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Hitzekollaps, Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzschlag – ein zunehmendes Problem

Hohe klimatische Außentemperaturen werden in der Zukunft sehr wahrscheinlich ein zunehmendes gesundheitliches Problem darstellen. Das gilt sowohl für Deutschland als auch für viele beliebte Reiseländer. Bei Flugreisen in warme Länder konfrontieren der plötzliche Klimawechsel und der Zeitzonenwechsel den Körper mit zusätzlichen Problemen. Das Risiko für akute Hitzeerkrankungen bis hin zum Hitzenotfall ist somit erhöht.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Hitzeerkrankungen sind bei hohen Außentemperaturen das A und O, um Ihre körperliche und geistige Gesundheit aufrechtzuerhalten. Nichtsdestotrotz kann auch bei aller Achtsamkeit dann doch einmal eine akute Hitzeerkrankung bei Ihnen oder einem Mitmenschen auftreten.

Folglich ist es für Sie sinnvoll, die Schweregrade von akuten Hitzeerkrankungen voneinander abzugrenzen. So ergreifen Sie dann für sich oder andere Menschen die richtigen Maßnahmen. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn es sich um einen potenziell tödlichen Hitzenotfall wie den Hitzschlag handelt.

Erhöhte Körpertemperatur – Wärme abgeben und Wärme bilden

Zur Wärmeabgabe bei erhöhter Körpertemperatur gibt es folgende Mechanismen:

  • physikalische Abstrahlung
  • Steigerung der Hautdurchblutung
  • Abatmen von warmer Luft
  • Schwitzen

Die Feinregulation der Wärmeabgabe erfolgt im Normalfall über die Steuerung der Durchblutung. Schwitzen ist ein Reservemechanismus.

Was sind die wesentlichen Gründe dafür, dass sich Ihr Körper aufheizt und es sogar zum Notfall kommen kann? Hier müssen wir in erster Linie nennen:

  • Trinkmenge
  • Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit
  • körperliche Aktivität

Die Trinkmenge spielt dabei eine besonders große Rolle. Um den Reservemechanismus „Schwitzen“ aufrechtzuerhalten, ist sie von kritischer Bedeutung.

Hitzenotfall – unterschiedliche Schweregrade

Hitzeerkrankungen haben unterschiedliche Formen bzw. Schweregrade. Sie unterscheiden sich dabei auch darin, wie notwendig eine ärztliche Behandlung ist. Wir unterscheiden Hitzekollaps, Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. Dabei ist der Hitzschlag immer ein Notfall, der sofort ärztlich behandlungspflichtig ist.

Grundsätzlich gilt: Aus jeder symptomatischen Überwärmung Ihres Körpers kann sich ein dringlicher Notfall entwickeln, falls Sie nicht die richtigen kühlenden Maßnahmen ergreifen.

Hitzekollaps – zu geringe Trinkmenge bei sommerlichen Temperaturen

Beim Hitzekollaps ist eine zu geringe Trinkmenge, d.h. ein zu geringer Gehalt an „Hydraulikflüssigkeit“ in Ihren Blutgefäßen das Hauptproblem. Erweitern sich bei erhöhten Außentemperaturen dann noch kurzfristig Ihre Blutgefäße, dann fällt der Blutdruck zu stark ab. Die Folgen reichen von Benommenheit bis hin zur Ohnmacht.

Die Temperatur an Kopf und Körper muss nicht zwingend erhöht sein. Wer die Beine hochlagert, also die sogenannte Schocklage einnimmt, erzielt rasch einen besseren Zustand.

An akuten Maßnahmen sollten Sie beim Hitzekollaps die Beine hochlagern, 600 bis 900 ml zusätzlich trinken und sich vorübergehend im Kühlen aufhalten. Körperliche Belastung gilt es vorübergehend zu vermeiden.

Wenn Sie diese Maßnahmen beachten, dann ist der Hitzekollaps als harmlos einzustufen. Halten Sie sich nicht daran, kann sich aus einem Hitzekollaps auch einmal eine Hitzeerschöpfung mit gravierenden Konsequenzen entwickeln

Sonnenstich – tückisch durch späte Symptome

Definitionsgemäß ist der Sonnenstich die Folge einer thermischen Reizung der Hirnhäute durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Diese physikalische Reizung zieht eine Abheilungsreaktion mit Entzündungszellen nach sich, welche nach  dem Verschwinden des Hitzereizes fortbestehen bzw. sich verschlimmern kann.

Sonnenstich – heißer Kopf plus normale Temperatur am Körperstamm

In Abgrenzung zu den anderen Hitzesyndromen ist beim Sonnenstich nur die Temperatur am hochroten und heißen Kopf erhöht. Die Temperatur am Körper selbst bleibt normal. Als betroffener Mensch haben Sie dann das Erscheinungsbild einer glühenden Zigarette. Um Ihren subjektiven Eindruck zu bestätigen, können Sie die Ohrtemperatur mit der rektal gemessenen Temperatur im Enddarm vergleichen: Am Kopf ist die Temperatur deutlich höher.

Das Risiko für einen Sonnenstich ist durch die direkte Sonnenexposition des Kopfes erhöht. Zum Beispiel bei fehlender Kopfbedeckung, dünnem beziehungsweise fehlendem Haar sowie bei eingeschränkter Thermoregulation, z.B. bei Kindern und Senioren.

Sonnenstich – Symptome mit niedrigem und hohem gesundheitlichem Risiko unterscheiden

Die Symptome des Sonnenstichs sind:

  • hochroter, heißer Kopf
  • normale Temperatur an Körperstamm und Extremitäten
  • Unruhe, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit (HR)
  • Übelkeit (HR), Erbrechen (HR)
  • Benommenheit, Ohnmacht (HR), Krampfanfälle des Gehirns (HR)
  • gesteigerte Herzfrequenz

Insbesondere dann, wenn Ihr Gehirn bedroht ist, besteht ein besonders hohes Risiko (HR) für Ihre Gesundheit.

Sonnenstich – Erstmaßnahmen und Dringlichkeit für ärztliche Hilfe

Bei Hochrisikosymptomen (= HR) bei Jugendlichen und Erwachsenen bzw. bei ALLEN Kleinkindern und Senioren liegt ein Notfall vor. Sie sollten hier 112 verständigen.

Jugendliche und Erwachsene, die keine Hochrisikosymptome haben, können zunächst mit allgemeinen (siehe unten) und spezifischen Erstmaßnahmen bei Sonnenstich behandelt werden.

Bei den spezifischen Maßnahmen geht es vor allen Dingen um das Kühlen des Kopfes. Sie sollten den gesamten Kopf mit feuchten Tüchern kühlen, da ja die gesamte Hirnhaut entzündlich gereizt ist. Zusätzlich kann eine kühlende Dusche durchgeführt werden. Ein längerer Aufenthalt in einem kühlen Raum ist sinnvoll.

Verschlechtert sich der Zustand innerhalb von 20 bis 30 Minuten, dann rufen Sie unter 112 den Notarzt. Sollte er nicht besser werden, dann rufen Sie den ärztlichen Notdienst unter 116 117.

Auch wenn der Kopf abkühlt und sich die Beschwerden verbessern, kann zeitlich verzögert eine Verschlimmerung auftreten. Das kann mit gravierenden Folgen, z.B. einem Krampfanfall, verbunden sein. Daher gilt es gerade nach einem Sonnenstich den Betroffenen engmaschig zu beobachten.

Hitzeerschöpfung – heiße und FEUCHTE Haut

Bei der Hitzeerschöpfung ist der ganze Körper erhitzt und Temperaturanstiege auf über 39 Grad Celsius sind möglich. Ab 39 Grad Celsius Körpertemperatur droht der Übergang in einen Hitzschlag, Symptome treten allerdings auch schon unterhalb von 39 Grad Celsius auf.

Wichtig ist, dass Sie bei Hitzeerschöpfung eine feuchte und heiße Haut haben, was durch das starke Schwitzen bedingt ist. Somit sind die Ausgleichmechanismen zur Wärmeabgabe bei der Hitzeerschöpfung noch intakt.

Hitzeerschöpfung – Flüssigkeitsmangel und kritisch geringes Körperwasser

Ausgangspunkt für eine Hitzeerschöpfung ist meistens ein gravierender Flüssigkeitsmangel durch eine zu geringe Trinkmenge. Für Ihren Körper liegt die kritische Grenze bei einem Defizit von 12 % an Körperwasser. Bei einer chronisch geringen Trinkmenge und gleichzeitig gesteigerter Verdunstung über die Schleimhäute bzw. durch das Schwitzen kann die kritische Grenze bei hohen Außentemperaturen schnell erreicht werden.

Durch den so verringerten Flüssigkeitsgehalt Ihres Körpers sinkt die Wärmeleitfähigkeit von Gewebe und Wärme kann schlechter abgegeben werden. Sie werden somit bei der Wärmeabgabe zunehmend vom Reservemechanismus Schwitzen abhängig. Das bedeutet einen weiteren Verlust an Körperflüssigkeit. Der Körper heizt sich so selbst zunehmend auf.

Bei nun zunehmend verringerter Flüssigkeit in den Blutgefäßen nimmt jetzt auch die Durchblutung ab und die Wärmeabgabe wird dadurch weiter reduziert. Der Körper heizt sich noch mehr auf. Es droht der Übergang in den Hitzschlag.

Hitzeerschöpfung – Symptome einer drohenden kompletten Erschöpfung

Die Symptome der Hitzeerschöpfung sind:

  • feuchte und heiße Haut
  • schneller und flacher Puls (erhöhte Wärmeabgabe über Kreislauf)
  • flache und schnelle Atmung (erhöhte Wärmeabgabe über Ausatemluft)
  • körperliche Schwäche
  • Benommenheit bis hin zum kurzzeitigen Kreislaufkollaps
  • Verwirrtheit bis Apathie (HR)
  • Übelkeit und Erbrechen (HR)
  • Krampfanfall (HR)

Hitzeerschöpfung – im Zweifel den Notarzt rufen

Ärztliche Hilfe ist hier ähnlich dringend wie beim Sonnenstich.

Bei Kleinkindern und Senioren sollten Sie in jedem Fall den Rettungsdienst unter 112 verständigen. Denn bei diesen Menschen wissen Sie meistens nicht, wohin sich die Symptome entwickeln und ihre Widerstandskraft ist einfach geringer. Daher sollten Sie hier immer die Rettungskräfte informieren.

Jugendlichen und Erwachsenen können Sie bis auf Personen mit Hochrisikosymptomen (HR) mit allgemeinen Maßnahmen (siehe unten) helfen. Sie müssen hier allerdings besonders schnell und konsequent sein, denn der lebensbedrohliche Hitzschlag droht.

Wir in der Cardiopraxis halten gerade bei der Hitzeerschöpfung aktive kühlende Maßnahmen des Gehirns für sehr wichtig: mit Cold-Packs an Halsvorderseite und im Nacken bzw. vorher auch eine kühlende Dusche. Das Hochlagern der Beine beugt dem drohenden Kreislaufzusammenbruch vor.

Sollte es innerhalb von 20 bis 30 Minuten nicht zu einer Besserung kommen, dann verständigen Sie in jedem Fall den Notarzt.

Hitzschlag – heiße und TROCKENE Haut

Beim Hitzschlag ist der ganze Körper erhitzt und es werden schrittweise Werte von über 41 Grad Celsius erreicht. Der Unterschied zur Hitzeerschöpfung ist, dass Sie nicht mehr schwitzen, sondern Ihre Haut ist heiß und trocken. Das bedeutet, dass die wesentlichen Ausgleichmechanismen der Thermoregulation nicht mehr funktionieren.

Das Schwitzen wird ungefähr ab einer Körpertemperatur von 39 Grad Celsius eingestellt. Das Risiko für einen Hitzschlag wird durch eine hohe Luftfeuchtigkeit gesteigert, weil der Körper dann schlechter Wärme durch Schwitzen abgeben kann.

Des Weiteren können Medikamente Ihre Körpertemperatur unabhängig von der Außentemperatur steigern. So können z.B. Betablocker und Diuretika zu einem erhöhten Risiko beitragen.

Hitzschlag – hohes Risiko für Hirnödem und Atemstillstand

Durch das Versagen der sogenannten Bluthirnschranke tritt beim Hitzschlag Flüssigkeit aus dem Blutgefäßraum in das Gehirngewebe über. So entwickelt sich ein vasogenes Hirnödem. Sie laufen jetzt Gefahr, dass sich der Hirnstamm einklemmt, was wiederum einen Atemstillstand und Kreislaufversagen zur Folge hat.

Typischer und nicht-typischer Hitzschlag

Wir unterscheiden einen typischen passiven Hitzschlag von einem nicht-typischen aktiven Hitzschlag. Das ist sehr wichtig, gerade für Menschen, die in warmer Umgebung körperlich aktiv sind.

Typischer Hitzschlag

Typischer „passiver“ Hitzschlag. Beim typischen passiven Hitzschlag erwärmt sich der Körper überwiegend passiv durch die hohen Außentemperaturen. „Typisch“ bedeutet hier, dass hohe Außentemperaturen eine wesentliche Voraussetzung sind. „Passiv“ bedeutet, dass Sie überwiegend körperlich inaktiv sind.

Das ist ungefähr so, als ob Sie einen Kessel Wasser auf den Herd stellen und eine feste Temperatur von z.B. 150 Grad Celsius einstellen. Sie können nun schrittweise verfolgen, wie das Wasser sich erwärmt bis zum Kochen: Erst bilden sich Bläschen, dann steigt Dampf auf, schließlich brodelt das Wasser richtig. Ähnlich verhält es sich bei einem typischen „passiven“ Hitzschlag, Sie können beobachten, wie sich die Symptome schrittweise entwickeln. So haben Sie Zeit zu reagieren.

Das Risiko ist bei Kindern, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen bzw. Medikamenteneinnahmen besonders hoch. Die Sterblichkeit beträgt beim typischen Hitzschlag 5 %.

Nicht-typischer Hitzschlag

Nicht-typischer „aktiver“ Hitzschlag. Beim nicht-typischen „aktiven“ Hitzschlag gibt es neben erhöhten Außentemperaturen noch einen weiteren Grund für eine gesteigerte Körpertemperatur: körperliche Aktivität. Meistens spielt auch noch eine Wärme-isolierende Kleidung eine Rolle.

So kann diese Form des Hitzschlags auch schon bei moderaten Außentemperaturen, z.B. von 25 Grad Celsius, vorkommen. „Nicht-typisch“ bedeutet folglich, dass hohe Außentemperaturen keine zwingende Voraussetzung sind. „Aktiv“ wiederum meint, dass körperliche Aktivität entscheidend zum Problem beiträgt.

Diese Form des Hitzschlages ist besonders tückisch, da sie auch bereits bei vergleichsweise geringen Außentemperaturen von 20 bis30 Grad Celsius auftreten kann. Durch die körperliche Aktivität entwickeln sich Symptome sprunghaft und plötzlich ist er da, der Hitzschlag. Das Stadium der Hitzeerschöpfung wird meistens rasch übersprungen und gerade bei „wärmender“ Kleidung sind kritische Körpertemperaturen von 41 Grad Celsius schnell erreicht.

Ein hohes Risiko haben vor allem Leistungssportler und hier insbesondere ambitionierte Amateure bzw. Semi-Professionelle. Prädestiniert sind Sportarten mit gepolsterten Uniformen und Helmen (z.B. American Football). Aber auch von den Ausdauersportarten wie z.B. Laufen und Radfahren werden immer wieder Todesfälle berichtet.

Selbstverständlich ist auch bei schwerer körperlicher Arbeit, z.B. auf Baustellen oder an Hochöfen, die Gefahr eines nicht-typischen Hitzschlags erhöht. Haben die Symptome des nicht-typischen aktiven Hitzschlages erst einmal eingesetzt, dann beträgt die Sterblichkeit des nicht-typischen Hitzschlags eindrucksvolle 60 %.

Hitzschlag – Notfall, SOFORT handeln

Die Symptome eines Hitzschlages sind:

  • TROCKENE und heiße Haut
  • schneller und kaum tastbarer Puls
  • deutliche körperliche Schwäche
  • Verwirrtheit bis Apathie
  • fluktuierendes Bewusstsein bis Bewusstlosigkeit
  • zerebrale Krampfanfälle

Im roten Stadium versucht Ihr Körper die Wärmeabgabe über die Hautdurchblutung aufrecht zu erhalten. Im grauen Stadium ist der Kreislauf zusammengebrochen, die Hautdurchblutung ist kritisch verringert und es besteht unmittelbare Lebensgefahr.

Ein Hitzschlag ist immer ein Notfall und Sie müssen sofort 112 verständigen. Bis zum Eintreffen des Notarztes führen Sie die allgemeinen Versorgungsmaßnahmen von Hitzeopfern durch. Bei Herz-Kreislauf- bzw. Atemstillstand beginnen Sie dann unverzüglich mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.

Allgemeine Maßnahmen bei Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag

Kühlende Maßnahmen für Gehirn und Körper

Das Gehirn ist das Hauptproblem. Deswegen müssen Sie ein Hirnödem in jedem Fall verhindern. Betroffene Menschen müssen zügig in einen kühlen Raum gebracht werden, am besten mit Klimaanlage, eventuell auch in den Keller.

Der Kopf wird leicht erhöht gelagert, was den venösen Abstrom aus dem Gehirn verbessert und somit die Wärme im Gehirn selber reduziert. Den arteriellen Zustrom zum Gehirn sollten Sie kühlen. Dadurch wird nicht nur Ihr Gehirn kühler, sondern auch Ihre arteriellen Blutgefäße verengen sich. Das beugt wiederum dem gefürchteten Hirnödem vor.

Bei der aktiven Kühlung des Kopfes gilt es vor allem die hinteren Hirnarterien (sog. Arteriae vertebrales) zu kühlen. Diese versorgen den lebenswichtigen Hirnstamm, wo ja auch das Atemzentrum liegt. Legen Sie hier Cold-Packs in den Nacken! Auch die vorderen Hirnarterien (sog. Arteriae carotides) sollten Sie links und rechts am Hals mit Cold-Packs versorgen.

Falls es der körperliche und geistige Zustand des betroffenen Menschen zulässt, dann können Sie mit einer kühlenden Dusche sehr rasch den Körper abkühlen. Die Verdunstung von Wasser ist dabei der entscheidende Faktor beim Abkühlen.

Der Betroffene sollte sich möglichst wenig selbst bewegen (möglichst auch nicht gehen), weil das die Körpertemperatur erhöht. Wärmende Kleidung und vor allen Dingen Socken sind zu entfernen.

Hitzenotfall – Kreislauf stabil halten

Da die Blutgefäße, auch die Venen, erweitert sind, versackt viel Blut in der Körperperipherie. Das wiederum kann für die Gehirndurchblutung kritisch werden. Die Beine sollten daher leicht erhöht gelagert werden, damit mehr venöses Blut aus der Peripherie zurückfließen kann. Das verbessert die Kreislaufstabilität.

Bei Benommenheit bzw. Bewusstlosigkeit und erhaltener Spontanatmung muss man die betroffene Person in die stabile Seitenlage bringen. So verhindern Sie im Fall von Erbrechen, dass Erbrochenes in die Lunge gelangt.

Falls der betroffene Mensch ansprechbar ist, kann er bis zu 900 ml Wasser schluckweise trinken. Bei Herzkreislauf- bzw. Atemstillstand sollten Sie unmittelbar mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Hitzenotfall – Überwachung in der Akutphase und Nachbeobachtung

In der Akutphase lassen Sie den betroffenen Menschen nicht aus den Augen, bis eine Besserung eingetreten ist bzw. der Rettungsdienst vor Ort ist.

Sprechen Sie den Betroffenen immer wieder beruhigend an!

Achten Sie auf die Feuchtigkeit der Haut! Bleibt die Haut heiß und wird trockener, dann müssen Sie sich auf das Schlimmste gefasst machen. Tasten Sie den Puls, und messen, falls ein Gerät vorhanden ist, den Blutdruck!

Die Nachbeobachtung ist wichtig, da Symptome auch Stunden nach der Hitzeexposition erstmalig bzw. erneut auftreten können, wenn die allgemeinen Maßnahmen nicht konsequent durchgeführt worden sind. Ältere Menschen und Kinder sind besonders gefährdet.

Daher halten Sie Menschen mit einer Hitzeerkrankung grundsätzlich unter Beobachtung! Lassen Sie den betroffenen Menschen auf dem Sofa bei Licht schlafen und bleiben Sie am besten selbst wach! Sollten sich erneut Symptome verstärken, verständigen Sie den Notarzt!

Zusammenfassung: Hitzenotfall richtig vorbeugen und behandeln

  • Bei klimatischer bzw. körperlicher Hitze immer vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Hitzestress ergreifen!
  • Menschen, die bei moderaten bzw. hohen Temperaturen hart körperlich arbeiten oder Sport treiben, müssen sich regelmäßig aktiv abkühlen.
  • Trinken Sie immer 30 bis 40 ml/kg Körpergewicht und Tag, an heißen Tagen eher 40 ml/kg Körpergewicht!
  • Im Fall von Benommenheit und Unwohlsein bei hohen Außentemperaturen, immer an Nebenwirkungen von Hitze denken!
  • Bei leichten Symptomen von Hitzestress aktiv kühlende Maßnahmen ergreifen, vor allen Dingen für den Kopf!
  • Betroffene Menschen in der Akutphase bis einige Stunden nach den Symptomen nicht alleine lassen und beobachten!
  • Bei heißer und trockener Haut stellen Sie die Diagnose des Hitzschlages und rufen den Rettungsdienst unter 112!

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Anpassung des Herz-Kreislaufsystems im Sommer

Ihr Herz-Kreislaufsystem passt sich immer den klimatischen Bedingungen an. Das Ziel ist dabei ein stabiler Sollwert für Ihre Körpertemperatur, denn nur bei richtiger Körpertemperatur sind Sie voll körperlich und geistig leistungsfähig.

Im Sommer ist in der Regel eine vermehrte Wärmeabgabe sinnvoll. Ihr Körper fördert das, indem er vor allem die Blutgefäße weit stellt und damit die Durchblutung steigert. Sie merken das an Ihren warmen Händen.

Im Winter steht hingegen die Wärmekonservierung im Vordergrund. Ihr Körper erreicht das, indem er die Blutgefäße eng stellt, also den Blutfluss verringert. Das wiederum können Sie daran merken, dass Ihre Hände häufiger kalt sind.

Gerade im Sommer erleben wir in der Cardiopraxis immer wieder starke Nebenwirkungen von Herz-Kreislaufmedikamenten. Die Menschen kommen zu uns mit innerer Unruhe, Luftnot, Benommenheit oder gar Ohnmachtsanfällen.

Medikamente gegen Bluthochdruck im Sommer – „mein Blutdruck spinnt”

Im Sommer ist er Blutdruck in Verbindung mit Medikamenten meistens das Hauptproblem.

Medikamente zur Herz-Kreislauftherapie können dabei die Ausgleichsmechanismen Ihres Körpers zur Reduktion überschüssiger Körperwärme verstärken. Der Blutdruck fällt dann ab.

Medikamente können die Wärmeabgabe aber auch kritisch verringern. Folglich steigen Hitzestress und Blutdruck Sie erleben so in der Regel einen Wechsel zwischen hohen und niedrigen Blutdruckwerten.

Häufig hören wir in den Sommermonaten in der Cardiopraxis den Satz: „Mein Blutdruck spinnt”. Mit differenzierten Kreislaufmessungen des Blutdrucks UND des Blutflusses können wir hier meistens gezielt helfen, indem wir die Medikation anpassen.

Herz- und Kreislaufmedikamente im Sommer

Blutgefäßweitsteller. Medikamenten dieser Gruppe (Kalzium-Antagonisten, ACE-Hemmer, AT-Blocker, Alphablocker) verursachen eine Weitstellung der Arterien. Der Blutdruck sinkt und die Durchblutung steigt, so dass der Körper Wärme besser an die Umgebung abgeben kann.

Sinkt der Blutdruck allerdings zu stark, versucht Ihr Körper das durch freigesetztes Adrenalin auszugleichen. Folglich steigen Herzfrequenz und Blutdruck häufig überschießend an.

Bremser der Pumpkraft und der Herzfrequenz. Beta-Blocker bremsen die Pumpkraft und reduzieren die Herzfrequenz und damit die Durchblutung. Damit sinkt auch der Blutdruck. Im Sommer ist die Wärmeabgabe durch die verringerte Durchblutung gerade bei höheren Dosen kritisch reduziert. Der Körper wird wärmer und Symptome von Hitzestress werden begünstigt.

Darüber hinaus dämpft ein falsch dosierter Beta-Blocker Warnsignale des Adrenalinsystems für eine körperlichen Überhitzung. So kann Ihre Körpertemperatur unbemerkt ansteigen und dann plötzlich kritische Folgen haben.

Harntreiber. Die sogenannten Diuretika reduzieren das Füllungsvolumen in den Arterien und Venen, was eine Verringerung er Durchblutung zur Folge hat. Der Blutdruck sinkt.

Weil die Durchblutung geringer ist, reduziert sich auch die Wärmeabgabe Mit einem verringerten Flüssigkeitsgehalt Ihrer Körperzellen reduziert sich auch die Wärmeleitfähigkeit Ihrer Körperzellen.. Somit steigt unter Harntreibern die Körpertemperatur an und Ihr Hitzestress steigt.

 

Hoher Blutdruck unter Medikamenten im Sommer

Zwar kann nicht nur bei übergewichtigen Menschen der Blutdruck im Sommer steigen, diese Gruppe ist allerdings besonders gefährdet.

Gerade Menschen mit Übergewicht haben durch das Körperfett eine bessere und häufig auch übermäßige Wärmeisolierung ihres Körpers. Hinzu kommt, dass Körperfett selbst entzündlich und damit wärmebildend ist. Das kann gerade im Sommer zu einem Hitzestau führen, was Hitzestress zur Folge hat Der wiederum ist mit einer gesteigerten Adrenalin-vermittelten Aktivierung verbunden, und das verursacht nicht selten krisenhafte Blutdruckanstiege.

Daher sollten vor allem übergewichtige Menschen unbedingt äußerlichen Hitzestress meiden. Sie sollten die Flüssigkeitszufuhr überprüfen. Eventuell müssen sie harntreibende Medikamente reduzieren bzw. absetzen. Falls es zu Blutdruckspitzen kommt, ist das Modulieren des Adrenalinhaushalts sinnvoll. Bei hoher Herzfrequenz können Betablocker in niedriger Dosierung oder auch Moxonidin zum Einsatz kommen.

Niedriger Blutdruck unter Medikamenten im Sommer

Die häufigste Ursache für einen zu niedrigen Blutdruck im Sommer ist ein zu geringer absoluter oder relativer Flüssigkeitsgehalt. „Absolut” bedeutet hier, dass Sie einfach zu wenig trinken; “relativ”, dass Ihr Gefäßraum, z.B. durch Wärme zu weit gestellt ist. Die Einnahme von Herz-Kreislaufmedikamenten verstärkt das noch.

Die zusätzliche Wärme durch klimatisches Anpassen führt dazu, dass sich die Blutgefäße weiten. Das hat bekanntermaßen zunächst einen Blutdruckabfall zur Folge, denn dem Kreislauf fehlt es einfach an “Hydraulikflüssigkeit”. Dieser vergrößerte Gefäßraum muss nun mit Flüssigkeit gefüllt oder verkleinert werden.

Auch hier gilt: Gegebenenfalls müssen Sie im Sommer die Dosis von Medikamenten anpassen. Gerade Kalzium-Antagonisten und Diuretika können vorübergehend reduziert bzw. abgesetzt werden.

Blutdruckmedikamente im Sommer – gemeinsam anpassen?

Der Flüssigkeitsbedarf des Körpers im Sommer ist höher, insbesondere bei körperlichen Freizeitaktivitäten. Sie sollten, falls nicht anders abgesprochen 30 bis 40 ml pro kg Körpergewicht und Tag trinken. Achten Sie auf kühlende und vorbeugende Maßnahmen, um Hitzestress zu vermeiden!

Wenn Ihr Blutdruck „spinnt”, sollten Sie die Medikation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen. Bitte achten Sie auch darauf, dass andere Medikamentengruppen Einfluß auf die Körpertemperatur und damit auf Ihren Blutdruck haben.

Gerade unter extremen klimatischen Bedingungen sollten Sie nicht ohne Absprache die Medikation verändern. Sonst kann es zu kritischen Blutdruckkrisen kommen.

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

 

Hitzestress – Belastung für Herz und Kreislauf

Eine stabile Körpertemperatur ist sehr wichtig, damit alle biochemischen Prozesse in Ihrem Körper richtig funktionieren. Weicht die Körpertemperatur von Ihrem individuellen Sollwert ab, dann sprechen wir von thermischem Stress.

Im Falle von Wärme- oder sogar Hitzestress genügt schon eine Abweichung von +0,4 Grad Celsius, um bei Ihnen Symptome zu verursachen. Das kennt jeder von uns, wir werden unruhig, beim Aufstehen sind wir leichter benommen und unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind eingeschränkt.

Gerade in den Sommermonaten erleben wir in der Cardiopraxis dann immer wieder Menschen, die dann zusätzlich über einen Anstieg ihrer Herzfrequenz und starke Blutdruckschwankungen berichten. Nicht selten sind es auch Herzrhythmusstörungen, die Probleme bereiten. Folglich sind  vorbeugende Massnahmen gegen Hitzestress und Abkühlung gerade in dieser Jahreszeit besonders wichtig für Herz und Kreislauf.

Ihr Körper versucht Hitzestress selber auszugleichen

Damit Ihrem Körper nicht zu heiß wird, gibt es sog. Ausgleichsmechanismen, über die Ihre Wärmeabgabe gesteigert werden kann. In körperliche Ruhe und bei normalen Außentemperaturen erfolgt ca. 60% der Wärmeabgabe über die passive Abstrahlung; das ist ein ähnlicher Mechanismus, wie die Abkühlung einer warmen Tasse Tee in kühlerer Umgebung.

Ungefähr 25% der Wärme wird über die Blutbahn aus dem Inneren des Körpers an die Oberfläche geleitet und dort an die Umgebung abgegeben. Nur 15% werden über die Verdunstung, und vor allen Dingen hier über Schwitzen verloren.

Unter normalen Bedingungen hat die Steuerung der Durchblutung bei der Feinregulation des Wärmehaushalts die entscheidende Rolle, Schwitzen ist lediglich ein Reservemechanismus. Steigt Ihre Körpertemperatur, z.B. durch scharfes Essen oder hohe Außentemperaturen, dann gewinnt die Abgabe von Wärme über das Schwitzen zunehmend an Bedeutung.

Die Verdunstungswärme von Wasser beträgt 2.400 kJ/l. Das bedeutet, dass Sie mit dem Verdunsten von 0,5 l Wasser auf der Haut ca. 1/6 der Ruhewärmeproduktion eines ganzen Tages abgeben können. Unter anderem hat auch die erhöhte Wärmeleitfähigkeit von Wasser gegenüber festem Gewebe eine herausragende Bedeutung. Stehen Sie dann noch in einem leichten Luftzug, dann wird die Wärmeabgabe von intensiver, weil die vorbeiziehende Luft die Wärme noch besser abführt.

Kühle Dusche an heißen Tagen

Die Erkenntnisse aus der Thermodynamik und menschlichen Thermoregulation können für Sie bei hohen Außentemperaturen sehr nützlich sein. Wenn Sie nun, z.B. an einem heißen Sommertag merken, dass Sie Ihnen heiß wird und Sie unruhig werden, dann gehen Sie unter die Dusche.

Richtige Wassertemperatur. Die Wassertemperatur ist bei einer abkühlenden Dusche besonders wichtig. Sie sollte ca. 0,5 Grad Celsius über der Hauttemperatur liegen und folglich handwarm bis lauwarm sein. Ist die Wassertemperatur zu kalt, dann aktiviert Ihr Körper Ausgleichsmechanismen indem er die Durchblutung drosselt, weil er wahrnimmt, dass die Außentemperaturen deutliche gefallen sind. Folglich steigt Ihre Körpertemperatur sogar, Ihnen wird noch heißer. Duschen Sie zu heiß, dann steigt die Körpertemperatur ebenfalls unerwünscht.

Nicht abtrocknen. Nun das wichtigste. Nach dem Duschen nicht abtrocknen. So kann die Feuchtigkeit auf der Haut die Wärme sehr gut verdunstet werden.

Leicht bewegen. Sie können sich das Handtuch um die Hüften legen und sollten sich bewegen. Zum Beispiel hat es sich bewährt in dieser Zeit das Badezimmer aufzuräumen. Folglich wird durch den leichten Windzug Wärme noch besser abgeführt.

Mit dieser einfachen Maßnahme erreichen Sie eine sehr effektive Abkühlung. Das haben Mitarbeiter der Cardiopraxis selber mehrfach getestet.

Herz-Kreislauferkrankungen – kühl und ruhig bleiben

Gerade Menschen mit Herz-Kreislauf profitieren an heißen Tagen von kühlenden Maßnahmen. Denken Sie bitte immer auch daran genügend zu trinken: 30-(40) ml pro kg Körpergewicht pro Tag sollten es sein. Gut hydrierte Körperzellen leiten die Wärme über Abstrahlung besser ab. Bei Herzschwäche oder Nierenschwäche sollten Sie die Menge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Viagra-Nutzer: Aufgepasst!

Die Hauptnebenwirkung von sogenannten PDE-Hemmern wie Viagra®, Cialis® oder Levitra® sind Blutdruckabfälle. Durch ihre Adrenalin-vermittelte Aktivierung können zudem weitere Nebenwirkungen bis hin zum Herzinfarkt die Folge sein. Männer, die einen PDE-Hemmer nutzen, nehmen zur Behandlung einer Prostatavergrößerung häufig auch Alpha-Blocker ein – als hochwirksame Blutdrucksenker erhöhen diese das Risiko für Nebenwirkungen zusätzlich.

Typische Symptome sind dann Benommenheit, Bewusstseinsverlust, Herzrasen oder -stolpern, Unruhegefühl oder Druck auf der Brust. Vorbeugen kann man dem Ganzen, indem man die Medikamenteneinnahme mit der Ärztin bzw. dem Arzt abklärt. Hilfreich ist zum Beispiel die zeitversetzte Einnahme von PDE-Hemmern und Gefäß-erweiternden Medikamenten.

Mit Nitropräparaten sollten Viagra und Co dagegen niemals eingenommen werden. Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von 30 ml pro Kilogramm und Tag ist förderlich. Im Notfall ist schnelles Handeln gefragt: Bei Benommenheit und Unruhegefühl die Beine hochlegen, im Zweifel den Notarzt rufen!

 

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Wer zu viel Chili isst, kann Nebenwirkungen erleben. Denn Chilischoten enthalten Capsaicin, das über verschiedene thermo-regulatorische Mechanismen negative Effekte im Herz-Kreislaufsystem auslösen kann.

Capsaicin aktiviert direkt den Stoffwechsel, steigert den Leberstoffwechsel und bildet zudem braunes Fettgewebe. Durch die Stoffwechsel-Aktivierung und den Schmerz- bzw. Hitzereiz nimmt man eine erhöhte Körpertemperatur wahr. Weil der Körper die Temperatur stabil halten will, stellt er die Gefäße weit, was den Blutdruck abfallen lässt. Und da der Körper auch den Blutdruck stabil halten will, setzt er wiederum Adrenalin frei.

Das freigesetzte Adrenalin und der aktivierte Stoffwechsel sorgen für Symptome wie

  • Unruhegefühl
  • Blutdruckschwankungen
  • Benommenheit
  • Schlafstörungen

Ein maßvoller Verzehr von Chili kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn der Stoffwechsel eines Menschen nicht sehr aktiv ist.

 

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Xarelto –  Fieber, eine häufige und unbekannte Nebenwirkung

Xareltomit dem Wirkstoff Rivaroxaban gehört zur neuen Generation der Gerinnungshemmer. Dieses Medikament wird mit gutem Erfolg bei Patienten mit tiefer Beinvenenthrombose, Lungenembolie oder auch zur Verhinderung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern eingesetzt. In der Gruppe der neuen Gerinnungshemmer ist Xareltodas am meisten verkaufte Produkt weltweit.

Eine häufige, allerdings auch bei Ärzten wenig bekannte Nebenwirkung von Xareltoist eine erhöhte Körpertemperatur mit den verschiedenen Folgesymptomen. Die Nebenwirkung „Fieber“ tritt laut Fachinformation in bis zu 10% der Fälle auf. Der geringe Bekanntheitsgrad dieser Nebenwirkung ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass die meisten von uns nicht regelmäßig ihre Körpertemperatur messen und so Abweichungen nicht registrieren.

Xarelto– Serotonin-vermittelte Steigerung der Körpertemperatur?

Der Wirkstoff von Xarelto, Rivaroxaban weist eine hohe chemische Strukturähnlichkeit mit dem Antibiotikum Linezolid auf. Die Ähnlichkeit ist so groß, dass Rivaroxaban sogar darauf wissenschaftlich untersucht worden ist, ob es antibiotische Eigenschaften hat, was allerdings nicht der Fall ist.

Von Linezolid wissen wir, dass es vermittelt durch den Botenstoff Serotonin im Gehirn die Körpertemperatur erhöht. Das kann vor allen Dingen in Verbindung mit Antidepressiva, die ebenfalls in den Serotonin-Stoffwechsel eingreifen, den sog. Serotonin Re-uptake Hemmern zum gefürchteten Serotonin-Syndrom führen. Neben der Temperaturerhöhung kommt es beim Serotonin-Syndrom zu weiteren Symptomen der Überhitzung wie Anstieg der Herzfrequenz, Schwitzen, schnelle Atmung, Unruhe bis hin zu Bewusstseinsstörungen sowie Händezittern bis hin zu Krampfanfällen des Gehirns.

In Anbetracht der hohen chemischen Strukturähnlichkeit von Rivaroxaban und Linezolid kann berechtigt angenommen werden, dass die Nebenwirkungen von Xareltoauch über Serotonin vermittelt werden. Damit wäre die Temperaturerhöhung bei Rivaroxaban kein „Fieber“, welches ja durch eine Sollwertverstellung im Regelkreis der Thermoregulation gekennzeichnet ist, sondern eine Serotonin-vermittelte zentral verursachte Temperatursteigerung über das Gehirn.

Xarelto– Temperaturerhöhung, innere Unruhe, Schwäche, Müdigkeit, Schwindel…..

Während der Mechanismus der Temperaturerhöhung durch XareltoⓇnicht sicher belegt ist, ist die Häufigkeit von bis zu 10% aller Behandelten wissenschaftlich gesichert. Die Nebenwirkung auf die Temperaturregulation erklärt zahlreiche, ebenfalls häufige Nebenwirkungen, die unter XareltoⓇauftreten können.

Hierfür sollten Sie sich kurz vor Augen führen, dass die Steuerung der Körpertemperatur einem Regelkreis unterliegt, welcher einen stabilen individuellen Sollwert halten will, so dass alle biochemischen Prozesse in Ihrem Körper gut funktionieren. Weicht Ihre Körpertemperatur, wie im Fall einer Nebenwirkung von Xarelto nun nach oben ab, dann versucht der Organismus die Temperatur wieder auf den Sollwert abzusenken. Am besten regulierbar ist dies über eine Weitstellung der Blutgefäße, was wiederum eine vermehrte Abwärme ermöglicht. Sie merken das an einer warmen Haut und im Extremfall fangen Sie sogar an zu schwitzen.

Die Weitstellung der Blutgefäße erklärt nun eine ganze Reihe von weiteren häufigen sekundären Nebenwirkungen unter Xarelto, die Ausdruck von Ausgleichsreaktionen sind. Durch den damit verbunden Blutdruckabfall kann bei Ihnen Benommenheit auftreten. Ihr Körper versucht dann den Druckabfall durch eine Adrenalin-vermittelte Steigerung der Herzfrequenz auszugleichen. Durch das Wechselspiel zwischen den beiden Notwendigkeiten auf der einen Seite Wärme abzugeben und auf der anderen Seite den Blutdruck aufrechtzuerhalten kommt es zu Blutdruckschwankungen. Adrenalin erklärt dann wiederum Ihre innere Unruhe und die damit einhergehende Erschöpfung aufgrund eines erhöhten Energieaufwandes zur Stabilisierung des Kreislaufs.

Die Ausgleichsreaktionen erklären auch, warum eine thermoregulatorische Nebenwirkung von Xareltonicht sofort Temperaturerhöhung zur Folge hat. Solange der Körper durch die Ausgleichsreaktion genügend Wärme abstrahlen kann, solange dominieren als Nebenwirkung die verschiedenen Ausgleichsreaktionen. Ist die Temperatur erhöht, dann ist das als Folge einer thermoregulatorischen Dekompensation zu werten.

Xarelto– Behandlungsverlauf sorgfältig auf Nebenwirkungen beobachten

Wir betreuen in der Cardiopraxis viele Menschen, die Xareltozur Verhinderung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern einnehmen. Dieses tun wir mit gutem Resultat, weil Xareltogerade zu diesem Zweck ein sehr gutes Medikament ist. Xareltohat gegenüber den anderen neuen Gerinnungshemmern, wie Lixiana, Eliquisund Pradaxasogar den Vorteil, dass es als einziges nicht über das Cytochrom P450 System der Leber abgebaut wird, was die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wahrscheinlich verringert. Bei den Menschen, die wir bereits betreuen achten wir sorgfältig auf die genannten Nebenwirkungen und setzen im Verdachtsfall von Nebenwirkungen auf ein anderes Präparat um.

Besonders bei Menschen die als Antidepressivum einen sog. Serotonin Re-uptake Inhibitor erhalten sind wir wachsam. Bei der Ersteinstellung auf einen Gerinnungshemmer verzichten wir in diesen Fällen auf Xarelto.

Xarelto– Blutdruckschwankungen führen häufig zum Besuch beim Kardiologen

Ein immer wieder vorkommendes Problem, was neue Patienten zu uns die Cardiopraxis führt, sind Blutdruckschwankungen. Wir müssen uns dann fragen: woran liegt das? Liegt es gegebenenfalls an der Einnahme von Xarelto?

Wir haben in der Cardiopraxis umfangreiche Erfahrungen mit der unblutigen Blutflussmessung. Das ermöglicht uns die thermoregulatorische Weitstellung von Blutgefäßen über eine Steigerung des Blutflusses indirekt zu erfassen, was ja eine Folge von Xareltosein kann. Nach sorgfältiger Abwägung, möglicherweise bei weiteren Nebenwirkungen, setzen wir dann von Xarelto auf einen anderen Gerinnungshemmer um. Normalisiert sich dann bei einem Kontrolltermin der Blutfluss wieder, so wie im unten gezeigten Bild, dann können wir von einer Nebenwirkung von Xareltoausgehen und vermeiden bei diesem Menschen in Zukunft dieses Medikament.

In seltenen Fällen ist der thermische Stress so hoch, dass der Blutfluss paradox erniedrigt ist.

Selbstverständlich setzen wir auch bei anderen Nebenwirkungen von Xareltoum. Die Veränderungen des Blutflusses sind bei dem beschriebenen Vorgehen allerdings ein besonders gutes Argument, was uns bei der Umstellung bestätigt.

Nebenwirkungen unter Xarelto? – Sie sollten mit Ihrem Kardiologen sprechen

Sollten Sie Xareltoeinnehmen und den Verdacht auf eine der genannten Nebenwirkung haben, dann ist es für Sie sinnvoll zunächst einmal zu überprüfen, ob ein zeitlicher Zusammenhang zwischen den Symptomen und dem Beginn der Behandlung mit XareltoⓇbesteht; das wäre dann schon ein ziemlich eindeutiger Zusammenhang. Auch können Sie Ihre Basaltemperatur im Ohr an mehreren Tagen messen.

Der nächste Schritt ist dann die Nebenwirkungen am besten mit dem verschreibenden Arzt zu besprechen. Wenn Sie denn Zusammenhang zwischen Temperaturerhöhung und Xareltoschildern, dann werden Sie wahrscheinlich auf Unverständnis stoßen, da den meisten Ärztinnen und Ärzten diese Nebenwirkung nicht bekannt ist. Sie können dann auf die Fachinformation (s.u.) verweisen.

Nochmals grundsätzlich, Sie sollten niemals gerade einen Gerinnungshemmer eigenständig umsetzen oder gar absetzen. Das kann schwere gesundheitliche Folgen für Sie haben.

Xareltoist ein gutes Medikament, aber es hat Nebenwirkungen, wie jedes andere Medikament auch. Auf Nebenwirkungen von Medikamenten sollten Sie grundsätzlich immer achten.

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Fachinformation Xarelto®

 Center for drug evaluation and research, Application number: 202439Orig1s000

 Hasani R et al. Anesth Essays Res. 2019 ;13: 188–190

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Besonders ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks kann sich kritisch auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirken. Kritisch wird es, wenn in körperlicher Ruhe ein oberer (= systolischer) Wert von 180 mmHg und/oder ein unterer (= diastolischer) Wert von 120 mmHg überschritten wird.

Dabei unterscheiden wir zwischen einer sogenannten Hypertensiven Dringlichkeit und einem Hypertensiven Notfall. Mögliche Symptome bei einer Hypertensiven Dringlichkeit sind verminderte Leistungsfähigkeit, Brustenge, Benommenheit sowie Luftnot bei Belastung. Bei dieser Ausprägung ist die kurzfristige Prognose für Ihre Gesundheit gut.

Bei einem Hypertensiven Notfall dagegen ist die kurzfristige Prognose schlecht, hier drohen sogar Organschäden. Er äußert sich zum Beispiel durch Luftnot in Ruhe und/oder schon bei leichter Belastung, durch Brustenge mit zusätzlichen Symptomen wie Schwitzen oder Ausstrahlung in den Arm oder durch eine Störung der Mimik und Sprache sowie der Bewegungsfähigkeit von Armen und Beinen.

 

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Der feine Unterschied – der weibliche Herzinfarkt

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland fast 220.000 Menschen mit Herzinfarkt stationär behandelt, 32,8 % davon waren Frauen.

Angina pectoris (Brustenge) tritt bei einem Herzinfarkt sowohl bei Frauen als auch bei Männern in ca. 60 bis 90 % der Fälle hinter dem Brustbein auf.

Bei einem Herzinfarkt berichten Frauen und Männer von durchschnittlich 5 dieser akuten Symptome:

  • Angina pectoris (am häufigsten)
  • Schulterschmerzen
  • Armschmerzen
  • Schwitzen
  • Herzstolpern
  • Luftnot
  • obere Rückenschmerzen
  • Kraftlosigkeit
  • Übelkeit
  • Benommenheitsgefühl
  • Verdauungsstörungen

Tritt Angina pectoris isoliert auf, wird die Diagnose eines Herzinfarktes viel unwahrscheinlicher.

Der entscheidende Schritt erfolgt im Kopf:
Frau + Angina pectoris + Zusatzsymptome = immer an einen Herzinfarkt denken!
Wenn diese Symptome länger als 10 Minuten anhalten, sofort das Rettungsteam unter 112 verständigen!

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…….. zum Start Selbsthilfekurs „Herzinfarkt sofort erkennen“

 

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Schwindel oder Benommenheit – Watte im Kopf 

Jeder von uns hat schon einmal Schwindel oder Benommenheit erlebt.

Diese Symptome sind mit erheblichen Verunsicherung verbunden, nicht selten auch mit der Angst das Bewusstsein und damit Kontrolle zu verlieren. Bedenken wir die möglichen Verletzungsfolgen, dann ist das mehr als verständlich. 

In den aller meisten Fällen liegt eine medizinisch-erklärbare und behandelbare somatische, d.h. körperliche Störung vor. Wird die körperliche Störung nicht erklärt und behandelt, dann kann sich die Angst vor neuen verselbständigen. Quasi in einem Teufelskreis verstärkt die Angst vor immer wieder auftretender Unsicherheit die Angst davor. Folglich entwickelt sich dann nicht selten aus einer in erster Linie somato-psychischen Veränderung eine verselbständigte psycho-somatische Störung.  

Orientierungsstörungen im Raum – Benommenheit und Schwindel  

Die räumliche Orientierung in Bezug zur Umgebung wird beim Menschen entscheidend durch den Gesichtssinn über die Augen und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr bestimmt. Hinzu kommt die Selbstwahrnehmung des Körpers über spezielle Tastkörperchen in Muskulatur und Haut. Störungen der Orientierung im Raum sowie des Bewusstseins, ohne dass ein Bewusstseinsverlust auftritt, sind ein häufiges Symptom. Wir unterscheiden zwischen Benommenheit und Schwindel, wobei Benommenheit häufig fälschlicherweise häufig auch als Schwindel bezeichnet wird.   

Schwindel – Symptom mit einer Systematik

Beim Schwindel, im Englischen „Vertigo“ handelt es sich um eine Störung mit einer Systematik. Man unterscheidet zwischen Drehschwindel (man hat das Gefühl, die Umgebung dreht sich um einen herum, wie auf einem Karussell), Schwankschwindel (man hat das Gefühl, man schwankt, wie auf einem Schiff) und einem Liftschwindel (man hat das Gefühl abzuheben, wie in einem Fahrstuhl). Die Ursache ist sehr häufig eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, z.B. der häufige gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel bzw. der nachgeschalteten Strukturen im Gehirn.

Bei Schwindel kann es sich um  dauerhafte oder vorübergehende Veränderung der Weiterleitung von Nervensignalen handeln. Auch neurologische Verarbeitungsprozesse können zu Problemen führen. Ursachen sind immer wieder der gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel des Innenohrs., ein Tumor oder eine Nerventzündung.

Unsicherheiten in Bezug auf den umgebenden Raum können auch von z.T. auch vorübergehenden Veränderungen des Sehens ausgehen. Hier kann eine z.B. lokale Durchblutungsstörung des Sehnervs vorliegen. Dieses kann zu Gesichtsfeldausfällen bis hin zu Blindheit auf einem Auge oder z.B. auch Doppelbilder zur Folge haben. Die Diagnose und Behandlung dieser umschriebenen systematischen neurologischen Störungen erfolgt durch die Hals-Nasen-Ohren Ärztin, den Neurologen und/oder den Augenarzt.  

Benommenheit – Symptom ohne Systematik

Die Diagnose und Behandlung der diffusen Benommenheit ist eine Domäne der Herz-KreislaufmedizinBei der Benommenheit handelt es sich um eine diffuse Veränderung der Wahrnehmung. Die verschiedenen Ursachen führen zu Störungen, die im Gegensatz zum Schwindel nicht nur eine fokal umschriebene Gehirnstruktur, z.B. das Innenohr, sondern das ganze Gehirn betreffen.

Diese nicht-fokalen Ereignisse sind fast ausnahmslos Folge einer Veränderung der gesamten Gehirndurchblutung. Am häufigsten tritt eine kritische Verringerung der Blutversorgung in Verbindung mit einem zu geringen Blutdruck auf. Aber auch die alleinige Erhöhung des Blutdrucks kann Benommenheit zu Folge haben. Darüber hinaus spielt eine Verringerung des Blutflusses ein vollkommen unterschätzte Rolle.

Weil das ganze Gehirn betroffen ist, sind die Symptome diffus. Sie haben den Eindruck Watte im Kopf zu haben, die Umgebung wird unwirklich und Sie werden unsicher. Ihnen kann sogar kurz schwarz vor Augen werden und Sie haben den Eindruck das Bewusstsein komplett zu verlieren und wollen sich festhalten. Die Episoden sind meistens mit einem auslösenden Ereignis verbunden, können kurz sein, aber auch länger anhalten. Zu einem kompletten Bewusstseinsverlust kommt es selten, hier liegen meistens andere Ursachen vor. 

Benommenheit – Kreislaufstörungen die häufigste Ursache

Gemäß den häufigsten Ursachen ist die Benommenheit meistens direkte Folge einer Auslösesituation, die mit einer Steigerung der Kreislaufarbeit gegen die Schwerkraft verbunden ist. Es handelt sich hierbei um Veränderungen der Körperlage vom Liegen bzw. Sitzen in den stehenden Zustand bzw. auch um längeres ruhiges Stehen oder langsames Gehen. Dieser Wechsel ist mit einem erheblichen Mehraufwand zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks und damit auch der Durchblutung des Gehirns verbunden.

Benommenheit – venöser Rückstrom von Blut gegen die Schwerkraft häufiges Problem

Wenn Sie ruhig stehen, dann muss im Venensystem das Blut gegen die Schwerkraft transportiert werden. Der lange Weg reicht dann von Ihrer  Großzehe bis zum Herz-Brustraum. Dieses ist ein hochkomplexer Vorgang der auch die Muskulatur der Beine und des Körperstamms mit einbezieht.

Die Sogkraft von Herz und Lunge haben erst eine Wirkung, wenn das rückfließende Blut bereits ungefähr die Mitte des Bauchraums erreicht hat. Ist der Rückfluss unzureichend, dann steht dem Herzen nicht genug Pumpvolumen zu Verfügung, so dass Blutdruck und Blutfluss abfallen. Im Arteriensystem muss in aufrechter Körperhaltung das Gehirn gegen die Schwerkraft durchblutet werden. Dieser Regelkreis ist für Ihr Überleben von vordringlicher Bedeutung. Ein Kreislaufstillstand von mehr als 10 Sekunden führt zum Bewusstseinsverlust mit potentiell tödlichen Folgen.

Da die Änderung der Körperposition im Raum mit so kritischen Folgen verbunden sein kann, gibt es im Körper vor allen Dingen am Übergang von der unteren Hauptvene (Vena cava) zur rechten Herzvorkammer und in der Halsschlagader am Übergang vom Brustraum zum Gehirn Messstationen, die dafür sorgen, dass bei Bedarf Ausgleichsreaktionen ausgelöst werden um einen kritische Durchblutungsstörung des Gehirns zu vermeiden. Diese Ausgleichsreaktionen, so z.B. eine Steigerung der Herzfrequenz (Pumpe pumpt schneller) und/ oder eine Engerstellung von Arterien und Venen (Druck im hydraulischen System steigt), sind Adrenalin-vermittelt. 

Benommenheit – moderne Kreislaufmessung als Schlüssel zur richtigen Therapie 

In der Cardiopraxis wissen wir aufgrund eigener messtechnischer Erfahrungen mit der unblutigen Kreislaufmessung, dass bei der Diagnose und Therapie der Benommenheit die ursächliche Bedeutung von Herz-Kreislaufstörungen deutlich unterschätzt wird. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die komplette Messung des Kreislaufs, obwohl wissenschaftlich gesichert, aufgrund erhöhten Aufwands (einschl. der Komplexität der Auswertung) nicht verbreitet ist. Folge ist, dass bei Menschen mit Benommenheit sehr häufig die falsche Diagnose gestellt wird.  

Therapeuten stellen aufgrund diagnostischer und therapeutischer Ratlosigkeit auch immer wieder die Diagnose einer psycho-somatischen Erkrankung. Das hilft Ihnen als Betroffenen häufig nicht weiter. Diese Herangehensweise ist sogar in gewisser Weise nicht nur medizinisch falsch, sondern auch unethisch. Die Verantwortung für die Symptome wir in in Sie als Betroffene verlagert, obwohl sehr häufig eine somatisch feststellbare und therapeutisch korrigierbare Ursache vorliegt.

In diesem Sinne versuchen wir in der Cardiopraxis mit einem konsequenten wissenschaftlich-ganzheitlichen Ansatz die ursächlichen körperliche Ursachen für die Benommenheit zu erfassen. Nach gezielter Korrektur von somatischen Störungen, wie z.B. im einfachsten Fall eines Flüssigkeitsmangels kommt es in den allermeisten Fällen im Sinne einer somato-psychischen Interaktion zu einer Normalisierung von Befinden und objektiven Messergebnissen; die Diagnose einer psycho-somatischen Erkrankung muss nur selten gestellt werden. 

 

 

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Wenn die Herzfrequenz unter 50 Schlägen in der Minute (Bradykardie) liegt, kann das zu Symptomen wie Leistungseinschränkung, Benommenheit und Bewusstseinsverlust führen.

Ist die elektrische Reizbildung (Sinusknoten) oder Reizweiterleitung (AV-Knoten, Leitungsbahnen) im Herz gestört, wird ein antibradykarder Schrittmacher implantiert.

In lokaler Betäubung werden 1 bis 2 Elektroden über eine Vene eingebracht und im rechten Herzanteil verankert. Dann wird ein Schrittmacher-Aggregat unter der Haut unterhalb des Schlüsselbeins eingesetzt.

Der Schrittmacher überwacht und behandelt gleichermaßen. Bei Bedarf stimuliert er das Herz. Je nach therapeutischer Nutzung hält seine Batterie zwischen 8 und 12 Jahren und kann dann unkompliziert ausgetauscht werden.

 

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