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Dr. Frank-Chris Schoebel
Dr. Frank-Chris Schoebel arbeitet seit 25 Jahren als Kardiologe in Düsseldorf und war über 16 Jahre Mitarbeiter in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, davon 6 Jahre als Oberarzt. Zum Profil.

Mikrobiom des Darms und Herz-Kreislaufstörungen: Ursachen und Behandlung – Eine kurze Übersicht

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Wussten Sie, dass Ihr Darmmikrobiom eine entscheidende Rolle für Ihre Herzgesundheit spielt? Erfahren Sie in diesem Artikel, wie eine Dysbiose des Darms und eine entzündete Darmwand Herz-Kreislaufsymptome auslösen können. Entdecken Sie, wann eine Abklärung des Mikrobioms sinnvoll ist und wie Sie durch eine gezielte Modulation der Darmbakterien Ihr Herz schützen können.

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Herz-Kreislauferkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Doch nicht immer ist das Herz selbst der Auslöser für Symptome wie Herzstolpern, Brustdruck oder Luftnot. Immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass auch das Mikrobiom des Darms und Entzündungen der Darmwand eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und dem Voranschreiten von Herz-Kreislauferkrankungen spielen können.

In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit der Bedeutung des Darmmikrobioms für die Herzgesundheit befassen und erörtern, wann eine Abklärung sinnvoll sein kann.

Was ist das Mikrobiom des Darms?

Das Mikrobiom des Darms ist ein hochkomplexes Ökosystem, das sich aus Billionen von Mikroorganismen zusammensetzt. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Bakterien, aber auch Pilze und Viren sind Teil dieser faszinierenden Welt in unserem Inneren. Diese Mikroben besiedeln den gesamten Verdauungstrakt vom Mund bis zum Anus und erfüllen eine Vielzahl wichtiger Aufgaben für unsere Gesundheit.

Das Mikrobiom ist eine Gleichgewicht aus gesunden und potenziell schädlichen Bakterien. Schädliche Bakterien könne Stoffwechselprodukte produzieren, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung von körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit führen können. Eine meistens damit verbundene Entzündung der Darmwand trägt zu einer erhöhten Durchlässigkeit des Darms für schädliche Toxine bei.

Was ist das Low-Grade-Inflammatory Syndrome?

Das Low-Grade-Inflammatory Syndrome (LGIS) beschreibt einen Zustand dauerhaft erhöhter Entzündungsaktivität im Körper, ohne dass klassische klinische Entzündungszeichen wie Fieber, Schmerzen oder erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit auftreten. Dieses unterschwellige Entzündungsgeschehen wird durch eine Vielzahl von Faktoren begünstigt, darunter Übergewicht, Bewegungsmangel, chronischer Stress, ungesunde Ernährung und eine Dysbiose des Darmmikrobioms.

Das LGIS ist weit mehr als ein Zufallsbefund in der Labordiagnostik, sondern ein eigenständiger Risikofaktor für eine Reihe chronischer Erkrankungen. Dazu zählen neben Herz-Kreislauferkrankungen auch Diabetes mellitus Typ 2, Alzheimer-Demenz, verschiedene Krebsarten und psychische Störungen wie Depressionen. Studien zeigen, dass Menschen mit einem LGIS ein um bis zu 50 % erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall haben.

Doch wie lässt sich das LGIS diagnostizieren? Da die klassischen Entzündungsparameter wie C-reaktives Protein und Blutsenkungsgeschwindigkeit oft nur geringfügig erhöht sind, bedarf es sensitiverer Marker, um das Entzündungsgeschehen abzubilden. Dazu zählen beispielsweise Interleukin-6, TNF-alpha, MCP-1 und Adiponektin. Auch eine Bestimmung des Omega-3-Index, also des Gehalts an entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren in den Erythrozyten, kann Hinweise auf ein LGIS geben.

Sicherlich eine der häufigsten Ursachen für ein systemisches Low-Grade-Inflammatory Syndrome ist eine Dysbiose des Darms mit entzündlicher Schädigung Darmwand.

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Herz-Kreislaufsymptome als Klingel – Wo ist der Klingelknopf?

Viele Menschen, die unter Symptomen wie Herzstolpern, Herzrasen, Brustdruck oder Luftnot bei Belastung leiden, suchen zunächst einen Kardiologen auf. Doch nicht selten bleibt die Ursache trotz umfangreicher kardiologischer Diagnostik im Dunkeln. Die Beschwerden bestehen weiter, obwohl keine strukturelle Herzerkrankung festgestellt werden kann. In solchen Fällen ist das Herz oft nur die sprichwörtliche Klingel, die Alarm schlägt, während der eigentliche Klingelknopf, also der Auslöser der Symptome, an ganz anderer Stelle zu finden ist.

Mögliche Ursachen für Herz-Kreislaufsymptome abseits des Herzens sind vielfältig. Dazu zählen beispielsweise chronische Entzündungen im Körper, Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenüberfunktion, Schmerzsyndrome der Wirbelsäule oder des Bewegungsapparates, toxische Substanzen wie Nikotin oder Alkohol sowie Nebenwirkungen von Medikamenten. Auch psychische Faktoren wie Stress, Angststörungen oder Depressionen können sich in Form von Herz-Kreislaufsymptomen manifestieren.

Ein häufiger und meist unterschätzter Auslöser für Herz-Kreislaufsymptome sind Störungen des Mikrobioms und eine Entzündung der Darmwand.

Das Mikrobiom des Darms als Ursache für Herz-Kreislaufsymptome

In den letzten Jahren rückt zunehmend auch der Darm als möglicher Auslöser von Herzbeschwerden in den Fokus der Forschung. Insbesondere eine gestörte Darmbarriere und eine Dysbiose des Darmmikrobioms scheinen über verschiedene Mechanismen Herz-Kreislaufsymptome hervorrufen zu können. Bevor wir uns näher mit diesen Zusammenhängen befassen, wollen wir zunächst einen Blick auf die Bedeutung von Entzündungen für die Entstehung und das Voranschreiten von Herz-Kreislauferkrankungen werfen.

Herz-Kreislauferkrankungen: Welche Bedeutung hat Entzündung für die Entstehung und das Voranschreiten von Herz-Kreislauferkrankungen?

Chronische Entzündungsprozesse spielen eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Herz-Kreislauferkrankungen wie Arteriosklerose, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

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Arteriosklerose – Entzündung ein entscheidender Faktor für Herzinfarkt und Schlaganfall

Bei der Arteriosklerose, umgangssprachlich auch als Gefäßverkalkung bezeichnet, kommt es durch anhaltende Entzündungsreaktionen in den Gefäßwänden zur Einlagerung von Cholesterin und anderen Fetten. Dadurch verengen sich die Arterien zunehmend, was den Blutfluss behindert und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht.

Bluthochdruck – Haben Entzündungen eine Bedeutung für Bluthochdruck?

Entzündungsprozesse spielen auch bei der Entstehung von Bluthochdruck eine zentrale Rolle.

Entzündungsbotenstoffe wie TNF-alpha und Interleukin-6 können die Gefäßmuskulatur zur Vasokonstriktion (Zusammenziehen von Blutgefäßen)  anregen und so den Blutdruck in die Höhe treiben. Zudem fördern sie die Bildung von Angiotensin II, einem potenten Vasokonstriktor, der ebenfalls blutdrucksteigernd wirkt.

Auf der anderen Seite könne vor allen Dingen entzündliche mit systemischer Wirkung Prozesse, so auch eine Entzündung der Darmwand zu einer vermehrten Vasodilatation (Erweiterung der Blutgefäße) führen. Der damit verbundene Blutdruckabfall wird durch das sympathische Nervensystem meistens übersteuert gegenreguliert, so dass Sie innere Unruhe und starke Blutdruckschwankungen bemerken können.

Auf Dauer führt der erhöhte Druck zu einer Schädigung der Gefäßwände und einer Verdickung der Herzmuskulatur, was wiederum das Risiko für Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen erhöht.

Herzrhythmusstörungen – Können entzündlich Erkrankungen Herzrhythmusstörungen auslösen?

Tatsächlich sind Entzündungsprozesse auch an der Entstehung von Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern und ventrikulären Extrasystolen beteiligt.

Die anhaltende Entzündungsreaktion führt zu einer Fibrosierung des Herzmuskels. Dabei vermehrt sich das Bindegewebe zwischen den Muskelzellen. Dadurch wird die elektrische Erregungsleitung gestört, was Rhythmusstörungen begünstigt. Zudem können Entzündungsmediatoren direkt die Erregbarkeit der Herzmuskelzellen beeinflussen und so Extrasystolen oder Tachykardien auslösen.

Systemische entzündliche Erkrankungen als Ursache für Herz-Kreislauferkrankungen

Zahlreiche Studien belegen, dass Menschen mit chronischen Entzündungserkrankungen ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse haben. So steigt beispielsweise bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, einer systemischen Autoimmunerkrankung, das Herzinfarktrisiko um bis zu 60 % im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung. Auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ist das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen signifikant erhöht.

Welche Bedeutung hat Entzündung für Risikofaktoren von Herz-Kreislauferkrankungen?

Doch nicht nur eindeutig definierbare Entzündungserkrankungen, sondern auch klassische Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen sind eng mit chronischen Entzündungsprozessen verknüpft.

Entzündung und Übergewicht

Ein Paradebeispiel dafür ist das Übergewicht. Bei starkem Übergewicht kommt es zu einer übermäßigen Einlagerung von Fettgewebe, insbesondere im Bauchraum. Diese Fettdepots sind alles andere als passive Energiespeicher, sondern hochaktive endokrine Organe, die eine Vielzahl von Botenstoffen freisetzen.

Viele dieser sogenannten Adipokine wirken proinflammatorisch, das heißt, sie fördern Entzündungsreaktionen im Körper. Dazu zählen beispielsweise Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-alpha) und Interleukin-6 (IL-6). Diese Entzündungsmediatoren locken Immunzellen wie Makrophagen und T-Lymphozyten in das Fettgewebe, wo sie eine chronische Entzündungsreaktion unterhalten. Auf Dauer führt diese Entzündung zu einer Schädigung von Gefäßen und Organen und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

Entzündung und Diabetes mellitus

Auch bei Diabetes mellitus spielen Entzündungsprozesse eine zentrale Rolle. Zum einen begünstigt die chronische Inflammation die Entstehung einer Insulinresistenz, also einer verminderten Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin. Zum anderen trägt die anhaltende Entzündungsreaktion zur Schädigung der insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse bei, was langfristig zu einem Insulinmangel führt. Beides mündet in einem Teufelskreis aus Erhöhung des Blutzuckers, Entzündung und Gewebeschädigung.

Studien zeigen, dass bis zu 80 % der Diabetiker an einer chronischen Low-Grade-Inflammation leiden, also einem unterschwelligen Entzündungsgeschehen, das den Krankheitsverlauf beschleunigt und das Risiko für diabetische Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen und Polyneuropathie erhöht. Eine konsequente antientzündliche Therapie könnte helfen, diese Komplikationen zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern.

Welche Bedeutung haben eine Dysbiose des Darms und eine Entzündung der Darmwand für Kreislaufsymptome?

Doch kommen wir zurück zur Rolle des Darms bei Herz-Kreislaufsymptomen. Wie eingangs erwähnt, können eine Dysbiose des Darmmikrobioms und eine Entzündung der Darmwand über verschiedene Wege Herzbeschwerden hervorrufen. Eine Dysbiose entsteht, wenn das empfindliche Gleichgewicht der Darmbakterien gestört ist und potenziell schädliche Keime wie Clostridien, Staphylokokken oder Candida-Pilze überhandnehmen, während nützliche Bakterien wie Laktobazillen und Bifidobakterien in der Minderheit sind.

Eine solche Fehlbesiedlung schwächt die Barrierefunktion des Darms und erleichtert das Eindringen von Krankheitserregern, Toxinen und unverdauten Nahrungsbestandteilen in den Blutkreislauf. Dieser Prozess wird auch als „Leaky Gut“ oder „durchlässiger Darm“ bezeichnet. Die Folge ist eine systemische Entzündungsreaktion, die Herz und Gefäße in Mitleidenschaft ziehen kann. Studien zeigen, dass Menschen mit einer Dysbiose ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen haben.

Wann ist eine Abklärung des Mikrobioms bei Herz-Kreislaufsymptomen sinnvoll?

Eine Untersuchung des Darmmikrobioms kann sinnvoll sein, wenn Herz-Kreislaufsymptome bestehen, aber keine strukturelle Herzerkrankung gefunden wird. Insbesondere bei zusätzlichen Magen-Darmbeschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen, die sich durch eine Gastro- oder Koloskopie nicht erklären lassen, sollte eine Dysbiose des Darmmikrobioms als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden.

Histaminintoleranz – Häufige Ursache ist eine Dysbiose des Darms mit entzündeter Darmwand

Viele Menschen erhalten die Diagnose einer Histaminintoleranz, ohne dass eine genaue Abklärung erfolgt. Histamin ist in der Tat ein wichtiger Auslöser für Herz-Kreislaufsymptome. Eine vollständige Abklärung umfasst jedoch nicht nur die Bestimmung der Histaminkonzentration, des histaminabbauenden Enzyms Diaminooxidase (DAO) und der Histaminabbaukapazität, sondern auch eine Analyse von Genpolymorphismen für DAO und Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) sowie eine Untersuchung des Darmmikrobioms und der Darmwand.

Bei einer primären genetischen Histaminintoleranz ist der Histaminabbau aufgrund genetischer Veränderungen gestört. In diesem Fall kann das Meiden von histamin- und histaminliberatorhaltigen Lebensmitteln helfen. Zusätzlich lässt sich die Funktion der Enzyme DAO und HNMT durch die Einnahme ihrer enzymatischen Kofaktoren unterstützen.

Eine sekundäre, erworbene Histaminintoleranz tritt weitaus häufiger auf. Sie wird durch eine Dysbiose des Darms und eine entzündete, durchlässige Darmwand („Leaky Gut“) verursacht. Die Kombination aus einer vermehrten Histaminbildung durch schädliche Bakterien und einer erhöhten Durchlässigkeit der Darmwand reicht bereits aus, um Herzrhythmusstörungen und Blutdruckschwankungen auszulösen. Kommen dann noch histamin- oder histaminliberatorhaltige Lebensmittel hinzu, können die bekannten schweren Symptome einer histaminvermittelten Störung auftreten. Im Akutfall verschaffen Antihistaminika Linderung. Langfristig kann eine Heilung des Darms durch Modulation des Mikrobioms die Herz-Kreislaufsymptome vollständig zum Verschwinden bringen.

Auch das populäre Mastzell-Aktivierungssyndrom (MCAS) darf nicht ohne die genannten diagnostischen Schritte zur Bewertung von Mikrobiom und Darmwand diagnostiziert werden. Wenn das nicht geschieht, werden wichtige Ursache für Histamin-vermittelte Störungen  übersehen und kausale therapeutische Optionen vernachlässigt. Entsprechend unseren Erfahrungen wird das Mastzell-Aktivierungssyndrom überdiagnostiziert.

Fallbericht: 61-jähriger Mann mit Histamin-vermittelten Symptomen über 30 Jahre

Ein 61-jähriger Mann litt seit seinem 30. Lebensjahr unter Histamin-vermittelten Symptomen wie Juckreiz, Schwellungen, Luftnot, Stuhlunregelmäßigkeiten mit weichem Stuhl, Schwellungen, Völlegefühl, Blähungen und Müdigkeit. Die Symptome traten anfänglich 2-4 Mal pro Jahr auf, später 2-4 Mal pro Monat. Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt oder Histaminliberatoren konnten die Symptome auslösen, jedoch war die Auslösbarkeit wechselhaft und ließ sich nicht immer eindeutig zuordnen. Die Symptome sprachen auf H1-Antihistaminika an.

Mit 55 Jahren litt der Patient über mehr als 6 Monate täglich unter Vorhofrhythmusstörungen bis hin zu intermittierendem Vorhofflimmern sowie ventrikulären Extrasystolen bei akuten Anfällen. Eine umfangreiche kardiologische Abklärung war unauffällig. Durch die unsystematische Einnahme von Probiotika mit histaminabbauenden Eigenschaften verschwanden die Herzrhythmusstörungen. Im Alter von 60 Jahren intensivierten sich die Bauchsymptome und erstmals trat eine lageunabhängige Benommenheit, ein sogenannter Brain Fog auf.

In der Cardiopraxis® wurde eine umfassende Mikrobiom-Diagnostik durchgeführt. Die Diaminoxidasekonzentration war leicht erniedrigt, die Histaminabbaukapazität hochgradig erniedrigt. Genpolymorphismen zeigten eine normale DAO-Genetik, aber eine erniedrigte HNMT-Genetik, folglich einen gestörten intrazellulären Histaminabbau. Die Störung für HNMT  erklärten die langanhaltenden Schwellungen nach einem akuten Anfall erklärt. Die Allergieparameter IgE waren nur leicht erhöht. Die Mikrobiomanalyse ergab eine höhergradige Dysbiose der Darmbakterien ohne pathologischen Nachweis von Pilzen oder Parasiten. Die Darmwand war entzündlich gestört mit Veränderungen von Zonulin, sekretorischem Immunglobulin A und ß-Defensin.

Die Therapie bestand aus dem Verzicht auf Zucker und Getreideprodukte (außer Hafer), der Einnahme von Oregano-Nelkentee und Huminsäure für 4 Wochen sowie dem täglichen Verzehr von selbst hergestelltem Joghurt auf Probiotikabasis mit Bifidobakterium longum und Bifidobakterium infantis.

Nach etwa 6 Wochen war der Patient hinsichtlich seiner Bauchsymptomatik beschwerdefrei und hatte keine Histamin-vermittelten Symptome mehr. Seine kognitive und körperliche Leistungsfähigkeit war wieder normal. Die Mikrobiomkontrolle nach 6 Monaten zeigte einen deutlichen Rückgang der Dysbiose und eine Verbesserung der immunologischen Funktion der Darmwand. Der Patient: „Ich fühle mich dauerhaft so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr“.  Selbstverständlich nimmt er weiterhin täglich eine Portion selbst hergestellten Joghurt zu sich.

Auch Kardiologen sollten sich um das Mikrobiom des Darms kümmern

In unserer Cardiopraxis® sehen wir regelmäßig Patienten mit Herz-Kreislaufsymptomen wie Herzstolpern, die bereits eine Odyssee von Arzt- und Krankenhausbesuchen in verschiedenen Bundesländern hinter sich haben. Bei fortbestehenden Beschwerden greifen diese Menschen aufgrund fragwürdiger Empfehlungen oft zu Nahrungsergänzungsmitteln, um sich selbst zu helfen – monatliche Kosten von 200 Euro sind dabei keine Seltenheit.

Als letztinstanzliche Anlaufstelle bei Herz-Kreislaufsymptomen wird von Kardiologen als Spezialisten erwartet, dass sie die Ursachen der Symptome finden und die Probleme lösen. Anstatt jedoch nur symptomatisch Medikamente wie Beta-Blocker zu verschreiben, sollten sich Kardiologen verstärkt mit den Auslösern auseinandersetzen , hier sicherlich besonders wichtig: Störungen des Mikrobioms und der Darmwand. In vielen Fällen liegt hier die Ursache für Herz-Kreislaufsymptome, die dann auch heilbar sind. Nach unseren Schätzungen trifft dies auf über 40% der Fälle zu, sofern eine relevante Herz-Kreislauf- oder Darmerkrankung ausgeschlossen wurde.

Mikrobiom, Darmwand und Herz-Kreislaufstörungen – Eine positive Perspektive

Eine Dysbiose, also ein gestörtes Gleichgewicht der Darmbakterien, kann über verschiedene Mechanismen zu Herz-Kreislaufsymptomen wie Herzstolpern, Brustdruck oder Luftnot führen, selbst wenn keine strukturelle Herzerkrankung vorliegt.

Chronische Entzündungsprozesse, die durch eine Fehlbesiedlung des Darms und eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmwand begünstigt werden, tragen maßgeblich zur Entstehung und zum Voranschreiten von Herz-Kreislauferkrankungen wie Arteriosklerose, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen bei.

Wenn Sie also unter lästigen Herz-Kreislaufsymptomen leiden, obwohl Ihr Herz gesund ist, sprechen Sie Ihren Arzt auf eine mögliche Störung des Darmmikrobioms an. Stellen Sie sich vor, wie gut sich das anfühlen wir, wenn Darm, Herz und Kreislauf wieder in einem harmonischen Rhythmus sind und Sie auch noch selbst etwas dafür tun können.

Wir von Cardiopraxis® unterstützen Sie gerne bei der Abklärung und Behandlung von Herz-Kreislaufsymptomen unter Berücksichtigung des Darmmikrobioms. Durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise und modernste Diagnostik finden wir die Ursache Ihrer Beschwerden und entwickeln einen individuellen Therapieplan für Sie.

Literatur
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Allgemein
Dr. Volker Schulze
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