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Kreislaufschwäche – Muskeln häufig das Problem 

Im Körperkreislauf unterscheiden wir den arteriellen und den venösen Kreislauf. Der arterielle Kreislauf versorgt den Körper z.B. mit Sauerstoff, Blut fließt vom Herzen weg. Über den venösen Kreislauf kehrt Blut, z.B. mit weniger Sauerstoff zum Herz und zur Lunge zurück.

Der venöse Rückstrom zum Herz ist wesentlich komplexer als der arterielle Einstrom. Um zum Herzen zurückzufließen müssen verschiedenen Muskelpumpen ineinandergreifen. Wir unterscheiden die Bein-, Beckenboden, Körperstamm-, Zwerchfell- und die Herzmuskelpumpe. Kurzum, das was beim arteriellen Einstrom alleine durch Ihre linke Herzhauptkammer geleistet wird, das muss auf der rückkehrenden venösen Seite von verschiedenen Pumpen erledigt werden. Folglich ist der venöse Rückstrom auch störanfälliger.

Schwacher venöser Rückstroms – Ursachen und Folgen

Zu einer der häufigsten Ursachen eines gestörten Rückstroms gehört eine schwache Muskulatur vor allen Dingen des Beckenbodens, des Körperstamms und des Zwerchfells. Das Blut versackt im Körper, vornehmlich im Bereich der Beckenvenen. Wir nennen das in der Fachsprache „venöses Pooling“.

Durch ein zu geringes Angebot an venösem Blut an die rechten Herzkammern droht das Herz „leer“ zu pumpen und damit die Minderversorgung Ihres Gehirns. Diese existentielle Bedrohung des Bewusstseins beantwortet Ihr Körper verständlicherweise mit einer Stressreaktion. Adrenalin-vermittelt pumpt das Herz jetzt schneller und kräftiger und Ihr Körper versucht die Blutgefäße enger zu stellen. So will der Körper erreichen, dass der Druck im System wieder steigt.

Diese Mechanismen erklären auch die Symptome eines zu geringen Rückstroms.

Symptome bei venösen Kreislaufstörungen

Die Symptome eines zu geringen Rückstroms von venösem Blut treten vor allen Dingen im Stehen, aber auch im Sitzen und bei langsamem Gehen auf. In diesen Körperpositionen muss das Blut ca. 4/7 Ihrer Körperlänge gegen die Schwerkraft zurücklegen.

Besonders gefährdete Menschen sind hier vor allen Dingen Frauen, die nicht regelmäßig trainieren, eine sitzende Tätigkeit ausüben, übergewichtig sind, ein breites Gesäß und damit ein großes Reservoir für ein venöses Pooling haben. Auch sehr schlanke eher muskelschwache Menschen können Probleme entwickeln. Bei ruhigem Stehen oder langsamem Gehen kann es zu kritischen Kreislaufsituationen kommen.

Folgende akuten Symptome können Sie auch an sich selber bemerken.

Kreislaufstörungen bei anderen Menschen erkennen – Schwanken, Zittern, Ohnmacht

Nun, Sie können Kreislaufstörungen nicht nur bei sich selber bemerken, sondern auch bei anderen Menschen erkennen. Es ist durchaus sinnvoll, wenn Sie solche Veränderungen bei Ihren Mitmenschen erkennen. Folglich können Sie die Betroffene oder den Betroffenen darauf hinweisen. So können dann Maßnahmen ergriffen werden, um mittelfristig einer Ohnmacht vorzubeugen.

Aufgrund unserer alltäglichen Anwendung der unblutigen Kreislaufmessung, haben wir in der Cardiopraxis hier auch messtechnische Erfahrungen und können diese Phänomene besser zuordnen.

Venöse Kreislaufstörungen – nicht lange stillstehen können

Vielleicht ist es Ihnen schon mal aufgefallen, es gibt Menschen, die können nicht lange stillstehen. Dabei ist es durchaus normal, dass jeder Mensch beim Stehen sich leicht hin und her bewegt, z.B. von einem Fuß auf den anderen tritt. Allerdings kennen Sie sicherlich auch solche, die sich bei einem Gespräch im Stehen sehr schnell das Bedürfnis haben sich zu setzen.

Die Tendenz sich rasch hinzusetzen ist eine instinktive Vorbeugungsmaßnahme, um Kreislaufstess im Stehen oder gar einen Ohnmachtsanfall zu vermeiden.

Venöse Kreislaufstörungen – kompensatorisches zirkulatorisches Schwanken

Vor allen Dingen bei älteren und sehr muskelschwachen Menschen können Sie beobachten, wie diese im Stehen hin und her schwanken. Hierbei handelt es sich um ein Ausgleichsverhalten. Dieses dient dazu über eine wechselnde Anspannung der Muskeln den venösen Rückstrom in den Beinen zu unterstützen und Symptome zu vermeiden. Wir nennen dieses Phänomen das „kompensatorische zirkulatorisches Schwanken„.

Venöse Kreislaufstörungen – kompensatorisches zirkulatorisches Muskelzittern 

In seltenen Fällen können Sie beobachten, dass ein Mensch ausschließlich im Stehen zittert. Die Neurologen nennen es „orthostatischer Tremor„. Da dieses Phänomen ausschließlich im Stehen auftritt und im Sitzen verschwindet, kann eine Störung des venösen Rückstroms angenommen werden. Wir können es auch „kompensatorisches zirkulatorisches Muskelzittern“ nennen. Die Störung des venösen Rückstroms ist hier der Auslöser, was eine notwendige bzw. eine überschießenden Ausgleichsreaktion zur Folge hat.

Menschen mit einer besonders starken Störung des venösen Rückstroms sind hier besonders gefährdet, wenn Sie einer extremen Belastungssituation, z.B. längerem Stehen in der Sonne ausgesetzt sind. Kofaktoren, wie z.B. Magnesium, eine Entzündung oder auch bestimmte Medikamente, die allesamt einen gefäßerweiternden Einfluss auf die Venen haben, begünstigen diese kritische Kreislaufsituation. – Es droht ein Ohnmachtsanfall!

Nun versucht der Körper diesen drohenden Ohnmachtsanfall über einen besonders starke Adrenalin-vermittelte Aktivierung abzuwenden und den Kreislauf aufrecht zu erhalten.  Folglich setzt ein Muskelzittern ein, welches funktionell betrachtet auch die Muskulatur des Körperstamms betrifft und so den venösen Rückfluss kompensatorisch aufrechterhält.

Sie können das „kompensatorische zirkulatorische Muskelzittern“ als Betrachter ganz deutlich selber sehen, der betroffene Mensch zittert in der Tat am ganzen Leibe. Im Gegensatz zur üblichen Benommenheit bis hin zur Ohnmacht bei den üblichen Kreislaufstörungen, bleibt der Mensch bei „kompensatorischem zirkulatorischem Muskelzittern“ wach und bewusst. Das liegt wahrscheinlich an der sehr hohen Ausschüttung von Adrenalin.

Kompensatorisches Muskelzittern und orthostischer Tremor

Die Neurologen nennen dieses Phänomen des Zitterns im Stehen beschreibend einen „orthostatischer Tremor„, welcher eine sehr hohe Schlagfrequenz von 13-18 Aktionen pro Sekunde hat. Inwieweit es sich hier um eine Verstärkung des normalen und üblicherweise nicht sichtbaren physiologischen Tremors mit ca. 7 Aktionen pro Sekunde handelt ist nicht klar.

Klar ist allerdings, dass das kompensatorische zirkulatorische Zittern bzw. der orthostatische Tremor immer im Stehen auftritt und im Sitzen verschwindet. Von Seiten der Kreislaufmedizin gesehen betrachten wir dieses Phänomen daher eher funktionell bezogen auf die Auslösesituation bzw. eine ursächliche Kreislaufstörung.

Die neurologische Betrachtungsweise führt in der Regel zu einem rein symptomatischen und medikamentöse Therapieansatz, z.B. mit Benzodiazepinen oder Gabapentin. Der kreislaufmedizinische Ansatz hingegen zielt mit einer Stärkung der Muskulatur ursächlich auf die therapeutische Normalisierung des venösen Rückflusses ab.

Sei es, dass es sich um eine primär neurologische Störung Signalverarbeitung oder um eine primäre Kreislaufstörung handelt, eine Normalisierung des venösen Rückstroms, z.B. durch physiotherapeutisch angeleitetes Beckenboden-Training muss hier immer Teil des Behandlungskonzeptes sein, langfristig ist gutes Yoga therapeutisch.

Kreislaufstörungen – rationale Diagnostik und Therapie

Bemerken Sie bei sich oder anderen Menschen Symptome eines gestörten Kreislaufs, dann ist immer auch ein Besuch bei einer Kreislaufspezialistin bzw. bei einem -spezialisten sinnvoll. Hier sollten Ihr Herz sowie der venöse als auch der arterielle Kreislauf differenziert untersucht werden. Die unblutige Kreislaufmessung mit dem Finapres-System kann hier wertvolle Hinweise geben. Auch die Einnahme von Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln muss im Hinblick auf ihre Kreislaufwirkung kritisch hinterfragt werden.

Auf der Grundlage von rationalen Messdaten kann so ein Therapiekonzept erarbeitet werden. Dieses zielt auf die Stärkung der Muskulatur der Beine, des Beckenbodens, des Körperstamms und des Zwerchfells und damit auf Behebung der Ursachen der Kreislaufstörungen ab.

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Schlaganfall – diese Warnsymptome sollten Sie kennen

Bei einem Schlaganfall werden Gehirnfunktionen durch eine gestörte Blutversorgung beeinträchtigt. Weil jedes Blutgefäß ein bestimmtes Gehirnareal versorgt, führt eine Minderdurchblutung zu typischen Ausfällen in eben dieser jeweiligen Region.

Folgende fünf Warnsymptome sind für einen Schlaganfall typisch:

  • Lähmung und Sensibilitätsstörung (z. B. Kribbeln) einer Körperseite
  • Sprachstörungen: Wörter werden nicht verstanden oder richtig ausgesprochen
  • Sehstörungen: kurze Sehstörung auf einem Auge oder Gesichtsfelddefekte, das heisst es werden Gegenstände am Bildrand nicht mehr gesehen
  • Schwindel mit Gangstörungen
  • heftigster, in dieser Form bisher unbekannter Kopfschmerz

Schlaganfall – unterschiedliche zeitliche Verläufe

Die Funktionsstörungen des Gehirns können vorübergehend für wenige Minuten oder anhaltend auftreten. Daher unterscheiden wir unterschiedliche Verläufe. Der Schlaganfall tritt plötzlich ein, kann in der Folge aber sehr dynamisch sich entwickeln.

Daher sprechen wir von einer transitorisch ischämischen Attacke kurz TIA, wenn die Symptome nur kurzfristig auftreten, in der Regel einige Minuten und sich komplett rückbilden. Im Gegensatz bestehen bei einem vollendeten Schlaganfall die Symptome länger als 24 Stunden, Gehirngewebe ist bereits untergegangen. Bei einem sogenannten progressiven Schlaganfall kommt es im Verlauf zu einer zunehmenden Symptomatik und Beeinträchtigung.

Schlaganfall – schnelles Handeln wichtig

Da wir bei Beginn der Symptomatik nicht wissen, zu welchem Verlauf es kommt, sollten wir schnell handeln.

Um Schlimmeres zu vermeiden, sind deshalb folgende Dinge überaus wichtig:

  • Erkennen Sie die Vorboten bei sich und anderen!  TIA sind Vorboten für einen kompletten Hirninfarkt.
  • Suchen Sie folglich auch bei kurzer Symptomatik (z. B. Sehverlust eines Auges für wenige Minuten) sofort ärztliche Hilfe auf
  • Frühe effektive Therapie kann Spätschäden verhindern

Die moderne Schlaganfalltherapie kann in vielen Fällen bleibende Schäden verhindern. Wichtig ist dabei der Faktor Zeit. Das heisst je früher wir Symptome erkennen und entsprechend handeln, um so grösser der Therapieerfolg. Der erste Schritt zur Hilfe muss vom Betroffenen selbst oder von weiteren Anwesenden ausgehen, nur so kann ihm die Therapie zur Hilfe kommen. Gerade beim Schlaganfall kommt den Mitmenschen eine wichtige Rolle zu. Schlaganfallpatienten bemerken häufig ihre Ausfallerscheinungen nicht, in der medizinischen Fachsprache nennen wir das neglect. Bemerken Sie bei Ihren Mitmenschen Auffälligkeiten, so handeln Sie bitte konsequent. Falls Sie unsicher sind, ob Symptome eines Schlaganfall vorliegen, kann Ihnen der FAST-Test helfen. Dies ist ein sehr einfach durchzuführender Test, der, falls nur ein Kriterium auffällig ist, zuverlässig einen Schlaganfall erkennt.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Wählen Sie daher im Zweifel stets die 112!

 

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Unsere komplette Kreislaufmessung mit der Finapres®-Methode hat viele Vorteile. Sie ermöglicht einen Einblick in das Wechselspiel zwischen Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand, welcher sowohl durch den Druck- als auch den Temperaturregelkreis bestimmt wird. So können wir in der Cardiopraxis über die zusätzliche Messung der Temperatur einen Eindruck von der thermoregulatorischen Wirkung des Stoffwechsels des Menschen gewinnen. Das befähigt uns auch bei normalen Werten für Herzfrequenz und Blutdruck Störungen im Kreislauf aufdecken und gezielt therapieren.

Die komplette Kreislaufmessung ermöglicht:

• eine präzise Diagnose
• individuell-maßgeschneiderte Therapie
• einen möglichst geringen Einsatz von Medikamenten (am besten gar keine)
• die Vermeidung von medikamentösen Nebenwirkungen

Konkret angewendet werden kann sie in ganz verschiedenen Situationen. Zum Beispiel, um den Kreislauf zu messen bei Menschen mit diesen Erkrankungen:

• Arterielle Hypertonie (hypodynamer vs. hyperdynamer Kreislauf)
Herzschwäche (mit dem Therapieziel: optimale Entlastung des Herzens)
Herzklappenerkrankungen (mit dem Therapieziel: Verringerung der Undichtigkeit)
• Herzrhythmusstörungen (bei intermittierendem Vorhofflimmern mit dem Therapieziel: Modulation des autonomen Nervensystems)

Die komplette Kreislaufmessung eignet sich auch gut, um Medikamente einzustellen. Dazu zählen Kreislauf-aktive Medikamente wie zum Beispiel Beta-Blocker, AT-Blocker oder Kalziumantagonisten sowie Stoffwechsel-aktive Medikamente wie etwa Schilddrüsenhormone, Vitamin D oder Magnesium.

Sehr hilfreich ist die komplette Kreislaufmessung zudem, um folgende Symptome genauer abzuklären:

• Unruhe
• Leistungseinschränkung
• Luftnot
• Schlafstörungen (besonders Einschlafstörungen)
• Müdigkeit

Insgesamt ist die komplette Kreislaufmessung ein wertvolles Instrument für die Ärztin/den Arzt, um ansonsten unspezifische Symptome kausal einzuordnen. Sie ermöglicht eine Objektivierung von Veränderungen des körperlichen Befindens und der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie der Stimmungslage, z.B. Unruhe und Angst. Nicht selten ist es so, dass wir für psychische Veränderungen, welche zunächst von anderer Seite als rein psycho-somatisch eingestuft worden sind, im Sinne einer somato-psychischen Interaktion eine körperliche Ursache der veränderten Stimmungslage ist. Häufig genug kann mit einfachen Massnahmen hier weitergeholfen, so dass Leistungsfähigkeit und eine belastbare seelische Stimmungslage wiederhergestellt werden können.

Durch die enge Verknüpfung zwischen Symptomen des Herz-Kreislaufsystems und dem seelischen Befinden und den täglichen Einsatz der Finapres®-Methode können wir in der Cardiopraxis den Menschen, der uns um Rat und Hilfe bittet einfach auch besser verstehen, was nicht zuletzt auch unsere Empathie schult.

…..Komplette Kreislaufmessung – Was ist das?

Im Bild Jeremy Swan & William Ganz, Kardiologen

 

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Durch unsere unblutige Kreislaufmessung mit dem Finapres®-System können wir die drei hydraulischen Größen Ihres Kreislaufsystems Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand bewerten – und zwar bei jedem Herzschlag und in jeder Körperlage. Dadurch ziehen wir Rückschlüsse auf die Druck- sowie Thermoregulation und damit auch auf Ihren Stoffwechsel.

Die Kenntnis der genannten hydraulischen Messgrößen erlaubt uns z.B. beim Bluthochdruck eine individuelle und maßgeschneiderte Therapie mit Kreislauf-Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln, wie z.B. Magnesium. Liegt zum Beispiel ein erhöhter Blutdruck bei gleichzeitig hohem Gefäßwiderstand vor, setzen wir gefäßerweiternde Medikamente ein. Ist der Blutdruck hoch, der Gefäßwiderstand aber niedrig, sind dagegen Pumpkraftbremser und Harntreiber angezeigt (z. B. Betablocker, Diuretika).

Auch die Feineinstellung von Medikamenten mit Herzschwäche ist eine Herausforderung. In der Cardiopraxis geht es uns darum die Therapie so auszubalancieren, dass das geschwächt Herz bei gleichzeitiger Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch eine Kontrolle des system-arteriellen Gefäßwiderstandes optimal entlastet ist , ohne dass Benommenheit auftritt.

Diese Beispiele zeigen, dass mit dem Finapres@-System im Sinne einer wissenschaftlich-ganzheitlichen Medizin so eine individuelle Behandlung möglich ist. Wir in der Cardiopraxis wissen durch umfangreiche Erfahrung, dass dieses mit den herkömmlichen Methoden wie Blutdruckmessung, EKG und auch dem Herzultraschall allein nicht möglich ist.

Was uns besonders am Herzen liegt: Die unblutige Kreislaufmessung vermeidet Nebenwirkungen von Kreislauf-Medikamenten und verringert die Anzahl der Medikamente insgesamt.

….Komplette Kreislaufmessung – Für wen?

Im Bild: Werner Forssmann, Urologe & Chirurg

 

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Die Kreislaufmessung mit Photoplethymografie (Finapres®️) ist unblutig: Sie misst die veränderte Lichtdurchlässigkeit des Fingers bei wechselndem Manschettendruck. So können Blutdruck und Blutfluss mit der abgeleiteten Größe des system-arteriellen Gefäßwiderstandes kontinuierlich von Herzschlag-zu-Herzschlag zuverlässig erfasst werden; das geht sonst nur mit dem Herzkatheter. In der Cardiopraxis führen wir diese Messungen regelmäßig zur Diagnose und zur Therapiesteuerung bei Herz-Kreislauferkrankungen, z.B. bei Bluthochdruck, Schwindel und Herzschwäche durch.

Bei den Messungen nimmt die Patientin/der Patient verschiedene Körperpositionen ein, eine Ruhemessung ausschließlich im Liegen macht wenig Sinn. Die Basismessung erfolgt in Rückenlage, dann erfolgt der Wechsel zum ruhigen Stehen, in der Regel 5 Minuten. Auch wechselnde Positionen im Liegen gehören zur Untersuchung, denn die Schlaflage hat einen wesentlichen Einfluss auf den Kreislauf am Tag.

Für die Diagnose „frühe Benommenheit“ unmittelbar nach dem Aufstehen ist die Dokumentation des system-arterielle Mitteldrucks (ca. ((2 x systolischer Wert) + diastolischer Wert)/3) nach ca. 20 Sekunden ruhigen Stehens die relevante Messgröße. Das kann mit einer Blutdruckmanschette nicht erfasst werden. Liegt der Wert um 60 mmHg oder darunter, dann müssen die Ursachen für diesen Befund, z.B. die Einnahme von Herz-Kreislaufmedikamenten kritisch überprüft werden.

Für die Diagnose „späte Benommenheit“ ist die Messung des Blutflusses nach mehr als einer Minute ruhigen Stehens die kritische Größe. Dieser Wert wird in der herkömmlichen Praxis ebenfalls nicht bestimmt. Nach mehr als 1 Minute Stehen wird das sogenannte Herzzeitvolumen erfasst: Liegt dieses unter dem Soll von 2,2 Liter pro Minute pro Quadratmeter Körperoberfläche, dann kann das eine Ursache für Benommenheit und Leistungseinschränkung sein.

Hinzu kommt eine Untersuchung bei ergometrischer Belastung im Belastung-EKG. Dadurch lässt sich objektiv und sehr genau die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems bestimmen.

Insgesamt dauert die ganzheitliche Kreislaufmessung nur etwa 10 Minuten. Dabei werden Veränderungen im Zeitverlauf (z.B. der Einfluss von Medikamenten) berücksichtigt und andere Messwerte (Herzultraschall, Arteriografie, Körpertemperatur, Körpergröße & -gewicht) stets im Zusammenhang damit betrachtet. Ganzheitlich eben.

Weiter mit….Komplette Kreislaufmessung- Warum?

Im Bild: Adolf Eugen Fick, Arzt & Physiologe

 

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Wenn die Aortenklappe verengt ist, spricht man von einer Aortenklappenstenose. Sie ist die häufigste Klappenerkrankung in Europa, etwa 7 % aller Menschen über 65 Jahre leiden daran.

Verursacht wird sie durch Verschleiß, eine Entzündung – oder sie ist angeboren. Das Problem bei einer Aortenklappenstenose: Die linke Herzhauptkammer pumpt durch die Verengung gegen einen höheren Widerstand, der Herzmuskel wird dicker und aufgrund von Sauerstoffmangel irgendwann steif. Insgesamt sinkt die Pumpleistung des Herzens dadurch.

Bemerkbar macht sich eine Aortenklappenstenose zum Beispiel durch geringere Belastbarkeit, Luftnot, Brustschmerzen, Schwindel oder Herzschwäche. Der Arzt bzw. die Ärztin kann sie auf verschiedene Weise diagnostizieren: über die Herzgeräusche per Stethoskop, per Herzultraschall oder über einen Herzkatheter. Die Prognose für eine 2-Jahres-Überlebensrate liegt bei unter 50 %.

Wenn die Öffnungsfläche der Aortenklappe weniger als 1 Quadratzentimeter beträgt, ist ein Ersatz die angezeigte Therapie. Operiert wird entweder mit einer biologischen oder einer mechanischen Klappe. Bei Menschen über 75 Jahre oder hohem OP-Risiko ist auch ein minimalinvasiver Eingriff per Katheter möglich.

 

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Der Kreislauf ist ein dynamisches hydraulisches System: Blut fließt mit Druck vom Herz über die Arterien zu den Organen und Muskeln – und schließlich über die Venen wieder zurück zum Herz. Der Kreislauf hat verschiedene lebenswichtige Funktionen.

Wichtige Messgrößen für den Zustand des Kreislaufs sind der Blutdruck (mmHg) und der Blutfluss (l/min). Zudem der Gefäßwiderstand, der sich aus Blutdruck und -fluss ergibt.

Häufig wird in der Praxis das Herzkreislauf-System (z.B. bei Bluthochdruck, Herzschwäche) ausschließlich über den Blutdruck bewertet. Das ist unvollständig und führt meist zu Fehlbewertungen und Nebenwirkungen von Medikamenten.

Nur wenn man sowohl Blutdruck als auch Blutfluss untersucht, kann eine optimale Therapie eingeleitet werden.
Um den Blutfluss zu messen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • blutig: per Herzkatheter
  • unblutig: photo-plethymografisch am Finger (Finapres®️ = Goldstandard)

Das Finapres®️-System verfügt auch über die Möglichkeit der Messung der Empfindlichkeit des Baroreflexes und wir setzten es hier auch bei der Diagnostik von Ohnmachtsanfällen beim Baroreflex-Test ein.

Der Umgang mit dem Finapres®️-System erfordert Erfahrung, ein gutes wissenschaftliches Grundlagenwissen und komplexes Denken. In der Cardiopraxis führen wir seit 2011 jährlich etwa 2.400 Messungen mit dem Finapres®️-System durch und haben damit sehr viel Erfahrung. Für unsere Patienten heißt das: erfolgreiche Kreislaufeinstellung mit möglichst wenigen Medikamenten und wenigen Nebenwirkungen.

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Im Bild: William Harvey, Arzt

 

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Schwindel oder Benommenheit – Watte im Kopf 

Jeder von uns hat schon einmal Schwindel, Benommenheit oder sogar eine Ohnmacht erlebt. 

Diese Symptome sind mit erheblichen Verunsicherung verbunden, nicht selten auch mit der Angst das Bewusstsein zu verlieren. Bedenken wir die möglichen Verletzungsfolgen einer Ohnmacht, dann ist das mehr als verständlich. 

In den aller meisten Fällen liegt eine medizinisch-erklärbare und behandelbare somatische, d.h. körperliche Störung vor. Wird die körperliche Störung nicht erklärt und behandelt, dann kann sich die Angst vor neuen verselbständigen. Quasi in einem Teufelskreis verstärkt die Angst vor immer wieder auftretender Unsicherheit die Angst davor. Folglich entwickelt sich dann nicht selten aus einer in erster Linie somato-psychischen Veränderung eine verselbständigte psycho-somatische Störung.  

Orientierungsstörungen im Raum – Benommenheit und Schwindel  

Die räumliche Orientierung in Bezug zur Umgebung wird beim Menschen entscheidend durch den Gesichtssinn über die Augen und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr bestimmt. Hinzu kommt die Selbstwahrnehmung des Körpers über spezielle Tastkörperchen in Muskulatur und Haut. Störungen der Orientierung im Raum sowie des Bewusstseins, ohne dass ein Bewusstseinsverlust auftritt, sind ein häufiges Symptom. Wir unterscheiden zwischen Benommenheit und Schwindel, wobei Benommenheit häufig fälschlicherweise häufig auch als Schwindel bezeichnet wird.   

Schwindel – Symptom mit einer Systematik

Beim Schwindel, im Englischen „Vertigo“ handelt es sich um eine Störung mit einer Systematik. Man unterscheidet zwischen Drehschwindel (man hat das Gefühl, die Umgebung dreht sich um einen herum, wie auf einem Karussell), Schwankschwindel (man hat das Gefühl, man schwankt, wie auf einem Schiff) und einem Liftschwindel (man hat das Gefühl abzuheben, wie in einem Fahrstuhl). Die Ursache ist sehr häufig eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, z.B. der häufige gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel bzw. der nachgeschalteten Strukturen im Gehirn.

Bei Schwindel kann es sich um  dauerhafte oder vorübergehende Veränderung der Weiterleitung von Nervensignalen handeln. Auch neurologische Verarbeitungsprozesse können zu Problemen führen. Ursachen sind immer wieder der gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel des Innenohrs., ein Tumor oder eine Nerventzündung.

Unsicherheiten in Bezug auf den umgebenden Raum können auch von z.T. auch vorübergehenden Veränderungen des Sehens ausgehen. Hier kann eine z.B. lokale Durchblutungsstörung des Sehnervs vorliegen. Dieses kann zu Gesichtsfeldausfällen bis hin zu Blindheit auf einem Auge oder z.B. auch Doppelbilder zur Folge haben. Die Diagnose und Behandlung dieser umschriebenen systematischen neurologischen Störungen erfolgt durch die Hals-Nasen-Ohren Ärztin, den Neurologen und/oder den Augenarzt.  

Benommenheit – Symptom ohne Systematik

Die Diagnose und Behandlung der diffusen Benommenheit ist eine Domäne der Herz-KreislaufmedizinBei der Benommenheit handelt es sich um eine diffuse Veränderung der Wahrnehmung. Die verschiedenen Ursachen führen zu Störungen, die im Gegensatz zum Schwindel nicht nur eine fokal umschriebene Gehirnstruktur, z.B. das Innenohr, sondern das ganze Gehirn betreffen.

Diese nicht-fokalen Ereignisse sind fast ausnahmslos Folge einer Veränderung der gesamten Gehirndurchblutung. Am häufigsten tritt eine kritische Verringerung der Blutversorgung in Verbindung mit einem zu geringen Blutdruck auf. Aber auch die alleinige Erhöhung des Blutdrucks kann Benommenheit zu Folge haben. Darüber hinaus spielt eine Verringerung des Blutflusses ein vollkommen unterschätzte Rolle.

Weil das ganze Gehirn betroffen ist, sind die Symptome diffus. Sie haben den Eindruck Watte im Kopf zu haben, die Umgebung wird unwirklich und Sie werden unsicher. Ihnen kann sogar kurz schwarz vor Augen werden und Sie haben den Eindruck das Bewusstsein komplett zu verlieren und wollen sich festhalten. Die Episoden sind meistens mit einem auslösenden Ereignis verbunden, können kurz sein, aber auch länger anhalten. Zu einem kompletten Bewusstseinsverlust kommt es selten, hier liegen meistens andere Ursachen vor. 

Benommenheit – Kreislaufstörungen die häufigste Ursache

Gemäß den häufigsten Ursachen ist die Benommenheit meistens direkte Folge einer Auslösesituation, die mit einer Steigerung der Kreislaufarbeit gegen die Schwerkraft verbunden ist. Es handelt sich hierbei um Veränderungen der Körperlage vom Liegen bzw. Sitzen in den stehenden Zustand bzw. auch um längeres ruhiges Stehen oder langsames Gehen. Dieser Wechsel ist mit einem erheblichen Mehraufwand zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks und damit auch der Durchblutung des Gehirns verbunden.

Benommenheit – venöser Rückstrom von Blut gegen die Schwerkraft häufiges Problem

Wenn Sie ruhig stehen, dann muss im Venensystem das Blut gegen die Schwerkraft transportiert werden. Der lange Weg reicht dann von Ihrer Großzehe bis zum Herz-Brustraum. Dieses ist ein hochkomplexer Vorgang der auch die Muskulatur der Beine und des Körperstamms mit einbezieht.

Die Sogkraft von Herz und Lunge haben erst eine Wirkung, wenn das rückfließende Blut bereits ungefähr die Mitte des Bauchraums erreicht hat. Ist der Rückfluss unzureichend, dann steht dem Herzen nicht genug Pumpvolumen zu Verfügung, so dass Blutdruck und Blutfluss abfallen. Im Arteriensystem muss in aufrechter Körperhaltung das Gehirn gegen die Schwerkraft durchblutet werden. Dieser Regelkreis ist für Ihr Überleben von vordringlicher Bedeutung. Ein Kreislaufstillstand von mehr als 10 Sekunden führt zum Bewusstseinsverlust mit potentiell tödlichen Folgen.

Da die Änderung der Körperposition im Raum mit so kritischen Folgen verbunden sein kann, gibt es im Körper vor allen Dingen am Übergang von der unteren Hauptvene (Vena cava) zur rechten Herzvorkammer und in der Halsschlagader am Übergang vom Brustraum zum Gehirn Messstationen, die dafür sorgen, dass bei Bedarf Ausgleichsreaktionen ausgelöst werden um einen kritische Durchblutungsstörung des Gehirns zu vermeiden. Diese Ausgleichsreaktionen, so z.B. eine Steigerung der Herzfrequenz (Pumpe pumpt schneller) und/ oder eine Engerstellung von Arterien und Venen (Druck im hydraulischen System steigt), sind Adrenalin-vermittelt. 

Benommenheit – moderne Kreislaufmessung als Schlüssel zur richtigen Therapie 

In der Cardiopraxis wissen wir aufgrund eigener messtechnischer Erfahrungen mit der unblutigen Kreislaufmessung, dass bei der Diagnose und Therapie der Benommenheit die ursächliche Bedeutung von Herz-Kreislaufstörungen deutlich unterschätzt wird. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die komplette Messung des Kreislaufs, obwohl wissenschaftlich gesichert, aufgrund erhöhten Aufwands (einschl. der Komplexität der Auswertung) nicht verbreitet ist. Folge ist, dass bei Menschen mit Benommenheit sehr häufig die falsche Diagnose gestellt wird.  

Therapeuten stellen aufgrund diagnostischer und therapeutischer Ratlosigkeit auch immer wieder die Diagnose einer psycho-somatischen Erkrankung. Das hilft Ihnen als Betroffenen häufig nicht weiter. Diese Herangehensweise ist sogar in gewisser Weise nicht nur medizinisch falsch, sondern auch unethisch. Die Verantwortung für die Symptome wir in in Sie als Betroffene verlagert, obwohl sehr häufig eine somatisch feststellbare und therapeutisch korrigierbare Ursache vorliegt.

In diesem Sinne versuchen wir in der Cardiopraxis mit einem konsequenten wissenschaftlich-ganzheitlichen Ansatz die ursächlichen körperliche Ursachen für die Benommenheit zu erfassen. Nach gezielter Korrektur von somatischen Störungen, wie z.B. im einfachsten Fall eines Flüssigkeitsmangels kommt es in den allermeisten Fällen im Sinne einer somato-psychischen Interaktion zu einer Normalisierung von Befinden und objektiven Messergebnissen; die Diagnose einer psycho-somatischen Erkrankung muss nur selten gestellt werden. 

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