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Schlafapnoesyndrom – häufig unentdeckt

Das Schlafapnoesyndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Unbehandelt führt es zu vielfältigen Symptomen, nicht nur in der Nacht, sondern vor allen Dingen auch am Tage. Das äußert sich durch Zeichen von chronischen Alarm- und Stressreaktionen, einhergehend mit gestörtem Stoffwechsel, Schwitzen, Schwindel und möglichen Depressionen. Vor allen Dingen auch durch Störungen im Herz-Kreislaufsystem wie Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Eine wichtige Komplikation ist der Sekundenschlaf, zum Beispiel am Steuer eines Autos, was zu Unfällen führen kann.

Schlafapnoesyndrom – allgemeine Therapieprinzipien

Bei der obstruktiven Form des Schlafapnoesyndroms ist das gemeinsame Therapieziel das Offenhalten der oberen Atemwege. Folglich wird der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) geringer und die Sauerstoffsättigung während des Schlafs fällt nicht ab. Denn insbesondere der Sauerstoffmangel führt zu einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion und damit verbundenen Komplikationen.

Therapie – Möglichkeiten im Einzelnen

Gewichtsreduktion: Häufig sind vom obstruktiven Schlafapnoesyndrom übergewichtige Menschen betroffen. Durch die vermehrten Fetteinlagerungen auch in den oberen Atemwegen kommt es zu einer Abnahme des Muskeltonus und damit zu einer Verschärfung der Obstruktion. Eine Gewichtsreduktion um 10 kg kann bewirken, dass der AHI bis zu 50% sinkt, teilweise können wir in der Cardiopraxis durch eine Gewichtsreduktion ganz auf apparative Therapieformen verzichten.

Meiden von Alkohol und Schlaftabletten am Abend: Alkohol und Schlaftabletten haben muskelrelaxierende Wirkung. Das heißt: Der Muskeltonus wird zusätzlich vermindert und kann somit zu einer stärkeren Obstruktion beitragen. Zudem können beide Substanzen je nach Dosierung auch den zentralen Atemantrieb dämpfen.

Nächtliche Überdrucktherapie: Es stehen unterschiedliche Nasen-, Nasen-Mund- oder Vollgesichtsmasken zur Verfügung, die einen kontinuierlichen Überdruck in den oberen Atemwegen aufrechterhalten. Dieser Überdruck hält die Atemwege geschient und offen und verhindert somit eine obstruktive Apnoe oder Hypopnoe. Insbesondere bei Therapiebeginn empfinden Benutzer die Maske teils als unangenehm, da gegen einen positiven Druck auch ausgeatmet werden muss. Einige Patienten berichten von Platzangst oder von dem Gefühl aufgepumpt zu werden. Etwa 2/3 der so behandelten Menschen haben aufgrund ihrer verbesserten Symptomatik eine sehr gute Therapieakzeptanz, etwa 1/3 der Betroffenen toleriert auf Dauer die Maskentherapie nicht und sucht alternative Therapieformen.

Therapie – weitere Möglichkeiten

Unterkiefer Protrusionsschiene: Ein alternatives Therapiekonzept ist das nächtliche Einlegen einer Unterkiefer-Protrusionsschiene. Das heißt: Der Unterkiefer wird nach vorne gezogen und gewährleistet ein Freihalten der oberen Atemwege. Ein Kieferchirurg passt die Unterkiefer-Protrusionsschiene in der Regel individuell an.

Verhinderung der Rückenlage im Schlaf: Häufig wird das obstruktive Schlafapnoesyndrom in Rückenlage stärker. Bei einzelnen Betroffenen kommt es beim Schlaf ausschließlich in Rückenlage und nicht in Seitenlage zur Obstruktion. Daher ist ein mögliches Therapiekonzept die Rückenlage im Schlaf zu verhindern. Es gibt zum Beispiel professionelle Rückenlage-Verhinderungswesten. Alternativ kann man durch eingenähte Tennisbälle im Schlafanzug hier auch kreativ die unerwünschte Lage sicher verhindern.

Operationen im HNO-Bereich: Es gibt HNO-ärztliche Operationen beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Diese Operationen stehen dann zur Diskussion, wenn anatomische ausgeprägt verlegende Befunde vorliegen, beispielsweise große Rachenmandeln oder andere Auffälligkeiten im Gaumen- oder Nasengangbereich.

Stärkung der Muskulatur der oberen Atemwege: Ergänzend zu den genannten Therapien ist eine Stärkung der Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege unterstützend sinnvoll. Es gibt beispielsweise positive Studienergebnisse zum Didgeridoo-Spielen. Sicherlich ist auch das Spielen anderer Blasinstrumente eine gute Möglichkeit, um die Muskulatur zu stärken.

obstruktives Schlafapnoesyndrom – sinnvolle Therapie

Das unbehandelte schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom führt aufgrund seiner Komplikationen, unter anderem auch im Herz-Kreislauf-Bereich, zu einer kürzeren Lebenserwartung. Eine Therapie ist daher nicht nur symptomlindernd sondern auch lebensverlängernd. Mittlerweile stehen unterschiedliche Therapieverfahren zur Verfügung, sodass für jeden Betroffenen das richtige Therapieinstrument dabei sein sollte.

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Schlafapnoe-Syndrom- gestörte Atmung im Schlaf

Das Schlafapnoesyndrom betrifft etwa 15% aller Männer und etwa 7% aller Frauen. Bei diesen Mensch ist der gesunde Schlaf gestört. Unbehandelt führt es zu Symptomen wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwitzen. Kardiologen assoziieren damit außerdem Bluthochdruck und Vorhofflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – erste Hinweise

Die ersten klinischen Hinweise für ein Schlafapnoe-Syndrom sind eine nicht zu erklärende Tagesmüdigkeit sowie Schnarchen oder Atemaussetzer im Schlaf, die oft der Partner oder die Partnerin bemerkt. Darüber hinaus haben übergewichtige Menschen häufiger ein Schlafapnoe-Syndrom. Vor allem bei einer Kombination dieser Merkmale sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen.

Schlafapnoe-Syndrom – kardiorespiratorische Polygrafie als Screeninguntersuchung

Die erste Untersuchung zur Diagnoseerstellung ist eine sogenannte kardiorespiratorische Polygrafie. Der oder die Betroffene nimmt das Screeninggerät nach einer kurzen Erklärung in der Praxis mit nach Hause und legt es sich vor dem Schlafengehen selbst an. Das Gerät besteht aus einem Brust- und Bauchgurt, Sauerstoffsättigungssensor am Finger, einem Atemgasflusssensor sowie einem Mikrofon zur Aufnahme von Schnarchgeräuschen. Außerdem kann das Aufzeichnungsgerät durch einen inkludierten Lagesensor die Schlaflage feststellen. Das ist überaus wichtig, da in den meisten Fällen die Rückenlage das Schlafapnoe-Syndrom verstärkt. Ebenso gibt es Schlafapnoen, die ausschließlich in Rückenlage auftreten.

Schlafapnoe-Syndrom – was messen wir?

Das Messsystem kann die relevanten Parameter der nächtlichen Atmungsstörung aufzeichnen. Im Einzelnen sind das:

Schlafapnoe-Syndrom – obstruktiv versus zentral

Das Auswerten der kardiorespiratorischen Polygrafie beantwortet die Frage, ob ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt. Der wichtigste Parameter ist der sogenannte Apnoe-Hypopnoe-Index. Gemessen und gezählt werden dabei die Phasen einer Apnoe beziehungsweise einer Hypopnoe pro Stunde. Ein AHI-Wert bis 5 gilt noch als normal. Darüber hinaus sind der sogenannte Entsättigungsindex und die minimale Sauerstoffsättigung wichtig und zeigen eine Gefährdung an. Denn ein nächtlicher Sauerstoffmangel führt auch zur Stress-Belastung und zum Freisetzen von Adrenalin.

Ergänzend unterscheidet man ein überwiegend obstruktives Schlafapnoe-Syndrom von einem zentralen Schlafapnoe-Syndrom. Bei der obstruktiven Form sind die oberen Atemwege verlegt, eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist jedoch vorhanden. Bei der zentralen Form, die vom Gehirn gesteuert wird, fehlt der Atemantrieb und somit diese Atembewegung. Beide Formen zeichnen sich durch einen fehlenden oder unzureichenden Atemgasfluss in die Lunge aus.

Außerdem wird untersucht, ob und wie das Schlafapnoe-Syndrom von der individuellen Körperlage abhängt. So ist der Befund in Rückenlage in aller Regel schlechter als der auf Seite.

Schlafapnoe-Syndrom – Schweregradeinteilung

Abhängig vom Schweregrad ist nicht nur die weiterführende Diagnostik im Schlaflabor, sondern auch die Dringlichkeit einer Therapie. Leichtgradige Befunde bei Übergewicht können zum Beispiel zunächst behandelt werden, indem das Gewicht reduziert und die Rückenlage im Schlaf verhindert werden. Die Schweregrade werden anhand des AHI eingeteilt:

  • Leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom: AHI bis 15/h
  • Mittelgradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI bis 30/h
  • Schwergradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI >30/h

Schlafapnoe-Syndrom-Screening – sinnvoller Einsatz?

Wir sehen die kardiorespiratorische Polygrafie als sinnvolle Screening-Untersuchung insbesondere bei klassischen Symptomen wie Tagesmüdigkeit und Schnarchen. Darüber hinaus erleben wir in der Cardiopraxis Menschen mit anfallsartigem Vorhofflimmern oder schwerem und schlecht einstellbarem Bluthochdruck, deren Ursache ein unentdecktes Schlafapnoe-Syndrom ist. Hier setzen wir insbesondere in der Screening-Diagnostik an.

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Bei Menschen mit Grippe gelangen Viren über die oberen Luftwege und die Lunge in den ganzen Körper. Die meisten Viren tummeln sich in der Lunge. Daher besteht ein Risiko, eine zusätzliche bakterielle Infektion der Lunge oder gar eine schwere Lungenentzündung zu bekommen.

Das therapeutische Ziel muss deswegen heißen: Ausbreitung der Viren und eine bakterielle Zusatzinfektion verhindern! Erreichen kann man dies mit verschiedenen Maßnahmen.

Weil bei Grippe der Flüssigkeitsbedarf (z. B. durch Sekretbildung) höher ist, sollte man 40 ml pro kg pro Tag trinken (außer wenn anders verordnet). Trinken stärkt das Immunsystem und den Kreislauf.

Die Lungen sollten belüftet werden. Das erreicht man, indem man nicht nur im Bett liegt, sondern auch mal durch die Wohnung geht. Außerdem ist eine tiefe Nasen-Bauchatmung (Ein-: Ausatmung im Verhältnis 1: (2-3)) wichtig.

Den Sekretabfluss fördern Betroffene, indem Sie beim Liegen regelmäßig die Seite wechseln. Auch das aktive Husten und Schnäuzen in unterschiedlichen Körperlagen hilft. Ebenso effektiv: die Schulterbrücke machen.

Risikopatienten sollten frühzeitig zum Arzt. Dazu zählen Menschen

  • über 65 Jahre
  • mit Herzschwäche
  • mit einer Lungenerkrankung
  • während einer Schwangerschaft

Bleiben Sie bei Grippe auf jeden Fall soweit als möglich körperlich aktiv. Sie sollten allerdings sehr starke Anstrengungen vermeiden.

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Schlafapnoe-Syndrom – zu wenig Atmung in der Nacht

Ein gesunder Schlaf ist wichtig für die Leistungsfähigkeit am Tag. Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Beim Schlafapnoe-Syndrom unterscheiden wir die Hypopnoe von der Apnoe. Eine Hypopnoe ist ein verminderter Atemgasfluss bei gleichzeitigem Abfall der Sauerstoffsättigung. Apnoe bedeutet einen kompletten Atemstillstand für mehr als 10 Sekunden.

Die Schlafapnoe ist zum Teil mit einfachen Methoden messbar. Wir bestimmen hier den sogenannten Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Dieser misst die Anzahl der Ereignisse an relevanter Apnoe bzw.Hypopnoe pro Stunde. Ab einem Apnoe-Hypopnoe-Index von 5 gilt der Befund als auffällig.

Wenig Sauerstoff in der Nacht hat hohen Adrenalinspiegel zur Folge

Der Abfall der Sauerstoffsättigung bedeutet für Ihren Körper eine erhebliche Stresssituation. Denn Sauerstoff ist lebenswichtig und muss dem Körper Tag und Nacht zugeführt werden. Der Körper kann einen Abfall der Sauerstoffsättigung sehr früh wahrnehmen. Er reagiert dann mit einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung, um im wahrsten Sinne des Wortes den Körper wach zu rütteln, sodass er wieder anfängt vernünftig zu atmen. Diese Stressreaktion mit Adrenalin, die in der Nacht bis zu 60 Mal pro Stunde und fast ausnahmslos unbewusst vorkommt, hat erhebliche gesundheitliche Folgen – gerade im Herz-Kreislauf-Bereich.

Schlafapnoe – zentral, obstruktiv oder kombiniert?

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Formen des Schlafapnoe-Syndroms: das zentrale Schlafapnoe-Syndrom und das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Beide Formen kommen auch kombiniert vor.

Zentrales Schlafapnoe-Syndrom. Hier liegt ein verminderter Atemantrieb in Ihrem Gehirn vor. Es kommt zur fehlenden Atembewegung von Brustkorb und Bauch, so dass der Atemgasfluss vermindert ist. Das wiederum führt zum bekannten Abfall der Sauerstoffsättigung.

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Hier ist der Atemantrieb komplett normal. Auch eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist vorhanden. Allerdings sind die oberen Atemwege vorübergehend verlegt. Der Atemgasfluss kann deshalb nicht vernünftig stattfinden, so dass wiederum die Sauerstoffsättigung abfällt. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste Form.

Schlafapnoe-Syndrom – Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für eine Schlafapnoe ist das Übergewicht. Weil die oberen Atemwege stärker mit Fett unterpolstert sind, treten in Verbindung mit einer schlaffen Muskulatur dann die oben genannten Probleme auf.

Zudem kann abendlicher Alkohol ein Schlafapnoe-Syndrom noch erheblich verstärken. Des Weiteren begünstigen anatomische Besonderheiten, zum Beispiel eine Verlegung durch eine geschwollene Nasenmuschel bzw. geschwollene Rachenmandeln, eine Schlafapnoe.

Schlaftabletten haben ähnlich wie Alkohol eine Schlafapnoe-verstärkende bzw. -auslösende Wirkung.

Nicht zu vergessen ist, dass das Schlafen in Rückenlage die obstruktive Schlafapnoe begünstigt. In einigen Fällen treten die nächtlichen Atmungsstörungen ausschliesslich in Rückenlage auf. Eigentlich ist das mit die erste therapeutische Maßnahme, die wir bei der Diagnose eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms empfehlen: Schlafen Sie bitte auf der Seite!

Schlafapnoe-Syndrom – Tagesmüdigkeit, Bluthochdruck, Vorhofflimmern

Meistens ist es der Lebenspartner, der beim Betroffenen das Schlafapnoe-Syndrom bemerkt. Hierbei gilt es auf Schnarchen mit phasenweise tiefen seufzerartigen Atemzügen zu achten. Nicht jedes Schnarchen bedeutet, dass Sie ein Schlafapnoe-Syndrom haben. Entscheidend ist der Nachweis von Hypopnoe- oder Apnoe und der damit verbundene Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut, was man nur messtechnisch, z.B. mit der kardiorespiratorischen Polygrafie erfassen kann.

Grundsätzlich gilt, dass der Schlaf nicht erholsam ist, unabhängig von seiner Dauer. Die wiederholt auftretenden nächtlichen Alarm- und Stressreaktionen führen zu einer neuro-vegetativen Dysbalance. Diese äußert sich durch Tagesmüdigkeit mit dem Bedürfnis weniger als 5 Stunden nach dem Erwachen wieder zu schlafen. Gereiztheit und Unkonzentriertheit sind häufig ein Problem.

Für uns in der Cardiopraxis ist es vor allen Dingen der schwer einstellbare Bluthochdruck und Vorhofflimmern ohne klar erkennbare Ursache, die uns an ein Schlafapnoe-Syndrom denken lassen.

Schwere Komplikationen des Schlafapnoe-Syndroms

An erster Stelle hier zu nennen ist der tagsüber auftretende Sekundenschlaf im Straßenverkehr. Eine erhebliche Zahl an Unfällen in Deutschland wird durch den sogenannten Sekundenschlaf am Steuer verursacht – häufig eine Folge eines Schlafapnoe-Syndroms. Es wird geschätzt, dass 25% aller Unfälle auf der Autobahn Folge eines Sekundenschlafs sind.

Der Abfall der Sauerstoffsättigung und die damit verbundene Steigerung des Adrenalinspiegels im Blut hat erhebliche Folgen für Ihr Herz-Kreislaufsystem. Im kardiovaskulären Bereich bereiten vor allem Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen wie z.B. Vorhofflimmern Probleme. Allerdings steigt auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder auch einen Schlaganfall.

Bei begleitender Koronarer Herzkrankheit ist das Schlafapnoe-Syndrom auch ein Risikofaktor für eine potenziell tödliche Rhythmusstörung: das gefürchtete Kammerflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – daran denken und handeln

Das Schlafapnoe-Syndrom ist also eine Erkrankung, bei der Probleme in der Nacht zu gesundheitlichen Folgen am Tage führen. Sollten Sie bei sich oder einem anderen Menschen Symptome des Schlafapnoe-Syndroms bemerken, dann ist eine orientierende Diagnostik zu Hause, z.B. mit einem tragbaren kardio-respiratorischem Polysomnografiegerät, sinnvoll.

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Bauchatmung – mehr als nur Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid

Denken wir an die Atmung, dann fällt uns als Erstes der Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid ein. Darüber hinaus hat Ihre Lunge aber auch noch viele weitere Aufgaben, z.B. die immunologische Funktion der Infektabwehr oder auch die fibrinolytische Aktivität zur Auflösung von Blutgerinnseln, die z.B. aus den Beinvenen in die Lunge verschleppt werden.

Wir in der Cardiopraxis legen ein ganz besonderes Augenmerk auf die Lungenkraft. Das Zwerchfell ist nicht nur der Hauptmotor der Atmung, sondern hat auch eine erhebliche Bedeutung für Ihre Kreislauffunktion, und hier vor allen Dingen für den venösen Rückstrom.

Zwerchfell – der wichtigste Atemmuskel

Der Zwerchfellmuskel trennt den Brustraum vom Bauchraum und hat die Form einer doppelgipfligen Kuppel, die sich in den Brustraum wölbt.

Spannt sich Ihr Zwerchfell an, dann flacht die Kuppel ab und die Lunge entfaltet sich: Außenluft wird in die Lunge eingesaugt, die Einatmung. Entspannt sich Ihr Zwerchfell, dann zieht sich die Lunge aufgrund ihrer elastischen Eigenschaften wieder zusammen, das Zwerchfell wölbt sich wieder in den Brustraum: Luft wird aus der Lunge herausgedrückt, die Ausatmung.

In Ruhe machen Sie so unwillkürlich 12-16 Atemzüge pro Minute. Pro Atemzug werden ca. 500 ml eingeatmet, je nach Körpergröße 6-8 ml/kg.

Starkes Zwerchfell – vollständige Belüftung der Lunge

Ihre Lunge muss, um gesund und leistungsfähig zu bleiben, vollständig belüftet werden. Folglich muss die eingeatmete Außenluft vor allen Dingen die tiefen Abschnitte nahe Ihrem Zwerchfell erreichen. Dieses geht nur, wenn Sie mit Ihrem Zwerchfell tief in den Bauch atmen.

Falls Sie nicht richtig tief atmen, dann bleibt Ausatmenluft in den zwerchfellnahen Abschnitten “stehen”, Sekrete werden nicht richtig bewegt und es steigt das Risiko einer Lungenentzündung. Das ist ähnlich wie bei einem Keller: wird er nicht richtig belüftet, dann wird er feucht und es bildet sich hartnäckiger Schimmel. Beim Menschen sammeln sich Viren und Bakterien als Nährboden für eine Lungenentzündung an.

Atmung mit dem Zwerchfell – starkes Zwerchfell – gesunder Kreislauf

Ein starkes Zwerchfell hat auch einen erheblichen Anteil an einem leistungsfähigen Kreislauf. Das Zwerchfell ist hier Teil eines sehr komplexen Muskelpumpensystems, welches den Rückstrom von venösem Blut von Muskeln und Organen zurück zum Herz und zur Lunge sicherstellt. Ungefähr ab der Mitte des Bauchraums übernehmen hierbei die Sogkraft Ihres Herzens und Ihres Zwerchfells die wesentliche Arbeit.

Ist Ihr Zwerchfell geschwächt, dann kann das bei Ihnen Kreislaufstörungen nach sich ziehen. Das hat nicht nur eine Einschränkung Ihrer Leistungsfähigkeit, Herzrasen und Benommenheit zur Folge, sondern kann sogar eine Ohnmacht verursachen.

Diese Zusammenhänge sind der Grund, warum wir in der Cardiopraxis bei begründetem Verdacht auf ein schwaches Zwerchfell die Muskelkraft des Zwerchfells messen. Sitzen Sie bei einem Besuch vor uns und berichten über Luftnot bzw. Leistungseinschränkung und wir sehen, dass Sie mit offenem Mund atmen, dann machen wir eine Manometrie der Lunge. Leider wird dieses wertvolle Untersuchungsmethode im allgemeinen ärztlichen Alltag viel zu wenig angewandt, auch nicht von den meisten Lungenfachärzten.

Brustatmung – schwaches Zwerchfell – Atemnot

Der häufigste Grund für ein schwaches Zwerchfell ist eine falsche Atemtechnik. Dabei geht es vor allen Dingen um die richtige Technik bei der Einatmung.

Atmen Sie durch den Mund anstatt durch die Nase ein, dann ist die Atemarbeit geringer als wenn Sie durch die Nase atmen. Atmen Sie überwiegend mit der Zwischenrippenmuskulatur bzw. den Atemhilfsmuskeln lediglich bis zur Brust, dann ist Ihre Atemarbeit geringer als wenn Sie vornehmlich mit dem Zwerchfell tief in den Bauch atmen.

Folglich ist es so, dass durch beide Faktoren, also den niedrigen Atemwegswiderstand als auch durch die flache Brustatmung Ihr Zwerchfell nicht richtig beansprucht wird. Genauso so wie bei allen anderen Muskeln in Ihrem Körper auch wir Ihr Zwerchfell dadurch schwächer, es wird dekonditioniert.

Besonders tückisch ist es, dass je schwächer ihr Zwerchfell ist, desto flacher werden Sie atmen, ein Teufelskreis.

Krankheiten, die zu einem schwachen Zwerchfell führen 

Die häufigste Ursache für ein schwaches Zwerchfell beim nicht gesunden Menschen ist eine allgemeine Schwächung der Muskulatur.

Die allgemeine Schwächung der Muskulatur ist meistens die Folge eines Mangels an Mikronährstoffen, und hier vor allen Dingen an Vitamin B12 und Eisen. Gerade ältere Menschen essen wenig Fleisch, welches ja reichhaltig Vitamin B12 und Eisen enthält. Bei Vegetariern bzw. Veganern ist der Fleischverzicht Teil des Ernährungskonzepts. Übrigens, Fisch enthält zwar ausreichend Vitamin B12, aber kaum Eisen, genügt also nicht um einen Fleischverzicht auszugleichen.

Auch nach größeren Operationen, z.B. nach einer Herzoperation, aber auch nach anderen Krankenhausaufenthalten sehen wir in der Cardiopraxis Menschen mit Eisen und Vitamin B12 Mangel. Das ist neben dem operationsbedingten Blutverlust dann auch die Folge des Heilungsprozesses, der ja mit einem Mehrbedarf an Baustoffen verbunden ist. In diesem Fall ist natürlich auch die gesteigerte Zufuhr von Eiweiß und anderen Mikronährstoffen wichtig.

Weitere Gründe für ein schwaches Zwerchfell sind meist einseitige Lähmungen der Zwerchfellnerven, des rechten oder linken Nervus phrenicus. Das kann Folge einer Operation oder auch einer Entzündung sein. Im Zweifel fertigen wir dann auch ein Röntgenbild an.

Wie atme ich richtig?

Vorausgesetzt Sie sind ansonsten gesund, dann steht einer gesunden Atemtechnik nichts mehr im Wege.

Nun, Sie werden es sich schon denken, bei der Einatmung ist eine Nasen-Bauchatmung die gesunde Atmung. So belüften Sie nicht nur Ihre zwerchfellnahen Lungenabschnitte und halten Ihren Kreislauf in Schwung, sondern darüber hinaus trainieren Sie so auch noch das Zwerchfell.

In der Ausatmung ist es sinnvoll durch den leicht geöffneten Mund zu atmen. Da die Ausatmung muskulär passiv ist, sollte in dieser Phase der Atmung möglichst wenig Widerstand entgegen gesetzt werden, damit die Luft möglichst vollständig entweichen kann.

Sie können Ihren Hauptatmemmuskel auch mit einfachen Übungen für das Zwerchfell regelrecht trainieren. Falls Sie Schwierigkeiten haben Ihr Zwerchfell “anzusprechen”, d.h. tief in den Bauch zu atmen, dann sind Übungen mit Führungswiderstand sinnvoll. Das kann z.B. Teil eines Yoga-Trainings sein. Aber auch betagte Menschen können mit einem Ball im Sitzen das Zwerchfell trainieren. Hinzu kommen noch ein paar schöne Übungen mit sog. Umkehrpositionen. Dabei muss es nicht immer gleich ein Kopfstand sein.

Gesunde Atmung – Beruhigung und Aktivierung

Wenn Sie ein gutes Gefühl für Ihre Atmung entwickeln, dann können Sie durch eine bewusste Änderung Ihrer Atemtechnik auch Ihren Aktivitätszustand gezielt beeinflussen. So können Sie Körper und Geist aktivieren und beruhigen.

 

 

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Atmung mit dem Zwerchfell

Ihr Zwerchfell trennt den Brustraum vom Bauchraum. Es ist ein großer flacher Muskel, der wichtigste für eine gesunde und tiefe Atmung. Zieht sich Ihr Zwerchfell zusammen, dann wird der es flach und die Lunge entfaltet sich, Sie atmen ein. Entspannt sich der Muskel, dann zieht sich die Lunge aufgrund ihrer elastischen Eigenschaften, Sie atmen aus. Das Zwerchfell bewegt sich kontrolliert durch Ihr Atemzentrum unwillkürlich, kann aber auch von Ihnen bewusst angesteuert werden.

Mit einem Medizinball können sie zahlreiche Übungen machen, so z.B. zur Stärkung Ihrer Wirbelsäule. Auch für die Kräftigung Ihres Zwerchfells empfehlen wir eine einfach Übung mit einem Medizinball.

Atmung mit dem Zwerchfell häufig vernachlässigst

Die meisten Menschen vernachlässigen ihr Zwerchfell. Sie atmen mit geringer Kraftanstrengung durch den Mund. So arbeitet das Zwerchfell nicht nur gegen einen geringeren Atemwiderstand ein, sondern der Atemweg ist auch kurz; wir sprechen auch von der flachen Brustatmung oder der Mund-Brustatmung.

Folglich wird das Zwerchfell nach und nach schwächer, die Leistungsfähigkeit sinkt. Durch die Minderbelüftung der Zwerchfell-nahen Abschnitte steigt das Risiko einer Lungenentzündung. Das ist ähnlich wie in einem Keller: wird dieser nicht richtig belüftet, dann setzt sich Schimmel fest.

Die Kraft des Zwerchfells ist messbar und kann unter Anleitung gezielt gestärkt werden. Beides wird im ärztlichen Alltag allerdings fast ausnahmslos vernachlässigt.

Stärken Sie Ihr Zwerchfell mit einer ganz einfachen Übung

Grundsätzlich sollten Sie im Alltag auf eine Nasen-Bauch-Atmung achten. Das bedeutet: Mund bei der Einatmung geschlossen halten und tief in den Bauch atmen, so dass dieser sich bewegt. Vielen Menschen fällt das schwer, weil Sie nicht so richtig das Gefühl haben, wo sie “hin atmen” sollen.

Um das Körpergefühl hier zu trainieren, hat es sich bewährt Übungen mit einem sog. Führungswiderstand regelmäßig durchzuführen. Neben anderen Übungen mit Führungswiderstand und sog. Umkehrpostionen ist die Übung mit einem Ball eine besonders einfache Art und Weise eine gesunde Bauchatmung zu lernen. Gerade älter Menschen, die zunächst kein komplexeres Gymnastikprogramm absolvieren können, profitieren hier erheblich.

So funktioniert die Übung:

  • setzen Sie sich entspannt auf einen Stuhl oder in einen Sessel
  • legen Sie einen Ball auf den Bauch (Führungswiderstand)
  • Ihre Arme ruhen mit Eigengewicht auf dem Ball (nicht aktiv drücken)
  • atmen Sie ruhig in den Bauch ein- und aus
  • das zeitliche Atemverhältnis von Ein- zu Ausatmung sollte 1 : (2-3)
  • nun hebt und senkt sich der Ball
  • führen Sie die Übung ohne Anstrengung beiläufig durch, z.B. 15 Minuten am Tag, z. B. vor dem Fernseher bei der Tagesschau

Atmung mit dem Zwerchfell beruhigt

Wenn Sie diese Übung regelmäßig durchführen, dann wird sich nicht nur Ihre Atmung im Alltag normalisieren, sondern sie werden auch leistungsfähiger. Ein Atem-Zeitverhältnis von 1 : (2-3) trägt dabei im Sinne einer somato-psychischen Intervention auch zu einer psycho-vegetativen Beruhigung bei, und das ist gut für Ihre Herz-Kreislaufsystem.

 

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Die Rhythmen von Atmung und Herz sind gekoppelt: Beim Einatmen geht die Herzfrequenz hoch, beim Ausatmen geht sie runter. Diese sogenannte respiratorische Sinusarrhythmie (= RSA) ist in der Regel ein Zeichen für Gesundheit – und keine Herzrhythmusstörung. Das vegetative Nervensystems ist bewusst über die Atmung beeinflussbar.

Während einer RSA-Messung wird überprüft, wie sich die Herzfrequenz während eines ruhigen Atemzyklus (6 Atemzüge) verändert und wie sie bei der Einatmung zunimmt. Ein spezielles Verfahren, bei dem diese Kopplung über mehr als 3 Minuten gemessen wird, ist die Herzfrequenzvariablilitätsanalyse.

Wenn die RSA stark reduziert ist, ist das kein gutes Zeichen: „Wenn das Herz so regelmäßig wird wie das Klopfen eines Spechtes, dann wird der Patient innerhalb von vier Tagen versterben“, sagte bereits der chinesische Arzt Wang Shu-he (180 bis 270 n. Chr.)

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Eine Panikattacke ist ein sich selbst-verstärkender Prozess: Panik führt zu mehr Panik – ein Teufelskreis. Aus diesem Teufelskreis herauszutreten ist das Behandlungsziel. Helfen können dabei die folgenden Techniken zur Selbstberuhigung.

  • 0,5 bis 1 l zusätzlich trinken
  • Beine in 45 Grad-Stellung hochlagern: Blut verlagert sich in zentralen Körper, Herzfrequenz sinkt
  • Atmung nutzen: auf Atemfrequenz von 6 Atemzügen pro Minute achten, bei einem Verhältnis von 1 zu 3 bei Einatmung zu Ausatmung; die Herzfrequenz sinkt dadurch

Eine App zur Atmungssteuerung kann dabei unterstützen, z. B. „Breathing Zone“.

Beim Aufkommen einer Panikattacke kann man weitere Techniken anwenden. Zum Beispiel Autogenes Training zur Beruhigung. Oder man tritt in einen Dialog mit sich selbst, indem man sich zum Beispiel sagt: „Das ist also Angst“ anstatt „ich fühle Angst“. Sich ablenken, etwa durch Lesen, Musikhören oder Kommunizieren, kann ebenso helfen. In der Regel normalisiert sich der neuro-vegetative Tonus nach 20 bis 30 Minuten wieder.

Bei schweren Panikattacken können Medikamente sinnvoll sein. Sie sollten aber nur nach vorheriger Rücksprache mit Ärztin/Arzt eingenommen werden, denn es besteht z. B. die Gefahr einer sich entwickelnden Abhängigkeit.
Die verschiedenen Techniken, um sich bei Panik selbst zu beruhigen, kann man in anfallsfreien Intervallen üben. Ein tolles Hilfsmittel, falls ein Anfall auftritt: ein Merkzettel mit To Do’s!

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Das menschliche Herz ist ein elektro-mechanisches Organ und schlägt beeindruckende 2,5 bis 3,5 Milliarden Mal im Leben. Dabei werden mehr als 100 Millionen Liter Blut durch den Körper gepumpt.

In Ruhe hat der Herzschlag einen regelmäßigen Rhythmus von 50 bis 100 Schlägen pro Minute. Durch die Atmung kann dieser Rhythmus moduliert werden.

Unregelmäßigkeiten des Herzschlages können auf relevante Herzerkrankungen hinweisen. Medizinische Leitlinien empfehlen: Menschen ab dem 60. Lebensjahr und Menschen mit bekannten Herzerkrankungen sollten regelmäßig die Häufigkeit und Regelmäßigkeit ihres Herzschlags messen bzw. messen lassen. Wie Sie den Puls tasten üben, erfahren Sie HIER.

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