Eier und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – Hintergrund

Seit vielen Jahren gibt es Diskussionen darum, ob Eier, die auch Cholesterin enthalten, schädlich für das Herz-Kreislaufsystem sind. Auch Studien kommen zu teils widersprüchlichen Ergebnissen. Bekannt ist, dass die Korrelation zwischen der Cholesterinaufnahme über das Ei und den Cholesterin-Blutspiegeln eher schwach ist.

Ei und Herz: Metaanalyse untersucht Zusammenhang

Eine große Metaanalyse, das heißt eine Zusammenfassung vieler Studien, mit mehr als 200.000 Studienteilnehmern und einer Nachbeobachtungszeit von mehr als 30 Jahren mit insgesamt über 5,4 Millionen Probandenjahren hat einen Zusammenhang zwischen dem Eierkonsum und kardiovaskulären Erkrankungen untersucht. Zu Studienbeginn waren die Menschen kardiovaskulär gesund, hatten keine Tumor-oder Zuckererkrankung. Die Nachverfolgung erfolgte alle 2 Jahre mittels Fragebogen und der Eikonsum wurde in Gruppen unterteilt. Die beiden Extreme waren weniger als ein Ei pro Monat und die Gruppe mit dem höchsten Konsum aß mindestens 1 Ei pro Tag.

Ei und Herz: Ergebnisse der Metaanalyse

Das Ergebnis dieser Untersuchung war im Kern: Die Gruppe mit dem höchsten Eikonsum und dem niedrigsten Eikonsum hatten im Verlauf eine gleiche Rate an Herzinfarkt und Schlaganfall. Dieses Ergebnis war auch robust fortbestehend, wenn andere kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Zigarettengenuss, Bluthochdruck, Übergewicht und Bewegungsmangel korrigiert wurden. Einschränkend müssen wir feststellen, dass die Untersuchung initial Patienten einschloss, die Herz-Kreislauf gesund waren. Das heißt, prinzipiell sind die Ergebnisse nicht übertragbar auf Patienten, die bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben. Wenngleich es theoretisch keine hartnäckigen Hinweise dafür gibt, dass es hier anders sein sollte.

Zusammenfassung

In dieser Untersuchung zeigte sich bei Herz- und Kreislauf-gesunden Menschen im Langzeitverlauf keine erhöhte Rate von Herzinfarkten und Schlaganfällen durch einen Eikonsum von einem Ei pro Tag. Eine Begründung für dieses Ergebnis könnte darin liegen, dass Eier, die bekannt cholesterinhaltig sind, auch hochwertige protektive Inhaltsstoffe besitzen. Keinesfalls ist aber diese Studie dazu geeignet, das Cholesterin als Risikofaktor infrage zu stellen. Es bleibt ein wesentlicher kardiovaskulärer Risikofaktor und bei Risikopatienten mit beispielsweise stattgehabtem Herzinfarkt oder koronarer Stentimplantation bleibt es bei der strikten Verfolgung des individuellen LDL-Zielwertes kleiner 55 mg/dl.

 

Literatur:

Drouin-Chartier et al. Egg Consumption and risk of cardiovascular disease: three large prospective US cohort studies, systematic review, and updated meta-analyses. BMJ 2020;368:m513

Warmes Frühstück oder kaltes Frühstück?

Wir empfehlen aus gesundheitlichen Gründen bestimmten Menschen ein warmes Frühstück.

Immer mehr Menschen achten auf eine gesunde Ernährung. Dabei achten wir vor allen Dingen werthaltige Zutaten. Folglich essen viele Menschen zum Frühstück Müsli mit Haferflocken, Nüssen, Obst und Joghurt. Da kommen schon viele gesunde Nährstoffe zusammen. Dabei handelt es sich um ein kaltes Frühstück, welches durch den Joghurt auch kühlend wirkt.

Allerdings ist ein kaltes bzw. kühlendes Frühstück nicht für alle Menschen günstig.

Kältegefühl als Stressfaktor

Wir wissen in der Cardiopraxis, dass Menschen, die eher zu einem leichten Kältegefühl neigen, einem thermischen Stress ausgesetzt sind, der Unwohlsein und einen erhöhten Blutdruck begünstigt: manche Menschen erfrieren sich regelrecht ihren Bluthochdruck. Wesentliche Ursachen sind ein herabgesetzter Stoffwechsel einerseits und/oder ein ungünstiges Verhältnis zwischen Körpermasse und Körperoberfläche andererseits.

Herabgesetzter Stoffwechsel. Die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur ist bei den meisten Menschen durch eine zu geringe körperliche Aktivität erschwert. Hinzu kommt, dass bei vielen Menschen die Nahrung unvollständig ist, Vegetarier und Veganer sind hier besonders gefährdet. Bei Frauen mit intaktem Ovarialzyklus und Regelblutung finden wir zudem häufig einen Eisenmangel. Darüber hinaus ist in unseren Breitengraden in Europa ist auch ein Mangel an Vitamin D durch zu geringe Lichtexposition häufig. Das sind alles Faktoren, die den Stoffwechsel herabsetzen.

Verhältnis von Körpermasse zu Körperoberfläche. Menschen, die sehr schlank sind, haben eine relative große Körperoberfläche im Verhältnis zu ihrer Körpermasse. Das bedeutet, dass Menschen zum Beispiel mit einem Body-Mass-Index von 18,5 kg/[Körperlänge (m)2] relativ viel mehr Wärme über die Körperoberfläche abgeben, als ein übergewichtiger Mensch mit einem Body-Mass-Index von 30,0 kg/[Körperlänge (m)2]. Während wir den ersten Fall als “Wärmeverlierer” einstufen, haben wir es im Fall des übergewichtigen Menschen mit einem “Wärmebewahrer” zu tun. Das hat Konsequenzen für den Nahrungsbedarf zur Aufrechterhaltung von Körpertemperatur und Stoffwechsel. So benötigt eine Maus mit 4 kg/m2 pro Tag 45% ihres Körpergewichts an Nahrung, während der Elefant mit 197 kg/mlediglich 4% benötigt.

Wenn Menschen leicht zu kalt fühlen, dann zeigt das ähnlich wie der eigentliche Hunger einen akut erhöhten Energiebedarf an, um die Körpertemperatur auf ihrem Sollwert zu halten. Ist dieses nicht über die Energieträger der Nahrung möglich, dann aktiviert Ihr Körper ein Reservesystem zur Temperaturgewinnung, indem er über das sympathische Nervensystem Noradrenalin bzw. Adrenalin ausschüttet. Im Extremfall tritt Kältezittern auf.

Warmes Frühstück – Kältegefühl und Frühstück

Wenn Sie eher zu einem Kältegefühl neigen, vor allen Dingen, wenn Sie zusätzlich an einem Bluthochdruck leiden, dann empfehlen wir Ihnen ein wärmendes Speisen (Suppen, Aufläufe, Gewürze) und das Vermeiden von kühlenden Mahlzeiten (kaltes Müsli, Jogurt, Salate). Gerade Menschen mit einem niedrigen Body-Mass-Index, die zum Frösteln tendieren und etwas Gewicht zunehmen sollten, raten wir gekochte und warme Mahlzeiten bevorzugen. Der Nachteil von ungekochten Mahlzeiten liegt hier auch darin, dass diese einen höheren energetischen Verdauungsaufwand haben, was eine kontrollierte Gewichtszunahme erschwert.

Am besten ist es, wenn Sie den Tag mit einer warmen Mahlzeit beginnen, so wie das in vielen Ländern der Erde weit verbreitet ist. Hierfür schlagen wir Ihnen ein warmes Porridge vor.

Warmes Frühstück – Porridge mit Obst und Gewürzen

Für die Zubereitung empfehlen wir ein mehrschrittiges Vorgehen.

Phase 1

  • 0,75 Schöpflöffel Haferflocken oder fertiges Müsli
  • 3 Esslöffel Chia-Samen
  • Ingwer (Walnussgröße, gehackt)
  • Prise Salz
  • Wasser
  • kurz aufkochen
  • optimal Reiskocher

Phase 2

  • kleinste Warmhaltestufe
  • 1 Hühnerei kräftig unterrühren
  • Gewürze dazu (Chili, Zimt, Muskat etc.)
  • Weichobst (Heidelbeeren, Trauben etc.)
  • eventuell gehackte Nüsse
  • 20 Minuten ziehen lassen (in der Zeit Gymnastik, duschen, rasieren, schminken)

Phase 3

  • 1-2 Esslöffel Leindotteröl (sehr aromatisch)
  • 2-3 Esslöffel Sirup (Rübenkraut, Ahorn, Mais)

Sie können die Zutaten beliebig variieren, auf den Ingwer, die Gewürze und die warme Temperatur des Gerichtes kommt es allerdings an. Das warme Porridge können Sie sofort verzehren oder in einem Warmhaltegefäß mitnehmen (optimal 740 ml-Gefäß von ThermosⓇ mit Befüllung über einen Marmeladentrichter).

Literatur

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Was sind Statine?

Statine gehören zu den Medikamenten, die den Cholesterinspiegel nachweislich effektiv senken. An der Endung „-statin“ erkennen Sie die zur Gruppe der Statine gehörenden Wirkstoffe. Sieben Statine sind in Deutschland derzeit auf dem Markt: Simvastatin, Lovastatin, Atorvastatin, Pravastatin, Fluvastatin, Pitavastatin und Rosuvastatin.

Das erste Statin wurde bereits 1987 zugelassen. In Folge haben die Statine die Behandlung atherosklerotisch verursachter Herz-Kreislauf-Erkrankungen revolutioniert und deren Morbidität und Letalität gesenkt. Dabei kann mit Statinen nach einem Herzinfarkt die Gefahr für einen erneuten Herzinfarkt um teilweise mehr als 30 % gesenkt werden. Außerdem kann man damit die Gefahr, an einer Herzerkrankung zu sterben, je nach Cholesterinwert, um mehr als 40 % verringern. Ebenso ist eine bedeutsame Reduktion des Schlaganfallrisikos mit Statinen möglich. Zudem ist die Senkung eines hohen Cholesterinspiegels auch eine der besten präventiven Maßnahmen, die uns in der Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen zur Verfügung stehen.

Wie wirken die Statine?

Die Statin-Wirkung beruht auf der Hemmung eines Enzyms, das normalerweise unsere Cholesterinproduktion in der Leber ankurbelt. Durch die Enzymhemmung entsteht folglich in den Zellen weniger Cholesterin. Um den Cholesterinmangel auszugleichen, bilden die Zellen vermehrt cholesterinbindende Moleküle, sogenannte Rezeptoren, auf ihrer Oberfläche. Dadurch wird das „schlechte“ LDL-Cholesterin über die Rezeptoren vermehrt aus dem Blut herausgefischt. Deswegen sinkt die LDL-Cholesterinmenge im Blut.

Statine senken aber nicht nur den LDL-Cholesterinspiegel, sie wirken auch entzündungshemmend und können so gefährliche Plaques (Ablagerungen) stabilisieren. Dadurch verhindern Statine, dass Plaques aufreißen und sich infolgedessen Blutgerinnsel bilden. Diese könnten ansonsten einen akuten Gefäßverschluss und damit einen Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen.

Wann muss ich ein Statin einnehmen?

Auch wenn Herz-Kreislauferkrankungen weltweit die häufigste Todesursache darstellen, muss nicht jeder von uns einen Cholesterinsenker einnehmen. Bei jedem Patienten führen wir daher zunächst eine individuelle Risikobeurteilung durch. Einflussgrößen sind hier zum Beispiel eine bereits manifeste Herz-Kreislauf-Erkrankung (Herzinfarkt, Schlaganfall, Durchblutungsstörung der Beine) oder Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Nierenschwäche oder familiär gehäuft auftretende Fettstoffwechselstörungen.

Häufigste Nebenwirkung der Statine: Muskelschmerzen

Für uns Ärzte gehören die Statin-bedingten Muskelbeschwerden zu den klinisch relevantesten Nebenwirkungen.
Hier unterscheiden wir zwischen zwei Formen von Muskelerkrankungen:

  • die häufigere Statin-Myalgie (5-10%), bei der es zu Muskelschmerzen und Schwäche kommt.
  • die seltenere Statin- Myopathie (1-5%), bei der eine Muskelschädigung im Blut durch Erhöhung des Muskelenzyms Creatininkinase nachweisbar ist.

Beide Muskelerkrankungen sind nach Absetzen des Statins komplett reversibel, d.h. die Muskelschmerzen und Schwäche verschwinden vollständig.

Risikofaktoren für Muskelerkrankungen unter Statinen

Die Pathophysiologie der Statin-Myopathie ist noch nicht geklärt. Wir wissen aber, dass bestimmte Konstellationen das Risiko für Muskelerkrankungen erhöhen:

  • sehr hohe Dosierung
  • weibliches Geschlecht, geringes Körpergewicht, hohes Alter
    Multimorbidität
  • exzessive Muskelarbeit
  • Unterfunktion der Schilddrüse, Vitamin-D-Mangel
  • Umfangreiche Vor-Medikation, vor allem bestimmte Antibiotika, Immunsuppressiva, Herzmedikamente wie z.B. Amiodaron oder Verapamil
  • Muskelschmerzen vor Beginn der Statin-Therapie
  • Genuss von Grapefruitsaft

Abbau über Enzymsysteme als Schlüsselrolle für Statin-Nebenwirkung

Auch wenn die Statine alle zu einer Wirkstoffgruppe gehören, unterscheiden sie sich in ihrer Aufnahme, Plasmaproteinbindung und Ausscheidung. Generell sollte man die Statine wegen der gesteigerten Cholesterinbildung in der Nacht abends einnehmen. Dadurch reicht auch schon oft eine geringere Statin-Dosis aus und mögliche dosisabhängige Nebenwirkungen können so reduziert werden. Eine Schlüsselrolle spielt der Abbau, die Metabolisierung, der Statine. Viele Statine werden hauptsächlich über sogenannte Cytochrom P450 (CYP)-Isoenzyme in der Leber metabolisiert. Oft konkurrieren andere Medikamente um den Abbau über ein Enzymsystem, so dass sich dann der Statinspiegel erhöht und damit auch die Nebenwirkungen. Umgekehrt kann die Statintherapie den Abbau anderer Medikamente stören, die durch dasselbe enzymatische System metabolisiert werden. Interessanterweise ist die Verstoffwechslung von Medikamenten in Bezug auf das Cytochrom-System bei jedem Menschen genetisch unterschiedlich. Dies erklärt auch die individuell unterschiedliche Verträglichkeit der Statine.

Falls Sie sich für den Abbau von Medikamenten über die CYP-Systeme interessieren, möchten wir an dieser Stelle auf den Artikel: „Nebenwirkungen von Medikamenten – Die Bedeutung des Cytochrom P450 Systems in der Leber“ in unserer Cardiothek hinweisen.

Ich vertrage die Statin-Therapie nicht: Und jetzt?

Gerade wenn Sie ein hohes kardiovaskuläres Risiko haben und das verschriebene Statin nicht vertragen, stellt sich die Frage: Wie geht’s weiter? Gibt es eine alternative Therapie? Am Anfang überprüfen wir die Medikamente auf mögliche Interaktionen. Sie können sich vorstellen, dass dies je nach Umfang der Medikamente nicht so einfach und schnell zu klären ist. Je nach Toleranz der Beschwerden kann auch zunächst eine abendliche Einnahme der Statine versucht werden. Damit wird generell die beste Wirksamkeit gewährleistet und ggf. kann dadurch sogar die Dosis erniedrigt werden. Ansonsten würden wir das Statin wechseln. Dabei spielt die Metabolisierung wieder eine große Rolle, vor allem vor dem Hintergrund der bestehenden Medikamente, z.B. das häufig eingesetzte Antiarrhythmikum Amiodaron oder der Blutdrucksenker Amlodipin. Eine Option könnte der Einsatz von CYP3A4-unabhängigen Statinen, wie Pravastatin, Fluvastatin, Rosuvastatin und Pitavastatin sein.

Alternative Medikamente bei Statin-Intoleranz

Alternativ kann zur Einsparung der Statin-Dosis eine Medikation mit 10 mg/d Ezetimib (Ezetrol®) erfolgen. Ezetimib hemmt die Verwertung des über die Nahrung zugeführten Cholesterins. Somit werden bis zu 50% weniger Cholesterin aus dem Dünndarm aufgenommen. Da gleichzeitig aber die körpereigene Cholesterin-Produktion in der Leber angeregt wird, kommt es durch Ezetemib in der Summe letztendlich nur zu einer Senkung des Cholesterins um etwa 15 bis 20%.
Ein neuerer Therapieansatz sind die sogenannten PCSK9-Hemmer, die man alle zwei bis vier Wochen unter die Haut spritzt. Die PCSK9-Hemmer verhindern den Abbau von LDL-Rezeptoren in der Leberzelle. Die Rezeptoren bleiben frei und können erneut LDL-Cholesterin binden. Auf diese Weise sinkt der LDL-Cholesterinspiegel im Blut. PCSK9-Hemmer können den LDL-Wert dabei um 60% senken. Wir setzen sie entweder alternativ bei Statin-Intoleranz oder zusätzlich zu einer maximal tolerablen Statin-Therapie mit noch nicht erreichtem Ziel-LDL-Cholesterinwert ein.

Roter Reis – wirklich eine Alternative zum Statin?

Zu guter Letzt möchten wir noch kurz auf die mittlerweile populäre Alternative mit Rotem Reis eingehen. Die Präparate basieren auf rotem Reisschimmel und wirken durch das dort enthaltende Monacolin K, welches chemisch dem Lovastatin entspricht. Deshalb gleichen sowohl die Wirkung als auch die Nebenwirkungen denen einer Therapie mit Statinen. Die Qualität der angebotenen Präparate aus rotem Reisschimmel variiert sehr stark. Eine Selbstmedikation ist wegen des Nebenwirkungsprofils des Monacolins nicht zu empfehlen. Die Einnahme von Roten Reisschimmel Präparaten sollte nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Fazit:

Das Wichtigste, um Nebenwirkungen unter den Statinen zu vermeiden, ist die vorsichtige Dosierung des Statins, vor allem bei älteren Menschen und Frauen mit niedrigem Körpergewicht. Jede Co-Medikation sollte hinsichtlich möglicher Interaktionen überprüft und gegebenenfalls umgestellt werden. Wenn die Muskelschmerzen zum Absetzen des Statins zwingen, kann eine Umstellung auf ein anderes Statin (in niedriger Dosis), die Hinzunahme von Ezetimib oder alternativ der Einsatz von PCSK9-Inhibitoren sinnvoll sein.

Wichtig: Bitte denken Sie daran, während der Einnahme von Statinen keinen Grapefruitsaft zu trinken! Denn dadurch kann der Abbaumechanismus der Statine beeinflusst werden, woraufhin der Statinspiegel erheblich ansteigen kann. Das kann bei Cholesterin-Senkern durchaus ein Grund für Nebenwirkungen sein und sollte bei der Einnahme auf jeden Fall berücksichtigt werden.

Literatur:

2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk: The Task Force for the management of dyslipidaemias of the European Society of Cardiology (ESC) and European Atherosclerosis Society (EAS)

 

Mehr zu: Dr. Natalie Fleissner


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Blutdruck bei Frauen und Männern unterschiedlich

Bei den Herz-Kreislauferkrankungen haben uns große wissenschaftliche Studien gezeigt, dass zwischen Frauen und Männern zum Teil erhebliche Unterschiede bestehen. Dabei erleben wir nicht nur, dass Krankheitsbilder, wie zum Beispiel die Koronare Herzkrankheit und der Bluthochdruck bei Männern und Frauen in unterschiedlichem Lebensalter erstmals auftreten, sondern auch mit unterschiedlichem Tempo voranschreiten können.

Geschlechterunterschiede bei Bluthochdruck- Sind Frauen wirklich später dran?

Grundsätzlich sind wir bisher immer davon ausgegangen, dass Frauen durch ihren Hormonaushalt und vor allen Dingen durch das Östrogen zunächst prinzipiell geschützt sind.  Mit der Abnahme des Östrogenspiegels, beginnend mit der Menopause, gleicht sich der Unterschied zwischen Männern und Frauen dann wieder an, so dass Frauen gewissermaßen den “Vorsprung” der Männer “aufholen”. Während dieser Grundsatz für die Koronare Herzkrankheit und den damit verbunden Herzinfarkt weiterhin gilt, weisen neuere wissenschaftliche Erkenntnisse darauf hin, dass dieses gerade beim Bluthochdruck wohl nicht der Fall ist.

Blutdruck bei Frauen – früherer Anstieg und steilere Steigerung

In der Tat ist es so, dass bei Frauen im Vergleich zu Männern der Bluthochdruck früher beginnt und dann auch deutlich schneller ansteigt.

Eine große US-amerikanische Studie mit insgesamt 32 833 Teilnehmern, davon 54% Frauen, hat das Blutdruckverhalten über einen Zeitraum von 43 Jahren dokumentiert. Dabei zeigte sich, dass der Blutdruck bei Frauen schon im 3. Lebensjahrzehnt, das heißt zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr und damit vor der Menopause ansteigt. Darüber hinaus ergab sich, dass der Blutdruck dann pro Jahr auch im weiteren Verlauf des Lebens deutlich stärker ansteigt als bei Männern. Gerade dieser steilere Anstieg des Blutdrucks wird von weiteren wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt, die dieses Phänomen zum Teil sogar schon zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr feststellen konnten.

Blutdruck bei Frauen – Funktion der Eierstöcke

Wie bereits angeführt, ordnen wir dem Östrogen einen schützenden Effekt im Hinblick auf den Bluthochdruck zu. Wir können das im Umkehrschluss daraus schließen, da Frauen mit einem Östrogenmangel einen erhöhten Blutdruck aufweisen. Das lässt sich besonders gut daran zeigen, dass Frauen, bei denen eine Funktionsstörung der Eierstöcke beziehungsweise die Eierstöcke entfernt werden mussten, im Vergleich zu altersgleichen Frauen mit normal funktionierenden Eierstöcken einen höheren Blutdruck haben. Darüber hinaus steigt mit dem Östrogenabfall in der Menopause um das 50. Lebensjahr der Blutdruck bei Frauen deutlich an.

Zwar bleibt der Östrogenspiegel bis zur Menopause gerade im Vergleich zu Männern hoch, der Spiegel nimmt aber ab dem 20. Lebensjahr eher ab, was möglicherweise auch mit einer Verringerung der Kreislauf-schützenden Funktion des Östrogens verbunden ist. Folglich können so andere, nicht bekannte Frauen-spezifische Risikofaktoren für einen Bluthochdruck nicht mehr ausgeglichen werden. Zu diesen Risikofaktoren kann die geringere durchschnittliche Körpergröße von Frauen im Vergleich zu Männern gezählt werden, denn es ist bekannt, dass je geringer die Körpergröße ist, desto höher ist das Risiko für einen hohen Blutdruck.  Interessanterweise wird die Körpergröße als Risikofaktor für einen Bluthochdruck zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr relevant.

Dass bei Frauen das Verhältnis von Östrogen zu Progesteron beziehungsweise die Einnahme von hormonell aktiven Verhütungsmitteln, wie zum Beispiel der sogenannten Pille, bei der Entwicklung eines Bluthochdrucks eine Rolle spielt, ist denkbar.

Bluthochdruck bei Frauen – Bedeutung der Gebärmutter

Die Entfernung der Gebärmutter, die sogenannte Hysterektomie, scheint folglich auch bei jüngeren Frauen mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck verbunden zu sein. Zu dieser Erkenntnis kam eine groß angelegte taiwanische Populations-Studie (2018), in der 30-49-jährige hysterektomierte Frauen, und zwar unabhängig von einer Eierstockentfernung, ein zirka 1,4-mal höheres Risiko für Bluthochdruck entwickelten.

Eine Hypothese ist, dass die Hysterektomie den die Durchblutung der Eierstöcke beeinträchtigen kann und somit zu einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz führt. Dieses hätte dann wiederum einen Rückgang des Hormonspiegels zur Folge. Auch wenn die alleinige Hysterektomie für die Bluthochdruck-Entwicklung noch kontrovers diskutiert wird, sollten diese neueren Daten die Indikationen zur Hysterektomie kritisch beleuchten. Umso mehr, als dass die Hysterektomie zu den häufigsten gynäkologischen Operationen bei hauptsächlich gutartigen Erkrankungen (wie zum Beispiel Myomen, Endometriose und Gebärmutterprolaps) gehört.

Frühere Gefäßalterung bei Frauen?

Bisherige Erkenntnisse lassen eine unterschiedliche Blutgefäßbeschaffenheit und –funktion zwischen Frauen und Männern vermuten. Frauen haben im Durchschnitt nicht nur eine kleinere Gesamtkörpergröße, sondern auch kleinere Organe, einschließlich des Herzens, und folglich auch einen kleineren Durchmesser der arteriellen Blutgefäße, einschließlich der Herzkranzarterien. Selbst nach rechnerischer Anpassung an die Körperoberfläche bleibt dieser Unterschied unabhängig von der Körpermasse und -größe bestehen.

So ist nicht nur der mittlere arterielle Blutdruck, sondern auch der Pulsdruck, das heißt die Differenz zwischen dem oberen systolischen und dem unteren diastolischen Blutdruck bei Frauen über die Lebensspanne hinweg stärker erhöht als bei Männern. Beide Parameter sind ein Maß für die Dehnbarkeit (sogenannte Compliance) kleiner Arterien und lassen eine beschleunigte arterielle Versteifung und somit Gefäßalterung vermuten.

Im Zusammenhang mit der Gefäßversteifung wird auch die bei Frauen häufiger auftretende mikrovaskuläre Dysfunktion, das heißt eine Erkrankung der sehr kleinen Arterien (<0,5 mm Querdurchmesser) gesehen. Dieses bedeutet wiederum für das Herz, dass es aufgrund der schlechteren Durchblutung steifer wird und sich schlechter mit Blut füllt. Diese sog. diastolische Dysfunktion steigert das Risiko für eine Herzschwäche, auch wenn die Auswurfleistung noch normal ist.

Blutdruck bei Frauen – modernere Diagnostik und Therapie

Tatsächlich gibt es zwischen Männern und Frauen Unterschiede im Herz-Kreislaufsystem, die in frühen Jahren bereits messbar sind und dann früher oder später entsprechende Erkrankungen zur Folge haben.

Abgesehen davon sind die Ursachen für die unterschiedliche Ausbildung von Erkrankungen sind noch nicht schlussendlich geklärt. Bei allen Überlegungen zur Bedeutung der Hormone für den weiblichen Kreislauf, sollten wir uns immer darüber im Klaren sein, dass uns wahrscheinlich noch nicht alle geschlechtsspezifischen Risikofaktoren beim weiblichen Bluthochdruck bekannt sind. Darauf weist speziell der altersbezogene frühere Beginn des Blutdruckanstiegs bei Frauen hin.

Wir in der Cardiopraxis berücksichtigen geschlechts-spezifische Unterschiede zwischen Männern und Frauen systematisch, indem wir bei Frauen zum Beispiel nach Zeitpunkt im Ovarialzyklus, nach Zyklusunregelmäßigkeiten, der Einnahme von Verhütungsmitteln und dem Zeitpunkt der Menopause fragen. Dabei berücksichtigen wir auch die Ergebnisse von Hormonbestimmungen. Folglich können wir so Symptome und das Risiko bei Herz-Kreislauferkrankungen für Frauen geschlechts-spezifisch abschätzen, gezielte Hinweis geben und die Therapie individuell gestalten.

Literatur

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

COMT & MAO - Blutdruck, Herzrasen, Angst, Depression

Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Serotonin: Modulation durch COMT, MAO, Östrogen und Testosteron

Zu uns in die Cardiopraxis kommen täglich Menschen mit vielfältigen Symptomen, z.B. mit Herzrasen, Benommenheit bis hin zu Bewusstseinsverlust, schwankendem Blutdruck und Brustdruck. Diese Herz-Kreislaufsymptome sind häufig nicht so sehr Ausdruck einer eigenständigen Herz-Kreislauferkrankung, sondern viel mehr ein Hinweis darauf, dass etwas mit dem Gleichgewicht Ihres autonomen Nervensystems nicht stimmt.

Diese Störungen sind auch mit Veränderungen des Befindens und Verhaltens verbunden, z.B. auf der einen Seite mit innerer Unruhe, kreisenden Gedanken und Angst bis hin zu Panikattacken und auf der anderen Seite mit Antriebsarmut, Leistungsschwäche und Abgeschlagenheit bis hin zu Depressionen.

So haben wir es in der Cardiopraxis nicht einfach nur mit Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen zu tun, sondern mit Menschen, die im Kontext kardio-vaskulärer Störungen gleichzeitig auch von ihrem Verhalten individuell unterschiedlich sind. Diese Symptomkomplexe sind häufig Ausdruck der individuellen genetischen Prädisposition für die Bewältigung von Stresssituationen.

Die Stressreaktion von Menschen wird wesentlich bestimmt durch die aktivierenden Neurotransmitter

  • Dopamin
  • Noradrenalin
  • Adrenalin
  • Serotonin

Therapeutisch betrachtet bedeutet dieses, dass sich mit einer gezielten Modulation nicht nur die kardio-vaskulären Symptome, wie Bluthochdruck und Herzrasen verringern lassen, sondern dass sich gleichzeitig auch Befinden und Leistungsfähigkeit verbessern. Eine zentrale Bedeutung haben die abbauenden Enzyme für aktivierende Neurotransmitter: COMT (Catechol-O-Methyltransferase) und MAO (Monoaminooxidase).

COMT & MAO - Blutdruck, Herzrasen, Angst, Depression

“Fight-or-Flight”-Mechanismus – Grundlage für Stressreaktionen

Wenn wir uns mit aktivierenden Neurotransmittern beschäftigen, dann müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin sowohl bei Tieren als auch bei Menschen die schnelle Reaktion auf bedrohlichen Stress vermitteln.

Evolutionsbiologisch ist dieses schnelle Reaktionsverhalten für die Bewältigung einer physischen Bedrohung, z.B. einen körperlichen Angriff vorgesehen. Das Lebewesen muss dann sehr schnell entscheiden: Gegenangriff oder Flucht. Wir nennen diese schnelle, reflexartige Reaktion auch den “Fight-or-Flight”-Mechanismus. Diese Muster sind so tief in unserem unbewussten Verhalten verankert, dass wir sie nur begrenzt willkürlich steuern können.

Bei Menschen ist der “Fight-or-Flight”-Mechanismus die erste von 3 Stufen des allgemeinen Adaptationssyndroms bei Stress. Problematisch ist hierbei, dass diese Muster, die evolutionsbiologisch in erster Linie auf das Überleben bei körperlicher Bedrohung von außen ausgerichtet sind, auch in anderen nicht-lebensbedrohlichen Lebenssituationen aktiviert werden. Das hat dann häufig überschießendes und inadäquates Verhalten zur Folge haben, so z.B. im Straßenverkehr oder bei anderen sozialen Auseinandersetzungen. Kurzum, unser Reaktionssystem auf äußere Reize ist vor dem Hintergrund der zivilisatorischen Weiterentwicklung zu undifferenziert.

So bestimmen die Signal- und Stoffwechselwege der aktivierenden Neurotransmitter nicht nur unsere schnelle Reaktion in physischen Gefahrensituationen, sondern fundamental auch wesentlich andere Aspekte unseres Alltagsverhaltens, so z.B.

  • Wachheitszustand
  • Konzentrationsfähigkeit
  • körperliche und geistige Reaktionsgeschwindigkeit
  • Aggressionsverhalten
  • Sozialverhalten
  • Stimmung, Glück- und Zufriedenheit

In Verbindung mit den Hormonen Östrogen und Testosteron bestimmen die aktivierenden Neurotransmitter so zwischen 30-60% unserer Verhaltensweisen im Alltag. Allerdings gibt es bei der Stressreaktion zwischen den Menschen genetische Unterschiede.

Genetik von COMT und MAO – unterschiedliche Abbaugeschwindigkeiten von Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin

Die Catechol-O-Methyltransferase und die Monoaminooxidase, kurz COMT und MAO genannt sind die wichtigsten Enzyme beim Abbau von aktivierenden Neurotransmittern. Durch minimale genetische Veränderungen kann die Abbaugeschwindigkeit sich individuell von Mensch-zu-Mensch deutlich unterscheiden. Grundsätzlich kennen wir:

  • Low-COMT bzw. -MAO = langsamer Abbau
  • Intermediate-COMT bzw. -MAO = mittel-schneller Abbau
  • High-COMT bzw. -MAO = schneller Abbau

COMT, MAO und menschliches Verhalten

Die wissenschaftliche Literatur beschreibt fast ausschließlich Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Stoffwechselformen und menschlichem Verhalten bzw. psychiatrischen Erkrankungen. Dabei sind die Befunde z.T. nicht eindeutig, was nicht zuletzt daran liegt, dass auch Umweltfaktoren und damit auch die individuelle Biografie einen Einfluss auf Verhaltensmerkmale haben.

Nichtsdestotrotz ist es so, dass unsere individuellen genetischen Voraussetzungen jeweils eine fundamentale Voraussetzung zur unterschiedlichen Bewältigung unseres Alltags darstellen. Alleine schon der Zusammenhang zwischen den individuellen Voraussetzungen von Stressreaktionen und den Symptomen einer Stressreaktion, wie z.B. der Erhöhung von Herzfrequenz, Blutdruck und Blutfluss ist offensichtlich, da diese Mechanismen zu den Gesetzmäßigkeiten der Biologie von höheren Lebewesen gehören.

Auf der Grundlage der wissenschaftlichen Literatur berichten wir nachfolgend auch wesentlich über unsere eigenen inzwischen umfangreichen Erfahrungen bei der Bestimmung der Genpolymorphismen von COMT und MAO. Bitte berücksichtigen Sie, dass die Genetik des Neurotransmitterstoffwechsel einen Menschen nicht alleine erklären kann, sie bietet hier nur eine, wenn auch sehr wertvolle Orientierung.

Low-COMT – langsamer Abbau von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin

Menschen mit einer Low-COMT-Stoffwechsellage sind zunächst einmal im positiven Sinne besonders schwingungsfähig, was gerade bei Frauen mit einem normalen Ovarialzyklus in der ersten Zyklushälfte verstärkt ist. Sie sind freundlich, interagieren sozial stärker und sind eher glücklich, was nicht zuletzt erhöhten Dopaminspiegeln zuzuschreiben ist. Menschen mit Low-COMT sind häufig auch besonders kreativ.

Auf der anderen Seite ist es aber auch so, dass eine zu starke Ausprägung dieser Eigenschaft, z.B. als Folge eines erhöhten Östrogenspiegel sowohl bei der Frau (Hormontherapie, Übergewicht) als auch beim Mann (Übergewicht) negative Folgen haben kann. Das kann mit innerer Unruhe, kreisenden Gedanken und Angstgefühlen bis hin zu Panikattacken verbunden sein. Menschen mit Low-COMT-Konstellation sind typischerweise die Menschen, die sich eher Sorgen, nicht nur um sich, sondern auch um anderen Menschen machen. Diese Verhaltenskonstellation ist dann häufig mit Blutdruckschwankungen und schnellem Herzschlag verbunden. Auch Ohnmachtsanfälle können auftreten.

Ein deutlicher Hinweis auf eine Low-COMT Genetik bei der Befragung ist der Umstand, dass sich diese Menschen nach Ausdauersport ausgesprochen wohl und entspannt fühlen. Das entspricht voll und ganz der Physiologie des Menschen, weil durch Sport Neurotransmitter, und in diesem Fall Überschüsse abgebaut werden.

High-COMT – schneller Abbau von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin

Menschen mit High-COMT-Stoffwechsel sind in der Regel weniger schwingungsfähig. Das bedeutet im positiven Sinn, dass sie nicht so stark von Emotionen beeinflusst sind. Sie sind sachlicher und behalten auch in kritischen Lebenssituationen den Überblick, was durchaus ein großer Vorteil sein kann. Die Ursache für diese Verhaltensmuster ist, dass aktivierende Neurotransmitter, wie z.B. auch Noradrenalin und Adrenalin bei diesen Menschen schneller abgebaut werden.

Die High-MAO-Konstellation kann auch Probleme machen. So können Antrieb und Leistungsfähigkeit im Sinne eines echten biochemischen Burn-outs gestört sein. Wir sehen das besonders häufig bei Menschen mit zusätzlichem ausgeprägtem Mangel an Vitamin D. Bei Vitamin D Mangel, weil hier die Bildung von L-Dopa, dem Vorläuferhormon von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin kritisch verringert sein kann. Dieses kann sogar soweit führen, dass bei jüngeren Menschen fälschlicherweise ein Aufmerksamkeits-Defizit-Störung diagnostiziert wird.

Die High-COMT-Stoffwechsellage ist gerade bei jungen Männern mit dem Bedürfnis nach Risikosituationen, z.B. durch Fahrverhalten oder Extremsportarten, dem sog. verbundenen “Adrenalin-Kick” verbunden. Ein Umstand, der wesentlich dazu beiträgt, ist der ansteigende Testosteronspiegel in frühen Lebensjahren, denn Testosteron beschleunigt den Abbau von aktivierenden Neurotransmittern noch zusätzlich.

Da aktivierende Neurotransmitter eine Stoffwechsel-aktivierende Funktion haben, kann die High-COMT-Stoffwechsellage mit herabgesetztem Blutfluss im Sinne einer körperlichen Reaktion zur Konservierung von Körperwärme verbunden sein, was wiederum die Leistungsfähigkeit einschränkt. Kommen ausgleichende Mechanismen zur Wärmebildung im Sinne einer Stressreaktion hinzu, dann kann der Blutdruck steigen.

Low-MAO – langsamer Abbau von Serotonin

Menschen mit Low-MAO-Stoffwechsel sind im positiven Sinn des Wortes häufig reizbarer. Sie bemerken Dinge schneller und früher als andere Menschen. Dies ist nicht selten mit einer hohen geistigen Beweglichkeit und Kreativität verbunden.

Die Low-MAO-Konstellation kann auch negative Folgen der sinnlichen Überreizung haben, z.B. durch visuelle, akustische, taktile Einflüsse aber auch durch soziale Interaktionen. Gerade in unserer modernen Welt, die im Gegensatz zur Welt unserer Vorfahren, stark mit Reizen überladen ist, hat es der Mensch mit Low-MAO-Stoffwechsel schwerer als andere Menschen. Wenn Sie so wollen, dann ist der wachsame und reaktionsfreudige Low-MAO Mensch optimal für das Leben in einem an sich reizarmen Umfeld mit drohenden eher seltenen Gefahren, z.B. in einem Wald oder der Savanne geeignet.

Menschen mit Low-MAO reagieren im Alltag häufiger angespannt, ungeduldig und gereizt. Nicht selten versuchen sie Spannung, z.B. durch einen Power-Nap abzubauen oder ziehen sich sozial sogar zurück. Da Menschen mit Low-MAO eine sog. kurze Zündschnur haben, reagieren sie häufig bevor sie denken. Diese Impulsivität kann in Verbindung mit einer Überreizung ein gestörtes Sozialverhalten zur Folge haben.

Gerade der Zusammenhang zwischen Low-MAO-Genetik und Verhalten deutet darauf hin wie wichtig soziale Einflüsse sind. Die Dunedin-Studie hat bei Männern mit Low-MAO gezeigt, dass die Ausprägung von gewalttätigem Verhalten im Erwachsenenalter entscheidend davon abhängt, ob die Männer als Kinder misshandelt wurden oder nicht.

High-MAO – schneller Abbau von Serotonin

Menschen mit High-MAO-Stoffwechsel sind eher ruhige Menschen. Sie lassen sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen und sind daher im direkten sozialen Umgang umgänglich. Im Gegensatz zu den Low-MAO-Typen sind sie so bedächtiger, was auch mit einer sog. langen Zündschnur verbunden sein kann.

Bei der High-MAO-Konstellation besteht ein erhöhtes Risiko für depressive Verstimmungen bis hin zu Depressionen. Wir beobachten das vor allen Dingen in Kombination mit dem High-COMT-Stoffwechsel, also dann, wenn auch andere aktivierende Neurotransmitter verstärkt abgebaut werden.

Östrogen hemmt die Bildung von MAO (und COMT), so dass gerade bei Frauen um den Beginn der Menopause und den damit verbundenen rückläufigen Östrogenspiegel, MAO vermehrt gebildet wird. Das kann bei Frauen mit High-MAO das Risiko für Depressionen erhöhen.

COMT & MAO - Blutdruck, Herzrasen, Angst, DepressionKombinationen von COMT und MAO

Aus den oben genannten Stoffwechselwegen, Low, Intermediate und High können für COMT und MAO verschiedene Kombinationen gebildet werden. Die hieraus entstehenden 9 Möglichkeiten alleine erklären schon eine Heterogenität im Verhalten, ganz zu schweigen vom Einfluss der Hormone und der Ernährung.

Gerade Menschen mit extremen Kombinationen, d.h. mit “Low-COMT+Low-MAO” bzw. Mit “High-COMT+High MAO” sind aus unserer Sicht deutlich für Angstzustände bzw. Depression gefährdet. Sie bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit und müssen auf Maßnahmen der Vorbeugung hingewiesen werden.

Diagnostik, Beratung und Neurotransmitter

Die Genpolymorphismen von COMT und MAO können zuverlässig mittels Blutuntersuchung bestimmt werden. Dabei müssen immer auch die Hormone Östrogen und Testosteron sowie epigenetische Faktoren zur Bildung von COMT und MAO sowie die Ko-Faktoren des Neurotransmitterstoffwechsels im Blut gemessen werden. Eine isolierte Bestimmung von COMT und MAO ist immer unvollständig und ist daher in unseren Augen sinnlos.

Folglich können wir auf der Grundlage einer vollständigen Labordiagnostik individuelle Empfehlungen aussprechen. Durch die gezielte Modulation sei es durch Modifikation des Lebensstils, Anpassung von Medikamenten und individuellen Hinweisen zum Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln verbessern wir so nicht nur die Herz-Kreislaufgesundheit des individuellen Menschen. Wir können so auch gleichzeitig helfen das emotionale Befinden auszubalancieren.

Unser Ziel ist es Ihnen zu helfen ein gesünderes und selbstbestimmteres Leben zu führen. Wir können dieses nicht immer alleine tun, sondern stehen hier betreuenden Urologen, Frauenärztinnen und Psychiatern beratend zur Seite.

Nicht zuletzt ist es das fundamentale “Erkenne Dich selbst” durch das Verstehen der eigenen Biologie, welches Ihnen häufig hilft, besser mit sich und Ihrem Umfeld zurechtzukommen. Sie verstehen einfach besser, warum Sie in bestimmten Situationen anders reagieren als andere Menschen und lernen so besser mit sich selber und anderen Menschen versöhnlich umzugehen. Auch finden Sie über die Kenntnis Ihrer eigenen Neurotransmittergenetik besser zu Wegen, wie Sie Ihr Verhalten verändern können.

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Literatur

 

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Modulation von COMT und MAO durch Östrogen, Testosteron und Aromatase

Über die Enzyme Catechol-O-Methyltransferase (COMT) und die Monoaminoxidase (MAO) werden die aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin abgebaut. Dadurch haben diese beiden Enzyme nicht nur einen Einfluss auf Ihr Verhalten und Befinden, sondern auch auf Ihr Herz-Kreislaufsystem, zum Beispiel auf den Herzrhythmus und den Blutdruck.

Wir unterscheiden Menschen mit genetisch unterschiedlichen Varianten von COMT und MAO:

  • Low-COMT bzw. -MAO = langsamer Abbau
  • Intermediate-COMT bzw. -MAO = mittel-schneller Abbau
  • High-COMT bzw. -MAO = schneller Abbau

Die Bildung der COMT und MAO wird epigenetisch, das heißt direkt durch das An- und Abschalten von Genen entscheidend durch die Hormone Östrogen und Testosteron beeinflusst. Östrogen hemmt die genetische Bildung von COMT und MAO, Testosteron steigert sie.

COMT, MAO und Dopamin bei Frauen – normaler Ovarialzyklus und Pille

Östrogen hemmt die Bildung von COMT und MAO und STEIGERT so indirekt die Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

 

Besonders deutlich wird der Einfluss von Östrogen auf COMT und MAO bei Frauen mit einem normalen Ovarialzyklus. Dementsprechend zeigen sich in der Regel zum Teil sehr eindrucksvolle Unterschiede zwischen der 1. und der 2. Zyklushälfte.

In der Östrogen-dominierten 1. Zyklushälfte, d.h. vor dem Eisprung sind Frauen meistens aktiver, sozial offener und folglich glücklicher. Das ist wesentlich auf einen erhöhten Dopaminspiegel zurückzuführen, weil Östrogen über seine Wirkung auf COMT indirekt den Abbau von Dopamin hemmt. Die mit Östrogen und Dopamin verbundene positiven Ausstrahlung wird auch “Glow” (engl. Leuchten) genannt.

Der „Glow“ macht evolutionsbiologisch Sinn, da die 1. Zyklushälfte auf eine Befruchtung und damit auf die Herbeiführung einer Schwangerschaft ausgerichtet ist. Frauen in der 1. Zyklushälfte haben so für Männer eine höhere Anziehungskraft, während der “Glow” bei anderen Frauen eher Konkurrenzverhalten provoziert.

In der Progesteron-dominierten 2. Zyklushälfte, die ja auf eine mögliche Schwangerschaft ausgerichtet ist, tritt der “Glow” dann wieder in Hintergrund. Ursache ist hier eine Zunahme von Progesteron in Relation zu Östrogen. Progesteron verhindert indirekt die hemmende Wirkung von Östrogen auf die Bildung von COMT und MAO.

Kurzum, diese Zusammenhänge zwischen Östrogen und der verminderten Bildung von COMT bzw. MAO erklären die Veränderungen der Stimmung im Laufe des Ovarialzyklus. Östrogen hat einen somit entscheidenden Einfluss auf die Konzentration der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

Frauen, die zur Empfängnisverhütung die “Pille” nehmen, müssen sich darüber im Klaren sein, dass die “Pille” mit ihrem Progesteronanteil die 2. Zyklushälfte simuliert. Das bedeutet grundsätzlich, dass gute Stimmung, Gefühle von Glück und eine gute Ausstrahlung weniger wahrscheinlich sind, als wenn sie die Pille nicht nehmen würden.

COMT, MAO und Dopamin bei Frauen – Schwangerschaft und Wochenbettdepression und Menopause

Während der Schwangerschaft sind nicht nur die Progesteron-, sondern auch die Östrogenwerte deutlich, zum Teil um ca. das 30-fache erhöht. Das bedeutet, dass Frauen sich in der Schwangerschaft meistens glücklicher fühlen. Inwieweit hier Unterschiede bestehen, wenn eine Frau mit einem Jungen oder einem Mädchen schwanger ist, ist uns noch unklar.

Veränderungen des Hormonstatus um die Geburt herum, vor allen Dingen der Östrogen-Sturz mit Beendigung der Schwangerschaft, erhöhen das Risiko für eine peripartale Depression, die in 10-16% aller Geburten vorkommt. Nach der Geburt nennen wir diese Form der Depression eine Wochenbettdepression.

Aus unserer Sicht sind schwangere Frauen, die von vorneherein genetisch bedingt einen gesteigerten Abbau von aktivierenden Neurotransmittern aufweisen, vor allen Dingen solche mit High-COMT- und High-MAO-Genpolymorphismus für eine Wochenbettdepression besonders gefährdet. Diese Annahme wird indirekt auch durch wissenschaftliche Daten gedeckt, die belegen, dass Frauen, die vor der Schwangerschaft eine depressive Episode hatten, ein doppelt erhöhtes Risiko für eine Wochenbettdepression haben.

In Kenntnis der Genpolymorphismen für COMT und MAO können bei Frauen, die ein erhöhtes Risiko für Wochenbettdepression haben, frühzeitig noch während der Schwangerschaft Vorkehrungen getroffen werden, die dann nach der Geburt durchgeführt werden, um die Depression zu verhindern.

Sofern kein Stillwunsch besteht, kann über eine vorübergehende Östrogensubstitution nach Beendigung der Schwangerschaft nachgedacht werden. Vitamin D sollte in höheren Dosen von 40.000 bis 60.000 Einheiten pro Woche gegeben werden. Vitamin D steigert indirekt über eine epigenetische Induktion der Tyrosin-Hydroxylase die Bildung von Dopamin. Angestrebt werden sollten Vitamin D Talspiegel im Blut von 50-80 µg pro l. Auch die spezifische vorübergehende Gabe von Antidepressiva muss erwogen werden. Folglich ist eine eine enge Abstimmung zwischen der schwangeren Frau, Geburtshelfer, Frauenarzt, Spezialisten für Neurotransmittern und auch einer Psychiaterin bzw. einem Psychiater erforderlich.

COMT, MAO und Dopamin bei Frauen – Menopause bei High-COMT und/oder High-MAO

Mit der Menopause um das 50. Lebensjahr nimmt die Hormonbildung in den Eierstöcken ab, Östrogen und Progesteron werden dann hier kaum noch gebildet. Das erhöht gerade bei Frauen mit einer hohen Abbaurate von Neurotransmittern (High-COMT, High-MAO) das Risiko für Depressionen. Auch hier kann die Substitution von Hormonen und Vitamin D in Erwägung gezogen werden.

Gerade bei Wechseljahresbeschwerden könne wir diese durch die Gabe von Östrogen lindern, was folglich auch die allgemeine Stimmung hebt. Da mit steigendem Alter, und gerade bei Frauen ab der Menopause das Risiko, zum Beispiel für Gebärmutterkrebs grundsätzlich erhöht ist, sollte nie die alleinige Gabe von Östrogen über einen längeren Zeitraum stattfinden. Daher wird immer eine Kombination aus Östrogen und Progesteron gegeben.

Allerdings sollte bei einem hormonellen Ansatz zur Modulation einer Depression bei Frauen mit High-COMT bzw. High-MAO darauf geachtet werden, dass die Relation zugunsten der Östrogendosis so ausbalanciert ist, dass der gewünschte Effekt eintritt. Dabei spielt in der Regel das Gleichgewicht meistens eine größere Rolle als die absolute Menge an zugeführtem Östrogen.

COMT, MAO und Dopamin bei Frauen – Menopause bei Low-COMT und/oder Low-MAO

Auf der anderen Seite ist es so, dass Frauen die als genetische Voraussetzung einen Low-COMT Stoffwechsel aufweisen, die Menopause als durchaus als angenehm empfinden. Durch den abfallenden Östrogenspiegel werden überschüssige aktivierende Neurotransmitter besser abgebaut. Folglich können kreisende Gedanken, innere Unruhe und Angstgefühle besser beherrschbar werden bzw. verschwinden. Erfahrene Frauenärztinnen bzw. -ärzte wissen das sehr genau.

Wir beobachten auch, dass gerade Frauen mit Low-COMT Genpolymorphismus den “Glow”, das heißt die positive Ausstrahlung, die üblicherweise in der 1. Zyklushälfte vor der Menopause regelmäßig auftritt, gewissermaßen in die Postmenopause „hinüberretten“. Kurzum, Frauen mit Low-COMT Genpolymorphismus behalten in der Postmenopause häufig eine jugendlichere Ausstrahlung.

Wenn in den Wechseljahren bei einer Frau mit Low-COMT Genpolymorphismus eine Hormontherapie, zum Beispiel zur Behandlung von Hitzewallungen erwogen wird, dann müssen wir übrigens besonders vorsichtig vorgehen. Aus Erfahrung wissen wir, dass in einem solchen Fall ein Übermaß an Östrogen Angst und Panikattacken provozieren kann. Deshalb ist es sinnvoll, wenn in solchen Fällen das Gleichgewicht von Östrogen und Progesteron mehr zu Gunsten von Progesteron ausbalanciert wird.

COMT und MAO bei Männern – Testosteron

Testosteron steigert die Bildung von COMT und MAO und SENKT so indirekt die Konzentration der Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin.

Männer gelten im Vergleich zu Frauen zunächst einmal als weniger schwingungsfähig, das heißt weniger emotional. Das kann im Sozialverhalten auch mit weniger Empathie verbunden sein. Dieses hat sicherlich auch damit zu tun, dass Testosteron bei Männern grundsätzlich gerade im jungen und mittleren Lebensalter indirekt bewirkt, dass die aktivierenden Neurotransmitter vermehrt abgebaut werden.

Gerade die Kombination aus High-COMT und High-MAO kann in Verbindung mit höheren Testosteronspiegeln im jüngeren und mittleren Lebensalter zu Risiko-affinem Verhalten führen. Um sich den “Adrenalin-Kick “ zu geben, tun dann Männer zum Teil waghalsige Dinge, zum Beispiel bei Mutproben, im Straßenverkehr und bei den beliebten Extremsportarten.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Männer (und Frauen) mit einem gesteigerten Abbau von aktivierenden Neurotransmittern gerade bei High-COMT eher depressionsgefährdet sind. Vor allen Dingen sollten diese Männer im Umgang mit der medikamentösen Zufuhr von Testosteron vorsichtig sein, da Testosteron den vorbestehenden High-COMT Stoffwechsel verstärkt und so depressive Verstimmungen provozieren kann.

COMT und MAO  – Testosteron und Östrogen im Verlauf des Lebens

Schließlich nehmen mit zunehmendem Lebensalter, ungefähr zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr beim Mann die Testosteronspiegel und bei der Frau die Östrogenspiegel jeweils ab. Das führt gewissermaßen dazu, dass bei Frauen die Schwingungsfähigkeit ab- und beim Mann zunimmt. Folglich werden Frauen grundsätzlich eher emotional schwingungsärmer und Männer schwingungsfähiger.

Folglich kann die Abnahme von Testosteron mit zunehmendem Lebensalter bei Männern durchaus mit einem Mehr an Empathie verbunden sein. Kompliziert wird das aber dadurch, dass gerade bei Männern mit Low-MAO Genpolymorphismus die Reizbarkeit steigen kann, was aufgrund von Überreizung mit frühzeitiger Erschöpfung, latent aggressivem und sozialvermeidendem Verhalten in späteren Lebensjahren verbunden sein kann.

COMT und MAO bei Männern – Aromatase

Eine besondere Bedeutung bei der Bildung von Östrogen, und damit auch für die Steuerung COMT und MAO hat die Aromatase. Das Enzym Aromatase bewirkt die Umwandlung von Testosteron in 17ß-Östradiol auch außerhalb der Eierstöcke bzw. der Hoden. Wir haben es hier sowohl mit quantitativen und als auch einem qualitativen Aspekt zu tun.

Die quantitative Bedeutung der Aromatase erschließt sich über den hohen Gehalt an Aromatase im Fettgewebe. Das Bauchfett ist der Hauptort bei der extragonadalen Bildung des 17ß-Östradiols, d.h. außerhalb der Eierstöcke bzw. der Hoden. Kurzum, je mehr Bauchfett, desto mehr 17ß-Östradiol. Ebenfalls erkennen wir das immer wieder recht deutlich durch die hohen Östrogenspiegeln bei übergewichtigen Männern. So hat Übergewicht auch bei Männern über eine Östrogen-vermittelte Verringerung von COMT und MAO einen deutlichen Einfluss auf das emotionale Befinden und den Kreislauf.

Qualitativ betrachtet müssen wir wissen, dass es für die Bildung der Aromatase, auch CYP19A1 (Cytochrom P450 19A1) genannt genetische Varianten gibt, die zu einer gesteigerten Bildung von 17ß-Östradiol beitragen. Dieser “fast metabolism”, auch „High-Aromatase“ genannt hat nicht nur bei einer gesteigerten Bildung von 17ß-Östradiol unabhängig von der Menge an Bauchfett eine Relevanz, sondern auch bei der Verstoffwechselung von medikamentös zugeführtem Testosteron (Gel, Injektion) eine Bedeutung. Folglich wird bei den “fast metabolizern” das zugeführte Testosteron schnell und im Übermaß in 17ß-Östradiol umgewandelt.

Über die genetisch bedingte unterschiedliche Stoffwechselgeschwindigkeit der Aromatase erklären sich auch Einflüsse auf die Abbaugeschwindigkeiten von COMT und MAO: je schneller die Aromatase und damit die Östrogenproduktion, desto langsamer ist aufgrund der Östrogenhemmung der Abbau von aktivierenden Neurotransmittern über COMT und MAO.

Sonderfall – Abbau von Östrogen über COMT

Bei der Bewertung von Östrogen sollte auch berücksichtigt werden, dass Östrogen zum Teil selber von COMT abgebaut wird. Folglich wird gerade bei Frauen mit Low-COMT Metabolismus der Verstoffwechselung von aktivierenden Neurotransmittern über 2 Wege gestört, einmal über die epigenetische Hemmung der Bildung von COMT und zusätzlich auch über die zusätzliche Belastung des geschwächten Enzymweges durch Östrogen.

Zudem ist die Konstellation aus “Low-COMT+High-Aromatase“ gewissermaßen ein sich selbst verstärkender Prozess, eine positive Feed-back Schleife. Das kann daher nicht nur über eine Steigerung der aktivierenden Neurotransmitter, sondern auch durch die Nebenwirkungen von Östrogen unabhängig vom Neutransmitterstoffwechsel zu erheblichen gesundheitlichen Konsequenzen führen. Schließlich ist ein Zusammenhang zwischen diesen Mechanismen und Autoimmunerkrankungen, die ja in circa 80% der Fälle bei Frauen vorkommen, denkbar.

Ferner interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Progesteron-sensitive Akne. Viele, gerade junge Frauen haben eine Akne, die mit Einnahme der Pille, d.h. einem Übergewicht an Progesteron gut beherrschbar wird. Wir haben hier den deutlichen Eindruck, dass die Kombination aus „Low-COMT+High Aromatase“ eine Rolle spielt. 

Therapeutischer Nutzen COMT und MAO – Frauenarzt, Urologe, Psychiater und Kardiologe

Wie durch die Ausführung deutlich wird, macht eine isolierte Bestimmung von COMT und MAO dementsprechend wenig Sinn. Schließlich erlaubt nur die Zusammenschau der Genpolymorphismen für COMT beziehungsweise MAO in Verbindung  mit dem individuellen Hormonstatus und  den Ko-Faktoren der einzelnen Enzyme sinnvolle therapeutische Entscheidungen.

Von besonderem therapeutischem Nutzen sind die Kenntnisse zum Stoffwechsel der aktivierenden Neurotransmitter für die medizinischen Fachgebiete, die sich mit emotionalen, Hormon-abhängigen und Herz-Kreislauf-bezogenen Störungen auseinandersetzen, kurzum für Psychiater, Gynäkologen, Urologen und Herz-Kreislaufmediziner. Dementsprechend wird für die betroffenen Menschen eine gezieltere und damit bessere Behandlung möglich. Folglich können Menschen mit bestimmten Symptomen können besonders profitieren:

  • innere Unruhe, zum Beispiel kreisende Gedanken, Angst bis hin zu Panikattacken
  • depressive Verstimmung bis hin zu Depressionen
  • Herzrhythmusstörungen, zum Beispiel Herzrasen, Herzstolpern
  • Blutdruckerhöhungen, beispielsweise auch stark schwankender Blutdruck

Wir wissen, dass auch für Ärztinnen und Ärzte die Zusammenhänge zwischen aktivierenden Neurotransmittern, COMT und MAO in Beziehung zu den Hormonen Östrogen und Testosteron einschließlich der Ko-Faktoren zunächst nicht einfach zu verstehen sind. Die Mühe lohnt sich allerdings, denn wir haben in der Cardiopraxis gelernt, dass wir die Menschen einfach so besser kennen und die Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen individueller ausrichten können.

Literatur für alle

Literatur zu Aromatase

Literatur zu Verhaltensbiologie

Literatur zu Schwangerschaft

Literatur zu Östrogen und Testosterone

 

 

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Covid-19 prognose

Corona – CoronaFuturum-Prognoserechner für den Verlauf der COVID-19 Virusepidemie

Wir stellen Ihnen den CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19 vor. Es handelt sich um einen Corona Ticker für den Verlauf der COVID-19 Virusepidemie.

Alle Modelle sind falsch, aber einige sind nützlich. (George Box)

CoronaFuturum – Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Kurzeinfführung

Die Ausbreitung des des COVID-19 Virus entwickelt sich  zeitweise einer Exponentialfunktion.

Wir haben uns daher als erstes gefragt:

  • “Wie sieht der Verlauf der COVID-Infektion in den nächsten 10 Tagen aus?”
  • “Wie können wir erkennen, ob die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-10 Virusepidemie greifen?”

Folglich haben wir für jedes Land eine landespezifische SOLL-Kurve für den natürlichen Verlauf der Virusepidemie abbildet. Grundlage sind der landesspezifische anfängliche Kurvenverlauf und der damit verbundenen Ansteckungsrate pro infizierte Person. Diese stellen wir den tatsächlichen Fallzahlen, dem IST-Verlauf gegenüber, um einen Eindruck zu gewinnen, ob die getroffenen Maßnahmen greifen oder nicht. Diese Daten finden Sie unter „Anpassung Exponentialfunktion“.

Als nächstes haben wir uns gefragt:

  • „Wann wird der Höhenpunkt der Krise erreicht sein und wie klingt sie ab?“

Zu diesem Zweck haben wir das SIR-Modell für Sie entwickelt.

Darüber hinaus finden Sie noch weitere interessante Aufarbeitung der Zahlen, die wir aus offiziellen Quellen täglich mehrmals aktualisieren.

Unser Ziel ist es Ihnen Planungssicherheit für die mittelfristige Zukunft zu verschaffen. Dabei ist zu beachten, dass es sich hier um eine einfache statistische Anpassung handelt. Dementsprechend sagen wir nicht, dass die realen Fallzahlen immer weiter einer Exponentialfunktion folgen werden. Vielmehr erwarten wir, dass die IST-Kurve der tatsächlichen Fallzahlen von den exponentiellen SOLL-Zahlen mit Greifen der Maßnahmen der Eindämmung nach unten abweichen wird (siehe auch China).

Die Benutzung des COVID-19-Rechners erfolgt auf eigenes Risiko.

Prognose der COVID-19 Virusepidemie – statistisch abbildbar?!

Die COVID-19 Virusinfektion ist eine entzündliche Erkrankung, die sich durch Ansteckung verbreitet. Folglich gehen wir davon aus, dass in der normalen sozialen Gemeinschaft pro Virusträger 2-3 weitere Menschen angesteckt werden. Damit folgt die COVID-19 Virusinfektion mathematischen Gesetzmäßigkeiten. Auf dieser Grundlage haben wir für Sie den CoronaFuturum-PrognoseRechner mit grafischer Darstellung der Erkrankung im Zeitverlauf sowohl für Deutschland als auch für andere Länder erstellt.

Man muss Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher. (Albert Einstein)

Prognose bedeutet in diesem Fall, dass wir über einen begrenzten Zeitraum von bis zu 10 Tagen die Anzahl der infizierten Menschen in der Zukunft relativ sicher abschätzen können. Der CoronaFuturum-PrognoseRechner für die COVID-19 Virusepidemie greift täglich auf die offiziellen Zahlen der Epidemie zu und hat sich bisher als erstaunlich zuverlässig erwiesen.

Darüber hinaus können wir über durch die Abweichung der tatsächlichen Ist-Werte vom statistischen Soll-Wert einen Hinweis darauf erlangen, wann die Infektion durch Maßnahmen der Hygiene beherrscht wird.

Ohne Frage, das Leben mit einer potentiell tödlichen Virusepidemie ist nicht einfach. Wir wissen allerdings auch, dass diese Virusepidemie zu Ende gehen wird. Durch klares Denken und strukturiertes Handeln eines jeden Einzelnen von uns im Kontext des sozialen Miteinanders können wir selber die Epidemie für uns alle frühzeitig beenden.

Unser Hauptziel ist es daher, Ihnen Sicherheit im Umgang mit sich selbst und anderen Menschen zu geben, so dass Sie Ihren Alltag besser planen können.

Eine schwere Virusepidemie kann nur durch soziales Handeln eines jedes Einzelnen in der Gemeinschaft beherrscht werden. (Franz Imhäuser)

CoronaFuturum-Prognoserechner – Warum eigentlich?

Der Prognoserechner beantwortet 2 unserer wichtigsten Fragen bei der COVID-19 Virusepidemie, die einen wesentlichen Einfluss auf unser Verhalten im Alltag haben werden:

  • Wie lange dauert die COVID-19 Epidemie noch?
  • Wann können wir mit Ende der COVID-19 Virusepidemie rechnen?

Dauer der Virusepidemie. So lange der Verlauf der tatsächlichen Anzahl der Infektionsfälle dem statistischen Sollwert entspricht, so lange müssen alle Maßnahmen der Hygiene, vor allen Dingen, die der Selbstisolation von Gesunden streng eingehalten werden.

Ende der Virusepidemie. Ist ein Ende der Epidemie abzusehen, dann müssen Sie die offiziellen Vorgaben zu Maßnahmen der Hygiene weiter befolgen, denn schließlich haben diese ja zum Erfolg geführt. Allerdings erlangen Sie für eine zu erwartende Entspannung der Infektionslage Planungssicherheit. Dieses ist gerade für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wichtig.

Corona Ticker – Spontanverlauf der Corona-Virusinfektion – exponentieller Anstieg der Erkrankungsfälle

Würden bei der COVID-19 Epidemie keine Gegenmaßnahmen ergriffen, dann würde die Zahl der Erkrankten exponentiell steigen. Exponentiell bedeutet einen sehr steilen Anstieg der Erkrankungsfälle pro Zeit.

Eine exponentielle Steigerung der Erkrankungsfälle bedeutet auch, dass die Sterbefälle in absoluten Zahlen, aber auch prozentual steigen kann. Die Sterblichkeit bei einer COVID-19 Virusinfektion beträgt bei optimaler medizinischen Versorgung 2,0-3,5%.

Der häufigste Grund für das Versterben an einer COVID-19 Infektion ist die schwere Lungenentzündung. Optimale medizinische Versorgung bedeutet folglich vor allen Dingen auch, dass genügend Intensivbetten mit der Möglichkeit einer künstlichen Beatmung zur Verfügung stehen. Stehen nicht genügend Beatmungsplätze zur Verfügung, dann steigt die Sterblichkeit an einer COVID-19 Virusinfektion.

Kurz zusammengefasst, sind die Kapazitäten der Intensivstation ausgelastet und alle Beatmungsplätze sind belegt, dann tritt eine kritische Versorgungssituation mit einem Anstieg der Sterblichkeit ein. Das ist das eigentliche Problem der COVID-19-Virusepidemie.

Corona Ticker – Vorbeugende Maßnahmen bei Corona-Virusinfektion – Abflachung der Exponentialkurve

Experten gehen von einer Virusinfektion mit COVID-19 bei 60-70% der Bevölkerung der deutschen Bevölkerung aus. Die allermeisten Fälle, d.h. ca. 80-85% werden so verlaufen, dass ein Krankenhausaufenthalt nicht notwendig werden wird. Allerdings werden 15-20% der Fälle schwer verlaufen, so dass ein Krankenhausaufenthalt bis hin zur intensivmedizinischen Betreuung erforderlich werden kann.

Damit nicht alle Menschen in einem engen Zeitfenster infiziert sind, muss die gleichzeitige Ansteckung vieler Menschen vor allen Dingen durch Maßnahmen der Selbstisolation von Gesunden verhindert werden. Dieses würde eine Abflachung der oben beschriebenen Exponentialkurve bedeuten. Folglich hätte das medizinische System genügend Kapazitäten, um alle Erkrankten zu versorgen; die Sterblichkeit läge “nur” bei 2,0-3,5%.

Schaffen wir es nicht die Ist-Kurve gemeinsam abzuflachen, dann ist mit einer deutlich höheren Sterblichkeit der COVID-19-Epidemie zu rechnen.

Corona -Was ist exponentielles Wachstum?

Exponentielles Wachstum ist nicht intuitiv verstehbar. Wir Menschen denken linear, d.h. wir denken dass Veränderungen kontinuierlich mit derselben Geschwindigkeit zu- oder abnehmen. Bei der exponentiellen Veränderung nimmt die Geschwindigkeit mit der Zeit zu oder ab. Exponentiell bedeutet also am Anfang langsam und dann immer schneller.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Kurzum, stellen Sie sich vor, wir geben um 11 Uhr in ein leeres Glas ein Virus, das sich jede Minute vermehrt (Glas 1). Um 11:01h haben wir also zwei Viren in dem Glas (Glas in der Mitte) und noch eine Menge Platz. Eine Minute später sind es bereits vier Viren, dann acht, dann 16 dann 32 und jetzt sind gerade fünf Minuten vergangen.

Kommen wir um 11:59h wieder und betrachten unser Glas so ist es erst halb voll (Glas rechts). Man könnte meinen es ist noch viel Zeit. Jedoch bereits eine Minute später, um 12:00h ist das Glas voll! Ganze 59 Minuten lang sah es so aus als wäre noch viel Platz und viel Zeit. In der Rückschau sieht man jedoch das deutlich, exponentielle Wachstum (Kurve unten).

Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Corona-Virusepidemie – exponentielles Wachstum vs. Heilung?

Wie ist diese Situation auf Covid-19 übertragbar? Nun wir wissen nicht wann das Glas voll sein wird. Aber wir können schätzen wie schnell sich der Virus verdoppelt. Betrachten wir das Beispiel China in der folgenden Graphik.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Die gepunktete Linie sind die gesamten Fallzahlen, der grüne Balken die „Geheilten“ und der schwarze die Verstorbenen. Man sieht deutlich, dass die gepunktete Linie abfällt und weit weg von der geschätzten exponentiellen roten Linie abweicht. China scheint kein exponentielles Wachstum mehr zu haben.

Die violette Linie (Heilungsquotient) zeigt schließlich auf der rechten Achse die prozentuale Anzahl derer die den Virus hatten im Verhältnis zur Gesamtzahl an. Je höher dieser Wert umso gesunder ist die Bevölkerung.

Betrachten wir nun Deutschland. Anfangs hatten wir die Münchener Fälle, die sich wieder erholt hatten, das erklärt den „Ausschlag“ dieser violetten Linie. Vergleicht man nun die rote Vorhersage eines geschätzten exponentiellen Modells mit den gepunkteten tatsächlichen Fallzahlen, so sieht es wie bei dem Gläserbeispiel aus. Wir befinden uns im Moment im exponentiellen Wachstum der Fallzahlen.

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

Nun geht die rote Vorhersagekurve hier weiter als das Datum der Fallzahlen. Wir können eine Vorhersage über die kommenden Fälle machen, solange wir uns auf der „Soll“-Kurve befinden. Im Titel wird hierzu die Güte der Schätzung (R²) angegeben, je höher dieser Wert (maximal 100%), umso besser passt eine exponentielle Funktion auf die Fallzahlen.

Folglich handelt sich hier lediglich um die Modellierung eines exponentiellen Modells und keine epidemiologische Simulation. Da aber die täglich gemeldeten Fallzahlen nur ein Blick in den Rückspiegel sind, bei einer durchschnittlichen Inkubationszeit von fünf Tagen und einer Testdauer von etwa zwei Tagen ist die Zahl der aktuell Infizierten eher an der Vorhersagekurve in einer Woche ablesbar.

Tun Sie, was Sie können, mit dem, was Sie haben, wo Sie sind. (Theodore Roosevelt)

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19 – Maßnahmen zur Begrenzung der COVID-19 Virusepidemie

Die wichtigste Maßnahme zur Beherrschung einer schweren Virusepidemie ist neben der Handhygiene die Selbstisolation von (vermeintlich Gesunden). Seien Sie in Ihrem sozialen Umfeld ein Vorbild.

  • bleiben Sie zu Hause
  • Haus nur verlassen, um einzukaufen, falls verfügbar nutzen Sie Lieferdienste
  • kein physischer Kontakt mit Verwandten und Freunden außerhalb des eigenen Haushaltes
  • berufliche Aktivität möglichst von zu Hause aus

Neben einer Verringerung der Ansteckungsrate zeigen Sie so auch soziale Verantwortung für Ihr soziales Umfeld. Folglich macht es keinen Sinn, wenn in einem sozialen Cluster alle gleichzeitig krank werden. Schließlich müssen die Gesunden die Kranken mit Lebensmitteln versorgen.

Seien Sie in Ihrer sozialen Gemeinschaft ein konstruktives Mitglied und gehen Sie mit gutem Beispiel voran.

Man führt nicht, indem man den Leuten zeigt und ihnen sagt, wo sie hingehen sollen. Man führt, indem man zu diesem Ort geht und einen Standpunkt vertritt. (Ken Kesey)

Corona Ticker – Hier geht es zum CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

CoronaFuturum-Corona Prognose-Rechner für COVID-19

 

 

 

 

 

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Früherkennung COVID-19

Früherkennung einer COVID-19 Virusinfektion: Stellenwert von Fieber, Herzfrequenz, Blutdruck, Husten & Luftnot

Die Früherkennung einer COVID-19 Virusinfektion (Corona) hat eine wesentliche Bedeutung für die eigene, aber auch für die Gesundheit von Mitmenschen. Bei der derzeitigen Corona-Pandemie ist es sinnvoll, wenn Sie bei sich selbst eine Virusinfektion erkennen – bevor es zu subjektiven Symptomen kommt. Dieses macht vor allen Dingen Sinn, weil:

  • Sie können frühzeitig ärztliche Hilfe aufsuchen
  • Sie können sich selbst isolieren, um Mitmenschen vor Ansteckung zu schützen

Tun Sie, was Sie können, mit dem, was Sie haben und wo Sie sind. (Theodore Roosevelt)

Wir stellen Ihnen hier Hinweise vor, die Ihnen dabei helfen können, eine Virusinfektion frühzeitig zu erkennen – somit auch eine Infektion mit COVID-19 (Corona).

Die Methoden basieren wesentlich auf wissenschaftlichen Untersuchungen und eigenen Erfahrungen. In der Cardiopraxis bestimmen wir als Teil der unblutigen Kreislaufmessung jährlich über 2.000 Mal die Körpertemperatur und haben auch umfangreiche Erfahrungen mit der Diagnose von Lungenerkrankungen.

Dabei decken wir immer wieder Zusammenhänge auf, die zur Diagnose von entzündlichen Erkrankungen führen. Wir halten es daher für sinnvoll, Ihnen unsere Erfahrungen in Verbindung mit den aktuellen Daten zur Virusepidemie durch COVID-19 mitzuteilen. Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Informationen für Sie medizinisch wertvoll sind.

Vorab, Sollten Sie im Fall einer Virusepidemie mit schweren Krankheitsverläufen, die über die Gefährlichkeit der normalen Influenza hinausgeht, den begründeten Verdacht haben, dass Sie z.B. Träger des COVID-19-Virus sind, dann müssen Sie allen Verhaltensmaßregeln der lokalen Gesundheitsämter bzw. des Bundesministeriums für Gesundheit und des Robert-Koch-Institut folgen.

Ziel des Beitrags ist es folglich nicht, dass Sie selbst eine Erkrankung diagnostizieren oder ausschließen, sondern, dass Sie Frühzeichen erkennen und wachsam sind, um das Richtige zu tun, indem Sie sich professionellen ärztlichen Rat holen.

Früherkennung einer COVID-19

Symptome der COVID-19 Virusinfektion bei Erstdiagnose

Symptome der COVID-19 Virusinfektion bei der Erstdiagnose sind aufgrund der bisherigen Erhebungen bei Menschen mit positivem Virustest von der WHO zusammengestellt worden.

Die Symptome sind unspezifisch, d.h. wir kennen sie auch von anderen Erkrankungen im Allgemeinen und auch von anderen Viruserkrankungen im Speziellen. Hinzu kommt, dass deutlich merkbare Symptome bei COVID-19-Infektion sehr spät, d.h. auch nach einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen auftreten können. In dieser Zeit hat das Virus sich in Ihrem Körper bereits so vermehrt, dass sich beginnende kritische Störungen der Körperfunktion bemerkbar machen können. In der Inkubationszeit besteht bei COVID-19 Infektion ein erhöhtes Risiko, dass Sie Menschen anstecken. Derzeit geht man davon aus, dass ein Virusträger zwei bis drei weitere Menschen infiziert.

Auffällig ist, dass bei der Diagnose COVID-19 Infektion Fieber mit 87,9% und trockener Husten mit 67,7% die mit Abstand häufigsten Symptome sind. Das entspricht dem Mechanismus einer Infektion mit absteigender Ausbreitung des Virus vom Mund-Rachenraum über die Bronchien bis tief in das Lungengewebe. Erst wenn im Lungengewebe der Gasaustauch von Sauerstoff bzw. Kohlendioxid durch die Pneumonie kritisch gestört und die Atemarbeit durch vermehrte Wasseransammlung erhöht ist, dann treten Symptome der Luftnot auf. Das erklärt auch, warum Kurzatmigkeit bei Erstdiagnose der COVID-19 Virusinfektion lediglich bei knapp 20% der Menschen vorkommt.

Virusinfektion: Die Inkubationszeit

Die Inkubationszeit, d.h. die Phase von der Infektion bis zum ersten Auftreten von Symptomen und damit dem eigentlichen Krankheitsbeginn, ist ein kritischer Zeitraum, weil:

  • vermeintlich gesunde Menschen andere Menschen schon anstecken können
  • eine erhöhte Anfälligkeit für andere Infektionserkrankungen besteht
  • die Zeit bis zum Aufsuchen ärztlicher Hilfe hinausgezögert wird

Besonders müssen wir hervorheben, dass zwischen 66% und 75% aller Ansteckungen durch Personen erfolgt, die sich noch in der symptomfreien Inkubationszeit befinden. Zwei Tage vor dem Auftreten von Symptomen ist die Ansteckungsgefahr am höchsten.

Nach aktuellem Stand beträgt die offizielle max. Inkubationszeit bei COVID-19 ca. 14 Tage. In Ausnahmefällen sind Inkubationszeiten bis 21 Tage beobachtet worden. Das bedeutet, wer nach Kontakt mit einem COVID-19 Träger bis dahin keine Symptome hatte, gilt nicht als Träger des Virus.

Die mittlere Inkubationszeit von COVID-19 liegt bei 5,2 Tagen, d.h. 50% der Menschen, die sich infiziert haben, weisen nach 5,2 Tagen eines oder mehrere der oben genannten Symptome auf. Nach 12,5 Tagen haben 95% aller Erkrankten Symptome entwickelt.

Die Inkubationszeit bis zum Auftreten von Symptomen bietet eine Chance, denn frühzeitiges Erkennen kann Komplikationen der Viruserkrankung bei einem selbst abmildern bzw. anderen Menschen verhindern.

Früherkennung COVID-19

Virusinfektion – Messung und Grundlagen bei der Messung der Körpertemperatur

Die genaueste und einfachste Methode zur frühzeitigen Erfassung einer beginnenden Virusinfektion ist die regelmäßige Bestimmung Ihrer Körpertemperatur. Sie steigt hochwahrscheinlich schon vor dem Einsetzen von Symptomen an. Dieses wird gerade durch die Häufigkeit von Fieber bei der Erstdiagnose einer COVID-19 Infektion in 87,9% der Fälle deutlich.

Auch wenn die Viruslast in Ihrem Körper noch gering ist, d.h. während der Inkubationszeit, beginnt Ihre Körpertemperatur als Folge der Immunabwehr zu steigen. Der Anstieg der Körpertemperatur als Reaktion auf eine sich ausbreitende Infektion ist kein plötzliches Ereignis. In der Regel zeichnet sich der Anstieg der Körpertemperatur durch einen mehr oder weniger langsamen Beginn aus, und das bevor wir definitionsgemäß von Fieber sprechen. Das muss folglich nicht bedeuten, dass Sie in der Inkubationszeit Fieber haben. Relevante Anstiege der Körpertemperatur im Normalbereich bis 37,5 0C können hier schon ein erstes Zeichen der ablaufenden Infektion sein.

Früherkennung COVID-19

Virusinfektion: Messung Körpertemperatur

Messen Sie die Basaltemperatur, d.h. die Körpertemperatur unmittelbar nach dem Aufstehen am Morgen.

Nutzen Sie am besten ein Ohrthermometer mit richtiger Messtechnik. Messen Sie 3x hintereinander und nehmen Sie den höchsten Wert. Ein Ohrthermometer misst eher falsch zu niedrige Werte. Falsch zu hohe Werte kommen nur in Einzelfällen vor, z.B. wenn bei individueller Nutzung ausschließlich durch eine Person die Hygiene-Schutzkappe nicht gewechselt wird.

Tragen Sie die Werte am besten in einer Health-App, z.B. unter Reproduktionsmedizin ein.

Beachten Sie, dass jeder Mensch einen individuellen Temperatursollwert hat. Wichtig ist daher, dass Sie Ihre Basaltemperatur im gesunden Zustand kennen.

Frauen mit normalem Ovarialzyklus haben durch den Einfluss der Hormone natürliche Schwankungen der Körpertemperatur. Folglich steigt die Temperatur unmittelbar vor dem Eisprung an und ist somit in der 2. Zyklushälfte  0,3-0,5 0C höher als in der 1. Zyklushälfte. Bei Frauen, die zur Verhütung bzw. aus anderen Gründen Hormonpräparate nehmen, ist die Körpertemperatur häufig bis in den Graubereich zwischen 37,0-37,5 0C gesteigert.

Virusinfektion: Bewertung der Körpertemperatur

Bei der Bewertung der Körpertemperatur sind die absoluten Werte UND die relativen Veränderungen im Vergleich zum gesunden Ausgangswert von Bedeutung.

Absolute Werte Körpertemperatur

  • 36,2 – (37,4) 0C = Normbereich
  • 37,0 – 37,4 0C = Graubereich
  • 37,5 – 38,0 0C = unterschwelliges Fieber
  • > 38,0 0C = manifestes Fieber

Relevante relative Veränderungen Körpertemperatur

  • Zunahme der Körpertemperatur um 0,3-0,5 0C im Vergleich zum individuellen Normalwert. Gilt auch im Bereich unter 37,5 0C

Für Frauen ist die Bewertung schwieriger als bei Männern, denn Sie müssen ihren Ovarialzyklus genau kennen und in die Überlegungen mit einfließen lassen.

Sollten Sie einen relevanten Anstieg der Körpertemperatur bzw. Fieber verzeichnet haben, dann kontrollieren Sie, ob sich daraus am Abend ein stärkeres Fieber entwickelt bzw. ob der Wert am Folgetag genauso hoch ist bzw. weiter steigt. In diesen Fällen nehmen Sie Kontakt mit einer Ärztin bzw. einem Arzt auf, um die Symptome einzuordnen. Sollten Sie den Verdacht auch eine COVID-19 Infektion haben, dann müssen Sie das telefonisch tun.

Corona-Virusinfektion: Messung und Bewertung von Herzfrequenz & Blutdruck

Die Infektion mit COVID-19 ist eine entzündliche Erkrankung, die zu Veränderungen des Herz-Kreislaufsystems führt. Hier sind Herzfrequenz und Blutdruck zuverlässig zu Hause messbar. Werden kritische Werte erreicht, dann droht das Herz-Kreislaufversagen. Das gilt vor allen Dingen für Menschen mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen.

Die Messungen für Herzfrequenz und Blutdruck sollten nach 5 Minuten körperlicher Ruhe im Sitzen erfolgen. Eine Messung vom Liegen zum Stehen kann ebenfalls sinnvoll sein.

Messen Sie die Herzfrequenz per Hand, mit der Blutdruckmanschette oder einem Smartphone-EKG. Bei der Herzfrequenzmessung der Hand tasten Sie den Puls und zählen die Schläge über 15 Sekunden. Diesen Wert, z.B. 16 rechnen Sie dann auf die Minute hoch, indem Sie ihn x4 nehmen; in diesem Fall ergibt sich also eine Herzfrequenz von 64 bpm.

Bei der Blutdruckmessung nutzen Sie Blutdruckmessgerät und dokumentieren die Werte ebenfalls. Dokumentieren Sie die Werte für Herzfrequenz und Blutdruck, z.B. in einer Health-App und betrachten Sie den Verlauf.

Gerade zur Bewertung der Herzfrequenz müssen Sie Ihre normale Herzfrequenz kennen. Diese kann individuell sehr unterschiedlich sein, z.B. hat der eine in Ruhe eine Herzfrequenz von 62 bpm, der andere 84 bpm.

Steigt Ihre Herzfrequenz in Ruhe im Vergleich zu Ihren individuellen Normalwerten um >15 Schläge an bzw. verzeichnen Sie in Ruhe anhaltend Werte >100 bpm, dann ist unter Berücksichtigung weiterer Symptome eine Infektion wahrscheinlich.

Relevanter relativer Anstieg Herzfrequenz

  • > 15 bpm in Ruhe
  • > 20 bpm von der Rückenlage zum Stehen

Absoluter Anstieg der Herzfrequenz

  • > 100 bpm

Der Blutdruck kann in der Anfangsphase einer Infektion ansteigen. Fällt der Blutdruck um mehr als 15 mmHg unter Ihre individuellen Normwerte ab, dann droht ein kritischer Kreislaufzustand.

Relevanter relativer Abfall des Blutdrucks

  • >15 mmHg

Besprechen Sie die Befunde zeitnah mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Setzen Sie bzw. Reduzieren Sie Herz-Kreislaufmedikamente nur in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.

Corona Virusinfektion

Corona-Virusinfektion: Sinn der Bewertung der Lunge

Der trockene, d.h. der nicht-produktive Husten ohne oder mit geringer Schleimbildung ist mit 67,7% das zweithäufigste Symptom bei Erstdiagnose der COVID-19 Virusinfektion. Kurzatmigkeit als deutlicher Hinweis auf eine Lungenbeteiligung liegt bei Erstdiagnose lediglich bei knapp 20% der betroffenen Menschen vor. Das bestätigt wieder den absteigenden Charakter der Infektion und die Tatsache, dass nicht jeder Mensch, der mit dem COVID-19 Virus infiziert ist, eine schwere Lungenentzündung bekommt

Auch der trockene Husten ist ein unspezifisches Symptom, d.h. ein trockener Husten bedeutet nicht, dass Sie zwangsläufig eine COVID-19 Infektion haben. Kurzum, ein trockener Husten muss im Zusammenhang mit anderen Symptomen beobachtet und bewertet werden. Wie oben angeführt, ist der Verlauf der Körpertemperatur hier von entscheidender Bedeutung.

Die Kurzatmigkeit mit Luftnot im Alltagsleben ist bei Erstdiagnose ein spätes Symptom und die Ausbreitung des Virus ist schon weit fortgeschritten. Sie kennzeichnet möglicherweise das beginnende Lungenversagen, welches innerhalb von Tagen zu einem kritischen Gesundheitszustand führen kann. Insofern ist es wichtig zu wissen, ob die Lunge in ihrer Funktion relevant betroffen ist. Schließlich ist es bei der COVID-19 Virusinfektion die mittel-schwere bis schwere Lungenentzündung, die in der Regel die Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung anzeigt.

Corona-Virusinfektion: Atemreserven subjektiv beurteilen

Die sichere Erfassung einer Lungenbeteiligung einer COVID-19 Virusinfektion ist nur mit apparativen Methoden, z.B. mit einer sog. Dünnschicht-Computertomografie möglich, und auch dann ist die Infektion schon relativ weit fortgeschritten.

Die subjektive Erfassung der Lungenbeteiligung über Symptome ist unsicher, nicht zuletzt, weil die meisten von uns sich im Alltagsleben nur in geringem Maße einer stärkeren körperlichen Belastung aussetzen. Auch der im Internet propagierte Atemanhalte-Test über 10 Sekunden kann eine Virusinfektion der Lunge, so wie das angepriesen wird, nicht ausschließen.

Um eine Störung der Lunge so gut es geht zu erfassen, müssen Sie sich deutlich über Ihre Alltagaktivität hinaus belasten. Sie können mehr auf Ihre Atemreserven achten, indem Sie sich täglich einer forcierten standardisierten körperlichen Belastung aussetzen. Am besten sind hier sicherlich Fahrradergometer mit einstellbarer Wattzahl und Drehzahlmesser geeignet. Auch ein standardisierter strammer Spaziergang, am besten zum Rhythmus eines Liedes kann sich eignen.

Sollten Sie sich bei einem regelmäßigen standardisierten Training früher erschöpft fühlen und/ oder Luftnot verspüren, d.h. nach 10 Minuten anstatt der sonst üblichen 20 Minuten, dann ist das zu mindestens ein Hinweis darauf, dass etwas mit der Lunge nicht in Ordnung sein kann. Spätestens jetzt sollten Sie Ihre Körpertemperatur messen.

Corona-Virusinfektion: Störung der Atmung bewerten

Haben Sie Probleme bei der Atmung bereits bei leichter Alltagsaktivität, wie z.B. hohe Atemfrequenz, Luftnot und rasche Erschöpfung, innere Unruhe, dann ist das Risiko für einen kurzfristig einsetzende kritischen Gesundheitszustand, d.h. innerhalb von Stunden bis Tagen deutlich erhöht.

Haben Sie Hinweise darauf, dass mit Ihrer Lunge etwas nicht stimmt und liegen noch andere Symptome vor, dann sollten Sie zeitnah mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Dieser entscheidet dann gemeinsam mit Ihnen ist es bei der COVID-19 Virusinfektion je nach Alter und allgemeinem Gesundheitszustand die mittel-schwere bis schwere Lungenentzündung, die zur Krankenhauseinweisung führt.

Corona-Virusepidemie mit COVID-19: Vorbeugung zum Schutz der Mitmenschen

Gerade in Zeiten einer schweren Virusepidemie ist die beste Vorsorge für sich und andere, wenn Sie sich selbst möglichst von anderen Menschen fernhalten, auch wenn Sie sich selber für gesund halten. Wir müssen alle die Grundregeln der Hygiene beachten.

Sollten Sie den begründeten Verdacht haben, dass die Sie an einer COVID-19 Virusinfektion leiden, dann gehen Sie nicht unangemeldet in eine Arztpraxis sondern nehmen Sie telefonisch Kontakt mit den entsprechenden Stellen, z.B. unter 116 117 auf.

Corona: Prognose der COVID-19 Virusepidemie

Um Ihnen einen Einschätzung über den weiteren Verlauf der Corona Virusepidemie zu ermöglichen, machen wir für Sie den CoronaFuturum-PrognoseRechner zugänglich. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag “Corona – CoronaFuturum-PrognoseRechner für COVID-19”. Hier finden Sie hilfreiche Erläuterungen und den Link zum Rechner.

 

Literatur

 

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COMT, MAO, Aromatase – Nahrungsergänzungsmittel: Bedeutung für Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin

Die Enzyme COMT, MAO und Aromatase beeinflussen die Bildung und den Abbau der aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin und Serotonin. Dabei tragen verschiedenen Faktoren zur Regulation bei:

  • genetisch gebildete Enzyme
  • epigenetische Faktoren der Gene
  • Ko-Faktoren der Enzyme

Wir müssen bei der Bewertung der abbauenden Enzyme der aktivierenden Neurotransmitter zunächst immer die genetischen Voraussetzungen berücksichtigen:

  • Low-COMT bzw. -MAO = langsamer Abbau
  • Intermediate-COMT bzw. -MAO = mittel-schneller Abbau
  • High-COMT bzw. -MAO = schneller Abbau

MAO und COMT-Stoffwechsel – Vorsicht bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln

Während die genetischen Voraussetzungen zur Bildung der Enzyme des Neurotransmitterstoffwechsels von Geburt an festgelegt sind, können die Gene über epigenetische Faktoren und die Enzyme über Ko-Faktoren auch therapeutisch beeinflusst werden. Zu diesen Faktoren zählen Hormone, Vitamine und Spurenelemente. Die erwünschten Wirkungen und die unerwünschten Nebenwirkungen sind von den individuellen genetischen Voraussetzungen abhängig. Eine ungezielte Modulation des vegetativen Nervensystems in Unkenntnis der genetischen Voraussetzungen kann daher auch schädlich sein.

Wir kennen viele Stoffe, die einen Einfluss auf den Stoffwechsel Ihrer aktivierenden Neurotransmitter haben. Sie sind häufig in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten, z.T. in Dosen, die einem Mehrfachen der empfohlen Tagesdosis entsprechen, was toxischen Nebenwirkungen zur Folge haben kann.

Die wissenschaftliche Literatur beschreibt zahlreiche Substanzen zu Steigerung bzw. zur Hemmung des Stoffwechsels von aktivierenden Neurotransmittern. Auch das Internet ist voll von Tipps und Empfehlungen. Dabei ist die therapeutische Wirksamkeit meistens in Studien nicht gut belegt. Gerade die Empfehlungen aus nicht-wissenschaftlichen Beiträgen sind hier häufig zweifelhaft. Wir haben immer wieder den Eindruck, dass die Autoren das komplexe Gesamtgefüge des Neurotransmitterstoffwechsels, vor allen Dingen unter Berücksichtigung der Wirkung von Hormonen nicht komplett verstehen und damit auch irreführende Empfehlungen abgeben.

Wir berichten daher in diesem Beitrag nur Substanzen von denen wir nicht nur aus der wissenschaftlichen Literatur, sondern auch aufgrund umfangreicher Erfahrung wissen, dass sie wirken können.

Vitamin D – vermehrte Bildung von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin

Vitamin D hat vielfältige Wirkungen im Körper, die wir z.T. noch nicht kennen. Einen Effekt, den wir aus der Praxis allerdings sehr gut kennen, ist die epigenetische Steuerung der Tyrosin-Hydroxylase durch Vitamin D. Die Tyrosin-Hydroxylase ist ein Enzym, welches, die Umwandlung der Aminosäure Tyrosin in L-Dopa bewirkt; folglich wird aus L-Dopa die aktivierenden Neurotransmitter Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin gebildet. Vitamin D induziert epigenetisch die Synthese der Tyrosin-Hydroxylase, d.h. es aktiviert das Gen zur Bildung der Tyrosin-Hydroxylase und steigert so die Neurotransmitterspiegel.

High-COMT bzw. High-MAO. Bei Menschen mit einer High-COMT-Stoffwechsellage eignet sich Vitamin D sehr gut, um die Neurotransmitterbilanz zu verbessern. Während die hohe Aktivität von COMT einen sehr starken Abbau der Neurotransmitter verursacht, kann das durch eine vermehrte Bildung über die Tyrosinhydroxylase ausgeglichen werden. Das macht insbesondere Sinn bei Antriebslosigkeit und depressiver Verstimmung.

Hinzu kommt, dass Kalzium, welches durch Vitamin D vermehrt im Körper aufgenommen wird, als Ko-Faktor COMT hemmt und so ebenfalls die Neurotransmitterbilanz zugunsten von mehr Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin verschiebt.-

Auch bei High-MAO-Konstellation können Antrieb und Stimmung sinnvoll verbessert werden, vorausgesetzt es besteht eine Intermediate- bzw. High-COMT-Stoffwechsellage.

In Fällen eines schnellen Abbaus von Neurotransmittern streben wir mittel-hohe Vitamin-D-Werte im Blut an. Der sog. Talspiegel, d.h. der Blutwert unmittelbar vor der nächsten Gabe sollte zwischen 50 und 70 µg /l betragen. Hierfür sind je nach Alter, Körpergröße und Gewicht ganz unterschiedliche Dosen erforderlich. Die Dosierungen reichen hier von 7.000 bis 60.000 I.E. pro Woche.

Low-COMT bzw. Low-MAO. Bei herabgesetztem Abbau von aktivierenden Neurotransmittern, und hier vor allen Dingen bei LOW-COMT-Stoffwechsellage müssen Sie mit der Einnahme von Vitamin D vorsichtig umgehen, denn eine überstarke Aktivierung kann die Folge sein. Das kann gerade mit Symptomen wie Unruhe, überstarker Euphorie bis hin zur Selbstüberschätzung verbunden sein.

Bei Low-COMT Stoffwechsel sollten Werte von 40 µg/l in der Regel nicht überschritten werden.

COMT, MAO, Aromatase – Eisen, Vitamin B6, Kupfer, Vitamin C – Einnahme nur gesteuert mittels Laborwerten

Zahlreiche Ko-Faktoren von Enzymen sind an der Bildung von aktivierenden Neurotransmittern beteiligt. Gerade hier kann eine unkontrollierte Nahrungsergänzung zu Nebenwirkungen führen. Vor allen Dingen bei Eisen, Vitamin B6 und Kupfer sollten Sie nur einen laborchemisch nachgewiesenen Mangel ausgleichen. Die Referenzwerte sollten nicht überschritten werden.

Insbesondere Vitamin B6, welches als Ko-Faktor sowohl direkt an der Bildung von Dopamin als auch Serotonin beteiligt ist, wird häufig mit Hilfe von potentiell schädlichen Nahrungsergänzungsmitteln überdosiert. Wir sehen häufig Menschen hohen Vitamin B6 Spiegeln im Blut und Zeichen der emotionalen Überaktivierung und stark aktiviertem Stoffwechsel (Körpertemperatur + Blutfluss erhöht).

Zwar gilt der Leitsatz, dass erhöhte Vitamin B6-Spiegel alleine durch die Zufuhr einer normalen Nahrung nicht möglich sind, wir sehen aber immer wieder Menschen mit spontan erhöhten Werten. Die Ursache hierfür ist uns unklar. Hinzu kommt, dass zum Abbau von Vitaminen relativ wenig bekannt ist.

Kurzum, Ko-Faktoren bei der Bildung der Neurotransmittern sollten Sie immer vorsichtig sein, vor allen Dingen dann, wenn Sie einen Low-COMT- und/oder einen Low-MAO-Stoffwechsel haben.

COMT, MAO, Aromatase – Magnesium, wichtiger Ko-Faktor für COMT

Bei Magnesiumpräparaten werden die Trägersubstanzen, die neben dem Magnesium selber in den Zubereitungen enthalten sind, in ihrer Wirkung auf den Stoffwechsel unterschätzt. Zu diesen Beistoffen zählt am häufigsten Zitrat. Gerade von Zitrat wissen wir aus Erfahrung recht genau, dass es eine Stoffwechsel-aktivierende Wirkung haben kann, welche z.B. mit innerer Unruhe, Herzrasen und Blutdruckschwankungen verbunden sein kann. Die aktivierende Wirkung von Zitrat erfolgt dabei wahrscheinlich über den Zitratzyklus, einem Stoffwechselweg zur Bereitstellung von Energieträgern im Körper.

Magnesium selbst ist der optimale Ko-Faktor für COMT. Das heißt, dass das Enzym COMT nur zusammen mit Magnesium optimal funktionieren kann.

Low-COMT. Bei Menschen mit einer herabgesetzten Aktivität von COMT und den damit verbunden Symptomen, wie z.B. Unruhegefühl, Angst macht der Einsatz von Magnesium Sinn, um den Abbau von aktivierenden Neurotransmittern zu beschleunigen bzw. zu normalisieren. Wir setzen in diesen Fällen Magnesium-Bisglycinat ein. Der Vorteil ist hier, dass Glyzin selber als beruhigender Neurotransmitter gilt und so zum gewünschten modulierenden Effekt beiträgt.

Wir empfehlen bei LOW-COMT-Stoffwechsel 300 mg Bisglycinat pro Tag. Von der Einnahme von Zitrat-haltigen Produkten raten wir in diesen Fällen ab.

Tryptophan – Ausgangspunkt für die Bildung von 5-Hydroxytryptophans, Serotonin und Melatonin

Tryptophan ist eine Aminosäure, die wir täglich mit der Nahrung aufnehmen. Über den Umbau zu 5-Hydroxtryptophan werden dann Serotonin und Melatonin gebildet. Serotonin selber wird über MAO abgebaut. Ein vermehrte bzw. eine verminderte Einnahme von Tryptophan bzw. von 5-Hydroxtryptophan kann demnach Ihre Befindlichkeit beeinflussen, vor allen Dingen dann, wenn Sie einen High-MAO- oder einen Low-MAO-Stoffwechsel haben.

High-MAO. Menschen mit High-MAO-Stoffwechsel können zu depressiven Verstimmungen bis hin zu Depressionen leiden. Das wird auch dem Umstand zugeschrieben, dass Serotonin vermehrt im Körper abgebaut wird. Die Bedeutung von Serotonin wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass bestimmte Medikamente zur Behandlung der Depression, die sog. Serotonin-Reuptake-Hemmer die Wirkung von Serotonin im Gehirn verstärken.

Eine Verstärkung der Bildung von Serotonin durch eine Zufuhr von Tryptophan bzw. 5-Hydroxtryptophan bei High-MAO-Stoffwechsel macht daher Sinn. Sie können es zunächst mit Nahrung versuchen, z.B. mit Cashewnüssen, Käse (Emmentaler, Brie, Edamer) oder Soja. Auch können Sie es mit Nahrungsergänzungsmitteln einnehmen. Wir bevorzugen hier 100-200 mg 5-Hydroxtryptophan am Tag, da so im Vergleich zur Einnahme von Tryptophan ein Stoffwechselschritt gespart wird. Stark Tryptophan-haltige Lebensmittel bzw. entsprechende Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie eher am Abend einnehmen, da über eine gleichzeitig vermehrte Bildung von Melatonin Müdigkeit verursacht werden kann.

Low-MAO. Menschen mit Low-MAO Metabolismus sollten ein Übermaß an Tryptophan bzw. entsprechende Nahrungsergänzungsmittel eher vermeiden, da sie schwer kalkulierbare Veränderungen des Befindens zur Folge haben können. Neben Schläfrigkeit und Antriebsarmut können Gereiztheit bis zu Aggressivität auftreten.

Vitamin B2 – kann den Abbau von Serotonin unterstützen

Vitamin B2 ist der optimale Ko-Faktor von MAO und unterstützt so vor allen Dingen den Abbau von Serotonin. Aus unserer Sicht ist es noch etwas zu früh hier Empfehlungen auszusprechen. Wir gehen aber davon aus, dass wir bei Menschen mit Low-MAO-Metabolismus ähnlich gute Erfolge erzielen wie mit der Gabe von Magnesium bei Menschen mit Low-COMT-Stoffwechsel. Konsequenterweise raten wir bei einem High-MAO-Stoffwechsel von der zusätzlichen Einnahme von Vitamin B2 ab.

Östrogen und Testosteron – die stärksten Modulatoren von COMT und MAO

Zur Interaktion von Östrogen bzw. Testosteron und dem Stoffwechsel von COMT und MAO wollen wir hier nur kurz Stellung nehmen, da wir das bereits in einem anderen Beitrag tun.

Kurz zusammengefasst, sind die Geschlechtshormone die stärksten epigenetischen Modulatoren der Bildung von COMT und MAO: Östrogen hemmt die Bildung, Testosteron beschleunigt sie. Vor dem Hintergrund der möglichen Nebenwirkungen einer Hormontherapie ist diese verschreibungspflichtig und sollte nur in Absprache mit Fachleuten, d.h. Gynäkologen und Urologinnen erfolgen. Auch wir verschreiben wir in der Cardiopraxis keine Hormonpräparate, sondern sprechen allenfalls Empfehlungen aus.

Auf jeden Fall sollten sich Frauen und Männer gerade bei Beginn, aber auch im Verlauf einer Hormontherapie darüber bewusst sein, dass diese emotionalen Veränderungen zur Folge haben kann, wie z.B. innere Unruhe, Angst bis hin zu Panikattacken auf der einen und depressive Verstimmungen bis hin zur Auslösung einer schweren Depression zur Folge haben kann. Diese unerwünschten Nebenwirkungen erklären sich wesentlich durch die unterschiedliche Genetik von COMT und MAO.

Resveratrol – kann die Aromatase und vermehrte Östrogenbildung reduzieren

Bei der Kombination aus “Low-COMT+High-Aromatase” können Überschüsse an Östrogen auftreten. Dieses ist vor allen Dingen bei jungen Frauen mit Ängstlichkeit bis hin zu Panikattacken sowie mit Östrogen-sensiblen Hautveränderungen verbunden. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein die Aromatase zu mit Resveratrol (5-10 mg pro kg Tag) zu hemmen und eine übersteigerte Östrogenbildung so zu reduzieren.

Nahrungsergänzungsmittel – COMT und MAO

Nahrungsergänzungsmittel sind nicht harmlos, auch wenn sie freiverkäuflich sind. Wir bewerten sie in der Cardiopraxis in ihren Wirkungen und Nebenwirkungen ähnlich wie die industriell hergestellten Medikamente. Grundsätzlich gilt auch, dass Mangelerscheinungen an Vitaminen und Spurenelementen, mit Ausnahme von Vitamin D und Eisen durch die ausgewogene Nahrung eher selten sind.

Achten Sie bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel genau auf den Inhalt, auch da, wo Sie es vielleicht nicht erwarten, z.B. bei Proteinmischungen. Sollten Nahrungsergänzungsmittel ein Mehrfaches der empfohlenen Tagesdosis der oben genannten Stoffe enthalten, dann gilt es besonders vorsichtig zu sein und auf Nebenwirkungen zu achten. Am besten nehmen sie solche potentiell toxischen Mischungen nur über einen begrenzten Zeitraum.

Literatur

 

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Wasser trinken ist lebenswichtig für die Leistungsfähigkeit – aber wie trinke ich mehr?

Der Mensch besteht zu 60% aus Wasser. Ohne ausreichende Flüssigkeit haben Sie keine Kraft, körperlich und geistig. Wer weniger trinkt ist einfach dümmer. Es sollten 30-40 ml/kg Körpergewicht und Tag sein. Die Trinkflüssigkeit sollte Raumtemperatur haben bis körperwarm sein. Am besten starten Sie als zweite Handlung des Tages morgens nach dem Toilettengang. Hier sollten Sie 20-25% der Tagesgesamtmenge trinken.

Mehr trinken – Das Problem

Die Hauptursache, warum die meisten Menschen zu wenig trinken, ist das fehlende Durstgefühl. Entsteht bei Ihnen das Bedürfnis etwa zu sich zu nehmen, sei es tatsächlich metabolisch oder als einfache Belohnung, dann wird meistens feste Nahrung anstatt Flüssigkeit zugeführt. Dieses hängt möglicherweise damit zusammen, dass feste Nahrung durch den Schluckakt ein stärkeres Belohnungsgefühl auslöst.

In manchen Berufsgruppen gibt es wenig Gelegenheiten zur Toilette zu gehen, z.B.  bei Chirurgen im Operationssaal. Dann wird instinktiv das Trinken vermieden, um dann auch den Toilettengang zu vermeiden. Eine weitere Ursache ist die Störung des Harnabflusses. Beim Mann ist er durch die vergrößerte Prostata ab einem bestimmten Alter zu langsam. Bei Frauen erfolgt er leicht unwillkürlich mit einer Inkontinenz bei Beckenbodenschwäche. Auch hier wird zur Vermeidung des Gangs zur Toilette die Flüssigkeitsaufnahme verringert.

Grundvoraussetzung, um mehr zu trinken – Trinkflüssigkeit muss schmecken

Einfaches Wasser schmeckt vielen Leuten nicht. Getränke mit Kohlensäure verursachen ein Völlegefühl und führen häufig schnell zu Aufstoßen. Die meisten kommerziellen Limonadengetränke enthalten zu viel Zucker, Zero-Zucker Getränke wiederum Zusatzstoffe, die möglicherweise nicht gesund sind.

Eine gute Lösung ist hier die Herstellung von sogenanntem “Infused Water”, d.h. Wasser mit Zusatzstoffen wie z.B. mit geringen Mengen an Holundersirup plus Zitronenscheiben.

Auch muss die Art der Flüssigkeit stimmen, harntreibende Flüssigkeiten wie zum Beispiel Kaffee und Alkohol werden nicht in die Bilanz eingerechnet.

Mehr trinken durch bessere Selbstwahrnehmung

Selbstwahrnehmung bedeutet, dass Sie warten, bis der Körper sich mit einem Durstgefühl oder anderen Symptomen meldet. Das Bedürfnis des Körpers nach Flüssigkeit ist allerdings häufig unspezifisch und diffus, denn der Körper sagt einem nicht direkt: „Ich benötige Flüssigkeit.” Im Gegensatz, z.B.  zum Körperschmerz erhalten so folglich häufig Signale, die uns nicht sagen wo das Problem genau liegt. Symptome für einen Flüssigkeitsbedarf sind:

  • Müdigkeit, Antriebsarmut, Konzentrationsstörungen
  • Gereiztheit, Aggressivität
  • körperliche Schwäche
  • Durstgefühl (spätes Signal!)
  • trockene Haut
  • dunkler Urin
  • harter Stuhlgang, Verstopfung

Zusammengefasst kommen die Signale der Selbstwahrnehmung häufig zu spät. Hinzu kommt, dass die Signale unspezifisch und damit bei den meisten Menschen unzuverlässig sind. Wir müssen hier also Strategien zur Symptom-unabhängigen regelmäßigen und ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme entwickeln.

Wie trinke ich mehr? – Trinken anstatt Essen – mehr Leistungsfähigkeit

Hunger und Durst sind Ausdruck von Bedürfnissen des Körpers und dienen vor allem kurzfristig zur Aufrechterhaltung eines guten Energiestoffwechsels. Sie können allerdings auch Ausdruck von Suchtverhalten (zum Beispiel bei Zucker) sein. Der Schluckakt an und für sich wirkt bereits als Belohnung. Das Bedürfnis zu trinken wird häufig mit Hunger verwechselt. Folglich ist die falsche Konsequenz: Sie essen, anstatt zu trinken. Sie sollten lernen, Hunger und Durst zu unterscheiden.

Ein stoffwechselbedingter echter Hunger ist Ausdruck des Energiebedarfs für den Funktionsstoffwechsel. Sie können dies vor allen Dingen daran merken, wenn die Körpertemperatur verringert ist und ein Kältegefühl eintritt. Grundsätzlich sollten Sie immer, wenn Sie den Drang haben zu essen, überlegen ob es wirklich Hunger ist. Im Zweifel sollten Sie erst einmal 300-500 ml trinken.

Mehr trinken – Trink-Apps mit Erinnerungsfunktion

In den App-Stores gibt es zahllose Trinkapps wie z.B. “Trinkwecker – mein Wasser”, “Gerolsteiner Trinkcheck-App” oder den “Daily Water Tracker Reminder”. Die Gerolsteiner Trinkcheck-App nutzt Fitnessdaten aus Ihrem Smartphone und passt die tägliche Trinkmenge an Ihre Tagesaktivität und die Außentemperatur an. Die App ist auch tauglich für die Apple Watch und insgesamt sehr komfortabel. Manchen wird allerdings die aktive Erinnerung eher lästig sein, da auch nicht immer Flüssigkeit verfügbar ist.

Mehr trinken – Flaschen leer machen

Wenn Sie Ihr Trinkverhalten für den Tag planen, dann können Sie eine genaue Anzahl an Trinkflaschen bzw. Karaffen mit Aufforderungscharakter positionieren. Entweder Sie nehmen die entsprechenden Flaschen mit für unterwegs oder positionieren sie am Arbeitsplatz, z.B. im Büro. Ihr Ziel ist es dann, dass Sie Ihr gewähltes Flaschenkontingent über den Tag leer machen. So bleiben Sie den ganzen Tag über fit.

mehr trinken

Mehr trinken – auf Urin Farbe achten

Je dunkler der Urin, desto höher ist die Konzentration an festen Substanzen. Folglich je dunkler der Urin, desto geringer ist auch der Flüssigkeitsgehalt des Körpers. Die Urinfarbe sollte ab der zweiten Tagesportion die Farbe einer Weißweinschorle haben. Ist das nicht der Fall, dann müssen Sie auf jeden Fall kräftig nachtrinken.

Die Farbskala mit Ampelfunktion können Sie sich üpbrigens als Foto auf Ihr Handy herunterladen.

Mehr trinken – Start – Drink – Pee – Repeat!

“Drink, Pee, Repeat” ist sicherlich der natürlichste, einfachste und insgesamt beste Tipp.

Bauen Sie eine Feedbackschleife auf, bei der Sie sich immer wieder selber daran erinnern, dass Sie trinken müssen.

Das System sollten Sie am Morgen anschieben, indem Sie nach dem Aufstehen 20-25% der errechneten Tagesmenge trinken (Start). Kommt dann der Gang zur Toilette (Pee), dann erinnern Sie sich selber daran, vielleicht auch über die Urinfarbe, dass Sie direkt nach dem Toilettengang trinken sollten, denn die Bilanz muss stimmen. Trinken Sie dann 250-300 ml und beim nächsten Gang zur Toilette beginnt das Spiel von vorne (Repeat).

mehr trinken

Mehr trinken, mehr Leistungsfähigkeit – die beste individuelle Lösung finden

Insgesamt entwickelt jeder von uns aus den oben genannten Elementen eine eigene Strategie. Die besten Tipps zur Aufrechterhaltung eines adäquaten Flüssigkeitshaushaltes für mehr Fitness sind nach unseren Erfahrungen drink – pee – repeat und das Achten auf die Urinfarbe. So bleiben Sie den ganzen Tag über leistungsfähig.

Literatur

 

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