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Dr. Frank-Chris Schoebel
Dr. Frank-Chris Schoebel arbeitet seit 25 Jahren als Kardiologe in Düsseldorf und war über 16 Jahre Mitarbeiter in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, davon 6 Jahre als Oberarzt. Zum Profil.

Mitralklappenprolaps – Häufig, aber meistens sehr gute Prognose

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Ist bei Ihnen oder einer Angehörigen die Diagnose „Mitralklappenprolaps“ gestellt worden. In der Tat kommt der Mitralklappenprolaps häufig vor, ist aber meistens harmlos. Hier erfahren Sie mehr zu Diagnose, Prognose und Therapie!

Mitralklappenprolaps: Wenn sich die Herzklappe wölbt

Der Mitralklappenprolaps ist in einer kardiologischen Praxis, so auch in der Cardiopraxis® eine häufige Diagnose. Der Mitralklappenprolaps ist meistens eine Zufallsdiagnose in der Echokardiografie (Herzultraschall).

Aus der Sicht des Experten ist der Befund in der Regel harmlos. Die Diagnose muss aber im Befundbericht aufgeführt werden, da der Mitralklappenprolaps Symptome erklären und in seltenen Fällen langfristig Komplikationen zur Folge haben kann, was wiederum kardiologische Verlaufskontrollen notwendig macht.

Wenn bei Ihnen ein Mitralklappenprolaps diagnostiziert wurde, dann ist es wichtig, dass Sie verstehen, was ein Mitralklappenprolaps ist und wie Sie sich diesbezüglich in der Zukunft verhalten sollten. Das gibt Ihnen mehr Sicherheit, da der Befund meistens harmlos ist.

MitralKlappeProlaps

Was ist ein Mitralklappenprolaps?

Dieser Begriff bezeichnet eine häufige Anomalie des Herzens, bei der sich eines oder beide Segel der Mitralklappe während der Auswurfphase des Herzens (Systole) in den linken Vorhof vorwölben. Die Mitralklappe befindet sich zwischen linkem Vorhof und linker Herzhauptkammer und besteht aus einem vorderen und einem hinteren Segel.

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Ein intakter Mitralklappenhalteapparat besteht ist für die für die korrekte Funktion der Mitralklappe als Rückschlagventil essenziell:

  • Mitralklappensegel: Die Mitralklappe hat zwei Segel – ein anteriores (vorderes) und ein posteriores (hinteres) Segel. Diese bestehen aus dünnem, aber stabilem Bindegewebe.
  • Sehnenfäden (Chordae tendineae): Von den freien Rändern der Segel gehen feine, sehnige Fäden aus, die sogenannten Chordae tendineae. Diese verbinden die Segel mit den Papillarmuskeln.
  • Papillarmuskeln: Die Papillarmuskeln sind zapfenförmige Muskeln, die von der Wand der linken Herzkammer in Richtung Mitralklappe ragen. An ihnen setzen die Sehnenfäden an.
  • Mitralklappenring (Anulus fibrosus): Die Basis der Segel ist in einem bindegewebigen Ring, dem Anulus fibrosus, verankert.

Während der Anspannungsphase (Systole) der linken Herzkammer verhindern die Sehnenfäden und Papillarmuskeln ein Zurückschlagen der Segel in den linken Vorhof und sorgen so dafür, dass Blut nicht in die Vorkammer zurückfließt.

Sind Teile dieses Halteapparats geschädigt, zum Beispiel durch Abriss von Sehnenfäden oder Papillarmuskeln bei einem Herzinfarkt, kann es zu einem Prolaps (Vorwölbung) der Segel und damit zu einer akuten Undichtigkeit (Insuffizienz) der Mitralklappe kommen.

Die vermehrte Auslenkung eines Mitralklappensegels in Richtung Vorkammer führt zu einem gesteigerten Zug an den Sehnenfäden und damit auch an den Papillarmuskeln. Das gleicht dem Knallen eines Peitschenschlags oder eines Betttuches, wenn Sie es heftig ausschlagen. Beim Abhören des Herzens mit dem Stethoskop können wir diesen „Knall“ tatsächlich auch als sogenannten Click während der Systole hören.

Die mechanische Mehrbelastung von Sehnenfäden und Papillarmuskeln erklärt auch die Symptome und je nach Schweregrad des Prolaps die Komplikationen eines Mitralklappenprolaps (Sehnenfadenabriss mit Mitralklappeninsuffizienz).

Wie häufig kommt ein Mitralklappenprolaps in der Bevölkerung vor?

Ein Mitralklappenprolaps ist der häufigste angeborene Herzklappenfehler. Er betrifft je nach Studie zwischen 2-7% der Gesamtbevölkerung. Das bedeutet, dass in Deutschland schätzungsweise 1,6 bis 5,6 Millionen Menschen einen Mitralklappenprolaps haben. Die meisten Betroffenen wissen jedoch gar nichts von dieser harmlosen Anomalie ihres Herzens.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Mitralklappenprolaps?

Frauen sind häufiger von einem Mitralklappenprolaps betroffen als Männer; das Verhältnis Männer zu Frauen beträgt zwischen1,0 zu 1,37 bis hin zu 1,0 zu 1,66. Der Häufigkeitsgipfel der Erstdiagnose liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.

Eine genetische Veranlagung scheint eine Rolle zu spielen, da der Mitralklappenprolaps familiär gehäuft auftreten kann. Auch Menschen mit bestimmten Bindegewebserkrankungen wie dem Marfan-Syndrom oder dem Ehlers-Danlos-Syndrom haben ein erhöhtes Risiko.

Welche Symptome verursacht ein Mitralklappenprolaps?

Die gute Nachricht ist: Die allermeisten Menschen mit einem Mitralklappenprolaps haben keinerlei Beschwerden! Gelegentlich berichten Betroffene über Symptome wie:

  • Herzstolpern oder -rasen (Palpitationen)
  • Brustschmerzen, Brustenge, Brustdruck (Angina pectoris)
  • Kurzatmigkeit
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Diese Symptome sind jedoch unspezifisch, das heißt sie können auch durch andere Erkrankungen von Herz und Kreislauf verursacht werden und müssen nicht zwangsläufig durch den Mitralklappenprolaps verursacht sein. Wenn Sie solche Beschwerden haben, sollten Sie diese auf jeden Fall kardiologisch abklären lassen.

Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Abklärung der Angina pectoris und Palpitationen, denn Sie können ein Hinweis auf eine ernsthafte Erkrankung sein. Angina pectoris kann auf sogenannte Koronare Herzkrankheit (Durchblutungsstörung durch verengte Herzkranzarterie) mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko hindeuten. Herzstolpern und Herzrasen können ein Symptom für Vorhofflimmern sein, was wiederum mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden ist,

Was sind die Ursachen für Symptome bei einem Mitralklappenprolaps?

Die Ursachen für die Symptome eines Mitralklappenprolaps sind bedingt durch die gesteigerte Auslenkung der Mitralklappe durch einen vermehrten Zug am Mitralklappenhalteapparat, vor allen Dingen an den Sehnenfäden und den Papillarmuskeln.

Die Papillarmuskeln weisen eine hohe Dichte an sensorischen Nervenfasern für die Schmerzwahrnehmung auf, die durch eine vermehrte mechanische Belastung aktiviert werden und Schmerzen verursachen. Das wiederum kann die Ursache für eine Verschiebung des Gleichgewichts des vegetativen Nervensystems zugunsten des Noradrenalin-führenden Nervus sympathikus sein (Herz-Hirnachse).

Hinzu kommt, dass die vermehrte mechanische Belastung der Papillarmuskeln ventrikuläre Herzmuskelstörungen auslösen können. Durch die Dynamik einer schlaffen Mitralklappe, die sich in den linken Vorhof vorschiebt, kann die Papillarmuskelspannung und -traktion verändern. Dies wirkt sich auf die Kontraktionsmuster des linken Ventrikels aus und aktiviert die Dehnungsrezeptoren, was mit der Entstehung von Herzrhythmusstörungen in Verbindung gebracht wird.

Die Auslenkung der schlaffen Mitralklappe in die Vorkammer bewirkt während der Kontraktion des linken Ventrikels auch eine vermehrte Wandspannung in der vorgeschalteten Vorkammer, was Vorhofrhythmusstörungen bis hin zu Vorhofflimmern verursachen kann.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass die Papillarmuskeln, die bei MVP einer erheblichen mechanischen Belastung ausgesetzt sind, reichlich mit sensorischen Nerven innerviert sind. Diese Nerven können zu einem autonomen Ungleichgewicht beitragen und möglicherweise bösartige ventrikuläre Arrhythmien auslösen.

Im Gegensatz zur typischen Angina pectoris bei stabiler Koronarer Herzkrankheit, welche bei körperlicher Belastung bedingt durch eine vermehrte Herzarbeit (Anstieg von Herzfrequenz und Blutdruck) zunimmt und in der Ruhe wieder verschwindet, tritt die Angina pectoris bei einem Mitralklappenprolaps eher in Ruhe beziehungsweise nach einer Belastung auf. Die Ursache hierfür ist, dass sich gerade in der Entspannungsphase nach einer Belastung die system-arteriellen Blutgefäße entspannen, während der die Herzkammer bedingt durch eine Aktivierung des Nervus sympathikus (Noradrenalin) noch eine hohe Kontraktionskraft aufweist. Oder anders gesagt, eine kräftige Herzkammer pumpt mehr ins Leere. Das wiederum ist mit einer vermehrten Auslenkung der prolabierenden Mitralklappe in den Vorhof und folglich mit den oben genannten Mechanismen der Schmerz- und Arrhythmieentstehung verbunden.

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Wie wird ein Mitralklappenprolaps diagnostiziert?

Oft entdecken wir einen Mitralklappenprolaps zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie). Dabei können wir sehen, wie sich die Segel der Mitralklappe während der Systole in den linken Vorhof vorwölben.

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Die Echokardiografie ist der Goldstandard zur Diagnose eines Mitralklappenprolaps. Zusätzlich kann mit der Farbdoppler-Echokardiografie beurteilt werden, ob die Mitralklappe undicht ist und wie viel Blut zurück in den linken Vorhof fließt (Schweregrad der Mitralklappeninsuffizienz).

Meistens hört ein erfahrener Kardiologe bei der Untersuchung mit dem Stethoskop auch ein charakteristisches Klicken, eventuell gefolgt von einem spätsystolischen Herzgeräusch (Mitralklappeninsuffizienz). Typischerweise ist der Click eines Mitralklappenprolaps in der Einatmung beziehungsweise im Stehen betont oder tritt dann hervor, weil die linke Herzkammer weniger mit Blut gefüllt ist. Beim Trikuspidalklappenprolaps des rechten Herzens ist es genau umgekehrt.

Je nach  Schweregrad des Mitralklappenprolaps ohne oder mit Mitralklappeninsuffizienz sind kardiologische Kontrolluntersuchungen sinnvoll, um die Funktion der Mitralklappe im Blick zu behalten und eine eventuell neu aufgetretene oder fortschreitende Undichtigkeit rechtzeitig zu erkennen. In der Regel wird bei einer Konstellation mit niedrigem Komplikationsrisiko in Absprache mit dem Kardiologen ein Untersuchungsintervall von 2-5 Jahren festgelegt.

Was ist ein epikardial-koronar falsch-positives Belastungs-EKG bei Mitralklappenprolaps?

Bei manchen Patienten mit Mitralklappenprolaps zeigt sich im Belastungs-EKG eine ST-Strecken-Senkung, die fälschlicherweise an eine koronare Herzkrankheit denken lässt. Tatsächlich sind die Herzkranzgefäße jedoch frei von Verengungen. Man spricht dann von einem epikardial-koronar falsch-positiven Belastungs-EKG. Typischerweise treten diese EKG-Veränderungen in der Nachbelastungsphase auf.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass eine Koronare Herzkrankheit als potenziell vital bedrohliche Erkrankung (Herzinfarkt) ausgeschlossen wird. Die weitere Diagnostik mit Herzszintigramm, Stress Kardio-MRT, CT mit CT-Angiografie der Herzkranzarterien bis hin zur koronaren Herzkatheteruntersuchung richten sich vor allen Dingen nach Alter, Risikofaktoren für eine Koronare Herzkrankheit und Manifestationen der Arteriosklerose in anderen arteriellen Stromgebieten.

Wie wird ein symptomatischer Mitralklappenprolaps behandelt?

Die meisten Menschen mit Mitralklappenprolaps benötigen keine Behandlung. Wenn Symptome auftreten, die den Patienten beeinträchtigen, können vorübergehen Betablocker oder Ivabradin eingesetzt werden. Diese Medikamente senken die Herzfrequenz und können so Beschwerden wie Herzrasen oder -stolpern lindern.

In der Cardiopraxis® empfehlen wir Menschen mit symptomatischem Mitralklappenprolaps ein regelmäßiges aerobes Ausdauertraining, weil dieses einen erhöhten Sympathikotonus, häufig charakterisiert durch eine eher hohe Herzfrequenz in Ruhe von 80-100 bpm, senkt und damit die Symptomatik nachweislich verringert.

Hinzu kommt, dass Medikamente, die den Blutdruck senken (zum Beispiel ACE-Hemmer, AT-Blocker, Calciumantagonisten) beziehungsweise Hormone und Nahrungsergänzungsmittel, die über eine Stoffwechselsteigerung ebenfalls den Gefäßwiederstand senken (zum Beispiel Schilddrüsenhormone, Magnesium-Citrat) angepasst werden müssen.

Wie hoch ist das Risiko für die Entstehung einer hochgradigen Mitralklappeninsuffizienz bei Mitralklappenprolaps?

Zum Glück entwickeln die wenigsten Patienten mit Mitralklappenprolaps eine behandlungsbedürftige Mitralklappeninsuffizienz. Über einen Zeitraum von 10 Jahren liegt dieses Risiko bei etwa 2-5%.

Bestimmte Faktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit für eine Verschlechterung der Mitralklappe:

  • Höheres Alter
  • Männliches Geschlecht
  • Verdickte Mitralsegel in der Echokardiografie
  • Bereits vorhandene Mitralklappeninsuffizienz

Wenn eine oder mehrere dieser Faktoren vorliegen, sind engmaschigere Verlaufskontrollen sinnvoll, zum Beispiel alle 6-12 Monate.

Was sind die Symptome einer akuten Mitralklappeninsuffizienz und wie verhalte ich mich bei diesen Symptomen?

Eine hochgradige, akut aufgetretene Mitralklappeninsuffizienz ist ein grundsätzlich lebensbedrohlicher Notfall! Das typische Symptom ist:

  • Plötzliche, heftige Luftnot
  • Körperliche Belastungen, die am Vortag noch mühelos verrichtet werden konnten, sind jetzt mit Luftnot verbunden
  • Flaches Liegen beim Schlaf ist nicht mehr möglich, erhöhtes Kopfteil des Bettes beziehungsweise Aufstehen und Herumgehen verschafft Erleichterung

In Extremfällen stellt sich eine Schocksymptomatik mit Blässe, Kaltschweißigkeit, niedriger Blutdruck ein. Bei einem schweren Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge) ist ein gurgelndes Atemgeräusch hörbar.

Das Tückische an einer akuten Mitralklappeninsuffizienz, ähnlich wie bei der akuten Aortenklappenisuffizienz, ist, dass die akute Symptomatik von Betroffenen mehr schlecht als recht überstanden wird und sich nach circa 2 Wochen eine Normalisierung der Belastbarkeit einstellt, obwohl die hochgradige Mitralklappeninsuffizienz bestehen bleibt. Das liegt daran, daran, dass sich die Füllungskapazität der linken Hauptkammer, welche im Akutstadium in Relation zum Pendelvolumen zu klein ist, sich durch eine Vergrößerung des linken Ventrikels anpasst. Die Symptome sind zunächst verschwunden, die mechanische Überbeanspruchung der linken Hauptkammer bleibt aber bestehen und führt dann mit der Zeit zu einer schweren Herzschwäche, die erst spät wieder symptomatisch wird und einigen Fällen auch nicht mehr operativ behandelt werden kann

Sollte bei Ihnen  in Verbindung mit einem bekannten Mitralklappenprolaps ein akuter Einbruch der Leistungsfähigkeit mit Luftnot einsetzen, dann sollten Sie an eine akute Mitralklappenisuffizienz denken und sich zeitnah kardiologisch untersuchen lassen, auch wenn die Symptomatik nach einigen Tagen bis Wochen wieder verschwindet. Bei klinischen Zeichen eines Schocks und/oder eines Lungenödems rufen Sie den Notarzt unter 112.

Zum Glück ist eine akute Mitralklappeninsuffizienz, nicht zuletzt durch eine verbesserte kardiologische Vorsorge ein sehr seltenes Ereignis. Die meisten Menschen mit Mitralklappenprolaps haben diesbezüglich ein geringes Risiko und eine hervorragende Langzeitprognose.

Wie wird eine hochgradige Mitralklappeninsuffizienz bei Mitralklappenprolaps operativ behandelt?

Goldstandard ist heute die Rekonstruktion der patienteneigenen Mitralklappe[. Dabei werden die Segel der Klappe mit speziellen Nahttechniken gerafft und mit einem Ring stabilisiert. So kann in den meisten Fällen wieder eine gute Schlussfähigkeit der Mitralklappe erreicht werden.

Nur wenn eine Rekonstruktion nicht möglich ist, muss die Mitralklappe durch eine künstliche Herzklappe, in der Regel eine Bioklappe ersetzt werden. Dies ist jedoch deutlich seltener notwendig als noch vor einigen Jahren. Dank verbesserter Operationstechniken können heute über 90% der undichten Mitralklappen repariert werden.

Welche Herzklappen können bei Mitralklappenprolaps noch von einem Prolaps betroffen sein?

Häufiger als bisher angenommen, kann neben der Mitralklappe auch die Aorten- oder Trikuspidalklappe von einem Prolaps betroffen sein. Dies wird dann als Aorten- bzw. Trikuspidalklappenprolaps bezeichnet. Das ist auch plausibel, weil ein Mitralklappenprolaps bis auf die sehr seltene Genese durch eine Durchblutungsstörung des Papillarmuskels (Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt), regelhaft durch eine Bindegewebsstörung der Innenhaut und damit auch der Herzklappen verursacht wird.

Muss bei einem Mitralklappenprolaps mit und ohne Mitralklappeninsuffizienz eine Endokarditisprophylaxe vor operativen Eingriffen durchgeführt werden?

Nein, eine vorbeugende Antibiotikagabe zur Verhütung einer bakteriellen Herzklappenentzündung (Endokarditis) ist bei einem Mitralklappenprolaps nicht mehr generell empfohlen. Früher wurde dies standardmäßig durchgeführt, wenn zahnärztliche Eingriffe oder bestimmte Operationen anstanden.

Heute weiß man, dass das Endokarditis-Risiko bei einem unkomplizierten Mitralklappenprolaps nur minimal erhöht ist. Daher wird eine Endokarditisprophylaxe nur noch in besonderen Fällen, zum Beispiel bei einer hochgradigen Mitralklappeninsuffizienz, empfohlen.

Mitralklappenprolaps: Schlussfolgerung

In den meisten Fällen handelt es sich beim Mitralklappenprolaps um einen harmlosen Zufallsbefund, der keinerlei Auswirkungen auf Ihre Lebensqualität und Lebenserwartung hat. Auch wenn bei Ihnen Symptome auftreten sollten, ist dies kein Grund zur Unruhe – sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, er wird mit Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten besprechen.

Achten Sie bei einer Risikokonstellation auf die Warnzeichen einer akuten Mitralklappeninsuffizienz und scheuen Sie sich nicht, im Notfall den Rettungsdienst zu alarmieren.

Ansonsten können Sie beruhigt sein: Die Langzeitprognose bei einem Mitralklappenprolaps ist in der Regel ausgezeichnet.

Literatur
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