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Grippeschutzimpfung reduziert Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

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Grippe Herzinfarkt

Grippeschutzimpfung bietet nicht nur Schutz vor Grippe

Die Grippeschutzimpfung wird Risikopatienten schon seit vielen Jahren empfohlen. Insbesondere jetzt, im Rahmen der Covid-19 Pandemie, ist sie noch wichtiger geworden. Die Grippeschutzimpfung bietet nicht nur Schutz vor der Grippeerkrankung und Grippepneumonie, sondern vor allen Dingen auch vor Herzinfarkt und Schlaganfall.

Grippeerkrankungen und kardiovaskuläres Risiko

Die systemische Infektionserkrankung führt zu pathophysiologischen Veränderungen im Herz-Kreislaufsystem. Einher geht sie mit einer höheren Neigung zur Blutgerinnselbildung und dem Aufreißen von sogenannten Plaques (Gefäßablagerungen), was dann zum Gefäßverschluss führen kann – mit der Folge eines Herzinfarktes bzw. Schlaganfalls. Zudem verbrauchen Betroffene mehr Sauerstoff durch eine Neigung zur Tachykardie und zu niedrigem Blutdruck sowie einer neurovegetativen Dysbalance, was ebenfalls zur Herzbelastung führt. Darüber hinaus kann das Influenzavirus auch direkt Herzmuskelzellen schädigen. Zur möglichen Lungenentzündung, der typischen klinischen Komplikation der Grippeerkrankung, kommt somit auch ein höheres Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Vergleich der Maßnahmen zur Reduktion des Herzinfarktrisikos

Wir kennen typische Maßnahmen, welche das Herzinfarktrisiko reduzieren. In puncto Risikoreduktion ist die Grippeschutzimpfung hier vergleichbar mit typischen Lebensstil- oder medikamentösen Interventionen, die lange etabliert sind. Das Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen, verringert sich bei diesen Maßnahmen folgendermaßen:

  • Nikotinverzicht: 32-43%
  • Cholesterinsenkung mit Statinen: 19-30%
  • Bluthochdruck Therapie: 17-25%
  • Grippeschutzimpfung: 15-45%

Empfehlung zur Grippeschutzimpfung

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt die Grippeschutzimpfung für diese Personengruppen:

  • Alle Menschen >60 Jahre
  • Personen mit chronischen Erkrankungen (z.B. der Atmungsorgane, Herzkreislauferkrankungen oder die Zuckererkrankung)
  • Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Medizinisches Personal
  • Schwangere

Fazit

Die Grippeschutzimpfung ist Teil eines breiten Behandlungskonzeptes, um das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu minimieren. Sie wird am besten im Oktober und November durchgeführt. Dabei sollte ein Vierfachimpfstoff genutzt werden. Der Impfschutz beginnt nach etwa 10-14 Tagen.

 

Literatur

Faktenblätter des Robert-Koch-Institut zur Grippeschutzimpfung

Modin D et al. Influenza Vaccination is associated with reduced mortality in adults with diabetes: a nationwide cohort study. Diabetes Care. 2020;dc200229.doi:10.2337/dc20-0229

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