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Von einem Plötzlichen Herztod spricht man, wenn ein Tod unerwartet in weniger als 1 Stunde nach Symptombeginn auftritt. Schon alleine die Definition deutet darauf hin, dass der plötzliche Herztod selten ein Ereignis ist, das einen wie der Blitz aus heiterem Himmel trifft.

Ist der plötzliche Herztod wirklich ein plötzliches Ereignis?

Eine immer noch aktuelle Studie, die das Notarztsystem Berlin diesbezüglich durchgeführt hat, liefert zu dieser Frage sehr interessante Daten.

Die Arbeitsgruppe erfasste für die wissenschaftlichen Untersuchung 406 Patienten mit plötzlichem Herztod, 72 % der Ereignisse passierten in häuslicher Umgebung. Zu den Ursachen zählten Kammerflimmern (39 %), pulslose elektrische Aktivität (19 %) und Asystolie als kompletter Stillstand des Herzens (42 %). In zwei Dritteln der untersuchten Fälle waren Beobachter bei dem Ereignis dabei, 75% dieser Beobachter waren Angehörige.

Bei einer Befragung unter den Beobachtern kam heraus: 69 % der plötzlich verstorbenen Menschen wiesen vor ihrem plötzlichen Herztod länger als 30 Minuten folgende Symptome auf:

  • Angina pectoris  40 %
  • Luftnot 27 %
  • Bewusstseinsstörung 10 %
  • Andere 23 %

Kurzum in Stadtgebieten sind professionelle Rettungskräfte innerhalb von ca. 10 Minuten vor Ort. Berücksichtigt man eine Patienten- bzw. Beobachter-Entscheidungszeit von 10 Minuten, dann haben ca. 66% der Menschen mit plötzlichem Herztod eine gute Chance rechtzeitig Hilfe zu erhalten. Folglich können lebensrettende Maßnahmen können so innerhalb von 30 Minuten nach Symptombeginn eingeleitet werden.

Auch auf die Symptome bei anderen Menschen achten

Als Verwandter, Freund, Arbeitskollege und auch als Passanten sind Sie potentieller Lebensretter. Sollte in Ihrem Umfeld den Eindruck haben, dass es einem Menschen schlecht geht oder er oder die oben genannten Symptome äußern, dann handeln Sie. Verständigen Sie spätestens nach 10 Minuten den Rettungsdienst unter 112.

Falls erforderlich, führen Sie bis zum Eintreffen der Rettungskräfte selbst lebensrettende Maßnahmen durch:

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? Arntz et al. Intensivmed 1999;36: 485-492

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Angina pectoris – Brustschmerzen

Sehr häufig bitten uns in der Cardiopraxis Menschen um Rat und Tat, die als Symptom „Angina pectoris“ angeben. Angina pectoris bedeutet „Enge der Brust“.

So kommen Sie zu uns, weil Sie die Beschwerden bemerkt haben. Damit ist der Ort der Beschwerden schon einmal auf den Brustraum und angrenzende Regionen eingegrenzt. Das Problem besteht jetzt für Sie darin, dass Sie manchmal schwer unterscheiden können, wo die Beschwerden ihren Ursprung haben. Dabei kann es sich um ganz verschiedene Arten von Brustdruck oder Brustschmerzen handeln.

Angina pectoris – bewegungsabhängig und hell?

Die nächsten Hinweise erhalten wir über den Schmerzcharakter und die Auslösbarkeit. Kommen die Schmerzen von der Wirbelsäule oder von der Muskulatur, dann haben sie eher einen punktuellen “hellen” Charakter (“wie Stiche”). Sie sind fast immer bewegungsabhängig, d.h. sie verändern sich, z.B. wenn Sie den Arm heben oder die Wirbelsäule beugen oder drehen. Sind Lungen- und Rippenfell gereizt, dann nehmen die “hellen” Schmerzen beim vertieften Atmen zu. Immer wieder einmal erleben wir auch mal Menschen, bei denen eine Krämpfe der Speiseröhre zu Schmerzen führt. Bei Entzündungen der Speiseröhre sind die Schmerzen häufig im Liegen betont. 

Besonders gravierend, zum Glück aber sehr selten sind die reißenden Schmerzen, wenn ein Einriss der Hauptschlagader, die Aortendissektion auftritt. Hier ist der Schmerz ebenfalls „hell“ und ist häufig mit Zeichen der Adrenalin-vermittelten Aktivierung verbunden, wie z.B. Unruhe, schneller Herzschlag und Schwitzen. Bei der Lungenembolie tritt der Brustdruck häufig plötzlich, wie aus heiterem Himmel auf und ist mit Luftnot verbunden. Besteht die Lungenembolie schon etwas länger, dann sind Beschwerden durch die entzündliche Mitbeteiligung des Lungenfells auch mal atemabhängig.

 

Schmerz, der durch Druck z.B. auf das Brustbein ausgelöst werden kann, kommt nie vom Herzen.   

Angina pectoris – belastungsabhängig und dunkel?

Bei Durchblutungsstörungen des Herzmuskels nehmen Sie hingegen eher einen flächigen dumpfen Druck war (“wie ein Stein auf der Brust”), meistens hinter dem Brustbein oder in der linken Brusthälfte lokalisiert. In der Regel Belastung zu, dann wenn Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Brustdruck kann aber auch schon mal in Ruhe auftreten, wenn sich ein Herzkranzarterie verkrampft, z.B. durch Kälte oder Aufregung. 

Angina pectoris – im Zweifel ärztliche Hilfe aufsuchen

Sie merken, dass die Zuordnung des Symptoms „Brustdruck“ bzw. „Brustschmerz“ zu einem Organ nicht ganz einfach ist. Häufig hilft zur Unterscheidung der Nitro Spray-Test.

Besonders, wenn die Beschwerden neu, sich in der den letzten Tagen verändert haben oder die Symptome intensiv sind, dann ist es für Sie über die nächsten Schritte genau nachdenken und handeln.

Scheuen Sie sich nicht je nach Intensität den Hausarzt aufzusuchen bzw. den Ärztlichen Notdienst unter 116 117 zu verständigen. Bei akuten lebensbedrohlichen Situationen verständigen Sie konsequent den Rettungsdienst unter 112.

 

 

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Herzkranzarterien – große und kleine Arterien

Die Herzkranzarterien haben ihren Ursprung in der Aorta, der Hauptschlagader des Kreislaufs und verlaufen zunächst auf dem Herzmuskel. Sie bringen sauerstoffreiches Blut über die verschiedenen Hauptäste und deren Seitenäste, den „großen“ Herzarterien und die nachgeschalteten zahlreichen Gefäße der Mikrozirkulation. Die Mikrozirkulation, auch die „kleinen“ Herzarterien genannt bringen den so wichtigen Sauerstoff dann zu den Herzmuskelzellen. Während sich die großen Herzkranzarterien mittels Herzkatheter bei einem Innendurchmesser von 1-5 mm mit Röntgenkontrastmittel sehr gut darstellen lassen, sind die kleinen Arterien der Mikrozirkulation meistens nur unter dem Mikroskop zu sehen.

Herzkranzarterien – 3 großen Arterien für die linke Herzhauptkammer

Anatomisch betrachten hat in der Regel hat jeder Mensch zwei große Herzkranzarterien, die rechte und die linke Herzkranzarterie. Die linke Herzkranzarterie hat einen kurzen Hauptstamm von meistens 1-5 mm Länge und teilt sich dann in 2 große Hauptäste auf, den absteigenden und den umschlingenden Ast. In der Fachsprache nennen wir sie RIVA und RCX; die rechte Arterie wird RCA bezeichnet. Die 3 Hauptäste mit ihren jeweiligen Seitenästen versorgen jeweils ca. ein Drittel der linken Herzhauptkammer; der RIVA die Vorderwand, der RCX die Seitenwand und die RCA die Hinterwand.

Funktionell betrachtet sprechen wir bei durchblutungsrelevanten Verengungen der großen Herzkranzarterien,  je nach Anzahl der betroffenen Stromgebiete (RIVA, RCX, RCA) von einer 1-, 2- der 3-Gefäßerkrankung.

Die linke Herzhauptkammer versorgt den Körperkreislauf und muss daher mit hohem Druck, und zum Teil gegen die Schwerkraft (Gehirn!) sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf pumpen. Die rechte Herzhauptkammer hat hingegen einen deutlich geringeren Sauerstoffbedarf, weil der Widerstand in der nachgeschalteten Lungenstrombahn und damit die Herzarbeit deutlich niedriger ist; sie beträgt ca. ein Sechstel der Arbeitslast der linken Hauptkammer. Daher sind die großen Herzkranzarterien vor allen Dingen für die linke Herzhauptkammer von kritischer Bedeutung.

Hinzu kommt, dass Herzmuskelzellen sehr sauerstoffsensibel sind. Stoppt die Sauerstoffversorgung, beginnt Herzmuskelgewebe bereits nach 10-15 Minuten unwiederbringlich abzusterben.

Große Herzkranzarterien – für kritische Durchblutungsstörungen relevant

Wenn wir im Folgenden von Angina pectoris, der „Enge der Brust“ sprechen, dann sind Beschwerden aufgrund von Veränderungen der großen Herzkranzarterien und deren Seitenäste gemeint. Diese Verengungen nennen wir auch Stenosen. Auch die kleinen Arterien der Mikrozirkulation können Symptome verursachen. Diese jedoch folgen anderen Gesetzen und sind für eine kritische Störung der Blutversorgung des Herzmuskels, wie z.B. einen Herzinfarkt nur selten relevant (siehe auch Tako-Tsubo Syndrom).

Eine große Herzkranzarterien kann sich verengen, entweder langsam durch eine schleichende Verkalkung oder plötzlich durch einen Gefäßkrampf bzw. ein Blutgerinnsel. Ist eine große Herzarterie zu mehr als 60% verengt, dann können Durchblutungsstörungen auftreten, zunächst nur bei Belastung bei höhergradigen Verengungen um 90% auch in Ruhe. Das verursacht dann Angina pectoris.

Angina pectoris – Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf

Angina pectoris bei einer Durchblutungsstörung bedeutet ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot. Normalerweise sind die Symptome abhängig von körperlicher und auch emotionaler Belastung. Zum Beispiel beim Treppensteigen, wenn Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Lokalisiert sind die Beschwerden meistens hinter dem Brustbein, sie können aber auch ausstrahlen in Schulter, Arm, Magen oder etwa Rücken. Bei körperlicher Ruhe verschwinden sie dann wieder.

Je nach Schweregrad kann Brustdruck schon bei sehr leichter Belastung, wie z.B. nach ein paar Stufen auftreten.

Vor allen Dingen die zeitliche Dynamik ist bei der Bewertung des Herzinfarktrisikos von hoher Relevanz. Hier bewerten Sie das Neuauftreten, einer Veränderung von Beschwerdeintensität und -charkteristik bzw. die zeitliche Dauer von Ruhebeschwerden. So können Sie eine stabile Angina pectoris, eine instabile Angina pectoris oder eine anhaltende Angina pectoris selber diagnostizieren.

Angina pectoris – beWegungsabhängig oder beLastungsabhängig?

Sie sollten zwischen den belastungsabhängigen und bewegungsabhängigen Brustbeschwerden unterscheiden.

Belastungsabhängigkeit bedeutet, dass Angina pectoris durch eine Steigerung der Herzarbeit, gekennzeichnet durch Erhöhung von Blutdruck und Herzfrequenz verursacht wird; eine Durchblutungsstörungen des Herzens ist wahrscheinlich.

Bewegungsabhängigkeit bedeutet, dass Symptome durch Bewegung des Muskel-Skelett-Systems (z. B. Beugen, Strecken, Atmen, Drehen) ausgelöst werden können; hier ist nicht das Herz die Ursache.

Beschwerden, die durch Druck auf den Brustkorb, z.B. mit der Faust ausgelöst werden können, kommen nicht vom Herzen.

Bei der Unterscheidung hilft Ihnen der Nitro Spray-Test.

Sie sollten insbesondere bei Neuauftreten oder einer Veränderung der Angina pectoris zeitnah ärztliche Hilfe aufsuchen. Hält Angian pectoris länger als 10 Minuten an, dann müssen Sie sofort handeln und den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

 

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Angina pectoris – Druck auf der Brust

Angina pectoris, also Enge der Brust und ist meistens hinter dem Brustbein lokalisiert. Der Brustdruck kann aber auch ausstrahlen, etwa in Schulter, Arm, Magen, Hals, Kieferwinkel oder Rücken. Angina pectoris kann ein Zeichen für eine Durchblutungsstörung im Herzen sein – und auch ein Vorbote für einen Herzinfarkt. Auch isolierte Beschwerden, z.B. im Kieferwinkel vor allen Dingen, wenn diese bei körperlicher Belastung auftreten und in Ruhe wieder verschwinden können auf eine Unterversorgung des Herzmuskels hinweisen.

Um den Schweregrad einer Durchblutungsstörung an Hand von Symptomen zu bewerten, sind die zeitlich Dynamik mit der Häufigkeit, Charakteristik, Auslöser und Intensität der Symptome wichtig. Man unterscheidet in stabile, instabile und anhaltende Angina pectoris.

Zeitliche Dynamik und Stabilität von Symptomen – wichtiger Risikoindikator

Bei einer stabilen Angina pectoris verändern sich die Symptome in einem Zeitraum von 4 Wochen nicht. In einem solchen Fall genügt es, regelmäßig den Kardiologen (ca. 1 mal jährlich) zu konsultieren.

Wenn innerhalb eines Beobachtungszeitraums von weniger als 4 Wochen bei Ihnen neue Symptome vorkommen oder sich bestehende Symptome verändern, dann bezeichnet man das als instabile Angina pectoris. Eine Veränderung kann sich auf die Häufigkeit beziehen, Angina pectoris merken Sie jetzt pro Woche 6-10 mal anstatt wie in der Vorwoche 1-5 mal. Ihre Beschwerden treten bei niedrigerer Belastungsstufe, z.B. nach 1 Etage Treppensteigen auf, vorher haben Sie 2 Etagen mühelos geschafft. Der Druck auf Ihrer Brust ist neuerdings stärker und strahlt sogar aus, z.B. in die Schulter. In einer solchen Situation sollten Sie einen Kardiologen oder eine Notaufnahmestation innerhalb weniger Tage aufsuchen.

Dauern Symptome länger als 10 Minuten in Ruhe an, sprechen wir von einer anhaltenden Angina pectoris. Fast immer geht sie bei einem Herzinfarkt mit Zusatzsymptomen wie etwa Luftnot einher. Besteht bei einer anhaltenden Angina pectoris der Verdacht auf einen Herzinfarkt, sollten Sie in dieser Situation sofort das Rettungsteam unter 112 verständigen.

Symptome bewerten und zeitgerecht handeln

Wir können Ihnen als professionelle Kardiologinnen und Kardiologen nur helfen, wenn Sie rechtzeitig zu uns kommen. Im Grunde ist Angina pectoris ein Schutzengel: Werden die Symptome richtig eingeordnet und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, können Herzinfarkt oder gar Tod verhindert werden.

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Angina pectoris – enge Brust, enge Herzkranzarterie

Bei Angina pectoris, der Enge der Brust ist häufig das Herz der Ausgangspunkt der Symptome. Die bedeutendste Ursache für Brustdruck und Brustschmerz ist hier eine Verringerung der Durchblutung des Herzmuskels. Die ursprüngliche Störung ist eine Verengung, eine sog. Stenose einer Ihrer 3 Herzkranzarterie bzw. von deren Seitenästen. Wenn Sie Angina pectoris haben, die vom Herzen kommt, dann erlauben Häufigkeit und Schwere der Beschwerden einen Rückschluss auf die Veränderungen in einer Herzkranzarterie. Das kann, z.B. bei Herzinfarkt bis hin zu anhaltenden und schweren Beschwerden gehen.

Verengung  Herzkranzarterien – zunächst meist langsam

Die Engstelle einer Herzkranzarterie kann sich verändern, sie ist dynamisch. Begleitend verändern sich auch die Symptome.

Zu Beginn ist die Verengung einer Herzkranzarterie meistens schleichend, nicht selten sind erste Veränderungen schon im Jugendalter unter dem Mikroskop nachweisbar Die Innenhaut des Arterie wird z.B. durch Nikotingenuss geschädigt und Blutbestandteile, und hier vor allen Dingen Cholesterin dringt in die Gefäßwand ein. Hier bildet sich nun ein Polster, oder auch Plaque genannte, welches als Stenose die Lichtung der Blutleitung mehr oder weniger einengt.

Zuviel Cholesterin in der Arterienwand hat eine lokale Entzündung zur Folge, der Körper versucht den Prozess stabilisieren und abzuheilen. Ist die Deckplatte des Polsters dick, dann ist das Polster stabil, ist sie dünn, dann ist sie rissgefährdet. Die entzündliche Abheilung findet dann unter dem Einstrom von Kalzium statt und das Polster beruhigt sich biochemisch wieder; die mehr oder weniger ausgeprägte Stenose bleibt. Wir sprechen auch von einer fixierten Engstelle.

 

Angina pectoris – kalkfeste und dynamische Engstellen

Bei einer Engstelle der Herzkranzarterie von weniger als 60 Prozent des Durchmessers treten keine Symptome auf. Der Blutfluss ist auch bei körperlicher Belastung ausreichend, um den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

Bei einer stabilen Angina pectoris ist die Herzkranzarterie um mehr als 60 Prozent verengt. Der Grad der Verengung ist stabil und die Symptome verändern sich in der Regle nicht. In Ruhe ist der Blutfluss ausreichend, unter Belastung kann er durch die Engstelle nicht genügend gesteigert werden. Bei Überschreiten der Belastungsgrenze tritt Brustdruck auf – in Ruhe verschwindet er nach wenigen Minuten wieder. Das regelhafte Verhalten mit immer wiederkehrender Angina pectoris nach der gleichen Belastungsstufe, z.B. nach dem Steigen von 2 Treppenetagen mit Verschwinden in Ruhe, ist typisch für eine fixierte Engstelle durch Verkalkung.

Nun, ist es aber immer wieder so, dass neben der Strukturstörung mit der verkalkten Engstelle der Arterie auch eine Funktionsstörung des Blutgefäßes besteht. Es neigt daher zu Arterienverkrampfungen, so dass z.B. aus einer fixierten Engstelle von 60% durch eine dynamische Komponente vorübergehend eine 80% Stenose wird. Wenn wir unser Beispiel nochmals betrachten, dann merken Sie jetzt Angina pectoris schon nach 1 Treppenetage, anstatt vorher erst nach 2. Solche Arterienkrämpfe treten typischerweise am Morgen, dann wenn der Adrenalingehalt im Blut am höchsten ist, bei Aufregung oder und vor allen Dingen bei kalter Witterung bzw. Wetterwechsel auf.

Instabile Angina pectoris – Risiko durch Blutgerinnsel

Bei einer instabilen Angina pectoris ist die Herzkranzarterie ebenfalls um mehr als 60 % verengt. Die Engstelle ist zusätzlich meistens entzündlich aktiviert. Die Deckplatte des Polsters ist dünn und kann durch die entzündliche Zerstörung nach innen einreißen. Das Cholesterin-Gewebegemischs im inneren des Polsters hat nun Kontakt mit der Blutbahn, der Körper versucht diesen Riss abzudichten. Das geschieht im ersten Schritt mit der Bildung eines Blutgerinnsels, ganz ähnlich als wenn Sie eine Schürfwunde am Knie haben. Blutgerinnsel lagern sich in der Koronararterie ein und behindern nun mehr oder weniger stark den Blutfluss.

Erschwerend kommt hinzu, dass neben der Verkalkung und dem Blutgerinnsel, die aktivierten Blutplättchen Botenstoffe, wie z.B. Thromboxan freisetzen, was auch noch zusätzliche Arterienkrämpfe begünstigt. Es entsteht so eine explosive Mischung aus der sich sehr schnell ein kompletter Gefäßeverschluß entwickeln kann.

Manchmal merken Sie diese bedrohlichen Gerinnselverklumpungen in Ihrer Herzkranzarterie gar nicht Das kann daran liegen, dass diese von vorne herein so klein sind, dass sie den Blutfluß nicht stören. Der Körper kann darüber hinaus häufig eingeständig überschüssiges Gerinnselmaterial selber schnell abbauen. Nehmen Sie eine Thrombozytenblocker wie Aspirin ein, dann verhindert das meistens die Verklumpung von Blutplättchen.

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen bemerken Sie dann eine instabile Angina pectoris. Beschwerden verschlechtern sich oder treten häufiger auf – bei niedriger Belastungsstufe oder auch kurz in Ruhe.

Akuter Herzinfarkt – plötzlicher Arterienverschluss durch ein Blutgerinnsel

Nicht immer geht eine instabile Dynamik in einer Herzkranzarterie gut aus. Denn manchmal ist die Blutgerinnsellast so überwältigend, dass die Arterie komplett mit Gerinnsel verstopft ist und der Blutfluss stoppt. Die Folge ist, dass Herzmuskelgewebe spätestens nach 10 Minuten beginnt unwiederbringlich abzusterben. Der Herzinfarkt ist da.

In ca. 30% der Fälle ist die Dynamik der Gerinnselbildung so fulminant, dass ein plötzlicher Herzkranzgefäßverschluss ohne die Vorboten der instabilen Angnina pectoris auftritt. Sie merken den akuten Gefäßverschluss meistens durch anhaltenden Brustdruck, Luftnot und weitere Zusatzsymptome. Kardiologen stellen die Diagnose mit Hilfe von EKG, Troponin-Test und Herzultraschall. Das Risiko für einen Kreislaufschock, tödliche Rhythmusstörungen und damit für Sterblichkeit steigt beim Herzinfarkt erheblich.Die verschlossene Herzkranzarterie muss so schnell als möglich im Herzkatheterlabor wiedereröffnet werden.

Der Ausgangspunkt für einen Herzinfarkt ist in den allermeisten Fällen nicht eine hochgradige Engstelle, sondern in 66% der Fälle sind es Engstellen von unter 60% die Ausgangspunkt für eine Blutgerinnselbildung sind. Das liegt vor allen Dingen daran, dass diese flachen geringen Engstellen im Gefäßsystem viel zahlreicher als die hochgradigen Stenosen sind. Gerade die kleinen Polster mit ihrem hohen Gehalt an Cholesterin-Gewebegemisch sind häufiger anfällig für eine Entzündung und auch deshalb häufiger Ausgangspunkt eines typischen Herzinfarktes.

Anhaltende Angina pectoris ist ein Notfall. Wählen Sie dann den Notruf 112!

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Virale Infekte wie die Grippe können das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Die Verläufe variieren von flüchtigen Symptomen bis hin zu fortschreitender Herzschwäche. Schwere Verläufe sind allerdings sehr selten.

Abklären sollten Sie folgende Symptome, die nach einer Grippe neu auftreten:

Dafür wird folgende Basis-Diagnostik eingesetzt:

Um weiter abklären zu können, wendet ein Arzt/eine Ärztin ggf. auch ein Herz-MRT und in seltenen Fällen einen Herzkatheter oder eine Herzmuskelbiospie an.

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Sex entspricht einer moderaten körperlichen Belastung und ist gesund.

Für Menschen mit einer koronaren Herzerkrankung (KHK) ist er unbedenklich, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Im Belastungs-EKG sollten mindestens 50 bis 75 Watt erreicht werden
  • keine Beschwerden oder EKG-Veränderungen bei Treppensteigen über zwei Etagen oder bei einem Spaziergang im raschen Tempo

Sollten Sie beim Sex Brustschmerzen (Angina pectoris), Atemnot, Benommenheit oder Herzstolpern verspüren, unbedingt Ärztin/Arzt konsultieren!

Bei einer stabilen KHK kann blutdrucksenkendes Viagra & Co. (= PDE-Hemmer) ohne Probleme eingenommen werden, wenn Folgendes beachtet wird:

  • 24 bis 48 Std. vor und nach Einnahme von PDE-Hemmern dürfen gleichzeitig keine Nitropräparate genutzt werden
  • Bei Benommenheit und/oder Unruhegefühl sollten Sie die Beine hochlegen
  • bei Nebenwirkungen im Zweifel den Notarzt verständigen

Regelmäßiges und ausgewogenes körperliches Training – und dazu zählt auch Sex – sowie eine gute medikamentöse Einstellung verringern Herzfrequenz, Atemnot und Angina pectoris. Das wiederum führt auch zu besserem Sex.

 

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In der kalten Jahreszeit steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen. Denn der Kreislauf reagiert bei Kälte anders. Weil die Außentemperatur sinkt, will der Körper seine Kerntemperatur stabil halten und Haut- und Muskelgefäße ziehen sich zusammen.

Dadurch steigt auch der Gefäßwiderstand – und damit die Herzarbeit:

  • die Herzkranzgefäße ziehen sich zusammen
  • Stresshormone werden ausgeschüttet (Adrenalin, Noradrenalin)
  • Die Blutgerinnung nimmt zu

Das kann zu Angina pectoris, einem spürbaren Brustdruck, führen. Bewegungsmangel, fettes Essen und schlechte Stimmung erhöhen das Risiko zusätzlich. Da verwundert es nicht, dass Herzinfarkte und plötzlicher Herztod im Winter häufiger auftreten. Übrigens ist das Risiko beim Schnee-Schippen am höchsten.

Herzpatienten aufgepasst! Sie sollten besonders darauf achten:

  • Herzsymptome (Angina pectoris, Herzstolpern, Luftnot)
  • Kälteschutz (z. B. Schal, mit geschlossenem Mund atmen)
  • entspannte Winterspaziergänge machen (keine übermäßige Anstrengung)
  • soziale Kontakte pflegen (auch über Soziale Medien = besser als nichts)

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Der feine Unterschied – der weibliche Herzinfarkt

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland fast 220.000 Menschen mit Herzinfarkt stationär behandelt, 32,8 % davon waren Frauen.

Angina pectoris (Brustenge) tritt bei einem Herzinfarkt sowohl bei Frauen als auch bei Männern in ca. 60 bis 90 % der Fälle hinter dem Brustbein auf.

Bei einem Herzinfarkt berichten Frauen und Männer von durchschnittlich 5 dieser akuten Symptome:

  • Angina pectoris (am häufigsten)
  • Schulterschmerzen
  • Armschmerzen
  • Schwitzen
  • Herzstolpern
  • Luftnot
  • obere Rückenschmerzen
  • Kraftlosigkeit
  • Übelkeit
  • Benommenheitsgefühl
  • Verdauungsstörungen

Tritt Angina pectoris isoliert auf, wird die Diagnose eines Herzinfarktes viel unwahrscheinlicher.

Der entscheidende Schritt erfolgt im Kopf:
Frau + Angina pectoris + Zusatzsymptome = immer an einen Herzinfarkt denken!
Wenn diese Symptome länger als 10 Minuten anhalten, sofort das Rettungsteam unter 112 verständigen!

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Nitro Spray – hilft Ursachen der  Angina pectoris zu unterscheiden

Nitro Spray ist nicht nur ein bewährtes Medikament, um stabile Brustschmerzen (Angina pectoris bei Koronarer Herzkrankheit) zu behandeln. Es eignet sich auch sehr gut, um die Frage nach dem Ursprungsort der Beschwerden zu beantworten: “Ist es jetzt die Wirbelsäule oder ist es doch das Herz?” Hier ist die Anwendung des Nitro Spray Tests eine wertvolle Hilfe bei der Diagnosefindung.

Verschiedene Ursachen für Brustdruck und Brustschmerz

Brustschmerzen und Brustdruck können verschiedene Ausgangspunkte haben: zum Beispiel ein eingeklemmter oder gereizter Nerv der Wirbelsäule (häufig), muskuläre Verspannungen (häufig), eine meist entzündliche Reizung des Lungen- bzw. Rippenfells, der sogenannten Pleura, oder die Speiseröhre. Ist eine Herzkranzarterie verkalkt, dann kann das vermittelt über Durchblutungsstörungen des Herzmuskels Brustdruck auslösen.

Nitro Spray hilft bei Durchblutungsstörungen des Herzens

Nitro ist das älteste Medikament, um Brustdruck bei Herzdurchblutungsstörungen zu lindern. Indem es die Körpervenen weitstellt, muss das Herz weniger Blut aufnehmen – und wird dadurch entlastet. Deswegen verringert sich die Wandspannung und das Herz kann besser durchblutet werden. Darüber hinaus verringern Nitropräparate Gefäßkrämpfe, was den Durchfluss durch die Herzkranzarterien verbessert.

Nitro Spray richtig anwenden

Für den Nitro Spray-Test nimmt man das Medikament beim ersten Mal am besten im Sitzen ein, denn die Nitro-Akutpräparate können in seltenen Fällen zu Blutdruckabfall führen. Das wiederum verursacht Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Sie sprühen zwei Hübe Nitrospray in den Mund oder Sie zerbeißen eine Nitrokapsel. Wichtig ist dabei, den Mund für zirka 30 Sekunden geschlossen zu halten und nicht zu schlucken. Über drei bis fünf Minuten sollten Sie nicht sprechen. Die Wirkung von Nitro setzt nach maximal 5 Minuten ein. Der Wirkungsbeginn ist häufig mit leichten Kopfschmerzen verbunden.

Nitropräparate dürfen nicht in Verbindung mit sog. PDE-Hemmern, Viagra & Co. angewendet werden. Das kann zu schweren Kreislaufstörungen bis hin zum Herzinfarkt mit den bekannten Folgen führen.

Nitro Spray-Test bei Brustschmerzen in Ruhe

Führen Sie die Nitro-Einnahme wie oben angegeben durch. Verschwindet der Brustdruck innerhalb von ca. fünf Minuten, dann ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels hochwahrscheinlich.

Hält der Brustdruck mehr als fünf Minuten an und ist MIT Zusatzsymptomen, zum Beispiel Luftnot, Ausstrahlung in andere Körperregionen wie Schulter oder Arm, Gesichtsblässe, Kaltschweißigkeit, Unruhe oder Angst verbunden, dann kann es sich um einen ablaufenden Herzinfarkt handeln. In diesem Fall sollten Sie die Rettungskette der Akutmaßnahmen aktivieren und den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

Hält der Brustdruck mehr als fünf Minuten an OHNE Zusatzsymptome, dann sind Durchblutungsstörungen des Herzens unwahrscheinlich. Sie sollten dann überprüfen, ob die Schmerzen von Bewegungen abhängen und den Schmerzmittel-Gegentest durchführen.

In seltenen Fällen kann auch mal eine Verkrampfung der Speiseröhre auftreten. Dieser kann auch durch Nitrospray gelöst werden. In der Regel kennen die betroffenen Menschen diese Ursache und können den Schmerz der Speiseröhre richtig zuordnen, z.B. durch ein Schluckmanöver, was in der Regel eine Intensivierung  Schmerzen zur Folge hat. Im Zweifel sollten Sie dieses Befunde mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.

Der Schmerzmittel-Gegentest bei Brustschmerzen in Ruhe

Durchblutungsstörungen des Herzmuskels reagieren nicht auf Schmerzmittel.

Führen Sie bei Ruhebeschwerden, die nicht auf den Nitro-Test reagieren, und bei denen die Zusatzsymptome eines Herzinfarktes NICHT bestehen, den Schmerzmittel-Gegentest durch. Dafür nehmen Sie ein Schmerzmittel, zum Beispiel 1000 mg Aspirin oder 600 mg Ibuprofen. Die Wirkung tritt in der Regel nach 30 bis 45 Minuten ein.

Verschwinden die Brustschmerzen, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Veränderung der Wirbelsäule oder eine Muskelverspannung. Gelegentlich kann auch die Pleura, zum Beispiel in Verbindung mit einer Lungenentzündung, ursächlich sein. Eine sehr seltene Ursache ist die Herzbeutelentzündung, welche auch auf Schmerzmittel reagiert.

Nitro Spray Test bei regelhaftem Brustdruck unter Belastung

Bei einer sogenannten stabilen Anginaschwelle ist ausschließlich eine fest verkalkte Engstelle der Grund für eine Durchblutungsstörung. Der Brustdruck tritt immer bei der gleichen Belastungsstufe auf, z.B. nach einer Etage Treppensteigen. Führen Sie den Nitro Spray-Test durch. Sind Sie jetzt besser belastbar und der Brustdruck macht sich erst nach stärkerer Belastung bzw. gar nicht mehr bemerkbar (z.B. erst nach zwei Treppenetagen), dann ist eine Durchblutungsstörung wahrscheinlich.

Nitro-Test bei unregelhaftem Brustdruck unter Belastung

Bei einer verkalkten Engstelle einer Herzkranzarterie kann neben dem fixiert verkalkten Anteil ein zusätzlicher Gefäßkrampf die Durchblutungsstörung verstärken. Der Gefäßkrampf wird meistens über das vegetative Nervensystem und Adrenalin vermittelt. Die Anginaschwelle kann so schwanken, etwa in Abhängigkeit von der Tageszeit (morgens schlechter als abends) oder der Witterung (bei Kälte schlechter als bei Wärme). Die Anginaschwelle ist besonders häufig am Morgen niedrig. Sie können dann zum Beispiel anstatt einer nur noch eine halbe Treppenetage ohne Brustdruck erklimmen.

Nun führen Sie den Nitro-Test durch. Tritt der Brustdruck jetzt wieder bei der gewohnten Belastungsstufe, z.B. nach einer Treppenetage, auf, dann ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels wahrscheinlich. Falls sich die variable Belastbarkeit durch Angina pectoris innerhalb der letzten vier Wochen geändert hat (häufiger, intensiver, neu mit Ausstrahlung, eventuell auch in Ruhe), dann kann auch die Zu- und Abnahme eines Blutgerinnsels in einem Herzkranzgefäß dahinterstecken. Hierbei kann es sich um eine instabile Angina pectoris handeln. Sie ist ein möglicher Vorbote eines Herzinfarktes. Jetzt sollten Sie zeitnah ärztliche Hilfe suchen.

Nitro Spray-Test: Vorgehen mit dem Kardiologen abstimmen

Sie sollten vor dem ersten Nitro Spray-Test das Vorgehen mit Ihrem Kardiologen besprechen. Er kann Ihre Beschwerden vielleicht schon einordnen und hält es für sinnvoll, bereits jetzt schon weitere diagnostische Maßnahmen einzuleiten.

Ist bei Ihnen eine Koronare Herzkrankheit bekannt, dann können Sie den Nitro Spray-Test immer wieder mal durchführen. So stellen Sie fest, ob sich Ihre Leistungsfähigkeit verschlechtert hat. Sollte das der Fall sein, dann besprechen Sie die Befunde mit Ihrem Kardiologen.

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