Hitzestress – Belastung für Herz und Kreislauf

Eine stabile Körpertemperatur ist sehr wichtig, damit alle biochemischen Prozesse in Ihrem Körper richtig funktionieren. Weicht die Körpertemperatur von Ihrem individuellen Sollwert ab, dann sprechen wir von thermischem Stress.

Im Falle von Wärme- oder sogar Hitzestress genügt schon eine Abweichung von +0,4 Grad Celsius, um bei Ihnen Symptome zu verursachen. Das kennt jeder von uns, wir werden unruhig, beim Aufstehen sind wir leichter benommen und unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind eingeschränkt.

Gerade in den Sommermonaten erleben wir in der Cardiopraxis dann immer wieder Menschen, die dann zusätzlich über einen Anstieg ihrer Herzfrequenz und starke Blutdruckschwankungen berichten. Nicht selten sind es auch Herzrhythmusstörungen, die Probleme bereiten. Folglich sind  vorbeugende Massnahmen gegen Hitzestress und Abkühlung gerade in dieser Jahreszeit besonders wichtig für Herz und Kreislauf.

Ihr Körper versucht Hitzestress selber auszugleichen

Damit Ihrem Körper nicht zu heiß wird, gibt es sog. Ausgleichsmechanismen, über die Ihre Wärmeabgabe gesteigert werden kann. In körperliche Ruhe und bei normalen Außentemperaturen erfolgt ca. 60% der Wärmeabgabe über die passive Abstrahlung; das ist ein ähnlicher Mechanismus, wie die Abkühlung einer warmen Tasse Tee in kühlerer Umgebung.

Ungefähr 25% der Wärme wird über die Blutbahn aus dem Inneren des Körpers an die Oberfläche geleitet und dort an die Umgebung abgegeben. Nur 15% werden über die Verdunstung, und vor allen Dingen hier über Schwitzen verloren.

Unter normalen Bedingungen hat die Steuerung der Durchblutung bei der Feinregulation des Wärmehaushalts die entscheidende Rolle, Schwitzen ist lediglich ein Reservemechanismus. Steigt Ihre Körpertemperatur, z.B. durch scharfes Essen oder hohe Außentemperaturen, dann gewinnt die Abgabe von Wärme über das Schwitzen zunehmend an Bedeutung.

Die Verdunstungswärme von Wasser beträgt 2.400 kJ/l. Das bedeutet, dass Sie mit dem Verdunsten von 0,5 l Wasser auf der Haut ca. 1/6 der Ruhewärmeproduktion eines ganzen Tages abgeben können. Unter anderem hat auch die erhöhte Wärmeleitfähigkeit von Wasser gegenüber festem Gewebe eine herausragende Bedeutung. Stehen Sie dann noch in einem leichten Luftzug, dann wird die Wärmeabgabe von intensiver, weil die vorbeiziehende Luft die Wärme noch besser abführt.

Kühle Dusche an heißen Tagen

Die Erkenntnisse aus der Thermodynamik und menschlichen Thermoregulation können für Sie bei hohen Außentemperaturen sehr nützlich sein. Wenn Sie nun, z.B. an einem heißen Sommertag merken, dass Sie Ihnen heiß wird und Sie unruhig werden, dann gehen Sie unter die Dusche.

Richtige Wassertemperatur. Die Wassertemperatur ist bei einer abkühlenden Dusche besonders wichtig. Sie sollte ca. 0,5 Grad Celsius über der Hauttemperatur liegen und folglich handwarm bis lauwarm sein. Ist die Wassertemperatur zu kalt, dann aktiviert Ihr Körper Ausgleichsmechanismen indem er die Durchblutung drosselt, weil er wahrnimmt, dass die Außentemperaturen deutliche gefallen sind. Folglich steigt Ihre Körpertemperatur sogar, Ihnen wird noch heißer. Duschen Sie zu heiß, dann steigt die Körpertemperatur ebenfalls unerwünscht.

Nicht abtrocknen. Nun das wichtigste. Nach dem Duschen nicht abtrocknen. So kann die Feuchtigkeit auf der Haut die Wärme sehr gut verdunstet werden.

Leicht bewegen. Sie können sich das Handtuch um die Hüften legen und sollten sich bewegen. Zum Beispiel hat es sich bewährt in dieser Zeit das Badezimmer aufzuräumen. Folglich wird durch den leichten Windzug Wärme noch besser abgeführt.

Mit dieser einfachen Maßnahme erreichen Sie eine sehr effektive Abkühlung. Das haben Mitarbeiter der Cardiopraxis selber mehrfach getestet.

Herz-Kreislauferkrankungen – kühl und ruhig bleiben

Gerade Menschen mit Herz-Kreislauf profitieren an heißen Tagen von kühlenden Maßnahmen. Denken Sie bitte immer auch daran genügend zu trinken: 30-(40) ml pro kg Körpergewicht pro Tag sollten es sein. Gut hydrierte Körperzellen leiten die Wärme über Abstrahlung besser ab. Bei Herzschwäche oder Nierenschwäche sollten Sie die Menge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen.

 

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