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Ibuprofen und Bluthochdruck – der Blutdruck schwankt stark

32,4 % der Menschen in Deutschland über 20 Jahren haben Bluthochdruck. Diese Herz-Kreislauferkrankung ist ein hoch-relevanter gesundheitlicher Risikofaktor, z.B. für das Auftreten eines Herzinfarktes.

In der Cardiopraxis erfassen wir durch die Kreislaufmessung mit dem FinapresⓇ-System nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Blutfluss und gleichzeitig messen wir auch Ihre Körpertemperatur. Das zeigt uns nicht nur besser, wie Ihr Blutdruck reguliert wird, sondern auch wie Ihr Temperaturregelkreis – und damit Ihr Stoffwechsel – gesteuert wird. So können wir die Ursachen des erhöhten Blutdrucks sehr häufig besser erkennen und erfolgreich behandeln.

Zu uns in die Cardiopraxis kommen sehr häufig Menschen, die angeben, dass ihr Blutdruck „spinnt”, weil er besonders stark schwankt: mal ist er niedrig, mal sehr hoch. Auf genauere Befragung geben zahlreiche Betroffene an, dass sie in letzter Zeit das Schmerzmittel Ibuprofen in Tagesdosen von 400 bis 2.400 mg einnehmen.

Mit Ibuprofen, dem „Marktführer“ unter den Schmerzmitteln, haben wir in der Cardiopraxis umfangreiche messtechnische Erfahrungen. Denn bei der Kreislaufmessung bestimmen wir nicht nur Blutdruck, sondern auch Blutfluss und Körpertemperatur. Allein vom rezeptfreien Ibuprofen bis 400 mg wurden im Jahr 2017 in Deutschland 51 Millionen Packungen verkauft, der Umsatz betrug 320 Millionen Euro.

Ibuprofen – der Blutdruck steigt

In einer sogenannten Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie konnte man bei 444 Menschen mit einem durchschnittlichen Alter von 62 Jahren zeigen, dass mittlere Dosen an Ibuprofen (600-800 mg) und Naproxen (375-500 mg) den Blutdruck steigern

. Das galt vor allen Dingen für den systolischen Blutdruck mit durchschnittlich 3,4 mmHg (Ibuprofen) und 1,9 mmHg (Naproxen). Dies mag gering erscheinen, allerdings war der Pulsdruck, d.h. die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Druck, ebenfalls erhöht. Das weist indirekt darauf hin, dass der Blutfluss relevant ansteigt – und damit auf eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung.

Das besondere an der Untersuchung war, dass alle Studienteilnehmer ursprünglich einen normalen Blutdruck hatten. Nach einem Behandlungsintervall von 4 Monaten erfüllten in der Ibuprofen-Gruppe 23,2% und in der Naproxen-Gruppe 19% die Kriterien eines Bluthochdrucks. Nun fragten wir uns, welche Mechanismen hinter dem gestiegenen Blutdruck stecken.

 

Ibuprofen – nicht nur Schmerzmittel, sondern auch „Fiebersenker”

Ibuprofen ist nicht nur ein sehr gutes Schmerzmittel, sondern auch ein sehr guter Fiebersenker. Sie kennen das sehr gut, wenn Sie oder Ihre Kinder mal einen hochfieberhaften Infekt haben. Innerhalb von ca. 30 Minuten nach Einnahme schlägt das Herz schneller und kräftiger, Sie beginnen zu schwitzen und die Körpertemperatur fällt, z.B. von 40,0 auf 38,5 Grad Celsius.

Ibuprofen – Regelkreise für Körpertemperatur und Blutdruck

Nun, Ibuprofen greift auch bei normaler Körpertemperatur in die Regulation Ihres Temperaturhaushaltes ein. Genauso wie beim fieberhaften Infekt senkt Ibuprofen den Sollwert für die Körpertemperatur, z.B. von 36,5 auf 36,0 Grad Celsius. Folglich will der Körper nun mehr Wärme abgeben. Am besten macht er das, indem er die Haut stärker durchblutet. Die Blutgefäße werden weitgestellt und so wird vermehrt Blut aus dem warmen Körperkern über die Körperoberfläche zirkuliert, so dass mehr Wärme an die Umgebung abgestrahlt wird.

Sind die Blutgefäße thermoregulatorisch weitgestellt, dann greift das auch in Ihre Blutdruckregulation ein – der Blutdruck sinkt zunächst. Der Blutdruckregelkreis hat ebenfalls einen Sollwert. Sein Ziel ist es zu jedem Zeitpunkt Ihr Gehirn richtig zu durchbluten. Fällt der Blutdruck durch die Weitstellung der Arterien ab, dann muss der der Regelkreis der Blutdruckregulation reagieren – sonst verlieren Sie das Bewusstsein.

Folglich versucht das vegetative Nervensystem über Ausgleichssysteme den Blutdruck adäquat hoch zu halten. Bei weit gestellten Blutgefäßen funktioniert das vor allen Dingen, indem die Herzfrequenz und Pumpkraft des Herzens steigen. Diese Reaktion wird über Adrenalin vermittelt.

Adrenalin im Übermaß kann wiederum schädliche Auswirkungen auf  Ihr Herz-Kreislaufsystem haben. Der beschriebene Mechanismus erklärt auch, warum unter Ibuprofen vermehrt Herzinfarkte und der plötzliche Herztod auftreten: zu viel Adrenalin begünstigt, dass Arterien verkrampfen, sich Blutgerinnsel bilden und Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden.

Ibuprofen – Nebenwirkung „der Blutdruck spinnt”

Ihr Kreislauf ist durch den niedrigen Gefäßwiderstand, der ja die Ursache für den hohen Blutfluss ist, extrem „kippelig” und störanfällig. Als Folge des Wechselspiels „Bedürfnis nach erhöhter Temperaturabgabe“ und „Blutdruck aufrechterhalten“ gerät der Blutdruck aus dem Gleichgewicht. Ihr Blutdruck schwankt stärker, mal ist er niedrig, mal ist er zum Teil sehr hoch: Der „Blutdruck” spinnt.

Das erklärt auch eine Reihe von Nebenwirkungen von Ibuprofen:

Ibuprofen – Vorsicht bei Herz-Kreislauferkrankungen

Gerade, wenn Sie Herzrhythmusstörungen, eine Koronare Herzkrankheit oder einen Bluthochdruck haben, dann sollten Sie im Umgang mit Ibuprofen vorsichtig sein.

Wir empfehlen in diesen Fällen als Tagesdosis max. 1.200 mg Ibuprofen über einen möglichst kurzen Zeitraum. Eine Alternative ist Paracetamol.

Sollten sich Ihr Befinden verändern – und hier reicht schon eine zunehmende innere Unruhe – dann besprechen Sie Ihre Schmerzmedikation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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Ruschitzka F et al. Eur Heart J 2017;38:3282-3292

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Ibuprofen und Schmerzen – Risiko für plötzlichen Herztod erhöht

Schmerzen kennt jeder von uns. Wenn wir Schmerzen haben, dann sind wir in unseren körperlichen, vor allen Dingen aber auch geistigen Fähigkeiten zum Teil erheblich eingeschränkt. Der Schmerz steht meistens voll im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit, er besetzt unser Leben. Wir sind zunehmend mit dem Schmerz und uns selbst beschäftigt. Bei Schmerzen sind wir sind häufig nicht mehr unser gewohntes Selbst, nicht nur für uns selber, sondern auch für andere Menschen. Kurzum, wir drohen die Kontrolle zu verlieren. Unruhe, Angst und Gereiztheit bestimmen unseren Alltag.

Folglich ist es nur allzu verständlich, dass Menschen zu Schmerzmitteln greifen, um diesem Teufelskreis zu entkommen. Rezeptfrei ist vor allen Dingen Ibuprofen ein „beliebtes“ Schmerzmittel in Deutschland. Der Marktanteil an den nicht-steroidalen Schmerzmittel war 2017 mit 57,7% mit Abstand am höchsten, weit vor Paracetamol mit 30,6%, Acetylsalicylsäure mit 7,3% und Diclofenac mit 4,1%. Diese Präparate sind, so gut sie auch gegen Schmerzen helfen, nicht ohne Folgen für das Herz-Kreislaufsystem.

Ibuprofen und Diclofenac – Risiko für plötzlichen Herztod um 30-50% erhöht

In einer groß angelegten Fall-Kontrollstudie aus Dänemark bei 28.947 Menschen, die zwischen 2001 und 2010 einen plötzlichen Herztod erlitten hatten, konnte vor allen Dingen für Ibuprofen und Diclofenac ein erhöhtes Risiko eindrucksvoll belegt werden. In dieser Gruppe hatten 3.376 Personen in den 30 Tagen vor dem plötzlichen Ereignis ein sog. nicht-steroidales Schmerzmittel eingenommen.

Das Risiko für den plötzlichen Herztod war dabei für Ibuprofen mit +31% und Diclofenac mit +50% deutlich erhöht. Andere Schmerzmittel, wie z.B. Naproxen wurden zwar auch untersucht, fielen allerdings nicht so sehr ins Gewicht, weil sie in Dänemark nicht so häufig eingenommen werden.

Die betroffenen Menschen waren im Mittel 70 Jahre alt. Gerade bei solchen, die ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod durch Begleiterkrankungen hatten, wurde das Risiko durch die Einnahme von Diclofenac und Ibuprofen noch weiter gesteigert. Folglich sind auch jüngere Menschen, die ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod gefährdet.  Zu diesen Risikopatienten gehören solche mit Koronarer Herzkrankheit bzw. Zustand nach Herzinfarkt, solche mit Herzschwäche, mit vorbekannten Rhythmusstörungen aber auch Menschen mit Verkalkungen der Hirnarterien sowie diejenigen mit Nierenerkrankungen und rheumatoider Arthritis.

Schmerzen – Risiko Adrenalin-vermittelte Aktivierung durch Schmerzstress

Schmerzen alleine haben schon eine vermehrte Adrenalin-vermittelte Aktivierung zur Folge. Das liegt ja auch in der Natur dieser Körperwahrnehmung, den Schmerzen sind für uns ein wertvolles Warnsignal. Folglich werden wir durch die Schmerzen aufgefordert etwas gegen die Ursachen zu tun.

Adrenalin als Teil des Angriff-/Flucht-Systems, stimuliert körperliche und geistige Aktivität. Allerdings hat das auch Konsequenzen für das Herz-Kreislaufsystem. Es ist typisch, dass Schmerzen Blutdruckerhöhungen bis hin zur Blutdruckkrise zur Folge haben und sie können sogar Herzinfarkte auslösen. Nicht selten kommen Menschen auch zu uns in die Cardiopraxis, bei denen Schmerzen zu Herzstolpern und auch fassbaren Herzrhythmusstörungen im EKG zur Folge hat.

Ibuprofen – Risiko Adrenalin-vermittelten Aktivierung durch Eingriff in Temperaturregulation

Neben seiner Eigenschaft als Schmerzmittel ist Ibuprofen auch ein hoch-effektiver Fiebersenker und damit auf die Regulation Ihrer Körpertemperatur. Dieses geschieht zentral im Gehirn über eine Verstellung des Sollwerts nach unten, z.B. von normalerweise 36,5 Grad Celsius auf 36,0 Grad Celsius. Nun versucht Ihr Körper schon bei niedrigeren Körpertemperaturen Wärme an die Umgebung abzugeben. Das geschieht am besten reguliert über eine Steigerung der Durchblutung und damit eine Weitstellung der Arterien.

Weil die Gefäßerweiterung zum Blutdruckabfall führt, muss nun über eine Steigerung von Herzfrequenz und Pumpkraft des Herzens der Blutdruck adäquat hochgehalten werden. Das geschieht wieder Adrenalin-vermittelt. Ibuprofen kann durch eine übermäßige Adrenalin vermittelte Aktivierung auch Bluthochdruck zur Folge haben.

Ibuprofen – Symptome durch Kreislaufstörungen erklärbar

Nun haben wir gesehen, dass sowohl Schmerzen als auch Ibuprofen über die Eingriffe in die Temperatur- und die Blutdruckregulation Folgen für Ihr Herz-Kreislaufsystem haben können. Aufgrund dieser Mechanismen lassen Sich auch eine ganze Reihe von Nebenwirkung von Ibuprofen erklären

Einnahme von Ibuprofen bei Herz-Kreislauferkrankungen

In der Cardiopraxis raten wir Menschen mit Bluthochdruck, Koronarer Herzkrankheit, Zustand nach Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen grundsätzlich zu einer möglichst kurzen Behandlung mit Ibuprofen. Sie sollten eine Tagesdosis von 1.200 mg nicht überschreiten. Das Risiko für Komplikationen ist aus unserer Sicht besonders bei Menschen mit einem hohen Blutfluss in der Kreislaufmessung erhöht, weil hier das Herz- und Kreislaufsystem bereits Adrenalin-vermittelt aktiviert.

Bei chronischen Schmerzen ist es sinnvoll mit einem fachlich spezialisierten Schmerztherapeuten zusammen zu arbeiten.

Sollten Sie Ibuprofen einnehmen, dann achten Sie bitte auf die oben genannten Symptome, vor allen Dingen auf neu aufgetretene innere Unruhe, Gereiztheit, Benommenheit und Schlaflosigkeit. Hier können sich ernsthafte Folgen ankündigen.

Sie können dann mit Ihrer Ärztin oder Ärzten sprechen, ob Sie z.B. Paracetamol oder Aspirin einnehmen sollten. Auf jeden Fall ist es für Sie sinnvoll bei gleichzeitiger Einnahme von Ibuprofen ausreichend Trinken (30-40 ml pro kg Körpergewicht und Tag), denn ausreichende Flüssigkeitszufuhr beruhigt das vegetative Nervensystem.

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Sondergaard KB et al. Eur Heart J Cardiovasc Pharmacother 2017;3:100-107

 

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Energy Drinks – Aufgepasst!

Energy Drinks sind ein beliebtes Genussmittel, gerade bei jüngeren Menschen. Auf jeden Fall enthalten diese Getränke ein Gemisch aus stimulierenden Substanzen: zum Beispiel Koffein, Taurin, die Vitamine B2, B6, B8, B12, L-Carnitin, Guaraná, Ginseng, Kolanuss, Gingko biloba, Yohimbin und viele, viele mehr.

Die Konzentrationen der stimulierenden Einzelsubstanzen in Energy Drinks liegen dabei zum Teil deutlich oberhalb der empfohlenen Tagesmengen. Folglich sind Energy Drinks Aufputschmittel mit Adrenalin-vermittelter Aktivierung, die Herz und Kreislauf unkontrolliert beeinflussen. Als sogenannte psycho-aktive Substanzen wirken diese Stimulanzien direkt auf das Nervensystem ein. Außerdem können sie indirekt den Stoffwechsel anheizen, als sogenannte metabolisch aktivierende Substanzen.

Beispiel: Koffein in Energy Drinks

Der Koffeingehalt in Energy Drinks ist im Gegensatz zu den anderen Substanzen gut definiert. Als Referenzpunkt kann hier eine Tasse Kaffee dienen.

  • 1 Tasse Kaffee zu 125 ml = 40 mg pro 100 ml = 50 mg Koffein
  • Red Bull 1 Dose zu 473 ml = 30 mg pro 100 ml =142 mg Koffein
  • Effect 1 Dose zu 500 ml = 32 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein
  • Monster 1 Dose 500 ml = 30 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein
  • Rockstar 1 Dose 500 ml = 32 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein

Kurzum, 1 große Dose eines Energy Drinks enthält allein schon das Koffein von ca. 3 Tassen Kaffee. Hinzu kommen dann selbstverständlich noch die zahlreichen weiteren psycho- und metabolisch aktivierende Substanzen.

Energy Drinks: häufig akute Symptome

Sie können sich jetzt schon vorstellen, dass Energy Drinks erhebliche Nebenwirkungen haben können. Diese sind meistens Folge einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung:

Energy Drinks können krank machen

Zahlreiche Fallberichte in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Register von Vergiftungszentralen zeigen: Energy Drinks haben teilweise erhebliche gesundheitliche Nebenwirkungen. Dabei wird die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Fälle um ein Mehrfaches höher sein.
Eine besonders wichtige Nebenwirkung sind Krampfanfälle des Gehirns. Krämpfe der Herzkranzarterien und Herzinfarkte werden häufig berichtet. Energy Drinks können auch ein Auslösefaktor für Vorhofflimmern sein. Ebenso Herzhauptkammerflimmern mit der Folge des plötzlichen Herztodes ist ein gefürchtetes Ereignis.

Einrisse der Hauptschlagader mit schwerem Blutungsschock enden ebenfalls meistens mit dem Tod.

Energy Drinks können Bluthochdruck verursachen

Forscher konnten in einer wissenschaftlichen Untersuchung zeigen: Hochvolumige Energy Drinks (900 ml) mit einem Gehalt von 300 bis 350 mg Koffein in Verbindung mit zahlreichen anderen Substanzen können innerhalb von 2 Stunden einen deutlichen Anstieg des Blutdrucks verursachen. Der Blutdruck ist dabei systolisch um ca. 15 mmHg und diastolisch um 10 mmHg angestiegen. In Expertenkreisen bedeutet das: Am ehesten handelt es sich hier um einen erheblichen Anstieg des Schlagvolumens – also die Folge einer starke Adrenalin-vermittelte Aktivierung.

Energy Drinks: Risiko für plötzlichen Herztod kann steigen

Energydrinks mit einem Gehalt von 300 bis 350 mg Koffein und den weiteren Substanzen verlängern auch die sogenannte korrigierte QT-Zeit im EKG um mehr als 15 Millisekunden. Ab 10 Millisekunden ist das Risiko für Herzkammer-Rhythmusstörungen, Kammerflimmern und Torsade-de-pointes-Tachykardien grundsätzlich erhöht.

Ein Beispiel dafür, warum das hochrelevant ist: Hersteller müssen bei Medikamenten, die eine Zunahme von mehr als 6 Millisekunden im Vergleich zum Ausgangsbefund verursachen, die Fachinformationen mit Warnhinweisen versehen. In Einzelfällen droht dem Hersteller sogar der Entzug der Zulassung.

Zusammengefasst bedeutet das: Eine um mehr als 10 Millisekunden längere korrigierte QT-Zeit – und damit auch die Einnahme von Energy Drinks – ist mit einem höheren Risiko für den Plötzlichen Herztod verbunden.

Energy Drinks: Risiko für Herzinfarkt kann steigen

Energy Drinks können dafür sorgen, dass sich Arterien um 50 Prozent weniger erweitern. Dieses wird als Störung der Gefäßmotilität gedeutet. Folglich verändert sich der Blutfluss, wahrscheinlich sind auch die beschriebenen Krämpfe der Herzkranzarterien so verursacht. Ebenfalls nachgewiesen haben Experten, dass Energy Drinks zu mehr verklumpten Blutplättchen führen – damit einher geht eine stärkere Gerinnselbildung. All diese Störungen sind wesentliche Faktoren, wenn ein Herzinfarkt entsteht.

Energy Drinks: Herzschwäche kann Folge sein

Ein eingeschränktes Füllungs- und Pumpverhalten des Herzens kann ebenso eine Folge von Energy Drink-Konsum sein. Das ist ein Zeichen dafür, dass entweder das Herz energetisch erschöpft oder dass der Stoffwechsel gestört ist.

Risikogruppen für Nebenwirkungen von Energy Drinks

Sie können jetzt sicherlich nachvollziehen, dass einige Menschen Energy Drinks meiden sollten. Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie Energy Drinks auf das Herz-Kreislaufsystem wirken, können wir verschiedene Risikogruppen ableiten.

Energy Drinks vermeiden: Menschen über 35 Jahre

Bei Menschen ab dem 35. Lebensjahr besteht ein höheres Risiko für unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Bluthochdruck. Mit steigendem Lebensalter haben in Deutschland zunehmend mehr Menschen einen Bluthochdruck:

  • 35-44 Jahre: 8,8 bis 10,5 Prozent
  • 45-54 Jahre: 25,9 bis 31,8 Prozent
  • 55-65 Jahre: 47,7 bis 51,3 Prozent

Besonders tückisch ist dabei, dass 30 bis 40 Prozent der betroffenen Menschen gar nicht wissen, dass Sie einen Bluthochdruck haben. Dabei ist der Bluthochdruck ein sehr wichtiger Faktor für weitere Herz-Kreislauferkrankungen.

Energy Drinks vermeiden: Menschen mit Gefäß-Risikofaktoren 

Menschen, die ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollten mit Energy Drinks ebenfalls vorsichtig sein. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem:

  • Diabetes mellitus
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Nikotingenuss

Energy Drinks vermeiden: Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Folgende Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen eine Rolle:

Energy Drinks vermeiden: Diese Menschen sind unabhängig vom Alter gefährdet

Menschen, die mehr als 5 Tassen Kaffee pro Tag trinken, sind bereits stimuliert. Folglich sollten Sie daher zusätzliche Psychostimulanzien vermeiden. Insbesondere die Kombination von Alkohol und Energy Drinks ist nicht ratsam.

Psycho-aktive Medikamente, wie zum Beispiel Methylphenidat und Amphetamine zur Therapie des Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndroms, sollten nicht mit Energy Drinks kombiniert eingenommen werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für Drogen. Ebenso bei der Einnahme von Psychopharmaka ist der Genuss von Energy Drinks nicht ratsam.

Falls Sie eine akute oder chronische Entzündungserkrankung haben, sind Sie allein dadurch schon vermehrt durch Adrenalin aktiviert. Schon bei einer einfachen Erkältung kann durch Energy Drinks Ihr Risiko für Herzrhythmusstörungen steigen.

Überdies ist bei Medikamenten, die die QT-Zeit im EKG verlängern, das Risiko ebenfalls erhöht. Falls Sie bestimmte Antibiotika, Psychopharmaka oder auch Antiarrhythmika einnehmen, sollten Sie außerdem auf Energy Drinks verzichten. Schauen Sie daher auf den Beipackzettel, ob das jeweilige Medikament die QT-Zeit verlängern könnte.

 

Energy Drinks: das empfehlen wir in der Cardiopraxis

Wir in der Cardiopraxis empfehlen: Alle Menschen, die Risikofaktoren für Nebenwirkungen von Energy Drinks haben, sollten diese vermeiden. Vor allem Personen ab dem 35. Lebensjahr sollten grundsätzlich vorsichtig sein, da unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen können.

Bitte bedenken Sie: Energy Drinks sind ein schlecht definiertes Gemisch aus psychisch-metabolisch aktivierenden Substanzen, deren Wirkung auf den Körper individuell kaum kontrollierbar ist.

Energy Drinks stimulieren explosiv wie ein Raketenstart, das Risiko des Absturzes ist erhöht…..eben keine Flügel.

 

 

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https://www.aerzteblatt.de/archiv/184187/Bluthochdruck-in-Deutschland

https://www.aerzteblatt.de › archiv › Med…Medikamentenbedingte QT-Verlängerung und Torsade de …

Higgins JP et al. Circulation 2018;138, Suppl. 1: Abstract 10655

Shah SA et al. JAHA 2019;8: https://doi.org/10.1161/JAHA.118.011318

Higgins JP et al. Beverages 2015;1:104-126

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Vorhofflimmern ist häufig schwer zu erfassen

Vorhofflimmern und andere Rhythmusstörungen treten häufig nur vorübergehend auf. Daher können Kardiologen Vorhofflimmern mit einem Ruhe-EKG oder einem Langzeit-EKG häufig nur schwer erfassen. Das Problem ist, dass auch kurzzeitiges Vorhofflimmern ein erhöhtes Schlaganfallrisiko bedeutet.

Gerade bei Vorhofflimmern entsteht hier eine diagnostische Lücke, die zur Folge hat, dass gezielte Therapiemaßnahmen nicht eingeleitet werden können. Ohne EKG-Dokumentation wird kaum ein Arzt z.B. eine gerinnungshemmende Therapie zur Vorbeugung eines Schlaganfalls einleiten, weil diese ja auch mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist.

1-Kanal EKG selber zu Hause und unterwegs messen

Sollten Sie ein Risikopatient für Vorhofflimmern sein oder Symptome wie z.B. Herzstolpern, Herzrasen verspüren, dann ist die App „Kardia“ von AliveCor eine gute Lösung. Die App funktioniert sowohl auf dem iPhone als auch mit Android-Systemen. Zusätzlich benötigen Sie eine kleine Platte, die Sie im Internet einfach erwerben. So können Sie selber ein hochwertiges 1-Kanal-EKG aufzeichnen.

Starten Sie einfach die die App auf Ihrem Smartphone. Danach drücken Sie auf „Aufzeichnen“ und legen die Daumen jeweils für mindestens 30 Sekunden auf die beiden Kontaktflächen. Sie können die Aufzeichnung auf dem Bildschirm direkt mitverfolgen. Ihr Ergebnis wird dann automatisch gespeichert.  In der Zukunft können Sie es dann immer wieder abrufen.

Wissenschaftlich gesicherter Analyse-Modus

Die App verfügt über einen wissenschaftlich geprüften Analyse-Modus mit einer hohen Sensitivität und Spezifität von 97% bzw. 98%. Sie erhalten 1 von 3 Diagnosen: „normal“, „unklassifiziert“ und „mögliches Vorhofflimmern“. Über die App können Sie dann eine PDF-Date erstellen und diese dann per E-Mail oder Textmessaging an die Ärztin oder den Arzt weiterleiten. Ihre Ergebnisse werden, etwa im Hinblick auf Vorhofflimmern, analysiert. Dann können Sie Ihr EKG per PDF-Datei an die Ärztin bzw. den Arzt versenden.

Vorhofflimmern – konsequent handeln

Sollten Sie ein Ergebnis „unklassifiziert“ oder „mögliches Vorhofflimmern“ erhalten, dann sollten Sie zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Kontakt aufnehmen, denn es könnte sich um Vorhofflimmern handeln. Innerhalb von 48 Stunden nach Beginn dieser Rhythmusstörung steigt das Schlaganfallrisiko.

Am besten besprechen Sie das Vorgehen vor dem ersten Einsatz mit Ihrer Kardiologin oder Ihrem Kardiologen, damit alles gut funktioniert.

Gute Erfahrungen in der Cardiopraxis

Wir setzen das AliveCor-System seit 2016 regelmäßig im Praxisalltag ein. Dabei verleihen die Geräte in der Regel für 2 Wochen. So können wir fast immer einen gesicherten Zusammenhang zwischen Ihren subjektiven Symptomen und objektiven EKG-Veränderungen herstellen. Sehr häufig können wir so gesundheitsrelevante Rhythmusstörungen sichern und adäquate Therapiemaßnahmen einleiten. Nicht selten ist es aber auch so, dass bei Symptomen gar keine Rhythmusstörungen vorliegen. Sie können dann beruhigt sein und unnötige Therapien können vermieden werden.

Eine weitere wichtige Anwendungsmöglichkeit ist das „Pill-in-the-Pocket“ – Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

Wir als professionelle Kardiologinnen und Kardiologen sehen die Entwicklung hin zur EKG-Selbstmessung als sehr positiv. 1-Kanal-EKGs sind ein weiterer Schritt zu mehr Patientensicherheit und vor allen Dingen zur Vorbeugung eines Schlaganfalls.

Für wen ist eine Anschaffung sinnvoll?

Sie sollten sich die Anschaffung vor allen Dingen überlegen, wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben. Sind Sie über 60 Jahre als oder haben Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern, dann macht es aus unserer Sicht auf jeden Fall Sinn. Sie können es so sehen, ähnlich wie ein Mensch mit Bluthochdruck regelmäßig den Blutdruck mit einer Blutdruckmanschette misst so sollte ein Mensch mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern regelmäßig, z.B. 2x pro Woche ein 1-Kanal-EKG ableiten.

Sollten Sie Rhythmusstörungen subjektiv empfinden, aber bei Ihnen ist noch nie ein Ereignis in einem EKG erfasst worden, dann können profitieren.

Die App können Sie kostenlos herunterladen. Sie erwerben die Kontaktplatte für unter 150 Euro im Internet. Die Krankenkassen erstatten zum Teil die Kosten.

……weiter im Selbsthilfekurs.

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Herzrhythmusstörungen – häufig in EKG und Langzeit-EKG nicht erfasst

Der normale Herzrhythmus ist regelmäßig und die Herzfrequenz liegt zwischen 50 und 100 Schlägen pro Minute. Wird die geordnete elektrische Aktivität von elektrischen Extraaktionen unterbrochen, dann können Sie das durch einen unregelmäßigen Puls merken. Ihr Herz stolpert dann, macht Pausen, ist dabei mehr oder weniger unregelmäßig in Aktion. Meistens sind diese Ereignisse nur kurzzeitige und seltene Unterbrechungen des normalen Herzrhythmus. Folglich werden Sie von einem Ruhe-EKG oder einem 24-Stunden Langzeit-EKG nicht erfasst.

Vorhofflimmern – häufig erst mit dem Schlaganfall erkannt

Vorhofflimmern erhöht das Risiko für einen Schlaganfall auf das 5-fache. 20-25% aller Schlaganfälle werden durch diese Herzrhythmusstörung verursacht. Problematisch ist, dass auch kurzzeitiges Vorhofflimmern das Risiko schon erhöht und viele Menschen Vorhofflimmern gar nicht merken. Folglich wird Vorhofflimmern zu spät erkannt, dann wenn der Schlaganfall im vollen Gange ist.

KardiaBand von AliveCor – medizinisch verwendbares 1-Kanal EKG

Eine praktische Lösung, die vor allen Dingen die Diagnose von Vorhofflimmern erleichtert, ist das KardiaBand von AliveCor. Im Gegensatz zu KardiaMobile, welches mit einer Kontaktplatte und dem Smartphone funktioniert, benötigen Sie bei KardiaBand neben dem Armband mit dem Kontaktpunkt und dem Smartphone noch zusätzlich eine Apple Watch.

Die Funktionsweise der KardiaApp ist für KardiaMobile und KardiaBand gleich. Die Sicherheit zur Erkennung von Vorhofflimmern in der aktiven Messung liegt bei über 95%. 1-Kanal EKGs können bequem via E-Mail oder Textmessaging an Ihre Kardiologen weitergeleitet werden. Die 1-Kanal EKG Selbstmessung ist ein besonders sinnvoller Baustein beim „Pill-in-the-Pocket“Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

 

Der Vorteil des KardiaBands ist, dass Sie es am Arm tragen können. Der Vorteil von KardiaMobile ist, dass Sie es auch mit anderen Betriebssystemen für Smartphones, z.B. Android benutzen können. KardiaMobile und KardiaBand sind im Anschaffungspreis ungefähr gleich und liegen unter 150 Euro.

Mit der Einführung der 1-Kanal EKG Funktion bei der Apple-Watch 4 ist der Markt für KardiaMobile deutlich reduziert worden. Wenn Sie allerdings Modell der Apple Watch 3 oder darunter nutzen wollen, dann ist das KardiaBand die richtige Anschaffung, denn es funktioniert auch mit älteren Versionen der Apple Watch.

Kardia von AliveCor – weitere Entwicklungen zu erwarten

Es wäre falsch anzunehmen, dass mit der Einführung der Apple Watch 4 dieses Unternehmen vom Markt verschwinden wird. AliveCor ist ein ernstzunehmendes Unternehmen mit einer großen Forschungsabteilung. Zurzeit werden bei AliveCor z.B. EKG-Diagnose Algorithmen zum Nachweis von zu niedrigen bzw. zu hohen Kaliumspiegeln gearbeitet, beides Risikofaktoren für potentiell tödlich Rhythmusstörungen. Des weiteren steht ein mobiles und Smartphone-taugliches 12 Kanal EKG kurz vor der Markteinführung.

 

 

 

 

 

 

……weiter im Selbsthilfekurs.

 

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Unsere komplette Kreislaufmessung mit der Finapres®-Methode hat viele Vorteile. Sie ermöglicht einen Einblick in das Wechselspiel zwischen Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand, welcher sowohl durch den Druck- als auch den Temperaturregelkreis bestimmt wird. So können wir in der Cardiopraxis über die zusätzliche Messung der Temperatur einen Eindruck von der thermoregulatorischen Wirkung des Stoffwechsels des Menschen gewinnen. Das befähigt uns auch bei normalen Werten für Herzfrequenz und Blutdruck Störungen im Kreislauf aufdecken und gezielt therapieren.

Die komplette Kreislaufmessung ermöglicht:

• eine präzise Diagnose
• individuell-maßgeschneiderte Therapie
• einen möglichst geringen Einsatz von Medikamenten (am besten gar keine)
• die Vermeidung von medikamentösen Nebenwirkungen

Konkret angewendet werden kann sie in ganz verschiedenen Situationen. Zum Beispiel, um den Kreislauf zu messen bei Menschen mit diesen Erkrankungen:

• Arterielle Hypertonie (hypodynamer vs. hyperdynamer Kreislauf)
Herzschwäche (mit dem Therapieziel: optimale Entlastung des Herzens)
Herzklappenerkrankungen (mit dem Therapieziel: Verringerung der Undichtigkeit)
• Herzrhythmusstörungen (bei intermittierendem Vorhofflimmern mit dem Therapieziel: Modulation des autonomen Nervensystems)

Die komplette Kreislaufmessung eignet sich auch gut, um Medikamente einzustellen. Dazu zählen Kreislauf-aktive Medikamente wie zum Beispiel Beta-Blocker, AT-Blocker oder Kalziumantagonisten sowie Stoffwechsel-aktive Medikamente wie etwa Schilddrüsenhormone, Vitamin D oder Magnesium.

Sehr hilfreich ist die komplette Kreislaufmessung zudem, um folgende Symptome genauer abzuklären:

• Unruhe
• Leistungseinschränkung
• Luftnot
• Schlafstörungen (besonders Einschlafstörungen)
• Müdigkeit

Insgesamt ist die komplette Kreislaufmessung ein wertvolles Instrument für die Ärztin/den Arzt, um ansonsten unspezifische Symptome kausal einzuordnen. Sie ermöglicht eine Objektivierung von Veränderungen des körperlichen Befindens und der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie der Stimmungslage, z.B. Unruhe und Angst. Nicht selten ist es so, dass wir für psychische Veränderungen, welche zunächst von anderer Seite als rein psycho-somatisch eingestuft worden sind, im Sinne einer somato-psychischen Interaktion eine körperliche Ursache der veränderten Stimmungslage ist. Häufig genug kann mit einfachen Massnahmen hier weitergeholfen, so dass Leistungsfähigkeit und eine belastbare seelische Stimmungslage wiederhergestellt werden können.

Durch die enge Verknüpfung zwischen Symptomen des Herz-Kreislaufsystems und dem seelischen Befinden und den täglichen Einsatz der Finapres®-Methode können wir in der Cardiopraxis den Menschen, der uns um Rat und Hilfe bittet einfach auch besser verstehen, was nicht zuletzt auch unsere Empathie schult.

…..Komplette Kreislaufmessung – Was ist das?

Im Bild Jeremy Swan & William Ganz, Kardiologen

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Wenn ein verheiratetes Paar Sex miteinander hat, liegt die körperliche Belastung ungefähr bei einer mittleren Herzfrequenz von 117 bpm und einem mittleren Blutdruck von 162/89 mmHg, beim Orgasmus etwas höher. Insgesamt entspricht das einer moderaten körperlichen Aktivität wie Golfen oder Gartenarbeit, aber noch keiner Spitzenbelastung im Alltag.

Bei den folgenden Herz-Kreislauf-Problemen kann Sex allerdings ein Risiko darstellen:

• neu aufgetretener oder intensivierter Brustschmerz in den letzten 2 Wochen
• schlecht eingestellter Blutdruck (z. B. 160/100 mmHg)
• höhergradige Leistungseinschränkungen (z. B. keine Treppenetage ohne Luftnot)
• Herzinfarkt liegt weniger als 2 Wochen zurück
• Rhythmusstörungen mit hohem Risiko (z. B. Salven aus Herzhauptkammer)
• angeborener verdickter Herzmuskel
• mittel- bis schwergradige Herzklappenerkrankungen (z. B. Aortenklappenstenose)

In diesen Fällen sollte die sexuelle Aktivität mit einer Kardiologin bzw. einem Kardiologen besprochen werden. Grundsätzlich gilt: Wenn ein Herzinfarkt länger als 6 Wochen zurückliegt und keine Symptome auftreten, ist das Risiko beim Sex gering.

 

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Damit Menschen klar handeln und denken können, ist ein gutes Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung wichtig. Dauerhaft zu viel Anspannung kann insbesondere für das Herz-Kreislauf-System schädlich sein.

Verantwortlich für diese Anspannung ist als Teil des vegetativen Nervensystems der sogenannte Nervus sympathikus: Mithilfe von Adrenalin und Noradrenalin erhöht er das Aktivitätslevel eines Menschen, etwa bei Flucht oder Angst. Herzfrequenz, Herzpumpkraft und Blutdruck steigen in diesem Fall.

Bei Herz-Kreislauferkrankungen besteht oft ein Übergewicht des Nervus Sympathikus – die Folge sind etwa Bluthochdruck, Herz-Rhythmusstörungen sowie Herzinfarkt und Schlaganfall.

……weiter im Selbsthilfekurs „Angst besser verstehen & beruhigen“

 

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Schon seit dem 17. Jahrhundert wird die Pflanze Fingerhut (lat. Digitalis) auch medizinisch eingesetzt. Sie beinhaltet sogenannte Glykoside, die sich auf das Herz auswirken: Sie steigern die Herzkraft und senken gleichzeitig die Herzfrequenz.

Angewendet wird Digitalis zum Beispiel bei Herzschwäche oder bei Vorhofflimmern mit schneller Herzschlagfolge. Zwar gilt das pflanzliche Mittel heute nicht mehr als modern, hat aber im Gegensatz zu anderen herzverlangsamenden Medikamenten (z.B. Beta-Blocker) den Vorteil, dass es das Herz nicht schwächt.

Bei hoher Konzentration von Digitalis im Blut eines Menschen können Bewusstseins- und Rhythmusstörungen auftreten. Deswegen muss die Therapie damit regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.