Beiträge

 

Softdrinks: Limonade, Cola, Isotonische Getränke & Co – zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs?

Je nach körperlicher Aktivität beträgt der Flüssigkeitsbedarf Ihres Körpers 30-40 ml/kg Körpergewicht und Tag, bei einem Gewicht von z.B. 80 kg bedeutet dies, dass Sie 2,4-3,2 l/Tag trinken sollten. Allerdings sind die Regale in den Supermärkten und an den Tankstellen insbesondere voll mit Softdrinks. Daher erscheint es naheliegend, den Flüssigkeitsbedarf mit Softdrinks zu decken. Aber ist das sinnvoll?

EPIC-Studie – Einfluss von Softdrinks auf das Langzeitüberleben

Deshalb hatten sich die Mitarbeiter EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) zum Ziel gesetzt, Zusammenhänge zwischen Ernährung und verschiedenen Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, zu untersuchen. Dafür wurde in 10 europäischen Ländern (Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweden, Spanien) auch der Zusammenhang zwischen Sterblichkeit und der Zufuhr von kommerziell erhältlichen sog. Softdrinks analysiert.

Dabei definieren wir bei den Softdrinks im Gegensatz zu den alkoholhaltigen “hard drinks” kommerziell erhältliche nicht-alkoholische Getränke mit und ohne Kohlensäure, isotonische Getränke und siruphaltige Getränke. Diese wurden in der Studie unterteilt in solche mit Zucker oder solche mit Zuckerersatzmittel.

Zudem rekrutierten die Studienzentren zwischen 1992-2000 insgesamt 451.743 Teilnehmer, die keine Erkrankungen wie Krebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Diabetes mellitus aufweisen durften. Zudem lag das mittlere Alter zu Studienbeginn bei 50,8 +/- 9,8 Jahren, 71,1% der Teilnehmer waren Frauen und die Nachbeobachtungsdauer betrug 16,4+/- 11,1 Jahre.

Konsumverhalten von Softdrinks

Menschen mit einem hohen Verbrauch an Softdrinks, das heißt ≥2 Gläser pro Tag, hatten im Vergleich zu solchen, die weniger als 1 Glas pro Monat trinken, einen niedrigeren Bildungsstand (19,8 vs. 26,2%), waren körperlich aktiver (27,8 vs. 15,5%) und rauchten häufiger.

Sterblichkeit durch Softdrinks

In einer sogenannten Multivarianzanalyse wurden relevante Kofaktoren, so z.B. Körpergewicht, körperliche Aktivität, Nikotinkonsum usw. statistisch kontrolliert. Dadurch konnte man eine sichere Aussage über den untersuchten direkten Zusammenhang zwischen Softdrinks und Sterblichkeit treffen. Zudem diente als Basiswert ein sehr geringer Verbrauch von weniger als 1 Glas pro Monat. Im Nachbeobachtungsintervall betrug die Sterblichkeit in dieser Gruppe 8,9%.

Softdrinks mit Zuckerersatzstoffen. Dabei kam heraus, dass bei einem Konsum von zwei oder mehr Gläsern an Softdrinks mit Zuckerersatzstoffen ein deutlich erhöhtes Sterblichkeitsrisiko von +26% vorliegt. Dagegen hatte ein geringeres Sterblichkeitsrisiko, wer im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger als 2 Gläser am Tag trinkt.

Softdrinks mit Zucker. Indes war bei Menschen, die Softdrinks mit Zucker zu sich genommen haben, die Sterblichkeit ab 1-2 Gläsern/Tag leicht erhöht.

Ursachen der Sterblichkeit

Sterblichkeit an Tumorerkrankungen. Dabei konnte keine Steigerung der Sterblichkeit für alle Softdrinks festgestellt werden, auch nicht für solche mit Zuckerersatzmitteln.

Sterblichkeit an gastro-intestinalen Erkrankungen. In diesem Fall ergab sich eine deutliche Steigerung der Sterblichkeit von 59%, wenn die Teilnehmer 2 oder mehr Gläser an Softdrinks mit Zucker getrunken hatten. Hingegen konnten die Untersucher keine Steigerung für Softdrinks mit Zuckerersatzmitteln auch bei hoher Zufuhr feststellen.

Sterblichkeit an kardio-vaskulären Erkrankungen. Schließlich zeigte sich eine deutliche Steigerung der Sterblichkeit um 52% bei Softdrinks mit Zuckerersatzmitteln bei 2 oder mehr Gläsern pro Tag. Außerdem ergab sich eine leichte Steigerung für zuckerhaltige Softdrinks von +11%.

Sonderfall Energy-Drinks

Erst Anfang der 1990er Jahre sind Energy-Drinks in Europa in den Handel eingeführt worden, Vorreiter war Red Bull. Jedoch sind diese Energy-Drinks in der EPIC-Studie noch nicht separat erfasst worden. Obwohl diese anfangs eher von Jugendlichen konsumierten Stimulanzien in den letzten Jahren zunehmend auch von Menschen im mittleren Lebensalter getrunken. Somit wäre eine separate Betrachtung sinnvoll.

Außerdem müssen wir im Falle von Energy-Drinks berücksichtigen, dass diese Stimulanzien wie Koffein, B-Vitamine, Phenylalanin und Taurin etc. enthalten. Folglich haben Energy Drinks ein gesondertes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt aber auch für Krampfanfälle des Gehirns.

Softdrinks nicht zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs geeignet

Deswegen sind Softdrinks als Hauptgetränk zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs ungeeignet. Daher sollten Sie Softdrinks als ein Genussgetränk werten und nur sparsam konsumieren, ähnlich wie beim Alkohol. Dagegen scheinen Softdrinks mit Zuckerersatzstoffen unbedenklich zu sein, wenn Sie weniger als 2 Gläser pro Tag davon trinken. Darüber hinaus gelten Softdrinks mit Zucker bei 1-6 Gläsern pro Woche als unbedenklich.

Schließlich raten wir Ihnen zu besonders vorsichtigen Umgang mit Energy Drinks, den modernen Softdrinks. Vor allem gilt dies ab einem mittleren Lebensalter oder bei Symptomen bzw. diagnostizierten kardiovaskulären Erkrankungen.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Herzrasen nach dem Mittagessen –  Herzrhythmusstörungen durch Histamin

Vorgeschichte

Bei einem 57-jährigen Mann ist seit der Kindheit eine saisonale Allergie bekannt. Seit dem jungen Erwachsenenalter treten immer wieder Symptome einer Histaminintoleranz bzw. eines Mastzellaktivitäts-Syndroms auf.

Ca. 10 Minuten vor Beginn der Symptome Mahlzeit mit Würstchen, Sauerkraut und Kartoffelpürree, dazu ca. 3 Eßlöffel Senf (Löwensenf, mittelscharf-mild).

Symptome von Histamin

Akute Symptome am Tag 1

  • Zuschwellung des Rachens mit veränderter Stimme (“kloßig”) und Schluckstörungen
  • Jucken der Augen
  • keine Luftnot
  • kein Herzstolpern (= asymptmatische Herzrhythmusstörungen)
  • Zuschwellen der Augen
  • Müdigkeit

Latente Symptome am Tag 2

  • Angina pectoris (Nitrospray– und Cimetidin-Test positiv)
  • weicher Stuhlgang
  • fortgesetzte Schwellung der Augen (bis Tag 3)

Smartphone 1-Kanal EKG – Apple Watch 4 

Was kann ich sehen:

  • elektrische Herzfrequenz 101 bpm
  • P-Welle gut sichtbar
  • regelmäßige P-Wellen mit konstantem Intervall, jeder P-Welle folgt ein QRS-Komplex mit gleichem Abstand = Sinusrhythmus
  • intermittierende elektrische Extraaktionen (Extrasystolen)
  • Extrasystolen mit SCHMALEM QRS-Komplex = Vorhoffextrasystolen = atriale Extrasystolen (gelber Punkt) mit post-extrasystolischen Pausen bis zur nächsten normalen elektrischen Herzaktion (gelber Strich). Bei einer Anzahl von  7 Extrasystolen während einer Aufzeichnungsdauer von 30 Sek. entspricht das 14% aller gezählter Hauptkammerkomplexe
  • Extrasystolen mit BREITEM QRS-Komplex = Hauptkammerextrasystolen = ventrikuläre Extrasystolen (roter Punkt), 1 Doppelaktion mit 2 aufeinanderfolgenden ventrikulären Extrasystolen (= Couplet); alle ventrikulären Extrasystolen sehen ähnlich aus = monomorphe ventrikuläre Extrasystolen = 1 einzelner Ursprungsort in den Herzhauptkammern wahrscheinlich. Bei einer Anzahl von 7 Extrasystolen während einer Aufzeichnungsdauer von 30 Sek entspricht das 14% aller gezählter Hauptkammerkomplexe.

Diagnose durch Apple

  • uneindeutig

Diagnose durch den Kardiologen

  • Sinustachykardie mit intermittierenden supraventrikulären Extrasystolen und monomorphen ventrikulären Extrasystolen mit 1 Couplet

Smartphone 1-Kanal EKG – AliveCor KardiaMobile

Was kann ich sehen? – Zusatzinformationen

Die Annotation (blaue Markierung), die Balkenlinie unterhalb des EKGs zeigt einen komplett regelmäßigen Grundrhythmus an. Bei besser sichtbaren regelmäßigen P-Wellen vor dem QRS-Komplex können Sie somit die Diagnose “Sinusrhythmus” eindeutig selber stellen. Auch die Vorhofextrasystolen (gelber Punkt) lassen sich gut abgrenzen.

Diagnose durch Kardia

  • Tachykardie

Die Diagnose “unklassifiziert” oder “mögliches Vorhofflimmern” wird NICHT gestellt, was richtig ist.

Diagnose durch den Kardiologen

  • Sinsutachykardie mit einzelnen atrialen Extrasystolen

Smartphone 1-Kanal EKG – AliveCor Kardia 6L

 

Was kann ich sehen? – Zusatzinformationen

Der Hauptvektor des QRS-Komplexes der monomorphen ventrikulären Extrasystolen liegt zwischen den Extremitätenableitungen II und III, d.h. die grösste positive Amplitude liegt zwischen diesen Ableitungen. Folglich handelt es sich um einen sog. Steiltyp.

Die Extrasystolen haben somit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ihren Ursprung in einem Ausflußtrakt des Herzens oder der Aortenbasis. Entweder handelt es sich um den rechtsventrikulären Ausflußtrakt (Verbindung zwischen rechter Herzhauptkammer und Lungensrombahn) oder dem linksventrikulären Ausflußtrakt (Verbindung zwischen linker Herzhauptkammer und Aorta). Eine genauere Festlegung ist nicht möglich, hierfür brauchen Sie ein 12-Kanal EKG.

Die P-Wellen sind in dem 6-Kanal EKG gut abgrenzbar.

Diagnose durch Kardia

  • normal (bei Herzfrequenz <100 bom)

Diagnose durch den Kardiologen

  • ventrikuläre Extrasystole

Technische Anmerkung – Annotation bei Kardia von AliveCor

Die AliveCor Kardia Systeme, KardiaMobile, KardiaBand und Kardia 6L  zeigen im 1-Kanal EKG eine sog. Annotation an. Es handelt sich um eine Balkenlinie (blaue Markierung) unterhalb des EKGs; die kleinen senkrechten Balken zeigen den QRS-Komplex an. Somit können Sie auch bei schneller Herzschlagfolge die Regelmäßigkeit der Herzaktionen besser bewerten. Gegebenenfalls können Sie das EKG ausdrucken und mit einem Zirkel oder einem Lineal selber nachmessen. Sowohl das KardiaMobile als auch die 1-Kanal EKG-Funkton des Kardia 6L verfügen über eine Annotation. Das 1-Kanal EKG von Apple verfügt nicht über eine Annotation.

Technische Anmerkung – Vorteile des 6-Kanal EKGs

Gerade dem geschulten Betrachter bietet das 6-Kanal EKG von AliveCor mehr Möglichkeiten. Die P-Wellen sind besser abgrenzbar, weil Sie in der Regel in der Extremitäten Ableitung II am besten sichtbar sind. Die 1-Kanal EKGs bilden jeweils nur die Ableitung I ab.

Durch das 6-Kanal EKG läßt sich auch der Ursprungsort von ventrikulären Extrasystolen besser abgrenzen. Das hat durchaus Bedeutung, weil es sich in dem vorgestellten Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit um  ventrikuläre Extrasystolen aus einem Ausflußtrakt des Herzens handelt.

 

Intervention und Verlauf

Symptome. Die akuten Symptome entwickelten sich 10 Minuten nach Ende der Mahlzeit und der betroffene Mensch nahm dann 2 orale Antihistaminika, den H1-Blocker Lorantadin (10mg) und den H2-Blockers Ranitidin (300 mg, oral nicht in Deutschland erhältlich). Die Symptomentwicklung hatte eine klare Abfolge, indem sie sich eindeutig zuerst im Rachenraum bemerkbar machten.

Herzrhythmus. Die atrialen und ventrikulären Extrasystolen wurden zuerst ca. 10-15 Minuten nach Beendigung der Mahlzeit registriert. Die ventrikulären Extrasystolen waren nach ca. 1 Stunde deutlich rückläufig bzw. nicht mehr nachweisbar, während atriale Extraaktion weiter vorkommen, allerdings nicht in der anfänglichen Häufigkeit.

Interessanterweise lag die Herzfrequenz in der Nacht (gemessen mit Apple-Watch 4 + SleepWatch App) bis zum Morgen, d.h. 16h Stunden nach der Symptom-auslösenden Mahlzeit mit 77 bpm mehr als 10 bpm höher als in den 7 Tagen davor (Durchschnitt 15,1 bpm <77 bpm). Folglich bestand somit eine fortgesetzte arrythmogene Aktivierung des Herzens auch in der Nacht.

Den vollständigen Fallbericht finden Sie hier: Fallbericht V.a.Histaminintoleranz

Kurzbeschreibung – Histamin und Herzrhythmusstörungen

Histamin wirkt über verschiedene Rezeptoren und bewirket so mannigfache Symptome. Dabei verursachen vor allen Dingen die Aktivierung von H1 und H2 Rezeptoren Veränderungen im Herz-Kreislaufsystem.

Folglich bewirkt Histamin über die  H1 Rezeptoren eine Blutgefäßerweiterung und damit Blutdruckschwankungen. Die H2 Rezeptoren hingegen stimulieren das Herz indem sie, so wie in diesem Fall eine Tachykardie auslösen und auch die Muskulatur der Herzhauptkammern zu mehr Aktivität stimulieren. Darüber hinaus können vor allen Dingen in den Vorkammern Extrasystolen bis hin zu Vorhofflimmern getriggert werden.

Ein indirekter Beleg für die Bedeutung von Histaminrezeptoren am Herzen ist die Wirkung von sog. H2-Blockern, z.B. Cimetedin und Ranitidin am Herzen. Schließlich ist bei Rantidin die Wirkung auf die Erregungsbildung und -weiterleitung im Herzen so  ausgeprägt, dass unter höheren Dosierungen von 300mg Ranitidin in seltenen Fällen kritische Verlangsamungen der Herzfrequenz vorkommen können.

Folglich haben diese  Zusammenhänge im Alltag durchaus praktische Bedeutung. In diesem Sinne sind Menschen, die ohnehin schon ein erhöhtes Risiko, z.B. für Vorhofflimmern haben, besonders gefährdet. Liegt dann noch eine Histaminerkrankung, z.B. eine Allergie, eine Histaminintoleranz oder ein Mastzellaktivitätssyndrom vor, dann können zugeführte Histamin-begünstigende Nahrungsmittel, so z.B. auch das beliebte Oktoberfestbier Herzrhythmusstörungen auslösen.

Während eine Allergie von Betroffenen und Ärzten gut erkannt wird, fällt die Abgrenzung anderer Histaminerkrankungen aufgrund der eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten, und hier vor allen Dingen eines einfachen Labortests, schwer. Folglich sollten wir bei Herzrhythmusstörungen im jüngeren und mittleren Lebensalter, d.h. bei fehlenden weiteren Risikofaktoren für das Herz an eine Histaminerkrankung bzw. den Einfluss von Nahrungsmitteln denken und genauer nach weiteren Histaminsymptomen fragen.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Bier auf dem Oktoberfest – Risikofaktor für Herzrhythmusstörungen

Seit 1810 findet in München das Oktoberfest statt. Ursprünglich als Feierlichkeit anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese gedacht, hat sich das Oktoberfest zu einem weltbekannten Volksfest mit über 5 Millionen Besuchern aus über 60 Ländern des nicht-bayrischen Auslands entwickelt.

Im Jahr 2015 haben 5,9 Millionen Besucher durchschnittlich 1,31 Maß Bier pro Besucher (1 Maß Bier = 1,069 l) getrunken. Wir untertreiben also sicherlich nicht, wenn wir behaupten, dass die allermeisten Besucher dieses beliebten Volksfestes kommen, um in der Gesellschaft Gleichgesinnter Bier zu trinken.

Bier enthält Alkohol. Alkohol kann Rhythmusstörungen auslösen. Diese Zusammenhänge hat eine Arbeitsgruppe, die Munich Beer Related Electrocardiogram Workup Study (MunichBREW) wissenschaftlich (und nüchtern) untersucht.

Alkoholtest und AliveCor Smartphone EKG auf dem Oktoberfest

Für die MunichBREW Studie wurden im Jahr 2015 auf dem Oktoberfestgelände 3.028 Besucher erfasst. Neben einem Standard-Alkohol-Atemtest leiteten die Untersucher jeweils ein 30-sekündiges 1-Kanal EKG mit dem KardiaMobile von AliveCor ab. Dieses Smartphone-basierte System zur Dokumentation eines EKGs ist wissenschaftlich getestet und wird von uns in der Cardiopraxis auch bei der Betreuung von Menschen mit Herzrhythmusstörungen häufig genutzt.

Das Durchschnittsalter betrug 34,7 +/- 13,3  Jahre, 29,9% waren Frauen. Der mittlere Alkoholgehalt betrug 0,85 +/- 0,54 Promille, bei Männern höher als bei Frauen.

Schneller Herzschlag und Herzrhythmusstörungen durch Bier

Bei 30,5% der Menschen wurde in der MunichBREW-Studie eine Herzrhythmusstörung nachgewiesen, wobei bei 25,9% aller Untersuchten eine Sinustachykardie vorlag. Sinustachykardie bedeutet eine regelmäßige Herzschlagfolge mit über 100 bpm, die als Ausdruck eines erhöhten Risikos für komplexere Herzrhythmusstörungen gewertet werden kann. Immerhin 5,4% des recht jungen Gesamtkollektives hatten komplexere Herzrhythmusstörungen, wie z.B. Extrasystolen der Vor- bzw.- Hauptkammern und 0,8% hatten sogar Vorhofflimmern, was ja ein Risikofaktor für einen Schlaganfall ist.

Hier ein authentisches “Oktoberfest-EKG” aus München (siehe Datum und Uhrzeit): vorbekanntes intermittierendes Vorhofflimmern; Samstag 28.9.19: Besuch des Oktoberfestes; gegen 21:00h 0,5 Maß Augustiner-Bräu, keine Nahrungsaufnahme; 2:02h in Nacht nächtlich symptomatisches Vorhofflimmern (geistriert mit KardiaMobile von AliveCore).

Bier für Bier – Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt bei Frauen stärker als bei Männern

Nicht ganz unerwartet stieg mit der Alkoholkonzentration im Blut auch der Anteil an Menschen, die irgendeine Form von Herzrhythmusstörung aufwiesen. Frauen waren dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Ab 1,2 Promille konnten die Untersucher bei knapp 50% der Frauen und bei knapp 40% der Männer eine Herzrhythmusstörung mit dem 1-Kanal EKG nachweisen.

Alkohol und Histamin im Bier – Risikofaktor für Herzrhythmusstörungen

Wir können davon ausgehen, dass auf dem Oktoberfest zur Steigerung des Alkoholgehaltes im Blut fast ausschließlich Bier zum Einsatz kommt. Folglich müssen wir für die Entstehung von Herzrhythmusstörungen also neben dem Alkoholgehalt und dem Verlust an Elektrolyten auch den Gehalt an Histamin im Bier berücksichtigen.

Beim Bier hat der Histaminstoffwechsel eine besondere Bedeutung, da Bier Histamin enthält und durch den Alkoholgehalt der Abbau von Histamin über das Enzym Diaminooxidase gleichzeitig blockiert wird. Histamin selber kann über H2 Rezeptoren am Herzen einen schnellen Herzschlag und Herzrhythmusstörungen auslösen.

Alkohol. Grundsätzlich gilt, dass Alkohol schon alleine, egal in welcher Zubereitung ein Risikofaktor für Rhythmusstörungen des Herzens ist. Die Mechanismen sind hier nicht ganz klar. Das traditionelle Oktoberfestbier, das Märzenbier, welches die Münchner Brauereien im März brauen, zeichnet sich durch einen relativ hohen Alkoholgehalt von bis zu 6,4% aus.

Trinken wir Alkohol, dann kennen die meisten von uns den Befund des schnellen Herzschlages. Ihre Herzfrequenz liegt dabei 10-20 ppm über Ihrer gewohnten Grundfrequenz in Ruhe. Unabhängig von den Mechanismen, die zum schnelleren Herzschlag führen, zeigt dieses an, dass Alkohol eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung des Herzens zur Folge hat. Adrenalin begünstigt immer Herzrhythmusstörungen, insbesondere dann, wenn im Vorfeld Rhythmusstörungen bzw. eine Herz-Kreislauferkrankung bekannt sind.

Elektrolytverlust. Wer Bier trinkt geht häufig zum Wasserlassen. Über den Urin kann Ihr Körper wichtige Elektrolyte, wie Kalium Magnesium und Natrium verlieren. Geschieht dieses im Übermaß, dann wird auch das elektrische Gleichgewicht im Herzen gestört und Herzrhythmusstörungen sind die Folge.

Histamin. Das Oktoberfestbier, also das untergärige Märzenbier enthält wie viele Nahrungsmittel Histamin, was schon alleine das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigert. Übrigens, wer Probleme mit Herzrhythmusstörungen bzw. mit Histaminerkrankungen hat, der sollte das obergärige Weizenbier meiden, denn es hat sogar den ca. 6-fachen Histamingehalt im Vergleich zu untergärigen Bieren.

Clever auf das Oktoberfest

Sollten Sie bisher gesund sein und das Oktoberfest besuchen, dann wünschen wir Ihnen viel Spaß in guter Gesellschaft.

Zur Vorsicht raten wir allerdings Menschen mit vorbekannten Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere mit einer Vorgeschichte für Herzrhythmusstörungen, wie z.B. Extrasystolen und Vorhofflimmern. Darüber hinaus haben Menschen mit Histaminerkrankungen, vor allen Dingen mit einer vorgenannten Histaminintoleranz und einem Mastzellaktivitätssyndrom ein erhöhtes Symptomrisiko.

Herzrhythmusstörungen. Eine Maß zu viel kann bei vorgenannten Herzrhythmusstörungen der Auslöser für anhaltendes Vorhofflimmern sein. Sie sollten sich auf eine Maß beschränken und vor dem Gang zur Theresienwiese 1-2 Elektrolyttabletten einnehmen, welche Kalium, Magnesium und Natrium enthalten. Hat Alkohol in der Vergangenheit bei Ihnen wiederholt Herzrhythmusstörungen verursacht, dann sollten Sie ganz auf Alkohol verzichten.

Histaminerkrankungen. In Abhängigkeit von den Symptomen eines Histaminüberschusses in der Vergangenheit, sollten Sie evtl. auf Bier ganz verzichten. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn z.B. nach Bier bei Ihnen schon mal Luftnot und ein instabiler Kreislauf vorgekommen sind. Waren die Symptome allerdings bisher nicht besonders stark ausgeprägt, z.B. traten nur Müdigkeit, lediglich leichter Juckreiz bzw. leichter Durchfall am Folgetag auf, dann können Sie Histamin-Symptomen vorbeugen.

So können Sie den Abbau von Histamin durch die Einnahme von Diaminooxidase-Kapseln (DaosinⓇ) ca. 30-60 Minuten vor dem ersten Bier unterstützen. Weiterhin kann Ihnen auch die Einnahme von 500-1.000 mg Vitamin C pro Tag an den Tagen vor dem Wies’n Besuch helfen, da Vitamin C die Histaminfreisetzung aus Mastzellen verringert.

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Herzstolpern, Herzrasen – Warum ein 1-Kanal-EKG mit dem Smartphone?

Die EKG-Funktion von Smartphones entweder in Verbindung mit einer Smartwatch oder anderen Geräten zur Ableitung wird  zunehmend auch in Fachkreisen diskutiert. Auch wir in der Cardiopraxis erleben hier alltäglich den wertvollen Beitrag dieser Systeme bei der Gesundheitsversorgung, insbesondere bei der Verhinderung eines Schlaganfalls. Sollten Sie sich für dieses Thema interessieren, dann werden Sie bei Cardiopraxis immer wieder Beiträge zum Thema “Smartphone EKG” finden.

Smartphone, Smartwatch oder Blutdruckgerät mit EKG-Funktion – planen und kaufen 

Sie überlegen sich, ob Sie ein Smartphone-basiertes Gerät mit EKG-Funktion oder ein ähnliches Gerät kaufen sollen. Möglicherweise haben Sie ein solch teures Produkt bereits erworben und fragen sich jetzt: Was soll ich damit anfangen? Wozu brauche ich überhaupt eine EKG-Funktion auf meinem Smartphone?

Aus professioneller Sicht handelt es sich bei den Smartphone-basierten Angeboten zur Ableitung eines EKGs zunächst einmal um hochwertige Produkte. Es gibt hier verschiedene Anbieter, z.B. AliveCor, Apple, Withings und Samsung.Die Information des 1-Kanal-EKGs ist medizinisch verwertbar und wissenschaftlich getestet. Es handelt sich somit nicht um ein Spielzeug, da die Messergebnisse diagnostische und therapeutische Konsequenzen haben können.

Wie können Sie die EKG-Funktion für sich sinnvoll nutzen?

Der Blog “Smartphone-EKG” – EKG lernen

Um Ihnen ein besseres Verständnis für den Sinn und die Feinheiten des 1-Kanal-EKGs zu ermöglichen, betreibt Cardiopraxis zu diesem zukunftsweisenden Thema einen Blog.

Wir veröffentlichen Beiträge zum Thema EKG mit dem Smartphone in loser Folge. Dabei stehen Fallberichte mit Beispiel-EKGs und den dazu passenden Erklärungen im Vordergrund. Wir wollen Ihnen die Nutzungsmöglichkeiten, aber auch die Fehlerquellen beim 1-Kanal-EKG aufzeigen.

Warum macht die Cardiopraxis einen Blog zum Thema Smartphone und EKG? 

Wir in der Cardiopraxis nutzen seit 2016 KardiaMobile von AliveCor bei der Patientenversorgung, die Systeme verleihen wir mehrmals im Monat an Patienten mit unklaren Rhythmusstörungen. Da Rhythmusstörungen häufig nur vorübergehend sind, die z.B. nur 2 mal im Monat auftreten, werden Sie häufig auch mit einem Langzeit-EKG nicht erfasst. Gerade hier sind uns die Smartphone-basierten Systeme eine große Hilfe.

Inzwischen haben wir auch umfangreiche Erfahrungen mit dem KardiaBand und der AppleWatch 4. Im Bereich Smartphone EKG werden wir in der Zukungft auch alle medizinsich sinnvollen Systeme testen und Sie darüber informieren.

Wir sind von den 1-Kanal-EKGs mit dem Smartphone und deren Nutzen auch als Profis überzeugt. Die Verlagerung von hochwertiger Diagnostik zum betroffenen Menschen halten wir für zukunftsweisend und gesundheitsfördernd. Der medizinische Hauptnutzen bei den 1-Kanal-EKGs mit dem Smartphone ist der Nachweis bzw. der Ausschluss von symptomatischem und asymptomatischem Vorhofflimmern, was der Schlaganfallverhütung dient.

Schlaganfall – unerkanntes Vorhofflimmern häufig die Ursache 

Pro Jahr treten in Deutschland ca. 270.000 neue Schlaganfälle auf. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung. Dieser Zustand ist nur allzu häufig mit einem Verlust der vollen körperlichen und geistigen Selbstbestimmtheit verbunden. Das Gefühl der Hilflosigkeit vor dem Hintergrund verlorener Gesundheit lässt Sie bisweilen verzweifeln und an den Verlust der eigenen Würde denken.

Wer schwere Verläufe von Schlaganfällen kennt, und wenn es nur ein einziger “Fall”  ist, der weiß, warum wir diesen Blog machen.

In 20-25% der Fälle ist die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern die Ursache eines Schlaganfalls. Vor allen Dingen unerkanntes und unbehandeltes Vorhofflimmern ist dabei meistens der Grund. Die Diagnose “Vorhofflimmern” kann nur mittels EKG gestellt werden. Andere Verfahren, wie z.B. die Tastung des Pulses sind nur richtungsweisend.

Medizinischer Nutzen von Smartphone-EKGs – Schlaganfall verhindern 

Das Besondere an den meisten Systemen für Smartphone-EKGs ist eine automatische Erkennung von Vorhofflimmern. Das AliveCor System zeigte in Studien eine Diagnosesicherheit von Vorhofflimmern von über 95%. Die Sicherheit bei der Diagnose eines Normalbefundes lag ebenfalls über 95%.

Sollte die Diagnose Vorhofflimmern gestellt werden, muss fast immer eine notwendige Therapie zur Verhinderung eines Schlaganfalls eingeleitet werden. Diese beinhaltet dann auch eine Hemmung der Blutgerinnung, was schlussendlich das Risiko für einen Schlaganfall um mehr als 70% reduziert.

Problematisch bei Vorhofflimmern ist, dass es häufig immer wieder nur kurzzeitig auftritt und trotzdem gefährlich ist. In diesen Fällen können wir auch als Kardiologen die Rhythmusstörung mittels Ruhe-EKG oder auch Langezeit-EKG nicht erfassen. Diese diagnostische Lücke kann durch das Smartphone-EKG geschlossen werden. Anders gesagt, mit einem Smartphone-EKG können Sie selber Vorhofflimmern erfassen, auch wenn Sie nicht in direkter kardiologischer Betreuung sind oder ein übliches EKG-Gerät in der Hausarztpraxis oder Notaufnahme unmittelbar erreichbar ist.

Wir sind davon überzeugt, dass sich durch die Früherkennung von Vorhofflimmern mittels Smartwatch-EKGs die Rate an Schlaganfällen deutlich senken lässt.

Neben Vorhofflimmern werden natürlich auch andere Rhythmusstörungen aufgezeichnet, die bei Symptomen zur Diagnosefindung beitragen können. Ein nicht zu unterschätzender Wert von Smartphone-EKGs ist, dass bei vorliegenden Symptomen eine Rhythmusstörung ausgeschlossen werden kann. Dieses vermeidet weitere unnötige Diagnostik und Therapie.

EKG mit dem Smartphone – Was es nicht leisten kann

Grundsätzlich ist festzuhalten: Ein Smartphone-EKG eignet sich bisher nicht zur Erfassung eines Herzinfarktes.

Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern tritt oft anfallsartig auf, sie dauert unterschiedlich lang, einige Minuten bis viele Stunden. Problematisch ist, dass viele solcher Episoden asymptomatisch sind. Studien legen nahe, dass mehr Episoden asymptomatisch als symptomatisch sind. Deshalb macht es auch für Risikopatienten Sinn, dass sie auch ohne Beschwerden 1-2 mal in der Woche messen.

Mit dem Smartphone-EKG kann ich den Herzrhythmus im selben Augenblick messen. Eine Aussage darüber, ob vielleicht in der Vergangenheit Vorhofflimmern vorlag, können wir nicht treffen. Übrigens gilt dies auch für alle anderen herkömmlichen EKG-Methoden.

Vorhofflimmern – Puls tasten, Arrhythmiefunktion mit Blutdruckmanschette oder Smartphone-EKGs

Im Gegensatz zum Tastbefund und der Arrhythmie-Detektion durch eine einfache Blutdruckmanschette ermöglicht das 1-Kanal-EKG mit dem Smartphone eine schriftliche Dokumentation. Ohne schriftliche Dokumentation ist keine Einordnung von Rhythmusstörungen durch den Arzt möglich, und damit auch keine Therapie. Hier bieten die Smartphone-EKGs einen entscheidenden Vorteil.

Die Daten können an eine Ärztin oder an einen Arzt via Text-messaging, E-Mail oder direkt als Print-out mitgeteilt werden.

EKG mit dem Smartphone – den Kontakt zum Arzt halten 

Das Smartphone-EKG ersetzt nicht den Arztbesuch. Nur ein Arzt kann ein EKG sicher bewerten und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen einleiten.

Im Zweifel sollten Sie bei Symptomen oder unklaren EKG-Befunden daher immer einen Arzt kontaktieren, am besten einen Kardiologen oder eine Kardiologin.

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Herzstolpern, Herzrasen – nur ein EKG kann eine Diagnose sichern 

Die Symptome von Herzrhythmusstörungen sind unterschiedlich. Sie berichten uns „mein Herz stolpert immer mal wieder“, „mein Herz rast“, „manchmal habe ich das Gefühl, mein Herz macht eine Pause“, zwischen durch ist mein Herz so langsam“ oder „in letzter Zeit schlägt mein Herz immer mal wieder komplett unregelmäßig“.

Symptome können auf spezifische Rhythmusstörungen hinweisen, aber erst das EKG erlaubt eine genaue Diagnose und damit eine sichere Risikoabschätzung. Viele Rhythmusstörungen sind harmlos, manche allerdings können ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen haben.

Eine wichtige Frage, die uns in der Cardiopraxis immer wieder gestellt wird, ist:

  • Soll ich überhaupt ein Smartphone-EKG messen?
  • Wie soll ich ein Smartphone-EKG ableiten?
  • Wann sollte ich ein 1-Kanal EKG bestimmen?

Warum 1-Kanal EKG messen? 

Das Smartphone-EKG ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie symptomatische Rhythmusstörungen haben, die bisher schriftlich noch nicht registriert wurden. Die Messung mit schriftlicher Dokumentation ist für den Arzt besonders wichtig, da nur so eine richtige Diagnose möglich wird und damit auch die richtige Therapie. Rhythmusstörungen sind häufig selten, z.B.  einmal im Monat.

Smartphone-EKG – wer sollte diese Funktion nutzen? 

Wir kennen 3 große Gruppen von Menschen, die von einem 1-Kanal EKG profitieren können. Solche mit:

  • Symptomen von Herzrhythmusstörungen
  • einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern
  • bekannten Herzrhythmusstörungen

Menschen mit Symptomen und unbekannten Herzrhythmusstörungen 

Symptome von Herzrhythmusstörungen können sich vielfältig äußern. Manchmal merken Sie einfach nur ein plötzlich einsetzendes Unwohlsein, Unruhe auf der Brust bzw. eine Luftnot. Etwas spezifischer für Herzrhythmusstörungen sind:

  • Herzrasen
  • langsamer Herzschlag
  • Herzstolpern
  • unregelmäßiger Herzschlag

Bei gelegentlich auftretenden Symptomen ist eine Rhythmusstörung häufig noch nicht schriftlich dokumentiert. Gerade hier macht die Aufzeichnung mit dem Smartphone Sinn, um eine richtige Diagnose zu stellen.

Menschen mit symptomatischen Rhythmusstörungen messen zum Zeitpunkt der Symptome, quasi am “point-of-Action”. Des Weiteren sollten auch symptomatische Menschen gelegentlich, das heißt 1-2 Mal pro Woche unabhängig von den Symptomen messen, um gegebenenfalls asymptomatische Rhythmusstörungen zu erfassen und zu dokumentieren.

Risikopatienten für Vorhofflimmern 

Aus unserer Sicht macht es Sinn, wenn Menschen mit einem erhöhten Risiko für Vorhofflimmern unabhängig von den Symptomen regelmäßig ein 1-Kanal ableiten. Zur Risikogruppe gehören Menschen mit:

  • Alter >65 Jahre
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • vergrößerte Herzvorkammern im Herzultraschall
  • relevante Herzklappenerkrankung
  • Herzschwäche
  • Durchblutungsstörung des Herzens (Koronare Herzkrankheit, nach Herzinfarkt)

Haben Sie ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern, dann sollten Sie z.B. 2 mal pro Woche unabhängig von Symptomen messen. So können asymptomatische Episoden von Vorhofflimmern erfasst werden.

Menschen mit bekannten Herzrhythmusstörungen 

Es macht durchaus Sinn ebenfalls 2 Mal wöchentlich zu messen, wenn bei Ihnen Rhythmusstörungen bekannt und dokumentiert sind. Zunächst harmlose Rhythmusstörungen, wie z.B. vermehrte Vorhofextrasystolen sind nicht selten der Vorbote für Vorhofflimmern.

Wie sollte Sie ein 1-Kanal EKG mit einem Smartphone-EKG gemessen werden? 

Wenn Sie qualitativ ein hochwertiges 1-Kanal EKG mit dem Smartphone ableiten wollen, dann ist eine gute Messroutine wichtig. Nur so können Sie ein verwertbares EKG ohne Störungen, sog. Artefakte ableiten.

Häufig spielt die Bewegung des Armes eine erhebliche Rolle und hat Artefakte zur Folge. Das ist ähnlich wie bei einem verwackelten Foto, wir können dann häufig den Befund nicht richtig erkennen. Am besten Sie leiten ein Smartphone-EKG möglichst im Sitzen ab und legen dabei den Arm auf den Tisch. Während der Aufzeichnung sollte nicht gesprochen werden. Das EKG sollten Sie speichern und zur genauen Betrachtung eventuell auch ausdrucken.

Sie sollten auf den Bedarfsfall vorbereitet sein, da manche Rhythmusstörungen nur einige Minuten anhalten. Daher macht es Sinn, wenn Sie den Umgang mit dem jeweiligen System üben. Zudem ist es sehr wertvoll bei einer auffälligen Messung wiederholt zu messen und somit zu dokumentieren, wie lange die Herzrhythmusstörung dauert.

Smartphone-EKG – automatische Diagnose von Vorhofflimmern – Kommunikation mit einem Kardiologen am besten 

Kardiologinnen und Kardiologen sind Spezialisten für Herzrhythmusstörungen und dafür lange ausgebildet worden. Sie sollten daher mit einem Kardiologen das Vorgehen zur Befundübermittlung und -bewertung besprechen.

Die Diagnosefunktion bei den Kardia-Geräten von AliveCor bzw. von Apple verfügen im Hinblick auf Vorhofflimmern über 3 Diagnosen:

  • normal
  • unklassifiziert
  • mögliches Vorhofflimmern

Bei den Diagnosen “unklassifiziert” und “mögliches Vorhofflimmern” raten wir zur zeitnahen Kontaktaufnahme. Bei Vorhofflimmern steigt das Risiko für einen Schlaganfall an. In der Cardiopraxis haben viele Menschen, die wir betreuen unsere E-Mail oder Handynummer, so dass die Übermittlung rasch erfolgen kann, auch über Textmessaging.

Im Falle von Symptomen, wie Luftnot und Benommenheit raten wir Ihnen eine Notaufnahmestation aufzusuchen bzw. den Rettungsdienst unter 112 zu verständigen.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Routinemessung – Sinusrhythmus – 1-Kanal EKG mit Apple Watch 4 

Vorgeschichte

Ein 38-jähriger gesunder Mann hat eine Apple Watch 4 erworben. Folglich testet er auch einmal die EKG-Funktion.

Aktuelle Symptome

  • keine Symptome
  • gute Belastbarkeit

Smartphone 1-Kanal EKG – Apple Watch 4 

Was sehe ich:

  • elektrische Herzfrequenz 70bpm
  • regelmäßiger QRS-Komplex
  • schmaler QRS-Komplex (blauer Punkt)
  • P-Welle gut sichtbar (grüner Punkt)

Diagnose durch den Kardiologen 

  • Sinusrhythmus

EKG – Diagnose-Kriterien

  • regelmäßige P-Wellen
  • Konstante P-Wellen-Intervalle
  • Jeder P-Welle folgt ein QRS-Komplex

Kurzbeschreibung – Sinusrhythmus

Der Sinusrhythmus ist der normale elektrische Rhythmus Ihres Herzen. Zur Diagnose eines Sinusrhythmus gehört, dass der regelmäßig auftretenden P-Welle (blauer Punkt) jeweils ein QRS-Komplex (grüner Punkt) folgt. Folglich tritt durch die geordnete hintereinander geschaltete elektrische Erregung von Vorkammer (P-Welle) und Hauptkammer (QRS-Komplex) auch das mechanische Zusammenziehen der Vorkammer und der Hauptkammermuskulatur nacheinander auf. Kurzum, erst entleeren sich die Vorkammern in die Hauptkammern und danach werfen die Hauptkammern Blut in den Lungen- bzw. Körperkreislauf aus.

Zum Sinusrhythmus gehört ein typischer Vektor der P-Welle. Dies ist im 1-Kanal-EKG im Gegensatz zum 12-Kanal-EKG eingeschränkt beurteilbar. Da alternative geordnete ektope Vorhofrhythmen z.B. aus dem basalen Vorhof, sehr selten sind, ist dies zu vernachlässigen, insbesondere auch, weil dieses Kriterium nicht zur Abgrenzung von Vorhofflimmern herangezogen wird.

Der Sinusrhythmus bestimmt im Normalfall die Herzfrequenz, d.h. die Häufigkeit mit der Ihr Herz z.B. pro Minute elektrisch und mechanisch aktiv ist. Die normale Herzfrequenz beträgt beim Menschen in Ruhe 50-100 bpm. Folglich sprechen wir bei einer Herzfrequenz von >100 bpm von einer Tachykardie, bei einer Herzfrequenz <50 bpm von einer Bradykardie.

Beim Sinusrhythmus ist die Herzschlagfolge regelmäßig, d.h. die Abstände z.B. zwischen den QRS-Komplexen sind fast gleich. Beispielsweise beträgt der Abstand bei 50 bpm 1.200 ms und bei 100 bpm 600 ms.

Allerdings kann der Abstand zwischen zwei elektrischen Herzaktionen atemabhängig sehr geringfügig, z.B. um 30 ms schwanken. Dieses Phänomen nennen wir Herzfrequenzvariabilität, es ist abhängig von der Atmung und ein Zeichen des Gesunden. In der Einatmung nimmt die Herzfrequenz zu, in der Ausatmung nimm sie ab. Dieses Phänomen nennen wir respiratorische Sinusarrhythmie. Im EKG können wir es gerade bei jüngeren Menschen immer wieder sehen.

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Herzrasen – plötzlich schneller Puls –  1-Kanal EKG mit Apple Watch 4 

Vorgeschichte

Ein 62-jähriger gesunder Mann bemerkt aus der körperlichen Ruhe heraus eine plötzliche innere Unruhe. Folglich tastet er einen sehr schnellen Puls. Ein sicherer Auslöser liegt nicht vor.

Allerdings kennt er dieses Herzrasen schon aus seiner Vorgeschichte. Einerseits beginnt  das Herzrasen immer plötzlich,  andererseits hört es auch genauso plötzlich wieder auf  (on-off, wie ein Lichtschalter). Die Episoden kommen 1-2 mal pro Jahr vor und er kann sie bisher durch vagale bzw. mechanische Manöver mit Eiswasser bzw. Kopfstand erfolgreich beenden. Eine Dokumentation mit einem 12-Kanal-EKG ist bisher noch nicht erfolgt.

Aktuelle Symptome bei laufendem Herzrasen

  • innere Unruhe
  • keine Benommenheit
  • körperlich belastbar

Smartphone 1-Kanal EKG – Apple Watch 4 

Was sehe ich:

  • elektrische Herzfrequenz 170 bpm
  • regelmäßige Kammeraktionen
  • schmale Kammerkomplexe
  • keine sichere P-Welle, möglich unmittelbar nach QRS-Komplex

Verdachtsdiagnose durch den Kardiologen 

  • hochgradiger Verdacht auf AV-Knoten Reentrytachykardie (AVNRT)

Anamnesekriterien aus der Vorgeschichte

  • plötzliches Einsetzen und Ende der Tachykardie
  • mehrmals durch mechanische und vagale Manöver beendet

EKG – Kriterien der typischen AVNRT

  • schmale QRS-Komplexe
  • regelmäßige QRS-Komplexe
  • Keine oder unmittelbar nach QRS-Komplex erkennbare P-Welle

Akute Therapie der AVNRT 

Mechanisches Manöver

  • Kopfstand

BILD – Kopfstand

  • führt zur Terminierung der Rhythmusstörung mit Sinusrhythmus

Technische Anmerkungen

Bei sehr hohen Herzfrequenzen ist die P-Welle häufig schwierig abgrenzbar. Allerdings kann durch eine komplette Blockade des AV-Knotens mittels Adenosin die P-Welle sichtbar gemacht werden.

Der Analysemodus der Apple-Watch erlaubt die Diagnose “mögliches Vorhofflimmern” nur bis zu einer Herzfrequenz von 120 bpm. Dasselbe gilt übrigens auch bei einer Herzfrequenz von unter 50 bpm. Kurzum, die Apple Watch ist für die Diagnose “mögliches Vorhofflimmern” nur in einem Herzfrequenzbereich von 50-120 bpm geeignet. Folglich kann es sich in dem oben genannten Fall streng genommen auch um pseudoreguläres schnelles Vorhofflimmern gehandelt haben. Das ist allerdings aufgrund der Ansprechbarkeit der Rhythmusstörung auf ein vagales Manöver mit prompter Terminierug des Herzrasen unwahrscheinlich. Denn Vorhofflimmern reagiert allenfalls mit einer vorübergehenden Verlangsamung der Herzfrequenz auf vagale Manöver, fast nie mit einer kompletten Terminierung.

 

Kurzbeschreibung AV-Knoten Reentrytachykardie (AVNRT) 

Eine AVNRT ist eine grundsätzlich „gutartige“ Herzrhythmusstörung, welche typischerweise plötzlich beginnt und wieder endet. Diese Form der Tachykardie kann in jedem Lebensalter erstmals auftreten.

In der Tat können Sie eine AVNRT häufig durch vagale Manöver (z.B. Augenbulbusdruck, Druck auf eine Halsschlagader, Valsalva-Pressmanöver, Eiswasser) beenden. Allerdings sollten Sie einen Kopfstand wirklich nur dann durchführen, wenn Sie ihn wirklich beherrschen. Folglich muss der  Einsatz von vagalen Manövern immer vor der ersten Durchführung mit einer Kardiologin oder einem Kardiologen besprochen werden.

Eine AVNRT kann bei langer Dauer von mehreren Stunden zu Luftnot, vermehrter Harnausscheidung („Harnflut“) und Leistungsschwäche führen. Aus diesem Grund kann bei begleitenden weiteren Herz-Kreislauferkrankungen, wie Herzschwäche und Koronare Herzkrankheit eine kritische Kreislaufschwäche mit Lungenödem auftreten.

Folgerichtig, hält die AVNRT an bzw. kann die Tachykardie nicht durch vagale oder mechanische Manöver beendet werden, dann müssen Sie ärztliche Hilfe aufsuchen. Bei guter Leistungsfähigkeit können Sie unmittelbar zu einem Kardiologen oder eine Notaufnahmestation gehen. Im Zweifel, und immer bei Symptomen, wie z.B. Luftnot und Benommenheit, sollten Sie den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

Eine AVNRT kann typischerweise durch die intravenöse Gabe von Adenosin (AdrekarⓇ) beendet werden. Zudem ist so auch die diagnostische Abgrenzung von Vorhofflattern mit regelmäßiger Überleitung möglich.

Überdies können wir  eine AVNRT durch eine Katheterablation behandeln und somit “heilen”. Zudem ist der Eingriff  komplikationsarm und hocheffektiv mit Erfolgsraten > 95%. Eine medikamentöse Rezidivpropylaxe ist wenig effektiv und nicht zu empfehlen.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Ibuprofen und Bluthochdruck – der Blutdruck schwankt stark

32,4 % der Menschen in Deutschland über 20 Jahren haben Bluthochdruck. Diese Herz-Kreislauferkrankung ist ein hoch-relevanter gesundheitlicher Risikofaktor, z.B. für das Auftreten eines Herzinfarktes.

In der Cardiopraxis erfassen wir durch die Kreislaufmessung mit dem FinapresⓇ-System nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Blutfluss und gleichzeitig messen wir auch Ihre Körpertemperatur. Das zeigt uns nicht nur besser, wie Ihr Blutdruck reguliert wird, sondern auch wie Ihr Temperaturregelkreis – und damit Ihr Stoffwechsel – gesteuert wird. So können wir die Ursachen des erhöhten Blutdrucks sehr häufig besser erkennen und erfolgreich behandeln.

Zu uns in die Cardiopraxis kommen sehr häufig Menschen, die angeben, dass ihr Blutdruck „spinnt”, weil er besonders stark schwankt: mal ist er niedrig, mal sehr hoch. Auf genauere Befragung geben zahlreiche Betroffene an, dass sie in letzter Zeit das Schmerzmittel Ibuprofen in Tagesdosen von 400 bis 2.400 mg einnehmen.

Mit Ibuprofen, dem „Marktführer“ unter den Schmerzmitteln, haben wir in der Cardiopraxis umfangreiche messtechnische Erfahrungen. Denn bei der Kreislaufmessung bestimmen wir nicht nur Blutdruck, sondern auch Blutfluss und Körpertemperatur. Allein vom rezeptfreien Ibuprofen bis 400 mg wurden im Jahr 2017 in Deutschland 51 Millionen Packungen verkauft, der Umsatz betrug 320 Millionen Euro.

Ibuprofen – der Blutdruck steigt

In einer sogenannten Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie konnte man bei 444 Menschen mit einem durchschnittlichen Alter von 62 Jahren zeigen, dass mittlere Dosen an Ibuprofen (600-800 mg) und Naproxen (375-500 mg) den Blutdruck steigern

. Das galt vor allen Dingen für den systolischen Blutdruck mit durchschnittlich 3,4 mmHg (Ibuprofen) und 1,9 mmHg (Naproxen). Dies mag gering erscheinen, allerdings war der Pulsdruck, d.h. die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Druck, ebenfalls erhöht. Das weist indirekt darauf hin, dass der Blutfluss relevant ansteigt – und damit auf eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung.

Das besondere an der Untersuchung war, dass alle Studienteilnehmer ursprünglich einen normalen Blutdruck hatten. Nach einem Behandlungsintervall von 4 Monaten erfüllten in der Ibuprofen-Gruppe 23,2% und in der Naproxen-Gruppe 19% die Kriterien eines Bluthochdrucks. Nun fragten wir uns, welche Mechanismen hinter dem gestiegenen Blutdruck stecken.

 

Ibuprofen – nicht nur Schmerzmittel, sondern auch “Fiebersenker”

Ibuprofen ist nicht nur ein sehr gutes Schmerzmittel, sondern auch ein sehr guter Fiebersenker. Sie kennen das sehr gut, wenn Sie oder Ihre Kinder mal einen hochfieberhaften Infekt haben. Innerhalb von ca. 30 Minuten nach Einnahme schlägt das Herz schneller und kräftiger, Sie beginnen zu schwitzen und die Körpertemperatur fällt, z.B. von 40,0 auf 38,5 Grad Celsius.

Ibuprofen – Regelkreise für Körpertemperatur und Blutdruck

Nun, Ibuprofen greift auch bei normaler Körpertemperatur in die Regulation Ihres Temperaturhaushaltes ein. Genauso wie beim fieberhaften Infekt senkt Ibuprofen den Sollwert für die Körpertemperatur, z.B. von 36,5 auf 36,0 Grad Celsius. Folglich will der Körper nun mehr Wärme abgeben. Am besten macht er das, indem er die Haut stärker durchblutet. Die Blutgefäße werden weitgestellt und so wird vermehrt Blut aus dem warmen Körperkern über die Körperoberfläche zirkuliert, so dass mehr Wärme an die Umgebung abgestrahlt wird.

Sind die Blutgefäße thermoregulatorisch weitgestellt, dann greift das auch in Ihre Blutdruckregulation ein – der Blutdruck sinkt zunächst. Der Blutdruckregelkreis hat ebenfalls einen Sollwert. Sein Ziel ist es zu jedem Zeitpunkt Ihr Gehirn richtig zu durchbluten. Fällt der Blutdruck durch die Weitstellung der Arterien ab, dann muss der der Regelkreis der Blutdruckregulation reagieren – sonst verlieren Sie das Bewusstsein.

Folglich versucht das vegetative Nervensystem über Ausgleichssysteme den Blutdruck adäquat hoch zu halten. Bei weit gestellten Blutgefäßen funktioniert das vor allen Dingen, indem die Herzfrequenz und Pumpkraft des Herzens steigen. Diese Reaktion wird über Adrenalin vermittelt.

Adrenalin im Übermaß kann wiederum schädliche Auswirkungen auf  Ihr Herz-Kreislaufsystem haben. Der beschriebene Mechanismus erklärt auch, warum unter Ibuprofen vermehrt Herzinfarkte und der plötzliche Herztod auftreten: zu viel Adrenalin begünstigt, dass Arterien verkrampfen, sich Blutgerinnsel bilden und Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden.

Ibuprofen – Nebenwirkung “der Blutdruck spinnt”

Ihr Kreislauf ist durch den niedrigen Gefäßwiderstand, der ja die Ursache für den hohen Blutfluss ist, extrem „kippelig” und störanfällig. Als Folge des Wechselspiels „Bedürfnis nach erhöhter Temperaturabgabe“ und „Blutdruck aufrechterhalten“ gerät der Blutdruck aus dem Gleichgewicht. Ihr Blutdruck schwankt stärker, mal ist er niedrig, mal ist er zum Teil sehr hoch: Der „Blutdruck” spinnt.

Das erklärt auch eine Reihe von Nebenwirkungen von Ibuprofen:

Ibuprofen – Vorsicht bei Herz-Kreislauferkrankungen

Gerade, wenn Sie Herzrhythmusstörungen, eine Koronare Herzkrankheit oder einen Bluthochdruck haben, dann sollten Sie im Umgang mit Ibuprofen vorsichtig sein.

Wir empfehlen in diesen Fällen als Tagesdosis max. 1.200 mg Ibuprofen über einen möglichst kurzen Zeitraum. Eine Alternative ist Paracetamol.

Sollten sich Ihr Befinden verändern – und hier reicht schon eine zunehmende innere Unruhe – dann besprechen Sie Ihre Schmerzmedikation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

 

Ruschitzka F et al. Eur Heart J 2017;38:3282-3292

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Ibuprofen und Schmerzen – Risiko für plötzlichen Herztod erhöht

Schmerzen kennt jeder von uns. Wenn wir Schmerzen haben, dann sind wir in unseren körperlichen, vor allen Dingen aber auch geistigen Fähigkeiten zum Teil erheblich eingeschränkt. Der Schmerz steht meistens voll im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit, er besetzt unser Leben. Wir sind zunehmend mit dem Schmerz und uns selbst beschäftigt. Bei Schmerzen sind wir sind häufig nicht mehr unser gewohntes Selbst, nicht nur für uns selber, sondern auch für andere Menschen. Kurzum, wir drohen die Kontrolle zu verlieren. Unruhe, Angst und Gereiztheit bestimmen unseren Alltag.

Folglich ist es nur allzu verständlich, dass Menschen zu Schmerzmitteln greifen, um diesem Teufelskreis zu entkommen. Rezeptfrei ist vor allen Dingen Ibuprofen ein “beliebtes” Schmerzmittel in Deutschland. Der Marktanteil an den nicht-steroidalen Schmerzmittel war 2017 mit 57,7% mit Abstand am höchsten, weit vor Paracetamol mit 30,6%, Acetylsalicylsäure mit 7,3% und Diclofenac mit 4,1%. Diese Präparate sind, so gut sie auch gegen Schmerzen helfen, nicht ohne Folgen für das Herz-Kreislaufsystem.

Ibuprofen und Diclofenac – Risiko für plötzlichen Herztod um 30-50% erhöht

In einer groß angelegten Fall-Kontrollstudie aus Dänemark bei 28.947 Menschen, die zwischen 2001 und 2010 einen plötzlichen Herztod erlitten hatten, konnte vor allen Dingen für Ibuprofen und Diclofenac ein erhöhtes Risiko eindrucksvoll belegt werden. In dieser Gruppe hatten 3.376 Personen in den 30 Tagen vor dem plötzlichen Ereignis ein sog. nicht-steroidales Schmerzmittel eingenommen.

Das Risiko für den plötzlichen Herztod war dabei für Ibuprofen mit +31% und Diclofenac mit +50% deutlich erhöht. Andere Schmerzmittel, wie z.B. Naproxen wurden zwar auch untersucht, fielen allerdings nicht so sehr ins Gewicht, weil sie in Dänemark nicht so häufig eingenommen werden.

Die betroffenen Menschen waren im Mittel 70 Jahre alt. Gerade bei solchen, die ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod durch Begleiterkrankungen hatten, wurde das Risiko durch die Einnahme von Diclofenac und Ibuprofen noch weiter gesteigert. Folglich sind auch jüngere Menschen, die ein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod gefährdet.  Zu diesen Risikopatienten gehören solche mit Koronarer Herzkrankheit bzw. Zustand nach Herzinfarkt, solche mit Herzschwäche, mit vorbekannten Rhythmusstörungen aber auch Menschen mit Verkalkungen der Hirnarterien sowie diejenigen mit Nierenerkrankungen und rheumatoider Arthritis.

Schmerzen – Risiko Adrenalin-vermittelte Aktivierung durch Schmerzstress

Schmerzen alleine haben schon eine vermehrte Adrenalin-vermittelte Aktivierung zur Folge. Das liegt ja auch in der Natur dieser Körperwahrnehmung, den Schmerzen sind für uns ein wertvolles Warnsignal. Folglich werden wir durch die Schmerzen aufgefordert etwas gegen die Ursachen zu tun.

Adrenalin als Teil des Angriff-/Flucht-Systems, stimuliert körperliche und geistige Aktivität. Allerdings hat das auch Konsequenzen für das Herz-Kreislaufsystem. Es ist typisch, dass Schmerzen Blutdruckerhöhungen bis hin zur Blutdruckkrise zur Folge haben und sie können sogar Herzinfarkte auslösen. Nicht selten kommen Menschen auch zu uns in die Cardiopraxis, bei denen Schmerzen zu Herzstolpern und auch fassbaren Herzrhythmusstörungen im EKG zur Folge hat.

Ibuprofen – Risiko Adrenalin-vermittelten Aktivierung durch Eingriff in Temperaturregulation

Neben seiner Eigenschaft als Schmerzmittel ist Ibuprofen auch ein hoch-effektiver Fiebersenker und damit auf die Regulation Ihrer Körpertemperatur. Dieses geschieht zentral im Gehirn über eine Verstellung des Sollwerts nach unten, z.B. von normalerweise 36,5 Grad Celsius auf 36,0 Grad Celsius. Nun versucht Ihr Körper schon bei niedrigeren Körpertemperaturen Wärme an die Umgebung abzugeben. Das geschieht am besten reguliert über eine Steigerung der Durchblutung und damit eine Weitstellung der Arterien.

Weil die Gefäßerweiterung zum Blutdruckabfall führt, muss nun über eine Steigerung von Herzfrequenz und Pumpkraft des Herzens der Blutdruck adäquat hochgehalten werden. Das geschieht wieder Adrenalin-vermittelt. Ibuprofen kann durch eine übermäßige Adrenalin vermittelte Aktivierung auch Bluthochdruck zur Folge haben.

Ibuprofen – Symptome durch Kreislaufstörungen erklärbar

Nun haben wir gesehen, dass sowohl Schmerzen als auch Ibuprofen über die Eingriffe in die Temperatur- und die Blutdruckregulation Folgen für Ihr Herz-Kreislaufsystem haben können. Aufgrund dieser Mechanismen lassen Sich auch eine ganze Reihe von Nebenwirkung von Ibuprofen erklären

Einnahme von Ibuprofen bei Herz-Kreislauferkrankungen

In der Cardiopraxis raten wir Menschen mit Bluthochdruck, Koronarer Herzkrankheit, Zustand nach Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen grundsätzlich zu einer möglichst kurzen Behandlung mit Ibuprofen. Sie sollten eine Tagesdosis von 1.200 mg nicht überschreiten. Das Risiko für Komplikationen ist aus unserer Sicht besonders bei Menschen mit einem hohen Blutfluss in der Kreislaufmessung erhöht, weil hier das Herz- und Kreislaufsystem bereits Adrenalin-vermittelt aktiviert.

Bei chronischen Schmerzen ist es sinnvoll mit einem fachlich spezialisierten Schmerztherapeuten zusammen zu arbeiten.

Sollten Sie Ibuprofen einnehmen, dann achten Sie bitte auf die oben genannten Symptome, vor allen Dingen auf neu aufgetretene innere Unruhe, Gereiztheit, Benommenheit und Schlaflosigkeit. Hier können sich ernsthafte Folgen ankündigen.

Sie können dann mit Ihrer Ärztin oder Ärzten sprechen, ob Sie z.B. Paracetamol oder Aspirin einnehmen sollten. Auf jeden Fall ist es für Sie sinnvoll bei gleichzeitiger Einnahme von Ibuprofen ausreichend Trinken (30-40 ml pro kg Körpergewicht und Tag), denn ausreichende Flüssigkeitszufuhr beruhigt das vegetative Nervensystem.

 

Sondergaard KB et al. Eur Heart J Cardiovasc Pharmacother 2017;3:100-107

 

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Energy Drinks – Aufgepasst!

Energy Drinks sind ein beliebtes Genussmittel, gerade bei jüngeren Menschen. Auf jeden Fall enthalten diese Getränke ein Gemisch aus stimulierenden Substanzen: zum Beispiel Koffein, Taurin, die Vitamine B2, B6, B8, B12, L-Carnitin, Guaraná, Ginseng, Kolanuss, Gingko biloba, Yohimbin und viele, viele mehr.

Die Konzentrationen der stimulierenden Einzelsubstanzen in Energy Drinks liegen dabei zum Teil deutlich oberhalb der empfohlenen Tagesmengen. Folglich sind Energy Drinks Aufputschmittel mit Adrenalin-vermittelter Aktivierung, die Herz und Kreislauf unkontrolliert beeinflussen. Als sogenannte psycho-aktive Substanzen wirken diese Stimulanzien direkt auf das Nervensystem ein. Außerdem können sie indirekt den Stoffwechsel anheizen, als sogenannte metabolisch aktivierende Substanzen.

Beispiel: Koffein in Energy Drinks

Der Koffeingehalt in Energy Drinks ist im Gegensatz zu den anderen Substanzen gut definiert. Als Referenzpunkt kann hier eine Tasse Kaffee dienen.

  • 1 Tasse Kaffee zu 125 ml = 40 mg pro 100 ml = 50 mg Koffein
  • Red Bull 1 Dose zu 473 ml = 30 mg pro 100 ml =142 mg Koffein
  • Effect 1 Dose zu 500 ml = 32 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein
  • Monster 1 Dose 500 ml = 30 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein
  • Rockstar 1 Dose 500 ml = 32 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein

Kurzum, 1 große Dose eines Energy Drinks enthält allein schon das Koffein von ca. 3 Tassen Kaffee. Hinzu kommen dann selbstverständlich noch die zahlreichen weiteren psycho- und metabolisch aktivierende Substanzen.

Energy Drinks: häufig akute Symptome

Sie können sich jetzt schon vorstellen, dass Energy Drinks erhebliche Nebenwirkungen haben können. Diese sind meistens Folge einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung:

Energy Drinks können krank machen

Zahlreiche Fallberichte in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Register von Vergiftungszentralen zeigen: Energy Drinks haben teilweise erhebliche gesundheitliche Nebenwirkungen. Dabei wird die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Fälle um ein Mehrfaches höher sein.
Eine besonders wichtige Nebenwirkung sind Krampfanfälle des Gehirns. Krämpfe der Herzkranzarterien und Herzinfarkte werden häufig berichtet. Energy Drinks können auch ein Auslösefaktor für Vorhofflimmern sein. Ebenso Herzhauptkammerflimmern mit der Folge des plötzlichen Herztodes ist ein gefürchtetes Ereignis.

Einrisse der Hauptschlagader mit schwerem Blutungsschock enden ebenfalls meistens mit dem Tod.

Energy Drinks können Bluthochdruck verursachen

Forscher konnten in einer wissenschaftlichen Untersuchung zeigen: Hochvolumige Energy Drinks (900 ml) mit einem Gehalt von 300 bis 350 mg Koffein in Verbindung mit zahlreichen anderen Substanzen können innerhalb von 2 Stunden einen deutlichen Anstieg des Blutdrucks verursachen. Folglich ist der Blutdruck dabei systolisch um ca. 15 mmHg und diastolisch um 10 mmHg angestiegen. In Expertenkreisen bedeutet das: Am ehesten handelt es sich hier um einen erheblichen Anstieg des Schlagvolumens – also die Folge einer starke Adrenalin-vermittelte Aktivierung.

Energy Drinks: Risiko für plötzlichen Herztod kann steigen

Energydrinks mit einem Gehalt von 300 bis 350 mg Koffein und den weiteren Substanzen verlängern auch die sogenannte korrigierte QT-Zeit im EKG um mehr als 15 Millisekunden. Ab 10 Millisekunden ist das Risiko für Herzkammer-Rhythmusstörungen, Kammerflimmern und Torsade-de-pointes-Tachykardien grundsätzlich erhöht.

Ein Beispiel dafür, warum das hochrelevant ist: Hersteller müssen bei Medikamenten, die eine Zunahme von mehr als 6 Millisekunden im Vergleich zum Ausgangsbefund verursachen, die Fachinformationen mit Warnhinweisen versehen. In Einzelfällen droht dem Hersteller sogar der Entzug der Zulassung.

Zusammengefasst bedeutet das: Eine um mehr als 10 Millisekunden längere korrigierte QT-Zeit – und damit auch die Einnahme von Energy Drinks – ist mit einem höheren Risiko für den Plötzlichen Herztod verbunden.

Energy Drinks: Risiko für Herzinfarkt kann steigen

Energy Drinks können dafür sorgen, dass sich Arterien um 50 Prozent weniger erweitern. Dieses wird als Störung der Gefäßmotilität gedeutet. Folglich verändert sich der Blutfluss, wahrscheinlich sind auch die beschriebenen Krämpfe der Herzkranzarterien so verursacht. Ebenfalls nachgewiesen haben Experten, dass Energy Drinks zu mehr verklumpten Blutplättchen führen – damit einher geht eine stärkere Gerinnselbildung. All diese Störungen sind wesentliche Faktoren, wenn ein Herzinfarkt entsteht.

Energy Drinks: Herzschwäche kann Folge sein

Ein eingeschränktes Füllungs- und Pumpverhalten des Herzens kann ebenso eine Folge von Energy Drink-Konsum sein. Das ist ein Zeichen dafür, dass entweder das Herz energetisch erschöpft oder dass der Stoffwechsel gestört ist.

Risikogruppen für Nebenwirkungen von Energy Drinks

Sie können jetzt sicherlich nachvollziehen, dass einige Menschen Energy Drinks meiden sollten. Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie Energy Drinks auf das Herz-Kreislaufsystem wirken, können wir verschiedene Risikogruppen ableiten.

Energy Drinks vermeiden: Menschen über 35 Jahre

Bei Menschen ab dem 35. Lebensjahr besteht ein höheres Risiko für unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Bluthochdruck. Mit steigendem Lebensalter haben in Deutschland zunehmend mehr Menschen einen Bluthochdruck:

  • 35-44 Jahre: 8,8 bis 10,5 Prozent
  • 45-54 Jahre: 25,9 bis 31,8 Prozent
  • 55-65 Jahre: 47,7 bis 51,3 Prozent

Besonders tückisch ist dabei, dass 30 bis 40 Prozent der betroffenen Menschen gar nicht wissen, dass Sie einen Bluthochdruck haben. Dabei ist der Bluthochdruck ein sehr wichtiger Faktor für weitere Herz-Kreislauferkrankungen.

Energy Drinks vermeiden: Menschen mit Gefäß-Risikofaktoren 

Menschen, die ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollten mit Energy Drinks ebenfalls vorsichtig sein. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem:

  • Diabetes mellitus
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Nikotingenuss

Energy Drinks vermeiden: Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Folgende Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen eine Rolle:

Energy Drinks vermeiden: Diese Menschen sind unabhängig vom Alter gefährdet

Menschen, die mehr als 5 Tassen Kaffee pro Tag trinken, sind bereits stimuliert. Folglich sollten Sie daher zusätzliche Psychostimulanzien vermeiden. Insbesondere die Kombination von Alkohol und Energy Drinks ist nicht ratsam.

Psycho-aktive Medikamente, wie zum Beispiel Methylphenidat und Amphetamine zur Therapie des Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndroms, sollten nicht mit Energy Drinks kombiniert eingenommen werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für Drogen. Ebenso bei der Einnahme von Psychopharmaka ist der Genuss von Energy Drinks nicht ratsam.

Falls Sie eine akute oder chronische Entzündungserkrankung haben, sind Sie allein dadurch schon vermehrt durch Adrenalin aktiviert. Schon bei einer einfachen Erkältung kann durch Energy Drinks Ihr Risiko für Herzrhythmusstörungen steigen.

Überdies ist bei Medikamenten, die die QT-Zeit im EKG verlängern, das Risiko ebenfalls erhöht. Falls Sie bestimmte Antibiotika, Psychopharmaka oder auch Antiarrhythmika einnehmen, sollten Sie außerdem auf Energy Drinks verzichten. Schauen Sie daher auf den Beipackzettel, ob das jeweilige Medikament die QT-Zeit verlängern könnte.

 

Energy Drinks: das empfehlen wir in der Cardiopraxis

Folglich empfehlen wir in der Cardiopraxis: Alle Menschen, die Risikofaktoren für Nebenwirkungen von Energy Drinks haben, sollten diese vermeiden. Vor allem Personen ab dem 35. Lebensjahr sollten grundsätzlich vorsichtig sein, da unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen können.

Bitte bedenken Sie: Energy Drinks sind ein schlecht definiertes Gemisch aus psychisch-metabolisch aktivierenden Substanzen, deren Wirkung auf den Körper individuell kaum kontrollierbar ist.

Energy Drinks stimulieren explosiv wie ein Raketenstart, das Risiko des Absturzes ist erhöht…..eben keine Flügel.

 

 

 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/184187/Bluthochdruck-in-Deutschland

https://www.aerzteblatt.de › archiv › Med…Medikamentenbedingte QT-Verlängerung und Torsade de …

Higgins JP et al. Circulation 2018;138, Suppl. 1: Abstract 10655

Shah SA et al. JAHA 2019;8: https://doi.org/10.1161/JAHA.118.011318

Higgins JP et al. Beverages 2015;1:104-126

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch