinischen Studien aus. In erster Linie setzen wir die Basismedikamente ein um eine möglichst optimale Blutdrucksenkung zu gewährleisten. Außerdem stimmen wir die Behandlung so ab, dass möglichst wenige wenige Nebenwirkungen verursacht werden, am besten gar keine. Folglich versuchen in der Cardiopraxis die Anzahl der Medikamente möglichst gering zu halten.

Als Basistherapeutika setzen wir langwirksame Kalziumantagonisten, z.B.  Lercanidipin oder Amlodipin ein. Hemmer des Renin-Angiotensin-Systems wie ACE-Hemmer, z.B.  Ramipril oder AT-Blocker, z.B. Valsartan und Olmesartan gehören ebenfalls zum Basisprogramm. Weiterhin werden harntreibende Medikamente, sog. Diuretika gegeben. 

Abgesehen davon können wir in der Cardiopraxis mit Hilfe der Kreislaufmessung mit dem Finapres®-System häufig unterschiedliche Formen des Bluthochdrucks voneinander abgrenzen. Hierduch können wir Ihnen ganz gezielte Empfehlungen geben, welche sich meistens auf die Aktivität des individuellen Stoffwechsels beziehen. Infolgedessen können hierdurch die Medikamente möglichst gering gehalten und häufig ganz vermieden werden.

Werden die Therapieziele für den Blutdruck allerdings nicht erreicht –  was zum Glück selten der Fall ist – und der Blutdruck liegt trotz Einsatz von 3 Medikamenten und mehr oberhalb der Grenzwerte, dann sprechen wir von einem schwer einstellbaren Bluthochdruck. Je nachdem müssen wir dann weitere diagnostische und therapeutische Maßnahmen einsetzen.

 

Wiliams B et al European Heart Journal 2018; 39:3021–3104

 

 

 

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Anpassung des Herz-Kreislaufsystems im Sommer

Ihr Herz-Kreislaufsystem passt sich immer den klimatischen Bedingungen an. Das Ziel ist dabei ein stabiler Sollwert für Ihre Körpertemperatur, denn nur bei richtiger Körpertemperatur sind Sie voll körperlich und geistig leistungsfähig.

Im Sommer ist in der Regel eine vermehrte Wärmeabgabe sinnvoll. Ihr Körper fördert das, indem er vor allem die Blutgefäße weit stellt und damit die Durchblutung steigert. Sie merken das an Ihren warmen Händen.

Im Winter steht hingegen die Wärmekonservierung im Vordergrund. Ihr Körper erreicht das, indem er die Blutgefäße eng stellt, also den Blutfluss verringert. Das wiederum können Sie daran merken, dass Ihre Hände häufiger kalt sind.

Gerade im Sommer erleben wir in der Cardiopraxis immer wieder starke Nebenwirkungen von Herz-Kreislaufmedikamenten. Die Menschen kommen zu uns mit innerer Unruhe, Luftnot, Benommenheit oder gar Ohnmachtsanfällen.

Medikamente gegen Bluthochdruck im Sommer – „mein Blutdruck spinnt”

Im Sommer ist er Blutdruck in Verbindung mit Medikamenten meistens das Hauptproblem.

Medikamente zur Herz-Kreislauftherapie können dabei die Ausgleichsmechanismen Ihres Körpers zur Reduktion überschüssiger Körperwärme verstärken. Der Blutdruck fällt dann ab.

Medikamente können die Wärmeabgabe aber auch kritisch verringern. Folglich steigen Hitzestress und Blutdruck Sie erleben so in der Regel einen Wechsel zwischen hohen und niedrigen Blutdruckwerten.

Häufig hören wir in den Sommermonaten in der Cardiopraxis den Satz: „Mein Blutdruck spinnt”. Mit differenzierten Kreislaufmessungen des Blutdrucks UND des Blutflusses können wir hier meistens gezielt helfen, indem wir die Medikation anpassen.

Herz- und Kreislaufmedikamente im Sommer

Blutgefäßweitsteller. Medikamenten dieser Gruppe (Kalzium-Antagonisten, ACE-Hemmer, AT-Blocker, Alphablocker) verursachen eine Weitstellung der Arterien. Der Blutdruck sinkt und die Durchblutung steigt, so dass der Körper Wärme besser an die Umgebung abgeben kann.

Sinkt der Blutdruck allerdings zu stark, versucht Ihr Körper das durch freigesetztes Adrenalin auszugleichen. Folglich steigen Herzfrequenz und Blutdruck häufig überschießend an.

Bremser der Pumpkraft und der Herzfrequenz. Beta-Blocker bremsen die Pumpkraft und reduzieren die Herzfrequenz und damit die Durchblutung. Damit sinkt auch der Blutdruck. Im Sommer ist die Wärmeabgabe durch die verringerte Durchblutung gerade bei höheren Dosen kritisch reduziert. Der Körper wird wärmer und Symptome von Hitzestress werden begünstigt.

Darüber hinaus dämpft ein falsch dosierter Beta-Blocker Warnsignale des Adrenalinsystems für eine körperlichen Überhitzung. So kann Ihre Körpertemperatur unbemerkt ansteigen und dann plötzlich kritische Folgen haben.

Harntreiber. Die sogenannten Diuretika reduzieren das Füllungsvolumen in den Arterien und Venen, was eine Verringerung er Durchblutung zur Folge hat. Der Blutdruck sinkt.

Weil die Durchblutung geringer ist, reduziert sich auch die Wärmeabgabe Mit einem verringerten Flüssigkeitsgehalt Ihrer Körperzellen reduziert sich auch die Wärmeleitfähigkeit Ihrer Körperzellen.. Somit steigt unter Harntreibern die Körpertemperatur an und Ihr Hitzestress steigt.

 

Hoher Blutdruck unter Medikamenten im Sommer

Zwar kann nicht nur bei übergewichtigen Menschen der Blutdruck im Sommer steigen, diese Gruppe ist allerdings besonders gefährdet.

Gerade Menschen mit Übergewicht haben durch das Körperfett eine bessere und häufig auch übermäßige Wärmeisolierung ihres Körpers. Hinzu kommt, dass Körperfett selbst entzündlich und damit wärmebildend ist. Das kann gerade im Sommer zu einem Hitzestau führen, was Hitzestress zur Folge hat Der wiederum ist mit einer gesteigerten Adrenalin-vermittelten Aktivierung verbunden, und das verursacht nicht selten krisenhafte Blutdruckanstiege.

Daher sollten vor allem übergewichtige Menschen unbedingt äußerlichen Hitzestress meiden. Sie sollten die Flüssigkeitszufuhr überprüfen. Eventuell müssen sie harntreibende Medikamente reduzieren bzw. absetzen. Falls es zu Blutdruckspitzen kommt, ist das Modulieren des Adrenalinhaushalts sinnvoll. Bei hoher Herzfrequenz können Betablocker in niedriger Dosierung oder auch Moxonidin zum Einsatz kommen.

Niedriger Blutdruck unter Medikamenten im Sommer

Die häufigste Ursache für einen zu niedrigen Blutdruck im Sommer ist ein zu geringer absoluter oder relativer Flüssigkeitsgehalt. „Absolut” bedeutet hier, dass Sie einfach zu wenig trinken; “relativ”, dass Ihr Gefäßraum, z.B. durch Wärme zu weit gestellt ist. Die Einnahme von Herz-Kreislaufmedikamenten verstärkt das noch.

Die zusätzliche Wärme durch klimatisches Anpassen führt dazu, dass sich die Blutgefäße weiten. Das hat bekanntermaßen zunächst einen Blutdruckabfall zur Folge, denn dem Kreislauf fehlt es einfach an “Hydraulikflüssigkeit”. Dieser vergrößerte Gefäßraum muss nun mit Flüssigkeit gefüllt oder verkleinert werden.

Auch hier gilt: Gegebenenfalls müssen Sie im Sommer die Dosis von Medikamenten anpassen. Gerade Kalzium-Antagonisten und Diuretika können vorübergehend reduziert bzw. abgesetzt werden.

Blutdruckmedikamente im Sommer – gemeinsam anpassen?

Der Flüssigkeitsbedarf des Körpers im Sommer ist höher, insbesondere bei körperlichen Freizeitaktivitäten. Sie sollten, falls nicht anders abgesprochen 30 bis 40 ml pro kg Körpergewicht und Tag trinken. Achten Sie auf kühlende und vorbeugende Maßnahmen, um Hitzestress zu vermeiden!

Wenn Ihr Blutdruck „spinnt”, sollten Sie die Medikation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Bitte achten Sie auch darauf, dass andere Medikamentengruppen Einfluß auf die Körpertemperatur und damit auf Ihren Blutdruck haben.

Gerade unter extremen klimatischen Bedingungen sollten Sie nicht ohne Absprache die Medikation verändern. Sonst kann es zu kritischen Blutdruckkrisen kommen.

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Ibuprofen und Bluthochdruck – der Blutdruck schwankt stark

32,4 % der Menschen in Deutschland über 20 Jahren haben Bluthochdruck. Diese Herz-Kreislauferkrankung ist ein hoch-relevanter gesundheitlicher Risikofaktor, z.B. für das Auftreten eines Herzinfarktes.

In der Cardiopraxis erfassen wir durch die Kreislaufmessung mit dem FinapresⓇ-System nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Blutfluss und gleichzeitig messen wir auch Ihre Körpertemperatur. Das zeigt uns nicht nur besser, wie Ihr Blutdruck reguliert wird, sondern auch wie Ihr Temperaturregelkreis – und damit Ihr Stoffwechsel – gesteuert wird. So können wir die Ursachen des erhöhten Blutdrucks sehr häufig besser erkennen und erfolgreich behandeln.

Zu uns in die Cardiopraxis kommen sehr häufig Menschen, die angeben, dass ihr Blutdruck „spinnt”, weil er besonders stark schwankt: mal ist er niedrig, mal sehr hoch. Auf genauere Befragung geben zahlreiche Betroffene an, dass sie in letzter Zeit das Schmerzmittel Ibuprofen in Tagesdosen von 400 bis 2.400 mg einnehmen.

Mit Ibuprofen, dem „Marktführer“ unter den Schmerzmitteln, haben wir in der Cardiopraxis umfangreiche messtechnische Erfahrungen. Denn bei der Kreislaufmessung bestimmen wir nicht nur Blutdruck, sondern auch Blutfluss und Körpertemperatur. Allein vom rezeptfreien Ibuprofen bis 400 mg wurden im Jahr 2017 in Deutschland 51 Millionen Packungen verkauft, der Umsatz betrug 320 Millionen Euro.

Ibuprofen – der Blutdruck steigt

In einer sogenannten Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie konnte man bei 444 Menschen mit einem durchschnittlichen Alter von 62 Jahren zeigen, dass mittlere Dosen an Ibuprofen (600-800 mg) und Naproxen (375-500 mg) den Blutdruck steigern

. Das galt vor allen Dingen für den systolischen Blutdruck mit durchschnittlich 3,4 mmHg (Ibuprofen) und 1,9 mmHg (Naproxen). Dies mag gering erscheinen, allerdings war der Pulsdruck, d.h. die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Druck, ebenfalls erhöht. Das weist indirekt darauf hin, dass der Blutfluss relevant ansteigt – und damit auf eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung.

Das besondere an der Untersuchung war, dass alle Studienteilnehmer ursprünglich einen normalen Blutdruck hatten. Nach einem Behandlungsintervall von 4 Monaten erfüllten in der Ibuprofen-Gruppe 23,2% und in der Naproxen-Gruppe 19% die Kriterien eines Bluthochdrucks. Nun fragten wir uns, welche Mechanismen hinter dem gestiegenen Blutdruck stecken.

 

Ibuprofen – nicht nur Schmerzmittel, sondern auch „Fiebersenker”

Ibuprofen ist nicht nur ein sehr gutes Schmerzmittel, sondern auch ein sehr guter Fiebersenker. Sie kennen das sehr gut, wenn Sie oder Ihre Kinder mal einen hochfieberhaften Infekt haben. Innerhalb von ca. 30 Minuten nach Einnahme schlägt das Herz schneller und kräftiger, Sie beginnen zu schwitzen und die Körpertemperatur fällt, z.B. von 40,0 auf 38,5 Grad Celsius.

Ibuprofen – Regelkreise für Körpertemperatur und Blutdruck

Nun, Ibuprofen greift auch bei normaler Körpertemperatur in die Regulation Ihres Temperaturhaushaltes ein. Genauso wie beim fieberhaften Infekt senkt Ibuprofen den Sollwert für die Körpertemperatur, z.B. von 36,5 auf 36,0 Grad Celsius. Folglich will der Körper nun mehr Wärme abgeben. Am besten macht er das, indem er die Haut stärker durchblutet. Die Blutgefäße werden weitgestellt und so wird vermehrt Blut aus dem warmen Körperkern über die Körperoberfläche zirkuliert, so dass mehr Wärme an die Umgebung abgestrahlt wird.

Sind die Blutgefäße thermoregulatorisch weitgestellt, dann greift das auch in Ihre Blutdruckregulation ein – der Blutdruck sinkt zunächst. Der Blutdruckregelkreis hat ebenfalls einen Sollwert. Sein Ziel ist es zu jedem Zeitpunkt Ihr Gehirn richtig zu durchbluten. Fällt der Blutdruck durch die Weitstellung der Arterien ab, dann muss der der Regelkreis der Blutdruckregulation reagieren – sonst verlieren Sie das Bewusstsein.

Folglich versucht das vegetative Nervensystem über Ausgleichssysteme den Blutdruck adäquat hoch zu halten. Bei weit gestellten Blutgefäßen funktioniert das vor allen Dingen, indem die Herzfrequenz und Pumpkraft des Herzens steigen. Diese Reaktion wird über Adrenalin vermittelt.

Adrenalin im Übermaß kann wiederum schädliche Auswirkungen auf  Ihr Herz-Kreislaufsystem haben. Der beschriebene Mechanismus erklärt auch, warum unter Ibuprofen vermehrt Herzinfarkte und der plötzliche Herztod auftreten: zu viel Adrenalin begünstigt, dass Arterien verkrampfen, sich Blutgerinnsel bilden und Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden.

Ibuprofen – Nebenwirkung „der Blutdruck spinnt”

Ihr Kreislauf ist durch den niedrigen Gefäßwiderstand, der ja die Ursache für den hohen Blutfluss ist, extrem „kippelig” und störanfällig. Als Folge des Wechselspiels „Bedürfnis nach erhöhter Temperaturabgabe“ und „Blutdruck aufrechterhalten“ gerät der Blutdruck aus dem Gleichgewicht. Ihr Blutdruck schwankt stärker, mal ist er niedrig, mal ist er zum Teil sehr hoch: Der „Blutdruck” spinnt.

Das erklärt auch eine Reihe von Nebenwirkungen von Ibuprofen:

Ibuprofen – Vorsicht bei Herz-Kreislauferkrankungen

Gerade, wenn Sie Herzrhythmusstörungen, eine Koronare Herzkrankheit oder einen Bluthochdruck haben, dann sollten Sie im Umgang mit Ibuprofen vorsichtig sein.

Wir empfehlen in diesen Fällen als Tagesdosis max. 1.200 mg Ibuprofen über einen möglichst kurzen Zeitraum. Eine Alternative ist Paracetamol.

Sollten sich Ihr Befinden verändern – und hier reicht schon eine zunehmende innere Unruhe – dann besprechen Sie Ihre Schmerzmedikation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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Ruschitzka F et al. Eur Heart J 2017;38:3282-3292

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Bluthochdruck – unterschiedliche Ursachen

Die Lehrmeinung sagt, dass 95% aller Bluthochdruckerkrankungen “primär” sind. Anders gesagt, die Ursache Ihres Bluthochdrucks ist nicht bekannt.

Lediglich bei 5% der Fälle wird eine „sekundäre“ arterielle Hypertonie diagnostiziert und es liegt eine einzelne, erfassbare Ursache vor. Ein Beispiel hierfür ist eine enge Nierenarterie, welche über eine Durchblutungsstörung der Niere eine hormonell verursachte Steigerung des Blutdrucks nach sich zieht. Wird die Engstelle der Nierenarterie beseitig, z.B. durch einen Stent, normalisiert sich der Blutdruck wieder.

Bei der primären Hypertonie, bei der also die Ursachen nicht bekannt sind, ist folglich die Therapie alleine auf die Behandlung des Symptoms “erhöhter Blutdruck” ausgerichtet, ohne dass die Ursache zu korrigiert werden. Kurzum, Ihr Arzt und Sie probieren so lange herum bis die richtige Kombination von Medikamenten gefunden wird. Dieses Vorgehen ist meistens mit unbefriedigenden Blutdruckresultaten und Nebenwirkungen bis hin zu deutlichen Einschränkungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit verbunden.

Bluthochdruck – Blutdruck messen alleine reicht nicht aus

In der Cardiopraxis erfassen wir durch die Kreislaufmessung mit dem FinapresⓇ-System nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Blutfluss und können so nach dem Ohmschen Gesetz den Gefäßwiderstand errechnen. Das erlaubt uns nicht nur einen besseren Einblick in Ihre Blutdruckregulation, sondern auch in die Steuerung der Körpertemperatur und damit auch Ihres Stoffwechsels. So können wir die Ursachen des erhöhten Blutdrucks sehr häufig besser erkennen und erfolgreich behandeln.

Grundsätzlich unterscheiden wir alleine aufgrund der Blutflussmessung 2 Arten von Bluthochdruck:

hoher Blutdruck

  • + niedriger Blutfluss = hypOdynamer („weißer“) Bluthochdruck
  • + hoher Blutfluss = hypERdynamer („roter“) Bluthochdruck

Es gibt auch die Kombination aus normalem Fluss und hohem Blutdruck, besonders wenn schon Medikamente eingenommen werden. Allerdings hilft uns die grundsätzliche Unterscheidung in „weiß“ und „rot“ ein sehr großes Stück weiter, weil wir so über den Mechanismus auf die Ursachen Ihres Bluthochdrucks rückschliessen können.

Bluthochdruck – hypOdynamer Blutfluss meist durch reduzierten Stoffwechsel

Beim „weißen“ Bluthochdruck ist der Blutfluss erniedrigt, er beträgt 90% und weniger von 2,2 Liter pro Minute pro Quadratmeter Körperoberfläche. Dieses ist mit einer dynamische Engstellung der kleinen Widerstandsarterien der Mikrozirkulation der verbunden. Folglich wird auch die Haut schlechter durchblutet und der betroffene Mensch ist eher blass. Leistungsschwäche, Luftnot und Müdigkeit sind häufige Symptome.

Die Hauptursache handelt es sich um eine Störung des Energiehaushaltes. Ihr Stoffwechsel ist herabgesetzt und der Körper versucht die Wärmeabgabe über eine verringerte Hautdurchblutung zu drosseln. Wir nennen das auch einen „Wärmekonservierung-Kreislauf“. Dieses Kreislaufverhalten dient dem Zweck den Sollwert Ihrer Körpertemperatur stabil zu halten, damit die biochemischen Prozesse in Ihrem Körper richtig funktionieren können.

Das erklärt auch, warum es Menschen mit einem hypodynamen Bluthochdruck eher leicht zu kalt ist und sie sich in einer warmen Umgebung, z.B. im Sommer wohler fühlen. Diese Menschen haben häufig auch eher ein niedriges bzw. normales Körpergewicht.

Die Stoffwechselstörung entsteht meistens durch einen Mangel an Flüssigkeit (zu geringer Trinkmenge!) oder das Fehlen von Mikronährstoffen. Auch zu wenig Bewegung bzw. eine zu geringe Muskulatur reduziert die Wärmeproduktion. In Einzelfällen können Medikamente zu Nebenwirkungen führen, z.B. Beta-Blocker. Auch isolierte Organfunktionsstörungen, z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion kommen vor.

Andere Ursachen sind eine Störung Gefäßbeweglichkeit, so dass diese sich nicht mehr richtig weit stellen können.

Bluthochdruck – hypERdynamer Blutfluss meist durch innere Hitze

Bei „roten“ Bluthochdruck ist der Blutfluss erhöht. Er beträgt mehr als 135% und mehr von 2,2 Liter pro Minute pro Quadratmeter Körperoberfläche. Die Widerstandsgefäße der Mikrozirkulation sind weit gestellt und die Haut wird verstärkt durchblutet, so dass mehr Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann. Folglich hat der betroffene Mensch hat als Zeichen der gesteigerten Durchblutung eher eine rote Haut. Er ist unruhig, berichtet uns auch über Luftnot und Leistungsschwäche. Das liegt vor allen Dingen am thermischen Hitzestress, der mit einer vermehrten Adrenalin-Produktion verbunden ist.

Folglich ist Menschen mit einem hyperdynamen Bluthochdruck eher zu warm und sie meiden eine warme Umgebung. Selbst im Winter reicht ihnen häufig nur eine leichte Kleidung. Folglich sind bei diesen Menschen im Sommer vorbeugende Massnahmen gegen Hitzestress geradezu therapeutisch wichtig.

Meistens haben betroffene Menschen ein zu hohes Körpergewicht. Die Hauptursache für den Bluthochdruck ist hier meistens eine zu starke Wärmekonservierung durch Körperfett, was ja eine Isolationsschicht darstellt. Darüber hinaus produziert Fett als Entzündungsfaktor selber Wärme. Häufig spielt auch eine übermäßige Einnahme von Mikronährstoffen, z.B. Magnesium und Vitamin D, B6 und B12 eine kritische Rolle. In seltenen Fällen diagnostizieren wir auch eine Schilddrüsenüberfunktion. Viel häufiger allerdings führt die Überdosierung von Schilddrüsenhormonen zu Kreislaufstörungen. Auch andere Medikamente können die Körpertemperatur steigern, z.B. der Gerinnungshemmer Xarelto.

„Weißer“ und „roter“ Bluthochdruck – wie behandelt?

Sie können sich jetzt sicherlich vorstellen, dass ein hypodynamer und ein hyperdynamer Bluthochdruck unterschiedlich behandelt werden. Wir in der Cardiopraxis verfolgen hier neben der symptomatischen Behandlung mit Medikamenten, die wir soweit als möglich vermeiden, einen differenzierten Ansatz, der die Stoffwechselprozesse mitberücksichtigt.

Im Fall eines hypodynamen Bluthochdrucks streben wir eine Aktivierung des Stoffwechsels mit Steigerung der Trinkmenge (30-40 ml pro kg Körpergewicht pro Tag) und dosierter Verordnung von Mikronährstoffen (Kalium, Magnesium, Vitamin D, evtl. B-Vitamine und Kalzium) an. Auf der anderen Seite raten wir Menschen mit einem hyperdynamen Bluthochdruck in der Regel zur Gewichtsreduktion, z.B. durch Intervallfasten.

 

 

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Körpertemperatur – wichtig für Blutdruck, Blutfluss und Befinden

Für uns in der Cardiopraxis ist Ihre Körpertemperatur ein besonders wichtiger Messwert. In Verbindung mit den Ergebnissen zu Ihrem Blutdruck und Blutfluss gibt uns die Körpertemperatur nicht nur genaue Hinweise auf den Zustand Ihres Kreislaufs, sondern auch auf Ihr subjektives Befinden.

Mit den gesammelten Ergebnissen können wir in der Cardiopraxis Störungen des Herz-Kreislaufsystems wie z.B. Bluthochdruck, Benommenheit und Herzschwäche gezielter behandeln. Auch bei der Gewichtsreduktion, etwa durch Intervallfasten, können wir Ihnen mit den Ergebnissen der Körpertemperatur wertvolle Hinweise geben.

Folglich messen wir bei jeder Kreislaufmessung die Körpertemperatur mit. Wir nutzen dabei die zuverlässige Infrarotmessung im Ohr. Sie können Ihre Körpertemperatur aber auch zuverlässig und schnell zu Hause selber bestimmen.

Körpertemperatur – wo und wann messen?

Wenn Sie die Körpertemperatur bestimmen, dann ist es am besten, wenn Sie ein Maß für die sogenannte Körperkerntemperatur ganz im Inneren des Körpers haben. Der Körperkern ist der Ort, wo die Organe, wie z.B. die Leber, liegen. Die Körperkerntemperatur gibt Ihnen die besten und zuverlässigsten Hinweise auf veränderte Stoffwechselprozesse bzw. entzündliche Krankheitsvorgänge.

Da die Messung ganz im Inneren des Körpers technisch schwierig ist, verlassen wir uns auf die Temperaturmessungen im Enddarm oder im Ohr. Die Temperatur hier entspricht der Körperkerntemperatur ziemlich genau.

Die Körpertemperatur schwankt im Tagesverlauf, die Regulation folgt einer genetisch festgelegten Inneren Uhr. Folglich ist es wichtig, dass Sie immer zum selben Tageszeitpunkt messen, z.B. unmittelbar nach dem Nachtschlaf. Diese Messung nennen wir die Basaltemperatur. Sie können auch abends in Ruhe um 19:00 Uhr herum messen.

Die Werte sollten Sie in einer Health App dokumentieren und die Kurve im Zeitverlauf beobachten.

Körpertemperatur im Ohr – so messen Sie richtig

Die Körpertemperatur über das Trommelfell im Ohr mittels Infrarottechnik zu bestimmen ist zuverlässig und schnell. Sie sollten allerdings auf einige Dinge achten, um verwertbare Messergebnisse zu bekommen.

Vor der Messung selbst sollten Sie ein sauberes Ohr haben. Auf die Reinigung mit Wattestäbchen sollten Sie auf jeden Fall verzichten, hier muss gegebenenfalls der Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder die Hals-Nasen-Ohren-Ärztin helfen.

Der Gehörgang verläuft vom Eingang aus gesehen nach unten und vorne; das Trommelfell liegt am Ende des Gehörgangs verwinkelt am Übergang zum Mittelohr. Um den Gehörgang nun so zu begradigen, dass der Infrarotmessstrahl direkt auf das Trommelfell gerichtet ist, neigen Sie den Kopf etwas zur Gegenseite und ziehen Sie das Ohr nach hinten und oben. Das gilt, wenn Sie bei sich selbst, aber auch wenn Sie bei einer anderen Person messen.

Gerade bei der Selbstmessung können gelegentlich Fehler unterlaufen, wenn der Messstrahl im Gehörgang verkantet. Folglich sollten Sie zu einem Messzeitpunkt jeweils 3 Einzelmessungen hintereinander vornehmen. Der höchste Wert zählt, da falsch-niedrige Werte nicht vorkommen.

Mit der Zeit bekommen Sie so einen messtechnisch-objektiven Überblick zu Ihrer individuellen Körpertemperatur zu einem bestimmten Tageszeitpunkt, am besten zur Basaltemperatur. Bilden Sie einfach den Mittelwert der Einzelmessungen von ca. 21 aufeinanderfolgenden Tagen. Sie werden feststellen, dass die meisten Werte um den Mittelwert herum in einem Bereich von ca. plus/minus 0,3 Grad Celsius liegen.

Körpertemperatur – wann steckt eine Krankheit dahinter?

Wenn Werte um mehr als 0,5 Grad Celsius vom Mittelwert abweichen, ist es ratsam Sie die Ursache hinterfragen.
Kündigt sich möglicherweise bei Ihnen eine Infektionserkrankung an? Hinweise geben hier nicht nur der Anstieg der Temperatur, sondern auch starke Schwankungen von Tag zu Tag. Bemerken Sie weitere Symptome wie eine verstopfte Nase, Kopfschmerzen, Husten, Bauchschmerzen, Durchfall oder jedwede Schmerzen in irgendeiner Körperregion?

Von Fieber sprechen wir, wenn die Körpertemperatur deutlich erhöht ist:

  • Fieber ab 38 Grad Celsius
  • hohes Fieber 39 bis 41 Grad Celsius
  • sehr hohes Fieber ab 41 Grad Celsius

In seltenen Fällen kann eine Temperaturerhöhung ein Zeichen einer chronischen Erkrankung, zum Beispiel einer Krebs- oder einer Autoimmunerkrankung, sein. Nehmen Sie ggf. Medikamente ein, die die Temperatur verändern können? Dazu zählen etwa Schilddrüsenhormone, Testosteron, Östrogen oder auch Cortison.

Körpertemperatur – was kann noch hinter Veränderungen stecken?

Falls Ihre Temperatur im Vergleich zu vorherigen Werten höher ist, dann sollten Sie auch fragen, ob Sie in letzter Zeit an Körpergewicht zugenommen haben, z.B. durch Intervallfasten. In der Regel steigen die Körpertemperatur und die Wärmeempfindlichkeit, wenn Sie an Gewicht zunehmen. Nehmen Sie ab, dann sinkt die Körpertemperatur und die Kälteempfindlichkeit nimmt zu.

Manchmal kommt es vor, dass stoffwechselaktivierende Nahrung die Temperatur erhöht, z.B. Alkohol oder auch scharfe Gewürze, wie z.B. Chili oder Ingwer. Haben Sie in der letzten Nacht eventuell wenig geschlafen? Auch das kann die Körpertemperatur steigen lassen.

Selbstverständlich haben auch normale Körperprozesse Temperaturschwankungen zur Folge. Bei Frauen steigt die Körpertemperatur am Tag des Eisprungs um ca. 0,5 Grad Celsius an.

Falls Sie direkt aus einer intensiven Traumphase, der REM-Schlafphase, erwachen, können Sie ebenfalls eine erhöhte Temperatur haben: Im REM-Schlaf sind die neurovegetativen Prozesse dereguliert und die Temperatur erhöht.

Falls Sie zu einem späteren Zeitpunkt als üblich aufstehen, dann kann das auch mit einer erhöhten Temperatur verbunden sein. Die Temperatur ist ja Teil der inneren Uhr und verläuft damit regelhaft eher gekoppelt an die Tageszeit als an das Schlaf-Wach-Verhalten.

Kritisch erhöhte Körpertemperatur – im Zweifel ärztliche Hilfe

Bei unklaren Temperaturveränderungen konsultieren Sie im Zweifel einen Arzt oder eine Ärztin, um weitere Diagnostik durchzuführen. Das gilt vor allen Dingen für ältere Menschen, da bei ihnen Erkrankungen häufig nur mit einem leichten Temperaturanstieg verbunden sind.

Sehr hohes Fieber ab 41 Grad Celsius ist ein drohender Notfall. Eine sehr schwere Infektionserkrankung ist wahrscheinlich die Ursache, es droht der Kreislaufkollaps. Falls sich die Temperatur mit fiebersenkenden Maßnahmen innerhalb von 45 Minuten senken lassen, dann sollten Sie unmittelbar ärztliche Hilfe anfordern, z.B. über den ärztlichen Notdienst 116 117.

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Energy Drinks – Aufgepasst!

Energy Drinks sind ein beliebtes Genussmittel, gerade bei jüngeren Menschen. Auf jeden Fall enthalten diese Getränke ein Gemisch aus stimulierenden Substanzen: zum Beispiel Koffein, Taurin, die Vitamine B2, B6, B8, B12, L-Carnitin, Guaraná, Ginseng, Kolanuss, Gingko biloba, Yohimbin und viele, viele mehr.

Die Konzentrationen der stimulierenden Einzelsubstanzen in Energy Drinks liegen dabei zum Teil deutlich oberhalb der empfohlenen Tagesmengen. Folglich sind Energy Drinks Aufputschmittel mit Adrenalin-vermittelter Aktivierung, die Herz und Kreislauf unkontrolliert beeinflussen. Als sogenannte psycho-aktive Substanzen wirken diese Stimulanzien direkt auf das Nervensystem ein. Außerdem können sie indirekt den Stoffwechsel anheizen, als sogenannte metabolisch aktivierende Substanzen.

Beispiel: Koffein in Energy Drinks

Der Koffeingehalt in Energy Drinks ist im Gegensatz zu den anderen Substanzen gut definiert. Als Referenzpunkt kann hier eine Tasse Kaffee dienen.

  • 1 Tasse Kaffee zu 125 ml = 40 mg pro 100 ml = 50 mg Koffein
  • Red Bull 1 Dose zu 473 ml = 30 mg pro 100 ml =142 mg Koffein
  • Effect 1 Dose zu 500 ml = 32 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein
  • Monster 1 Dose 500 ml = 30 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein
  • Rockstar 1 Dose 500 ml = 32 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein

Kurzum, 1 große Dose eines Energy Drinks enthält allein schon das Koffein von ca. 3 Tassen Kaffee. Hinzu kommen dann selbstverständlich noch die zahlreichen weiteren psycho- und metabolisch aktivierende Substanzen.

Energy Drinks: häufig akute Symptome

Sie können sich jetzt schon vorstellen, dass Energy Drinks erhebliche Nebenwirkungen haben können. Diese sind meistens Folge einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung:

Energy Drinks können krank machen

Zahlreiche Fallberichte in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Register von Vergiftungszentralen zeigen: Energy Drinks haben teilweise erhebliche gesundheitliche Nebenwirkungen. Dabei wird die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Fälle um ein Mehrfaches höher sein.
Eine besonders wichtige Nebenwirkung sind Krampfanfälle des Gehirns. Krämpfe der Herzkranzarterien und Herzinfarkte werden häufig berichtet. Energy Drinks können auch ein Auslösefaktor für Vorhofflimmern sein. Ebenso Herzhauptkammerflimmern mit der Folge des plötzlichen Herztodes ist ein gefürchtetes Ereignis.

Einrisse der Hauptschlagader mit schwerem Blutungsschock enden ebenfalls meistens mit dem Tod.

Energy Drinks können Bluthochdruck verursachen

Forscher konnten in einer wissenschaftlichen Untersuchung zeigen: Hochvolumige Energy Drinks (900 ml) mit einem Gehalt von 300 bis 350 mg Koffein in Verbindung mit zahlreichen anderen Substanzen können innerhalb von 2 Stunden einen deutlichen Anstieg des Blutdrucks verursachen. Der Blutdruck ist dabei systolisch um ca. 15 mmHg und diastolisch um 10 mmHg angestiegen. In Expertenkreisen bedeutet das: Am ehesten handelt es sich hier um einen erheblichen Anstieg des Schlagvolumens – also die Folge einer starke Adrenalin-vermittelte Aktivierung.

Energy Drinks: Risiko für plötzlichen Herztod kann steigen

Energydrinks mit einem Gehalt von 300 bis 350 mg Koffein und den weiteren Substanzen verlängern auch die sogenannte korrigierte QT-Zeit im EKG um mehr als 15 Millisekunden. Ab 10 Millisekunden ist das Risiko für Herzkammer-Rhythmusstörungen, Kammerflimmern und Torsade-de-pointes-Tachykardien grundsätzlich erhöht.

Ein Beispiel dafür, warum das hochrelevant ist: Hersteller müssen bei Medikamenten, die eine Zunahme von mehr als 6 Millisekunden im Vergleich zum Ausgangsbefund verursachen, die Fachinformationen mit Warnhinweisen versehen. In Einzelfällen droht dem Hersteller sogar der Entzug der Zulassung.

Zusammengefasst bedeutet das: Eine um mehr als 10 Millisekunden längere korrigierte QT-Zeit – und damit auch die Einnahme von Energy Drinks – ist mit einem höheren Risiko für den Plötzlichen Herztod verbunden.

Energy Drinks: Risiko für Herzinfarkt kann steigen

Energy Drinks können dafür sorgen, dass sich Arterien um 50 Prozent weniger erweitern. Dieses wird als Störung der Gefäßmotilität gedeutet. Folglich verändert sich der Blutfluss, wahrscheinlich sind auch die beschriebenen Krämpfe der Herzkranzarterien so verursacht. Ebenfalls nachgewiesen haben Experten, dass Energy Drinks zu mehr verklumpten Blutplättchen führen – damit einher geht eine stärkere Gerinnselbildung. All diese Störungen sind wesentliche Faktoren, wenn ein Herzinfarkt entsteht.

Energy Drinks: Herzschwäche kann Folge sein

Ein eingeschränktes Füllungs- und Pumpverhalten des Herzens kann ebenso eine Folge von Energy Drink-Konsum sein. Das ist ein Zeichen dafür, dass entweder das Herz energetisch erschöpft oder dass der Stoffwechsel gestört ist.

Risikogruppen für Nebenwirkungen von Energy Drinks

Sie können jetzt sicherlich nachvollziehen, dass einige Menschen Energy Drinks meiden sollten. Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie Energy Drinks auf das Herz-Kreislaufsystem wirken, können wir verschiedene Risikogruppen ableiten.

Energy Drinks vermeiden: Menschen über 35 Jahre

Bei Menschen ab dem 35. Lebensjahr besteht ein höheres Risiko für unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Bluthochdruck. Mit steigendem Lebensalter haben in Deutschland zunehmend mehr Menschen einen Bluthochdruck:

  • 35-44 Jahre: 8,8 bis 10,5 Prozent
  • 45-54 Jahre: 25,9 bis 31,8 Prozent
  • 55-65 Jahre: 47,7 bis 51,3 Prozent

Besonders tückisch ist dabei, dass 30 bis 40 Prozent der betroffenen Menschen gar nicht wissen, dass Sie einen Bluthochdruck haben. Dabei ist der Bluthochdruck ein sehr wichtiger Faktor für weitere Herz-Kreislauferkrankungen.

Energy Drinks vermeiden: Menschen mit Gefäß-Risikofaktoren 

Menschen, die ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollten mit Energy Drinks ebenfalls vorsichtig sein. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem:

  • Diabetes mellitus
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Nikotingenuss

Energy Drinks vermeiden: Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Folgende Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen eine Rolle:

Energy Drinks vermeiden: Diese Menschen sind unabhängig vom Alter gefährdet

Menschen, die mehr als 5 Tassen Kaffee pro Tag trinken, sind bereits stimuliert. Folglich sollten Sie daher zusätzliche Psychostimulanzien vermeiden. Insbesondere die Kombination von Alkohol und Energy Drinks ist nicht ratsam.

Psycho-aktive Medikamente, wie zum Beispiel Methylphenidat und Amphetamine zur Therapie des Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndroms, sollten nicht mit Energy Drinks kombiniert eingenommen werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für Drogen. Ebenso bei der Einnahme von Psychopharmaka ist der Genuss von Energy Drinks nicht ratsam.

Falls Sie eine akute oder chronische Entzündungserkrankung haben, sind Sie allein dadurch schon vermehrt durch Adrenalin aktiviert. Schon bei einer einfachen Erkältung kann durch Energy Drinks Ihr Risiko für Herzrhythmusstörungen steigen.

Überdies ist bei Medikamenten, die die QT-Zeit im EKG verlängern, das Risiko ebenfalls erhöht. Falls Sie bestimmte Antibiotika, Psychopharmaka oder auch Antiarrhythmika einnehmen, sollten Sie außerdem auf Energy Drinks verzichten. Schauen Sie daher auf den Beipackzettel, ob das jeweilige Medikament die QT-Zeit verlängern könnte.

 

Energy Drinks: das empfehlen wir in der Cardiopraxis

Wir in der Cardiopraxis empfehlen: Alle Menschen, die Risikofaktoren für Nebenwirkungen von Energy Drinks haben, sollten diese vermeiden. Vor allem Personen ab dem 35. Lebensjahr sollten grundsätzlich vorsichtig sein, da unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen können.

Bitte bedenken Sie: Energy Drinks sind ein schlecht definiertes Gemisch aus psychisch-metabolisch aktivierenden Substanzen, deren Wirkung auf den Körper individuell kaum kontrollierbar ist.

Energy Drinks stimulieren explosiv wie ein Raketenstart, das Risiko des Absturzes ist erhöht…..eben keine Flügel.

 

 

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https://www.aerzteblatt.de/archiv/184187/Bluthochdruck-in-Deutschland

https://www.aerzteblatt.de › archiv › Med…Medikamentenbedingte QT-Verlängerung und Torsade de …

Higgins JP et al. Circulation 2018;138, Suppl. 1: Abstract 10655

Shah SA et al. JAHA 2019;8: https://doi.org/10.1161/JAHA.118.011318

Higgins JP et al. Beverages 2015;1:104-126

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Risiko für Vorhofflimmern – Schlaganfall aktiv verhindern

Vorhofflimmern ist die Ursache für 20 bis 25% aller Schlaganfälle. Fast jeden 10. Menschen kann es im Laufe des Lebens treffen. Herkömmlichen Methoden zur Erfassung von Vorhofflimmern, wie Ruhe-EKG und Langzeit-EKG können anfallsartiges Vorhofflimmern häufig nicht erfassen. Weiterhin erschwert wird die Diagnose dadurch, dass eine große Zahl Menschen von Vorhofflimmern dieses subjektiv gar nicht merken. Nicht selten wird Vorhofflimmern erst erkannt, wenn ein Schlaganfall aufgetreten ist.

Sie sollten Ihr individuelles Risiko kennen

Ihr persönliches Risiko sollten Sie, falls vorhanden mit einem Kardiologen oder einer Kardiologie besprechen. Dabei ist es wichtig über die Symptome von Vorhofflimmern gemeinsam zu sprechen. Die Untersuchungsintervalle sollten für die Zukunft festgelegt werden.

Puls auf Regelmäßigkeit tasten

Einen wertvollen Hinweis kann der Puls geben: Ist er absolut unregelmäßig wie bei einem Morse-Code, deutet das auf Vorhofflimmern hin. Die Pulsabfolge kann dann zum Beispiel so aussehen:

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Risikopatienten sollten daher ihren Puls 2x pro Woche tasten.

Alternative Möglichkeiten: die Arrhythmie-Anzeige bei Blutdruck-Selbstmessung oder die 1-Kanal EKG zur Selbstmessung.

Verdacht auf Vorhofflimmern – schnell handeln

Sollten Sie den Verdacht auf Vorhofflimmern haben, dann gehen Sie am besten noch am selben Tag zu einer Ärztin oder einem Arzt, es kann auch der Hausarzt sein.  Hier sollte dann ein EKG geschrieben werden.

Bei der Diagnose von Rhythmusstörungen ist es im Allgemeinen immer sinnvoll eine EKG-Aufzeichnung der Rhythmusstörung zu haben, den kaum ein Kardiologe wird eine gerinnungshemmende Therapie einleiten, ohne dass das Vorhofflimmern schriftlich dokumentiert ist.

……weiter im Selbsthilfekurs.

 

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Hydrochlorothiazid (HCT) ist ein harntreibendes Medikament – ein sogenanntes Diuretikum. Häufig wird es als Kombinationspräparat bei Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt, etwa bei Herzschwäche, Bluthochdruck und Wassereinlagerungen.

Eine große dänische Registerstudie zeigte, dass HCT unter bestimmten Voraussetzungen das Risiko für nicht-schwarzen Hautkrebs erhöhen kann. Dazu zählen das Basaliom, das in Westeuropa zwischen 30-150 von 100.000 Menschen haben, sowie das Spinaliom, das in dieser Region bei zwischen 1-34 von 100.000 Menschen vorkommt.
Gemäß der Studie steigt das Risiko für diese Krebsarten, je länger und mehr HCT eingenommen wird.

Konkret heißt das:

  • bei einer Einnahme von mehr als 50.000 mg HCT steigt das Risiko für ein Basaliom um 29 %
  • bei einer Einnahme von mehr als 200.000 mg HCT steigt es sogar um 54 %

Auf eine Menge von mehr als 50.000 mg HCT kommt zum Beispiel, wer über etwa 11 Jahre täglich eine typische HCT-Dosis (12,5 mg) einnimmt.

Zu den Risikofaktoren für nicht-schwarzen Hautkrebs zählen zudem:

  • heller Hauttyp
  • familiäre Belastung
  • hohe Sonneneinstrahlung
  • Immunsuppression

Betroffenen Personen empfehlen wir, HCT nicht eigenmächtig abzusetzen. Über alternative Präparate können Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sprechen. Bei langjähriger Einnahme sind außerdem ein sorgfältiger Sonnenschutz und regelmäßiges Hautkrebsscreening wichtig.

 

? Rote-Hand-Brief „Hydrochlorothiazid“ des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

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