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Pulsoximetrie – Lunge testen

Mit der Pulsoximetrie können wir die Lunge testen. Viel Menschen, und vor allen Dingen Menschen, die regelmäßig körperlich trainieren, haben ein Pulsoximeter zu Hause. Sie fragen sich vielleicht, was kann ich damit eigentlich sinnvoll anfangen? Auf die folgenden Fragen versuchen wir Ihnen daher eine Antwort zu geben.

Was misst eigentlich ein Pulsoximeter? Wie gehen wir mit diesem medizinisch wertvollen Gerät um? Auf welche Krankheiten weisen pathologische Messwerte hin? Welche Bedeutung kann die Pulsoximetrie bei der ambulanten Diagnose und Überwachung der gerade ablaufenden COVID-19 Virusepidemie haben?

Die Sauerstoffsättigung als Maß für den Sauerstoffgehalt im Blut

Sauerstoff hat für zahlreiche biochemische Prozesse in unserem Körper, zum Beispiel bei der Energiegewinnung eine kritische Bedeutung. Ohne Sauerstoff sind wir nicht überlebensfähig. Sauerstoff wird über die Lunge aus der Umgebungsluft in das Blut aufgenommen und über den arteriellen Kreislauf zu allen Organen und Geweben in unserem Organismus transportiert. Dieses sog. arterielle Blut hat einen hohen Sauerstoffgehalt. Das Blut gibt dann im Gewebe eine bestimmte Menge Sauerstoff ab und das sauerstoffärmere Blut wird dann im Körperkreislauf über die Venen zurück zur Lunge transportiert, wo dann erneut Sauerstoff aufgenommen wird.

Die arterielle Sauerstoffsättigung (SaO2 in %) des Blutes ist eine Messgröße, die es uns erlaubt den sogenannten Sauerstoffpartialdruck (paO2 in mmHg) beziehungsweise den Sauerstoffgehalt (CaO2 = SaO2 x Hämoglobin [g/dl] x 1,34 [ml/g] + paO2 [mmHg] x 0,0031 [1/mmHg*ml/dl]) des Blutes abzuschätzen.

Die Sauerstoffsättigung korreliert nicht linear, d.h. nicht im Verhältnis von 1:1 mit genaueren Parametern der Sauerstoffversorgung des Körpers, dem Sauerstoffpartialdruck bzw. Sauerstoffgehalt. Das heißt, dass zum Beispiel bei einer Sauerstoffsättigung von 80% schon ein schwerer Sauerstoffmangel vorliegt.

Die arterielle Sauerstoffsättigung kann direkt im Blut mittels Blutentnahme, zum Beispiel mit der sogenannten Blutgansanalyse oder auch mittels Pulsoximetrie unblutig und somit schmerzfrei über die Haut bestimmt werden.

Pulsoximetrie – technische Methode

Die Pulsoximetrie misst die Sauerstoffsättigung photometrisch. Das bedeutet, dass mittels Durchleuchtung der Haut die Veränderungen der Lichtabsorption messtechnisch bestimmt werden. Das Pulsoximeter besteht aus einem Sender und einem Empfänger. Der Sender hat 2 LED-Lichtquellen mit unterschiedlichen Wellenlängen, welche ihr Licht in ein Körperteil zum Beispiel den Finger abgeben. Nach Austritt des Lichtes wird dieses dann mittels Fotoelektrode im Empfänger des Pulsoximeters gemessen.

Durch diesen Prozess werden indirekt das oxygenierte (Oxyhämoglobin) und das desoxygenierte Blut (reduziertes Hämoglobin) bewertet. Hierfür werden 2 Lichtwellenlängen 660 nm (rot) und 940 nm (infrarot) verwendet. Das Verhältnis der Absorption bei diesen Wellenlängen wird berechnet um das Maß der arteriellen Sättigung (SpO2) zu ermitteln.

Pulsoximetrie – Ruhemessung

Die Sauerstoffsättigung mittels Pulsoximetrie wird üblicherweise am Finger gemessen, kann aber auch am Ohrläppchen oder am Zeh abgeleitet werden. Wichtig ist, dass der Sensor stabil und erschütterungsfrei sitzt.

Bei der Messung am Finger wird ein Fingerclip über den Finger gestülpt. Aus einem Anteil wird Licht gesendet, und im anderen Anteil wird das Licht nach Durchscheinen des Körperteils analysiert.

Der Normalbereich der Sauerstoffsättigung beträgt 92-97%.

Sind alle Fehlerquellen ausgeschaltet (siehe unten), dann ist die pulsoximetrisch bestimmte Sauerstoffsättigung ein Maß für die Funktionsfähigkeit Ihrer Lunge. Die Messmethode wird sowohl bei akuten als auch bei chronischen Lungenerkrankungen eingesetzt

Bei den akuten bzw. potentiell bedrohlichen Zuständen sind dieses vor allen Dingen die Überwachung bei:

  • Narkosen einschl. Aufwachphase
  • mechanischer Langzeitbeatmung
  • Überwachung medizinischer Maßnahmen mit Sedierung, z.B. Gastroskopie (während und danach)

Die Methode hat sich im akut-medizinischen Bereich besonders bewährt, da sie im Gegensatz zur punktuellen arterielle Blutgasanalyse die Sauerstoffsättigung kontinuierlich messen kann. So wird eine zeitlich lückenlose Überwachung von gefährdeten Patienten möglich.

Allerdings muss die pulsoximetrisch ermittelte Sauerstoffsättigung gerade bei der mechanischen Beatmung auf einer Intensivstation immer wieder mit einer arteriellen Blutgasanalyse abgeglichen werden, zum Beispiel alle 2 Stunden durch eine arterielle Blutentnahme aus einer arteriellen Verweilkanüle.

Bei den chronischen Erkrankungen können wir mit Hilfe der Pulsoximetrie die Funktionsfähigkeit der Lunge sowohl bei den Atemwegserkrankungen, wie zum Beispiel der häufigen chronisch obstruktiven Atemwegserkrankung, der sog. COPD, den Lungengerüsterkrankungen, wie der Lungenfibrose und Lungengefäßerkrankungen, zum Beispiel der pulmonal-arteriellen Hypertonie besser abschätzen. Dabei ist die Pulsoximetrie allerdings nur ein, wenn auch ein wichtiger Baustein der Diagnostik.

Pulsoximetrie – Belastungstest

Unter körperlicher Belastung bleibt die Sauerstoffsättigung bei gesunden Menschen normal. Ein Abfall der Sauerstoffsättigung auf Werte <92% ist, vorausgesetzt es liegt kein Messfehler vor, nicht normal. Lediglich in Ausnahmefällen können auch Herz-Kreislauf- und Lungen-gesunde Menschen einen Sättigungsabfall bei maximaler exzessiver körperlicher Überanstrengung aufweisen.

Wir müssen bei der Interpretation berücksichtigen, dass ein Sättigungsabfall unter Belastung auch bei einer gesunden Lunge auftreten kann. Dieses kann ein Hinweis auf eine periphere Durchblutungsstörung sein, vor allen Dingen bei Herzschwäche und Bluthochdruck. Der Abfall der Sauerstoffsättigung tritt dann schon bei mittel-schwerer Belastung auf, zum Beispiel bei schnellem Gehen ohne einschränkende Luftnot (aber ohne das Vermögen beim Gehen zusätzlich zu sprechen).

Im Krankheitsfall ist hier es gerade bei den chronischen Lungenerkrankungen so, dass die Sauerstoffsättigung in Ruhe häufig Normwerte aufweist. Daher macht eine Belastungsuntersuchung mit Bestimmung der Sauerstoffsättigung vor, während aber mindestens bei Ende der körperlichen Belastung hier Sinn.

Setzt man diese Menschen dann einem standardisierten Belastungs-Test, zum Beispiel einem 6-Minuten Gehtest oder dem Treppensteigen in einem Treppenhaus aus, dann können wir wertvolle Hinweise nicht nur auf den Funktionszustand der Lunge, sondern auch auf die Langzeitprognose gewinnen. Fällt die Sauerstoffsättigung während der körperlichen Belastung ab, dann ist das ein prognostisch ungünstiges Zeichen.

Pulsoximetrie – Fehlerquellen

Bei der Pulsoximetrie gibt es verschiedene Fehlerquellen:

  • instabiler Sitz des Fingersensors führt zu sogenannten Bewegungsartefakten
  • Nagellack (auch Acryllack)
  • geringe Durchblutung (zum Beispiel durch Herzschwäche oder kalte Hände)
  • dunkle Hautfarbe
  • starkes Kunstlicht in der Umgebung
  • Blutarmut mit geringem Hämoglobingehalt (sogenannte Anämie)
  • Störungen vorhandenen Hämoglobins durch Vergiftungen (zum Beispiel durch Caboxyhämoglobin oder Methämoglobin, eher selten)

Somit werden als Fehlmessung praktisch ausschließlich falsch zu niedrige Werte abgeleitet. Das bedeutet also bei einer gemessenen Sauerstoffsättigung, zum Beispiel von <90%, dass Sie zunächst die Fehlerquellen ausschalten sollten. Vor allen Dingen bei kalten Fingern, sollten Sie diese in warmem Wasser erwärmen.

COVID-19 Viruspneumonie – die H-Form und die L-Form

Bei der COVID-19 Pneumonie gibt es grundsätzlich 2 verschiedene Varianten, die COVID-19-L-Pneumonie (L = light, engl. für leicht) und die COVID-19-H-Pneumonie (H = heavy, engl. für schwer).

Die H-Form entspricht funktionell einer typischen Pneumonie, d.h. hier sind sowohl das Lungengerüst als auch der Luftraum entzündlich verändert und mit Flüssigkeit gefüllt; aus einem leichten trockenen Schwamm ist so ein schwerer nasser Schwamm geworden. Das bedeutet, dass die Atemarbeit erschwert ist und wir die Lungenbeteiligung durch Luftnot und Anstieg der Atemzüge pro Minute, zum Beispiel von in Ruhe normal 8-16 auf >20 Atemzüge pro Minute in der Regel merken. Die H-Form tritt nicht bei allen Patienten mit COVID-19 Pneumonie auf, und damit meistens erst in der späten Phase.

Bei der L-Form, welche typischerweise und gerade in der Frühphase einer Lungenbeteiligung durch COVID-19 vorkommt, ist nur das Lungengerüst betroffen. Die Atemarbeit in Ruhe ist in der Regel nicht erhöht, obwohl bereits schwere Lungenveränderungen in der Computertomografie des Thorax nachweisbar sind und die Sauerstoffsättigung bis auf Werte von unter 80% eingeschränkt ist. Darüber hinaus ist es auch so, dass zwar die Atemfrequenz bis auf Werte von deutlich >20 Atemzüge steigt, dieses von den Patienten allerdings nicht bedrohlich empfunden wird. Folglich können wir ein frühe Lungenbeteiligung, die im weiteren Verlauf lebensbedrohlich werden kann, gerade in der Frühphase häufig gar nicht subjektiv merken.

Zusammengefasst finden wir bei der L-Form der COVID-19 Pneumonie also in Bezug auf die Lunge häufig folgende Konstellation vor:

  • geringe oder gar keine subjektiven Symptome der Luftnot in Ruhe, wie z.B. Unruhe, Angst oder Panik
  • schrittweiser Anstieg der Atemfrequenz bis auf Werte von >20 Atemzüge pro Minute (ohne Symptome)
  • Sauerstoffsättigung <92%
  • ausgeprägte radiologische Veränderungen der Lunge im Computertomogramm

Pulsoximetrie – Stellenwert bei COVID-19

Vor dem Hintergrund der Besonderheiten der COVID-19-L-Pneumonie kann die Anwendung der Pulsoxymetrie in der frühen und mittleren Phase der Erkrankung eine diagnostische Bedeutung haben. Dieses gilt vor allen Dingen für die Anwendung durch Ärzte der sog. Primärversorgung, das heißt für Hausärzte und Fachärzte in der ambulanten Versorgung. Auch medizinische Laien können diese Messung einfach zu Hause durchführen.

Bei der pulsoximetrischen Ruhemessung sollte zeitgleich beziehungsweise zeitnah die Atemfrequenz in körperlicher Ruhe gemessen werden. Dafür setzen Sie sich am besten 5 Minuten ruhig auf einen Stuhl. Sie legen dann mit Blick auf eine Uhr die gefalteten Hände leicht auf den Oberbauch und zählen über 1 Minute die Atemzüge. Individuell unterschiedlich betragen die Normalwerte hier zwischen 8-18 Atemzüge pro Minute.

Da die Sauerstoffsättigung durch eine kompensatorische Steigerung der Atemfrequenz bei einer Lungenerkrankung normal sein kann, ist wahrscheinlich ein individuell standardisierter Belastungstest sinnvoll. So können Sie zum Beispiel 2-4 Treppen steigen und die Sauerstoffsättigung vor und nachher bestimmen. Denkbar ist, dass die Sauerstoffsättigung unter mittel-schwerer Belastung bei Patienten mit asymptomatischen Patienten mit COVID-19 Pneumonie deutlich abfällt. Dieses wäre dann ein hilfreicher Provokationstest, der helfen würde, die Lungenbeteiligung bei Menschen mit normaler Sauerstoffsättigung in Ruhe zu demaskieren.

Bei allen Überlegungen zur Bedeutung der Pulsoximetrie zur Unterstützung der Diagnose bzw. Überwachung der COVID-19 Pneumonie im ambulanten Bereich, d.h. außerhalb des Krankenhauses müssen wir festhalten, dass zu diesem Thema noch keine wissenschaftlichen Daten vorliegen. Daher können die gemachten Ausführungen zunächst nur ein Hinweis sein.

Grundsätzlich kann die Diagnose einer Lungenerkrankung durch COVID-19 alleine auf der Grundlage einer pulsoximetrischen Messung weder ausgeschlossen noch gestellt werden. Wir müssen weitere Zusatzsymptome bzw. Kontakte mit COVID-positiven Menschen beachten. Im Zweifel müssen Sie auf jeden Fall frühzeitig eine Ärztin bzw. einen Arzt um Rat bitten.

Atemfrequenz und Pulsoxymetrie

Wenn Sie zu Hause ein Pulsoximetriegerät zur Überwachung einer Lungenentzündung nutzen, dann sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass die Atmung einem Regelkreis folgt. Das bedeutet, dass Ihr Körper bestrebt ist die Atemgase Sauerstoff und Kohlendioxid jeweils auf einem bestimmten Sollwert zu halten. Um dieses Ziel zu erreichen nutzt der Körper sog. Ausgleichsmechanismen. Im Fall der Atmung sind dieses die Atemtiefe und vor allen Dingen die Atemfrequenz.

Bei einer typischen Lungenentzündung, die alle Anteile der Lunge einschließlich der luftgefüllten Anteile erfasst, ist die Atemarbeit besonders hoch (“Aus einem trockenen leichten Schwamm wird ein nasser schwerer Schwamm”). Im Fall der typischen Lungenentzündung ist es folglich so, dass die Atemfrequenz und damit die Atemarbeit steigt BEVOR die Sauerstoffsättigung abfällt. Daher sollten Sie bei einer Überwachung einer Lungenentzündung immer die Atemfrequenz mitmessen. Fällt die Sauerstoffsättigung ab, dann ist das bereits ein Zeichen eines beginnenden respiratorischen Versagens.

Bei der atypischen Pneumonie ist es so, dass zunächst nur das Lungengerüst von der Entzündung erfasst wird und der luftgefüllte Raum ausgespart bleibt. Das hat zur Folge das trotz einer Störung des Gasaustauschs die Atemarbeit im Vergleich zur typischen Pneumonie geringer ist und die betroffenen Menschen sich in Ruhe recht wohl fühlen. Dementsprechend kann auch die Atemfrequenz trotz eines Abfalls der Sauerstoffsättigung vergleichsweise nur leicht erhöht sein. Diese Gesetzmäßigkeiten gelten übrigens auch bei der COVID-19 Viruspneumonie.

Pulsoximetrie – Lunge: grundsätzliches Vorgehen bei der Selbstmessung

Sollten Sie mit einem Pulsoximeter pathologische Messwerte messen, dann gilt es zunächst mögliche Fehlerquellen ausschließen. Falls Sie nach Ausschluss aller Fehlerquellen weiterhin pathologische Werte ableiten, dann ist es sinnvoll, wenn Sie zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren, vor allen Dingen dann, wenn Zusatzsymptome vorliegen. Am besten gehen Sie zu einem Facharzt für Lungenheilkunde beziehungsweise für Kardiologie, da diese in der Regel selber über die Möglichkeit der Pulsoxymetrie verfügen und gegebenenfalls weitere diagnostische Schritte einleiten können.

Grundsätzlich gilt, dass Sie bei Lungenentzündung bei einer Atemfrequenz von >20 Atemzügen pro Minute und/oder einer Sauerstoffsättigung von <92% ärztliche Hilfe suchen sollten.

Sollten Sie bei sich selber den Verdacht auf eine COVID-19 Virusinfektion haben, dann sollten Sie den Hausarzt anrufen und sich telefonisch über weitere Schritte informieren. Ihr Hausarzt kennt immer den von Gesundheitsämtern vorgegeben aktuellen Stand zu den weiteren Maßnahmen.

 

Literatur

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COVID-19 – optimale Hygiene in der Arztpraxis – mehr Sicherheit für Patienten und Personal

Auch wir in der Cardiopraxis passen uns immer wieder an die aktuellen Gegebenheiten der COVID-19 Virusepidemie an. Dazu gehören natürlich an erster Stelle die hygienischen Maßnahmen zu Ihrem Schutz und zum Schutz der Mitarbeiter.

Wir haben schon Ende Januar eine ganze Reihe von Maßnahmen geplant und schrittweise eingeführt, so dass der Praxisbetrieb für Sie sicher aufrechterhalten werden kann.

Mit der praktischen Umsetzung haben wir bereits Mitte März begonnen, zum Beispiel indem wir am 18.3.2020 die beiden Standorte in Düsseldorf und Meerbusch personell komplett getrennt haben. Das bedeutet folglich, dass keine Mitarbeiter, seien es nicht-ärztliche oder ärztliche zwischen den Standorten wechseln. Folglich sind beide Standorte hygienisch betrachtet komplett unabhängige Einheiten.

Folglich unterscheiden wir bei unseren Maßnahmen zum Schutz bei COVID-19 in Personal-bezogene und in Besucher-bezogene Schutzmaßnahmen.

COVID-19 – optimale Hygiene – Hygienemaßnahmen für Besucher in der Cardiopraxis

Händedesinfektion. Mit dem Betreten der Cardiopraxis bitten wir Sie, dass Sie sich die Hände desinfizieren. So können Corona-Viren, die sich auf ihren Händen befinden, zum Beispiel durch den Kontakt mit Türklinken oder Einkaufswagen, unschädlich gemacht werden.

Weiterhin finden Sie Desinfektionsspender an weiteren Orten in der Praxis, auch in den Toiletten. Nutzen Sie sie.

Mund-Nasen-Schutz. Nach der Händedesinfektion bitten wir Sie, sofern Sie keinen eigenen Mund-Nasen-Schutz mitbringen, einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen, den wir Ihnen zur Verfügung stellen.

Messung Körpertemperatur. Wir messen orientierend die Oberflächen-Körpertemperatur bei jedem Besucher. Nur Menschen mit einer normalen Körpertemperatur und ohne Symptome werden in der Cardiopraxis betreut. Im Fall, dass Menschen diese Kriterien nicht erfüllen, bitten wir die Betroffen mit dem Hausarzt telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Barriere. An der Rezeption haben wir für Sie zur Einhaltung des Abstands Signalstreifen auf dem Fußboden angebracht. Darüber hinaus verfügt die Rezeption über einen Plexiglasschutz.

Abstands-Regel. Wir halten die Abstandsregel ein. Das bedeutet, dass die Wartezimmer nicht voll besetzt werden. Wir bitten Sie daher nicht zu früh, aber auch nicht zu spät zu kommen. Auch auf Begleiter sollten Sie soweit als möglich verzichten.

Oberflächendesinfektion. Die Oberflächen gerade die viel genutzten Türklinken werden mehrmals am Tag desinfiziert. Die Schallköpfe der Ultraschallgeräte werden nach jedem Einsatz leitliniengerecht desinfiziert.

Raumlüftung. Ein besonderes Anliegen ist uns die Güte der Raumluft, denn je besser die Lüftung, desto höher die “Verdünnung” einer möglichen Viruslast und folglich desto geringer das Ansteckungsrisiko. Wir halten daher die Fenster geöffnet und verzichten zusätzlich auf den Einsatz der Klimaanlagen. Zur Bestimmung der Reinheit der Luft messen wir den CO2-Gehalt. Liegt dieser Wert <1.000 ppm (parts per million), dann gilt das Ansteckungsrisiko über der Aerosolweg als sehr gering.

COVID-19 – Hygienemaßnahmen für Personal in der Cardiopraxis

Temperaturmessung. Sowohl beim nicht-ärztlichen als auch beim ärztlichen Personal messen wir täglich die Körpertemperatur und dokumentieren sie. Bei Temperaturerhöhung wird genauso verfahren, wie bei den Besuchern der Praxis.

Händedesinfektion. Die Händedesinfektion ist besonders wichtig. Daher waschen wir uns nach jedem Patientenkontakt gründlich die Hände und führen eine sorgfältige Desinfektion von Händen und Unterarmen durch.

Mundschutz. Im direkten Patientenkontakt tragen sowohl das ärztliche- als auch das nicht-ärztliche Personal einen Mundschutz, der einmal täglich gewechselt wird.

Arbeitskleidung. Die Arbeitskleidung der Mitarbeiter der Cardiopraxis wird regelmäßig gewechselt. Zudem wir die Arbeitskleidung durch Mitarbeiter am jeweiligen Standort viruzid in einer Waschmaschine gereinigt. An einem Standort erfolgt dieses mittels einer Waschmaschine mit Ozonwaschgang, am anderen Standort mit Spezialwaschmittel. Beide Verfahren töten Viren zu >99% ab.

COVID-19 – optimale Hygiene in der Arztpraxis – Perspektive für eine gesunde Cardiopraxis

Weiterhin ist der Verlauf  der COVID-19 Virusepidemie in der Zukunft noch nicht sicher. Schließlich müssen wir bei  einem längeren Verlauf mit mehr oder weniger einschränkenden Maßnahmen des Seuchenschutzes rechnen.  Cardiopraxis wird diesen Verlauf genau beobachten und im Sinne Ihrer Sicherheit adäquat darauf reagieren.

 

 

 

 

Weitere Informationen

Robot-Koch-Institut

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COVID-19 – Notfall Herzinfarkt, Schlaganfall – 112 immer verständigen

Die COVID-19 Virusepidemie führt zu einer deutlichen Mehrbelastung der Notaufnahmestationen der Krankenhäuser. Folglich stellen sich zahlreiche Menschen stellen sich mit Symptomen einer Infektionserkrankung vor, auch mit der Frage, ob eine COVID-19 Infektion vorliegt. Bei COVID-19 – Notfall Herzinfarkt, Schlaganfall müssen diese aber weiterhin auch im Krankenhaus behandelt werden.

Auffällig ist allerdings, dass die Zahl von Patienten, die mit einem akuten Koronarsyndrom, d.h. einer instabilen Angina pectoris oder einem Herzinfarkt im Krankenhaus behandelt werden deutlich um bis zu 40% zurückgegangen ist. Das gilt auch für die stationären Aufnahmen wegen Verdachts auf Schlaganfall und kann auch für das erstmalige Auftreten von Vorhofflimmern angenommen werden. Das ist nicht nur in Deutschland so, sondern auch in anderen Ländern mit einem hohen Versorgungsstandard, so z.B. in Spanien der Schweiz oder auch in den USA.

Problematisch ist, dass alle diese Krankheitsbilder mit erheblichen kurzfristigen und langfristigen Schäden verbunden sein können. Dies reichen von der Herzschwäche, über den neurologischen Funktionsverlust bis hin zum frühzeitigen Tod, letzteres gerade in den ersten Stunden nach Beginn des akuten Ereignisses.

Warum gehen die Behandlungszahlen für akute Herz-Kreislauferkrankungen zurück?

Der Rückgang der Behandlungszahlen ist umso mehr erstaunlich, weil jede entzündliche Erkrankung gerade bei Risikopatienten, z.B. solchen mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck und höherem Alter auch die Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzrhythmusstörungen erhöht. Gerade in Zeiten der akuten COVID-19 Virusepidemie würden wir daher auch eine Steigerung der Behandlungsfälle erwarten. Hinzu kommt, dass die Unsicherheit bei vielen Menschen mit Angst verbunden ist, welche wiederum Adrenalin-vermittelt ebenfalls ein bedeutsamer Risikofaktor ist.

Der Hauptgründe warum Menschen derzeit den Kontakt zur Akutversorgung meiden sind mit hoher Wahrscheinlichkeit:

  • Angst sich im Krankenhaus mit dem Coronavirus zu infizieren
  • Angst im Krankenhaus nicht richtig behandelt zu werden

Infektionsrisiko im Krankenhaus. Ein Krankenhaus kann sicherlich einen Ort mit einer erhöhten Konzentration von Menschen mit einer Corona-Virusinfektion darstellen. Allerdings sind Krankenhäuser die Orte in Deutschland mit dem höchsten hygienischen Versorgungsstandard. Folglich sind Sie hygienisch betrachtet in einem Krankenhaus sicherer als zum Beispiel in einer größeren Menschenansammlung auf der Straße.

Akutbehandlung im Krankenhaus. Sie können versichert sein, dass in den Krankenhäusern akute Krankheitsbilder, wie z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall weiterhin sehr gut versorgt werden. Hierfür stehen die entsprechenden Ressourcen, wie Herzkatheterlabor und Schlaganfallbehandlungseinheiten weiter zur Verfügung.

COVID-19 – Notfall – Handeln bei ablaufendem Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt macht sich meistens durch einen Druck hinter dem Brustbein bemerkbar. Der Druck kann auch isoliert in der Schulter, dem Arm, dem Rücken oder dem Oberbauch auftreten. Sogar ein dumpfes Ziehen im Unterkiefer kann vorkommen.

Bei einem Herzinfarkt ist der Brustdruck fast immer von Zusatzsymptomen begleitet. Hierzu zählen insbesondere:

  • Brustdruck in Ruhe

plus

  • Luftnot
  • Ausstrahlung
  • Blässe
  • Übelkeit
  • Schwitzen
  • Verwirrtheit

Handeln. Jede Minute zählt. Wenn Sie einen anhaltenden Druck über 10 Minuten spüren, dann müssen Sie sofort handeln und den Notruf 112 verständigen. Die Rettungskräfte sind im Stadtgebiet innerhalb von Minuten bei Ihnen vor Ort und bringen Sie unverzüglich in ein Krankenhaus, in der Regel mit der Möglichkeit der Katheter-gestützten Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes.

COVID-19 – Verhalten bei instabiler Angina pectoris – drohender Herzinfarkt

Eine instabile Angina ist definiert als erstmaliges Auftreten von Angina pectoris mit einer Dauer von weniger als 10 Minuten bzw. als eine Verringerung der symptomfreien Belastung in den letzten 4 Wochen. Eine instabile Angina pectoris ist häufig der Vorbote für einen Herzinfarkt.

Handeln. Bei instabiler Angina pectoris sollten Sie zeitnah, d.h. innerhalb von 24h Stunden ärztliche Hilfe aufsuchen. Das kann eine Notaufnahmestation, aber auch der Besuch bei einer ambulant tätigen Kardiologin bzw. Einem Kollegen sein. Hier kann das individuelle Risiko durch diagnostische Tests sicher abgeschätzt und weitere Maßnahmen können eingeleitet werden.

COVID-19 – Verhalten bei absolut unregelmäßigem Puls – mögliches Vorhofflimmern

Wenn Ihr Puls unregelmäßig ist, dann kann Vorhofflimmern vorliegen. Folglich erhöht Vorhofflimmern das Risiko für einen Schlaganfall um das 5-fache.

Handeln. Bei Verdacht auf Vorhofflimmern sollten Sie zeitnah eine Kardiologin bzw. einen Kardiologen aufsuchen. Mittels EKG kann dann die richtige Diagnose gestellt werden und gegebenenfalls ein Schlaganfall verhindert werden. Sollten Sie in Verbindung mit einem schnellen unregelmäßigen Puls Benommenheit und Luftnot verspüren, dann ist es ratsam eine Notaufnahmestation aufzusuchen bzw. In besonders schweren Fällen das Rettungsteam unter 112 zu verständigen.

COVID-19 – Notfall – Handeln bei ablaufendem Schlaganfall

Bei einem ablaufenden Schlaganfall droht der unwiederbringliche Untergang von Gehirngewebe mit Verlust der körperlichen und geistigen Selbstbestimmtheit. Auch hier kann Die Medizin helfen

  • Lähmung und Sensibilitätsstörung (zum Beispiel Kribbeln) einer Körperseite
  • Sprachstörungen: Wörter werden nicht verstanden oder richtig ausgesprochen
  • Sehstörungen: kurze Sehstörung auf einem Auge oder Gesichtsfelddefekte, das heißt es werden Gegenstände am Bildrand nicht mehr gesehen
  • Schwindel mit Gangstörungen
  • heftigster, in dieser Form bisher unbekannter Kopfschmerz

Handeln. Jede Minute zählt. Sollten Sie oder einer Ihrer Mitmenschen eines der genannten Symptome aufweisen, dann müssen Sie unverzüglich die Rettungskette unter 112 in Gang setzen.

COVID-19 – Verhalten bei drohendem Schlaganfall

Ähnlich wie die instabile Angina pectoris ein Vorbote für einen Herzinfarkt sein kann, so kann können auch die genannten neurologischen Symptome Vorbote für einen Schlaganfall sein, auch wenn sie nur kurzzeitig auftreten.

Handeln. Ähnlich wie bei der instabilen Angina pectoris für das Herz sollten Sie zeitnah, das heißt in diesem Fall innerhalb von Stunden, ärztliche Hilfe aufsuchen.

Den Hund, der nicht bellt, kannst du nicht finden. Harlan Krumholz

COVID-19 – Akute Symptome – mit Herz und Hirn richtig und zügig handeln

Uns in der Cardiopraxis ist bewusst, dass sich derzeit Menschen in Zeiten der COVID-10 Pandemie scheuen eine Notaufnahmestation aufzusuchen bzw. akute ärztliche Hilfe unter 112 anzufordern. Wir können Sie nur in Ihrem Sinne bitten im Akutfall das richtige zu tun, denn nur wenn Sie sich melden, dann können wir Ihnen helfen.

Daher gilt Zeichen des ablaufenden Herzinfarktes beziehungsweise Schlaganfalls: IMMER 112 verständigen.

Sollten instabile Symptome ohne anhaltende Beschwerden, zum Beispiel eine instabile Angina pectoris vorliegen, dann können Sie gerne mit uns in der Cardiopraxis kurzfristig Kontakt aufnehmen. In der Praxis können dann das Risiko abschätzen und weitere Maßnahmen einleiten.

 

 

 

 

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COVID-19 – Herzrhythmusstörungen – Vorhofflimmern und andere bei Corona Virusinfektion

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen sind ein relevantes medizinische Problem, denn die Corona Virusinfektion betrifft nicht nur die Lunge, sondern kann auch das Herz schädigen. Immerhin bei jedem fünften Menschen, der mit einer Corona Virusinfektion in das Krankenhaus aufgenommen wird, gibt es Anzeichen für eine Herzschädigung.

Die Herzschädigung kann sich in Form einer Herzmuskelschädigung, z.B. in Form eines Herzinfarktes oder einer Herzmuskelentzündung äußern und eine akute Herzschwäche zur Folge haben. Überdies treten gerade Herzrhythmusstörungen bei dieser Virusinfektion besonders häufig auf. Schließlich hatten in einer Studie aus Wuhan 44% der Patienten mit einer Corona Virusinfektion im Krankenhaus Herzrhythmusstörungen.

Die meisten Fälle der COVID-19 Erkrankungen verlaufen erfreulicherweise milde. Daher ist die medizinisch sinnvolle Maßnahme bei leichten Fällen die häusliche Quarantäne. Grundsätzlich begünstigend auf die Entstehung von Herzrhythmusstörungen sind neben der Virusinfektion selber auch die Umstände der Quarantäne.

Wir möchten Ihnen Hilfestellungen geben, wie Sie Herzrhythmusstörungen selbst erkennen können und im Ereignisfall richtig handeln.

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen – entzündlicher Mechanismus relevant

Die Mechanismen der Herzrhythmusstörungen sind nicht vollständig geklärt. Ursachen können im Wesentlichen in 2 Gruppen eingeteilt werden. Wir unterscheiden eine strukturelle Herzschädigung des Herzens selber von systemischen Ursachen, bei der die Veränderungen am Herz ein sekundäres Begleitphänomen sind.

 

Strukturelle Herzschädigung. Im Rahmen der Corona Virusinfektion können strukturelle und funktionelle Schäden am Herzmuskel auftreten. Möglich sind direkt toxische Effekte des Virus auf den Herzmuskel oder eine inflammatorische Entzündungsreaktion.

Systemische Ursachen: Im Rahmen der Corona Virusinfektion kommt es wie bei allen systemischen Entzündungen zu Dysbalancen und Betonung von Triggerfaktoren von Herzrhythmusstörungen. Zu den häufigsten Auslösern von Herzrhythmusstörungen gehören:

  • Fieber
  • Störungen im Elektrolythaushalt
  • vermehrte Aktivität des sympathischen Nervensystems
  • systemischer Sauerstoffmangel bei schweren Infektverläufen

Folglich können wir uns im Rahmen der Corona Virusinfektion vorstellen, dass bei Menschen mit vorbestehenden Herzrhythmusstörungen diese an Intensität und Häufigkeit zunehmen können. Demgegenüber kann es bei Menschen ohne bislang bekannte Herzrhythmusstörungen zum erstmaligen Auftreten von Herzrhythmusstörungen kommen.

COVID-19 – nicht-entzündliche Mechanismen von Herzrhythmusstörungen

Neben den genannten entzündlichen Faktoren, die Herzrhythmusstörungen begünstigen, haben aber auch Faktoren, die mit der Quarantäne zusammenhängen, auslösenden Charakter für Rhythmusstörungen, zum Beispiel:

  • Angstzustände
  • Depression
  • Bewegungsmangel
  • Blutdruckschwankungen
  • unterbewußter Stress mit neuro-vegetativer Dysbalance

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen – welche treten auf?

Herzrhythmusstörungen können sich grundsätzlich wie folgt äußern:

  • zu langsamer Herzschlag, das heißt < 50 Schläge/min
  • zu schneller Herzschlag, das heißt > 100 Schläge/min
  • unregelmäßiger Herzschlag

Die häufigste Herzrhythmusstörung während der COVID-19 ist eine Sinustachykardie, d.h. eine Beschleunigung des normalen Herzrhythmus. Wenn Sie zum Beispiel normalerweise in Ruhe eine Herzfrequenz von 72 bpm mit regelmäßiger Schlagfolge haben, dann kann diese bedingt durch die Virusinfektion 108 bpm betragen, auch wenn Sie längere Zeit ruhig auf einem Stuhl gesessen haben. Wir kennen diesen beschleunigten Herzrhythmus übrigens regelhaft von den meisten fieberhaften Erkrankungen.

Darüber hinaus wird immer wieder eine Häufung von Extrasystolen aus Vor- und Hauptkammer bis hin zu Vorhofflimmern berichtet. Demgegenüber sind Bradykardien, d.h. ein zu langsamer Herzschlag oder gar kurze Phasen eines Herzstillstandes bei schwersten Infektverläufen nur vereinzelt vorgekommen.

COVID-19 – Herzrhythmusstörungen selbst erkennen

Herzrhythmusstörungen werden mit dem EKG erfasst. Sie selbst können aber erste wertvolle Hinweise durch ein regelmäßiges Tasten des Pulses bekommen. Kurzum, Vorhofflimmern können Sie durch Tasten des Pulses ziemlich genau erkennen.

Weiterhin konnte in verschiedenen Studien eine Genauigkeit der patienteneigenen Analyse mit erstaunlichen 92 % festgestellt werden. Darüber hinaus  liegt die Genauigkeit beim 1-Kanal-EKG, die der Patient selber schreiben kann, noch höher. Hier ist zum Beispiel die App-basierte Analyse zu über 98% genau. Darüber hinaus liegt hier ein Vorteil, dass das aufgezeichnete EKG anschliessend vom Arzt bewertet werden kann.

COVID-19 – Vorhofflimmern selbst erkennen

Vorhofflimmern ist gekennzeichnet durch eine absolute Arrhythmie, d.h. die Herzschlagabfolge ist völlig chaotisch ohne erkennbare Regel. Zudem ist der Herzschlag, wenn keine Medikamente wie Betablocker eingenommen werden, häufig beschleunigt.

Puls auf Regelmäßigkeit tasten:

Normal = regelmäßig:

__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I__I

 

Einzelne elektrische Extrasystolen = regelmäßiger Grundrhythmus + mechanische Pausen:

__I__I__I_____I__I__I__I__I__I__I__I

 

Vorhofflimmern = absolute Unregelmäßigkeit („Morse-Code“):

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

COVID 19 – Herzrhythmusstörungen – wie gehe ich vor?

Kurz gesagt, einzelne Extrasystolen sind bei strukturell herzgesunden Menschen in der Regel als harmlos einzuordnen.

Demgegenüber liegt bei Vorhofflimmern ein individuell erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall vor, durchschnittlich ist das Risiko für einen Schlaganfall etwa 5-fach erhöht. Daher benötigen die meisten Menschen mit Vorhofflimmern eine zeitnahe medikamentöse blutverdünnende Therapie, um dieses Risiko zu minimieren.

Sollten Sie Anzeichen von Vorhofflimmern bei sich feststellen oder andere Herzrhythmusstörungen, die mit Symptomen wie Schwindel, Luftnot oder Enge auf der Brust einhergehen, dann suchen Sie zeitnah ärztliche Hilfe auf. Bei ansonsten stabilem Zustand ist die erste Anlaufstelle folgerichtig eine kardiologische Praxis. Schließlich können hier die Herzrhythmusstörungen mittels EKG dokumentiert und therapeutische Schritte eingeleitet werden.

Sollten Sie Zeichen der Herz-Kreislaufinstabilität haben, wie zum Beispiel:

  • Bewusstseinsstörungen
  • schwerste Atemnot
  • anhaltenden Brustschmerz mit Begleitsymptomen >10 Minuten

dann informieren Sie oder eine anwesende Person den notärztlichen Rettungsdienst unter 112.

Zögern Sie folglich nicht, auch nicht in Zeiten der Corona-Krise das medizinische System aufzusuchen. Zudem sind die gesundheitlichen Risiken es nicht zu tun höher als das Risiko sich bei diesem Besuch mit dem Coronavirus zu infizieren und schwer zu erkranken.

Seien Sie versichert, dass medizinische System tut alles, um Hygienestandards hoch zu halten und ein Infektionsrisiko zu minimieren. Halten Sie dabei die empfohlenen Maßnahmen ein: Handhygiene, Nasen-Mund-Maske und Abstand.

 

Literatur

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COVID-19 – Herz bei Corona Virusinfektion 

Im Gegensatz zur COVID-19 Lunge wird das COVID-19 Herz aktuell noch unterschätzt. Die ersten Fälle der Corona Virusinfektion (COVID-19) wurden im Dezember 2019 aus Wuhan, China, gemeldet. Überdies hat sich das Virus rasch in der ganzen Welt ausgebreitet. Der Erreger wurde als neuartiges Coronavirus identifiziert und als schweres akutes respiratorisches Syndrom Coronavirus 2 (SARS-CoV-2) bezeichnet.

Demzufolge stehen bisher bei COVID-19 vor allem die Atemwegs- und Lungensymptome im Vordergrund, doch SARS-CoV-2 greift offenbar auch das Herz an, wie Studien aus China nahelegen. Bei manchen Patienten zeigte sich eine SARS-CoV-2-Infektion sogar zuerst durch kardiovaskuläre Symptome wie Herzklopfen und Engegefühl in der Brust statt durch Fieber oder Husten.

Risikogruppe für COVID-19-Infektion

Wir wissen inzwischen aus Studien, dass ältere Menschen und Patienten mit kardio-vaskulären Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herzinsuffizienz, koronarer Herzerkrankung und auch bestimmte Krebserkrankungen oder Störungen der Hirndurchblutung das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöhen.

Die Infektion mit SARS-CoV-2 kann jedoch auch Ihr Herz schädigen und zwar unabhängig von einer vorliegenden Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Herzschädigung bei COVID-19: Troponin als Indikator

Schliesslich wurde eine Herzschädigung in China bei vielen Patienten bereits bei der Krankenhausaufnahme beobachtet. Folglich war das Risiko für einen tödlichen Ausgang deutlich erhöht.

Eine Untersuchung konnte bei 416 an COVID-19-erkrankten Patienten eindrucksvoll zeigen, dass bereits zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme im Krankenhaus bei jedem 5. ein erhöhtes Troponin und folglich eine Herzschädigung vorliegt. Troponin ist ein Eiweißstoff, der nur im Herzmuskel vorkommt und der wichtigste Blutwert zum Nachweis einer Herzmuskelschädigung.

Auffällig ist, dass die Patienten mit den erhöhten Troponin-Werten häufiger an kardio-vaskulären Vorerkrankungen, aber auch an Krebs oder einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) litten. Überdies sind auch chronische Nierenerkrankungen deutlich häufiger.

Die Patienten mit Troponinerhöhung haben ein signifikant höheres Risiko an COVID-19 zu versterben – bei ihnen waren es die Hälfte (51,2%), während von den Patienten ohne erhöhte Troponin-Werte nur 4,5% starben. Anders ausgedrückt, ein erhöhter Troponinspiegel bedeutet eine höhere Sterblichkeit.

COVID-19 – Herz – Herzschädigung mit schlechter Prognose

Weiterhin zeigen Patienten mit Herzschäden einen besonders schweren akuten Krankheitsverlauf mit höheren Entzündungswerten (C-reaktives Protein, kurz CRP), höheren Markern einer Herzinsuffizienz (NT-proBNP) und Niereninsuffizienz (Kreatinin).

Folglich ist in dieser Patientengruppe auch der Anteil der notwendigen maschinellen Beatmung deutlich höher. Dementsprechend könnten uns die sogenannten Biomarker (Troponin, NT-proBNP) speziell bei Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Vorerkrankung im Fall einer COVID-19-Infektion eine Risikostratifizierung geben. Mit anderen Worten: je höher auch die anderen Biomarker bei Aufnahme, desto schlechter die Prognose mit höherer Sterblichkeit.

Die erhöhte Sterblichkeit von COVID-19-erkrankten Patienten mit Indikatoren für einen Herzmuskelschaden konnte ebenfalls in einer weiteren Studie mit 187 Patienten aus Wuhan bestätigt werden. Sie ermittelte eine Sterblichkeit von 59,6% bei Personen mit erhöhten Troponinwerten im Vergleich zu 8,9% bei denjenigen mit normalen Troponin-Spiegeln.

Dabei werdender höchsten Mortalitätsraten bei Patienten mit kardio-vaskulären Vorerkrankungen beobachtet (69,4%). Bemerkenswerterweise sind aber auch die Mortalitätsraten bei denen erheblich, die erhöhte Troponinwerte ohne solche Vorerkrankungen haben (37,5%). Im Gegensatz dazu hatten Patienten mit bekannten kardiovaskulären Erkrankungen ohne erhöhte Troponinspiegel eine relativ günstige, aber immer noch besorgniserregende Prognose (Mortalität von 13,3%).

Mögliche Ursachen der Herzschädigung durch SARS-CoV-2

Noch ist nicht klar, welche konkreten Mechanismen und Zusammenhänge hinter der Herzschädigung stehen. Demgemäß vorstellbar ist zum einen eine Herzschädigung durch eine direkte Virusinfektion, auch in Abwesenheit einer vorbestehenden Herzerkrankung, oder indirekt durch die von der Infektion ausgelösten entzündlich-immunologischen Prozesse.

COVID-19 – Herz – Herzschädigung durch Viren im Herzmuskel

Genauso wie von Viren, die mit dem aktuellen Coronavirus eng verwandt sind, wie zum Beispiel SARS-CoV und MERS-CoV, sind auch bei SARS-CoV-2 schon Fälle von akuten Herzschädigungen bekannt. Bei berichteten Forscher aus Italien auch aktuell von dem Fall einer 53-jährigen gesunden Frau, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert hatte und zunächst die typischen Symptome mit trockenem Husten und Fieber entwickelte.

Aufgrund einer zunehmenden Schwäche mit Kreislaufproblemen wurde die Patientin eine Woche später im Krankenhaus aufgenommen. Bei Aufnahme fielen erhöhte Troponinwerte auf, die nach unauffälliger Herzkatheter-Untersuchung auf eine akute Myokarditis (Herzmuskelentzündung) zurückzuführen waren. Neben einer medikamentösen Herzinsuffizienz-Therapie konnte die Kortisongabe den Zustand der Patientin rasch verbessern.

COVID-19 – Zytokinsturm: Immunsystem außer Kontrolle

Auf jeden Fall ist der sogenannte Zytokinsturm ein indirekter Mechanismus, der für eine Herzschädigung durch eine Corona Virusinfektion in Frage kommt. Intensivmediziner beobachten vor allen Dingen in der späten Phase der Infektion eine Überreaktion des Immunsystems.

Zytokine können Sie sich vereinfacht als körpereigene Botenstoffe, die von Zellen des Immunsystems (Lymphozyten und Makrophagen) produziert werden, vorstellen. Sie übermitteln Informationen zwischen den Zellen des Immunsystems und spielen so eine große Rolle bei der Steuerung der körpereigenen Abwehr. Vermutlich gerät das Immunsystem bei der Bekämpfung der Virusinfektion so außer Kontrolle.  Folglich werden übermäßige Mengen an Zytokinen angestoßen  und somit ausgedehnte Gefäß- und Gewebeschäden an der Lunge und am Herzen verursacht.

In diesem Sinne wäre es vorstellbar, dass die Entzündungsreaktion des Körpers neben einer Herzmuskelentzündung folglich auch Gefäßveränderungen an den Herzkranzgefäßen mit Plaque-Instabilität und Mikrothromben verursacht, was zu einem gehäuften Auftreten von Herzinfarkten führen könnte.

Darüber hinaus kann ein veränderter Stoffwechsel im Rahmen der Infektion eine weitere mögliche Ursache für Durchblutungsstörungen des Herzens sein. Wie Sie wissen, erhöht Fieber den Stoffwechsel und erhöht damit auch den Sauerstoffbedarf des Herzens. Gleichzeitig ist jedoch durch die COVID-19-Infektion der Lunge das Sauerstoff-Angebot reduziert und somit kann der Sauerstoff-Mangel ebenfalls zu Durchblutungsstörungen und Herzschäden (siehe Myokardinfarkt Typ 2) sowie Herzrhythmusstörungen führen.

Haben Patienten bereits ein vorgeschädigtes Herz, etwa eine Insuffizienz, kann eine SARS-CoV-2-Infektion dementsprechend rasch ihren Zustand verschlechtern und zum Tod führen.

COVID-19 – Herz – vermehrte Wachsamkeit bei Herz-Kreislaufsymptomen

Für die Betreuung von Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen ergeben sich hier folglich Konsequenzen, die wir in eine akute und in eine chronische Phase trennen können.

Akute Phase. In Anbetracht der frühen Herzbeteiligung können folgerichtig Herz-Kreislaufsymptome frühe Zeichen einer COVID-19 Virusinfektion sein. Daher müssen wir bei Symptomen wie Brustdruck, Herzstolpern und auch bei Luftnot an eine Herzbeteiligung denken. Folglich müssen wir als Kardiologen und Kardiologinnen in solchen Fällen frühzeitiger den sogenannte Troponin-Test zum Nachweis einer Herzmuskelschädigung einsetzen. In der Tat können Risikopatienten so frühzeitiger erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.

Chronische Phase. Noch nicht abschätzbar, aber wahrscheinlich ist, dass nach überstandener COVID-19 Virusinfektion insgesamt die Zahl der Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz zunehmen wird. Auch hier werden wir im Zweifel frühzeitiger ein EKG und einen Herzultraschall durchführen müssen, um dann gegebenenfalls eine Herz-entlastende medikamentöse Therapie einzuleiten.

 

Literatur

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COVID-19 – Corona-Lungenentzündung als kritische Erkrankung

Die Corona-Lungenentzündung  mit Versagen der Atemfunktionist Hauptkomplikation der COVID-19 Virusinfektion. Das führt bei ca. 5% aller Fälle zur Notwendigkeit der künstlichen Beatmung auf einer Intensivstation, wobei die Beatmung in der Regel 1-2 Wochen dauert.

Die Lungenentzündung, die Viruspneumonie ist auch die Haupttodesursache der COVID-19 Virusinfektion. Vorausgesetzt es sind genügend Beatmungsplätze auf den Intensivstationen vorhanden, liegt die Gesamtsterblichkeit der COVID-19 Infektion bei 2-3%. Entsteht ein Engpass, weil alle Beatmungsplätze belegt sind, dann kann die Sterblichkeit um ein Vielfaches steigen.

Auf der anderen Seite ist aber auch so, dass bei 85% der Menschen die COVID-19 Virusinfektion nur mit Symptomen einhergeht, die gut zu Hause behandelt werden können. Das sind die sog. leichten- bis mittelschweren Verläufe.

Nun stellen wir uns natürlich die Frage, warum bei einigen Menschen schwere und bei anderen Menschen leicht- bis mittelschwere Verläufe auftreten. Hier kennen wir schon einige individuelle Risikofaktoren, wie. z.B.  Alter, Diabetes mellitus und Bluthochdruck.

Eine Antwort, warum es zu unterschiedlich schweren Verläufen kommt, kann sicherlich zu mindestens teilweise sein, dass es nicht nur wichtig ist, dass wir uns überhaupt, sondern auch wie wir uns infizieren.

Wir gehen davon aus, dass je schneller die immunologische Barriere im Mund-Rachenraum mit einer hohen Viruslast in Richtung Lunge überwunden wird, desto schwerer der Verlauf einer COVID-19 Virusinfektion.

COVID-19 – Wie gelangt das Corona-Virus in den Körper?

Die Eintrittspforten für das COVID-19 sind

  • Augen
  • Nase
  • Mund
  • Verletzungsstellen an den Händen

Der Eintritt über kleinere Verletzungen ist quantitativ wahrscheinlich von untergeordneter Bedeutung. Die Haupteintrittspforte ist der Mund. In den Mund gelangt das Virus im Wesentlichen über 3 Mechanismen:

  • Tröpfcheninfektion
  • Aerosolinfektion
  • Hand-Gesichts-Kontakt

COVID-19 – Infektion mit Corona Virus ist häufig eine Tröpfcheninfektion

Die COVID-19 Virusinfektion ist in erster Linie eine sog. Tröpfcheninfektion, d.h. Viren werden durch Tröpfchen, die beim Atmen, Husten oder Niesen in der Luft verteilt, wo sie dann über die typischen Eintrittspforten in den Körper eines anderen Menschen gelangen. Tröpfcheninfektion bedeutet hier, dass das Virus sich im ausgeworfenen Tropfen befindet und dort verbleibt, wo der Tropfen landet, sei es z.B. auf dem Fußboden oder dem Gesicht eines anderen Menschen.

Je weiter der andere Mensch vom Infizierenden Abstand hält, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung; 2 Meter Abstand müssen hier mindestens eingehalten werden.

Corona Virusinfektion – Infektion über Aerosol besonders gefährlich für die Lunge

Die wissenschaftlichen Daten sind hier zwar noch nicht eindeutig, aber wir müssen davon ausgehen, dass das COVID-19 Virus im Alltag auch in Aerosolform vorkommt. Aerosol bedeutet, dass das Virus im Gegensatz zur Tröpfcheninfektion, für eine bestimmte Zeit in der Luft schwebt.

Viren in einem Aerosol gelangen im Gegensatz zu einem Bestandteil eines Tropfens wesentlich besser in direkt die Lunge. Viren in Aerosolen überwinden so die immunologische Barriere im Mund-Rachenraum wesentlich besser. Die immunologische Auseinandersetzung mit dem Virus findet dann schon frühzeitig in der Lunge statt, was auch mit einer frühen Zerstörung von Lungengewebe einhergeht.

Die Bedingung, die die Aerosolbildung vor allen Dingen begünstigt, ist die hohe Konzentration von Menschen in einem geschlossenen Raum. Wenige bzw. ein einzelner Virusträger kann hier genügen, um die Tröpfchendichte so stark zu erhöhen, dass ein Virusaerosol entsteht. Das gilt wahrscheinlich besonders bei körperlicher Aktivität auf engem Raum, z.B. beim Tanzen in einem Club (siehe Apres Ski in Ischgl).

Hand-Gesichts-Kontakt vermeiden

Bei diesem Infektionsweg gelangt das Virus in mehr oder geringer Konzentration zunächst auf die Hände. Das kann über Körperkontakt oder durch Berührung von Virus-kontaminierten Oberflächen geschehen.

Wenn dann die kontaminierte Hand das Gesicht berührt, dann gelangt das Virus meistens über den Mundraum in den Körper. Daher sind Maßnahmen der Handhygiene so wichtig und wir sollten während der laufenden Epidemie die Hände immer unter der Schulterhöhe halten.

Wie lange kann das COVID-19 Virus außerhalb eines biologischen Organismus überleben?

Das COVID-19 Virus kann außerhalb eines biologischen Wirtes, d.h. außerhalb eines Menschen oder eines Tieres für eine begrenzte Zeit überleben und folglich infektiös bleiben. Nach ersten wissenschaftlichen Daten beträgt die Überlebensdauer hier:

  • Aerosol bis zu 3 Stunden
  • Kupferoberflächen bis zu 4 Stunden
  • Karton bis zu 24 Stunden
  • Edelstahl 2-3 Tage
  • Plastik 2-3 Tage

COVID-19 Virus – über Mund und Nase in den Körper und wie geht es dann weiter?

Die COVID-19 Virusinfektion ist in der Regel eine sog. absteigende Infektion. Das heißt, dass die Viren sich im Zeitverlauf vom Eintrittsort im Bereich des Mundes bzw. der Nase zur Lunge hin ausbreiten.

Durch den Erstkontakt des Virus über die Nase bzw. den Mund dominieren gerade in den ersten Tagen Symptome im Bereich des oberen Verdauungstraktes und in den oberen Luftwegen, d.h. im Mund-Rachenraum bzw. im Kehlkopfbereich und in der Luftröhre. Entsprechend sind frühe Symptome ein geröteter Rachen und ein trockener unproduktiver Husten, d.h. ein Husten ohne übermäßige Schleimbildung.

Wir müssen wissen, dass gerade der Mund-Rachenraum eine starke immunologische Barriere darstellt. Dieses sind neben den sog. Mandeln zahlreiche Lymphknoten. Sie erfüllen eine lebenswichtige Wächterfunktion, denn jeden Tag werden wir mit infektiologischen Angreifern, vor allen Dingen Viren und Bakterien konfrontiert.

Durch den Kontakt des Virus mit den Lymphknoten beginnt die immunologische Antwort Ihres Körpers auf die COVID-19 Infektion, was nach einem Zeitraum von ca. 14 Tagen in der Regel einen ausreichenden Antikörperspiegel und folglich auch einen Schutz vor COVID-19 Viren zur Folge hat. Diese spezifischen Antikörper wehren dann die Viren ab, kurzum sie machen sie unschädlich.

Primärziel bei der COVID-19 Virusepidemie

Das Primärziel bei der COVID-19 Virusepidemie ist es die Infektion so lange als möglich zu vermeiden. Dieses hat vor allen Dingen folgende Gründe:

  • Vermeidung von Überlastung Beatmungsplätze auf den Intensivstationen.
  • Zeitgewinn bis zur breiteren Anwendung von Antigentests (Virusnachweis) und Antikörpertests (immunologischer Schutz). Damit verbunden sind gezielteren Maßnahmen des Seuchenschutzes.
  • Zeitgewinn bis zur Entwicklung und Bewertung von spezifischen Therapiemaßnahmen zur Reduktion der Viruslast selbst (antiviral) und Verringerung einer überschießenden Immunantwort in der Akutphase.
  • Zeitgewinn bis zur Entwicklung einer Prophylaxe (Impfstoff)

Sekundärärziel bei der COVID-19 Virusepidemie

Neben dem Primärziel, d.h. dass wir gar keinen Kontakt mit dem Virus haben sollten, lässt sich unter Berücksichtigung des Infektionsweges ein sinnvolles Sekundärziel formulieren.

  • Konzentration des Virus im Körper bei Erstkontakt möglichst gering halten.
  • Viruslast in der Lunge bzw. im Magen-Darmtrakt so lange als möglich gering halten.

Bei dem Sekundärziel gilt es bei Kontakt mit Virusträgern die Konzentration des Virus in unserem Körper möglichst gering und am Ort der optimalen Infektabwehr im Mund-Rachenraum zu halten. Wir müssen dem Körper Zeit geben immunologisch auf das Virus zu reagieren. Dabei müssen wir so weit als möglich vermeiden, dass das Virus früh in die Lunge gelangt und dort mit der Schädigung des Lungengewebes beginnt.

Darüber hinaus müssen wir den frühzeitigen Eintritt des Virus in den Darmtrakt verhindern. Auch bei Menschen, die zu Beginn Darmsymptome hatten, sind besonders schwere Krankheitsverläufe der COVID-19 Virusinfektion berichtet worden. Inwieweit Protonenpumpenhemmer zur Reduktion der Magensäure, die ja auch selber einen infektiologischen Schutz darstellt, hier eine schädliche Rolle spielt, ist spekulativ, aber aus unserer Sicht wahrscheinlich. Überwindet das Virus den Magen, dann kann es sich leichter über den Darm im Körper ausbreiten. Folglich raten wir Menschen soweit als möglich dazu auf Medikamente zur Reduktion der Magensäure, vor allen Dingen auf sog. Protonenpumpenhemmer zu verzichten.

 Corona-Lungenentzündung

Corona-Lungenentzündung – die Pneumonie bei COVID-19 Virusinfektion

Die Pneumonie bei der COVID-19 Virusinfektion führt relativ spät zu Symptomen. Das hat 2 wesentliche Gründe.

Absteigende Infektionsausbreitung. Der eine Grund ist, wie bereits angesprochen der typischerweise absteigende Charakter der Virusinfektion vom Mund-Rachenraum bzw. von den oberen Atemwegen in die Lunge.

Atypischer Charakter der Pneumonie. Der andere Grund ist, dass es bei der COVID-19 Viruspneumonie noch vor Ausprägung der Atemnot in der Regel deutliche, z.T. schwere radiologische Veränderungen im Röntgen-Thorax und im Thorax-CT nachgewiesen werden können. Es besteht also ein Missverhältnis zwischen Symptomen und Strukturveränderungen der Lunge. Vom Erscheinungsbild ähnelt die COVID-19 Viruspneumonie somit einer sog. atypischen Pneumonie.

Die atypische Pneumonie ist dadurch gekennzeichnet, dass vor allen Dingen das Lungengerüst mit den Bereichen zur Aufnahme bzw. Abgabe von Sauerstoff bzw. Kohledioxid gestört ist. Die Transitstrecke zwischen Gasaustauschfläche und Blutgefäßen wird durch entzündliche Veränderungen verbreitert und der Gasaustausch folglich erschwert. Bei nur geringer körperlicher Aktivität hat das nicht unbedingt Symptome zur Folge. Wir sehen dann auch Menschen, die einen Sauerstoffsättigung des Blutes von 80% (normal 92-96%) haben, ohne dass sie sich zunächst beeinträchtigt fühlen.

Die typische Pneumonie, meistens eine bakterielle Pneumonie hingegen ist bereits in der Frühphase dadurch charakterisiert, dass sich die lufthaltigen Bereiche der Lunge, Lungenbläschen oder auch Alveolen genannt mit entzündlicher Flüssigkeit füllen. Folglich wird aus einer gesunden Lunge, eine schwere Lunge und die Atemarbeit steigt frühzeitig an. Sie können sich das so vorstellen, dass aus einem trockenen leichten Schwamm ein nasser schwerer Schwamm wird.

Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Lunge bei COVID-19 Virusepidemie

Zum Schutz der Atemwege und der Lunge gibt es verschiedene sinnvolle Maßnahmen.

  • Nasen-Einatmung – Mund-Ausatmung
  • Konzentration von Menschen auf engem Raum vermeiden
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften
  • Mundschutz bei Verlassen des Hauses

Atmung optimieren

Durch die Einatmung durch die Nase wird der Atemwiderstand erhöht und die potentiell Virus-haltige Atemluft wird bei der Einatmung durch die Nase im Vergleich zum Mund frühzeitiger mit dem Immunsystems des Rachens in Kontakt gebracht. Die Ausatmung durch den Mund ermöglicht eine möglichst komplette Entleerung Luftwege und hat damit in gewisser Weise einen Auswascheffekt.

Konzentration von Menschen auf engem Raum vermeiden

Die selbstverständlichste und wichtigste Regel ist die Einhaltung eines Abstandes zwischen Menschen von mindestens 2 Meter. So wird das Risiko für eine Tröpfcheninfektion deutlich verringert.

Corona Luftqualität – Räume lüften

Die Viruslast in einem Raum kann durch regelmäßiges Lüften deutlich gesenkt werden. Die Qualität, und damit die Viruslast der Raumlauft kann über den Gehalt an CO2 bewertet werden. In der Raumluft beträgt die Konzentration 350 ppm, in der normalen Ausatemluft ca. 40.000 ppm. Eine Raumluft von < 1.000 ppm gilt als unbedenklich. Hat eine Person in einem Raum mit 30 Menschen eine Virusgrippe, dann beträgt die Ansteckungsrate innerhalb von 4 Stunden bei entsprechenden CO2-Messungen bei:

  • 1.000 ppm 5/29 = 17,2%
  • 2.000 ppm 12/29 = 51,4%
  • 3.000 ppm 15,29 = 51,7%

Diese Zahlen, die sich sicherlich auf die Verhältnisse von COVID-19 übertragen lassen, veranschaulichen, wie wichtig neben der Verringerung der Konzentration von Menschen auch das Lüften von geschlossenen Räumen ist.

Zur Veranschaulichung: bei einem Kubikmeter Luft, d.h. einem Würfel mit einer Kantenlänge von 1x1x1 m entsprechen 1.000 ppm einem Anteil von 10x10x10 cm.

Optimal zur Bestimmung der Qualität der Raumluft ist ein CO2-Messgerät, welches Sie z.B. im Baumarkt (noch) besorgen können. Wir halten die Anschaffung für Betriebe, die weiter arbeiten müssen für sinnvoll.

 

 Corona-Lungenentzündung – Mundschutz oder Maske außerhalb des Hauses tragen

Wir unterscheiden beim Mundschutz grundsätzlich den Selbstschutz und den Fremdschutz.

Zusammengefasst lässt sich festhalten:

  • bei gesunden ist JEDER Mundschutz ist besser als keiner
  • infizierte Menschen müssen einen normalen Mundschutz tragen. FFP2- und FFP3-Masken dürfen von symptomatischen bzw. sicher infizierten Menschen NICHT getragen werden

 Corona-Lungenentzündung

Corona – Atemschutzmaske FFP2 und FFP3 relevant als Infektionsschutz zum Selbstschutz

Die bekannten FFP2- und FFP3-Masken (Filtering Face Piece Level 2/3) schützen den Träger mit einer Sicherheit von ca. 99% vor der Inhalation von Viren. Sie weisen bei der Ein- und Ausatmung spezifische Eigenarten auf.

Einatmung. FFP2- und FFP3-Atemschutzmasken stellen einen spürbar er höhten Atemwegswiderstand bei der Einatmung gerade für Lungenerkrankte dar. Die vermehrte Atemarbeit kann so zu einer schnelleren Erschöpfung mit der Notwenigkeit einer maschinellen Beatmung führen.

Ausatmung. Bei Atemschutzmasken erfolg die Ausatmung durch zwar durch das Ventil, Allerdings mit deutlich niedrigerem Atemwegswiderstand als bei der Einatmung. Ist der Träger der Maske virusinfiziert, dann weist die Ausatemluft durch diese Masken eine stark konzentrierte hohe Viruslast auf. Menschen, die Virusträger sind, dürfen daher eine solche Maske in der Gegenwart anderer Menschen nicht tragen. Ein Virusträger mit einer FFP2 bzw. FFP3-Maske ist ein Fremdgefährder.

Corona – Atemschutzmasken – Halb- und Vollmasken

Die FFP2 bzw. FFP3 werden auch in sog. Halb- oder Vollmasken in Filterkartuschen mit Schraubgewinde verbaut. Diese Masken aus Gummi oder Kautschuk zeichnen sich durch einen einen besseren Dichtungsausschluss aus als die gängigen Fliesmasken. Weiterhin halten die Filtersysteme zum Teil sehr lange.

 

 Corona-Lungenentzündung

Corona – Papiermasken und Stoffmasken relevanter Infektionsschutz für Fremdschutz und Selbstschutz

Der einfache Mundschutz aus Papier- bzw. Stoffmaterialien schützt nur unvollständig vor der inhalativen Aufnahme von COVID-19 Viren durch die Atmung. Allerdings gehen wir sicher davon aus, dass die Viruslast, d.h. die Konzentration des Virus bei der Einatmung durch diese Masken reduziert wird. Hier kommt das “wie” bei der Infektion zum Tragen: je länger die die Viruslast im Körper gering bleibt, desto mehr Zeit hat Ihr Immunsystem eine effiziente immunologische Antwort zu entwickeln und damit möglicherweise eine schwere Virusinfektion zu verhindern.

Erkrankte bzw. symptomatische Menschen müssen einen einfachen Mundschutz tragen.

Einmalartikel aus Papier sollten am Tage mehrmals gewechselt werden.

Allerdings werden uns die Versorgungsengpässe hier dazu zwingen auf nicht-optimal Lösungen zurückzugreifen. Festere Papiermasken, übrigens auch die FFP2 und FFP3-Masken können mittels feuchter Bürstenreinigung gereinigt und in die Sonne zum Trockenen gehängt werden. Die UV-Strahlung der Sonne unterstützt das Absterben des Virus. Ein System mit 1 personalisierten Maske pro Tageshälfte für 3 Tage, das bedeutet 6 Masken insgesamt erscheint praktikabel. So liegt eine Maske nach der Reinigung für 72 Stunden bis sie wieder getragen wird.

Stoffmasken müssen am Tag mindestens 2 Mal über 10 Minuten in kochendem Wasser ausgekocht werden. Sie sollten also immer einen Kochtopf spezielle zur Reinigung auf dem Herd stehen haben.

Zusammengefasst lässt sich festhalten:

  • bei gesunden ist JEDER Mundschutz ist besser als keiner
  • infizierte Menschen müssen einen normalen Mundschutz tragen. FFP2- und FFP3-Masken dürfen von symptomatischen bzw. sicher infizierten Menschen NICHT getragen werden

Sonderfall – infizierte Person im eigenen Haushalt

Ist eine Person im eigenen Haushalt infiziert bzw. besteht der Verdacht auf eine COVID-19 Virusinfektion, dann stehen alle Mitglieder dieses Haushaltes unter Quarantäne, da alle infiziert sein können. Auch in diesem Fall sollten die noch nicht symptomatischen Mitglieder des Haushaltes die oben genannten Schutzmaßnahmen zur Reduktion der Viruslast im eigenen Körper nutzen.

Infizierte Person. Die nachgewiesen infizierte bzw. potentiell infizierte symptomatische Person sollte im eigenen Haushalt immer einen einfachen Mundschutz tragen. Eine sog. FFP2 oder FFP3 Maske darf nicht getragen werden, weil durch diesen Maskentyp die Viruskonzentration in der Ausatmenluft konzentriert wird. Andere noch nicht infizierte Personen dürfen durch eine höhere Viruslast nicht zusätzlich gefährdet werden.

Ist ein medizinischer Mundschutz nicht vorhanden, dann können Hilfskonstruktionen, wie z.B. Halstücher verwendet werden. Stoffmasken bzw. Hilfskonstruktionen aus Stoff müssen mehrmals am Tag in kochendem Wasser für 10 Minuten ausgekocht werden.

Nicht-infizierte Person. So lange keine Symptome bestehen bzw. eine COVID-19 Virusinfektion nicht nachgewiesen ist, können diese Menschen zum Selbstschutz FFP2 und FFP3 Masken tragen. Alle Maßnahmen einschließlich Abstandsregeln und Handhygiene müssen eingehalten werden.

COVID-19 Virusepidemie – wachsam und informiert bleiben

Die Erkenntnisse und „Verhaltensweisen“ des Virus mehren sich bzw. werden nachvollziehbarer. Daher sind aus unserer Sicht fachliche Updates sehr wichtig. Heute ist der Wissensstand der letzten Woche schon wieder alt. Zum Glück erweitert sich das Wissen nun, so dass sich jetzt alle bisherigen Maßnahmen als die die richtigen erwiesen haben.

Informieren Sie sich regelmäßig zu neuen Erkenntnissen, z.B. auch beim Robert-Koch-Institut (RKI). Das RKI hat viel Kritik einstecken müssen, vielleicht zum Teil auch zu Recht. Allerdings machen Schuldzuweisungen im Hinblick auf die Vergangenheit keinen Sinn und sind sogar kontraproduktiv. Wir müssen alle, jeder einzelne von uns nach vorne denken und handeln und die Probleme Schritt-für-Schritt lösen.

Genauso wenig wie es Sinn macht vergangene Chancen zu beklagen, sollten wir uns nicht der Illusion hingeben, dass die Hygienemaßnahmen mit Abstandsregel, Mundschutz und Händedesinfektion so bald verschwinden werden. Wir werden mindestens bis zu einer kompletten Durchseuchung bzw. zur breiten Einführung eines Impfstoffes verschärfte Regeln einhalten müssen. Wer anderes behauptet oder will, der lebt in einer gefährlichen Illusion und ist ein Narr (meistens alte Männer).

Auch, wenn wir einen Impfstoff haben, werden wir nicht unser “altes Leben” zurückkommen. Wir haben über Mitbürger aus Asien immer gelächelt, weil sie gerade auf Flugreisen einen Mundschutz tragen. Wir können davon ausgehen, dass auch wir Europäer in der Zukunft dauerhaft infektiologisch vorsichtiger sein werden, denn nach SARS (2002), MERS (2012) und COVID-19 (2019) kommt die nächste Virusepidemie bestimmt.

Literatur

 

 

Covid-19 prognose

Corona – CoronaFuturum-Prognoserechner für den Verlauf der COVID-19 Virusepidemie

Wir stellen Ihnen den CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19 vor. Es handelt sich um einen Corona Ticker für den Verlauf der COVID-19 Virusepidemie.

Alle Modelle sind falsch, aber einige sind nützlich. (George Box)

CoronaFuturum – Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Kurzeinfführung

Die Ausbreitung des des COVID-19 Virus entwickelt sich  zeitweise einer Exponentialfunktion.

Wir haben uns daher als erstes gefragt:

  • “Wie sieht der Verlauf der COVID-Infektion in den nächsten 10 Tagen aus?”
  • “Wie können wir erkennen, ob die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-10 Virusepidemie greifen?”

Folglich haben wir für jedes Land eine landespezifische SOLL-Kurve für den natürlichen Verlauf der Virusepidemie abbildet. Grundlage sind der landesspezifische anfängliche Kurvenverlauf und der damit verbundenen Ansteckungsrate pro infizierte Person. Diese stellen wir den tatsächlichen Fallzahlen, dem IST-Verlauf gegenüber, um einen Eindruck zu gewinnen, ob die getroffenen Maßnahmen greifen oder nicht. Diese Daten finden Sie unter „Anpassung Exponentialfunktion“.

Als nächstes haben wir uns gefragt:

  • „Wann wird der Höhenpunkt der Krise erreicht sein und wie klingt sie ab?“

Zu diesem Zweck haben wir das SIR-Modell für Sie entwickelt.

Darüber hinaus finden Sie noch weitere interessante Aufarbeitung der Zahlen, die wir aus offiziellen Quellen täglich mehrmals aktualisieren.

Unser Ziel ist es Ihnen Planungssicherheit für die mittelfristige Zukunft zu verschaffen. Dabei ist zu beachten, dass es sich hier um eine einfache statistische Anpassung handelt. Dementsprechend sagen wir nicht, dass die realen Fallzahlen immer weiter einer Exponentialfunktion folgen werden. Vielmehr erwarten wir, dass die IST-Kurve der tatsächlichen Fallzahlen von den exponentiellen SOLL-Zahlen mit Greifen der Maßnahmen der Eindämmung nach unten abweichen wird (siehe auch China).

Die Benutzung des COVID-19-Rechners erfolgt auf eigenes Risiko.

Prognose der COVID-19 Virusepidemie – statistisch abbildbar?!

Die COVID-19 Virusinfektion ist eine entzündliche Erkrankung, die sich durch Ansteckung verbreitet. Folglich gehen wir davon aus, dass in der normalen sozialen Gemeinschaft pro Virusträger 2-3 weitere Menschen angesteckt werden. Damit folgt die COVID-19 Virusinfektion mathematischen Gesetzmäßigkeiten. Auf dieser Grundlage haben wir für Sie den CoronaFuturum-PrognoseRechner mit grafischer Darstellung der Erkrankung im Zeitverlauf sowohl für Deutschland als auch für andere Länder erstellt.

Man muss Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher. (Albert Einstein)

Prognose bedeutet in diesem Fall, dass wir über einen begrenzten Zeitraum von bis zu 10 Tagen die Anzahl der infizierten Menschen in der Zukunft relativ sicher abschätzen können. Der CoronaFuturum-PrognoseRechner für die COVID-19 Virusepidemie greift täglich auf die offiziellen Zahlen der Epidemie zu und hat sich bisher als erstaunlich zuverlässig erwiesen.

Darüber hinaus können wir über durch die Abweichung der tatsächlichen Ist-Werte vom statistischen Soll-Wert einen Hinweis darauf erlangen, wann die Infektion durch Maßnahmen der Hygiene beherrscht wird.

Ohne Frage, das Leben mit einer potentiell tödlichen Virusepidemie ist nicht einfach. Wir wissen allerdings auch, dass diese Virusepidemie zu Ende gehen wird. Durch klares Denken und strukturiertes Handeln eines jeden Einzelnen von uns im Kontext des sozialen Miteinanders können wir selber die Epidemie für uns alle frühzeitig beenden.

Unser Hauptziel ist es daher, Ihnen Sicherheit im Umgang mit sich selbst und anderen Menschen zu geben, so dass Sie Ihren Alltag besser planen können.

Eine schwere Virusepidemie kann nur durch soziales Handeln eines jedes Einzelnen in der Gemeinschaft beherrscht werden. (Franz Imhäuser)

CoronaFuturum-Prognoserechner – Warum eigentlich?

Der Prognoserechner beantwortet 2 unserer wichtigsten Fragen bei der COVID-19 Virusepidemie, die einen wesentlichen Einfluss auf unser Verhalten im Alltag haben werden:

  • Wie lange dauert die COVID-19 Epidemie noch?
  • Wann können wir mit Ende der COVID-19 Virusepidemie rechnen?

Dauer der Virusepidemie. So lange der Verlauf der tatsächlichen Anzahl der Infektionsfälle dem statistischen Sollwert entspricht, so lange müssen alle Maßnahmen der Hygiene, vor allen Dingen, die der Selbstisolation von Gesunden streng eingehalten werden.

Ende der Virusepidemie. Ist ein Ende der Epidemie abzusehen, dann müssen Sie die offiziellen Vorgaben zu Maßnahmen der Hygiene weiter befolgen, denn schließlich haben diese ja zum Erfolg geführt. Allerdings erlangen Sie für eine zu erwartende Entspannung der Infektionslage Planungssicherheit. Dieses ist gerade für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wichtig.

Corona Ticker – Spontanverlauf der Corona-Virusinfektion – exponentieller Anstieg der Erkrankungsfälle

Würden bei der COVID-19 Epidemie keine Gegenmaßnahmen ergriffen, dann würde die Zahl der Erkrankten exponentiell steigen. Exponentiell bedeutet einen sehr steilen Anstieg der Erkrankungsfälle pro Zeit.

Eine exponentielle Steigerung der Erkrankungsfälle bedeutet auch, dass die Sterbefälle in absoluten Zahlen, aber auch prozentual steigen kann. Die Sterblichkeit bei einer COVID-19 Virusinfektion beträgt bei optimaler medizinischen Versorgung 2,0-3,5%.

Der häufigste Grund für das Versterben an einer COVID-19 Infektion ist die schwere Lungenentzündung. Optimale medizinische Versorgung bedeutet folglich vor allen Dingen auch, dass genügend Intensivbetten mit der Möglichkeit einer künstlichen Beatmung zur Verfügung stehen. Stehen nicht genügend Beatmungsplätze zur Verfügung, dann steigt die Sterblichkeit an einer COVID-19 Virusinfektion.

Kurz zusammengefasst, sind die Kapazitäten der Intensivstation ausgelastet und alle Beatmungsplätze sind belegt, dann tritt eine kritische Versorgungssituation mit einem Anstieg der Sterblichkeit ein. Das ist das eigentliche Problem der COVID-19-Virusepidemie.

Corona Ticker – Vorbeugende Maßnahmen bei Corona-Virusinfektion – Abflachung der Exponentialkurve

Experten gehen von einer Virusinfektion mit COVID-19 bei 60-70% der Bevölkerung der deutschen Bevölkerung aus. Die allermeisten Fälle, d.h. ca. 80-85% werden so verlaufen, dass ein Krankenhausaufenthalt nicht notwendig werden wird. Allerdings werden 15-20% der Fälle schwer verlaufen, so dass ein Krankenhausaufenthalt bis hin zur intensivmedizinischen Betreuung erforderlich werden kann.

Damit nicht alle Menschen in einem engen Zeitfenster infiziert sind, muss die gleichzeitige Ansteckung vieler Menschen vor allen Dingen durch Maßnahmen der Selbstisolation von Gesunden verhindert werden. Dieses würde eine Abflachung der oben beschriebenen Exponentialkurve bedeuten. Folglich hätte das medizinische System genügend Kapazitäten, um alle Erkrankten zu versorgen; die Sterblichkeit läge “nur” bei 2,0-3,5%.

Schaffen wir es nicht die Ist-Kurve gemeinsam abzuflachen, dann ist mit einer deutlich höheren Sterblichkeit der COVID-19-Epidemie zu rechnen.

Corona -Was ist exponentielles Wachstum?

Exponentielles Wachstum ist nicht intuitiv verstehbar. Wir Menschen denken linear, d.h. wir denken dass Veränderungen kontinuierlich mit derselben Geschwindigkeit zu- oder abnehmen. Bei der exponentiellen Veränderung nimmt die Geschwindigkeit mit der Zeit zu oder ab. Exponentiell bedeutet also am Anfang langsam und dann immer schneller.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Kurzum, stellen Sie sich vor, wir geben um 11 Uhr in ein leeres Glas ein Virus, das sich jede Minute vermehrt (Glas 1). Um 11:01h haben wir also zwei Viren in dem Glas (Glas in der Mitte) und noch eine Menge Platz. Eine Minute später sind es bereits vier Viren, dann acht, dann 16 dann 32 und jetzt sind gerade fünf Minuten vergangen.

Kommen wir um 11:59h wieder und betrachten unser Glas so ist es erst halb voll (Glas rechts). Man könnte meinen es ist noch viel Zeit. Jedoch bereits eine Minute später, um 12:00h ist das Glas voll! Ganze 59 Minuten lang sah es so aus als wäre noch viel Platz und viel Zeit. In der Rückschau sieht man jedoch das deutlich, exponentielle Wachstum (Kurve unten).

Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Corona-Virusepidemie – exponentielles Wachstum vs. Heilung?

Wie ist diese Situation auf Covid-19 übertragbar? Nun wir wissen nicht wann das Glas voll sein wird. Aber wir können schätzen wie schnell sich der Virus verdoppelt. Betrachten wir das Beispiel China in der folgenden Graphik.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Die gepunktete Linie sind die gesamten Fallzahlen, der grüne Balken die „Geheilten“ und der schwarze die Verstorbenen. Man sieht deutlich, dass die gepunktete Linie abfällt und weit weg von der geschätzten exponentiellen roten Linie abweicht. China scheint kein exponentielles Wachstum mehr zu haben.

Die violette Linie (Heilungsquotient) zeigt schließlich auf der rechten Achse die prozentuale Anzahl derer die den Virus hatten im Verhältnis zur Gesamtzahl an. Je höher dieser Wert umso gesunder ist die Bevölkerung.

Betrachten wir nun Deutschland. Anfangs hatten wir die Münchener Fälle, die sich wieder erholt hatten, das erklärt den „Ausschlag“ dieser violetten Linie. Vergleicht man nun die rote Vorhersage eines geschätzten exponentiellen Modells mit den gepunkteten tatsächlichen Fallzahlen, so sieht es wie bei dem Gläserbeispiel aus. Wir befinden uns im Moment im exponentiellen Wachstum der Fallzahlen.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Nun geht die rote Vorhersagekurve hier weiter als das Datum der Fallzahlen. Wir können eine Vorhersage über die kommenden Fälle machen, solange wir uns auf der „Soll“-Kurve befinden. Im Titel wird hierzu die Güte der Schätzung (R²) angegeben, je höher dieser Wert (maximal 100%), umso besser passt eine exponentielle Funktion auf die Fallzahlen.

Folglich handelt sich hier lediglich um die Modellierung eines exponentiellen Modells und keine epidemiologische Simulation. Da aber die täglich gemeldeten Fallzahlen nur ein Blick in den Rückspiegel sind, bei einer durchschnittlichen Inkubationszeit von fünf Tagen und einer Testdauer von etwa zwei Tagen ist die Zahl der aktuell Infizierten eher an der Vorhersagekurve in einer Woche ablesbar.

Tun Sie, was Sie können, mit dem, was Sie haben, wo Sie sind. (Theodore Roosevelt)

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Maßnahmen zur Begrenzung der COVID-19 Virusepidemie

Die wichtigste Maßnahme zur Beherrschung einer schweren Virusepidemie ist neben der Handhygiene die Selbstisolation von (vermeintlich Gesunden). Seien Sie in Ihrem sozialen Umfeld ein Vorbild.

  • bleiben Sie zu Hause
  • Haus nur verlassen, um einzukaufen, falls verfügbar nutzen Sie Lieferdienste
  • kein physischer Kontakt mit Verwandten und Freunden außerhalb des eigenen Haushaltes
  • berufliche Aktivität möglichst von zu Hause aus

Neben einer Verringerung der Ansteckungsrate zeigen Sie so auch soziale Verantwortung für Ihr soziales Umfeld. Folglich macht es keinen Sinn, wenn in einem sozialen Cluster alle gleichzeitig krank werden. Schließlich müssen die Gesunden die Kranken mit Lebensmitteln versorgen.

Seien Sie in Ihrer sozialen Gemeinschaft ein konstruktives Mitglied und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Man führt nicht, indem man den Leuten zeigt und ihnen sagt, wo sie hingehen sollen. Man führt, indem man zu diesem Ort geht und einen Standpunkt vertritt. (Ken Kesey)

Corona Ticker – Hier geht es zum CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

 

 

 

 

 

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Früherkennung COVID-19

Früherkennung einer COVID-19 Virusinfektion: Stellenwert von Fieber, Herzfrequenz, Blutdruck, Husten & Luftnot

Die Früherkennung einer COVID-19 Virusinfektion (Corona) hat eine wesentliche Bedeutung für die eigene, aber auch für die Gesundheit von Mitmenschen. Bei der derzeitigen Corona-Pandemie ist es sinnvoll, wenn Sie bei sich selbst eine Virusinfektion erkennen – bevor es zu subjektiven Symptomen kommt. Dieses macht vor allen Dingen Sinn, weil:

  • Sie können frühzeitig ärztliche Hilfe aufsuchen
  • Sie können sich selbst isolieren, um Mitmenschen vor Ansteckung zu schützen

Tun Sie, was Sie können, mit dem, was Sie haben und wo Sie sind. (Theodore Roosevelt)

Wir stellen Ihnen hier Hinweise vor, die Ihnen dabei helfen können, eine Virusinfektion frühzeitig zu erkennen – somit auch eine Infektion mit COVID-19 (Corona).

Die Methoden basieren wesentlich auf wissenschaftlichen Untersuchungen und eigenen Erfahrungen. In der Cardiopraxis bestimmen wir als Teil der unblutigen Kreislaufmessung jährlich über 2.000 Mal die Körpertemperatur und haben auch umfangreiche Erfahrungen mit der Diagnose von Lungenerkrankungen.

Dabei decken wir immer wieder Zusammenhänge auf, die zur Diagnose von entzündlichen Erkrankungen führen. Wir halten es daher für sinnvoll, Ihnen unsere Erfahrungen in Verbindung mit den aktuellen Daten zur Virusepidemie durch COVID-19 mitzuteilen. Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Informationen für Sie medizinisch wertvoll sind.

Vorab, Sollten Sie im Fall einer Virusepidemie mit schweren Krankheitsverläufen, die über die Gefährlichkeit der normalen Influenza hinausgeht, den begründeten Verdacht haben, dass Sie z.B. Träger des COVID-19-Virus sind, dann müssen Sie allen Verhaltensmaßregeln der lokalen Gesundheitsämter bzw. des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert-Koch-Institut folgen.

Ziel des Beitrags ist es folglich nicht, dass Sie selbst eine Erkrankung diagnostizieren oder ausschließen, sondern, dass Sie Frühzeichen erkennen und wachsam sind, um das Richtige zu tun, indem Sie sich professionellen ärztlichen Rat holen.

Früherkennung einer COVID-19

Symptome der COVID-19 Virusinfektion bei Erstdiagnose

Symptome der COVID-19 Virusinfektion bei der Erstdiagnose sind aufgrund der bisherigen Erhebungen bei Menschen mit positivem Virustest von der WHO zusammengestellt worden.

Die Symptome sind unspezifisch, d.h. wir kennen sie auch von anderen Erkrankungen im Allgemeinen und auch von anderen Viruserkrankungen im Speziellen. Hinzu kommt, dass deutlich merkbare Symptome bei COVID-19-Infektion sehr spät, d.h. auch nach einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen auftreten können. In dieser Zeit hat das Virus sich in Ihrem Körper bereits so vermehrt, dass sich beginnende kritische Störungen der Körperfunktion bemerkbar machen können. In der Inkubationszeit besteht bei COVID-19 Infektion ein erhöhtes Risiko, dass Sie Menschen anstecken. Derzeit geht man davon aus, dass ein Virusträger zwei bis drei weitere Menschen infiziert.

Auffällig ist, dass bei der Diagnose COVID-19 Infektion Fieber mit 87,9% und trockener Husten mit 67,7% die mit Abstand häufigsten Symptome sind. Das entspricht dem Mechanismus einer Infektion mit absteigender Ausbreitung des Virus vom Mund-Rachenraum über die Bronchien bis tief in das Lungengewebe. Erst wenn im Lungengewebe der Gasaustauch von Sauerstoff bzw. Kohlendioxid durch die Pneumonie kritisch gestört und die Atemarbeit durch vermehrte Wasseransammlung erhöht ist, dann treten Symptome der Luftnot auf. Das erklärt auch, warum Kurzatmigkeit bei Erstdiagnose der COVID-19 Virusinfektion lediglich bei knapp 20% der Menschen vorkommt.

Virusinfektion: Die Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, d.h. die Phase von der Infektion bis zum ersten Auftreten von Symptomen und damit dem eigentlichen Krankheitsbeginn, ist ein kritischer Zeitraum, weil:

  • vermeintlich gesunde Menschen andere Menschen schon anstecken können
  • eine erhöhte Anfälligkeit für andere Infektionserkrankungen besteht
  • die Zeit bis zum Aufsuchen ärztlicher Hilfe hinausgezögert wird

Besonders müssen wir hervorheben, dass zwischen 66% und 75% aller Ansteckungen durch Personen erfolgt, die sich noch in der symptomfreien Inkubationszeit befinden. Zwei Tage vor dem Auftreten von Symptomen ist die Ansteckungsgefahr am höchsten.

Nach aktuellem Stand beträgt die offizielle max. Inkubationszeit bei COVID-19 ca. 14 Tage. In Ausnahmefällen sind Inkubationszeiten bis 21 Tage beobachtet worden. Das bedeutet, wer nach Kontakt mit einem COVID-19 Träger bis dahin keine Symptome hatte, gilt nicht als Träger des Virus.

Die mittlere Inkubationszeit von COVID-19 liegt bei 5,2 Tagen, d.h. 50% der Menschen, die sich infiziert haben, weisen nach 5,2 Tagen eines oder mehrere der oben genannten Symptome auf. Nach 12,5 Tagen haben 95% aller Erkrankten Symptome entwickelt.

Die Inkubationszeit bis zum Auftreten von Symptomen bietet eine Chance, denn frühzeitiges Erkennen kann Komplikationen der Viruserkrankung bei einem selbst abmildern bzw. anderen Menschen verhindern.

Früherkennung COVID-19

Virusinfektion – Messung und Grundlagen bei der Messung der Körpertemperatur

Die genaueste und einfachste Methode zur frühzeitigen Erfassung einer beginnenden Virusinfektion ist die regelmäßige Bestimmung Ihrer Körpertemperatur. Sie steigt hochwahrscheinlich schon vor dem Einsetzen von Symptomen an. Dieses wird gerade durch die Häufigkeit von Fieber bei der Erstdiagnose einer COVID-19 Infektion in 87,9% der Fälle deutlich.

Auch wenn die Viruslast in Ihrem Körper noch gering ist, d.h. während der Inkubationszeit, beginnt Ihre Körpertemperatur als Folge der Immunabwehr zu steigen. Der Anstieg der Körpertemperatur als Reaktion auf eine sich ausbreitende Infektion ist kein plötzliches Ereignis. In der Regel zeichnet sich der Anstieg der Körpertemperatur durch einen mehr oder weniger langsamen Beginn aus, und das bevor wir definitionsgemäß von Fieber sprechen. Das muss folglich nicht bedeuten, dass Sie in der Inkubationszeit Fieber haben. Relevante Anstiege der Körpertemperatur im Normalbereich bis 37,5 0C können hier schon ein erstes Zeichen der ablaufenden Infektion sein.

Früherkennung COVID-19

Virusinfektion: Messung Körpertemperatur

Messen Sie die Basaltemperatur, d.h. die Körpertemperatur unmittelbar nach dem Aufstehen am Morgen.

Nutzen Sie am besten ein Ohrthermometer mit richtiger Messtechnik. Messen Sie 3x hintereinander und nehmen Sie den höchsten Wert. Ein Ohrthermometer misst eher falsch zu niedrige Werte. Falsch zu hohe Werte kommen nur in Einzelfällen vor, z.B. wenn bei individueller Nutzung ausschließlich durch eine Person die Hygiene-Schutzkappe nicht gewechselt wird.

Tragen Sie die Werte am besten in einer Health-App, z.B. unter Reproduktionsmedizin ein.

Beachten Sie, dass jeder Mensch einen individuellen Temperatursollwert hat. Wichtig ist daher, dass Sie Ihre Basaltemperatur im gesunden Zustand kennen.

Frauen mit normalem Ovarialzyklus haben durch den Einfluss der Hormone natürliche Schwankungen der Körpertemperatur. Folglich steigt die Temperatur unmittelbar vor dem Eisprung an und ist somit in der 2. Zyklushälfte  0,3-0,5 0C höher als in der 1. Zyklushälfte. Bei Frauen, die zur Verhütung bzw. aus anderen Gründen Hormonpräparate nehmen, ist die Körpertemperatur häufig bis in den Graubereich zwischen 37,0-37,5 0C gesteigert.

Virusinfektion: Bewertung der Körpertemperatur

Bei der Bewertung der Körpertemperatur sind die absoluten Werte UND die relativen Veränderungen im Vergleich zum gesunden Ausgangswert von Bedeutung.

Absolute Werte Körpertemperatur

  • 36,2 – (37,4) 0C = Normbereich
  • 37,0 – 37,4 0C = Graubereich
  • 37,5 – 38,0 0C = unterschwelliges Fieber
  • > 38,0 0C = manifestes Fieber

Relevante relative Veränderungen Körpertemperatur

  • Zunahme der Körpertemperatur um 0,3-0,5 0C im Vergleich zum individuellen Normalwert. Gilt auch im Bereich unter 37,5 0C

Für Frauen ist die Bewertung schwieriger als bei Männern, denn Sie müssen ihren Ovarialzyklus genau kennen und in die Überlegungen mit einfließen lassen.

Sollten Sie einen relevanten Anstieg der Körpertemperatur bzw. Fieber verzeichnet haben, dann kontrollieren Sie, ob sich daraus am Abend ein stärkeres Fieber entwickelt bzw. ob der Wert am Folgetag genauso hoch ist bzw. weiter steigt. In diesen Fällen nehmen Sie Kontakt mit einer Ärztin bzw. einem Arzt auf, um die Symptome einzuordnen. Sollten Sie den Verdacht auch eine COVID-19 Infektion haben, dann müssen Sie das telefonisch tun.

Corona-Virusinfektion: Messung und Bewertung von Herzfrequenz & Blutdruck

Die Infektion mit COVID-19 ist eine entzündliche Erkrankung, die zu Veränderungen des Herz-Kreislaufsystems führt. Hier sind Herzfrequenz und Blutdruck zuverlässig zu Hause messbar. Werden kritische Werte erreicht, dann droht das Herz-Kreislaufversagen. Das gilt vor allen Dingen für Menschen mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen.

Die Messungen für Herzfrequenz und Blutdruck sollten nach 5 Minuten körperlicher Ruhe im Sitzen erfolgen. Eine Messung vom Liegen zum Stehen kann ebenfalls sinnvoll sein.

Messen Sie die Herzfrequenz per Hand, mit der Blutdruckmanschette oder einem Smartphone-EKG. Bei der Herzfrequenzmessung der Hand tasten Sie den Puls und zählen die Schläge über 15 Sekunden. Diesen Wert, z.B. 16 rechnen Sie dann auf die Minute hoch, indem Sie ihn x4 nehmen; in diesem Fall ergibt sich also eine Herzfrequenz von 64 bpm.

Bei der Blutdruckmessung nutzen Sie Blutdruckmessgerät und dokumentieren die Werte ebenfalls. Dokumentieren Sie die Werte für Herzfrequenz und Blutdruck, z.B. in einer Health-App und betrachten Sie den Verlauf.

Gerade zur Bewertung der Herzfrequenz müssen Sie Ihre normale Herzfrequenz kennen. Diese kann individuell sehr unterschiedlich sein, z.B. hat der eine in Ruhe eine Herzfrequenz von 62 bpm, der andere 84 bpm.

Steigt Ihre Herzfrequenz in Ruhe im Vergleich zu Ihren individuellen Normalwerten um >15 Schläge an bzw. verzeichnen Sie in Ruhe anhaltend Werte >100 bpm, dann ist unter Berücksichtigung weiterer Symptome eine Infektion wahrscheinlich.

Relevanter relativer Anstieg Herzfrequenz

  • > 15 bpm in Ruhe
  • > 20 bpm von der Rückenlage zum Stehen

Absoluter Anstieg der Herzfrequenz

  • > 100 bpm

Der Blutdruck kann in der Anfangsphase einer Infektion ansteigen. Fällt der Blutdruck um mehr als 15 mmHg unter Ihre individuellen Normwerte ab, dann droht ein kritischer Kreislaufzustand.

Relevanter relativer Abfall des Blutdrucks

  • >15 mmHg

Besprechen Sie die Befunde zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie bzw. Reduzieren Sie Herz-Kreislaufmedikamente nur in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Corona Virusinfektion

Corona-Virusinfektion: Sinn der Bewertung der Lunge

Der trockene, d.h. der nicht-produktive Husten ohne oder mit geringer Schleimbildung ist mit 67,7% das zweithäufigste Symptom bei Erstdiagnose der COVID-19 Virusinfektion. Kurzatmigkeit als deutlicher Hinweis auf eine Lungenbeteiligung liegt bei Erstdiagnose lediglich bei knapp 20% der betroffenen Menschen vor. Das bestätigt wieder den absteigenden Charakter der Infektion und die Tatsache, dass nicht jeder Mensch, der mit dem COVID-19 Virus infiziert ist, eine schwere Lungenentzündung bekommt

Auch der trockene Husten ist ein unspezifisches Symptom, d.h. ein trockener Husten bedeutet nicht, dass Sie zwangsläufig eine COVID-19 Infektion haben. Kurzum, ein trockener Husten muss im Zusammenhang mit anderen Symptomen beobachtet und bewertet werden. Wie oben angeführt, ist der Verlauf der Körpertemperatur hier von entscheidender Bedeutung.

Die Kurzatmigkeit mit Luftnot im Alltagsleben ist bei Erstdiagnose ein spätes Symptom und die Ausbreitung des Virus ist schon weit fortgeschritten. Sie kennzeichnet möglicherweise das beginnende Lungenversagen, welches innerhalb von Tagen zu einem kritischen Gesundheitszustand führen kann. Insofern ist es wichtig zu wissen, ob die Lunge in ihrer Funktion relevant betroffen ist. Schließlich ist es bei der COVID-19 Virusinfektion die mittel-schwere bis schwere Lungenentzündung, die in der Regel die Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung anzeigt.

Corona-Virusinfektion: Atemreserven subjektiv beurteilen

Die sichere Erfassung einer Lungenbeteiligung einer COVID-19 Virusinfektion ist nur mit apparativen Methoden, z.B. mit einer sog. Dünnschicht-Computertomografie möglich, und auch dann ist die Infektion schon relativ weit fortgeschritten.

Die subjektive Erfassung der Lungenbeteiligung über Symptome ist unsicher, nicht zuletzt, weil die meisten von uns sich im Alltagsleben nur in geringem Maße einer stärkeren körperlichen Belastung aussetzen. Auch der im Internet propagierte Atemanhalte-Test über 10 Sekunden kann eine Virusinfektion der Lunge, so wie das angepriesen wird, nicht ausschließen.

Um eine Störung der Lunge so gut es geht zu erfassen, müssen Sie sich deutlich über Ihre Alltagaktivität hinaus belasten. Sie können mehr auf Ihre Atemreserven achten, indem Sie sich täglich einer forcierten standardisierten körperlichen Belastung aussetzen. Am besten sind hier sicherlich Fahrradergometer mit einstellbarer Wattzahl und Drehzahlmesser geeignet. Auch ein standardisierter strammer Spaziergang, am besten zum Rhythmus eines Liedes kann sich eignen.

Sollten Sie sich bei einem regelmäßigen standardisierten Training früher erschöpft fühlen und/ oder Luftnot verspüren, d.h. nach 10 Minuten anstatt der sonst üblichen 20 Minuten, dann ist das zu mindestens ein Hinweis darauf, dass etwas mit der Lunge nicht in Ordnung sein kann. Spätestens jetzt sollten Sie Ihre Körpertemperatur messen.

Corona-Virusinfektion: Störung der Atmung bewerten

Haben Sie Probleme bei der Atmung bereits bei leichter Alltagsaktivität, wie z.B. hohe Atemfrequenz, Luftnot und rasche Erschöpfung, innere Unruhe, dann ist das Risiko für einen kurzfristig einsetzende kritischen Gesundheitszustand, d.h. innerhalb von Stunden bis Tagen deutlich erhöht.

Haben Sie Hinweise darauf, dass mit Ihrer Lunge etwas nicht stimmt und liegen noch andere Symptome vor, dann sollten Sie zeitnah mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Dieser entscheidet dann gemeinsam mit Ihnen ist es bei der COVID-19 Virusinfektion je nach Alter und allgemeinem Gesundheitszustand die mittel-schwere bis schwere Lungenentzündung, die zur Krankenhauseinweisung führt.

Corona-Virusepidemie mit COVID-19: Vorbeugung zum Schutz der Mitmenschen

Gerade in Zeiten einer schweren Virusepidemie ist die beste Vorsorge für sich und andere, wenn Sie sich selbst möglichst von anderen Menschen fernhalten, auch wenn Sie sich selber für gesund halten. Wir müssen alle die Grundregeln der Hygiene beachten.

Sollten Sie den begründeten Verdacht haben, dass die Sie an einer COVID-19 Virusinfektion leiden, dann gehen Sie nicht unangemeldet in eine Arztpraxis sondern nehmen Sie telefonisch Kontakt mit den entsprechenden Stellen, z.B. unter 116 117 auf.

Corona: Prognose der COVID-19 Virusepidemie

Um Ihnen einen Einschätzung über den weiteren Verlauf der Corona Virusepidemie zu ermöglichen, machen wir für Sie den CoronaFuturum-PrognoseRechner zugänglich. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag “Corona – CoronaFuturum-PrognoseRechner für COVID-19”. Hier finden Sie hilfreiche Erläuterungen und den Link zum Rechner.

 

Literatur

 

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Wasser trinken ist lebenswichtig für die Leistungsfähigkeit – aber wie trinke ich mehr?

Der Mensch besteht zu 60% aus Wasser. Ohne ausreichende Flüssigkeit haben Sie keine Kraft, körperlich und geistig. Wer weniger trinkt ist einfach dümmer. Es sollten 30-40 ml/kg Körpergewicht und Tag sein. Die Trinkflüssigkeit sollte Raumtemperatur haben bis körperwarm sein. Am besten starten Sie als zweite Handlung des Tages morgens nach dem Toilettengang. Hier sollten Sie 20-25% der Tagesgesamtmenge trinken.

Mehr trinken – Das Problem

Die Hauptursache, warum die meisten Menschen zu wenig trinken, ist das fehlende Durstgefühl. Entsteht bei Ihnen das Bedürfnis etwa zu sich zu nehmen, sei es tatsächlich metabolisch oder als einfache Belohnung, dann wird meistens feste Nahrung anstatt Flüssigkeit zugeführt. Dieses hängt möglicherweise damit zusammen, dass feste Nahrung durch den Schluckakt ein stärkeres Belohnungsgefühl auslöst.

In manchen Berufsgruppen gibt es wenig Gelegenheiten zur Toilette zu gehen, z.B.  bei Chirurgen im Operationssaal. Dann wird instinktiv das Trinken vermieden, um dann auch den Toilettengang zu vermeiden. Eine weitere Ursache ist die Störung des Harnabflusses. Beim Mann ist er durch die vergrößerte Prostata ab einem bestimmten Alter zu langsam. Bei Frauen erfolgt er leicht unwillkürlich mit einer Inkontinenz bei Beckenbodenschwäche. Auch hier wird zur Vermeidung des Gangs zur Toilette die Flüssigkeitsaufnahme verringert.

Grundvoraussetzung, um mehr zu trinken – Trinkflüssigkeit muss schmecken

Einfaches Wasser schmeckt vielen Leuten nicht. Getränke mit Kohlensäure verursachen ein Völlegefühl und führen häufig schnell zu Aufstoßen. Die meisten kommerziellen Limonadengetränke enthalten zu viel Zucker, Zero-Zucker Getränke wiederum Zusatzstoffe, die möglicherweise nicht gesund sind.

Eine gute Lösung ist hier die Herstellung von sogenanntem “Infused Water”, d.h. Wasser mit Zusatzstoffen wie z.B. mit geringen Mengen an Holundersirup plus Zitronenscheiben.

Auch muss die Art der Flüssigkeit stimmen, harntreibende Flüssigkeiten wie zum Beispiel Kaffee und Alkohol werden nicht in die Bilanz eingerechnet.

Mehr trinken durch bessere Selbstwahrnehmung

Selbstwahrnehmung bedeutet, dass Sie warten, bis der Körper sich mit einem Durstgefühl oder anderen Symptomen meldet. Das Bedürfnis des Körpers nach Flüssigkeit ist allerdings häufig unspezifisch und diffus, denn der Körper sagt einem nicht direkt: „Ich benötige Flüssigkeit.” Im Gegensatz, z.B.  zum Körperschmerz erhalten so folglich häufig Signale, die uns nicht sagen wo das Problem genau liegt. Symptome für einen Flüssigkeitsbedarf sind:

  • Müdigkeit, Antriebsarmut, Konzentrationsstörungen
  • Gereiztheit, Aggressivität
  • körperliche Schwäche
  • Durstgefühl (spätes Signal!)
  • trockene Haut
  • dunkler Urin
  • harter Stuhlgang, Verstopfung

Zusammengefasst kommen die Signale der Selbstwahrnehmung häufig zu spät. Hinzu kommt, dass die Signale unspezifisch und damit bei den meisten Menschen unzuverlässig sind. Wir müssen hier also Strategien zur Symptom-unabhängigen regelmäßigen und ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme entwickeln.

Wie trinke ich mehr? – Trinken anstatt Essen – mehr Leistungsfähigkeit

Hunger und Durst sind Ausdruck von Bedürfnissen des Körpers und dienen vor allem kurzfristig zur Aufrechterhaltung eines guten Energiestoffwechsels. Sie können allerdings auch Ausdruck von Suchtverhalten (zum Beispiel bei Zucker) sein. Der Schluckakt an und für sich wirkt bereits als Belohnung. Das Bedürfnis zu trinken wird häufig mit Hunger verwechselt. Folglich ist die falsche Konsequenz: Sie essen, anstatt zu trinken. Sie sollten lernen, Hunger und Durst zu unterscheiden.

Ein stoffwechselbedingter echter Hunger ist Ausdruck des Energiebedarfs für den Funktionsstoffwechsel. Sie können dies vor allen Dingen daran merken, wenn die Körpertemperatur verringert ist und ein Kältegefühl eintritt. Grundsätzlich sollten Sie immer, wenn Sie den Drang haben zu essen, überlegen ob es wirklich Hunger ist. Im Zweifel sollten Sie erst einmal 300-500 ml trinken.

Mehr trinken – Trink-Apps mit Erinnerungsfunktion

In den App-Stores gibt es zahllose Trinkapps wie z.B. “Trinkwecker – mein Wasser”, “Gerolsteiner Trinkcheck-App” oder den “Daily Water Tracker Reminder”. Die Gerolsteiner Trinkcheck-App nutzt Fitnessdaten aus Ihrem Smartphone und passt die tägliche Trinkmenge an Ihre Tagesaktivität und die Außentemperatur an. Die App ist auch tauglich für die Apple Watch und insgesamt sehr komfortabel. Manchen wird allerdings die aktive Erinnerung eher lästig sein, da auch nicht immer Flüssigkeit verfügbar ist.

Mehr trinken – Flaschen leer machen

Wenn Sie Ihr Trinkverhalten für den Tag planen, dann können Sie eine genaue Anzahl an Trinkflaschen bzw. Karaffen mit Aufforderungscharakter positionieren. Entweder Sie nehmen die entsprechenden Flaschen mit für unterwegs oder positionieren sie am Arbeitsplatz, z.B. im Büro. Ihr Ziel ist es dann, dass Sie Ihr gewähltes Flaschenkontingent über den Tag leer machen. So bleiben Sie den ganzen Tag über fit.

mehr trinken

Mehr trinken – auf Urin Farbe achten

Je dunkler der Urin, desto höher ist die Konzentration an festen Substanzen. Folglich je dunkler der Urin, desto geringer ist auch der Flüssigkeitsgehalt des Körpers. Die Urinfarbe sollte ab der zweiten Tagesportion die Farbe einer Weißweinschorle haben. Ist das nicht der Fall, dann müssen Sie auf jeden Fall kräftig nachtrinken.

Die Farbskala mit Ampelfunktion können Sie sich üpbrigens als Foto auf Ihr Handy herunterladen.

Mehr trinken – Start – Drink – Pee – Repeat!

“Drink, Pee, Repeat” ist sicherlich der natürlichste, einfachste und insgesamt beste Tipp.

Bauen Sie eine Feedbackschleife auf, bei der Sie sich immer wieder selber daran erinnern, dass Sie trinken müssen.

Das System sollten Sie am Morgen anschieben, indem Sie nach dem Aufstehen 20-25% der errechneten Tagesmenge trinken (Start). Kommt dann der Gang zur Toilette (Pee), dann erinnern Sie sich selber daran, vielleicht auch über die Urinfarbe, dass Sie direkt nach dem Toilettengang trinken sollten, denn die Bilanz muss stimmen. Trinken Sie dann 250-300 ml und beim nächsten Gang zur Toilette beginnt das Spiel von vorne (Repeat).

mehr trinken

Mehr trinken, mehr Leistungsfähigkeit – die beste individuelle Lösung finden

Insgesamt entwickelt jeder von uns aus den oben genannten Elementen eine eigene Strategie. Die besten Tipps zur Aufrechterhaltung eines adäquaten Flüssigkeitshaushaltes für mehr Fitness sind nach unseren Erfahrungen drink – pee – repeat und das Achten auf die Urinfarbe. So bleiben Sie den ganzen Tag über leistungsfähig.

Literatur

 

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Übergewicht & Bluthochdruck – Ursache Körpertemperatur – Video

Übergewicht, Körpertemperatur und Bluthochdruck stehen in einem engen Zusammenhang. Zahlreiche große klinisch-wissenschaftliche Studien haben zu der gesicherten Erkenntnis geführt: Übergewicht, und vor allen Dingen das Bauchfett, erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Sterblichkeit. Übergewicht hat auch unmittelbar symptomatische Folgen, insbesondere Belastungsluftnot und Bluthochdruck. Aber woran liegt das eigentlich und was hat das mit dem Kreislauf zu tun?

Besonders wichtig beim Zusammenhang Übergewicht und Herz-Kreislaufsymptome finden wir die folgenden 3 Mechanismen:

  • Temperaturisolierung
  • Entzündung
  • Hormonbildung

Alle 3 Faktoren wirken zusammen und haben einen Einfluss auf die Regulation Ihrer Körpertemperatur und damit auch auf den Kreislauf.

Übergewicht, Körpertemperatur - Ursache für Bluthochdruck

Regulation der Körpertemperatur – kurze Einführung

Für optimale biochemische Prozesse und folglich für eine gute körperliche und geistige Leistungsfähigkeit benötigt Ihr Körper eine stabile Körpertemperatur. Sie liegt bei den meisten Menschen um 36,5 0C und schwankt um ca. 0,3 0C nach oben und nach unten.

Liegt Ihre Körpertemperatur außerhalb Ihres individuellen Wohlfühlbereichs, dann muss Ihr Körper gegensteuern, um wieder in diese Temperaturzone zu gelangen. Die schnellste und für den Körper am feinsten regulierbare Stellgröße ist dabei die Durchblutung der Körperoberfläche.

Ist Ihrem Körper zu warm, dann STEIGERT er die Durchblutung. So wird mehr Wärme an die Körperoberfläche gebracht und kann dort abgestrahlt werden. Bezogen auf den Kreislauf nennen wir das einen HYPERdynamen oder auch einen Wärme-Dissipitations-Kreislauf. Dekompensiert das System, steigt die Körpertemperatur und Sie beginnen z.B. zu schwitzen.

Ist Ihrem Körper zu kalt, dann VERRINGERT er die Durchblutung. Folglich wird mehr Wärme im Körperkern gehalten. Bezogen auf den Kreislauf nennen wir das einen HYPOdynamen oder einen Wärme-Konservierungs-Kreislauf. Dekompensiert das System, dann schaltet Ihr Körper die Reservemechanismen zur Temperatursteigerung ein, wie z.B. das Kältezittern der Muskeln.

Zur wissenschaftlich-ganzheitlichen Bewertung des Herz-Kreislaufsystems setzen wir in der Cardiopraxis vor allen Dingen die unblutige Herz-Kreislaufmessung in Verbindung mit der Körpertemperaturmessung ein. So können wir auch den Einfluss von Übergewicht und Stoffwechsel auf den Kreislauf sehr differenziert erfassen.

Körperfett – wichtig für die Temperaturisolierung

Wenn wir uns Gedanken über die Bedeutung von Körperfett für das Herz-Kreislaufsystem machen, dann ist es naheliegend sich zu fragen: Welchen positiven Sinn hat Körperfett neben der Speicherung von Energie? Oder anders gesagt: Warum kann Fett für das Kreislaufsystem eigentlich sinnvoll sein?

In der Biologie ist Fett vor allen Dingen eine Isolationsschicht. Wir kennen es von Tieren, die in kalten Regionen leben oder sogar einen Winterschlaf halten. Bevor der Winter beginnt, fressen Sie sich Fett an. Damit beugen sie nicht nur dem Mangel an Futter in der kalten Jahreszeit vor, sondern schützen sich auch vor Kälte.

In der Natur gibt es nun eher Wärme-verlierende und Wärme-konservierende Lebewesen, wie z.B. die Maus oder im Gegensatz dazu den Elefanten. Bestimmt wird diese Einteilung durch das Verhältnis von Körpermasse, bzw. Gewicht zur Körperoberfläche: je größer die Körperoberfläche im Verhältnis zur Körpermasse, desto mehr Wärme wird pro Masse abgegeben und umso mehr muss ein Tier in Relation zu seinem Körpergewicht fressen, um den Wärmestoffwechsel aufrecht zu erhalten. In diesem Sinne ist die Maus mit 4,5 kg/m2 eher ein “Wärmeverlierer” und folglich der Elefant mit 190 kg/m2 eher ein “Wärmebewahrer”.

Übergewicht, Körpertemperatur - Ursache für Bluthochdruck

Körperfett – auch eine Isolationsschicht bei Menschen

Diese Mechanismen der Wärmekonservierung können wir auch beim Menschen beobachten. Bei ihm liegt das normale Massen-Oberflächenverhältnis zwischen 35-40 kg/m2 Körperoberfläche. Das entspricht einem Body-Mass-Index von 18,5-25 (kg/ (m x m Körperlänge)), welches auch ein indirektes, wenn auch ungenaueres Maß für das Massen-Oberflächenverhältnis des Menschen ist. Das Massen-Oberflächenverhältnis ist im Hinblick auf den individuellen Stoffwechsel beim Menschen sehr fein abgestimmt, so dass bereits relativ geringe Schwankungen sich im Kreislauf bemerkbar machen.

Körperfett – zu starke Temperaturisolierung steigert Blutdruck

Gerät das Gleichgewicht zwischen Körperisolierung und Wärmeproduktion durcheinander, z.B. durch zu viel Bauchfett bei gleichbleibender oder gesteigerter Stoffwechselleistung, dann wird dem Körper zu warm und er versucht dieses durch eine stärkere Wärmeabgabe auszugleichen. Und zwar zunächst durch eine Steigerung des Blutflusses, und in schwereren Fällen durch Schwitzen.

Bereits Schwitzen ist ein Ausdruck von thermischem Stress, welcher mit einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion verbunden ist. Dieses hat nicht nur Unruhe, sondern auch eine zusätzliche Steigerung von Herzfrequenz und Blutdruck, gerade im Sommer, zur Folge.

Ist der Blutdruck eine ganze Zeit lang zu hoch, dann tritt eine Sollwertverstellung im Regelkreis der Blutdruckregulation nach ober auf. Das bedeutet, dass der Körper sich an den hohen Blutdruck “gewöhnt” und versucht ihn fälschlicherweise auf einem höheren Niveau zu halten. Das wiederum kann die medikamentöse Blutdruckeinstellung erheblich erschweren, vor allen Dingen dann, wenn die ursprüngliche Ursache – das Übermaß an Körperfett – nicht reduziert wird.

Ist der Blutfluss bei Übergewichtigen normal, dann benötigen sie das Bauchfett für den Ausgleich einer zu geringen Stoffwechselleistung und damit einer zu geringen Wärmebildung.

Körperfett – Entzündung

Wir wissen sehr genau, dass im Körperfett verstärkt entzündliche Prozesse ablaufen. Diese werden nicht zuletzt durch die Ablagerung von toxischen Substanzen verursacht. Die lokale Entzündung im Fett setzt folglich Entzündungsmediatoren frei, die über die Blutbahn in den Körper gelangen können. Das geschieht vor allen Dingen dann, wenn das immunologisch wirksame Lymphsystem mit den Lymphknoten als Abwehrsystem überlastet ist. Die Entzündungsreaktion bei übergewichtigen Menschen können wir teilweise daran erkennen, dass Entzündungsmediatoren wie z.B. Interleukine und Entzündungsmarker wie das C-reaktive Protein (CRP) im Blut erhöht sind.

Vermehrte Entzündung im Körper bedeutet mehr Stoffwechselaktivität und damit auch mehr Wärmebildung. Überschüssige Wärme muss entsprechend der oben genannten Mechanismen abgegeben werden, so dass Ihr Körper in einem thermoregulatorischen Gleichgewicht bleibt. Die Verbindung aus vermehrter Wärmebildung durch Entzündung und weniger Wärmeabgabe durch übersteigerte thermische Isolierung sind mit hoher Wahrscheinlichkeit die entscheidenden Ursachen für thermischen Stress. Und damit auch für Bluthochdruck bei übergewichtigen Menschen.

Bauchfett – Hormonbildung von Östrogen

Im Körperfett werden verschiedene Hormone gebildet. Eine besondere Bedeutung für den Kreislauf hat hier die Bildung des hormonell aktiven Östrogens, des 17ß-Östradiols.

Während das im Blut gemessene 17ß-Östradiol bei der prämenopausalen Frau zu 95% in den Eierstöcken gebildet wird, wird es bei der post-menopausalen Frau zu ca. 100% außerhalb der Eierstöcke und beim Mann zu ca. 80% außerhalb der Hoden gebildet. Vorstufen des 17ß-Östradiols sind bei der post-menopausalen Frau und beim Mann dabei vor allen Dingen Testosteron und Androstendion.

Ein Hauptort bei der extragonadalen Bildung des 17ß-Östradiols, d.h. außerhalb der Eierstöcke bzw. der Hoden, ist das Bauchfett. Je mehr Bauchfett, desto mehr 17ß-Östradiol also.

Neben seinen bekannten Auswirkungen, z.B. auf das Fettverteilungsmuster (Hüfte, Brust), hat 17ß-Östradiol auch eine Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem. Wesentlich dabei sind die direkten Effekte auf die Blutgefäße und auf die Verstoffwechselung der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

Östrogen – Wirkung auf Blutgefäße, Blutfluss und Blutdruck

Östrogen bewirkt zunächst einmal eine Weitstellung der Blutgefäße, was eine Senkung des Gefäßwiderstandes und damit eine Steigerung des Blutflusses nach sich zieht. Folglich sinkt der Blutdruck, während die Wärmeabgabe steigt. Frauen kennen diesen Effekt sehr gut. Vor der Menopause ist der Blutdruck gerade zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr sehr niedrig, was mit Herzrasen, Benommenheit und Ohnmachtsanfällen verbunden sein kann. Mit der Menopause treten häufig Schweißausbrüche auf, weil die Blutgefäße enger werden und Wärme so nicht mehr optimal abgeführt werden kann. Schwitzen stellt hier einen Reservemechanismus zur Temperaturabgabe dar. Ein Beleg dafür ist, dass mit der Gabe von Östrogenpräparaten diese Symptome wieder verschwinden.

Der Einfluss von zu viel Östrogen kann starke Blutdruckschwankungen zur Folge haben. Denn der Körper versucht immer wieder, einen latent niedrigen Blutdruck durch eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung auszugleichen, um Ohnmachtsanfälle zu verhindern. Mit der Menopause ist der Mangel an Östrogen ein zusätzliches Risiko für einen erhöhten Blutdruck. Das liegt an einem gesteigerten Blutgefäßwiderstand und den unter anderem damit verbundenen thermischen Stress durch die höhere Körpertemperatur.

Östrogen – Wirkung auf aktivierende Neurotransmitter

Östrogen ist ein sehr starker epigenetischer Faktor bei der Modulation des vegetativen Nervensystems und damit auch bei der Steuerung von emotionalem Befinden und Kreislauffunktion. Epigenetisch bedeutet, dass Östrogen bestimmte Gene an- und ausschalten kann.

Östrogen hat so indirekt einen sehr stark hemmenden Effekt auf den Abbau der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin, weil es die genetische Bildung der abbauenden Enzyme Catechol-O-Methyltransferase und Monoaminooxidase hemmt. Frauen vor der Menopause, die nicht die Pille nehmen, kennen das sehr gut aus der 1. Zyklushälfte vor dem Eisprung, wenn das Östrogen besonders hoch ist: Stimmung und Ausstrahlung sind in der Regel besser als in der 2. Zyklushälfte; Grund ist vor allen Dingen der verringerte Abbau des “Glückshormons” Dopamin.

Ein zu hohes Niveau an aktivierenden Neurotransmittern als Folge eines hohen absoluten bzw. relativen Östrogenspiegels kann vor allen Dingen zu Herzrasen und Blutdruckschwankungen führen. In der Cardiopraxis kennen wir das von Frauen vor der Menopause, von Frauen nach der Menopause mit übermäßiger Östrogensubstitution und von Männern mit nachlassenden Testosteronspiegeln ca. ab dem 40. Lebensjahr.

Gerade bei Männern verschiebt sich ab dem mittleren Lebensalter das Gleichgewicht von Testosteron zugunsten von Östrogen. Hinzu kommt, dass Testosteron genau den entgegengesetzten Effekt zu Östrogen hat, weil es die Bildung der abbauenden Enzyme COMT und MAO epigenetisch aktiviert. Und damit einen vermehrten Abbau von aktivierenden Neurotransmittern bewirkt.

Östrogen verstärkt über die Verringerung des Abbaus von aktivierenden Neurotransmittern auch die emotionale Schwingungsfähigkeit. Das kann wiederum mit Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken verbunden sein. Diese somato-psychischen Effekte verstärken dann die Symptome wie Herzrasen und Bluthochdruck.

Festzuhalten ist, dass wir diese Effekte im Alltag nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern kennen; das Übergewicht ist hier ein wesentlicher Risikofaktor.

Gewichtsreduktion unterstützt die Normalisierung des Blutdrucks

Übergewichtige Menschen sollten sich spätestens ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30(kg/(m x m Körperlänge)) überlegen, ob Sie das Gewicht reduzieren wollen. Ab einem BMI von 30 kg/m2 sind sie sicher für das Auftreten von Herz-Krankheiten gefährdet.

Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass die Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Menschen die Herz-Kreislaufeinstellung verbessert, z.B. durch Intervallfasten. Nicht nur der Blutdruck wird besser einstellbar, nicht selten verbunden mit weniger Medikamenten, sondern auch das Risiko für Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und Frühsterblichkeit sinkt z.T. erheblich.

Gewichtsreduktion – auf Ihr Temperaturempfinden sollten Sie achten

Wir können diese positiven Wirkungen der Gewichtsreduktion im praktischen Alltag immer wieder nachvollziehen. Schon eine Gewichtsreduktion von 4-6 kg kann ein normales Gleichgewicht zwischen Wärmebildung und Wärmeabgabe wiederherstellen.

Allerdings sollten Sie bei der Gewichtsreduktion berücksichtigen, dass eine zu starke Reduktion der Wärmeisolierung in Relation zur Wärmebildung zu thermischem Kältestress führen kann. Das passiert durch Aktivierung der Ausgleichssysteme zur Wärmebildung. Diese sind ebenfalls wieder mit einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung verbunden, was sich negativ auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken kann.

Sie sollten bei der Gewichtsreduktion von einem vermehrten Wärmegefühl in die Temperaturindifferenz wechseln. Ihnen ist dann also weder leicht zu kalt noch zu warm. Wenn es Ihnen eher leicht zu kalt ist, dann müssen Sie bei der Gewichtsreduktion aufpassen. Spätestens bei vermehrtem Kältegefühl müssen Sie mit einer Aktivierung Ihres Stoffwechsels beginnen, am besten durch eine aktivere Alltagstätigkeit (z.B. zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Arbeit, mehr Stehen), regelmäßiges aerobes Training und Muskelaufbau.

Übrigens raten wir Menschen mit BMI Werten von über 30 kg/m2 in Verbindung mit einem vermehrten Wärmegefühl von exzessivem Sport gerade bei hohen Außentemperaturen ab. Denn dann kann der thermische Hitzestress zur gesundheitlichen Gefährdung führen. In diesem Fall halten wir es für sinnvoll, wenn Sie Gewicht erst einmal durch eine Normalisierung der Nahrungszufuhr, z.B. durch Intervallfasten, verringern.

 

Literatur

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch