Der Herzultraschall (= Echokardiografie) ist neben dem EKG ein sehr wichtiges Instrument zur Diagnose von Herzerkrankungen.

Die strahlen- und schmerzfreie Echokardiografie kann das Herz in seiner Struktur und Funktion darstellen. Die 3-dimensionale Struktur wird dabei 2-dimensional abgebildet, daher sind verschiedene Projektionen Einstellungen des Schallkopfes erforderlich, damit wir alle Strukturen vollständig erfassen können.  Während der 5 bis 10-minütigen Untersuchung setzt der Arzt/die Ärztin den Schallkopf an verschiedenen Stellen des Oberkörpers auf.

In der Struktur und Funktion darstellen lassen sich:

• die 4 Herzkammern
• die 4 Herzklappen
• die herznahen Arterien und Venen
• der Herzbeutel

Die Struktur der Herzkranzgefäße ist so nicht darstellbar, indirekt kann aber ihre Funktion durch Wandbewegungsstörungen visualisiert werden.

Folgende Dinge kann der Arzt/die Ärztin mit der Echokardiografie feststellen:

• Wie sieht die Herzkammer hinsichtlich Größe, Funktion und Beschaffenheit aus?
• Sind die Herzklappen undicht, zu eng oder entzündet?
• Gibt es in der herznahen Aorta ein Aneurysma?
• Ist der Druck in der Lungenstrombahn erhöht?
• Ist die untere Hohlvene überlastet? Herrscht Flüssigkeitsmangel?
• Ist der Herzbeutel entzündet oder hat er einen Erguss?

Das Herz ist nicht nur eine Druck, sondern auch eine Saugpumpe: Während sich die Hauptkammern entleeren, also pumpen, füllen sich gleichzeitig die Herzvorkammern. Dieses ist dadurch möglich, dass die Herzhauptkammern sich während sie pumpen herzspitzenwärts bewegen, ähnlich wie bei einer Melkbewegung. So wird ein Sog in den vorgeschalteten Herzvorkammern, was diese wiederum füllt.

Besonders in der Cardiopraxis ist, dass wir die Sogkraft der linken und  der rechten Herzhauptkammer mit messen, was sonst in der gewöhnlichen Praxis vernachlässigt wird. Dieses Vorgehen ist ein wichtiger Bestandteil der wissenschaftlich-ganzheitlichen Kreislaufmessung, z.B. bei der  Diagnose und Behandlung von Benommenheit und des Bluthochdrucks. Die Sogkraft wird im sog. Tissue-Doppler über die Herzspitzenwärtsbewegung der Hauptkammern direkt erfasst. Diese Parameter erlauben uns z.B. wertvolle Rückschlüsse auf die Interaktion zwischen vegetativem Nervensystem und Herz sowie auf Nebenwirkungen von Herzoperationen und Medikamenten. In letzterem Fall ist es für uns immer wieder faszinierend zu sehen, wie fein sich mithilfe dieser Parameter die Betablockertherapie ausbalancieren lässt. So können Nebenwirkungen, wie Müdigkeit und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit sicher vermieden werden.