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Cholesterin – unabhängiger Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall

Ein zu hohes Cholesterin im Blut hat Verengungen von Herzkranzarterien, Gehirn- und Beinarterien zur Folge. Dadurch kommt es nicht nur zu Durchblutungsstörungen, sondern mit zunehmendem Alter steigt auch das Risiko für akute Komplikationen, wie den Herzinfarkt und den Schlaganfall.

Der Zusammenhang zwischen einer Cholesterinerhöhung und der Arteriosklerose ist wissenschaftlich zweifelsfrei nachgewiesen. Dabei ist der Cholesterinwert des Menschen genetisch bestimmt und die Anlage zu hohem Cholesterin wird vererbt. Folglich lassen sich schon sogar im Kleinkindalter kleinste Ablagerungen in den Arterien histologisch, d.h. mit dem Mikroskop nachweisen, die sog. Stary-Lesions.

LDL-Cholesterin – der Hauptrisikofaktor

Wir kennen beim Cholesterin verschiedene Untertypen; das LDL-Cholesterin, das sog. „böse“ Cholesterin ist der Hauptrisikofaktor. Liegt bei Ihnen der LDL-Cholesterin-Wert im Blut über 160 mg/dl, dann ist Ihr Risiko für eine arteriosklerotische Erkrankung erhöht, vor allen Dingen dann, wenn weitere Risikofaktoren, wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Nikotingenuß hinzukommen.

In großen wissenschaftlichen Studien konnte durch eine medikamentöse LDL-Cholesterinsenkung mit Statinen eine Verringerung von Herzinfarkt- und Schlaganfallrate fast ausschließlich bei der Sekundärprävention, d.h. bei bereits vorbestehenden arteriosklerotischen Veränderungen sicher nachgewiesen werden. Je nach Risikokonstellation beträgt hier die Verringerung der Sterblichkeit z.T. über 50%.

Bei der Primärprävention, also dann, wenn noch keine Verkalkungen da sind, macht eine Senkung des LDL-Cholesterins nur bei sehr hohen Werten von >190 mg/dl bzw. in Verbindung mit anderen Risikofaktoren Sinn.

LDL-Cholesterinbildung in der Leber – läuft nach einer Inneren Uhr

Entscheidend für die Bildung von Cholesterin ist die Aktivität des Enzyms HMG-CoA-Reduktase in der Leber. Die Aktivität dieses Enzyms ist am frühen Nachmittag am niedrigsten und steigt dann um mehr als das 4-fache an und erreicht um Mitternacht seinen Gipfel. Anders formuliert, mit steigender Aktivität der HMG-CoA-Reduktase steigt auch die LDL-Konzentration im Blut.

Im Zusammenspiel mit der Aktivität des LDL-Cholesterin-Rezeptors in der Zellmembran, welcher für die Aufnahme von LDL-Cholesterin in die Zelle verantwortlich ist, sinkt das LDL-Cholesterin im Blut entsprechend am frühen Abend auf einen Tiefpunkt.  Als Folge der Aktivität der HMG-Co-Reduktase steigt es von da aus  bis zum frühen Morgen um ungefähr das Doppelte an. Vom Morgen bis zum frühen Nachmittag bleibt dann das LDL-Cholesterin auf einem stabil hohen Niveau, um dann wieder abzufallen. Diese Abläufe folgen chronobiologischen jeweils Inneren Uhren und sind bei jedem Menschen genetisch festgelegt.

Für die therapeutische Senkung des LDL-Cholesterins durch Statine ist die Blockierung der HMG-CoA-Reduktase ein sehr guter therapeutischer Angriffspunkt. Statine werden daher auch HMG-CoA-Reduktase Hemmer genannt. Wollen wir eine möglichst effektive Senkung von LDL-Cholesterin über den Tag erzielen, dann sollten wir den genetisch bestimmten Rhythmus der HMG-CoA-Reduktase berücksichtigen. Kurzum, ein Statin muss zum Zeitpunkt der maximalen Aktivität der HMG-CoA-Reduktase wirksam sein, das heißt also in der Nacht.

Statine wirken unterschiedlich lang

Neben den chronobiologischen Aspekten mit der maximalen Aktivität der LDL-Cholesterinbildung in der Nacht müssen wir bei der Behandlung mit Statinen auch die Halbwertszeit in unsere therapeutischen Überlegungen miteinbeziehen. Die Halbwertszeit ist die Zeit, in der ein Medikament um 50% abgebaut ist. Zum Beispiel ist bei einer Halbwertszeit von 2 Stunden nach 8 Stunden nur noch 6,25% der ursprünglichen Dosis eines Medikamentes im Blut vorhanden.

Statine haben unterschiedliche Halbwertszeiten:

  • Simvastatin: 2h
  • Pravastatin: 2h
  • Fluvastatin: 1-3h bzw. 9h (slow release Formen)
  • Cerivastatin: 2-3h
  • Lovavastatin: 2-5h
  • Atorvastatin: 14h
  • Rosuvastatin: 19h

Folglich ist für die Behandlung mit den verschiedenen Statinen daher ein optimales Timing wichtig. Würden Sie ein kurz-wirksames Statin um 8:00h morgens einnehmen, dann ist zum Zeitpunkt der maximalen Aktivität der LDL-Cholesterinbildung in der Nacht der Wirkstoff im Blut nicht mehr in einer therapeutischen Konzentration vorhanden.

Grundsätzlich gilt

  • kurz-wirksame Statine (z. B. Simvastatin, Pravastatin): immer abends einnehmen
  • lang-wirksame Statine (z. B. Atorvastatin, Rosuvastatin): können prinzipiell auch morgens eingenommen werden

Falls Ihnen eine morgendliche Einnahme ärztlich empfohlen wird, dann geht es ausschließlich darum die Regelmäßigkeit der Einnahme, die sog. Compliance sicherzustellen. Anders ausgedrückt, es ist einfacher ein Statin morgens mit den anderen Medikamenten einzunehmen, abends wird es häufiger mal vergessen.

Statine – weniger Nebenwirkungen durch geringere Dosis

Vor dem Hintergrund der möglichen Nebenwirkungen, vor allen Dingen im Bereich der Muskulatur (Schmerzen, Verspannungen, Schwäche), ist es sinnvoll, wenn Sie grundsätzlich eine möglichst geringe Dosis an Statinen einsetzen. Je geringer die Dosis der Statine, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen. Zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt senken Statine so das LDL-Cholesterin um 35 bis 55 %.

Kurzum, auch lang-wirksame Statine sollten am besten am Abend eingenommen werden, um die Dosis und damit die Nebenwirkungen möglichst niedrig zu halten.

Statine – individuelle Dosisanpassung

Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass Statine über das Cytochrom-P450-System der Leber mit anderen Medikamenten interagieren und so auch mehr oder weniger schnell abgebaut werden können. Somit kann die Wirkung bei Menschen individuell unterschiedlich sein.

In jedem Fall gilt es, den Erfolg der Statintherapie gemeinsam mit Ihrem Arzt zu überprüfen, ein LDL-Cholesterinwert von 70-100 mg/dl ist das therapeutische Ziel, z.B. nach einem Herzinfarkt. Eine Laborbestimmung 6 Wochen nach Beginn der Behandlung gibt hier eine erste Orientierung.

Ist allerdings einmal die richtige individuelle Dosis gefunden, dann bleibt dieses Ergebnis in der Regel stabil und Kontrollen brauchen nur noch sporadisch vorgenommen zu werden.

 

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Schlaganfall – immer ein Notfall!!

Ein Schlaganfall ist eine Notfallsituation. Allerdings ist der betroffene Mensch meistens hilflos oder nimmt den Schlaganfall selber gar nicht wahr. Die fehlende Wahrnehmung von Symptomen bei Betroffenen nennen wir in der Medizin „Neglect“ und dieses Verhalten ist gerade typisch bei einem akuten Schlaganfall.

Zeitliche Verzögerung kann kritisch für den weiteren Verlauf sein, denn je früher ein Schlaganfall medizinisch behandelt wird, desto geringer sind die Spätfolgen, wie z.B. eine schwere körperliche Behinderung.

Folglich kommt gerade Angehörigen bei der Erkennung des Schlaganfalls eine große Bedeutung für die Einleitung der Rettungskette zu. Wir erleben es in der Cardiopraxis immer wieder, dass dem Ehepartner am Morgen beim Frühstück oder bei der Hausarbeit auffällt, dass mit dem Partner irgendetwas nicht stimmt.

Schlaganfall bei Mitmenschen erkennen

Folglich ist es sinnvoll, wenn Sie als Mitmensch die Symptome eines Schlaganfalls auch bei anderen Menschen erkennen können. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn Menschen in Ihrem sozialen Umfeld Risikofaktoren für einen Schlaganfall haben, wie z.B. Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Vorhofflimmern oder auch eine Koronare Herzkrankheit.

Bemerkbar macht sich ein Schlaganfall zum Beispiel durch folgende Warnsymptome:

  • hängender Mundwinkel
  • halbseitige Lähmung
  • Sprachstörung
  • Sehstörungen
  • Schwindel und Gangstörung
  • heftigster, nicht gekannter Kopfschmerz

Nutzen Sie den FAST-Test:

Schlaganfall – so verhalten Sie sich bei einem Notfall

Wenn Sie (z. B. als Angehöriger oder Arbeitskollege) einen Schlaganfall vermuten, gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Wählen Sie sofort 112, um einen Notruf abzusetzen!
  • Äußern Sie Ihren Verdacht auf einen Schlaganfall und beschreiben Sie genau, seit wann welche konkreten Symptome bestehen!
  • Beachten Sie: Nicht Sie, sondern die Notrufzentrale beendet das Gespräch! Somit gehen keine wichtigen Informationen (z. B. die Adresse) verloren.
  • Und: Fahren Sie niemals die betroffene Person selbst in die Klinik!

Schlaganfall – das machen Sie, bis der Rettungsdienst eintrifft

Bis der Rettungsdienst eintrifft, sollten Sie sich intensiv um den Menschen mit Verdacht auf Schlaganfall kümmern:

  • Beruhigen Sie ihn, indem Sie mit ihm sprechen!
  • Signalisieren Sie, dass Hilfe zeitnah kommt!
  • Öffnen Sie enge Kleidung!

Auch körperlich können Sie die Person unterstützen:

  • Sorgen Sie für eine 30 Grad-Oberkörperhochlagerung (z. B. mit einem Kissen)!
  • Achten Sie, dass sie auf dem Sofa oder Boden sitzt, nicht auf dem Stuhl (Sturzgefahr!)!
  • Wenn die Person bewusstseinsgestört ist und normal atmet: Machen Sie eine stabile Seitenlage! Auch bei Erbrechen können Sie eine stabile Seitenlage durchführen.
  • Wenn die Person bewusstlos ist und nicht normal atmet: Beginnen Sie mit Wiederbelebung!

Bei einem Schlaganfall können Schluckstörungen auftreten. Daher sollten Sie der betroffenen Person

  • keine Medikamente geben
  • kein Essen oder Trinken reichen
  • mögliche Zahnprothesen entfernen

Schlaganfall – Dokumentation für Klinik bereithalten

Wenn der Notarzt bzw. die Notärztin eintrifft, geben Sie bitte Medikamentenpläne und Arztbriefe mit. Es kann hilfreich sein, den Schlaganfall-Patienten ins Krankenhaus zu begleiten, zum Beispiel bei Sprachstörungen.

Fazit: Auch der Verdacht auf einen Schlaganfall ist immer ein Notfall. „Es wird schon wieder“ ist immer die falsche Sichtweise. Wählen Sie daher bei Verdacht die 112 und verständigen Sie den Rettungsdienst. So können Sie womöglich ein Leben retten oder dauerhafte geistige und körperliche Schäden bei einem Mitmenschen verhindern.

 

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Erneuten Schlaganfall verhindern

80 bis 85 Prozent aller Schlaganfälle sind sogenannte ischämische Schlaganfälle. Dabei ist eine Gehirnarterie verstopft, entweder durch ein lokales Gerinnsel oder durch eine Embolie, meistens aus dem Herzen. Im ersten Jahr liegt das Risiko bei 20 Prozent, dass erneut eine Verstopfung auftritt. Damit kein neuer Schlaganfall passiert, ist es wichtig die genaue Ursache zu kennen. Liegt zum Beispiel die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern vor oder besteht eine hochgradige Engstelle der Halsschlagader? Essenzielle erste Informationen dazu liefert auch die Bildgebung des Gehirns mit Hilfe des MRT und Computertomografs. Daher sind verschiedene Behandlungsstränge nach einem ersten Schlaganfall wichtig.

Neuen Schlaganfall vorbeugen: Blutverdünnung

  • bei Menschen ohne Vorhofflimmern: mit Acetylsalicylsäure (Aspirin) 1 x 100 mg täglich, bei Unverträglichkeit alternativ Clopidogrel 75 mg 1x täglich
  • bei nachweisbarem Vorhofflimmern: mit neuen Gerinnungshemmern, sogenannten NOAKS wie zum Beispiel Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran, Edoxaban

Neuen Schlaganfall vorbeugen: Operation der Halsschlagader

Ist auf der betroffenen Gehirnseite die Halsschlagader (Arteria carotis interna) hochgradig verengt, so wird diese Operation empfohlen. Dabei gibt es 2 unterschiedliche Methoden: entweder die offen gefäßchirurgische Methode, bei der die Arterie ausgeschält wird, oder die Katheter- gestützt Methode, bei der ähnlich wie an den Herzkranzgefäßen eine Gefäßstütze, ein sogenannter Stent, implantiert wird.

Schlaganfall bei offenem Foramen ovale: Katheter-gestützter Verschluss

Ein offenes Foramen ovale ist eine Kurzschlussverbindung in der Vorhofscheidewand, zwischen der rechten und der linken Herzvorkammer. 25 Prozent aller Menschen haben ein offenes Foramen ovale. Ein Schlaganfall entsteht bei ihnen durch eine sogenannte gekreuzte Embolie: Ein Gerinnsel im venösen System umgeht die Lunge und gelangt über den Kurzschluss in die linke Vorkammer und bis in das Gehirn, wo es die Arterie verstopft. Ein offenes Foramen ovale wird mit Hilfe der transösophagealen Echokardiographie, d.h. ein Ultraschall des Herzen über die Speiseröhre, festgestellt.

Ein Verschluss des Foramen ovale ist angezeigt, falls keine andere erkennbare Ursache vorliegt. Meistens sind junge Menschen betroffen.

Nach Schlaganfall: Risikofaktoren vermeiden

Darüber hinaus ist es für Schlaganfall-Patienten hilfreich, allgemeine Gefäß-Risikofaktoren einzustellen:

  • Cholesterin senken
  • Blutdruck kontrollieren
  • Diabetes mellitus einstellen
  • auf Nikotin verzichten
  • körperlich aktiv sein

Die Therapie nach einem ischämischen Schlaganfall muss individuell an den Ursachen orientiert sein. Vor allem der Nachweis beziehungsweise Ausschluss von Vorhofflimmern ist sehr wichtig aber auch schwierig.

 

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Vorhofflimmern und Schlaganfall – häufiger bei Menschen mit Übergewicht

Jeder 10. Mensch in Deutschland erleidet im Laufe seines Lebens Vorhofflimmern des Herzens. Wichtig, Vorhofflimmern ist in 20 bis 25 Prozent der Fälle die Ursache von Schlaganfällen. Wissenschaftlich belegt tritt Vorhofflimmern häufiger bei übergewichtigen Menschen mit einem Body-Maß-Index über 25 kg/m² auf. Eine Meilenstein-Studie, die Legacy Studie, konnte sehr eindrucksvoll zeigen, wie wichtig Gewichtsreduktion ist, um ein Wiederauftreten von Vorhofflimmern zu vermeiden.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – Meilenstein – Legacy Studie

In die Analyse der Legacy Studie wurden 355 Menschen mit einem Body-Maß-Index von >27 kg/m² aufgenommen, der Mittelwert betrug 33 kg/m². Alle Teilnehmenden hatten bereits eine Episode von Vorhofflimmern gehabt und waren zum Zeitpunkt des Studienbeginns im normalen Sinusrhythmus. Ihnen wurde ein Programm zur Gewichtsreduktion angeboten und sie wurden im Studienintervall regelmäßig nachuntersucht. Der sogenannte Endpunkt der Untersuchung war die Anfallsfreiheit von Vorhofflimmern nach fünf Jahren. Hier teilte man die Probanden in drei Gruppen ein:

  • ≥ 10 Prozent Gewichtsverlust = 46 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren
  • 3 bis 9 Prozent  Gewichtsverlust = 22 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren
  • < 3 Prozent  Gewichtsverlust = 12 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – langfristige Anfallsfreiheit

Dass 46 Prozent derjenigen, die mindestens 10 Prozent Gewicht verloren und das Gewicht gehalten haben, keine Anfälle mehr bekamen, ist ein sehr eindrucksvolles Resultat. Wir kennen so gute Ergebnisse noch nicht einmal von den großen Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten bei Vorhofflimmern. Kurzum, die nachhaltige Gewichtsreduktion ist effektiver als der Einsatz von Medikamenten. Umso beeindruckender sind diese Studienergebnisse, weil sie unter einer maximalen medikamentösen antiarrhythmischen Therapie standen.

Aber wie kommt dieses Ergebnis zustande?

Gewichtsreduktion –  geringerer Blutdruck und Druck im Herzen

Relevant ist hier sicherlich, dass der systolische Blutdruck im Mittel um 18 mmHg sank. Ein geringerer Blutdruck im Kreislauf ist immer auch mit einem geringeren Druck im Herzen verbunden. Das wiederum reduziert die mechanische Belastung der dünnwandigen Herzvorkammern, die ja der Ursprungsort von Vorhofflimmern sind. Als Folge davon nahm die linke Vorkammer in ihrer Größe um 18 Prozent ab – was wiederum weniger Wandspannung am Ursprungsort des Vorhofflimmerns bedeutet.

Gewichtsreduktion – weniger Entzündung und thermischer Stress

Ein besonders interessanter Befund war auch die Abnahme des sogenannten C-reaktiven Proteins um 76 Prozent. Das C-reaktive Protein ist ein allgemeiner Marker für Entzündung. Es ist bekannt, dass Fett per se Entzündung produziert. Außerdem führt es zu einer stärkeren Wärmeisolierung des Körperstammes. Weil mehr Wärme gebildet und auch konserviert wird, haben übergewichtige Menschen häufig einen Hitzestau, der auch zu messbarem Einfluß auf das Kreislaufsystem führt. Gerade für diese Menschen sind vorbeugende Massnahmen gegen Hitzestress im Sommer besonders wichtig.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – unblutige Blutflussmessung hilft bei der Therapie

In der Cardiopraxis können wir den Einfluss von Veränderungen des Körpergewichts auf den Kreislauf über die Blutflussmessung mit dem Finapres– System genau messen. Da Menschen mit Übergewicht häufig thermischen Wärmestress haben, finden wir bei Ihnen in diesen Fällen meistens einen hohen Blutfluss. Dieses gibt Ihrem Körper die Möglichkeit mehr Wärme in der Körperperipherie abzustrahlen. Da allerdings die damit verbundene Verringerung des Gefäßwiderstandes mit einem Blutdruckabfall verbunden ist, folgt eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks. Folglich erhöht diese Aktivierung das Risiko für Rhythmusstörungen und vor allen Dingen kann auch Vorhofflimmern ausgelöst werden. Der thermische Stress ist auch der entscheidende Grund dafür, warum sich übergewichtige Menschen häufig innerlich so unruhig fühlen.

Bei der Gewichtsreduktion gibt es einige Punkte zu beachten, vor allen Dingen dann, wenn die Verringerung von Körperstammfett, und damit der Isolationsschicht ein vermehrtes Kälteempfinden zur Folge hat. Dann nämlich gilt es durch weitere Maßnahmen den thermischen Stress durch Kälte zu vermeiden.

In der Konsequenz bedeutet das: Menschen mit anfallsartigem Vorhofflimmern und einem Body-Maß-Index von >27 kg/m² sollten ihr Gewicht konsequent und nachhaltig reduzieren! So können sie in Zukunft Vorhofflimmer-Episoden vermeiden. Weniger Körperfett bedeutet: bessere Wärmeabstrahlung, weniger thermischer und mechanischer Stress, ein ruhigerer Kreislauf und ein besseres subjektives Befinden.

 

? Pathak RK et al. J Am Coll Cardiol 2015; 65: 2159-61

 

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Schlaganfall – schnelle Therapie entscheidend

Schlaganfall ist eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns, die dort zum Untergang von Gehirngewebe und dauerhaften Funktionsverlusten führt. Ursächlich ist in 80-85% der Fälle eine Verstopfung einer Gehirnarterie, in 15-20% eine primäre Einblutung in das Gehirngewebe. Therapieziele sind daher:

  • die Durchblutung schnell wiederherstellen
  • das Absterben von Gehirnzellen vermeiden
  • dauerhafte Behinderung verhindern

Schlaganfall – Warnsymptome erkennen

In Deutschland erzielen wir mittlerweile sehr gute Therapieresultate. Die dauerhafte Wiederherstellung von  Körperfunktionen gelingt immer häufiger. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein Schlaganfall sofort behandelt wird. Ein erster Schritt dorthin: Sie erkennen Warnzeichen bei sich selbst oder anderen Menschen und handeln schnell. Daher nutzen Sie den FAST-Test, um einen Schlaganfall sicher zu erkennen.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Ärztinnen und Ärzte können Ihnen nur helfen, wenn Sie Alarm geben. Ist die Symptomatik gering oder auch nur vorübergehend, kann es sich um Vorboten für einen schweren Schlaganfall handeln.  Im Zweifel sollten Sie daher immer sofort den Notruf 112 wählen.

Schlaganfall – moderne Akutbehandlung

Im Krankenhaus angekommen wird als erste diagnostische Maßnahme eine Schichtaufnahme des Kopfes gemacht (CCT oder MRT). Dadurch können Gehirnblutungen ausgeschlossen werden, die für etwa 15-20% aller Schlaganfälle verantwortlich sind. Die Therapie bei einer Hirnblutung ist selbstverständlich komplett anders, als die Therapie eines Schlaganfalls durch ein verschlossenes Gehirngefäß durch ein Blutgerinnsel.

Mit einer Akuttherapie versuchen Ärzte die Durchblutung wiederherzustellen. Durch Gabe von bestimmten Substanzen kann sich das Blutgerinnsel in der Gehirnarterie wieder auflösen (systemische Lyse). Mögliche Nebenwirkungen einer solchen Therapie sind Blutungskomplikationen. Daher wird diese Form der Therapie nur durchgeführt, wenn die Schlaganfallsymptomatik sehr ausgeprägt ist und das Blutungsrisiko des Betroffenen als gering eingestuft wird. In letzten Jahren sind neue Therapiestrategien entwickelt worden. In spezialisierten Zentren führen Neuroradiologen auch sogenannte Thombektomien durch: Über einen Katheter, der über die Leistenarterie bis in die betroffene Gehirnarterie vorgebracht wird, wird das Blutgerinnsel entfernt – wie bei einer Herzinfarkttherapie.

Moderne Schlaganfalltherapie ermöglicht es, das Risiko bleibender Schäden zu verringern. Das Wichtigste beim Erkennen, Handeln und Behandeln ist die Zeit, denn jede Minute zählt: Time is Brain!

 

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Vorhofflimmern früh erkennen – Schlaganfall verhindern

Ein Schlaganfall ist ein gravierendes Ereignis, häufig genug mit bleibenden Folgen für die körperliche, geistige und seelische Selbstbestimmtheit. Auch wir und er Cardiopraxis sind immer wieder sehr betroffen, wenn ein Patient mit einem Schlaganfall zu uns kommt. Folglich unternehmen wir alle Anstrengung um bei den Menschen, die wir betreuen einen Schlaganfall in der Zukunft zu verhindern.

Vorhofflimmern häufig in der Praxis unerkannt

Da gerade bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen, wie z.B. nach Herzinfarkt oder Bluthochdruck Vorhofflimmern eine sehr häufige Ursache für einen Schlaganfall ist, nutzen wir selbstverständlich auch die herkömmlichen Methoden zur vorbeugenden Diagnostik. Dazu gehören das bekannte Ruhe-EKG, das Langzeit-EKG, das Belastungs-EKG und zur Risikostratifizierung auch der Herzultraschall.

Weil Vorhofflimmern häufig ohne Symptome und/oder nur kurzzeitig anfallsartig auftritt, können wir anläßlich eines Besuchs in der Praxis Vorhofflimmern häufig nicht feststellen.

Ein Weg dieser diagnostischen Lücke zu begegnen ist die Selbstmessung durch die potentiell Betroffene. Methoden zur selbständigen Erfassung von Vorhofflimmern reichen dabei von der Pulstastung bis hin zur der Ableitung eines 1-Kanal-EKGs über ein Smartphone.

Pulstastung auf Regelmäßigkeit erlernbar und ein erster wichtiger Schritt

Einen Schlaganfall können Sie selbst verhindern: Tasten Sie Ihren Puls auf Regelmäßigkeit! Denn der Tastbefund gibt einen wertvollen Hinweis darauf, ob Sie zu den rund 1,7 Mio. Menschen in Deutschland mit der Diagnose Vorhofflimmern gehören. Ihr Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist 5x so hoch wie normal – bis zu 25% aller Fälle werden durch Vorhofflimmern verursacht!

In der Tat können Sie das  Pulstasten bei guter Schulung und mit etwas Geduld ziemlich zuverlässig selber lernen. Folglich können Sie in  92% aller Fälle Vorhofflimmern durch diese einfache Methode richtig erkennen. Im Gegensatz zum normalen, regelmäßig schlagenden Puls zeichnet sich Vorhofflimmern durch absolute Unregelmäßigkeit aus.

Von der Pulsabfolge sieht das in etwa so aus:

Normaler = regelmäßiger Puls:
__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I

Einzelne elektrische Extrasystolen = regelmäßiger Grundrhythmus + mechanische Pausen:
__I__I__I_____I__I__I__I__I__I__I__I

Vorhofflimmern = absolute Unregelmäßigkeit („Morse-Code“):
__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Im letzten Fall sollten Sie noch am selben Tag ein EKG beim Arzt schreiben lassen! Das Risiko für einen Schlaganfall steigt 48 Stunden nach Einsetzen von Vorhofflimmern bedeutsam an.

Folglich empfehlen Risikopatienten für Vorhofflimmern grundsätzlich 2x pro den Puls auf Regelmäßigkeit zu tasten.

Eine weitere wichtige Anwendungsmöglichkeit der Pulstastung ist das „Pill-in-the-Pocket“ – Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

 

? Taggar JS et al. Eur J Prev Cardiol 2016;23:1330-38

 

…..weiter im Selbsthilfekurs.

 

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Herzstolpern – unterschiedliche Arten von Rhythmusstörungen

Herzstolpern, schneller Herzschlag, langsamer Herzschlag und kräftiger Herzschlag. Das sind alles Symptome, mit denen Menschen zu uns in die Cardiopraxis kommen und um Rat und Tat fragen. So geht es dann erst einmal um die Häufigkeit  des Pulses, denn das gibt uns schon wichtige Hinweise auf den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems. Darauf folgen dann die Fragen zur Regelmäßigkeit des Pulses. Immer simulieren wir dann auch akustisch die verschiedenen Rhyhtmusstörungen und können so schon ziemlich sicher abschätzen, um welche Art von Rhythmusstörung es sich handelt.

Sie können uns dabei unterstützen, wenn Sie selber den Puls regelmäßig tasten. Mit ein bisschen Übung kann das jeder schaffen.

So tastet man den Puls richtig

  • nach 5 bis 10 Minuten Ruhe
  • mit Zeige- und Mittelfinger den Puls kurz oberhalb des Handgelenkes an der Daumenseite aufsuchen
  • leichten Druck ausüben, bis man den Puls tastet
  • Puls 30 Sekunden lang zählen, das Resultat mal 2 multiplizieren = Puls pro min (bpm)

Geschwindigkeit des Pulses ergibt Rückschlüsse auf Herz-Kreislauferkrankungen

Eine Geschwindigkeit zwischen 50 und 100 bpm gilt als normal.

Falls der Puls unter 50 ppm liegt, dann kann das in Verbindung mit Symptomen wie Benommenheit, Einschränkungen der Leistungsfähigkeit oder Luftnot auf eine relevante Störung hindeuten. Hier müssen, falls vorhanden die Medikamente überprüft werden. In Einzelfällen kann eine Rhythmusstörung vorliegen, die eine Implantation eines Herzschrittmachers erforderlich macht.

Falls der Puls über 100 bpm liegt und regelmäßig ist, dann kann in Einzelfällen eine Rhythmusstörung die Ursache sein. Viel häufiger ist allerdings eine zu geringe Trinkmenge, die kompensatorisch zu einem erhöhten Puls führt. Aber auch Stoffwechselstörungen, wie z.B. eine Überfunktion der Schilddrüse und nicht zuletzt Fieber verursachen einen beschleunigten Herzschlag.

Art der Unegelmäßigkeit des Pulses deutet auf  unterschiedliche Herzrhythmusstörungen hin

Wichtig ist aber auch die Regelmäßigkeit des Pulses. Hier kann es große Unterschiede geben

  • Ein regelmäßiger Puls gilt als normal – und sieht so aus:

__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I

__I__I__I_____I__I__I__I__I__I__I__I

  • Absolute Unregelmäßigkeit („Morse-Code“) besteht z. B. bei Vorhofflimmern. Vorstellen kann man sich das so:

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Alle Menschen über 65 Jahre und die, die weitere Risikofaktoren für Vorhofflimmern haben, sollten 2x pro Woche den Puls auf Regelmäßigkeit tasten. Absolute Unregelmäßigkeit könnte auf Vorhofflimmern hinweisen und damit auf ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. In diesem Fall noch am selben Tag ein EKG beim Arzt schreiben lassen!

…..weiter im Selbsthilfekurs

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Risiko für Vorhofflimmern – Schlaganfall aktiv verhindern

Vorhofflimmern ist die Ursache für 20 bis 25% aller Schlaganfälle. Fast jeden 10. Menschen kann es im Laufe des Lebens treffen. Herkömmlichen Methoden zur Erfassung von Vorhofflimmern, wie Ruhe-EKG und Langzeit-EKG können anfallsartiges Vorhofflimmern häufig nicht erfassen. Weiterhin erschwert wird die Diagnose dadurch, dass eine große Zahl Menschen von Vorhofflimmern dieses subjektiv gar nicht merken. Nicht selten wird Vorhofflimmern erst erkannt, wenn ein Schlaganfall aufgetreten ist.

Sie sollten Ihr individuelles Risiko kennen

Ihr persönliches Risiko sollten Sie, falls vorhanden mit einem Kardiologen oder einer Kardiologie besprechen. Dabei ist es wichtig über die Symptome von Vorhofflimmern gemeinsam zu sprechen. Die Untersuchungsintervalle sollten für die Zukunft festgelegt werden.

Puls auf Regelmäßigkeit tasten

Einen wertvollen Hinweis kann der Puls geben: Ist er absolut unregelmäßig wie bei einem Morse-Code, deutet das auf Vorhofflimmern hin. Die Pulsabfolge kann dann zum Beispiel so aussehen:

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Risikopatienten sollten daher ihren Puls 2x pro Woche tasten.

Alternative Möglichkeiten: die Arrhythmie-Anzeige bei Blutdruck-Selbstmessung oder die 1-Kanal EKG zur Selbstmessung.

Verdacht auf Vorhofflimmern – schnell handeln

Sollten Sie den Verdacht auf Vorhofflimmern haben, dann gehen Sie am besten noch am selben Tag zu einer Ärztin oder einem Arzt, es kann auch der Hausarzt sein.  Hier sollte dann ein EKG geschrieben werden.

Bei der Diagnose von Rhythmusstörungen ist es im Allgemeinen immer sinnvoll eine EKG-Aufzeichnung der Rhythmusstörung zu haben, den kaum ein Kardiologe wird eine gerinnungshemmende Therapie einleiten, ohne dass das Vorhofflimmern schriftlich dokumentiert ist.

……weiter im Selbsthilfekurs.

 

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Herzrhythmusstörungen – häufig in EKG und Langzeit-EKG nicht erfasst

Der normale Herzrhythmus ist regelmäßig und die Herzfrequenz liegt zwischen 50 und 100 Schlägen pro Minute. Wird die geordnete elektrische Aktivität von elektrischen Extraaktionen unterbrochen, dann können Sie das durch einen unregelmäßigen Puls merken. Ihr Herz stolpert dann, macht Pausen, ist dabei mehr oder weniger unregelmäßig in Aktion. Meistens sind diese Ereignisse nur kurzzeitige und seltene Unterbrechungen des normalen Herzrhythmus. Folglich werden Sie von einem Ruhe-EKG oder einem 24-Stunden Langzeit-EKG nicht erfasst.

Vorhofflimmern – häufig erst mit dem Schlaganfall erkannt

Vorhofflimmern erhöht das Risiko für einen Schlaganfall auf das 5-fache. 20-25% aller Schlaganfälle werden durch diese Herzrhythmusstörung verursacht. Problematisch ist, dass auch kurzzeitiges Vorhofflimmern das Risiko schon erhöht und viele Menschen Vorhofflimmern gar nicht merken. Folglich wird Vorhofflimmern zu spät erkannt, dann wenn der Schlaganfall im vollen Gange ist.

KardiaBand von AliveCor – medizinisch verwendbares 1-Kanal EKG

Eine praktische Lösung, die vor allen Dingen die Diagnose von Vorhofflimmern erleichtert, ist das KardiaBand von AliveCor. Im Gegensatz zu KardiaMobile, welches mit einer Kontaktplatte und dem Smartphone funktioniert, benötigen Sie bei KardiaBand neben dem Armband mit dem Kontaktpunkt und dem Smartphone noch zusätzlich eine Apple Watch.

Die Funktionsweise der KardiaApp ist für KardiaMobile und KardiaBand gleich. Die Sicherheit zur Erkennung von Vorhofflimmern in der aktiven Messung liegt bei über 95%. 1-Kanal EKGs können bequem via E-Mail oder Textmessaging an Ihre Kardiologen weitergeleitet werden. Die 1-Kanal EKG Selbstmessung ist ein besonders sinnvoller Baustein beim „Pill-in-the-Pocket“Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

 

Der Vorteil des KardiaBands ist, dass Sie es am Arm tragen können. Der Vorteil von KardiaMobile ist, dass Sie es auch mit anderen Betriebssystemen für Smartphones, z.B. Android benutzen können. KardiaMobile und KardiaBand sind im Anschaffungspreis ungefähr gleich und liegen unter 150 Euro.

Mit der Einführung der 1-Kanal EKG Funktion bei der Apple-Watch 4 ist der Markt für KardiaMobile deutlich reduziert worden. Wenn Sie allerdings Modell der Apple Watch 3 oder darunter nutzen wollen, dann ist das KardiaBand die richtige Anschaffung, denn es funktioniert auch mit älteren Versionen der Apple Watch.

Kardia von AliveCor – weitere Entwicklungen zu erwarten

Es wäre falsch anzunehmen, dass mit der Einführung der Apple Watch 4 dieses Unternehmen vom Markt verschwinden wird. AliveCor ist ein ernstzunehmendes Unternehmen mit einer großen Forschungsabteilung. Zurzeit werden bei AliveCor z.B. EKG-Diagnose Algorithmen zum Nachweis von zu niedrigen bzw. zu hohen Kaliumspiegeln gearbeitet, beides Risikofaktoren für potentiell tödlich Rhythmusstörungen. Des weiteren steht ein mobiles und Smartphone-taugliches 12 Kanal EKG kurz vor der Markteinführung.

 

 

 

 

 

 

……weiter im Selbsthilfekurs.

 

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Schlaganfall – die Zeit entscheidet

Die Schlaganfall-Therapie hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert: Es gibt weniger Folgebehinderungen und häufiger komplette Heilungen. Voraussetzung dafür ist, dass unmittelbar nach Symptombeginn (in weniger als 4 Stunden!) die Therapie beginnt. Je früher sie startet, desto besser ihr Ergebnis! Daher ist es so ungemein wichtig, dass Symptome richtig eingeordnet werden und ärztliche Hilfe unmittelbar aufgesucht wird.

Die wichtigsten Ziele sind:

  • Symptome möglichst schnell erkennen
  • Therapie schnellstmöglich beginnen
  • dauerhafte Behinderungen vermeiden: Time is Brain!

Schlaganfall – bei Verdacht hilft Ihnen der FAST-Test weiter

Schlaganfallpatienten selbst nehmen die akuten Veränderungen häufig nicht wahr. Deswegen sind Beobachtungen auch durch Andere ungemein wichtig, etwa durch Angehörige oder Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz. Wenn Sie Veränderungen bei Ihrem Gegenüber feststellen, aber die Symptome noch nicht eindeutig zuordnen können, hilft Ihnen der sogenannte FAST-Test weiter:

  • Face (Gesicht):
    Bitten Sie die Person zu lächeln! Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms (Arme):
    Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen! Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden: Sie sinken oder drehen sich.
  • Speech (Sprache):
    Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen! Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time (Zeit):
    Wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome!

Schlaganfall – bei Verdacht konsequent handeln

Auch wenn nur ein Faktor im FAST-Test zutrifft oder zusätzlich andere Symptome auftauchen, handeln Sie konsequent: Wählen Sie die 112 und äußern Sie einen Verdacht auf Schlaganfall! Abwarten nach dem Motto „es wird schon wieder“ ist immer falsch. Fahren Sie den Betroffenen auch nicht selbst in das Krankenhaus, begleiten Sie ihn bis zum Eintreffen der professionellen Ersthelfer. Bei einem Schlaganfall kann sich die Symptomatik rasch verschlechtern.

 

 

 

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