Schlaganfall – diese Warnsymptome sollten Sie kennen

Bei einem Schlaganfall werden Gehirnfunktionen durch eine gestörte Blutversorgung beeinträchtigt. Weil jedes Blutgefäß ein bestimmtes Gehirnareal versorgt, führt eine Minderdurchblutung zu typischen Ausfällen in eben dieser jeweiligen Region.

Folgende fünf Warnsymptome sind für einen Schlaganfall typisch:

  • Lähmung und Sensibilitätsstörung (z. B. Kribbeln) einer Körperseite
  • Sprachstörungen: Wörter werden nicht verstanden oder richtig ausgesprochen
  • Sehstörungen: kurze Sehstörung auf einem Auge oder Gesichtsfelddefekte, das heisst es werden Gegenstände am Bildrand nicht mehr gesehen
  • Schwindel mit Gangstörungen
  • heftigster, in dieser Form bisher unbekannter Kopfschmerz

Schlaganfall – unterschiedliche zeitliche Verläufe

Die Funktionsstörungen des Gehirns können vorübergehend für wenige Minuten oder anhaltend auftreten. Daher unterscheiden wir unterschiedliche Verläufe. Der Schlaganfall tritt plötzlich ein, kann in der Folge aber sehr dynamisch sich entwickeln.

Daher sprechen wir von einer transitorisch ischämischen Attacke kurz TIA, wenn die Symptome nur kurzfristig auftreten, in der Regel einige Minuten und sich komplett rückbilden. Im Gegensatz bestehen bei einem vollendeten Schlaganfall die Symptome länger als 24 Stunden, Gehirngewebe ist bereits untergegangen. Bei einem sogenannten progressiven Schlaganfall kommt es im Verlauf zu einer zunehmenden Symptomatik und Beeinträchtigung.

Schlaganfall – schnelles Handeln wichtig

Da wir bei Beginn der Symptomatik nicht wissen, zu welchem Verlauf es kommt, sollten wir schnell handeln.

Um Schlimmeres zu vermeiden, sind deshalb folgende Dinge überaus wichtig:

  • Erkennen Sie die Vorboten bei sich und anderen!  TIA sind Vorboten für einen kompletten Hirninfarkt.
  • Suchen Sie folglich auch bei kurzer Symptomatik (z. B. Sehverlust eines Auges für wenige Minuten) sofort ärztliche Hilfe auf
  • Frühe effektive Therapie kann Spätschäden verhindern

Die moderne Schlaganfalltherapie kann in vielen Fällen bleibende Schäden verhindern. Wichtig ist dabei der Faktor Zeit. Das heisst je früher wir Symptome erkennen und entsprechend handeln, um so grösser der Therapieerfolg. Der erste Schritt zur Hilfe muss vom Betroffenen selbst oder von weiteren Anwesenden ausgehen, nur so kann ihm die Therapie zur Hilfe kommen. Gerade beim Schlaganfall kommt den Mitmenschen eine wichtige Rolle zu. Schlaganfallpatienten bemerken häufig ihre Ausfallerscheinungen nicht, in der medizinischen Fachsprache nennen wir das neglect. Bemerken Sie bei Ihren Mitmenschen Auffälligkeiten, so handeln Sie bitte konsequent. Falls Sie unsicher sind, ob Symptome eines Schlaganfall vorliegen, kann Ihnen der FAST-Test helfen. Dies ist ein sehr einfach durchzuführender Test, der, falls nur ein Kriterium auffällig ist, zuverlässig einen Schlaganfall erkennt.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Wählen Sie daher im Zweifel stets die 112!

 

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch