Zahlreiche Maßnahmen der sog. Koronaren Versorgungskette zur Behandlung der koronaren Herzkrankheit haben sich insbesondere seit Beginn der 90er Jahre eindrucksvoll verbessert.

Vor allen Dingen die Behandlung beim Herzinfarkt mittels Herzkatheter und Stent sind lebensrettender Bestandteil der Erstversorgung geworden. Dieses ist auch mit einer Verkürzung der zeitlichen Abläufe in der Klinik, der sogenannten “door-to-needle-time”, verbunden, so dass die Zeit vom Eintreffen im Krankenhaus bis zum Beginn der Herzkathetertherapie weniger als 30 Minuten beträgt. Ein Problem bleibt die sog. Patientenentscheidungszeit bis zur Absetzung des Rettungsrufes an 112.

Herzkatheter bei Koronarer Herzkrankheit – eine echte Erfolgsgeschichte

Zwischen 1995 und 2015 ist die Anzahl der Linksherzkatheter-Untersuchungen um 122 % gestiegen, gleichzeitig sank die kardio-vaskuläre Sterblichkeit um 34 %. Die statistische Korrelation betrug dabei -,99, besser geht es nicht, denn -1,0 ist in diesem Fall der maximale Wert. Das bedeutet: je mehr Herzkatheter desto mehr Menschen konnten überleben, pro 7 Herzkatheter 1 gerettetes Leben. Natürlich ist es nicht nur der Herzkatheter, der lebensrettend ist, vielmehr ist diese Statistik vor allen Dingen auch ein Maß für die insgesamt sehr gute Versorgungsqualität in Deutschland.

Diagnostische Herzkatheteruntersuchung – schnell und sicher

Die Koronarangiografie ist weiterhin das Untersuchungsverfahren mit der höchsten bildlichen Auflösung, um Herzkranzarterien darzustellen. Die Untersuchung wird mit Röntgenstrahlen und Röntgenkontrastmittel durchgeführt. Die Strahlen- und Kontrastmittelbelastung sind dank moderner Röntgenanlagen sehr gering geworden.

Der Zugang zum Herzen erfolgt über die Leistenarterie oder auch eine Handgelenksarterie. Der Zugang über die Leistenarterie ist der stabilere Weg bei schwierigen Eingriffen. Meistens genügt jedoch auch ein Armarterienzugang. Mit speziell geformten Herzkathetern gelangt der Untersucher zum Herzen. Davon merken Sie gar nichts. Wenn Sie größere Kontrastmittelmengen erhalten, dann kann sich ein Hitzegefühl einstellen. Sie können sogar das Bedürfnis verspüren Wasser zu lassen. Dazu kommt es nicht, denn handelt sich nicht um heißes Kontrastmittel; der Harndrang bleibt auch nur ein Gefühl.

Die diagnostische Untersuchung dauert einschließlich der Platzierung der Gefäßschleuse nur wenige Minuten. Komplikationen bei der Diagnostik sind äußerst selten geworden. Führen wir ausschließlich eine diagnostischen Herzkatheter durch, dann können Sie in der Regel am selben Tag nach Hause gehen.

Herzkatheter – Herzkranzarterien öffnen in einem Arbeitsgang

Mit der CT-Angiografie gibt es eine Alternative zur diagnostischen Herzkatheteruntersuchung. Hier braucht eine Arterie nicht punktiert zu werden, Röntgenstrahlen und Kontrastmittel werden aber ebenfalls eingesetzt.

Allerdings hat das Katheter-gestützte Verfahren 2 entscheidende Vorteile: die sehr hohe Bildqualität, das bewegte Bild und die Möglichkeit der sofortigen Wiedereröffnung eines verengten Herzkranzgefäßes, z.B. mit einem Stent in einem Arbeitsgang, dem sog. “one-stop-shopping”. Gerade beim Herzinfarkt ist die Herzkatheteruntersuchung mit der direkten Möglichkeit der unmittelbaren Wiedereröffnung der akut verschlossenen Arterie die Methode der Wahl.

Wir setzen auch bei Menschen ohne Herzinfarkt, die eine hohe Vortestwahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Koronaren Herzkrankheit von mehr als 75% haben, vorzugsweise den Herzkatheter ein. Wenn eine Koronare Herzkrankheit eher unwahrscheinlich ist, dann empfehlen wir die CT-Angiografie.

Herzkatheter – genaue Therapieplanung für die Zukunft

Nach einem Herzkatheter kennen wir Ihr Herzkranzgefäßsystem sehr genau. Wir schauen uns die bewegten Bilder bei Ihren Besuchen in der Cardiopraxis auch immer wieder an, denn ein Bild, bzw. ein Video sagt mehr als 1.000 Worte. So können wir in Verbindung mit anderen diagnostischen Verfahren, wie z.B. dem Belastungs-EKG Ihr persönliches Risiko für die Zukunft einfach viel besser abschätzen. Das ermöglicht uns gemeinsam mit Ihnen einen individuell-maßgeschneiderten diagnostischen und therapeutischen Plan für Sie zu erstellen.

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Herzbericht 2011-16 – Dtsch. Herzstiftung www.herstiftung.de

?Herzkatheterleistungszahlen – Kardiologe 2010;4:502-508

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 

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