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Flugreisen – ein anderes Höhenklima

Bei Flugreisen wird der Kabinendruck bei jeder Reiseflughöhe auf ca. 2.400 Höhenmeter angepasst. Das bedeutet, dass der Luftdruck in der Flugkabine von 760 mmHg auf Meereshöhe auf 567 mmHg abfällt. Dadurch verringert sich auch der sog. Sauerstoffpartialdruck auf 66-71 mmHg. Der lebenswichtige Sauerstoff wird daher nicht mehr so gut in Ihren Körper aufgenommen. Das können wir daran sehen, dass die Sauerstoffsättigung im Blut von 97 auf 91 % deutlich sinkt. Wir sprechen hier von der hypobaren Hypoxie.

Darüber hinaus ist die Luftfeuchtigkeit der Kabine auf 5 Prozent reduziert, was ebenfalls Ihre Gesundheit beeinträchtigen kann.

Ein weiterer Umstand, der zu Stress führen kann: Gase dehnen sich in Ihrem Körper um 28 bis 46 % aus.

Anpassung an das Höhenklima im Flugzeug

Ihr Körper versucht den veränderten Luftdruck und damit auch den geringeren Sauerstoffpartialdruck auszugleichen. Folglich steigert er Ihre Kreislaufleistung. Das können Sie selbst bemerken durch einen Anstieg der Herzfrequenz um 5 bis 10 Schläge/min. Darüber hinaus versucht Ihr Körper die Sauerstoffaufnahme zu erhöhen, indem die Atemfrequenz steigt.

Durchaus bedeutsam ist, dass der niedrige Sauerstoffpartialdruck eine Engstellung der Lungenarterien bewirkt. Dadurch steigt der Druck in der Lungenstrombahn. Folglich kann das rechte Herz im Krankheitsfall kritisch belastet werden.

Fliegen mit Herzerkrankung

Langstreckenflüge sind prinzipiell möglich. Voraussetzung dafür ist, dass Sie eine gute Belastungskapazität haben. Den Fahrradergometer-Test sollten Sie erst oberhalb von 75 Watt abbrechen müssen. Das Steigen einer Treppenetage im Alltag sollte Ihnen mühelos möglich sein und ein Hochdruck der Lunge darf nicht vorliegen. Der Hochdruck der Lunge lässt sich übrigens mittels Herzultraschall häufig beim Kardiologen bestimmen.

Risiko bei Flugreise – Koronare Herzkrankheit nach Herzinfarkt und Herzschwäche 

Niedriges Risiko. Ein niedriges Risiko liegt vor, wenn Sie unter 65 Jahre alt sind, die koronare Herzkrankheit erfolgreich behandelt ist und die Pumpleistung des linken Herzens allenfalls leichtgradig eingeschränkt ist. Letzteres bedeutet, dass die Auswurfleistung, die sogenannte linksventrikuläre Ejektionsfraktion, über 45 % liegt (normal ist 55 bis 70 %). Des Weiteren dürfen keine Komplikationen, wie z.B. Rhythmusstörungen, vorliegen. Nach einem Herzinfarkt können Sie so 3 Tage nach dem Ereignis bereits wieder in ein Flugzeug steigen.

Hohes Risiko. Ein hohes Flugrisiko haben indes Patienten mit Symptomen der Herzschwäche bzw. mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion von unter 40 %. Letzteres bedeutet zumindest eine höhergradig eingeschränkte Pumpfunktion.

Auch Menschen, bei denen ein Stent oder eine Bypassoperation geplant sind, gehören zur Risikogruppe. Ebenso solche, bei denen ein implantierbarer Defibrillator eingesetzt werden soll.

 Flugreise nach Herzkatheter, Stent und Bypassoperation

Nach einer diagnostischen Herzkatheteruntersuchung mit unauffälliger Einstichstelle können Sie nach 24 Stunden eine Flugreise antreten. Nach einem Stent ist das je nach Komplexität des Eingriffes nach 2 bis 3 Tagen möglich. Besprechen Sie dies mit dem Kardiologen, der den Eingriff gemacht hat!

Nach einem unkomplizierten herzchirurgischen Eingriff muss auf Folgendes geachtet werden: Die Luft, die operationstechnisch in der Lunge verblieben ist, muss verschwunden sein. Das ist frühestens nach 14 Tagen der Fall.

Nach einem komplizierten herzchirurgischen Eingriff, z.B. mit einer deutlich eingeschränkten Pumpfunktion und Rhythmusstörungen sowie Blutarmut, sollten Sie frühestens nach 6 Wochen eine Reise antreten.

Fliegen bei Herzklappenerkrankungen

Bei Herzklappenerkrankungen sollte sichergestellt sein, dass keine hochgradigen Engstellen von Mitralklappe oder Aortenklappe (kleiner als 1 cm²) bestehen. Ein Lungenhochdruck sollte ebenfalls nicht vorliegen.

Fliegen bei Herzerkrankungen – vorab informieren 

Fliegen bei Herzerkrankung ist also prinzipiell möglich. Sie sollten das Vorgehen bei der Reiseplanung berücksichtigen und vorab mit Ihrer Kardiologin beziehungsweise Ihrem Kardiologen besprechen.

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Risiko für Vorhofflimmern – Schlaganfall aktiv verhindern

Vorhofflimmern ist die Ursache für 20 bis 25% aller Schlaganfälle. Fast jeden 10. Menschen kann es im Laufe des Lebens treffen. Herkömmlichen Methoden zur Erfassung von Vorhofflimmern, wie Ruhe-EKG und Langzeit-EKG können anfallsartiges Vorhofflimmern häufig nicht erfassen. Weiterhin erschwert wird die Diagnose dadurch, dass eine große Zahl Menschen von Vorhofflimmern dieses subjektiv gar nicht merken. Nicht selten wird Vorhofflimmern erst erkannt, wenn ein Schlaganfall aufgetreten ist.

Sie sollten Ihr individuelles Risiko kennen

Ihr persönliches Risiko sollten Sie, falls vorhanden mit einem Kardiologen oder einer Kardiologie besprechen. Dabei ist es wichtig über die Symptome von Vorhofflimmern gemeinsam zu sprechen. Die Untersuchungsintervalle sollten für die Zukunft festgelegt werden.

Puls auf Regelmäßigkeit tasten

Einen wertvollen Hinweis kann der Puls geben: Ist er absolut unregelmäßig wie bei einem Morse-Code, deutet das auf Vorhofflimmern hin. Die Pulsabfolge kann dann zum Beispiel so aussehen:

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Risikopatienten sollten daher ihren Puls 2x pro Woche tasten.

Alternative Möglichkeiten: die Arrhythmie-Anzeige bei Blutdruck-Selbstmessung oder die 1-Kanal EKG zur Selbstmessung.

Verdacht auf Vorhofflimmern – schnell handeln

Sollten Sie den Verdacht auf Vorhofflimmern haben, dann gehen Sie am besten noch am selben Tag zu einer Ärztin oder einem Arzt, es kann auch der Hausarzt sein.  Hier sollte dann ein EKG geschrieben werden.

Bei der Diagnose von Rhythmusstörungen ist es im Allgemeinen immer sinnvoll eine EKG-Aufzeichnung der Rhythmusstörung zu haben, den kaum ein Kardiologe wird eine gerinnungshemmende Therapie einleiten, ohne dass das Vorhofflimmern schriftlich dokumentiert ist.

……weiter im Selbsthilfekurs.

 

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Unsere komplette Kreislaufmessung mit der Finapres®-Methode hat viele Vorteile. Sie ermöglicht einen Einblick in das Wechselspiel zwischen Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand, welcher sowohl durch den Druck- als auch den Temperaturregelkreis bestimmt wird. So können wir in der Cardiopraxis über die zusätzliche Messung der Temperatur einen Eindruck von der thermoregulatorischen Wirkung des Stoffwechsels des Menschen gewinnen. Das befähigt uns auch bei normalen Werten für Herzfrequenz und Blutdruck Störungen im Kreislauf aufdecken und gezielt therapieren.

Die komplette Kreislaufmessung ermöglicht:

• eine präzise Diagnose
• individuell-maßgeschneiderte Therapie
• einen möglichst geringen Einsatz von Medikamenten (am besten gar keine)
• die Vermeidung von medikamentösen Nebenwirkungen

Konkret angewendet werden kann sie in ganz verschiedenen Situationen. Zum Beispiel, um den Kreislauf zu messen bei Menschen mit diesen Erkrankungen:

• Arterielle Hypertonie (hypodynamer vs. hyperdynamer Kreislauf)
Herzschwäche (mit dem Therapieziel: optimale Entlastung des Herzens)
Herzklappenerkrankungen (mit dem Therapieziel: Verringerung der Undichtigkeit)
• Herzrhythmusstörungen (bei intermittierendem Vorhofflimmern mit dem Therapieziel: Modulation des autonomen Nervensystems)

Die komplette Kreislaufmessung eignet sich auch gut, um Medikamente einzustellen. Dazu zählen Kreislauf-aktive Medikamente wie zum Beispiel Beta-Blocker, AT-Blocker oder Kalziumantagonisten sowie Stoffwechsel-aktive Medikamente wie etwa Schilddrüsenhormone, Vitamin D oder Magnesium.

Sehr hilfreich ist die komplette Kreislaufmessung zudem, um folgende Symptome genauer abzuklären:

• Unruhe
• Leistungseinschränkung
• Luftnot
• Schlafstörungen (besonders Einschlafstörungen)
• Müdigkeit

Insgesamt ist die komplette Kreislaufmessung ein wertvolles Instrument für die Ärztin/den Arzt, um ansonsten unspezifische Symptome kausal einzuordnen. Sie ermöglicht eine Objektivierung von Veränderungen des körperlichen Befindens und der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie der Stimmungslage, z.B. Unruhe und Angst. Nicht selten ist es so, dass wir für psychische Veränderungen, welche zunächst von anderer Seite als rein psycho-somatisch eingestuft worden sind, im Sinne einer somato-psychischen Interaktion eine körperliche Ursache der veränderten Stimmungslage ist. Häufig genug kann mit einfachen Massnahmen hier weitergeholfen, so dass Leistungsfähigkeit und eine belastbare seelische Stimmungslage wiederhergestellt werden können.

Durch die enge Verknüpfung zwischen Symptomen des Herz-Kreislaufsystems und dem seelischen Befinden und den täglichen Einsatz der Finapres®-Methode können wir in der Cardiopraxis den Menschen, der uns um Rat und Hilfe bittet einfach auch besser verstehen, was nicht zuletzt auch unsere Empathie schult.

…..Komplette Kreislaufmessung – Was ist das?

Im Bild Jeremy Swan & William Ganz, Kardiologen

 

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Durch unsere unblutige Kreislaufmessung mit dem Finapres®-System können wir die drei hydraulischen Größen Ihres Kreislaufsystems Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand bewerten – und zwar bei jedem Herzschlag und in jeder Körperlage. Dadurch ziehen wir Rückschlüsse auf die Druck- sowie Thermoregulation und damit auch auf Ihren Stoffwechsel.

Die Kenntnis der genannten hydraulischen Messgrößen erlaubt uns z.B. beim Bluthochdruck eine individuelle und maßgeschneiderte Therapie mit Kreislauf-Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln, wie z.B. Magnesium. Liegt zum Beispiel ein erhöhter Blutdruck bei gleichzeitig hohem Gefäßwiderstand vor, setzen wir gefäßerweiternde Medikamente ein. Ist der Blutdruck hoch, der Gefäßwiderstand aber niedrig, sind dagegen Pumpkraftbremser und Harntreiber angezeigt (z. B. Betablocker, Diuretika).

Auch die Feineinstellung von Medikamenten mit Herzschwäche ist eine Herausforderung. In der Cardiopraxis geht es uns darum die Therapie so auszubalancieren, dass das geschwächt Herz bei gleichzeitiger Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch eine Kontrolle des system-arteriellen Gefäßwiderstandes optimal entlastet ist , ohne dass Benommenheit auftritt.

Diese Beispiele zeigen, dass mit dem Finapres@-System im Sinne einer wissenschaftlich-ganzheitlichen Medizin so eine individuelle Behandlung möglich ist. Wir in der Cardiopraxis wissen durch umfangreiche Erfahrung, dass dieses mit den herkömmlichen Methoden wie Blutdruckmessung, EKG und auch dem Herzultraschall allein nicht möglich ist.

Was uns besonders am Herzen liegt: Die unblutige Kreislaufmessung vermeidet Nebenwirkungen von Kreislauf-Medikamenten und verringert die Anzahl der Medikamente insgesamt.

….Komplette Kreislaufmessung – Für wen?

Im Bild: Werner Forssmann, Urologe & Chirurg

 

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Eine Endokarditis ist eine bakterielle Entzündung der Herzinnenhaut, die besonders die Mitral- und Aortenklappe betrifft. Zwischen 3 und 10 von 100.000 Menschen erkranken jährlich daran in Deutschland. Unbehandelt hat die Endokarditis eine sehr schlechte Prognose.

Vor allem Männer über 60 Jahre haben eine höhere Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken. Weitere Risikofaktoren sind:

• frühere Endokarditis
• Kunstklappe
• Schrittmacher
• erworbene und angeborene Herzfehler
• intravenöser Drogenkonsum
• schlechte Zähne

Und das passiert bei einer Endokarditis: Die zerstörte Herzklappe wird undicht, was zu einer Herzschwäche führt; es kommt zu thrombotischen Ablagerungen, die über den Blutstrom in den Körper transportiert werden (Embolie). Häufig sind das Gehirn, Arme und Beine oder die Niere betroffen.

Mit diesen Symptomen kann eine Endokarditis einhergehen:

• Fieber mit Gewichtsverlust
• Herzgeräusch
• Schwäche
• Gelenkschmerzen
• kleine Hauteinblutungen oder Knötchen an den Händen/Füßen
• Bewusstseinsstörungen
• akute Herzschwäche
• Herzrhythmusstörungen

Diagnostiziert werden kann die Krankheit durch den Nachweis typischer Erreger im Blut sowie durch Herzultraschall. Therapiert wird sie mit Antibiotika, in etwa 50 % aller Fälle ist ein herzchirurgischer Einsatz notwendig.

Wichtige Präventions-Maßnahmen sind:

• eine gute Mundhygiene
• bei Hochrisiko-Patienten Antibiotika vor zahnärztlichen Eingriffen

 

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Virale Infekte wie die Grippe können das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Die Verläufe variieren von flüchtigen Symptomen bis hin zu fortschreitender Herzschwäche. Schwere Verläufe sind allerdings sehr selten.

Abklären sollten Sie folgende Symptome, die nach einer Grippe neu auftreten:

Dafür wird folgende Basis-Diagnostik eingesetzt:

Um weiter abklären zu können, wendet ein Arzt/eine Ärztin ggf. auch ein Herz-MRT und in seltenen Fällen einen Herzkatheter oder eine Herzmuskelbiospie an.

…weiter im Selbsthilfekurs „Grippe“

 

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Die Kreislaufmessung mit Photoplethymografie (Finapres®️) ist unblutig: Sie misst die veränderte Lichtdurchlässigkeit des Fingers bei wechselndem Manschettendruck. So können Blutdruck und Blutfluss mit der abgeleiteten Größe des system-arteriellen Gefäßwiderstandes kontinuierlich von Herzschlag-zu-Herzschlag zuverlässig erfasst werden; das geht sonst nur mit dem Herzkatheter. In der Cardiopraxis führen wir diese Messungen regelmäßig zur Diagnose und zur Therapiesteuerung bei Herz-Kreislauferkrankungen, z.B. bei Bluthochdruck, Schwindel und Herzschwäche durch.

Bei den Messungen nimmt die Patientin/der Patient verschiedene Körperpositionen ein, eine Ruhemessung ausschließlich im Liegen macht wenig Sinn. Die Basismessung erfolgt in Rückenlage, dann erfolgt der Wechsel zum ruhigen Stehen, in der Regel 5 Minuten. Auch wechselnde Positionen im Liegen gehören zur Untersuchung, denn die Schlaflage hat einen wesentlichen Einfluss auf den Kreislauf am Tag.

Für die Diagnose „frühe Benommenheit“ unmittelbar nach dem Aufstehen ist die Dokumentation des system-arterielle Mitteldrucks (ca. ((2 x systolischer Wert) + diastolischer Wert)/3) nach ca. 20 Sekunden ruhigen Stehens die relevante Messgröße. Das kann mit einer Blutdruckmanschette nicht erfasst werden. Liegt der Wert um 60 mmHg oder darunter, dann müssen die Ursachen für diesen Befund, z.B. die Einnahme von Herz-Kreislaufmedikamenten kritisch überprüft werden.

Für die Diagnose „späte Benommenheit“ ist die Messung des Blutflusses nach mehr als einer Minute ruhigen Stehens die kritische Größe. Dieser Wert wird in der herkömmlichen Praxis ebenfalls nicht bestimmt. Nach mehr als 1 Minute Stehen wird das sogenannte Herzzeitvolumen erfasst: Liegt dieses unter dem Soll von 2,2 Liter pro Minute pro Quadratmeter Körperoberfläche, dann kann das eine Ursache für Benommenheit und Leistungseinschränkung sein.

Hinzu kommt eine Untersuchung bei ergometrischer Belastung im Belastung-EKG. Dadurch lässt sich objektiv und sehr genau die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems bestimmen.

Insgesamt dauert die ganzheitliche Kreislaufmessung nur etwa 10 Minuten. Dabei werden Veränderungen im Zeitverlauf (z.B. der Einfluss von Medikamenten) berücksichtigt und andere Messwerte (Herzultraschall, Arteriografie, Körpertemperatur, Körpergröße & -gewicht) stets im Zusammenhang damit betrachtet. Ganzheitlich eben.

Weiter mit….Komplette Kreislaufmessung- Warum?

Im Bild: Adolf Eugen Fick, Arzt & Physiologe

 

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Wenn die Verbindungsklappe zwischen linker Vorkammer und linker Hauptkammer nicht richtig schließt, spricht man in der Medizin von einer Mitralklappeninsuffizienz. Zwischen 800.000 und 1 Mio. Menschen in Deutschland sind von ihr betroffen – damit ist sie der zweithäufigste Herzklappenfehler.

Das Problem: Während der Auswurfphase in die linke Hauptkammer fließen bis zu 60 % wieder in die linke Vorkammer zurück. Dadurch erhöht sich der Lungendruck, die linke Hauptkammer wird chronisch überbelastet – und das kann zu Herzschwäche führen.

 

Eine Mitralklappeninsuffizienz kann auf verschiedene Weise entstehen: Sie kann auf eine Strukturveränderung der Klappe zurückgehen, einen Sehnenabriss oder auch eine Entzündung. Bemerkbar macht sie sich zum Beispiel durch Luftnot, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Vorhofflimmern oder eben Herzschwäche. Diagnostiziert werden kann sie anhand der Herzgeräusche mit einem Stethoskop oder per Herzultraschall.

Eine Ärztin bzw. ein Arzt behandelt eine Mitralklappeninsuffizienz je nach Ausprägung auf ganz unterschiedliche Weise. Zum Beispiel mit Medikamenten, die die linke Hauptkammer entlasten, wodurch der Rückfluss reduziert wird. Wenn etwa die Auswurfleistung der linken Herzkammer weniger als 60 % beträgt, ist ein invasiver Eingriff nötig: entweder eine Operation, bei der die Mitralklappe rekonstruiert bzw. ersetzt wird oder bei inoperablen Patienten ein Katheter-gestütztes Verfahren.

 

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Wenn die Aortenklappe verengt ist, spricht man von einer Aortenklappenstenose. Sie ist die häufigste Klappenerkrankung in Europa, etwa 7 % aller Menschen über 65 Jahre leiden daran.

Verursacht wird sie durch Verschleiß, eine Entzündung – oder sie ist angeboren. Das Problem bei einer Aortenklappenstenose: Die linke Herzhauptkammer pumpt durch die Verengung gegen einen höheren Widerstand, der Herzmuskel wird dicker und aufgrund von Sauerstoffmangel irgendwann steif. Insgesamt sinkt die Pumpleistung des Herzens dadurch.

Bemerkbar macht sich eine Aortenklappenstenose zum Beispiel durch geringere Belastbarkeit, Luftnot, Brustschmerzen, Schwindel oder Herzschwäche. Der Arzt bzw. die Ärztin kann sie auf verschiedene Weise diagnostizieren: über die Herzgeräusche per Stethoskop, per Herzultraschall oder über einen Herzkatheter. Die Prognose für eine 2-Jahres-Überlebensrate liegt bei unter 50 %.

Wenn die Öffnungsfläche der Aortenklappe weniger als 1 Quadratzentimeter beträgt, ist ein Ersatz die angezeigte Therapie. Operiert wird entweder mit einer biologischen oder einer mechanischen Klappe. Bei Menschen über 75 Jahre oder hohem OP-Risiko ist auch ein minimalinvasiver Eingriff per Katheter möglich.

 

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Die Verbindungsklappe zwischen linker Hauptkammer und Hauptschlagader, die sogenannte Aortenklappe, ist bei manchen Menschen undicht. Man spricht dann von Aortenklappeninsuffizienz.

Sie kann angeboren sein, aus einer Klappenentzündung resultieren oder die Folge einer geweiteten Hauptschlagader sein. Durch eine Aortenklappeninsuffizienz wird die linke Herzkammer aus zwei Richtungen gefüllt, was zu einer Vergrößerung der Herzhauptkammer und letztendlich zu einer Herzschwäche führen kann.

Diagnostiziert wird die Aortenklappeninsuffizienz entweder bei einer klinischen Untersuchung über die Herzgeräusche und über einen niedrigen diastolischen Blutdruck oder per Herzultraschall.

Behoben werden kann das Problem mit einer neuen, biologischen oder mechanischen Aortenklappe, die operativ eingesetzt wird. Bei jungen Patienten kann die undichte Aortenklappe auch rekonstruiert oder durch die eigene Pulmonalklappe ersetzt werden.

 

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