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Übergewicht & Bluthochdruck – Ursache Körpertemperatur – Video

Übergewicht, Körpertemperatur und Bluthochdruck stehen in einem engen Zusammenhang. Zahlreiche große klinisch-wissenschaftliche Studien haben zu der gesicherten Erkenntnis geführt: Übergewicht, und vor allen Dingen das Bauchfett, erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Sterblichkeit. Übergewicht hat auch unmittelbar symptomatische Folgen, insbesondere Belastungsluftnot und Bluthochdruck. Aber woran liegt das eigentlich und was hat das mit dem Kreislauf zu tun?

Besonders wichtig beim Zusammenhang Übergewicht und Herz-Kreislaufsymptome finden wir die folgenden 3 Mechanismen:

  • Temperaturisolierung
  • Entzündung
  • Hormonbildung

Alle 3 Faktoren wirken zusammen und haben einen Einfluss auf die Regulation Ihrer Körpertemperatur und damit auch auf den Kreislauf.

Übergewicht, Körpertemperatur - Ursache für Bluthochdruck

Regulation der Körpertemperatur – kurze Einführung

Für optimale biochemische Prozesse und folglich für eine gute körperliche und geistige Leistungsfähigkeit benötigt Ihr Körper eine stabile Körpertemperatur. Sie liegt bei den meisten Menschen um 36,5 0C und schwankt um ca. 0,3 0C nach oben und nach unten.

Liegt Ihre Körpertemperatur außerhalb Ihres individuellen Wohlfühlbereichs, dann muss Ihr Körper gegensteuern, um wieder in diese Temperaturzone zu gelangen. Die schnellste und für den Körper am feinsten regulierbare Stellgröße ist dabei die Durchblutung der Körperoberfläche.

Ist Ihrem Körper zu warm, dann STEIGERT er die Durchblutung. So wird mehr Wärme an die Körperoberfläche gebracht und kann dort abgestrahlt werden. Bezogen auf den Kreislauf nennen wir das einen HYPERdynamen oder auch einen Wärme-Dissipitations-Kreislauf. Dekompensiert das System, steigt die Körpertemperatur und Sie beginnen z.B. zu schwitzen.

Ist Ihrem Körper zu kalt, dann VERRINGERT er die Durchblutung. Folglich wird mehr Wärme im Körperkern gehalten. Bezogen auf den Kreislauf nennen wir das einen HYPOdynamen oder einen Wärme-Konservierungs-Kreislauf. Dekompensiert das System, dann schaltet Ihr Körper die Reservemechanismen zur Temperatursteigerung ein, wie z.B. das Kältezittern der Muskeln.

Zur wissenschaftlich-ganzheitlichen Bewertung des Herz-Kreislaufsystems setzen wir in der Cardiopraxis vor allen Dingen die unblutige Herz-Kreislaufmessung in Verbindung mit der Körpertemperaturmessung ein. So können wir auch den Einfluss von Übergewicht und Stoffwechsel auf den Kreislauf sehr differenziert erfassen.

Körperfett – wichtig für die Temperaturisolierung

Wenn wir uns Gedanken über die Bedeutung von Körperfett für das Herz-Kreislaufsystem machen, dann ist es naheliegend sich zu fragen: Welchen positiven Sinn hat Körperfett neben der Speicherung von Energie? Oder anders gesagt: Warum kann Fett für das Kreislaufsystem eigentlich sinnvoll sein?

In der Biologie ist Fett vor allen Dingen eine Isolationsschicht. Wir kennen es von Tieren, die in kalten Regionen leben oder sogar einen Winterschlaf halten. Bevor der Winter beginnt, fressen Sie sich Fett an. Damit beugen sie nicht nur dem Mangel an Futter in der kalten Jahreszeit vor, sondern schützen sich auch vor Kälte.

In der Natur gibt es nun eher Wärme-verlierende und Wärme-konservierende Lebewesen, wie z.B. die Maus oder im Gegensatz dazu den Elefanten. Bestimmt wird diese Einteilung durch das Verhältnis von Körpermasse, bzw. Gewicht zur Körperoberfläche: je größer die Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse, desto mehr Wärme wird pro Masse abgegeben und umso mehr muss ein Tier in Relation zu seinem Körpergewicht fressen, um den Wärmestoffwechsel aufrecht zu erhalten. In diesem Sinne ist die Maus mit 4,5 kg/m2 eher ein “Wärmeverlierer” und folglich der Elefant mit 190 kg/m2 eher ein “Wärmebewahrer”.

Übergewicht, Körpertemperatur - Ursache für Bluthochdruck

Körperfett – auch eine Isolationsschicht bei Menschen

Diese Mechanismen der Wärmekonservierung können wir auch beim Menschen beobachten. Bei ihm liegt das normale Massen-Oberflächenverhältnis zwischen 35-40 kg/m2 Körperoberfläche. Das entspricht einem Body-Mass-Index von 18,5-25 (kg/ (m x m Körperlänge)), welches auch ein indirektes, wenn auch ungenaueres Maß für das Massen-Oberflächenverhältnis des Menschen ist. Das Massen-Oberflächenverhältnis ist im Hinblick auf den individuellen Stoffwechsel beim Menschen sehr fein abgestimmt, so dass bereits relativ geringe Schwankungen sich im Kreislauf bemerkbar machen.

Körperfett – zu starke Temperaturisolierung steigert Blutdruck

Gerät das Gleichgewicht zwischen Körperisolierung und Wärmeproduktion durcheinander, z.B. durch zu viel Bauchfett bei gleichbleibender oder gesteigerter Stoffwechselleistung, dann wird dem Körper zu warm und er versucht dieses durch eine stärkere Wärmeabgabe auszugleichen. Und zwar zunächst durch eine Steigerung des Blutflusses, und in schwereren Fällen durch Schwitzen.

Bereits Schwitzen ist ein Ausdruck von thermischem Stress, welcher mit einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion verbunden ist. Dieses hat nicht nur Unruhe, sondern auch eine zusätzliche Steigerung von Herzfrequenz und Blutdruck, gerade im Sommer, zur Folge.

Ist der Blutdruck eine ganze Zeit lang zu hoch, dann tritt eine Sollwertverstellung im Regelkreis der Blutdruckregulation nach ober auf. Das bedeutet, dass der Körper sich an den hohen Blutdruck “gewöhnt” und versucht ihn fälschlicherweise auf einem höheren Niveau zu halten. Das wiederum kann die medikamentöse Blutdruckeinstellung erheblich erschweren, vor allen Dingen dann, wenn die ursprüngliche Ursache – das Übermaß an Körperfett – nicht reduziert wird.

Ist der Blutfluss bei Übergewichtigen normal, dann benötigen sie das Bauchfett für den Ausgleich einer zu geringen Stoffwechselleistung und damit einer zu geringen Wärmebildung.

Körperfett – Entzündung

Wir wissen sehr genau, dass im Körperfett verstärkt entzündliche Prozesse ablaufen. Diese werden nicht zuletzt durch die Ablagerung von toxischen Substanzen verursacht. Die lokale Entzündung im Fett setzt folglich Entzündungsmediatoren frei, die über die Blutbahn in den Körper gelangen können. Das geschieht vor allen Dingen dann, wenn das immunologisch wirksame Lymphsystem mit den Lymphknoten als Abwehrsystem überlastet ist. Die Entzündungsreaktion bei übergewichtigen Menschen können wir teilweise daran erkennen, dass Entzündungsmediatoren wie z.B. Interleukine und Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein (CRP) im Blut erhöht sind.

Vermehrte Entzündung im Körper bedeutet mehr Stoffwechselaktivität und damit auch mehr Wärmebildung. Überschüssige Wärme muss entsprechend der oben genannten Mechanismen abgegeben werden, so dass Ihr Körper in einem thermoregulatorischen Gleichgewicht bleibt. Die Verbindung aus vermehrter Wärmebildung durch Entzündung und weniger Wärmeabgabe durch übersteigerte thermische Isolierung sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die entscheidenden Ursachen für thermischen Stress. Und damit auch für Bluthochdruck bei übergewichtigen Menschen.

Bauchfett – Hormonbildung von Östrogen

Im Körperfett werden verschiedene Hormone gebildet. Eine besondere Bedeutung für den Kreislauf hat hier die Bildung des hormonell aktiven Östrogens, des 17ß-Östradiols.

Während das im Blut gemessene 17ß-Östradiol bei der prämenopausalen Frau zu 95% in den Eierstöcken gebildet wird, wird es bei der post-menopausalen Frau zu ca. 100% außerhalb der Eierstöcke und beim Mann zu ca. 80% außerhalb der Hoden gebildet. Vorstufen des 17ß-Östradiols sind bei der post-menopausalen Frau und beim Mann dabei vor allen Dingen Testosteron und Androstendion.

Ein Hauptort bei der extragonadalen Bildung des 17ß-Östradiols, d.h. außerhalb der Eierstöcke bzw. der Hoden, ist das Bauchfett. Je mehr Bauchfett, desto mehr 17ß-Östradiol also.

Neben seinen bekannten Auswirkungen, z.B. auf das Fettverteilungsmuster (Hüfte, Brust), hat 17ß-Östradiol auch eine Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem. Wesentlich dabei sind die direkten Effekte auf die Blutgefäße und auf die Verstoffwechselung der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

Östrogen – Wirkung auf Blutgefäße, Blutfluss und Blutdruck

Östrogen bewirkt zunächst einmal eine Weitstellung der Blutgefäße, was eine Senkung des Gefäßwiderstandes und damit eine Steigerung des Blutflusses nach sich zieht. Folglich sinkt der Blutdruck, während die Wärmeabgabe steigt. Frauen kennen diesen Effekt sehr gut. Vor der Menopause ist der Blutdruck gerade zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr sehr niedrig, was mit Herzrasen, Benommenheit und Ohnmachtsanfällen verbunden sein kann. Mit der Menopause treten häufig Schweißausbrüche auf, weil die Blutgefäße enger werden und Wärme so nicht mehr optimal abgeführt werden kann. Schwitzen stellt hier einen Reservemechanismus zur Temperaturabgabe dar. Ein Beleg dafür ist, dass mit der Gabe von Östrogenpräparaten diese Symptome wieder verschwinden.

Der Einfluss von zu viel Östrogen kann starke Blutdruckschwankungen zur Folge haben. Denn der Körper versucht immer wieder, einen latent niedrigen Blutdruck durch eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung auszugleichen, um Ohnmachtsanfälle zu verhindern. Mit der Menopause ist der Mangel an Östrogen ein zusätzliches Risiko für einen erhöhten Blutdruck. Das liegt an einem gesteigerten Blutgefäßwiderstand und den unter anderem damit verbundenen thermischen Stress durch die höhere Körpertemperatur.

Östrogen – Wirkung auf aktivierende Neurotransmitter

Östrogen ist ein sehr starker epigenetischer Faktor bei der Modulation des vegetativen Nervensystems und damit auch bei der Steuerung von emotionalem Befinden und Kreislauffunktion. Epigenetisch bedeutet, dass Östrogen bestimmte Gene an- und ausschalten kann.

Östrogen hat so indirekt einen sehr stark hemmenden Effekt auf den Abbau der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin, weil es die genetische Bildung der abbauenden Enzyme Catechol-O-Methyltransferase und Monoaminooxidase hemmt. Frauen vor der Menopause, die nicht die Pille nehmen, kennen das sehr gut aus der 1. Zyklushälfte vor dem Eisprung, wenn das Östrogen besonders hoch ist: Stimmung und Ausstrahlung sind in der Regel besser als in der 2. Zyklushälfte; Grund ist vor allen Dingen der verringerte Abbau des “Glückshormons” Dopamin.

Ein zu hohes Niveau an aktivierenden Neurotransmittern als Folge eines hohen absoluten bzw. relativen Östrogenspiegels kann vor allen Dingen zu Herzrasen und Blutdruckschwankungen führen. In der Cardiopraxis kennen wir das von Frauen vor der Menopause, von Frauen nach der Menopause mit übermäßiger Östrogensubstitution und von Männern mit nachlassenden Testosteronspiegeln ca. ab dem 40. Lebensjahr.

Gerade bei Männern verschiebt sich ab dem mittleren Lebensalter das Gleichgewicht von Testosteron zugunsten von Östrogen. Hinzu kommt, dass Testosteron genau den entgegengesetzten Effekt zu Östrogen hat, weil es die Bildung der abbauenden Enzyme COMT und MAO epigenetisch aktiviert. Und damit einen vermehrten Abbau von aktivierenden Neurotransmittern bewirkt.

Östrogen verstärkt über die Verringerung des Abbaus von aktivierenden Neurotransmittern auch die emotionale Schwingungsfähigkeit. Das kann wiederum mit Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken verbunden sein. Diese somato-psychischen Effekte verstärken dann die Symptome wie Herzrasen und Bluthochdruck.

Festzuhalten ist, dass wir diese Effekte im Alltag nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern kennen; das Übergewicht ist hier ein wesentlicher Risikofaktor.

Gewichtsreduktion unterstützt die Normalisierung des Blutdrucks

Übergewichtige Menschen sollten sich spätestens ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30(kg/(m x m Körperlänge)) überlegen, ob Sie das Gewicht reduzieren wollen. Ab einem BMI von 30 kg/m2 sind sie sicher für das Auftreten von Herz-Krankheiten gefährdet.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Menschen die Herz-Kreislaufeinstellung verbessert, z.B. durch Intervallfasten. Nicht nur der Blutdruck wird besser einstellbar, nicht selten verbunden mit weniger Medikamenten, sondern auch das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Frühsterblichkeit sinkt z.T. erheblich.

Gewichtsreduktion – auf Ihr Temperaturempfinden sollten Sie achten

Wir können diese positiven Wirkungen der Gewichtsreduktion im praktischen Alltag immer wieder nachvollziehen. Schon eine Gewichtsreduktion von 4-6 kg kann ein normales Gleichgewicht zwischen Wärmebildung und Wärmeabgabe wiederherstellen.

Allerdings sollten Sie bei der Gewichtsreduktion berücksichtigen, dass eine zu starke Reduktion der Wärmeisolierung in Relation zur Wärmebildung zu thermischem Kältestress führen kann. Das passiert durch Aktivierung der Ausgleichssysteme zur Wärmebildung. Diese sind ebenfalls wieder mit einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung verbunden, was sich negativ auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken kann.

Sie sollten bei der Gewichtsreduktion von einem vermehrten Wärmegefühl in die Temperaturindifferenz wechseln. Ihnen ist dann also weder leicht zu kalt noch zu warm. Wenn es Ihnen eher leicht zu kalt ist, dann müssen Sie bei der Gewichtsreduktion aufpassen. Spätestens bei vermehrtem Kältegefühl müssen Sie mit einer Aktivierung Ihres Stoffwechsels beginnen, am besten durch eine aktivere Alltagstätigkeit (z.B. zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit, mehr Stehen), regelmäßiges aerobes Training und Muskelaufbau.

Übrigens raten wir Menschen mit BMI Werten von über 30 kg/m2 in Verbindung mit einem vermehrten Wärmegefühl von exzessivem Sport gerade bei hohen Außentemperaturen ab. Denn dann kann der thermische Hitzestress zur gesundheitlichen Gefährdung führen. In diesem Fall halten wir es für sinnvoll, wenn Sie Gewicht erst einmal durch eine Normalisierung der Nahrungszufuhr, z.B. durch Intervallfasten, verringern.

 

Literatur

Mehr Zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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Schlafapnoesyndrom – häufig unentdeckt

Das Schlafapnoesyndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Unbehandelt führt es zu vielfältigen Symptomen, nicht nur in der Nacht, sondern vor allen Dingen auch am Tage. Das äußert sich durch Zeichen von chronischen Alarm- und Stressreaktionen, einhergehend mit gestörtem Stoffwechsel, Schwitzen, Schwindel und möglichen Depressionen. Vor allen Dingen auch durch Störungen im Herz-Kreislaufsystem wie Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Eine wichtige Komplikation ist der Sekundenschlaf, zum Beispiel am Steuer eines Autos, was zu Unfällen führen kann.

Schlafapnoesyndrom – allgemeine Therapieprinzipien

Bei der obstruktiven Form des Schlafapnoesyndroms ist das gemeinsame Therapieziel das Offenhalten der oberen Atemwege. Folglich wird der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) geringer und die Sauerstoffsättigung während des Schlafs fällt nicht ab. Denn insbesondere der Sauerstoffmangel führt zu einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion und damit verbundenen Komplikationen.

Therapie – Möglichkeiten im Einzelnen

Gewichtsreduktion: Häufig sind vom obstruktiven Schlafapnoesyndrom übergewichtige Menschen betroffen. Durch die vermehrten Fetteinlagerungen auch in den oberen Atemwegen kommt es zu einer Abnahme des Muskeltonus und damit zu einer Verschärfung der Obstruktion. Eine Gewichtsreduktion um 10 kg kann bewirken, dass der AHI bis zu 50% sinkt, teilweise können wir in der Cardiopraxis durch eine Gewichtsreduktion ganz auf apparative Therapieformen verzichten.

Meiden von Alkohol und Schlaftabletten am Abend: Alkohol und Schlaftabletten haben muskelrelaxierende Wirkung. Das heißt: Der Muskeltonus wird zusätzlich vermindert und kann somit zu einer stärkeren Obstruktion beitragen. Zudem können beide Substanzen je nach Dosierung auch den zentralen Atemantrieb dämpfen.

Nächtliche Überdrucktherapie: Es stehen unterschiedliche Nasen-, Nasen-Mund- oder Vollgesichtsmasken zur Verfügung, die einen kontinuierlichen Überdruck in den oberen Atemwegen aufrechterhalten. Dieser Überdruck hält die Atemwege geschient und offen und verhindert somit eine obstruktive Apnoe oder Hypopnoe. Insbesondere bei Therapiebeginn empfinden Benutzer die Maske teils als unangenehm, da gegen einen positiven Druck auch ausgeatmet werden muss. Einige Patienten berichten von Platzangst oder von dem Gefühl aufgepumpt zu werden. Etwa 2/3 der so behandelten Menschen haben aufgrund ihrer verbesserten Symptomatik eine sehr gute Therapieakzeptanz, etwa 1/3 der Betroffenen toleriert auf Dauer die Maskentherapie nicht und sucht alternative Therapieformen.

Therapie – weitere Möglichkeiten

Unterkiefer Protrusionsschiene: Ein alternatives Therapiekonzept ist das nächtliche Einlegen einer Unterkiefer-Protrusionsschiene. Das heißt: Der Unterkiefer wird nach vorne gezogen und gewährleistet ein Freihalten der oberen Atemwege. Ein Kieferchirurg passt die Unterkiefer-Protrusionsschiene in der Regel individuell an.

Verhinderung der Rückenlage im Schlaf: Häufig wird das obstruktive Schlafapnoesyndrom in Rückenlage stärker. Bei einzelnen Betroffenen kommt es beim Schlaf ausschließlich in Rückenlage und nicht in Seitenlage zur Obstruktion. Daher ist ein mögliches Therapiekonzept die Rückenlage im Schlaf zu verhindern. Es gibt zum Beispiel professionelle Rückenlage-Verhinderungswesten. Alternativ kann man durch eingenähte Tennisbälle im Schlafanzug hier auch kreativ die unerwünschte Lage sicher verhindern.

Operationen im HNO-Bereich: Es gibt HNO-ärztliche Operationen beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Diese Operationen stehen dann zur Diskussion, wenn anatomische ausgeprägt verlegende Befunde vorliegen, beispielsweise große Rachenmandeln oder andere Auffälligkeiten im Gaumen- oder Nasengangbereich.

Stärkung der Muskulatur der oberen Atemwege: Ergänzend zu den genannten Therapien ist eine Stärkung der Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege unterstützend sinnvoll. Es gibt beispielsweise positive Studienergebnisse zum Didgeridoo-Spielen. Sicherlich ist auch das Spielen anderer Blasinstrumente eine gute Möglichkeit, um die Muskulatur zu stärken.

obstruktives Schlafapnoesyndrom – sinnvolle Therapie

Das unbehandelte schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom führt aufgrund seiner Komplikationen, unter anderem auch im Herz-Kreislauf-Bereich, zu einer kürzeren Lebenserwartung. Eine Therapie ist daher nicht nur symptomlindernd sondern auch lebensverlängernd. Mittlerweile stehen unterschiedliche Therapieverfahren zur Verfügung, sodass für jeden Betroffenen das richtige Therapieinstrument dabei sein sollte.

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Schlafapnoe-Syndrom- gestörte Atmung im Schlaf

Das Schlafapnoesyndrom betrifft etwa 15% aller Männer und etwa 7% aller Frauen. Bei diesen Mensch ist der gesunde Schlaf gestört. Unbehandelt führt es zu Symptomen wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwitzen. Kardiologen assoziieren damit außerdem Bluthochdruck und Vorhofflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – erste Hinweise

Die ersten klinischen Hinweise für ein Schlafapnoe-Syndrom sind eine nicht zu erklärende Tagesmüdigkeit sowie Schnarchen oder Atemaussetzer im Schlaf, die oft der Partner oder die Partnerin bemerkt. Darüber hinaus haben übergewichtige Menschen häufiger ein Schlafapnoe-Syndrom. Vor allem bei einer Kombination dieser Merkmale sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen.

Schlafapnoe-Syndrom – kardiorespiratorische Polygrafie als Screeninguntersuchung

Die erste Untersuchung zur Diagnoseerstellung ist eine sogenannte kardiorespiratorische Polygrafie. Der oder die Betroffene nimmt das Screeninggerät nach einer kurzen Erklärung in der Praxis mit nach Hause und legt es sich vor dem Schlafengehen selbst an. Das Gerät besteht aus einem Brust- und Bauchgurt, Sauerstoffsättigungssensor am Finger, einem Atemgasflusssensor sowie einem Mikrofon zur Aufnahme von Schnarchgeräuschen. Außerdem kann das Aufzeichnungsgerät durch einen inkludierten Lagesensor die Schlaflage feststellen. Das ist überaus wichtig, da in den meisten Fällen die Rückenlage das Schlafapnoe-Syndrom verstärkt. Ebenso gibt es Schlafapnoen, die ausschließlich in Rückenlage auftreten.

Schlafapnoe-Syndrom – was messen wir?

Das Messsystem kann die relevanten Parameter der nächtlichen Atmungsstörung aufzeichnen. Im Einzelnen sind das:

Schlafapnoe-Syndrom – obstruktiv versus zentral

Das Auswerten der kardiorespiratorischen Polygrafie beantwortet die Frage, ob ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt. Der wichtigste Parameter ist der sogenannte Apnoe-Hypopnoe-Index. Gemessen und gezählt werden dabei die Phasen einer Apnoe beziehungsweise einer Hypopnoe pro Stunde. Ein AHI-Wert bis 5 gilt noch als normal. Darüber hinaus sind der sogenannte Entsättigungsindex und die minimale Sauerstoffsättigung wichtig und zeigen eine Gefährdung an. Denn ein nächtlicher Sauerstoffmangel führt auch zur Stress-Belastung und zum Freisetzen von Adrenalin.

Ergänzend unterscheidet man ein überwiegend obstruktives Schlafapnoe-Syndrom von einem zentralen Schlafapnoe-Syndrom. Bei der obstruktiven Form sind die oberen Atemwege verlegt, eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist jedoch vorhanden. Bei der zentralen Form, die vom Gehirn gesteuert wird, fehlt der Atemantrieb und somit diese Atembewegung. Beide Formen zeichnen sich durch einen fehlenden oder unzureichenden Atemgasfluss in die Lunge aus.

Außerdem wird untersucht, ob und wie das Schlafapnoe-Syndrom von der individuellen Körperlage abhängt. So ist der Befund in Rückenlage in aller Regel schlechter als der auf Seite.

Schlafapnoe-Syndrom – Schweregradeinteilung

Abhängig vom Schweregrad ist nicht nur die weiterführende Diagnostik im Schlaflabor, sondern auch die Dringlichkeit einer Therapie. Leichtgradige Befunde bei Übergewicht können zum Beispiel zunächst behandelt werden, indem das Gewicht reduziert und die Rückenlage im Schlaf verhindert werden. Die Schweregrade werden anhand des AHI eingeteilt:

  • Leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom: AHI bis 15/h
  • Mittelgradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI bis 30/h
  • Schwergradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI >30/h

Schlafapnoe-Syndrom-Screening – sinnvoller Einsatz?

Wir sehen die kardiorespiratorische Polygrafie als sinnvolle Screening-Untersuchung insbesondere bei klassischen Symptomen wie Tagesmüdigkeit und Schnarchen. Darüber hinaus erleben wir in der Cardiopraxis Menschen mit anfallsartigem Vorhofflimmern oder schwerem und schlecht einstellbarem Bluthochdruck, deren Ursache ein unentdecktes Schlafapnoe-Syndrom ist. Hier setzen wir insbesondere in der Screening-Diagnostik an.

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Schlafapnoe-Syndrom – zu wenig Atmung in der Nacht

Ein gesunder Schlaf ist wichtig für die Leistungsfähigkeit am Tag. Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Beim Schlafapnoe-Syndrom unterscheiden wir die Hypopnoe von der Apnoe. Eine Hypopnoe ist ein verminderter Atemgasfluss bei gleichzeitigem Abfall der Sauerstoffsättigung. Apnoe bedeutet einen kompletten Atemstillstand für mehr als 10 Sekunden.

Die Schlafapnoe ist zum Teil mit einfachen Methoden messbar. Wir bestimmen hier den sogenannten Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Dieser misst die Anzahl der Ereignisse an relevanter Apnoe bzw.Hypopnoe pro Stunde. Ab einem Apnoe-Hypopnoe-Index von 5 gilt der Befund als auffällig.

Wenig Sauerstoff in der Nacht hat hohen Adrenalinspiegel zur Folge

Der Abfall der Sauerstoffsättigung bedeutet für Ihren Körper eine erhebliche Stresssituation. Denn Sauerstoff ist lebenswichtig und muss dem Körper Tag und Nacht zugeführt werden. Der Körper kann einen Abfall der Sauerstoffsättigung sehr früh wahrnehmen. Er reagiert dann mit einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung, um im wahrsten Sinne des Wortes den Körper wach zu rütteln, sodass er wieder anfängt vernünftig zu atmen. Diese Stressreaktion mit Adrenalin, die in der Nacht bis zu 60 Mal pro Stunde und fast ausnahmslos unbewusst vorkommt, hat erhebliche gesundheitliche Folgen – gerade im Herz-Kreislauf-Bereich.

Schlafapnoe – zentral, obstruktiv oder kombiniert?

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Formen des Schlafapnoe-Syndroms: das zentrale Schlafapnoe-Syndrom und das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Beide Formen kommen auch kombiniert vor.

Zentrales Schlafapnoe-Syndrom. Hier liegt ein verminderter Atemantrieb in Ihrem Gehirn vor. Es kommt zur fehlenden Atembewegung von Brustkorb und Bauch, so dass der Atemgasfluss vermindert ist. Das wiederum führt zum bekannten Abfall der Sauerstoffsättigung.

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Hier ist der Atemantrieb komplett normal. Auch eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist vorhanden. Allerdings sind die oberen Atemwege vorübergehend verlegt. Der Atemgasfluss kann deshalb nicht vernünftig stattfinden, so dass wiederum die Sauerstoffsättigung abfällt. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste Form.

Schlafapnoe-Syndrom – Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für eine Schlafapnoe ist das Übergewicht. Weil die oberen Atemwege stärker mit Fett unterpolstert sind, treten in Verbindung mit einer schlaffen Muskulatur dann die oben genannten Probleme auf.

Zudem kann abendlicher Alkohol ein Schlafapnoe-Syndrom noch erheblich verstärken. Des Weiteren begünstigen anatomische Besonderheiten, zum Beispiel eine Verlegung durch eine geschwollene Nasenmuschel bzw. geschwollene Rachenmandeln, eine Schlafapnoe.

Schlaftabletten haben ähnlich wie Alkohol eine Schlafapnoe-verstärkende bzw. -auslösende Wirkung.

Nicht zu vergessen ist, dass das Schlafen in Rückenlage die obstruktive Schlafapnoe begünstigt. In einigen Fällen treten die nächtlichen Atmungsstörungen ausschliesslich in Rückenlage auf. Eigentlich ist das mit die erste therapeutische Maßnahme, die wir bei der Diagnose eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms empfehlen: Schlafen Sie bitte auf der Seite!

Schlafapnoe-Syndrom – Tagesmüdigkeit, Bluthochdruck, Vorhofflimmern

Meistens ist es der Lebenspartner, der beim Betroffenen das Schlafapnoe-Syndrom bemerkt. Hierbei gilt es auf Schnarchen mit phasenweise tiefen seufzerartigen Atemzügen zu achten. Nicht jedes Schnarchen bedeutet, dass Sie ein Schlafapnoe-Syndrom haben. Entscheidend ist der Nachweis von Hypopnoe- oder Apnoe und der damit verbundene Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut, was man nur messtechnisch, z.B. mit der kardiorespiratorischen Polygrafie erfassen kann.

Grundsätzlich gilt, dass der Schlaf nicht erholsam ist, unabhängig von seiner Dauer. Die wiederholt auftretenden nächtlichen Alarm- und Stressreaktionen führen zu einer neuro-vegetativen Dysbalance. Diese äußert sich durch Tagesmüdigkeit mit dem Bedürfnis weniger als 5 Stunden nach dem Erwachen wieder zu schlafen. Gereiztheit und Unkonzentriertheit sind häufig ein Problem.

Für uns in der Cardiopraxis ist es vor allen Dingen der schwer einstellbare Bluthochdruck und Vorhofflimmern ohne klar erkennbare Ursache, die uns an ein Schlafapnoe-Syndrom denken lassen.

Schwere Komplikationen des Schlafapnoe-Syndroms

An erster Stelle hier zu nennen ist der tagsüber auftretende Sekundenschlaf im Straßenverkehr. Eine erhebliche Zahl an Unfällen in Deutschland wird durch den sogenannten Sekundenschlaf am Steuer verursacht – häufig eine Folge eines Schlafapnoe-Syndroms. Es wird geschätzt, dass 25% aller Unfälle auf der Autobahn Folge eines Sekundenschlafs sind.

Der Abfall der Sauerstoffsättigung und die damit verbundene Steigerung des Adrenalinspiegels im Blut hat erhebliche Folgen für Ihr Herz-Kreislaufsystem. Im kardiovaskulären Bereich bereiten vor allem Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen wie z.B. Vorhofflimmern Probleme. Allerdings steigt auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder auch einen Schlaganfall.

Bei begleitender Koronarer Herzkrankheit ist das Schlafapnoe-Syndrom auch ein Risikofaktor für eine potenziell tödliche Rhythmusstörung: das gefürchtete Kammerflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – daran denken und handeln

Das Schlafapnoe-Syndrom ist also eine Erkrankung, bei der Probleme in der Nacht zu gesundheitlichen Folgen am Tage führen. Sollten Sie bei sich oder einem anderen Menschen Symptome des Schlafapnoe-Syndroms bemerken, dann ist eine orientierende Diagnostik zu Hause, z.B. mit einem tragbaren kardio-respiratorischem Polysomnografiegerät, sinnvoll.

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


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Vorhofflimmern und Schlaganfall – häufiger bei Menschen mit Übergewicht

Jeder 10. Mensch in Deutschland erleidet im Laufe seines Lebens Vorhofflimmern des Herzens. Wichtig, Vorhofflimmern ist in 20 bis 25 Prozent der Fälle die Ursache von Schlaganfällen. Wissenschaftlich belegt tritt Vorhofflimmern häufiger bei übergewichtigen Menschen mit einem Body-Maß-Index über 25 kg/m² auf. Eine Meilenstein-Studie, die Legacy Studie, konnte sehr eindrucksvoll zeigen, wie wichtig Gewichtsreduktion ist, um ein Wiederauftreten von Vorhofflimmern zu vermeiden.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – Meilenstein – Legacy Studie

In die Analyse der Legacy Studie wurden 355 Menschen mit einem Body-Maß-Index von >27 kg/m² aufgenommen, der Mittelwert betrug 33 kg/m². Alle Teilnehmenden hatten bereits eine Episode von Vorhofflimmern gehabt und waren zum Zeitpunkt des Studienbeginns im normalen Sinusrhythmus. Ihnen wurde ein Programm zur Gewichtsreduktion angeboten und sie wurden im Studienintervall regelmäßig nachuntersucht. Der sogenannte Endpunkt der Untersuchung war die Anfallsfreiheit von Vorhofflimmern nach fünf Jahren. Hier teilte man die Probanden in drei Gruppen ein:

  • ≥ 10 Prozent Gewichtsverlust = 46 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren
  • 3 bis 9 Prozent  Gewichtsverlust = 22 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren
  • < 3 Prozent  Gewichtsverlust = 12 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – langfristige Anfallsfreiheit

Dass 46 Prozent derjenigen, die mindestens 10 Prozent Gewicht verloren und das Gewicht gehalten haben, keine Anfälle mehr bekamen, ist ein sehr eindrucksvolles Resultat. Wir kennen so gute Ergebnisse noch nicht einmal von den großen Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten bei Vorhofflimmern. Kurzum, die nachhaltige Gewichtsreduktion ist effektiver als der Einsatz von Medikamenten. Umso beeindruckender sind diese Studienergebnisse, weil sie unter einer maximalen medikamentösen antiarrhythmischen Therapie standen.

Aber wie kommt dieses Ergebnis zustande?

Gewichtsreduktion –  geringerer Blutdruck und Druck im Herzen

Relevant ist hier sicherlich, dass der systolische Blutdruck im Mittel um 18 mmHg sank. Ein geringerer Blutdruck im Kreislauf ist immer auch mit einem geringeren Druck im Herzen verbunden. Das wiederum reduziert die mechanische Belastung der dünnwandigen Herzvorkammern, die ja der Ursprungsort von Vorhofflimmern sind. Als Folge davon nahm die linke Vorkammer in ihrer Größe um 18 Prozent ab – was wiederum weniger Wandspannung am Ursprungsort des Vorhofflimmerns bedeutet.

Gewichtsreduktion – weniger Entzündung und thermischer Stress

Ein besonders interessanter Befund war auch die Abnahme des sogenannten C-reaktiven Proteins um 76 Prozent. Das C-reaktive Protein ist ein allgemeiner Marker für Entzündung. Es ist bekannt, dass Fett per se Entzündung produziert. Außerdem führt es zu einer stärkeren Wärmeisolierung des Körperstammes. Weil mehr Wärme gebildet und auch konserviert wird, haben übergewichtige Menschen häufig einen Hitzestau, der auch zu messbarem Einfluß auf das Kreislaufsystem führt. Gerade für diese Menschen sind vorbeugende Massnahmen gegen Hitzestress im Sommer besonders wichtig.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – unblutige Blutflussmessung hilft bei der Therapie

In der Cardiopraxis können wir den Einfluss von Veränderungen des Körpergewichts auf den Kreislauf über die Blutflussmessung mit dem Finapres– System genau messen. Da Menschen mit Übergewicht häufig thermischen Wärmestress haben, finden wir bei Ihnen in diesen Fällen meistens einen hohen Blutfluss. Dieses gibt Ihrem Körper die Möglichkeit mehr Wärme in der Körperperipherie abzustrahlen. Da allerdings die damit verbundene Verringerung des Gefäßwiderstandes mit einem Blutdruckabfall verbunden ist, folgt eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks. Folglich erhöht diese Aktivierung das Risiko für Rhythmusstörungen und vor allen Dingen kann auch Vorhofflimmern ausgelöst werden. Der thermische Stress ist auch der entscheidende Grund dafür, warum sich übergewichtige Menschen häufig innerlich so unruhig fühlen.

Bei der Gewichtsreduktion gibt es einige Punkte zu beachten, vor allen Dingen dann, wenn die Verringerung von Körperstammfett, und damit der Isolationsschicht ein vermehrtes Kälteempfinden zur Folge hat. Dann nämlich gilt es durch weitere Maßnahmen den thermischen Stress durch Kälte zu vermeiden.

In der Konsequenz bedeutet das: Menschen mit anfallsartigem Vorhofflimmern und einem Body-Maß-Index von >27 kg/m² sollten ihr Gewicht konsequent und nachhaltig reduzieren! So können sie in Zukunft Vorhofflimmer-Episoden vermeiden. Weniger Körperfett bedeutet: bessere Wärmeabstrahlung, weniger thermischer und mechanischer Stress, ein ruhigerer Kreislauf und ein besseres subjektives Befinden.

 

Pathak RK et al. J Am Coll Cardiol 2015; 65: 2159-61

 

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Warme Jahreszeit optimal um mit Gewichtsreduktion zu beginnen

Mit dem Frühjahrsäquinoktikum (= Tages- und Nachtgleiche um den 20. März) kommen nicht nur hellere, sondern auch wärmere Tage. Höhere Außentemperaturen reduzieren die Notwendigkeit für den Körper, Wärme zu konservieren und auch zu generieren. Sie unterstützen den Körper dadurch bei der Gewichtsreduktion, also der richtige Zeitpunkt mit einer kontrollierten Daten zu beginnen.

Übergewicht belastet Herz, Kreislauf und Gelenke. Das Gewicht zu normalisieren ist daher für eine langfristige Gesundheit erstrebenswert. Zur Verhinderung von wiederkehrendem Vorhofflimmern ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion sogar effektiver als Medikamente. In der Cardiopraxis erleben wir immer wieder Menschen, die sehr gute Erfolge mit dem sogenannten Intervallfasten erzielen.

Mit der folgenden Formel zum Intervallfasten können gute und nachhaltige Erfolge erzielt werden. Sie berücksichtigt nicht nur die Zeitintervalle, sondern auch die Qualität der Nahrung.

Gesund essen

In der Reduktionsphase sollten Sie besonders gesund essen. Die Hauptmahlzeit kann zum Beispiel ein reichhaltiger Salat mit Spinat, Putenfleisch, Fenchel, Nüssen, Hülsenfrüchten, Weichobst (Blaubeeren, Erdbeeren) und scharfen Gewürzen sein. Letztere tragen zur Anregung des Stoffwechsels bei.

Regelmäßig essen

Wir halten dabei regelmäßige Mahlzeiten für besonders wichtig. Denn so trägt auch die Synchronisation der inneren Uhren der Stoffwechselprozesse zur Gesamtgesundheit bei. Des Weiteren sollten Sie nach 18:00 Uhr keine Mahlzeit einnehmen, da wissenschaftlich gesichert ist, dass dieselbe Kalorienzahl am Abend zu einer stärkeren Gewichtszunahme als am Morgen führt. Darüber hinaus stören späte Mahlzeiten den Schlaf.

Körpertemperatur und Temperaturempfinden bestimmen das genaue Vorgehen

Die Bewertung der Körpertemperatur und des Wärmeempfindens ist ein wesentlicher Gradmesser dafür, wie die Gewichtsreduktion stattfinden sollte. Das Wechselspiel zwischen Körpergewicht, Stoffwechsel und Kreislauf können wir in der Cardiopraxis durch die Blutflussmessung objektiv quantifizieren. Ein hoher Blutfluss, welcher meistens mit einer gesteigerten Wärmeempfindlichkeit einhergeht, signalisiert in der Regel, dass der Körper versucht überschüssige Wärme abzugeben (Wärmedissipitations-Kreislauf). Ein niedriger Blutfluss in Verbindung mit einer Neigung zur Kälteempfindlichkeit signalisiert, dass der Körper versucht Wärme im Körper zu halten (Wärmekonservierungs-Kreislauf).

Menschen, die ein vermehrtes Kältegefühl haben, sollten unabhängig vom Gewicht parallel mit einer Stoffwechselaktivierung (körperliches Training, scharfe Speisen, z.B. Ingwer oder Chili) beginnen. Die geringere Nahrungszufuhr sollte zunächst in den Hintergrund treten. Wenn Sie bei Kälteempfinden beziehungsweise niedrigen Körpertemperaturen versuchen, die Nahrungszufuhr zu verringern, dann kann das zu Stress mit den möglichen Folgen von Unruhe, Schlafstörungen bis hin zur Blutdruckerhöhung führen.

Menschen, die sich gesteigertes Wärmeempfinden haben und vielleicht sogar immer wieder leicht schwitzen, sollten unabhängig vom Gewicht zunächst die Stoffwechselaktivierung (Training, scharfe Speisen) zurückstellen, da sonst Hitzestress auftreten kann. Der wiederum kann ebenfalls zu Unruhe, Schlafstörungen und Blutdruckerhöhungen führen. Menschen, denen es schnell zu warm ist, sollten am Anfang einer kontrollierten Gewichtsreduktion vor allen Dingen auf eine reduzierte Nahrungszufuhr setzen.

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Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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Wir in der Cardiopraxis wollen Sie dabei unterstützen, Nebenwirkungen bei der Gewichtsabnahme zu vermeiden. Fürs erfolgreiche Intervallfasten haben wir Ihnen ein paar hilfreiche Hinweis und Regeln zusammengestellt.

Wichtig: Stoffwechsel und Körpertemperatur

Wenn Sie Ihr Körpergewicht reduzieren, ist das ein wesentlicher Eingriff in Ihren Energie- und damit auch in Ihren Temperaturhaushalt. Das kann mit Stressreaktionen verbunden sein, die sich ungünstig auf Herzkreislauferkrankungen wie Bluthochdruck und Rhythmusstörungen auswirken können.

Der Körper verliert mit der Gewichtsabnahme an Isolationsschicht (Bauchfett), was zu einer vermehrten Abstrahlung von Wärme führt. Darüber hinaus bildet sich weniger Wärme, weil Fett selber entzündlich und damit wärmebildend ist. Sie können damit rechnen, dass Sie pro Kilogramm Gewichtsreduktion ca. 0,05 bis 0,1°C an Körpertemperatur verlieren.

Wenn der Temperaturabfall in Relation zum Ausgangswert ca. 1,0 °C, zum Beispiel von 37,1°C auf 36,1°C beträgt, ist meistens eine kritische Grenze erreicht. Spätestens dann kommt es zu Symptomen wie Kältegefühl, Hungerattacken und Schlafstörungen. Eine weitere Gewichtsreduktion ist nun zunächst nicht sinnvoll. Selbst stark übergewichtige Menschen, die nur wenige Kilos verloren haben, beginnen manchmal schon zu frösteln, obwohl sie noch übergewichtig sind.

Der Körper versucht bei Erreichen der kritischen Grenze, durch Stressreaktionen den Wärmeverlust auszugleichen. Meistens passiert das über Adrenalin-vermittelte Ausgleichsreaktionen. Damit verbunden sind Heißhungerattacken und Suchverhalten nach Nahrung. Das kann Schlafstörungen zur Folge haben und ist durchaus biologisch sinnvoll, denn ein hungriges Tier oder auch ein hungriger Mensch sollte nicht schlafen, sondern nach Nahrung suchen. Außerdem versucht der Körper bei Unterschreiten des Temperatur-Sollwertes, Wärme durch Gefäßregulation zu konservieren indem er die Arterien engstellt, wie man es auch aus der kalten Jahreszeit kennt. Dadurch besteht das Risiko, dass sich der Blutdruck erhöht.

Stress vermeiden beim Intervallfasten

Gerade die ersten 2 Wochen können kritisch sein, wenn Sie auf eine gewichtsreduzierende Kost umstellen. Das gilt grundsätzlich für weniger Kalorien, aber vor allem für weniger oder gar kein Zucker. Denn Zucker ist ein kritischer Suchtfaktor. Hilfreich ist es, Süßigkeiten aus dem Haushalt zu verbannen. Bei Heißhungerattacken durch die Sucht nach Zucker können eventuell niedrigdosierte Chilipräparate zu einem geringeren Hungergefühl beitragen. Wir machen in der Cardiopraxis immer wieder die Erfahrung, dass auch die vorübergehende niedrig-dosierte Therapie mit Rauwolfia Tropfen hilft. Rauwolfia enthält den Hauptwirkstoff Reserpin, was den Abbau von Adrenalin fördert. Dadurch haben Sie weniger Stress in der Umstellungsphase.

In jedem Fall sollten Sie 7 bis 8 Stunden in der Nacht schlafen, weil das zu einer verbesserten emotionalen Impulskontrolle führt. Das heißt vereinfacht: Sie können sich am Tage besser beherrschen, wenn Sie gut geschlafen haben. Auch regelmäßiges Meditieren kann helfen.

Planen Sie Ihre Mahlzeiten

Sie sollten die Mahlzeiten selbst vorbereiten. Insbesondere dann, wenn Sie bei der Arbeit nicht in die Kantine gehen wollen (und das sollten Sie auch nicht).

Denken Sie daran, bevor Sie einen Teller füllen, wie sich eine große Portion auf Gesundheit (zum Beispiel Gewichtszunahme) und Befinden (zum Beispiel Völlegefühl mit Leistungsknick) auswirkt. Das hilft Ihnen dabei, die Portion zu begrenzen. Sie sollten sich auch vor jeder Mahlzeit vor Augen führen, dass ein Sättigungsgefühl nach einer Mahlzeit erst nach ca. 20 Minuten auftritt. Vielleicht sollten Sie so lange warten, bis Sie einen zweiten Teller oder etwas anderes essen. Allgemein sollten Sie der Nahrungsaufnahme mehr Aufmerksamkeit schenken. Es sollte langsam und ausreichend gekaut werden. Wenn man sich bewusst Zeit nimmt, bemerkt man auch rechtzeitig das einsetzende Sättigungsgefühl.

Dokumentieren und analysieren Sie Ihr Gewicht

Sie sollten sich täglich wiegen und das Gewicht in einer Tabelle dokumentieren. Noch besser ist die grafische Dokumentation in Form einer Kurve. Hilfreich sind dabei zahlreiche Health-Apps und es gibt auch Waagen, die die Daten von der Waage zuverlässig per Bluetooth auf das Handy übertragen.
Bei Gewichtsveränderungen sollten Sie darüber nachdenken, was die Ursache gewesen sein kann. Das können zum Beispiel Wassereinlagerungen durch zu viel Salz, Mahlzeiten mit einem zu niedrigen Proteinanteil oder auch für Sie persönlich allergene Nahrungsmittel sein. Sie werden erstaunt sein, was Sie so alles über Ihren individuellen Stoffwechsel lernen können. Vermeiden Sie in Zukunft solche Nahrung, die zu sprunghaftem Gewichtsanstieg geführt hat.

Messen Sie Ihre Körpertemperatur

Wir raten in der Cardiopraxis dazu, neben dem Körpergewicht auch die Körpertemperatur täglich zu messen. Richtig angewandt ist das Messen der Körperkerntemperatur im Ohr zuverlässig und schnell. Wenn die Körpertemperatur im Verhältnis zum Ausgangswert um 0,5 bis 1,0 C0, meistens in Verbindung mit einem vermehrten Kältegefühl, abweicht, dann sollten Sie etwas tun: Bilden Sie aktiv Wärme bzw. konservieren Sie passiv Wärme. Das geht folgendermaßen.

So bilden Sie aktiv Wärme durch Training

Moderates Intervalltraining führt dazu, dass Ihr Stoffwechsel gut aktiviert wird. Zum Beispiel können Sie 3 Mal pro Woche mehr als 10.000 Schritte oder ca. 4 Stunden pro Woche stramm gehen. Dabei sollte die Pulsfrequenz auf 140 Prozent des Ausgangswertes gesteigert werden, z. B. bei einer Ruhefrequenz von 72 bpm auf 100 bpm beim Gehen. Des Weiteren wird der Stoffwechsel durch Muskelaufbau, zum Beispiel durch Krafttraining, angeregt. Das erhöht insbesondere auch den Grundumsatz, das heißt den Verbrauch von Kalorien auch in körperlicher Ruhe.

So bilden Sie Wärme durch Ernährung

Sie können den Stoffwechsel auch durch die Einnahme von aktivierenden Speisen (zum Beispiel Chili, Ingwer) anregen. Das kann durchaus zu einem deutlichen Wiederanstieg der Körpertemperatur führen. Kühlende Speisen wie zum Beispiel Buttermilch, Quark oder Joghurt in größeren Mengen sollten Sie zu diesem Zeitpunkt meiden.

Ziehen Sie sich warm an

Sollten Sie ein vermehrtes Kältegefühl spüren, dann können in der Nacht Schlafstörungen auftreten. Bis eine aktive Wärmebildung durch körperliche Aktivität beziehungsweise Nahrungszufuhr greift, sollten Sie daher wärmere Kleidung tragen (“Flanell statt Seide und Baumwolle”). In der Nacht können durchaus lange Hosen und Longsleeve-Hemden, zum Beispiel Ski-Unterwäsche, sehr hilfreich sein. Auch für Bettsocken sollten Sie sich nicht zu schade sein.

 

 

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Intervallfasten – weniger Gewicht, besseres Lebensgefühl

Nachdem Sie nur Ihr Körpergewicht erfolgreich reduziert haben, stellt sich nun die Frage: wie kann ich mein Gewicht halten?

Sie werden wahrscheinlich gemerkt habe, dass die Sie sich mit weniger Pfunden ruhiger, ausgeglichener und beweglicher fühlen. Möglicherweise schlafen Sie auch besser. Kurzum, Ihnen geht es einfach viel besser. Dieses positive Lebensgefühl alleine sollte allen Anlass geben das Körpergewicht zu halten.

Weiterhin können Sie sich vor Augen führen, dass das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen, wie z.B. Diabetes mellitus und nicht zuletzt für Gelenkerkrankungen mittelfristig deutlich sinkt. Kurz gesagt, Sie altern einfach langsamer als die anderen Menschen und sehen durch die bessere Beweglichkeit auch schon jünger aus.

Intervallessen – langfristig gesund

Kurzfristiges Fasten ist langfristig erfolglos. Das Wort Diät kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Lebensweise” – damit ist also eine langfristige Verhaltensänderung gemeint. Um Ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren, sollten Sie daher Ihre Lebensweise insgesamt anpassen.

Bei der Ernährung gilt es daher weiterhin achtsam zu sein. Nach erreichtem Gewichtsziel können Sie die nun leicht abgeänderte Formel weiter nutzen:

 

Täglich auf die Waage

Ihr Körpergewicht sollten Sie weiter über mindestens ein Jahr messen, bis der Körperstoffwechsel sich angepasst hat. Durch kontrollierte zusätzliche Mahlzeiten sollten Sie herausfinden, was bei Ihnen zu einer Gewichtszunahme führt – und diese Nahrung meiden. Auf jeden Fall ist körperliches Training angesagt (Intervalltraining, Muskelaufbau), um die Stoffwechselleistung vor allem im Winter hochzuhalten.

Temperaturmessung bleibt sinnvoll

Optimal ist, wenn Sie zusätzlich Ihre Körpertemperatur messen. Die kalte Jahreszeit ist besonders herausfordernd, um das Gewicht zu halten. Denn der Körper will dann eine Isolationsschicht (= Körperfett) aufbauen, um sich vor niedrigeren Temperaturen zu schützen. Besonders Menschen mit Winterblues sind hier gefährdet, da sie in der auch dunklen Jahreszeit zur vermehrten Nahrungszufuhr neigen. Hier hilft nur körperliches Training weiter.

Wenn Sie weiter Gewicht reduzieren wollen, sollten Sie kein Kältegefühl mehr haben und Ihre Körpertemperatur sollte im Wohlfühlbereich liegen. In der Regel funktioniert dann die nächste Runde der Gewichtsreduktion im folgenden Frühjahr.

Etappenziele machen bei starkem Übergewicht

Bei starkem Übergewicht macht es grundsätzlich Sinn, die Zielerreichung über 2 bis 3 Jahre zu planen, z.B. 8 kg pro Jahr. Das wirkt sich günstig auf die Stabilität der Gewichtsreduktion aus. Stärkere Gewichtsschwankungen z.B. durch den Wiederanstieg des Körpergewichts, dem sog. Rebound-Phänomen fallen geringer aus. Das wiederum ist günstig für die Gesundheit.

Darüber hinaus sollten Sie daran denken, dass sich ein starker Gewichtsverlust von z.B. 30 kg auf Ihr äußeres Erscheinungsbild auswirkt. Nicht nur Sie selbst nehmen sich anders wahr, auch Ihr soziales Umfeld. Beide Seiten müssen sich meistens erst einmal daran gewöhnen.

In der Cardiopraxis machen wir die Erfahrung, dass eine nachhaltige Gewichtsnormalisierung möglich ist. Sie sollten dafür einige Grundregeln beachten, konsequent sein und Geduld haben.

 

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Das Autonome Nervensystem erfüllt eine Reihe überaus wichtiger Funktionen: Es reguliert unbewusst unseren Kreislauf und Stoffwechsel und bestimmt damit unser Befinden und unsere Leistungsfähigkeit. Mit sensitiven Messsystemen für Kreislauf und Stoffwechsel lassen sich so auch Rückschlüsse auf das Befinden ziehen.

Im Rahmen des Kreislaufes reguliert der Blutfluss die Nährstoffversorgung und Temperatur des Körpers. Messen lässt sich der Blutfluss mit der unblutigen Finapres®-Methode, einem photopletysmografischen Verfahren.

Ein Indikator für die Stoffwechselaktivität eines Menschen ist seine Ohrtemperatur. Messen lässt sich diese zum Beispiel mit dem System Koogeek®️.

Bei Menschen mit Übergewicht und gesteigertem Stoffwechsel passiert Folgendes: Ihre Temperatur ist erhöht, was zu Unruhe (thermischem Stress) führt. Um besser Wärme durch das isolierende Fett abgeben zu können, ist ihr Blutfluss tendenziell höher. Wenn kein Ausgleich (z. B. Bewegung, Gewichtsreduktion) erfolgt, bleibt die Unruhe.

Bei Menschen mit Normalgewicht und herabgesetztem Stoffwechsel sieht der Prozess genau umgekehrt aus. Ihr Temperatur-Sollwert wird unterschritten und durch einen niedrigen Blutfluss versucht der Körper, Wärme zu konservieren. Wenn ihr Blutfluss zu gering ist, sinkt auch ihre Leistungsfähigkeit.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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An Nierenzellkrebs erkrankten 2010 in Deutschland 14.520 Menschen. Männer sind häufiger betroffen als Frauen (1,5:1) und das typische Erkrankungsalter liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.

Zu den Risikofaktoren zählen Zigarettenkonsum, Übergewicht und Bluthochdruck. Bemerkbar macht sich Nierenzellkrebs zum Beispiel durch Blut im Urin, Flankenschmerzen oder einem tastbaren Tumor in der Nierenregion. Allerdings ist er bei diesen Symptomen häufig schon fortgeschritten und die Heilungschancen sinken.

Frühe Krankheitsstadien verlaufen dagegen meist ohne Symptome, aber es gibt gute Heilungschancen. Weil Ultraschall-Untersuchungen des Bauches heute weit verbreitet sind, werden mehr als 50 % der Fälle zufällig entdeckt.

Regelmäßige Ultraschall-Untersuchungen der Nieren, z. B. durch Hausarzt, Gynäkologe oder Urologe, sind spätestens ab dem 50. Lebensjahr sinnvoll.

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


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