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COVID-19 – Notfall Herzinfarkt, Schlaganfall – 112 immer verständigen

Die COVID-19 Virusepidemie führt zu einer deutlichen Mehrbelastung der Notaufnahmestationen der Krankenhäuser. Folglich stellen sich zahlreiche Menschen stellen sich mit Symptomen einer Infektionserkrankung vor, auch mit der Frage, ob eine COVID-19 Infektion vorliegt. Bei COVID-19 – Notfall Herzinfarkt, Schlaganfall müssen diese aber weiterhin auch im Krankenhaus behandelt werden.

Auffällig ist allerdings, dass die Zahl von Patienten, die mit einem akuten Koronarsyndrom, d.h. einer instabilen Angina pectoris oder einem Herzinfarkt im Krankenhaus behandelt werden deutlich um bis zu 40% zurückgegangen ist. Das gilt auch für die stationären Aufnahmen wegen Verdachts auf Schlaganfall und kann auch für das erstmalige Auftreten von Vorhofflimmern angenommen werden. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in anderen Ländern mit einem hohen Versorgungsstandard, so z.B. in Spanien der Schweiz oder auch in den USA.

Problematisch ist, dass alle diese Krankheitsbilder mit erheblichen kurzfristigen und langfristigen Schäden verbunden sein können. Dies reichen von der Herzschwäche, über den neurologischen Funktionsverlust bis hin zum frühzeitigen Tod, letzteres gerade in den ersten Stunden nach Beginn des akuten Ereignisses.

Warum gehen die Behandlungszahlen für akute Herz-Kreislauferkrankungen zurück?

Der Rückgang der Behandlungszahlen ist umso mehr erstaunlich, weil jede entzündliche Erkrankung gerade bei Risikopatienten, z.B. solchen mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck und höherem Alter auch die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen erhöht. Gerade in Zeiten der akuten COVID-19 Virusepidemie würden wir daher auch eine Steigerung der Behandlungsfälle erwarten. Hinzu kommt, dass die Unsicherheit bei vielen Menschen mit Angst verbunden ist, welche wiederum Adrenalin-vermittelt ebenfalls ein bedeutsamer Risikofaktor ist.

Der Hauptgründe warum Menschen derzeit den Kontakt zur Akutversorgung meiden sind mit hoher Wahrscheinlichkeit:

  • Angst sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus zu infizieren
  • Angst im Krankenhaus nicht richtig behandelt zu werden

Infektionsrisiko im Krankenhaus. Ein Krankenhaus kann sicherlich einen Ort mit einer erhöhten Konzentration von Menschen mit einer Corona-Virusinfektion darstellen. Allerdings sind Krankenhäuser die Orte in Deutschland mit dem höchsten hygienischen Versorgungsstandard. Folglich sind Sie hygienisch betrachtet in einem Krankenhaus sicherer als zum Beispiel in einer größeren Menschenansammlung auf der Straße.

Akutbehandlung im Krankenhaus. Sie können versichert sein, dass in den Krankenhäusern akute Krankheitsbilder, wie z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall weiterhin sehr gut versorgt werden. Hierfür stehen die entsprechenden Ressourcen, wie Herzkatheterlabor und Schlaganfallbehandlungseinheiten weiter zur Verfügung.

COVID-19 – Notfall – Handeln bei ablaufendem Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt macht sich meistens durch einen Druck hinter dem Brustbein bemerkbar. Der Druck kann auch isoliert in der Schulter, dem Arm, dem Rücken oder dem Oberbauch auftreten. Sogar ein dumpfes Ziehen im Unterkiefer kann vorkommen.

Bei einem Herzinfarkt ist der Brustdruck fast immer von Zusatzsymptomen begleitet. Hierzu zählen insbesondere:

  • Brustdruck in Ruhe

plus

  • Luftnot
  • Ausstrahlung
  • Blässe
  • Übelkeit
  • Schwitzen
  • Verwirrtheit

Handeln. Jede Minute zählt. Wenn Sie einen anhaltenden Druck über 10 Minuten spüren, dann müssen Sie sofort handeln und den Notruf 112 verständigen. Die Rettungskräfte sind im Stadtgebiet innerhalb von Minuten bei Ihnen vor Ort und bringen Sie unverzüglich in ein Krankenhaus, in der Regel mit der Möglichkeit der Katheter-gestützten Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes.

COVID-19 – Verhalten bei instabiler Angina pectoris – drohender Herzinfarkt

Eine instabile Angina ist definiert als erstmaliges Auftreten von Angina pectoris mit einer Dauer von weniger als 10 Minuten bzw. als eine Verringerung der symptomfreien Belastung in den letzten 4 Wochen. Eine instabile Angina pectoris ist häufig der Vorbote für einen Herzinfarkt.

Handeln. Bei instabiler Angina pectoris sollten Sie zeitnah, d.h. innerhalb von 24h Stunden ärztliche Hilfe aufsuchen. Das kann eine Notaufnahmestation, aber auch der Besuch bei einer ambulant tätigen Kardiologin bzw. Einem Kollegen sein. Hier kann das individuelle Risiko durch diagnostische Tests sicher abgeschätzt und weitere Maßnahmen können eingeleitet werden.

COVID-19 – Verhalten bei absolut unregelmäßigem Puls – mögliches Vorhofflimmern

Wenn Ihr Puls unregelmäßig ist, dann kann Vorhofflimmern vorliegen. Folglich erhöht Vorhofflimmern das Risiko für einen Schlaganfall um das 5-fache.

Handeln. Bei Verdacht auf Vorhofflimmern sollten Sie zeitnah eine Kardiologin bzw. einen Kardiologen aufsuchen. Mittels EKG kann dann die richtige Diagnose gestellt werden und gegebenenfalls ein Schlaganfall verhindert werden. Sollten Sie in Verbindung mit einem schnellen unregelmäßigen Puls Benommenheit und Luftnot verspüren, dann ist es ratsam eine Notaufnahmestation aufzusuchen bzw. In besonders schweren Fällen das Rettungsteam unter 112 zu verständigen.

COVID-19 – Notfall – Handeln bei ablaufendem Schlaganfall

Bei einem ablaufenden Schlaganfall droht der unwiederbringliche Untergang von Gehirngewebe mit Verlust der körperlichen und geistigen Selbstbestimmtheit. Auch hier kann Die Medizin helfen

  • Lähmung und Sensibilitätsstörung (zum Beispiel Kribbeln) einer Körperseite
  • Sprachstörungen: Wörter werden nicht verstanden oder richtig ausgesprochen
  • Sehstörungen: kurze Sehstörung auf einem Auge oder Gesichtsfelddefekte, das heißt es werden Gegenstände am Bildrand nicht mehr gesehen
  • Schwindel mit Gangstörungen
  • heftigster, in dieser Form bisher unbekannter Kopfschmerz

Handeln. Jede Minute zählt. Sollten Sie oder einer Ihrer Mitmenschen eines der genannten Symptome aufweisen, dann müssen Sie unverzüglich die Rettungskette unter 112 in Gang setzen.

COVID-19 – Verhalten bei drohendem Schlaganfall

Ähnlich wie die instabile Angina pectoris ein Vorbote für einen Herzinfarkt sein kann, so kann können auch die genannten neurologischen Symptome Vorbote für einen Schlaganfall sein, auch wenn sie nur kurzzeitig auftreten.

Handeln. Ähnlich wie bei der instabilen Angina pectoris für das Herz sollten Sie zeitnah, das heißt in diesem Fall innerhalb von Stunden, ärztliche Hilfe aufsuchen.

Den Hund, der nicht bellt, kannst du nicht finden. Harlan Krumholz

COVID-19 – Akute Symptome – mit Herz und Hirn richtig und zügig handeln

Uns in der Cardiopraxis ist bewusst, dass sich derzeit Menschen in Zeiten der COVID-10 Pandemie scheuen eine Notaufnahmestation aufzusuchen bzw. akute ärztliche Hilfe unter 112 anzufordern. Wir können Sie nur in Ihrem Sinne bitten im Akutfall das richtige zu tun, denn nur wenn Sie sich melden, dann können wir Ihnen helfen.

Daher gilt Zeichen des ablaufenden Herzinfarktes beziehungsweise Schlaganfalls: IMMER 112 verständigen.

Sollten instabile Symptome ohne anhaltende Beschwerden, zum Beispiel eine instabile Angina pectoris vorliegen, dann können Sie gerne mit uns in der Cardiopraxis kurzfristig Kontakt aufnehmen. In der Praxis können dann das Risiko abschätzen und weitere Maßnahmen einleiten.

 

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen – Vorhofflimmern und andere bei Corona Virusinfektion

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen sind ein relevantes medizinische Problem, denn die Corona Virusinfektion betrifft nicht nur die Lunge, sondern kann auch das Herz schädigen. Immerhin bei jedem fünften Menschen, der mit einer Corona Virusinfektion in das Krankenhaus aufgenommen wird, gibt es Anzeichen für eine Herzschädigung.

Die Herzschädigung kann sich in Form einer Herzmuskelschädigung, z.B. in Form eines Herzinfarktes oder einer Herzmuskelentzündung äußern und eine akute Herzschwäche zur Folge haben. Überdies treten gerade Herzrhythmusstörungen bei dieser Virusinfektion besonders häufig auf. Schließlich hatten in einer Studie aus Wuhan 44% der Patienten mit einer Corona Virusinfektion im Krankenhaus Herzrhythmusstörungen.

Die meisten Fälle der COVID-19 Erkrankungen verlaufen erfreulicherweise milde. Daher ist die medizinisch sinnvolle Maßnahme bei leichten Fällen die häusliche Quarantäne. Grundsätzlich begünstigend auf die Entstehung von Herzrhythmusstörungen sind neben der Virusinfektion selber auch die Umstände der Quarantäne.

Wir möchten Ihnen Hilfestellungen geben, wie Sie Herzrhythmusstörungen selbst erkennen können und im Ereignisfall richtig handeln.

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen – entzündlicher Mechanismus relevant

Die Mechanismen der Herzrhythmusstörungen sind nicht vollständig geklärt. Ursachen können im Wesentlichen in 2 Gruppen eingeteilt werden. Wir unterscheiden eine strukturelle Herzschädigung des Herzens selber von systemischen Ursachen, bei der die Veränderungen am Herz ein sekundäres Begleitphänomen sind.

 

Strukturelle Herzschädigung. Im Rahmen der Corona Virusinfektion können strukturelle und funktionelle Schäden am Herzmuskel auftreten. Möglich sind direkt toxische Effekte des Virus auf den Herzmuskel oder eine inflammatorische Entzündungsreaktion.

Systemische Ursachen: Im Rahmen der Corona Virusinfektion kommt es wie bei allen systemischen Entzündungen zu Dysbalancen und Betonung von Triggerfaktoren von Herzrhythmusstörungen. Zu den häufigsten Auslösern von Herzrhythmusstörungen gehören:

  • Fieber
  • Störungen im Elektrolythaushalt
  • vermehrte Aktivität des sympathischen Nervensystems
  • systemischer Sauerstoffmangel bei schweren Infektverläufen

Folglich können wir uns im Rahmen der Corona Virusinfektion vorstellen, dass bei Menschen mit vorbestehenden Herzrhythmusstörungen diese an Intensität und Häufigkeit zunehmen können. Demgegenüber kann es bei Menschen ohne bislang bekannte Herzrhythmusstörungen zum erstmaligen Auftreten von Herzrhythmusstörungen kommen.

COVID-19 – nicht-entzündliche Mechanismen von Herzrhythmusstörungen

Neben den genannten entzündlichen Faktoren, die Herzrhythmusstörungen begünstigen, haben aber auch Faktoren, die mit der Quarantäne zusammenhängen, auslösenden Charakter für Rhythmusstörungen, zum Beispiel:

  • Angstzustände
  • Depression
  • Bewegungsmangel
  • Blutdruckschwankungen
  • unterbewußter Stress mit neuro-vegetativer Dysbalance

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen – welche treten auf?

Herzrhythmusstörungen können sich grundsätzlich wie folgt äußern:

  • zu langsamer Herzschlag, das heißt < 50 Schläge/min
  • zu schneller Herzschlag, das heißt > 100 Schläge/min
  • unregelmäßiger Herzschlag

Die häufigste Herzrhythmusstörung während der COVID-19 ist eine Sinustachykardie, d.h. eine Beschleunigung des normalen Herzrhythmus. Wenn Sie zum Beispiel normalerweise in Ruhe eine Herzfrequenz von 72 bpm mit regelmäßiger Schlagfolge haben, dann kann diese bedingt durch die Virusinfektion 108 bpm betragen, auch wenn Sie längere Zeit ruhig auf einem Stuhl gesessen haben. Wir kennen diesen beschleunigten Herzrhythmus übrigens regelhaft von den meisten fieberhaften Erkrankungen.

Darüber hinaus wird immer wieder eine Häufung von Extrasystolen aus Vor- und Hauptkammer bis hin zu Vorhofflimmern berichtet. Demgegenüber sind Bradykardien, d.h. ein zu langsamer Herzschlag oder gar kurze Phasen eines Herzstillstandes bei schwersten Infektverläufen nur vereinzelt vorgekommen.

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen selbst erkennen

Herzrhythmusstörungen werden mit dem EKG erfasst. Sie selbst können aber erste wertvolle Hinweise durch ein regelmäßiges Tasten des Pulses bekommen. Kurzum, Vorhofflimmern können Sie durch Tasten des Pulses ziemlich genau erkennen.

Weiterhin konnte in verschiedenen Studien eine Genauigkeit der patienteneigenen Analyse mit erstaunlichen 92 % festgestellt werden. Darüber hinaus  liegt die Genauigkeit beim 1-Kanal-EKG, die der Patient selber schreiben kann, noch höher. Hier ist zum Beispiel die App-basierte Analyse zu über 98% genau. Darüber hinaus liegt hier ein Vorteil, dass das aufgezeichnete EKG anschliessend vom Arzt bewertet werden kann.

COVID-19 – Vorhofflimmern selbst erkennen

Vorhofflimmern ist gekennzeichnet durch eine absolute Arrhythmie, d.h. die Herzschlagabfolge ist völlig chaotisch ohne erkennbare Regel. Zudem ist der Herzschlag, wenn keine Medikamente wie Betablocker eingenommen werden, häufig beschleunigt.

Puls auf Regelmäßigkeit tasten:

Normal = regelmäßig:

__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I

 

Einzelne elektrische Extrasystolen = regelmäßiger Grundrhythmus + mechanische Pausen:

__I__I__I_____I__I__I__I__I__I__I__I

 

Vorhofflimmern = absolute Unregelmäßigkeit („Morse-Code“):

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

COVID 19 – Herzrhythmusstörungen – wie gehe ich vor?

Kurz gesagt, einzelne Extrasystolen sind bei strukturell herzgesunden Menschen in der Regel als harmlos einzuordnen.

Demgegenüber liegt bei Vorhofflimmern ein individuell erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall vor, durchschnittlich ist das Risiko für einen Schlaganfall etwa 5-fach erhöht. Daher benötigen die meisten Menschen mit Vorhofflimmern eine zeitnahe medikamentöse blutverdünnende Therapie, um dieses Risiko zu minimieren.

Sollten Sie Anzeichen von Vorhofflimmern bei sich feststellen oder andere Herzrhythmusstörungen, die mit Symptomen wie Schwindel, Luftnot oder Enge auf der Brust einhergehen, dann suchen Sie zeitnah ärztliche Hilfe auf. Bei ansonsten stabilem Zustand ist die erste Anlaufstelle folgerichtig eine kardiologische Praxis. Schließlich können hier die Herzrhythmusstörungen mittels EKG dokumentiert und therapeutische Schritte eingeleitet werden.

Sollten Sie Zeichen der Herz-Kreislaufinstabilität haben, wie zum Beispiel:

  • Bewusstseinsstörungen
  • schwerste Atemnot
  • anhaltenden Brustschmerz mit Begleitsymptomen >10 Minuten

dann informieren Sie oder eine anwesende Person den notärztlichen Rettungsdienst unter 112.

Zögern Sie folglich nicht, auch nicht in Zeiten der Corona-Krise das medizinische System aufzusuchen. Zudem sind die gesundheitlichen Risiken es nicht zu tun höher als das Risiko sich bei diesem Besuch mit dem Coronavirus zu infizieren und schwer zu erkranken.

Seien Sie versichert, dass medizinische System tut alles, um Hygienestandards hoch zu halten und ein Infektionsrisiko zu minimieren. Halten Sie dabei die empfohlenen Maßnahmen ein: Handhygiene, Nasen-Mund-Maske und Abstand.

 

Literatur

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COVID-19 – Herz bei Corona Virusinfektion 

Im Gegensatz zur COVID-19 Lunge wird das COVID-19 Herz aktuell noch unterschätzt. Die ersten Fälle der Corona Virusinfektion (COVID-19) wurden im Dezember 2019 aus Wuhan, China, gemeldet. Überdies hat sich das Virus rasch in der ganzen Welt ausgebreitet. Der Erreger wurde als neuartiges Coronavirus identifiziert und als schweres akutes respiratorisches Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) bezeichnet.

Demzufolge stehen bisher bei COVID-19 vor allem die Atemwegs- und Lungensymptome im Vordergrund, doch SARS-CoV-2 greift offenbar auch das Herz an, wie Studien aus China nahelegen. Bei manchen Patienten zeigte sich eine SARS-CoV-2-Infektion sogar zuerst durch kardiovaskuläre Symptome wie Herzklopfen und Engegefühl in der Brust statt durch Fieber oder Husten.

Risikogruppe für COVID-19-Infektion

Wir wissen inzwischen aus Studien, dass ältere Menschen und Patienten mit kardio-vaskulären Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzinsuffizienz, koronarer Herzerkrankung und auch bestimmte Krebserkrankungen oder Störungen der Hirndurchblutung das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen.

Die Infektion mit SARS-CoV-2 kann jedoch auch Ihr Herz schädigen und zwar unabhängig von einer vorliegenden Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Herzschädigung bei COVID-19: Troponin als Indikator

Schliesslich wurde eine Herzschädigung in China bei vielen Patienten bereits bei der Krankenhausaufnahme beobachtet. Folglich war das Risiko für einen tödlichen Ausgang deutlich erhöht.

Eine Untersuchung konnte bei 416 an COVID-19-erkrankten Patienten eindrucksvoll zeigen, dass bereits zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme im Krankenhaus bei jedem 5. ein erhöhtes Troponin und folglich eine Herzschädigung vorliegt. Troponin ist ein Eiweißstoff, der nur im Herzmuskel vorkommt und der wichtigste Blutwert zum Nachweis einer Herzmuskelschädigung.

Auffällig ist, dass die Patienten mit den erhöhten Troponin-Werten häufiger an kardio-vaskulären Vorerkrankungen, aber auch an Krebs oder einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) litten. Überdies sind auch chronische Nierenerkrankungen deutlich häufiger.

Die Patienten mit Troponinerhöhung haben ein signifikant höheres Risiko an COVID-19 zu versterben – bei ihnen waren es die Hälfte (51,2%), während von den Patienten ohne erhöhte Troponin-Werte nur 4,5% starben. Anders ausgedrückt, ein erhöhter Troponinspiegel bedeutet eine höhere Sterblichkeit.

COVID-19 – Herz – Herzschädigung mit schlechter Prognose

Weiterhin zeigen Patienten mit Herzschäden einen besonders schweren akuten Krankheitsverlauf mit höheren Entzündungswerten (C-reaktives Protein, kurz CRP), höheren Markern einer Herzinsuffizienz (NT-proBNP) und Niereninsuffizienz (Kreatinin).

Folglich ist in dieser Patientengruppe auch der Anteil der notwendigen maschinellen Beatmung deutlich höher. Dementsprechend könnten uns die sogenannten Biomarker (Troponin, NT-proBNP) speziell bei Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Vorerkrankung im Fall einer COVID-19-Infektion eine Risikostratifizierung geben. Mit anderen Worten: je höher auch die anderen Biomarker bei Aufnahme, desto schlechter die Prognose mit höherer Sterblichkeit.

Die erhöhte Sterblichkeit von COVID-19-erkrankten Patienten mit Indikatoren für einen Herzmuskelschaden konnte ebenfalls in einer weiteren Studie mit 187 Patienten aus Wuhan bestätigt werden. Sie ermittelte eine Sterblichkeit von 59,6% bei Personen mit erhöhten Troponinwerten im Vergleich zu 8,9% bei denjenigen mit normalen Troponin-Spiegeln.

Dabei werdender höchsten Mortalitätsraten bei Patienten mit kardio-vaskulären Vorerkrankungen beobachtet (69,4%). Bemerkenswerterweise sind aber auch die Mortalitätsraten bei denen erheblich, die erhöhte Troponinwerte ohne solche Vorerkrankungen haben (37,5%). Im Gegensatz dazu hatten Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen ohne erhöhte Troponinspiegel eine relativ günstige, aber immer noch besorgniserregende Prognose (Mortalität von 13,3%).

Mögliche Ursachen der Herzschädigung durch SARS-CoV-2

Noch ist nicht klar, welche konkreten Mechanismen und Zusammenhänge hinter der Herzschädigung stehen. Demgemäß vorstellbar ist zum einen eine Herzschädigung durch eine direkte Virusinfektion, auch in Abwesenheit einer vorbestehenden Herzerkrankung, oder indirekt durch die von der Infektion ausgelösten entzündlich-immunologischen Prozesse.

COVID-19 – Herz – Herzschädigung durch Viren im Herzmuskel

Genauso wie von Viren, die mit dem aktuellen Coronavirus eng verwandt sind, wie zum Beispiel SARS-CoV und MERS-CoV, sind auch bei SARS-CoV-2 schon Fälle von akuten Herzschädigungen bekannt. Bei berichteten Forscher aus Italien auch aktuell von dem Fall einer 53-jährigen gesunden Frau, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert hatte und zunächst die typischen Symptome mit trockenem Husten und Fieber entwickelte.

Aufgrund einer zunehmenden Schwäche mit Kreislaufproblemen wurde die Patientin eine Woche später im Krankenhaus aufgenommen. Bei Aufnahme fielen erhöhte Troponinwerte auf, die nach unauffälliger Herzkatheter-Untersuchung auf eine akute Myokarditis (Herzmuskelentzündung) zurückzuführen waren. Neben einer medikamentösen Herzinsuffizienz-Therapie konnte die Kortisongabe den Zustand der Patientin rasch verbessern.

COVID-19 – Zytokinsturm: Immunsystem außer Kontrolle

Auf jeden Fall ist der sogenannte Zytokinsturm ein indirekter Mechanismus, der für eine Herzschädigung durch eine Corona Virusinfektion in Frage kommt. Intensivmediziner beobachten vor allen Dingen in der späten Phase der Infektion eine Überreaktion des Immunsystems.

Zytokine können Sie sich vereinfacht als körpereigene Botenstoffe, die von Zellen des Immunsystems (Lymphozyten und Makrophagen) produziert werden, vorstellen. Sie übermitteln Informationen zwischen den Zellen des Immunsystems und spielen so eine große Rolle bei der Steuerung der körpereigenen Abwehr. Vermutlich gerät das Immunsystem bei der Bekämpfung der Virusinfektion so außer Kontrolle.  Folglich werden übermäßige Mengen an Zytokinen angestoßen  und somit ausgedehnte Gefäß- und Gewebeschäden an der Lunge und am Herzen verursacht.

In diesem Sinne wäre es vorstellbar, dass die Entzündungsreaktion des Körpers neben einer Herzmuskelentzündung folglich auch Gefäßveränderungen an den Herzkranzgefäßen mit Plaque-Instabilität und Mikrothromben verursacht, was zu einem gehäuften Auftreten von Herzinfarkten führen könnte.

Darüber hinaus kann ein veränderter Stoffwechsel im Rahmen der Infektion eine weitere mögliche Ursache für Durchblutungsstörungen des Herzens sein. Wie Sie wissen, erhöht Fieber den Stoffwechsel und erhöht damit auch den Sauerstoffbedarf des Herzens. Gleichzeitig ist jedoch durch die COVID-19-Infektion der Lunge das Sauerstoff-Angebot reduziert und somit kann der Sauerstoff-Mangel ebenfalls zu Durchblutungsstörungen und Herzschäden (siehe Myokardinfarkt Typ 2) sowie Herzrhythmusstörungen führen.

Haben Patienten bereits ein vorgeschädigtes Herz, etwa eine Insuffizienz, kann eine SARS-CoV-2-Infektion dementsprechend rasch ihren Zustand verschlechtern und zum Tod führen.

COVID-19 – Herz – vermehrte Wachsamkeit bei Herz-Kreislaufsymptomen

Für die Betreuung von Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen ergeben sich hier folglich Konsequenzen, die wir in eine akute und in eine chronische Phase trennen können.

Akute Phase. In Anbetracht der frühen Herzbeteiligung können folgerichtig Herz-Kreislaufsymptome frühe Zeichen einer COVID-19 Virusinfektion sein. Daher müssen wir bei Symptomen wie Brustdruck, Herzstolpern und auch bei Luftnot an eine Herzbeteiligung denken. Folglich müssen wir als Kardiologen und Kardiologinnen in solchen Fällen frühzeitiger den sogenannte Troponin-Test zum Nachweis einer Herzmuskelschädigung einsetzen. In der Tat können Risikopatienten so frühzeitiger erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Chronische Phase. Noch nicht abschätzbar, aber wahrscheinlich ist, dass nach überstandener COVID-19 Virusinfektion insgesamt die Zahl der Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz zunehmen wird. Auch hier werden wir im Zweifel frühzeitiger ein EKG und einen Herzultraschall durchführen müssen, um dann gegebenenfalls eine Herz-entlastende medikamentöse Therapie einzuleiten.

 

Literatur

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COMT & MAO - Blutdruck, Herzrasen, Angst, Depression

Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Serotonin: Modulation durch COMT, MAO, Östrogen und Testosteron

Zu uns in die Cardiopraxis kommen täglich Menschen mit vielfältigen Symptomen, z.B. mit Herzrasen, Benommenheit bis hin zu Bewusstseinsverlust, schwankendem Blutdruck und Brustdruck. Diese Herz-Kreislaufsymptome sind häufig nicht so sehr Ausdruck einer eigenständigen Herz-Kreislauferkrankung, sondern viel mehr ein Hinweis darauf, dass etwas mit dem Gleichgewicht Ihres autonomen Nervensystems nicht stimmt.

Diese Störungen sind auch mit Veränderungen des Befindens und Verhaltens verbunden, z.B. auf der einen Seite mit innerer Unruhe, kreisenden Gedanken und Angst bis hin zu Panikattacken und auf der anderen Seite mit Antriebsarmut, Leistungsschwäche und Abgeschlagenheit bis hin zu Depressionen.

So haben wir es in der Cardiopraxis nicht einfach nur mit Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen zu tun, sondern mit Menschen, die im Kontext kardio-vaskulärer Störungen gleichzeitig auch von ihrem Verhalten individuell unterschiedlich sind. Diese Symptomkomplexe sind häufig Ausdruck der individuellen genetischen Prädisposition für die Bewältigung von Stresssituationen.

Die Stressreaktion von Menschen wird wesentlich bestimmt durch die aktivierenden Neurotransmitter

  • Dopamin
  • Noradrenalin
  • Adrenalin
  • Serotonin

Therapeutisch betrachtet bedeutet dieses, dass sich mit einer gezielten Modulation nicht nur die kardio-vaskulären Symptome, wie Bluthochdruck und Herzrasen verringern lassen, sondern dass sich gleichzeitig auch Befinden und Leistungsfähigkeit verbessern. Eine zentrale Bedeutung haben die abbauenden Enzyme für aktivierende Neurotransmitter: COMT (Catechol-O-Methyltransferase) und MAO (Monoaminooxidase).

COMT & MAO - Blutdruck, Herzrasen, Angst, Depression

“Fight-or-Flight”-Mechanismus – Grundlage für Stressreaktionen

Wenn wir uns mit aktivierenden Neurotransmittern beschäftigen, dann müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin sowohl bei Tieren als auch bei Menschen die schnelle Reaktion auf bedrohlichen Stress vermitteln.

Evolutionsbiologisch ist dieses schnelle Reaktionsverhalten für die Bewältigung einer physischen Bedrohung, z.B. einen körperlichen Angriff vorgesehen. Das Lebewesen muss dann sehr schnell entscheiden: Gegenangriff oder Flucht. Wir nennen diese schnelle, reflexartige Reaktion auch den “Fight-or-Flight”-Mechanismus. Diese Muster sind so tief in unserem unbewussten Verhalten verankert, dass wir sie nur begrenzt willkürlich steuern können.

Bei Menschen ist der “Fight-or-Flight”-Mechanismus die erste von 3 Stufen des allgemeinen Adaptationssyndroms bei Stress. Problematisch ist hierbei, dass diese Muster, die evolutionsbiologisch in erster Linie auf das Überleben bei körperlicher Bedrohung von außen ausgerichtet sind, auch in anderen nicht-lebensbedrohlichen Lebenssituationen aktiviert werden. Das hat dann häufig überschießendes und inadäquates Verhalten zur Folge haben, so z.B. im Straßenverkehr oder bei anderen sozialen Auseinandersetzungen. Kurzum, unser Reaktionssystem auf äußere Reize ist vor dem Hintergrund der zivilisatorischen Weiterentwicklung zu undifferenziert.

So bestimmen die Signal- und Stoffwechselwege der aktivierenden Neurotransmitter nicht nur unsere schnelle Reaktion in physischen Gefahrensituationen, sondern fundamental auch wesentlich andere Aspekte unseres Alltagsverhaltens, so z.B.

  • Wachheitszustand
  • Konzentrationsfähigkeit
  • körperliche und geistige Reaktionsgeschwindigkeit
  • Aggressionsverhalten
  • Sozialverhalten
  • Stimmung, Glück- und Zufriedenheit

In Verbindung mit den Hormonen Östrogen und Testosteron bestimmen die aktivierenden Neurotransmitter so zwischen 30-60% unserer Verhaltensweisen im Alltag. Allerdings gibt es bei der Stressreaktion zwischen den Menschen genetische Unterschiede.

Genetik von COMT und MAO – unterschiedliche Abbaugeschwindigkeiten von Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin

Die Catechol-O-Methyltransferase und die Monoaminooxidase, kurz COMT und MAO genannt sind die wichtigsten Enzyme beim Abbau von aktivierenden Neurotransmittern. Durch minimale genetische Veränderungen kann die Abbaugeschwindigkeit sich individuell von Mensch-zu-Mensch deutlich unterscheiden. Grundsätzlich kennen wir:

  • Low-COMT bzw. -MAO = langsamer Abbau
  • Intermediate-COMT bzw. -MAO = mittel-schneller Abbau
  • High-COMT bzw. -MAO = schneller Abbau

COMT, MAO und menschliches Verhalten

Die wissenschaftliche Literatur beschreibt fast ausschließlich Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Stoffwechselformen und menschlichem Verhalten bzw. psychiatrischen Erkrankungen. Dabei sind die Befunde z.T. nicht eindeutig, was nicht zuletzt daran liegt, dass auch Umweltfaktoren und damit auch die individuelle Biografie einen Einfluss auf Verhaltensmerkmale haben.

Nichtsdestotrotz ist es so, dass unsere individuellen genetischen Voraussetzungen jeweils eine fundamentale Voraussetzung zur unterschiedlichen Bewältigung unseres Alltags darstellen. Alleine schon der Zusammenhang zwischen den individuellen Voraussetzungen von Stressreaktionen und den Symptomen einer Stressreaktion, wie z.B. der Erhöhung von Herzfrequenz, Blutdruck und Blutfluss ist offensichtlich, da diese Mechanismen zu den Gesetzmäßigkeiten der Biologie von höheren Lebewesen gehören.

Auf der Grundlage der wissenschaftlichen Literatur berichten wir nachfolgend auch wesentlich über unsere eigenen inzwischen umfangreichen Erfahrungen bei der Bestimmung der Genpolymorphismen von COMT und MAO. Bitte berücksichtigen Sie, dass die Genetik des Neurotransmitterstoffwechsel einen Menschen nicht alleine erklären kann, sie bietet hier nur eine, wenn auch sehr wertvolle Orientierung.

Low-COMT – langsamer Abbau von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin

Menschen mit einer Low-COMT-Stoffwechsellage sind zunächst einmal im positiven Sinne besonders schwingungsfähig, was gerade bei Frauen mit einem normalen Ovarialzyklus in der ersten Zyklushälfte verstärkt ist. Sie sind freundlich, interagieren sozial stärker und sind eher glücklich, was nicht zuletzt erhöhten Dopaminspiegeln zuzuschreiben ist. Menschen mit Low-COMT sind häufig auch besonders kreativ.

Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass eine zu starke Ausprägung dieser Eigenschaft, z.B. als Folge eines erhöhten Östrogenspiegel sowohl bei der Frau (Hormontherapie, Übergewicht) als auch beim Mann (Übergewicht) negative Folgen haben kann. Das kann mit innerer Unruhe, kreisenden Gedanken und Angstgefühlen bis hin zu Panikattacken verbunden sein. Menschen mit Low-COMT-Konstellation sind typischerweise die Menschen, die sich eher Sorgen, nicht nur um sich, sondern auch um anderen Menschen machen. Diese Verhaltenskonstellation ist dann häufig mit Blutdruckschwankungen und schnellem Herzschlag verbunden. Auch Ohnmachtsanfälle können auftreten.

Ein deutlicher Hinweis auf eine Low-COMT Genetik bei der Befragung ist der Umstand, dass sich diese Menschen nach Ausdauersport ausgesprochen wohl und entspannt fühlen. Das entspricht voll und ganz der Physiologie des Menschen, weil durch Sport Neurotransmitter, und in diesem Fall Überschüsse abgebaut werden.

High-COMT – schneller Abbau von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin

Menschen mit High-COMT-Stoffwechsel sind in der Regel weniger schwingungsfähig. Das bedeutet im positiven Sinn, dass sie nicht so stark von Emotionen beeinflusst sind. Sie sind sachlicher und behalten auch in kritischen Lebenssituationen den Überblick, was durchaus ein großer Vorteil sein kann. Die Ursache für diese Verhaltensmuster ist, dass aktivierende Neurotransmitter, wie z.B. auch Noradrenalin und Adrenalin bei diesen Menschen schneller abgebaut werden.

Die High-MAO-Konstellation kann auch Probleme machen. So können Antrieb und Leistungsfähigkeit im Sinne eines echten biochemischen Burn-outs gestört sein. Wir sehen das besonders häufig bei Menschen mit zusätzlichem ausgeprägtem Mangel an Vitamin D. Bei Vitamin D Mangel, weil hier die Bildung von L-Dopa, dem Vorläuferhormon von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin kritisch verringert sein kann. Dieses kann sogar soweit führen, dass bei jüngeren Menschen fälschlicherweise ein Aufmerksamkeits-Defizit-Störung diagnostiziert wird.

Die High-COMT-Stoffwechsellage ist gerade bei jungen Männern mit dem Bedürfnis nach Risikosituationen, z.B. durch Fahrverhalten oder Extremsportarten, dem sog. verbundenen “Adrenalin-Kick” verbunden. Ein Umstand, der wesentlich dazu beiträgt, ist der ansteigende Testosteronspiegel in frühen Lebensjahren, denn Testosteron beschleunigt den Abbau von aktivierenden Neurotransmittern noch zusätzlich.

Da aktivierende Neurotransmitter eine Stoffwechsel-aktivierende Funktion haben, kann die High-COMT-Stoffwechsellage mit herabgesetztem Blutfluss im Sinne einer körperlichen Reaktion zur Konservierung von Körperwärme verbunden sein, was wiederum die Leistungsfähigkeit einschränkt. Kommen ausgleichende Mechanismen zur Wärmebildung im Sinne einer Stressreaktion hinzu, dann kann der Blutdruck steigen.

Low-MAO – langsamer Abbau von Serotonin

Menschen mit Low-MAO-Stoffwechsel sind im positiven Sinn des Wortes häufig reizbarer. Sie bemerken Dinge schneller und früher als andere Menschen. Dies ist nicht selten mit einer hohen geistigen Beweglichkeit und Kreativität verbunden.

Die Low-MAO-Konstellation kann auch negative Folgen der sinnlichen Überreizung haben, z.B. durch visuelle, akustische, taktile Einflüsse aber auch durch soziale Interaktionen. Gerade in unserer modernen Welt, die im Gegensatz zur Welt unserer Vorfahren, stark mit Reizen überladen ist, hat es der Mensch mit Low-MAO-Stoffwechsel schwerer als andere Menschen. Wenn Sie so wollen, dann ist der wachsame und reaktionsfreudige Low-MAO Mensch optimal für das Leben in einem an sich reizarmen Umfeld mit drohenden eher seltenen Gefahren, z.B. in einem Wald oder der Savanne geeignet.

Menschen mit Low-MAO reagieren im Alltag häufiger angespannt, ungeduldig und gereizt. Nicht selten versuchen sie Spannung, z.B. durch einen Power-Nap abzubauen oder ziehen sich sozial sogar zurück. Da Menschen mit Low-MAO eine sog. kurze Zündschnur haben, reagieren sie häufig bevor sie denken. Diese Impulsivität kann in Verbindung mit einer Überreizung ein gestörtes Sozialverhalten zur Folge haben.

Gerade der Zusammenhang zwischen Low-MAO-Genetik und Verhalten deutet darauf hin wie wichtig soziale Einflüsse sind. Die Dunedin-Studie hat bei Männern mit Low-MAO gezeigt, dass die Ausprägung von gewalttätigem Verhalten im Erwachsenenalter entscheidend davon abhängt, ob die Männer als Kinder misshandelt wurden oder nicht.

High-MAO – schneller Abbau von Serotonin

Menschen mit High-MAO-Stoffwechsel sind eher ruhige Menschen. Sie lassen sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen und sind daher im direkten sozialen Umgang umgänglich. Im Gegensatz zu den Low-MAO-Typen sind sie so bedächtiger, was auch mit einer sog. langen Zündschnur verbunden sein kann.

Bei der High-MAO-Konstellation besteht ein erhöhtes Risiko für depressive Verstimmungen bis hin zu Depressionen. Wir beobachten das vor allen Dingen in Kombination mit dem High-COMT-Stoffwechsel, also dann, wenn auch andere aktivierende Neurotransmitter verstärkt abgebaut werden.

Östrogen hemmt die Bildung von MAO (und COMT), so dass gerade bei Frauen um den Beginn der Menopause und den damit verbundenen rückläufigen Östrogenspiegel, MAO vermehrt gebildet wird. Das kann bei Frauen mit High-MAO das Risiko für Depressionen erhöhen.

COMT & MAO - Blutdruck, Herzrasen, Angst, DepressionKombinationen von COMT und MAO

Aus den oben genannten Stoffwechselwegen, Low, Intermediate und High können für COMT und MAO verschiedene Kombinationen gebildet werden. Die hieraus entstehenden 9 Möglichkeiten alleine erklären schon eine Heterogenität im Verhalten, ganz zu schweigen vom Einfluss der Hormone und der Ernährung.

Gerade Menschen mit extremen Kombinationen, d.h. mit “Low-COMT+Low-MAO” bzw. Mit “High-COMT+High MAO” sind aus unserer Sicht deutlich für Angstzustände bzw. Depression gefährdet. Sie bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit und müssen auf Maßnahmen der Vorbeugung hingewiesen werden.

Diagnostik, Beratung und Neurotransmitter

Die Genpolymorphismen von COMT und MAO können zuverlässig mittels Blutuntersuchung bestimmt werden. Dabei müssen immer auch die Hormone Östrogen und Testosteron sowie epigenetische Faktoren zur Bildung von COMT und MAO sowie die Ko-Faktoren des Neurotransmitterstoffwechsels im Blut gemessen werden. Eine isolierte Bestimmung von COMT und MAO ist immer unvollständig und ist daher in unseren Augen sinnlos.

Folglich können wir auf der Grundlage einer vollständigen Labordiagnostik individuelle Empfehlungen aussprechen. Durch die gezielte Modulation sei es durch Modifikation des Lebensstils, Anpassung von Medikamenten und individuellen Hinweisen zum Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln verbessern wir so nicht nur die Herz-Kreislaufgesundheit des individuellen Menschen. Wir können so auch gleichzeitig helfen das emotionale Befinden auszubalancieren.

Unser Ziel ist es Ihnen zu helfen ein gesünderes und selbstbestimmteres Leben zu führen. Wir können dieses nicht immer alleine tun, sondern stehen hier betreuenden Urologen, Frauenärztinnen und Psychiatern beratend zur Seite.

Nicht zuletzt ist es das fundamentale “Erkenne Dich selbst” durch das Verstehen der eigenen Biologie, welches Ihnen häufig hilft, besser mit sich und Ihrem Umfeld zurechtzukommen. Sie verstehen einfach besser, warum Sie in bestimmten Situationen anders reagieren als andere Menschen und lernen so besser mit sich selber und anderen Menschen versöhnlich umzugehen. Auch finden Sie über die Kenntnis Ihrer eigenen Neurotransmittergenetik besser zu Wegen, wie Sie Ihr Verhalten verändern können.

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Literatur

 

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COVID-19 – Corona-Lungenentzündung als kritische Erkrankung

Die Corona-Lungenentzündung  mit Versagen der Atemfunktionist Hauptkomplikation der COVID-19 Virusinfektion. Das führt bei ca. 5% aller Fälle zur Notwendigkeit der künstlichen Beatmung auf einer Intensivstation, wobei die Beatmung in der Regel 1-2 Wochen dauert.

Die Lungenentzündung, die Viruspneumonie ist auch die Haupttodesursache der COVID-19 Virusinfektion. Vorausgesetzt es sind genügend Beatmungsplätze auf den Intensivstationen vorhanden, liegt die Gesamtsterblichkeit der COVID-19 Infektion bei 2-3%. Entsteht ein Engpass, weil alle Beatmungsplätze belegt sind, dann kann die Sterblichkeit um ein Vielfaches steigen.

Auf der anderen Seite ist aber auch so, dass bei 85% der Menschen die COVID-19 Virusinfektion nur mit Symptomen einhergeht, die gut zu Hause behandelt werden können. Das sind die sog. leichten- bis mittelschweren Verläufe.

Nun stellen wir uns natürlich die Frage, warum bei einigen Menschen schwere und bei anderen Menschen leicht- bis mittelschwere Verläufe auftreten. Hier kennen wir schon einige individuelle Risikofaktoren, wie. z.B.  Alter, Diabetes mellitus und Bluthochdruck.

Eine Antwort, warum es zu unterschiedlich schweren Verläufen kommt, kann sicherlich zu mindestens teilweise sein, dass es nicht nur wichtig ist, dass wir uns überhaupt, sondern auch wie wir uns infizieren.

Wir gehen davon aus, dass je schneller die immunologische Barriere im Mund-Rachenraum mit einer hohen Viruslast in Richtung Lunge überwunden wird, desto schwerer der Verlauf einer COVID-19 Virusinfektion.

COVID-19 – Wie gelangt das Corona-Virus in den Körper?

Die Eintrittspforten für das COVID-19 sind

  • Augen
  • Nase
  • Mund
  • Verletzungsstellen an den Händen

Der Eintritt über kleinere Verletzungen ist quantitativ wahrscheinlich von untergeordneter Bedeutung. Die Haupteintrittspforte ist der Mund. In den Mund gelangt das Virus im Wesentlichen über 3 Mechanismen:

  • Tröpfcheninfektion
  • Aerosolinfektion
  • Hand-Gesichts-Kontakt

COVID-19 – Infektion mit Corona Virus ist häufig eine Tröpfcheninfektion

Die COVID-19 Virusinfektion ist in erster Linie eine sog. Tröpfcheninfektion, d.h. Viren werden durch Tröpfchen, die beim Atmen, Husten oder Niesen in der Luft verteilt, wo sie dann über die typischen Eintrittspforten in den Körper eines anderen Menschen gelangen. Tröpfcheninfektion bedeutet hier, dass das Virus sich im ausgeworfenen Tropfen befindet und dort verbleibt, wo der Tropfen landet, sei es z.B. auf dem Fußboden oder dem Gesicht eines anderen Menschen.

Je weiter der andere Mensch vom Infizierenden Abstand hält, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung; 2 Meter Abstand müssen hier mindestens eingehalten werden.

Corona Virusinfektion – Infektion über Aerosol besonders gefährlich für die Lunge

Die wissenschaftlichen Daten sind hier zwar noch nicht eindeutig, aber wir müssen davon ausgehen, dass das COVID-19 Virus im Alltag auch in Aerosolform vorkommt. Aerosol bedeutet, dass das Virus im Gegensatz zur Tröpfcheninfektion, für eine bestimmte Zeit in der Luft schwebt.

Viren in einem Aerosol gelangen im Gegensatz zu einem Bestandteil eines Tropfens wesentlich besser in direkt die Lunge. Viren in Aerosolen überwinden so die immunologische Barriere im Mund-Rachenraum wesentlich besser. Die immunologische Auseinandersetzung mit dem Virus findet dann schon frühzeitig in der Lunge statt, was auch mit einer frühen Zerstörung von Lungengewebe einhergeht.

Die Bedingung, die die Aerosolbildung vor allen Dingen begünstigt, ist die hohe Konzentration von Menschen in einem geschlossenen Raum. Wenige bzw. ein einzelner Virusträger kann hier genügen, um die Tröpfchendichte so stark zu erhöhen, dass ein Virusaerosol entsteht. Das gilt wahrscheinlich besonders bei körperlicher Aktivität auf engem Raum, z.B. beim Tanzen in einem Club (siehe Apres Ski in Ischgl).

Hand-Gesichts-Kontakt vermeiden

Bei diesem Infektionsweg gelangt das Virus in mehr oder geringer Konzentration zunächst auf die Hände. Das kann über Körperkontakt oder durch Berührung von Virus-kontaminierten Oberflächen geschehen.

Wenn dann die kontaminierte Hand das Gesicht berührt, dann gelangt das Virus meistens über den Mundraum in den Körper. Daher sind Maßnahmen der Handhygiene so wichtig und wir sollten während der laufenden Epidemie die Hände immer unter der Schulterhöhe halten.

Wie lange kann das COVID-19 Virus außerhalb eines biologischen Organismus überleben?

Das COVID-19 Virus kann außerhalb eines biologischen Wirtes, d.h. außerhalb eines Menschen oder eines Tieres für eine begrenzte Zeit überleben und folglich infektiös bleiben. Nach ersten wissenschaftlichen Daten beträgt die Überlebensdauer hier:

  • Aerosol bis zu 3 Stunden
  • Kupferoberflächen bis zu 4 Stunden
  • Karton bis zu 24 Stunden
  • Edelstahl 2-3 Tage
  • Plastik 2-3 Tage

COVID-19 Virus – über Mund und Nase in den Körper und wie geht es dann weiter?

Die COVID-19 Virusinfektion ist in der Regel eine sog. absteigende Infektion. Das heißt, dass die Viren sich im Zeitverlauf vom Eintrittsort im Bereich des Mundes bzw. der Nase zur Lunge hin ausbreiten.

Durch den Erstkontakt des Virus über die Nase bzw. den Mund dominieren gerade in den ersten Tagen Symptome im Bereich des oberen Verdauungstraktes und in den oberen Luftwegen, d.h. im Mund-Rachenraum bzw. im Kehlkopfbereich und in der Luftröhre. Entsprechend sind frühe Symptome ein geröteter Rachen und ein trockener unproduktiver Husten, d.h. ein Husten ohne übermäßige Schleimbildung.

Wir müssen wissen, dass gerade der Mund-Rachenraum eine starke immunologische Barriere darstellt. Dieses sind neben den sog. Mandeln zahlreiche Lymphknoten. Sie erfüllen eine lebenswichtige Wächterfunktion, denn jeden Tag werden wir mit infektiologischen Angreifern, vor allen Dingen Viren und Bakterien konfrontiert.

Durch den Kontakt des Virus mit den Lymphknoten beginnt die immunologische Antwort Ihres Körpers auf die COVID-19 Infektion, was nach einem Zeitraum von ca. 14 Tagen in der Regel einen ausreichenden Antikörperspiegel und folglich auch einen Schutz vor COVID-19 Viren zur Folge hat. Diese spezifischen Antikörper wehren dann die Viren ab, kurzum sie machen sie unschädlich.

Primärziel bei der COVID-19 Virusepidemie

Das Primärziel bei der COVID-19 Virusepidemie ist es die Infektion so lange als möglich zu vermeiden. Dieses hat vor allen Dingen folgende Gründe:

  • Vermeidung von Überlastung Beatmungsplätze auf den Intensivstationen.
  • Zeitgewinn bis zur breiteren Anwendung von Antigentests (Virusnachweis) und Antikörpertests (immunologischer Schutz). Damit verbunden sind gezielteren Maßnahmen des Seuchenschutzes.
  • Zeitgewinn bis zur Entwicklung und Bewertung von spezifischen Therapiemaßnahmen zur Reduktion der Viruslast selbst (antiviral) und Verringerung einer überschießenden Immunantwort in der Akutphase.
  • Zeitgewinn bis zur Entwicklung einer Prophylaxe (Impfstoff)

Sekundärärziel bei der COVID-19 Virusepidemie

Neben dem Primärziel, d.h. dass wir gar keinen Kontakt mit dem Virus haben sollten, lässt sich unter Berücksichtigung des Infektionsweges ein sinnvolles Sekundärziel formulieren.

  • Konzentration des Virus im Körper bei Erstkontakt möglichst gering halten.
  • Viruslast in der Lunge bzw. im Magen-Darmtrakt so lange als möglich gering halten.

Bei dem Sekundärziel gilt es bei Kontakt mit Virusträgern die Konzentration des Virus in unserem Körper möglichst gering und am Ort der optimalen Infektabwehr im Mund-Rachenraum zu halten. Wir müssen dem Körper Zeit geben immunologisch auf das Virus zu reagieren. Dabei müssen wir so weit als möglich vermeiden, dass das Virus früh in die Lunge gelangt und dort mit der Schädigung des Lungengewebes beginnt.

Darüber hinaus müssen wir den frühzeitigen Eintritt des Virus in den Darmtrakt verhindern. Auch bei Menschen, die zu Beginn Darmsymptome hatten, sind besonders schwere Krankheitsverläufe der COVID-19 Virusinfektion berichtet worden. Inwieweit Protonenpumpenhemmer zur Reduktion der Magensäure, die ja auch selber einen infektiologischen Schutz darstellt, hier eine schädliche Rolle spielt, ist spekulativ, aber aus unserer Sicht wahrscheinlich. Überwindet das Virus den Magen, dann kann es sich leichter über den Darm im Körper ausbreiten. Folglich raten wir Menschen soweit als möglich dazu auf Medikamente zur Reduktion der Magensäure, vor allen Dingen auf sog. Protonenpumpenhemmer zu verzichten.

 Corona-Lungenentzündung

Corona-Lungenentzündung – die Pneumonie bei COVID-19 Virusinfektion

Die Pneumonie bei der COVID-19 Virusinfektion führt relativ spät zu Symptomen. Das hat 2 wesentliche Gründe.

Absteigende Infektionsausbreitung. Der eine Grund ist, wie bereits angesprochen der typischerweise absteigende Charakter der Virusinfektion vom Mund-Rachenraum bzw. von den oberen Atemwegen in die Lunge.

Atypischer Charakter der Pneumonie. Der andere Grund ist, dass es bei der COVID-19 Viruspneumonie noch vor Ausprägung der Atemnot in der Regel deutliche, z.T. schwere radiologische Veränderungen im Röntgen-Thorax und im Thorax-CT nachgewiesen werden können. Es besteht also ein Missverhältnis zwischen Symptomen und Strukturveränderungen der Lunge. Vom Erscheinungsbild ähnelt die COVID-19 Viruspneumonie somit einer sog. atypischen Pneumonie.

Die atypische Pneumonie ist dadurch gekennzeichnet, dass vor allen Dingen das Lungengerüst mit den Bereichen zur Aufnahme bzw. Abgabe von Sauerstoff bzw. Kohledioxid gestört ist. Die Transitstrecke zwischen Gasaustauschfläche und Blutgefäßen wird durch entzündliche Veränderungen verbreitert und der Gasaustausch folglich erschwert. Bei nur geringer körperlicher Aktivität hat das nicht unbedingt Symptome zur Folge. Wir sehen dann auch Menschen, die einen Sauerstoffsättigung des Blutes von 80% (normal 92-96%) haben, ohne dass sie sich zunächst beeinträchtigt fühlen.

Die typische Pneumonie, meistens eine bakterielle Pneumonie hingegen ist bereits in der Frühphase dadurch charakterisiert, dass sich die lufthaltigen Bereiche der Lunge, Lungenbläschen oder auch Alveolen genannt mit entzündlicher Flüssigkeit füllen. Folglich wird aus einer gesunden Lunge, eine schwere Lunge und die Atemarbeit steigt frühzeitig an. Sie können sich das so vorstellen, dass aus einem trockenen leichten Schwamm ein nasser schwerer Schwamm wird.

Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Lunge bei COVID-19 Virusepidemie

Zum Schutz der Atemwege und der Lunge gibt es verschiedene sinnvolle Maßnahmen.

  • Nasen-Einatmung – Mund-Ausatmung
  • Konzentration von Menschen auf engem Raum vermeiden
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften
  • Mundschutz bei Verlassen des Hauses

Atmung optimieren

Durch die Einatmung durch die Nase wird der Atemwiderstand erhöht und die potentiell Virus-haltige Atemluft wird bei der Einatmung durch die Nase im Vergleich zum Mund frühzeitiger mit dem Immunsystems des Rachens in Kontakt gebracht. Die Ausatmung durch den Mund ermöglicht eine möglichst komplette Entleerung Luftwege und hat damit in gewisser Weise einen Auswascheffekt.

Konzentration von Menschen auf engem Raum vermeiden

Die selbstverständlichste und wichtigste Regel ist die Einhaltung eines Abstandes zwischen Menschen von mindestens 2 Meter. So wird das Risiko für eine Tröpfcheninfektion deutlich verringert.

Corona Luftqualität – Räume lüften

Die Viruslast in einem Raum kann durch regelmäßiges Lüften deutlich gesenkt werden. Die Qualität, und damit die Viruslast der Raumlauft kann über den Gehalt an CO2 bewertet werden. In der Raumluft beträgt die Konzentration 350 ppm, in der normalen Ausatemluft ca. 40.000 ppm. Eine Raumluft von < 1.000 ppm gilt als unbedenklich. Hat eine Person in einem Raum mit 30 Menschen eine Virusgrippe, dann beträgt die Ansteckungsrate innerhalb von 4 Stunden bei entsprechenden CO2-Messungen bei:

  • 1.000 ppm 5/29 = 17,2%
  • 2.000 ppm 12/29 = 51,4%
  • 3.000 ppm 15,29 = 51,7%

Diese Zahlen, die sich sicherlich auf die Verhältnisse von COVID-19 übertragen lassen, veranschaulichen, wie wichtig neben der Verringerung der Konzentration von Menschen auch das Lüften von geschlossenen Räumen ist.

Zur Veranschaulichung: bei einem Kubikmeter Luft, d.h. einem Würfel mit einer Kantenlänge von 1x1x1 m entsprechen 1.000 ppm einem Anteil von 10x10x10 cm.

Optimal zur Bestimmung der Qualität der Raumluft ist ein CO2-Messgerät, welches Sie z.B. im Baumarkt (noch) besorgen können. Wir halten die Anschaffung für Betriebe, die weiter arbeiten müssen für sinnvoll.

 

 Corona-Lungenentzündung – Mundschutz oder Maske außerhalb des Hauses tragen

Wir unterscheiden beim Mundschutz grundsätzlich den Selbstschutz und den Fremdschutz.

Zusammengefasst lässt sich festhalten:

  • bei gesunden ist JEDER Mundschutz ist besser als keiner
  • infizierte Menschen müssen einen normalen Mundschutz tragen. FFP2- und FFP3-Masken dürfen von symptomatischen bzw. sicher infizierten Menschen NICHT getragen werden

 Corona-Lungenentzündung

Corona – Atemschutzmaske FFP2 und FFP3 relevant als Infektionsschutz zum Selbstschutz

Die bekannten FFP2- und FFP3-Masken (Filtering Face Piece Level 2/3) schützen den Träger mit einer Sicherheit von ca. 99% vor der Inhalation von Viren. Sie weisen bei der Ein- und Ausatmung spezifische Eigenarten auf.

Einatmung. FFP2- und FFP3-Atemschutzmasken stellen einen spürbar er höhten Atemwegswiderstand bei der Einatmung gerade für Lungenerkrankte dar. Die vermehrte Atemarbeit kann so zu einer schnelleren Erschöpfung mit der Notwenigkeit einer maschinellen Beatmung führen.

Ausatmung. Bei Atemschutzmasken erfolg die Ausatmung durch zwar durch das Ventil, Allerdings mit deutlich niedrigerem Atemwegswiderstand als bei der Einatmung. Ist der Träger der Maske virusinfiziert, dann weist die Ausatemluft durch diese Masken eine stark konzentrierte hohe Viruslast auf. Menschen, die Virusträger sind, dürfen daher eine solche Maske in der Gegenwart anderer Menschen nicht tragen. Ein Virusträger mit einer FFP2 bzw. FFP3-Maske ist ein Fremdgefährder.

Corona – Atemschutzmasken – Halb- und Vollmasken

Die FFP2 bzw. FFP3 werden auch in sog. Halb- oder Vollmasken in Filterkartuschen mit Schraubgewinde verbaut. Diese Masken aus Gummi oder Kautschuk zeichnen sich durch einen einen besseren Dichtungsausschluss aus als die gängigen Fliesmasken. Weiterhin halten die Filtersysteme zum Teil sehr lange.

 

 Corona-Lungenentzündung

Corona – Papiermasken und Stoffmasken relevanter Infektionsschutz für Fremdschutz und Selbstschutz

Der einfache Mundschutz aus Papier- bzw. Stoffmaterialien schützt nur unvollständig vor der inhalativen Aufnahme von COVID-19 Viren durch die Atmung. Allerdings gehen wir sicher davon aus, dass die Viruslast, d.h. die Konzentration des Virus bei der Einatmung durch diese Masken reduziert wird. Hier kommt das “wie” bei der Infektion zum Tragen: je länger die die Viruslast im Körper gering bleibt, desto mehr Zeit hat Ihr Immunsystem eine effiziente immunologische Antwort zu entwickeln und damit möglicherweise eine schwere Virusinfektion zu verhindern.

Erkrankte bzw. symptomatische Menschen müssen einen einfachen Mundschutz tragen.

Einmalartikel aus Papier sollten am Tage mehrmals gewechselt werden.

Allerdings werden uns die Versorgungsengpässe hier dazu zwingen auf nicht-optimal Lösungen zurückzugreifen. Festere Papiermasken, übrigens auch die FFP2 und FFP3-Masken können mittels feuchter Bürstenreinigung gereinigt und in die Sonne zum Trockenen gehängt werden. Die UV-Strahlung der Sonne unterstützt das Absterben des Virus. Ein System mit 1 personalisierten Maske pro Tageshälfte für 3 Tage, das bedeutet 6 Masken insgesamt erscheint praktikabel. So liegt eine Maske nach der Reinigung für 72 Stunden bis sie wieder getragen wird.

Stoffmasken müssen am Tag mindestens 2 Mal über 10 Minuten in kochendem Wasser ausgekocht werden. Sie sollten also immer einen Kochtopf spezielle zur Reinigung auf dem Herd stehen haben.

Zusammengefasst lässt sich festhalten:

  • bei gesunden ist JEDER Mundschutz ist besser als keiner
  • infizierte Menschen müssen einen normalen Mundschutz tragen. FFP2- und FFP3-Masken dürfen von symptomatischen bzw. sicher infizierten Menschen NICHT getragen werden

Sonderfall – infizierte Person im eigenen Haushalt

Ist eine Person im eigenen Haushalt infiziert bzw. besteht der Verdacht auf eine COVID-19 Virusinfektion, dann stehen alle Mitglieder dieses Haushaltes unter Quarantäne, da alle infiziert sein können. Auch in diesem Fall sollten die noch nicht symptomatischen Mitglieder des Haushaltes die oben genannten Schutzmaßnahmen zur Reduktion der Viruslast im eigenen Körper nutzen.

Infizierte Person. Die nachgewiesen infizierte bzw. potentiell infizierte symptomatische Person sollte im eigenen Haushalt immer einen einfachen Mundschutz tragen. Eine sog. FFP2 oder FFP3 Maske darf nicht getragen werden, weil durch diesen Maskentyp die Viruskonzentration in der Ausatmenluft konzentriert wird. Andere noch nicht infizierte Personen dürfen durch eine höhere Viruslast nicht zusätzlich gefährdet werden.

Ist ein medizinischer Mundschutz nicht vorhanden, dann können Hilfskonstruktionen, wie z.B. Halstücher verwendet werden. Stoffmasken bzw. Hilfskonstruktionen aus Stoff müssen mehrmals am Tag in kochendem Wasser für 10 Minuten ausgekocht werden.

Nicht-infizierte Person. So lange keine Symptome bestehen bzw. eine COVID-19 Virusinfektion nicht nachgewiesen ist, können diese Menschen zum Selbstschutz FFP2 und FFP3 Masken tragen. Alle Maßnahmen einschließlich Abstandsregeln und Handhygiene müssen eingehalten werden.

COVID-19 Virusepidemie – wachsam und informiert bleiben

Die Erkenntnisse und „Verhaltensweisen“ des Virus mehren sich bzw. werden nachvollziehbarer. Daher sind aus unserer Sicht fachliche Updates sehr wichtig. Heute ist der Wissensstand der letzten Woche schon wieder alt. Zum Glück erweitert sich das Wissen nun, so dass sich jetzt alle bisherigen Maßnahmen als die die richtigen erwiesen haben.

Informieren Sie sich regelmäßig zu neuen Erkenntnissen, z.B. auch beim Robert-Koch-Institut (RKI). Das RKI hat viel Kritik einstecken müssen, vielleicht zum Teil auch zu Recht. Allerdings machen Schuldzuweisungen im Hinblick auf die Vergangenheit keinen Sinn und sind sogar kontraproduktiv. Wir müssen alle, jeder einzelne von uns nach vorne denken und handeln und die Probleme Schritt-für-Schritt lösen.

Genauso wenig wie es Sinn macht vergangene Chancen zu beklagen, sollten wir uns nicht der Illusion hingeben, dass die Hygienemaßnahmen mit Abstandsregel, Mundschutz und Händedesinfektion so bald verschwinden werden. Wir werden mindestens bis zu einer kompletten Durchseuchung bzw. zur breiten Einführung eines Impfstoffes verschärfte Regeln einhalten müssen. Wer anderes behauptet oder will, der lebt in einer gefährlichen Illusion und ist ein Narr (meistens alte Männer).

Auch, wenn wir einen Impfstoff haben, werden wir nicht unser “altes Leben” zurückkommen. Wir haben über Mitbürger aus Asien immer gelächelt, weil sie gerade auf Flugreisen einen Mundschutz tragen. Wir können davon ausgehen, dass auch wir Europäer in der Zukunft dauerhaft infektiologisch vorsichtiger sein werden, denn nach SARS (2002), MERS (2012) und COVID-19 (2019) kommt die nächste Virusepidemie bestimmt.

Literatur

 

 

Modulation von COMT und MAO durch Östrogen, Testosteron und Aromatase

Über die Enzyme Catechol-O-Methyltransferase (COMT) und die Monoaminoxidase (MAO) werden die aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin abgebaut. Dadurch haben diese beiden Enzyme nicht nur einen Einfluss auf Ihr Verhalten und Befinden, sondern auch auf Ihr Herz-Kreislaufsystem, zum Beispiel auf den Herzrhythmus und den Blutdruck.

Wir unterscheiden Menschen mit genetisch unterschiedlichen Varianten von COMT und MAO:

  • Low-COMT bzw. -MAO = langsamer Abbau
  • Intermediate-COMT bzw. -MAO = mittel-schneller Abbau
  • High-COMT bzw. -MAO = schneller Abbau

Die Bildung der COMT und MAO wird epigenetisch, das heißt direkt durch das An- und Abschalten von Genen entscheidend durch die Hormone Östrogen und Testosteron beeinflusst. Östrogen hemmt die genetische Bildung von COMT und MAO, Testosteron steigert sie.

COMT, MAO und Dopamin bei Frauen – normaler Ovarialzyklus und Pille

Östrogen hemmt die Bildung von COMT und MAO und STEIGERT so indirekt die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

 

Besonders deutlich wird der Einfluss von Östrogen auf COMT und MAO bei Frauen mit einem normalen Ovarialzyklus. Dementsprechend zeigen sich in der Regel zum Teil sehr eindrucksvolle Unterschiede zwischen der 1. und der 2. Zyklushälfte.

In der Östrogen-dominierten 1. Zyklushälfte, d.h. vor dem Eisprung sind Frauen meistens aktiver, sozial offener und folglich glücklicher. Das ist wesentlich auf einen erhöhten Dopaminspiegel zurückzuführen, weil Östrogen über seine Wirkung auf COMT indirekt den Abbau von Dopamin hemmt. Die mit Östrogen und Dopamin verbundene positiven Ausstrahlung wird auch “Glow” (engl. Leuchten) genannt.

Der „Glow“ macht evolutionsbiologisch Sinn, da die 1. Zyklushälfte auf eine Befruchtung und damit auf die Herbeiführung einer Schwangerschaft ausgerichtet ist. Frauen in der 1. Zyklushälfte haben so für Männer eine höhere Anziehungskraft, während der “Glow” bei anderen Frauen eher Konkurrenzverhalten provoziert.

In der Progesteron-dominierten 2. Zyklushälfte, die ja auf eine mögliche Schwangerschaft ausgerichtet ist, tritt der “Glow” dann wieder in Hintergrund. Ursache ist hier eine Zunahme von Progesteron in Relation zu Östrogen. Progesteron verhindert indirekt die hemmende Wirkung von Östrogen auf die Bildung von COMT und MAO.

Kurzum, diese Zusammenhänge zwischen Östrogen und der verminderten Bildung von COMT bzw. MAO erklären die Veränderungen der Stimmung im Laufe des Ovarialzyklus. Östrogen hat einen somit entscheidenden Einfluss auf die Konzentration der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

Frauen, die zur Empfängnisverhütung die “Pille” nehmen, müssen sich darüber im Klaren sein, dass die “Pille” mit ihrem Progesteronanteil die 2. Zyklushälfte simuliert. Das bedeutet grundsätzlich, dass gute Stimmung, Gefühle von Glück und eine gute Ausstrahlung weniger wahrscheinlich sind, als wenn sie die Pille nicht nehmen würden.

COMT, MAO und Dopamin bei Frauen – Schwangerschaft und Wochenbettdepression und Menopause

Während der Schwangerschaft sind nicht nur die Progesteron-, sondern auch die Östrogenwerte deutlich, zum Teil um ca. das 30-fache erhöht. Das bedeutet, dass Frauen sich in der Schwangerschaft meistens glücklicher fühlen. Inwieweit hier Unterschiede bestehen, wenn eine Frau mit einem Jungen oder einem Mädchen schwanger ist, ist uns noch unklar.

Veränderungen des Hormonstatus um die Geburt herum, vor allen Dingen der Östrogen-Sturz mit Beendigung der Schwangerschaft, erhöhen das Risiko für eine peripartale Depression, die in 10-16% aller Geburten vorkommt. Nach der Geburt nennen wir diese Form der Depression eine Wochenbettdepression.

Aus unserer Sicht sind schwangere Frauen, die von vorneherein genetisch bedingt einen gesteigerten Abbau von aktivierenden Neurotransmittern aufweisen, vor allen Dingen solche mit High-COMT- und High-MAO-Genpolymorphismus für eine Wochenbettdepression besonders gefährdet. Diese Annahme wird indirekt auch durch wissenschaftliche Daten gedeckt, die belegen, dass Frauen, die vor der Schwangerschaft eine depressive Episode hatten, ein doppelt erhöhtes Risiko für eine Wochenbettdepression haben.

In Kenntnis der Genpolymorphismen für COMT und MAO können bei Frauen, die ein erhöhtes Risiko für Wochenbettdepression haben, frühzeitig noch während der Schwangerschaft Vorkehrungen getroffen werden, die dann nach der Geburt durchgeführt werden, um die Depression zu verhindern.

Sofern kein Stillwunsch besteht, kann über eine vorübergehende Östrogensubstitution nach Beendigung der Schwangerschaft nachgedacht werden. Vitamin D sollte in höheren Dosen von 40.000 bis 60.000 Einheiten pro Woche gegeben werden. Vitamin D steigert indirekt über eine epigenetische Induktion der Tyrosin-Hydroxylase die Bildung von Dopamin. Angestrebt werden sollten Vitamin D Talspiegel im Blut von 50-80 µg pro l. Auch die spezifische vorübergehende Gabe von Antidepressiva muss erwogen werden. Folglich ist eine eine enge Abstimmung zwischen der schwangeren Frau, Geburtshelfer, Frauenarzt, Spezialisten für Neurotransmittern und auch einer Psychiaterin bzw. einem Psychiater erforderlich.

COMT, MAO und Dopamin bei Frauen – Menopause bei High-COMT und/oder High-MAO

Mit der Menopause um das 50. Lebensjahr nimmt die Hormonbildung in den Eierstöcken ab, Östrogen und Progesteron werden dann hier kaum noch gebildet. Das erhöht gerade bei Frauen mit einer hohen Abbaurate von Neurotransmittern (High-COMT, High-MAO) das Risiko für Depressionen. Auch hier kann die Substitution von Hormonen und Vitamin D in Erwägung gezogen werden.

Gerade bei Wechseljahresbeschwerden könne wir diese durch die Gabe von Östrogen lindern, was folglich auch die allgemeine Stimmung hebt. Da mit steigendem Alter, und gerade bei Frauen ab der Menopause das Risiko, zum Beispiel für Gebärmutterkrebs grundsätzlich erhöht ist, sollte nie die alleinige Gabe von Östrogen über einen längeren Zeitraum stattfinden. Daher wird immer eine Kombination aus Östrogen und Progesteron gegeben.

Allerdings sollte bei einem hormonellen Ansatz zur Modulation einer Depression bei Frauen mit High-COMT bzw. High-MAO darauf geachtet werden, dass die Relation zugunsten der Östrogendosis so ausbalanciert ist, dass der gewünschte Effekt eintritt. Dabei spielt in der Regel das Gleichgewicht meistens eine größere Rolle als die absolute Menge an zugeführtem Östrogen.

COMT, MAO und Dopamin bei Frauen – Menopause bei Low-COMT und/oder Low-MAO

Auf der anderen Seite ist es so, dass Frauen die als genetische Voraussetzung einen Low-COMT Stoffwechsel aufweisen, die Menopause als durchaus als angenehm empfinden. Durch den abfallenden Östrogenspiegel werden überschüssige aktivierende Neurotransmitter besser abgebaut. Folglich können kreisende Gedanken, innere Unruhe und Angstgefühle besser beherrschbar werden bzw. verschwinden. Erfahrene Frauenärztinnen bzw. -ärzte wissen das sehr genau.

Wir beobachten auch, dass gerade Frauen mit Low-COMT Genpolymorphismus den “Glow”, das heißt die positive Ausstrahlung, die üblicherweise in der 1. Zyklushälfte vor der Menopause regelmäßig auftritt, gewissermaßen in die Postmenopause „hinüberretten“. Kurzum, Frauen mit Low-COMT Genpolymorphismus behalten in der Postmenopause häufig eine jugendlichere Ausstrahlung.

Wenn in den Wechseljahren bei einer Frau mit Low-COMT Genpolymorphismus eine Hormontherapie, zum Beispiel zur Behandlung von Hitzewallungen erwogen wird, dann müssen wir übrigens besonders vorsichtig vorgehen. Aus Erfahrung wissen wir, dass in einem solchen Fall ein Übermaß an Östrogen Angst und Panikattacken provozieren kann. Deshalb ist es sinnvoll, wenn in solchen Fällen das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron mehr zu Gunsten von Progesteron ausbalanciert wird.

COMT und MAO bei Männern – Testosteron

Testosteron steigert die Bildung von COMT und MAO und SENKT so indirekt die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

Männer gelten im Vergleich zu Frauen zunächst einmal als weniger schwingungsfähig, das heißt weniger emotional. Das kann im Sozialverhalten auch mit weniger Empathie verbunden sein. Dieses hat sicherlich auch damit zu tun, dass Testosteron bei Männern grundsätzlich gerade im jungen und mittleren Lebensalter indirekt bewirkt, dass die aktivierenden Neurotransmitter vermehrt abgebaut werden.

Gerade die Kombination aus High-COMT und High-MAO kann in Verbindung mit höheren Testosteronspiegeln im jüngeren und mittleren Lebensalter zu Risiko-affinem Verhalten führen. Um sich den “Adrenalin-Kick “ zu geben, tun dann Männer zum Teil waghalsige Dinge, zum Beispiel bei Mutproben, im Straßenverkehr und bei den beliebten Extremsportarten.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Männer (und Frauen) mit einem gesteigerten Abbau von aktivierenden Neurotransmittern gerade bei High-COMT eher depressionsgefährdet sind. Vor allen Dingen sollten diese Männer im Umgang mit der medikamentösen Zufuhr von Testosteron vorsichtig sein, da Testosteron den vorbestehenden High-COMT Stoffwechsel verstärkt und so depressive Verstimmungen provozieren kann.

COMT und MAO  – Testosteron und Östrogen im Verlauf des Lebens

Schließlich nehmen mit zunehmendem Lebensalter, ungefähr zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr beim Mann die Testosteronspiegel und bei der Frau die Östrogenspiegel jeweils ab. Das führt gewissermaßen dazu, dass bei Frauen die Schwingungsfähigkeit ab- und beim Mann zunimmt. Folglich werden Frauen grundsätzlich eher emotional schwingungsärmer und Männer schwingungsfähiger.

Folglich kann die Abnahme von Testosteron mit zunehmendem Lebensalter bei Männern durchaus mit einem Mehr an Empathie verbunden sein. Kompliziert wird das aber dadurch, dass gerade bei Männern mit Low-MAO Genpolymorphismus die Reizbarkeit steigen kann, was aufgrund von Überreizung mit frühzeitiger Erschöpfung, latent aggressivem und sozialvermeidendem Verhalten in späteren Lebensjahren verbunden sein kann.

COMT und MAO bei Männern – Aromatase

Eine besondere Bedeutung bei der Bildung von Östrogen, und damit auch für die Steuerung COMT und MAO hat die Aromatase. Das Enzym Aromatase bewirkt die Umwandlung von Testosteron in 17ß-Östradiol auch außerhalb der Eierstöcke bzw. der Hoden. Wir haben es hier sowohl mit quantitativen und als auch einem qualitativen Aspekt zu tun.

Die quantitative Bedeutung der Aromatase erschließt sich über den hohen Gehalt an Aromatase im Fettgewebe. Das Bauchfett ist der Hauptort bei der extragonadalen Bildung des 17ß-Östradiols, d.h. außerhalb der Eierstöcke bzw. der Hoden. Kurzum, je mehr Bauchfett, desto mehr 17ß-Östradiol. Ebenfalls erkennen wir das immer wieder recht deutlich durch die hohen Östrogenspiegeln bei übergewichtigen Männern. So hat Übergewicht auch bei Männern über eine Östrogen-vermittelte Verringerung von COMT und MAO einen deutlichen Einfluss auf das emotionale Befinden und den Kreislauf.

Qualitativ betrachtet müssen wir wissen, dass es für die Bildung der Aromatase, auch CYP19A1 (Cytochrom P450 19A1) genannt genetische Varianten gibt, die zu einer gesteigerten Bildung von 17ß-Östradiol beitragen. Dieser “fast metabolism”, auch „High-Aromatase“ genannt hat nicht nur bei einer gesteigerten Bildung von 17ß-Östradiol unabhängig von der Menge an Bauchfett eine Relevanz, sondern auch bei der Verstoffwechselung von medikamentös zugeführtem Testosteron (Gel, Injektion) eine Bedeutung. Folglich wird bei den “fast metabolizern” das zugeführte Testosteron schnell und im Übermaß in 17ß-Östradiol umgewandelt.

Über die genetisch bedingte unterschiedliche Stoffwechselgeschwindigkeit der Aromatase erklären sich auch Einflüsse auf die Abbaugeschwindigkeiten von COMT und MAO: je schneller die Aromatase und damit die Östrogenproduktion, desto langsamer ist aufgrund der Östrogenhemmung der Abbau von aktivierenden Neurotransmittern über COMT und MAO.

Sonderfall – Abbau von Östrogen über COMT

Bei der Bewertung von Östrogen sollte auch berücksichtigt werden, dass Östrogen zum Teil selber von COMT abgebaut wird. Folglich wird gerade bei Frauen mit Low-COMT Metabolismus der Verstoffwechselung von aktivierenden Neurotransmittern über 2 Wege gestört, einmal über die epigenetische Hemmung der Bildung von COMT und zusätzlich auch über die zusätzliche Belastung des geschwächten Enzymweges durch Östrogen.

Zudem ist die Konstellation aus “Low-COMT+High-Aromatase“ gewissermaßen ein sich selbst verstärkender Prozess, eine positive Feed-back Schleife. Das kann daher nicht nur über eine Steigerung der aktivierenden Neurotransmitter, sondern auch durch die Nebenwirkungen von Östrogen unabhängig vom Neutransmitterstoffwechsel zu erheblichen gesundheitlichen Konsequenzen führen. Schließlich ist ein Zusammenhang zwischen diesen Mechanismen und Autoimmunerkrankungen, die ja in circa 80% der Fälle bei Frauen vorkommen, denkbar.

Ferner interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Progesteron-sensitive Akne. Viele, gerade junge Frauen haben eine Akne, die mit Einnahme der Pille, d.h. einem Übergewicht an Progesteron gut beherrschbar wird. Wir haben hier den deutlichen Eindruck, dass die Kombination aus „Low-COMT+High Aromatase“ eine Rolle spielt. 

Therapeutischer Nutzen COMT und MAO – Frauenarzt, Urologe, Psychiater und Kardiologe

Wie durch die Ausführung deutlich wird, macht eine isolierte Bestimmung von COMT und MAO dementsprechend wenig Sinn. Schließlich erlaubt nur die Zusammenschau der Genpolymorphismen für COMT beziehungsweise MAO in Verbindung  mit dem individuellen Hormonstatus und  den Ko-Faktoren der einzelnen Enzyme sinnvolle therapeutische Entscheidungen.

Von besonderem therapeutischem Nutzen sind die Kenntnisse zum Stoffwechsel der aktivierenden Neurotransmitter für die medizinischen Fachgebiete, die sich mit emotionalen, Hormon-abhängigen und Herz-Kreislauf-bezogenen Störungen auseinandersetzen, kurzum für Psychiater, Gynäkologen, Urologen und Herz-Kreislaufmediziner. Dementsprechend wird für die betroffenen Menschen eine gezieltere und damit bessere Behandlung möglich. Folglich können Menschen mit bestimmten Symptomen können besonders profitieren:

  • innere Unruhe, zum Beispiel kreisende Gedanken, Angst bis hin zu Panikattacken
  • depressive Verstimmung bis hin zu Depressionen
  • Herzrhythmusstörungen, zum Beispiel Herzrasen, Herzstolpern
  • Blutdruckerhöhungen, beispielsweise auch stark schwankender Blutdruck

Wir wissen, dass auch für Ärztinnen und Ärzte die Zusammenhänge zwischen aktivierenden Neurotransmittern, COMT und MAO in Beziehung zu den Hormonen Östrogen und Testosteron einschließlich der Ko-Faktoren zunächst nicht einfach zu verstehen sind. Die Mühe lohnt sich allerdings, denn wir haben in der Cardiopraxis gelernt, dass wir die Menschen einfach so besser kennen und die Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen individueller ausrichten können.

Literatur für alle

Literatur zu Aromatase

Literatur zu Verhaltensbiologie

Literatur zu Schwangerschaft

Literatur zu Östrogen und Testosterone

 

 

Weiter zum MediaRezept “Neurotransmitter

 

Covid-19 prognose

Corona – CoronaFuturum-Prognoserechner für den Verlauf der COVID-19 Virusepidemie

Wir stellen Ihnen den CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19 vor. Es handelt sich um einen Corona Ticker für den Verlauf der COVID-19 Virusepidemie.

Alle Modelle sind falsch, aber einige sind nützlich. (George Box)

CoronaFuturum – Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Kurzeinfführung

Die Ausbreitung des des COVID-19 Virus entwickelt sich  zeitweise einer Exponentialfunktion.

Wir haben uns daher als erstes gefragt:

  • “Wie sieht der Verlauf der COVID-Infektion in den nächsten 10 Tagen aus?”
  • “Wie können wir erkennen, ob die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-10 Virusepidemie greifen?”

Folglich haben wir für jedes Land eine landespezifische SOLL-Kurve für den natürlichen Verlauf der Virusepidemie abbildet. Grundlage sind der landesspezifische anfängliche Kurvenverlauf und der damit verbundenen Ansteckungsrate pro infizierte Person. Diese stellen wir den tatsächlichen Fallzahlen, dem IST-Verlauf gegenüber, um einen Eindruck zu gewinnen, ob die getroffenen Maßnahmen greifen oder nicht. Diese Daten finden Sie unter „Anpassung Exponentialfunktion“.

Als nächstes haben wir uns gefragt:

  • „Wann wird der Höhenpunkt der Krise erreicht sein und wie klingt sie ab?“

Zu diesem Zweck haben wir das SIR-Modell für Sie entwickelt.

Darüber hinaus finden Sie noch weitere interessante Aufarbeitung der Zahlen, die wir aus offiziellen Quellen täglich mehrmals aktualisieren.

Unser Ziel ist es Ihnen Planungssicherheit für die mittelfristige Zukunft zu verschaffen. Dabei ist zu beachten, dass es sich hier um eine einfache statistische Anpassung handelt. Dementsprechend sagen wir nicht, dass die realen Fallzahlen immer weiter einer Exponentialfunktion folgen werden. Vielmehr erwarten wir, dass die IST-Kurve der tatsächlichen Fallzahlen von den exponentiellen SOLL-Zahlen mit Greifen der Maßnahmen der Eindämmung nach unten abweichen wird (siehe auch China).

Die Benutzung des COVID-19-Rechners erfolgt auf eigenes Risiko.

Prognose der COVID-19 Virusepidemie – statistisch abbildbar?!

Die COVID-19 Virusinfektion ist eine entzündliche Erkrankung, die sich durch Ansteckung verbreitet. Folglich gehen wir davon aus, dass in der normalen sozialen Gemeinschaft pro Virusträger 2-3 weitere Menschen angesteckt werden. Damit folgt die COVID-19 Virusinfektion mathematischen Gesetzmäßigkeiten. Auf dieser Grundlage haben wir für Sie den CoronaFuturum-PrognoseRechner mit grafischer Darstellung der Erkrankung im Zeitverlauf sowohl für Deutschland als auch für andere Länder erstellt.

Man muss Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher. (Albert Einstein)

Prognose bedeutet in diesem Fall, dass wir über einen begrenzten Zeitraum von bis zu 10 Tagen die Anzahl der infizierten Menschen in der Zukunft relativ sicher abschätzen können. Der CoronaFuturum-PrognoseRechner für die COVID-19 Virusepidemie greift täglich auf die offiziellen Zahlen der Epidemie zu und hat sich bisher als erstaunlich zuverlässig erwiesen.

Darüber hinaus können wir über durch die Abweichung der tatsächlichen Ist-Werte vom statistischen Soll-Wert einen Hinweis darauf erlangen, wann die Infektion durch Maßnahmen der Hygiene beherrscht wird.

Ohne Frage, das Leben mit einer potentiell tödlichen Virusepidemie ist nicht einfach. Wir wissen allerdings auch, dass diese Virusepidemie zu Ende gehen wird. Durch klares Denken und strukturiertes Handeln eines jeden Einzelnen von uns im Kontext des sozialen Miteinanders können wir selber die Epidemie für uns alle frühzeitig beenden.

Unser Hauptziel ist es daher, Ihnen Sicherheit im Umgang mit sich selbst und anderen Menschen zu geben, so dass Sie Ihren Alltag besser planen können.

Eine schwere Virusepidemie kann nur durch soziales Handeln eines jedes Einzelnen in der Gemeinschaft beherrscht werden. (Franz Imhäuser)

CoronaFuturum-Prognoserechner – Warum eigentlich?

Der Prognoserechner beantwortet 2 unserer wichtigsten Fragen bei der COVID-19 Virusepidemie, die einen wesentlichen Einfluss auf unser Verhalten im Alltag haben werden:

  • Wie lange dauert die COVID-19 Epidemie noch?
  • Wann können wir mit Ende der COVID-19 Virusepidemie rechnen?

Dauer der Virusepidemie. So lange der Verlauf der tatsächlichen Anzahl der Infektionsfälle dem statistischen Sollwert entspricht, so lange müssen alle Maßnahmen der Hygiene, vor allen Dingen, die der Selbstisolation von Gesunden streng eingehalten werden.

Ende der Virusepidemie. Ist ein Ende der Epidemie abzusehen, dann müssen Sie die offiziellen Vorgaben zu Maßnahmen der Hygiene weiter befolgen, denn schließlich haben diese ja zum Erfolg geführt. Allerdings erlangen Sie für eine zu erwartende Entspannung der Infektionslage Planungssicherheit. Dieses ist gerade für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wichtig.

Corona Ticker – Spontanverlauf der Corona-Virusinfektion – exponentieller Anstieg der Erkrankungsfälle

Würden bei der COVID-19 Epidemie keine Gegenmaßnahmen ergriffen, dann würde die Zahl der Erkrankten exponentiell steigen. Exponentiell bedeutet einen sehr steilen Anstieg der Erkrankungsfälle pro Zeit.

Eine exponentielle Steigerung der Erkrankungsfälle bedeutet auch, dass die Sterbefälle in absoluten Zahlen, aber auch prozentual steigen kann. Die Sterblichkeit bei einer COVID-19 Virusinfektion beträgt bei optimaler medizinischen Versorgung 2,0-3,5%.

Der häufigste Grund für das Versterben an einer COVID-19 Infektion ist die schwere Lungenentzündung. Optimale medizinische Versorgung bedeutet folglich vor allen Dingen auch, dass genügend Intensivbetten mit der Möglichkeit einer künstlichen Beatmung zur Verfügung stehen. Stehen nicht genügend Beatmungsplätze zur Verfügung, dann steigt die Sterblichkeit an einer COVID-19 Virusinfektion.

Kurz zusammengefasst, sind die Kapazitäten der Intensivstation ausgelastet und alle Beatmungsplätze sind belegt, dann tritt eine kritische Versorgungssituation mit einem Anstieg der Sterblichkeit ein. Das ist das eigentliche Problem der COVID-19-Virusepidemie.

Corona Ticker – Vorbeugende Maßnahmen bei Corona-Virusinfektion – Abflachung der Exponentialkurve

Experten gehen von einer Virusinfektion mit COVID-19 bei 60-70% der Bevölkerung der deutschen Bevölkerung aus. Die allermeisten Fälle, d.h. ca. 80-85% werden so verlaufen, dass ein Krankenhausaufenthalt nicht notwendig werden wird. Allerdings werden 15-20% der Fälle schwer verlaufen, so dass ein Krankenhausaufenthalt bis hin zur intensivmedizinischen Betreuung erforderlich werden kann.

Damit nicht alle Menschen in einem engen Zeitfenster infiziert sind, muss die gleichzeitige Ansteckung vieler Menschen vor allen Dingen durch Maßnahmen der Selbstisolation von Gesunden verhindert werden. Dieses würde eine Abflachung der oben beschriebenen Exponentialkurve bedeuten. Folglich hätte das medizinische System genügend Kapazitäten, um alle Erkrankten zu versorgen; die Sterblichkeit läge “nur” bei 2,0-3,5%.

Schaffen wir es nicht die Ist-Kurve gemeinsam abzuflachen, dann ist mit einer deutlich höheren Sterblichkeit der COVID-19-Epidemie zu rechnen.

Corona -Was ist exponentielles Wachstum?

Exponentielles Wachstum ist nicht intuitiv verstehbar. Wir Menschen denken linear, d.h. wir denken dass Veränderungen kontinuierlich mit derselben Geschwindigkeit zu- oder abnehmen. Bei der exponentiellen Veränderung nimmt die Geschwindigkeit mit der Zeit zu oder ab. Exponentiell bedeutet also am Anfang langsam und dann immer schneller.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Kurzum, stellen Sie sich vor, wir geben um 11 Uhr in ein leeres Glas ein Virus, das sich jede Minute vermehrt (Glas 1). Um 11:01h haben wir also zwei Viren in dem Glas (Glas in der Mitte) und noch eine Menge Platz. Eine Minute später sind es bereits vier Viren, dann acht, dann 16 dann 32 und jetzt sind gerade fünf Minuten vergangen.

Kommen wir um 11:59h wieder und betrachten unser Glas so ist es erst halb voll (Glas rechts). Man könnte meinen es ist noch viel Zeit. Jedoch bereits eine Minute später, um 12:00h ist das Glas voll! Ganze 59 Minuten lang sah es so aus als wäre noch viel Platz und viel Zeit. In der Rückschau sieht man jedoch das deutlich, exponentielle Wachstum (Kurve unten).

Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Corona-Virusepidemie – exponentielles Wachstum vs. Heilung?

Wie ist diese Situation auf Covid-19 übertragbar? Nun wir wissen nicht wann das Glas voll sein wird. Aber wir können schätzen wie schnell sich der Virus verdoppelt. Betrachten wir das Beispiel China in der folgenden Graphik.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Die gepunktete Linie sind die gesamten Fallzahlen, der grüne Balken die „Geheilten“ und der schwarze die Verstorbenen. Man sieht deutlich, dass die gepunktete Linie abfällt und weit weg von der geschätzten exponentiellen roten Linie abweicht. China scheint kein exponentielles Wachstum mehr zu haben.

Die violette Linie (Heilungsquotient) zeigt schließlich auf der rechten Achse die prozentuale Anzahl derer die den Virus hatten im Verhältnis zur Gesamtzahl an. Je höher dieser Wert umso gesunder ist die Bevölkerung.

Betrachten wir nun Deutschland. Anfangs hatten wir die Münchener Fälle, die sich wieder erholt hatten, das erklärt den „Ausschlag“ dieser violetten Linie. Vergleicht man nun die rote Vorhersage eines geschätzten exponentiellen Modells mit den gepunkteten tatsächlichen Fallzahlen, so sieht es wie bei dem Gläserbeispiel aus. Wir befinden uns im Moment im exponentiellen Wachstum der Fallzahlen.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Nun geht die rote Vorhersagekurve hier weiter als das Datum der Fallzahlen. Wir können eine Vorhersage über die kommenden Fälle machen, solange wir uns auf der „Soll“-Kurve befinden. Im Titel wird hierzu die Güte der Schätzung (R²) angegeben, je höher dieser Wert (maximal 100%), umso besser passt eine exponentielle Funktion auf die Fallzahlen.

Folglich handelt sich hier lediglich um die Modellierung eines exponentiellen Modells und keine epidemiologische Simulation. Da aber die täglich gemeldeten Fallzahlen nur ein Blick in den Rückspiegel sind, bei einer durchschnittlichen Inkubationszeit von fünf Tagen und einer Testdauer von etwa zwei Tagen ist die Zahl der aktuell Infizierten eher an der Vorhersagekurve in einer Woche ablesbar.

Tun Sie, was Sie können, mit dem, was Sie haben, wo Sie sind. (Theodore Roosevelt)

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Maßnahmen zur Begrenzung der COVID-19 Virusepidemie

Die wichtigste Maßnahme zur Beherrschung einer schweren Virusepidemie ist neben der Handhygiene die Selbstisolation von (vermeintlich Gesunden). Seien Sie in Ihrem sozialen Umfeld ein Vorbild.

  • bleiben Sie zu Hause
  • Haus nur verlassen, um einzukaufen, falls verfügbar nutzen Sie Lieferdienste
  • kein physischer Kontakt mit Verwandten und Freunden außerhalb des eigenen Haushaltes
  • berufliche Aktivität möglichst von zu Hause aus

Neben einer Verringerung der Ansteckungsrate zeigen Sie so auch soziale Verantwortung für Ihr soziales Umfeld. Folglich macht es keinen Sinn, wenn in einem sozialen Cluster alle gleichzeitig krank werden. Schließlich müssen die Gesunden die Kranken mit Lebensmitteln versorgen.

Seien Sie in Ihrer sozialen Gemeinschaft ein konstruktives Mitglied und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Man führt nicht, indem man den Leuten zeigt und ihnen sagt, wo sie hingehen sollen. Man führt, indem man zu diesem Ort geht und einen Standpunkt vertritt. (Ken Kesey)

Corona Ticker – Hier geht es zum CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

 

 

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Früherkennung COVID-19

Früherkennung einer COVID-19 Virusinfektion: Stellenwert von Fieber, Herzfrequenz, Blutdruck, Husten & Luftnot

Die Früherkennung einer COVID-19 Virusinfektion (Corona) hat eine wesentliche Bedeutung für die eigene, aber auch für die Gesundheit von Mitmenschen. Bei der derzeitigen Corona-Pandemie ist es sinnvoll, wenn Sie bei sich selbst eine Virusinfektion erkennen – bevor es zu subjektiven Symptomen kommt. Dieses macht vor allen Dingen Sinn, weil:

  • Sie können frühzeitig ärztliche Hilfe aufsuchen
  • Sie können sich selbst isolieren, um Mitmenschen vor Ansteckung zu schützen

Tun Sie, was Sie können, mit dem, was Sie haben und wo Sie sind. (Theodore Roosevelt)

Wir stellen Ihnen hier Hinweise vor, die Ihnen dabei helfen können, eine Virusinfektion frühzeitig zu erkennen – somit auch eine Infektion mit COVID-19 (Corona).

Die Methoden basieren wesentlich auf wissenschaftlichen Untersuchungen und eigenen Erfahrungen. In der Cardiopraxis bestimmen wir als Teil der unblutigen Kreislaufmessung jährlich über 2.000 Mal die Körpertemperatur und haben auch umfangreiche Erfahrungen mit der Diagnose von Lungenerkrankungen.

Dabei decken wir immer wieder Zusammenhänge auf, die zur Diagnose von entzündlichen Erkrankungen führen. Wir halten es daher für sinnvoll, Ihnen unsere Erfahrungen in Verbindung mit den aktuellen Daten zur Virusepidemie durch COVID-19 mitzuteilen. Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Informationen für Sie medizinisch wertvoll sind.

Vorab, Sollten Sie im Fall einer Virusepidemie mit schweren Krankheitsverläufen, die über die Gefährlichkeit der normalen Influenza hinausgeht, den begründeten Verdacht haben, dass Sie z.B. Träger des COVID-19-Virus sind, dann müssen Sie allen Verhaltensmaßregeln der lokalen Gesundheitsämter bzw. des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert-Koch-Institut folgen.

Ziel des Beitrags ist es folglich nicht, dass Sie selbst eine Erkrankung diagnostizieren oder ausschließen, sondern, dass Sie Frühzeichen erkennen und wachsam sind, um das Richtige zu tun, indem Sie sich professionellen ärztlichen Rat holen.

Früherkennung einer COVID-19

Symptome der COVID-19 Virusinfektion bei Erstdiagnose

Symptome der COVID-19 Virusinfektion bei der Erstdiagnose sind aufgrund der bisherigen Erhebungen bei Menschen mit positivem Virustest von der WHO zusammengestellt worden.

Die Symptome sind unspezifisch, d.h. wir kennen sie auch von anderen Erkrankungen im Allgemeinen und auch von anderen Viruserkrankungen im Speziellen. Hinzu kommt, dass deutlich merkbare Symptome bei COVID-19-Infektion sehr spät, d.h. auch nach einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen auftreten können. In dieser Zeit hat das Virus sich in Ihrem Körper bereits so vermehrt, dass sich beginnende kritische Störungen der Körperfunktion bemerkbar machen können. In der Inkubationszeit besteht bei COVID-19 Infektion ein erhöhtes Risiko, dass Sie Menschen anstecken. Derzeit geht man davon aus, dass ein Virusträger zwei bis drei weitere Menschen infiziert.

Auffällig ist, dass bei der Diagnose COVID-19 Infektion Fieber mit 87,9% und trockener Husten mit 67,7% die mit Abstand häufigsten Symptome sind. Das entspricht dem Mechanismus einer Infektion mit absteigender Ausbreitung des Virus vom Mund-Rachenraum über die Bronchien bis tief in das Lungengewebe. Erst wenn im Lungengewebe der Gasaustauch von Sauerstoff bzw. Kohlendioxid durch die Pneumonie kritisch gestört und die Atemarbeit durch vermehrte Wasseransammlung erhöht ist, dann treten Symptome der Luftnot auf. Das erklärt auch, warum Kurzatmigkeit bei Erstdiagnose der COVID-19 Virusinfektion lediglich bei knapp 20% der Menschen vorkommt.

Virusinfektion: Die Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, d.h. die Phase von der Infektion bis zum ersten Auftreten von Symptomen und damit dem eigentlichen Krankheitsbeginn, ist ein kritischer Zeitraum, weil:

  • vermeintlich gesunde Menschen andere Menschen schon anstecken können
  • eine erhöhte Anfälligkeit für andere Infektionserkrankungen besteht
  • die Zeit bis zum Aufsuchen ärztlicher Hilfe hinausgezögert wird

Besonders müssen wir hervorheben, dass zwischen 66% und 75% aller Ansteckungen durch Personen erfolgt, die sich noch in der symptomfreien Inkubationszeit befinden. Zwei Tage vor dem Auftreten von Symptomen ist die Ansteckungsgefahr am höchsten.

Nach aktuellem Stand beträgt die offizielle max. Inkubationszeit bei COVID-19 ca. 14 Tage. In Ausnahmefällen sind Inkubationszeiten bis 21 Tage beobachtet worden. Das bedeutet, wer nach Kontakt mit einem COVID-19 Träger bis dahin keine Symptome hatte, gilt nicht als Träger des Virus.

Die mittlere Inkubationszeit von COVID-19 liegt bei 5,2 Tagen, d.h. 50% der Menschen, die sich infiziert haben, weisen nach 5,2 Tagen eines oder mehrere der oben genannten Symptome auf. Nach 12,5 Tagen haben 95% aller Erkrankten Symptome entwickelt.

Die Inkubationszeit bis zum Auftreten von Symptomen bietet eine Chance, denn frühzeitiges Erkennen kann Komplikationen der Viruserkrankung bei einem selbst abmildern bzw. anderen Menschen verhindern.

Früherkennung COVID-19

Virusinfektion – Messung und Grundlagen bei der Messung der Körpertemperatur

Die genaueste und einfachste Methode zur frühzeitigen Erfassung einer beginnenden Virusinfektion ist die regelmäßige Bestimmung Ihrer Körpertemperatur. Sie steigt hochwahrscheinlich schon vor dem Einsetzen von Symptomen an. Dieses wird gerade durch die Häufigkeit von Fieber bei der Erstdiagnose einer COVID-19 Infektion in 87,9% der Fälle deutlich.

Auch wenn die Viruslast in Ihrem Körper noch gering ist, d.h. während der Inkubationszeit, beginnt Ihre Körpertemperatur als Folge der Immunabwehr zu steigen. Der Anstieg der Körpertemperatur als Reaktion auf eine sich ausbreitende Infektion ist kein plötzliches Ereignis. In der Regel zeichnet sich der Anstieg der Körpertemperatur durch einen mehr oder weniger langsamen Beginn aus, und das bevor wir definitionsgemäß von Fieber sprechen. Das muss folglich nicht bedeuten, dass Sie in der Inkubationszeit Fieber haben. Relevante Anstiege der Körpertemperatur im Normalbereich bis 37,5 0C können hier schon ein erstes Zeichen der ablaufenden Infektion sein.

Früherkennung COVID-19

Virusinfektion: Messung Körpertemperatur

Messen Sie die Basaltemperatur, d.h. die Körpertemperatur unmittelbar nach dem Aufstehen am Morgen.

Nutzen Sie am besten ein Ohrthermometer mit richtiger Messtechnik. Messen Sie 3x hintereinander und nehmen Sie den höchsten Wert. Ein Ohrthermometer misst eher falsch zu niedrige Werte. Falsch zu hohe Werte kommen nur in Einzelfällen vor, z.B. wenn bei individueller Nutzung ausschließlich durch eine Person die Hygiene-Schutzkappe nicht gewechselt wird.

Tragen Sie die Werte am besten in einer Health-App, z.B. unter Reproduktionsmedizin ein.

Beachten Sie, dass jeder Mensch einen individuellen Temperatursollwert hat. Wichtig ist daher, dass Sie Ihre Basaltemperatur im gesunden Zustand kennen.

Frauen mit normalem Ovarialzyklus haben durch den Einfluss der Hormone natürliche Schwankungen der Körpertemperatur. Folglich steigt die Temperatur unmittelbar vor dem Eisprung an und ist somit in der 2. Zyklushälfte  0,3-0,5 0C höher als in der 1. Zyklushälfte. Bei Frauen, die zur Verhütung bzw. aus anderen Gründen Hormonpräparate nehmen, ist die Körpertemperatur häufig bis in den Graubereich zwischen 37,0-37,5 0C gesteigert.

Virusinfektion: Bewertung der Körpertemperatur

Bei der Bewertung der Körpertemperatur sind die absoluten Werte UND die relativen Veränderungen im Vergleich zum gesunden Ausgangswert von Bedeutung.

Absolute Werte Körpertemperatur

  • 36,2 – (37,4) 0C = Normbereich
  • 37,0 – 37,4 0C = Graubereich
  • 37,5 – 38,0 0C = unterschwelliges Fieber
  • > 38,0 0C = manifestes Fieber

Relevante relative Veränderungen Körpertemperatur

  • Zunahme der Körpertemperatur um 0,3-0,5 0C im Vergleich zum individuellen Normalwert. Gilt auch im Bereich unter 37,5 0C

Für Frauen ist die Bewertung schwieriger als bei Männern, denn Sie müssen ihren Ovarialzyklus genau kennen und in die Überlegungen mit einfließen lassen.

Sollten Sie einen relevanten Anstieg der Körpertemperatur bzw. Fieber verzeichnet haben, dann kontrollieren Sie, ob sich daraus am Abend ein stärkeres Fieber entwickelt bzw. ob der Wert am Folgetag genauso hoch ist bzw. weiter steigt. In diesen Fällen nehmen Sie Kontakt mit einer Ärztin bzw. einem Arzt auf, um die Symptome einzuordnen. Sollten Sie den Verdacht auch eine COVID-19 Infektion haben, dann müssen Sie das telefonisch tun.

Corona-Virusinfektion: Messung und Bewertung von Herzfrequenz & Blutdruck

Die Infektion mit COVID-19 ist eine entzündliche Erkrankung, die zu Veränderungen des Herz-Kreislaufsystems führt. Hier sind Herzfrequenz und Blutdruck zuverlässig zu Hause messbar. Werden kritische Werte erreicht, dann droht das Herz-Kreislaufversagen. Das gilt vor allen Dingen für Menschen mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen.

Die Messungen für Herzfrequenz und Blutdruck sollten nach 5 Minuten körperlicher Ruhe im Sitzen erfolgen. Eine Messung vom Liegen zum Stehen kann ebenfalls sinnvoll sein.

Messen Sie die Herzfrequenz per Hand, mit der Blutdruckmanschette oder einem Smartphone-EKG. Bei der Herzfrequenzmessung der Hand tasten Sie den Puls und zählen die Schläge über 15 Sekunden. Diesen Wert, z.B. 16 rechnen Sie dann auf die Minute hoch, indem Sie ihn x4 nehmen; in diesem Fall ergibt sich also eine Herzfrequenz von 64 bpm.

Bei der Blutdruckmessung nutzen Sie Blutdruckmessgerät und dokumentieren die Werte ebenfalls. Dokumentieren Sie die Werte für Herzfrequenz und Blutdruck, z.B. in einer Health-App und betrachten Sie den Verlauf.

Gerade zur Bewertung der Herzfrequenz müssen Sie Ihre normale Herzfrequenz kennen. Diese kann individuell sehr unterschiedlich sein, z.B. hat der eine in Ruhe eine Herzfrequenz von 62 bpm, der andere 84 bpm.

Steigt Ihre Herzfrequenz in Ruhe im Vergleich zu Ihren individuellen Normalwerten um >15 Schläge an bzw. verzeichnen Sie in Ruhe anhaltend Werte >100 bpm, dann ist unter Berücksichtigung weiterer Symptome eine Infektion wahrscheinlich.

Relevanter relativer Anstieg Herzfrequenz

  • > 15 bpm in Ruhe
  • > 20 bpm von der Rückenlage zum Stehen

Absoluter Anstieg der Herzfrequenz

  • > 100 bpm

Der Blutdruck kann in der Anfangsphase einer Infektion ansteigen. Fällt der Blutdruck um mehr als 15 mmHg unter Ihre individuellen Normwerte ab, dann droht ein kritischer Kreislaufzustand.

Relevanter relativer Abfall des Blutdrucks

  • >15 mmHg

Besprechen Sie die Befunde zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie bzw. Reduzieren Sie Herz-Kreislaufmedikamente nur in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Corona Virusinfektion

Corona-Virusinfektion: Sinn der Bewertung der Lunge

Der trockene, d.h. der nicht-produktive Husten ohne oder mit geringer Schleimbildung ist mit 67,7% das zweithäufigste Symptom bei Erstdiagnose der COVID-19 Virusinfektion. Kurzatmigkeit als deutlicher Hinweis auf eine Lungenbeteiligung liegt bei Erstdiagnose lediglich bei knapp 20% der betroffenen Menschen vor. Das bestätigt wieder den absteigenden Charakter der Infektion und die Tatsache, dass nicht jeder Mensch, der mit dem COVID-19 Virus infiziert ist, eine schwere Lungenentzündung bekommt

Auch der trockene Husten ist ein unspezifisches Symptom, d.h. ein trockener Husten bedeutet nicht, dass Sie zwangsläufig eine COVID-19 Infektion haben. Kurzum, ein trockener Husten muss im Zusammenhang mit anderen Symptomen beobachtet und bewertet werden. Wie oben angeführt, ist der Verlauf der Körpertemperatur hier von entscheidender Bedeutung.

Die Kurzatmigkeit mit Luftnot im Alltagsleben ist bei Erstdiagnose ein spätes Symptom und die Ausbreitung des Virus ist schon weit fortgeschritten. Sie kennzeichnet möglicherweise das beginnende Lungenversagen, welches innerhalb von Tagen zu einem kritischen Gesundheitszustand führen kann. Insofern ist es wichtig zu wissen, ob die Lunge in ihrer Funktion relevant betroffen ist. Schließlich ist es bei der COVID-19 Virusinfektion die mittel-schwere bis schwere Lungenentzündung, die in der Regel die Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung anzeigt.

Corona-Virusinfektion: Atemreserven subjektiv beurteilen

Die sichere Erfassung einer Lungenbeteiligung einer COVID-19 Virusinfektion ist nur mit apparativen Methoden, z.B. mit einer sog. Dünnschicht-Computertomografie möglich, und auch dann ist die Infektion schon relativ weit fortgeschritten.

Die subjektive Erfassung der Lungenbeteiligung über Symptome ist unsicher, nicht zuletzt, weil die meisten von uns sich im Alltagsleben nur in geringem Maße einer stärkeren körperlichen Belastung aussetzen. Auch der im Internet propagierte Atemanhalte-Test über 10 Sekunden kann eine Virusinfektion der Lunge, so wie das angepriesen wird, nicht ausschließen.

Um eine Störung der Lunge so gut es geht zu erfassen, müssen Sie sich deutlich über Ihre Alltagaktivität hinaus belasten. Sie können mehr auf Ihre Atemreserven achten, indem Sie sich täglich einer forcierten standardisierten körperlichen Belastung aussetzen. Am besten sind hier sicherlich Fahrradergometer mit einstellbarer Wattzahl und Drehzahlmesser geeignet. Auch ein standardisierter strammer Spaziergang, am besten zum Rhythmus eines Liedes kann sich eignen.

Sollten Sie sich bei einem regelmäßigen standardisierten Training früher erschöpft fühlen und/ oder Luftnot verspüren, d.h. nach 10 Minuten anstatt der sonst üblichen 20 Minuten, dann ist das zu mindestens ein Hinweis darauf, dass etwas mit der Lunge nicht in Ordnung sein kann. Spätestens jetzt sollten Sie Ihre Körpertemperatur messen.

Corona-Virusinfektion: Störung der Atmung bewerten

Haben Sie Probleme bei der Atmung bereits bei leichter Alltagsaktivität, wie z.B. hohe Atemfrequenz, Luftnot und rasche Erschöpfung, innere Unruhe, dann ist das Risiko für einen kurzfristig einsetzende kritischen Gesundheitszustand, d.h. innerhalb von Stunden bis Tagen deutlich erhöht.

Haben Sie Hinweise darauf, dass mit Ihrer Lunge etwas nicht stimmt und liegen noch andere Symptome vor, dann sollten Sie zeitnah mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Dieser entscheidet dann gemeinsam mit Ihnen ist es bei der COVID-19 Virusinfektion je nach Alter und allgemeinem Gesundheitszustand die mittel-schwere bis schwere Lungenentzündung, die zur Krankenhauseinweisung führt.

Corona-Virusepidemie mit COVID-19: Vorbeugung zum Schutz der Mitmenschen

Gerade in Zeiten einer schweren Virusepidemie ist die beste Vorsorge für sich und andere, wenn Sie sich selbst möglichst von anderen Menschen fernhalten, auch wenn Sie sich selber für gesund halten. Wir müssen alle die Grundregeln der Hygiene beachten.

Sollten Sie den begründeten Verdacht haben, dass die Sie an einer COVID-19 Virusinfektion leiden, dann gehen Sie nicht unangemeldet in eine Arztpraxis sondern nehmen Sie telefonisch Kontakt mit den entsprechenden Stellen, z.B. unter 116 117 auf.

Corona: Prognose der COVID-19 Virusepidemie

Um Ihnen einen Einschätzung über den weiteren Verlauf der Corona Virusepidemie zu ermöglichen, machen wir für Sie den CoronaFuturum-PrognoseRechner zugänglich. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag “Corona – CoronaFuturum-PrognoseRechner für COVID-19”. Hier finden Sie hilfreiche Erläuterungen und den Link zum Rechner.

 

Literatur

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COMT, MAO, Aromatase – Nahrungsergänzungsmittel: Bedeutung für Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin

Die Enzyme COMT, MAO und Aromatase beeinflussen die Bildung und den Abbau der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin. Dabei tragen verschiedenen Faktoren zur Regulation bei:

  • genetisch gebildete Enzyme
  • epigenetische Faktoren der Gene
  • Ko-Faktoren der Enzyme

Wir müssen bei der Bewertung der abbauenden Enzyme der aktivierenden Neurotransmitter zunächst immer die genetischen Voraussetzungen berücksichtigen:

  • Low-COMT bzw. -MAO = langsamer Abbau
  • Intermediate-COMT bzw. -MAO = mittel-schneller Abbau
  • High-COMT bzw. -MAO = schneller Abbau

MAO und COMT-Stoffwechsel – Vorsicht bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

Während die genetischen Voraussetzungen zur Bildung der Enzyme des Neurotransmitterstoffwechsels von Geburt an festgelegt sind, können die Gene über epigenetische Faktoren und die Enzyme über Ko-Faktoren auch therapeutisch beeinflusst werden. Zu diesen Faktoren zählen Hormone, Vitamine und Spurenelemente. Die erwünschten Wirkungen und die unerwünschten Nebenwirkungen sind von den individuellen genetischen Voraussetzungen abhängig. Eine ungezielte Modulation des vegetativen Nervensystems in Unkenntnis der genetischen Voraussetzungen kann daher auch schädlich sein.

Wir kennen viele Stoffe, die einen Einfluss auf den Stoffwechsel Ihrer aktivierenden Neurotransmitter haben. Sie sind häufig in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten, z.T. in Dosen, die einem Mehrfachen der empfohlen Tagesdosis entsprechen, was toxischen Nebenwirkungen zur Folge haben kann.

Die wissenschaftliche Literatur beschreibt zahlreiche Substanzen zu Steigerung bzw. zur Hemmung des Stoffwechsels von aktivierenden Neurotransmittern. Auch das Internet ist voll von Tipps und Empfehlungen. Dabei ist die therapeutische Wirksamkeit meistens in Studien nicht gut belegt. Gerade die Empfehlungen aus nicht-wissenschaftlichen Beiträgen sind hier häufig zweifelhaft. Wir haben immer wieder den Eindruck, dass die Autoren das komplexe Gesamtgefüge des Neurotransmitterstoffwechsels, vor allen Dingen unter Berücksichtigung der Wirkung von Hormonen nicht komplett verstehen und damit auch irreführende Empfehlungen abgeben.

Wir berichten daher in diesem Beitrag nur Substanzen von denen wir nicht nur aus der wissenschaftlichen Literatur, sondern auch aufgrund umfangreicher Erfahrung wissen, dass sie wirken können.

Vitamin D – vermehrte Bildung von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin

Vitamin D hat vielfältige Wirkungen im Körper, die wir z.T. noch nicht kennen. Einen Effekt, den wir aus der Praxis allerdings sehr gut kennen, ist die epigenetische Steuerung der Tyrosin-Hydroxylase durch Vitamin D. Die Tyrosin-Hydroxylase ist ein Enzym, welches, die Umwandlung der Aminosäure Tyrosin in L-Dopa bewirkt; folglich wird aus L-Dopa die aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin gebildet. Vitamin D induziert epigenetisch die Synthese der Tyrosin-Hydroxylase, d.h. es aktiviert das Gen zur Bildung der Tyrosin-Hydroxylase und steigert so die Neurotransmitterspiegel.

High-COMT bzw. High-MAO. Bei Menschen mit einer High-COMT-Stoffwechsellage eignet sich Vitamin D sehr gut, um die Neurotransmitterbilanz zu verbessern. Während die hohe Aktivität von COMT einen sehr starken Abbau der Neurotransmitter verursacht, kann das durch eine vermehrte Bildung über die Tyrosinhydroxylase ausgeglichen werden. Das macht insbesondere Sinn bei Antriebslosigkeit und depressiver Verstimmung.

Hinzu kommt, dass Kalzium, welches durch Vitamin D vermehrt im Körper aufgenommen wird, als Ko-Faktor COMT hemmt und so ebenfalls die Neurotransmitterbilanz zugunsten von mehr Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin verschiebt.-

Auch bei High-MAO-Konstellation können Antrieb und Stimmung sinnvoll verbessert werden, vorausgesetzt es besteht eine Intermediate- bzw. High-COMT-Stoffwechsellage.

In Fällen eines schnellen Abbaus von Neurotransmittern streben wir mittel-hohe Vitamin-D-Werte im Blut an. Der sog. Talspiegel, d.h. der Blutwert unmittelbar vor der nächsten Gabe sollte zwischen 50 und 70 µg /l betragen. Hierfür sind je nach Alter, Körpergröße und Gewicht ganz unterschiedliche Dosen erforderlich. Die Dosierungen reichen hier von 7.000 bis 60.000 I.E. pro Woche.

Low-COMT bzw. Low-MAO. Bei herabgesetztem Abbau von aktivierenden Neurotransmittern, und hier vor allen Dingen bei LOW-COMT-Stoffwechsellage müssen Sie mit der Einnahme von Vitamin D vorsichtig umgehen, denn eine überstarke Aktivierung kann die Folge sein. Das kann gerade mit Symptomen wie Unruhe, überstarker Euphorie bis hin zur Selbstüberschätzung verbunden sein.

Bei Low-COMT Stoffwechsel sollten Werte von 40 µg/l in der Regel nicht überschritten werden.

COMT, MAO, Aromatase – Eisen, Vitamin B6, Kupfer, Vitamin C – Einnahme nur gesteuert mittels Laborwerten

Zahlreiche Ko-Faktoren von Enzymen sind an der Bildung von aktivierenden Neurotransmittern beteiligt. Gerade hier kann eine unkontrollierte Nahrungsergänzung zu Nebenwirkungen führen. Vor allen Dingen bei Eisen, Vitamin B6 und Kupfer sollten Sie nur einen laborchemisch nachgewiesenen Mangel ausgleichen. Die Referenzwerte sollten nicht überschritten werden.

Insbesondere Vitamin B6, welches als Ko-Faktor sowohl direkt an der Bildung von Dopamin als auch Serotonin beteiligt ist, wird häufig mit Hilfe von potentiell schädlichen Nahrungsergänzungsmitteln überdosiert. Wir sehen häufig Menschen hohen Vitamin B6 Spiegeln im Blut und Zeichen der emotionalen Überaktivierung und stark aktiviertem Stoffwechsel (Körpertemperatur + Blutfluss erhöht).

Zwar gilt der Leitsatz, dass erhöhte Vitamin B6-Spiegel alleine durch die Zufuhr einer normalen Nahrung nicht möglich sind, wir sehen aber immer wieder Menschen mit spontan erhöhten Werten. Die Ursache hierfür ist uns unklar. Hinzu kommt, dass zum Abbau von Vitaminen relativ wenig bekannt ist.

Kurzum, Ko-Faktoren bei der Bildung der Neurotransmittern sollten Sie immer vorsichtig sein, vor allen Dingen dann, wenn Sie einen Low-COMT- und/oder einen Low-MAO-Stoffwechsel haben.

COMT, MAO, Aromatase – Magnesium, wichtiger Ko-Faktor für COMT

Bei Magnesiumpräparaten werden die Trägersubstanzen, die neben dem Magnesium selber in den Zubereitungen enthalten sind, in ihrer Wirkung auf den Stoffwechsel unterschätzt. Zu diesen Beistoffen zählt am häufigsten Zitrat. Gerade von Zitrat wissen wir aus Erfahrung recht genau, dass es eine Stoffwechsel-aktivierende Wirkung haben kann, welche z.B. mit innerer Unruhe, Herzrasen und Blutdruckschwankungen verbunden sein kann. Die aktivierende Wirkung von Zitrat erfolgt dabei wahrscheinlich über den Zitratzyklus, einem Stoffwechselweg zur Bereitstellung von Energieträgern im Körper.

Magnesium selbst ist der optimale Ko-Faktor für COMT. Das heißt, dass das Enzym COMT nur zusammen mit Magnesium optimal funktionieren kann.

Low-COMT. Bei Menschen mit einer herabgesetzten Aktivität von COMT und den damit verbunden Symptomen, wie z.B. Unruhegefühl, Angst macht der Einsatz von Magnesium Sinn, um den Abbau von aktivierenden Neurotransmittern zu beschleunigen bzw. zu normalisieren. Wir setzen in diesen Fällen Magnesium-Bisglycinat ein. Der Vorteil ist hier, dass Glyzin selber als beruhigender Neurotransmitter gilt und so zum gewünschten modulierenden Effekt beiträgt.

Wir empfehlen bei LOW-COMT-Stoffwechsel 300 mg Bisglycinat pro Tag. Von der Einnahme von Zitrat-haltigen Produkten raten wir in diesen Fällen ab.

Tryptophan – Ausgangspunkt für die Bildung von 5-Hydroxytryptophans, Serotonin und Melatonin

Tryptophan ist eine Aminosäure, die wir täglich mit der Nahrung aufnehmen. Über den Umbau zu 5-Hydroxtryptophan werden dann Serotonin und Melatonin gebildet. Serotonin selber wird über MAO abgebaut. Ein vermehrte bzw. eine verminderte Einnahme von Tryptophan bzw. von 5-Hydroxtryptophan kann demnach Ihre Befindlichkeit beeinflussen, vor allen Dingen dann, wenn Sie einen High-MAO- oder einen Low-MAO-Stoffwechsel haben.

High-MAO. Menschen mit High-MAO-Stoffwechsel können zu depressiven Verstimmungen bis hin zu Depressionen leiden. Das wird auch dem Umstand zugeschrieben, dass Serotonin vermehrt im Körper abgebaut wird. Die Bedeutung von Serotonin wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass bestimmte Medikamente zur Behandlung der Depression, die sog. Serotonin-Reuptake-Hemmer die Wirkung von Serotonin im Gehirn verstärken.

Eine Verstärkung der Bildung von Serotonin durch eine Zufuhr von Tryptophan bzw. 5-Hydroxtryptophan bei High-MAO-Stoffwechsel macht daher Sinn. Sie können es zunächst mit Nahrung versuchen, z.B. mit Cashewnüssen, Käse (Emmentaler, Brie, Edamer) oder Soja. Auch können Sie es mit Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen. Wir bevorzugen hier 100-200 mg 5-Hydroxtryptophan am Tag, da so im Vergleich zur Einnahme von Tryptophan ein Stoffwechselschritt gespart wird. Stark Tryptophan-haltige Lebensmittel bzw. entsprechende Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie eher am Abend einnehmen, da über eine gleichzeitig vermehrte Bildung von Melatonin Müdigkeit verursacht werden kann.

Low-MAO. Menschen mit Low-MAO Metabolismus sollten ein Übermaß an Tryptophan bzw. entsprechende Nahrungsergänzungsmittel eher vermeiden, da sie schwer kalkulierbare Veränderungen des Befindens zur Folge haben können. Neben Schläfrigkeit und Antriebsarmut können Gereiztheit bis zu Aggressivität auftreten.

Vitamin B2 – kann den Abbau von Serotonin unterstützen

Vitamin B2 ist der optimale Ko-Faktor von MAO und unterstützt so vor allen Dingen den Abbau von Serotonin. Aus unserer Sicht ist es noch etwas zu früh hier Empfehlungen auszusprechen. Wir gehen aber davon aus, dass wir bei Menschen mit Low-MAO-Metabolismus ähnlich gute Erfolge erzielen wie mit der Gabe von Magnesium bei Menschen mit Low-COMT-Stoffwechsel. Konsequenterweise raten wir bei einem High-MAO-Stoffwechsel von der zusätzlichen Einnahme von Vitamin B2 ab.

Östrogen und Testosteron – die stärksten Modulatoren von COMT und MAO

Zur Interaktion von Östrogen bzw. Testosteron und dem Stoffwechsel von COMT und MAO wollen wir hier nur kurz Stellung nehmen, da wir das bereits in einem anderen Beitrag tun.

Kurz zusammengefasst, sind die Geschlechtshormone die stärksten epigenetischen Modulatoren der Bildung von COMT und MAO: Östrogen hemmt die Bildung, Testosteron beschleunigt sie. Vor dem Hintergrund der möglichen Nebenwirkungen einer Hormontherapie ist diese verschreibungspflichtig und sollte nur in Absprache mit Fachleuten, d.h. Gynäkologen und Urologinnen erfolgen. Auch wir verschreiben wir in der Cardiopraxis keine Hormonpräparate, sondern sprechen allenfalls Empfehlungen aus.

Auf jeden Fall sollten sich Frauen und Männer gerade bei Beginn, aber auch im Verlauf einer Hormontherapie darüber bewusst sein, dass diese emotionalen Veränderungen zur Folge haben kann, wie z.B. innere Unruhe, Angst bis hin zu Panikattacken auf der einen und depressive Verstimmungen bis hin zur Auslösung einer schweren Depression zur Folge haben kann. Diese unerwünschten Nebenwirkungen erklären sich wesentlich durch die unterschiedliche Genetik von COMT und MAO.

Resveratrol – kann die Aromatase und vermehrte Östrogenbildung reduzieren

Bei der Kombination aus “Low-COMT+High-Aromatase” können Überschüsse an Östrogen auftreten. Dieses ist vor allen Dingen bei jungen Frauen mit Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken sowie mit Östrogen-sensiblen Hautveränderungen verbunden. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein die Aromatase zu mit Resveratrol (5-10 mg pro kg Tag) zu hemmen und eine übersteigerte Östrogenbildung so zu reduzieren.

Nahrungsergänzungsmittel – COMT und MAO

Nahrungsergänzungsmittel sind nicht harmlos, auch wenn sie freiverkäuflich sind. Wir bewerten sie in der Cardiopraxis in ihren Wirkungen und Nebenwirkungen ähnlich wie die industriell hergestellten Medikamente. Grundsätzlich gilt auch, dass Mangelerscheinungen an Vitaminen und Spurenelementen, mit Ausnahme von Vitamin D und Eisen durch die ausgewogene Nahrung eher selten sind.

Achten Sie bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel genau auf den Inhalt, auch da, wo Sie es vielleicht nicht erwarten, z.B. bei Proteinmischungen. Sollten Nahrungsergänzungsmittel ein Mehrfaches der empfohlenen Tagesdosis der oben genannten Stoffe enthalten, dann gilt es besonders vorsichtig zu sein und auf Nebenwirkungen zu achten. Am besten nehmen sie solche potentiell toxischen Mischungen nur über einen begrenzten Zeitraum.

Literatur

 

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Übergewicht & Bluthochdruck – Ursache Körpertemperatur – Video

Übergewicht, Körpertemperatur und Bluthochdruck stehen in einem engen Zusammenhang. Zahlreiche große klinisch-wissenschaftliche Studien haben zu der gesicherten Erkenntnis geführt: Übergewicht, und vor allen Dingen das Bauchfett, erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Sterblichkeit. Übergewicht hat auch unmittelbar symptomatische Folgen, insbesondere Belastungsluftnot und Bluthochdruck. Aber woran liegt das eigentlich und was hat das mit dem Kreislauf zu tun?

Besonders wichtig beim Zusammenhang Übergewicht und Herz-Kreislaufsymptome finden wir die folgenden 3 Mechanismen:

  • Temperaturisolierung
  • Entzündung
  • Hormonbildung

Alle 3 Faktoren wirken zusammen und haben einen Einfluss auf die Regulation Ihrer Körpertemperatur und damit auch auf den Kreislauf.

Übergewicht, Körpertemperatur - Ursache für Bluthochdruck

Regulation der Körpertemperatur – kurze Einführung

Für optimale biochemische Prozesse und folglich für eine gute körperliche und geistige Leistungsfähigkeit benötigt Ihr Körper eine stabile Körpertemperatur. Sie liegt bei den meisten Menschen um 36,5 0C und schwankt um ca. 0,3 0C nach oben und nach unten.

Liegt Ihre Körpertemperatur außerhalb Ihres individuellen Wohlfühlbereichs, dann muss Ihr Körper gegensteuern, um wieder in diese Temperaturzone zu gelangen. Die schnellste und für den Körper am feinsten regulierbare Stellgröße ist dabei die Durchblutung der Körperoberfläche.

Ist Ihrem Körper zu warm, dann STEIGERT er die Durchblutung. So wird mehr Wärme an die Körperoberfläche gebracht und kann dort abgestrahlt werden. Bezogen auf den Kreislauf nennen wir das einen HYPERdynamen oder auch einen Wärme-Dissipitations-Kreislauf. Dekompensiert das System, steigt die Körpertemperatur und Sie beginnen z.B. zu schwitzen.

Ist Ihrem Körper zu kalt, dann VERRINGERT er die Durchblutung. Folglich wird mehr Wärme im Körperkern gehalten. Bezogen auf den Kreislauf nennen wir das einen HYPOdynamen oder einen Wärme-Konservierungs-Kreislauf. Dekompensiert das System, dann schaltet Ihr Körper die Reservemechanismen zur Temperatursteigerung ein, wie z.B. das Kältezittern der Muskeln.

Zur wissenschaftlich-ganzheitlichen Bewertung des Herz-Kreislaufsystems setzen wir in der Cardiopraxis vor allen Dingen die unblutige Herz-Kreislaufmessung in Verbindung mit der Körpertemperaturmessung ein. So können wir auch den Einfluss von Übergewicht und Stoffwechsel auf den Kreislauf sehr differenziert erfassen.

Körperfett – wichtig für die Temperaturisolierung

Wenn wir uns Gedanken über die Bedeutung von Körperfett für das Herz-Kreislaufsystem machen, dann ist es naheliegend sich zu fragen: Welchen positiven Sinn hat Körperfett neben der Speicherung von Energie? Oder anders gesagt: Warum kann Fett für das Kreislaufsystem eigentlich sinnvoll sein?

In der Biologie ist Fett vor allen Dingen eine Isolationsschicht. Wir kennen es von Tieren, die in kalten Regionen leben oder sogar einen Winterschlaf halten. Bevor der Winter beginnt, fressen Sie sich Fett an. Damit beugen sie nicht nur dem Mangel an Futter in der kalten Jahreszeit vor, sondern schützen sich auch vor Kälte.

In der Natur gibt es nun eher Wärme-verlierende und Wärme-konservierende Lebewesen, wie z.B. die Maus oder im Gegensatz dazu den Elefanten. Bestimmt wird diese Einteilung durch das Verhältnis von Körpermasse, bzw. Gewicht zur Körperoberfläche: je größer die Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse, desto mehr Wärme wird pro Masse abgegeben und umso mehr muss ein Tier in Relation zu seinem Körpergewicht fressen, um den Wärmestoffwechsel aufrecht zu erhalten. In diesem Sinne ist die Maus mit 4,5 kg/m2 eher ein “Wärmeverlierer” und folglich der Elefant mit 190 kg/m2 eher ein “Wärmebewahrer”.

Übergewicht, Körpertemperatur - Ursache für Bluthochdruck

Körperfett – auch eine Isolationsschicht bei Menschen

Diese Mechanismen der Wärmekonservierung können wir auch beim Menschen beobachten. Bei ihm liegt das normale Massen-Oberflächenverhältnis zwischen 35-40 kg/m2 Körperoberfläche. Das entspricht einem Body-Mass-Index von 18,5-25 (kg/ (m x m Körperlänge)), welches auch ein indirektes, wenn auch ungenaueres Maß für das Massen-Oberflächenverhältnis des Menschen ist. Das Massen-Oberflächenverhältnis ist im Hinblick auf den individuellen Stoffwechsel beim Menschen sehr fein abgestimmt, so dass bereits relativ geringe Schwankungen sich im Kreislauf bemerkbar machen.

Körperfett – zu starke Temperaturisolierung steigert Blutdruck

Gerät das Gleichgewicht zwischen Körperisolierung und Wärmeproduktion durcheinander, z.B. durch zu viel Bauchfett bei gleichbleibender oder gesteigerter Stoffwechselleistung, dann wird dem Körper zu warm und er versucht dieses durch eine stärkere Wärmeabgabe auszugleichen. Und zwar zunächst durch eine Steigerung des Blutflusses, und in schwereren Fällen durch Schwitzen.

Bereits Schwitzen ist ein Ausdruck von thermischem Stress, welcher mit einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion verbunden ist. Dieses hat nicht nur Unruhe, sondern auch eine zusätzliche Steigerung von Herzfrequenz und Blutdruck, gerade im Sommer, zur Folge.

Ist der Blutdruck eine ganze Zeit lang zu hoch, dann tritt eine Sollwertverstellung im Regelkreis der Blutdruckregulation nach ober auf. Das bedeutet, dass der Körper sich an den hohen Blutdruck “gewöhnt” und versucht ihn fälschlicherweise auf einem höheren Niveau zu halten. Das wiederum kann die medikamentöse Blutdruckeinstellung erheblich erschweren, vor allen Dingen dann, wenn die ursprüngliche Ursache – das Übermaß an Körperfett – nicht reduziert wird.

Ist der Blutfluss bei Übergewichtigen normal, dann benötigen sie das Bauchfett für den Ausgleich einer zu geringen Stoffwechselleistung und damit einer zu geringen Wärmebildung.

Körperfett – Entzündung

Wir wissen sehr genau, dass im Körperfett verstärkt entzündliche Prozesse ablaufen. Diese werden nicht zuletzt durch die Ablagerung von toxischen Substanzen verursacht. Die lokale Entzündung im Fett setzt folglich Entzündungsmediatoren frei, die über die Blutbahn in den Körper gelangen können. Das geschieht vor allen Dingen dann, wenn das immunologisch wirksame Lymphsystem mit den Lymphknoten als Abwehrsystem überlastet ist. Die Entzündungsreaktion bei übergewichtigen Menschen können wir teilweise daran erkennen, dass Entzündungsmediatoren wie z.B. Interleukine und Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein (CRP) im Blut erhöht sind.

Vermehrte Entzündung im Körper bedeutet mehr Stoffwechselaktivität und damit auch mehr Wärmebildung. Überschüssige Wärme muss entsprechend der oben genannten Mechanismen abgegeben werden, so dass Ihr Körper in einem thermoregulatorischen Gleichgewicht bleibt. Die Verbindung aus vermehrter Wärmebildung durch Entzündung und weniger Wärmeabgabe durch übersteigerte thermische Isolierung sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die entscheidenden Ursachen für thermischen Stress. Und damit auch für Bluthochdruck bei übergewichtigen Menschen.

Bauchfett – Hormonbildung von Östrogen

Im Körperfett werden verschiedene Hormone gebildet. Eine besondere Bedeutung für den Kreislauf hat hier die Bildung des hormonell aktiven Östrogens, des 17ß-Östradiols.

Während das im Blut gemessene 17ß-Östradiol bei der prämenopausalen Frau zu 95% in den Eierstöcken gebildet wird, wird es bei der post-menopausalen Frau zu ca. 100% außerhalb der Eierstöcke und beim Mann zu ca. 80% außerhalb der Hoden gebildet. Vorstufen des 17ß-Östradiols sind bei der post-menopausalen Frau und beim Mann dabei vor allen Dingen Testosteron und Androstendion.

Ein Hauptort bei der extragonadalen Bildung des 17ß-Östradiols, d.h. außerhalb der Eierstöcke bzw. der Hoden, ist das Bauchfett. Je mehr Bauchfett, desto mehr 17ß-Östradiol also.

Neben seinen bekannten Auswirkungen, z.B. auf das Fettverteilungsmuster (Hüfte, Brust), hat 17ß-Östradiol auch eine Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem. Wesentlich dabei sind die direkten Effekte auf die Blutgefäße und auf die Verstoffwechselung der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

Östrogen – Wirkung auf Blutgefäße, Blutfluss und Blutdruck

Östrogen bewirkt zunächst einmal eine Weitstellung der Blutgefäße, was eine Senkung des Gefäßwiderstandes und damit eine Steigerung des Blutflusses nach sich zieht. Folglich sinkt der Blutdruck, während die Wärmeabgabe steigt. Frauen kennen diesen Effekt sehr gut. Vor der Menopause ist der Blutdruck gerade zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr sehr niedrig, was mit Herzrasen, Benommenheit und Ohnmachtsanfällen verbunden sein kann. Mit der Menopause treten häufig Schweißausbrüche auf, weil die Blutgefäße enger werden und Wärme so nicht mehr optimal abgeführt werden kann. Schwitzen stellt hier einen Reservemechanismus zur Temperaturabgabe dar. Ein Beleg dafür ist, dass mit der Gabe von Östrogenpräparaten diese Symptome wieder verschwinden.

Der Einfluss von zu viel Östrogen kann starke Blutdruckschwankungen zur Folge haben. Denn der Körper versucht immer wieder, einen latent niedrigen Blutdruck durch eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung auszugleichen, um Ohnmachtsanfälle zu verhindern. Mit der Menopause ist der Mangel an Östrogen ein zusätzliches Risiko für einen erhöhten Blutdruck. Das liegt an einem gesteigerten Blutgefäßwiderstand und den unter anderem damit verbundenen thermischen Stress durch die höhere Körpertemperatur.

Östrogen – Wirkung auf aktivierende Neurotransmitter

Östrogen ist ein sehr starker epigenetischer Faktor bei der Modulation des vegetativen Nervensystems und damit auch bei der Steuerung von emotionalem Befinden und Kreislauffunktion. Epigenetisch bedeutet, dass Östrogen bestimmte Gene an- und ausschalten kann.

Östrogen hat so indirekt einen sehr stark hemmenden Effekt auf den Abbau der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin, weil es die genetische Bildung der abbauenden Enzyme Catechol-O-Methyltransferase und Monoaminooxidase hemmt. Frauen vor der Menopause, die nicht die Pille nehmen, kennen das sehr gut aus der 1. Zyklushälfte vor dem Eisprung, wenn das Östrogen besonders hoch ist: Stimmung und Ausstrahlung sind in der Regel besser als in der 2. Zyklushälfte; Grund ist vor allen Dingen der verringerte Abbau des “Glückshormons” Dopamin.

Ein zu hohes Niveau an aktivierenden Neurotransmittern als Folge eines hohen absoluten bzw. relativen Östrogenspiegels kann vor allen Dingen zu Herzrasen und Blutdruckschwankungen führen. In der Cardiopraxis kennen wir das von Frauen vor der Menopause, von Frauen nach der Menopause mit übermäßiger Östrogensubstitution und von Männern mit nachlassenden Testosteronspiegeln ca. ab dem 40. Lebensjahr.

Gerade bei Männern verschiebt sich ab dem mittleren Lebensalter das Gleichgewicht von Testosteron zugunsten von Östrogen. Hinzu kommt, dass Testosteron genau den entgegengesetzten Effekt zu Östrogen hat, weil es die Bildung der abbauenden Enzyme COMT und MAO epigenetisch aktiviert. Und damit einen vermehrten Abbau von aktivierenden Neurotransmittern bewirkt.

Östrogen verstärkt über die Verringerung des Abbaus von aktivierenden Neurotransmittern auch die emotionale Schwingungsfähigkeit. Das kann wiederum mit Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken verbunden sein. Diese somato-psychischen Effekte verstärken dann die Symptome wie Herzrasen und Bluthochdruck.

Festzuhalten ist, dass wir diese Effekte im Alltag nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern kennen; das Übergewicht ist hier ein wesentlicher Risikofaktor.

Gewichtsreduktion unterstützt die Normalisierung des Blutdrucks

Übergewichtige Menschen sollten sich spätestens ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30(kg/(m x m Körperlänge)) überlegen, ob Sie das Gewicht reduzieren wollen. Ab einem BMI von 30 kg/m2 sind sie sicher für das Auftreten von Herz-Krankheiten gefährdet.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Menschen die Herz-Kreislaufeinstellung verbessert, z.B. durch Intervallfasten. Nicht nur der Blutdruck wird besser einstellbar, nicht selten verbunden mit weniger Medikamenten, sondern auch das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Frühsterblichkeit sinkt z.T. erheblich.

Gewichtsreduktion – auf Ihr Temperaturempfinden sollten Sie achten

Wir können diese positiven Wirkungen der Gewichtsreduktion im praktischen Alltag immer wieder nachvollziehen. Schon eine Gewichtsreduktion von 4-6 kg kann ein normales Gleichgewicht zwischen Wärmebildung und Wärmeabgabe wiederherstellen.

Allerdings sollten Sie bei der Gewichtsreduktion berücksichtigen, dass eine zu starke Reduktion der Wärmeisolierung in Relation zur Wärmebildung zu thermischem Kältestress führen kann. Das passiert durch Aktivierung der Ausgleichssysteme zur Wärmebildung. Diese sind ebenfalls wieder mit einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung verbunden, was sich negativ auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken kann.

Sie sollten bei der Gewichtsreduktion von einem vermehrten Wärmegefühl in die Temperaturindifferenz wechseln. Ihnen ist dann also weder leicht zu kalt noch zu warm. Wenn es Ihnen eher leicht zu kalt ist, dann müssen Sie bei der Gewichtsreduktion aufpassen. Spätestens bei vermehrtem Kältegefühl müssen Sie mit einer Aktivierung Ihres Stoffwechsels beginnen, am besten durch eine aktivere Alltagstätigkeit (z.B. zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit, mehr Stehen), regelmäßiges aerobes Training und Muskelaufbau.

Übrigens raten wir Menschen mit BMI Werten von über 30 kg/m2 in Verbindung mit einem vermehrten Wärmegefühl von exzessivem Sport gerade bei hohen Außentemperaturen ab. Denn dann kann der thermische Hitzestress zur gesundheitlichen Gefährdung führen. In diesem Fall halten wir es für sinnvoll, wenn Sie Gewicht erst einmal durch eine Normalisierung der Nahrungszufuhr, z.B. durch Intervallfasten, verringern.

 

Literatur

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch