Softdrinks: Limonade, Cola, Isotonische Getränke & Co – zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs?

Je nach körperlicher Aktivität beträgt der Flüssigkeitsbedarf Ihres Körpers 30-40 ml/kg Körpergewicht und Tag, bei einem Gewicht von z.B. 80 kg bedeutet dies, dass Sie 2,4-3,2 l/Tag trinken sollten. Allerdings sind die Regale in den Supermärkten und an den Tankstellen insbesondere voll mit Softdrinks. Daher erscheint es naheliegend, den Flüssigkeitsbedarf mit Softdrinks zu decken. Aber ist das sinnvoll?

EPIC-Studie – Einfluss von Softdrinks auf das Langzeitüberleben

Deshalb hatten sich die Mitarbeiter EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) zum Ziel gesetzt, Zusammenhänge zwischen Ernährung und verschiedenen Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, zu untersuchen. Dafür wurde in 10 europäischen Ländern (Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweden, Spanien) auch der Zusammenhang zwischen Sterblichkeit und der Zufuhr von kommerziell erhältlichen sog. Softdrinks analysiert.

Dabei definieren wir bei den Softdrinks im Gegensatz zu den alkoholhaltigen “hard drinks” kommerziell erhältliche nicht-alkoholische Getränke mit und ohne Kohlensäure, isotonische Getränke und siruphaltige Getränke. Diese wurden in der Studie unterteilt in solche mit Zucker oder solche mit Zuckerersatzmittel.

Zudem rekrutierten die Studienzentren zwischen 1992-2000 insgesamt 451.743 Teilnehmer, die keine Erkrankungen wie Krebs, Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Diabetes mellitus aufweisen durften. Zudem lag das mittlere Alter zu Studienbeginn bei 50,8 +/- 9,8 Jahren, 71,1% der Teilnehmer waren Frauen und die Nachbeobachtungsdauer betrug 16,4+/- 11,1 Jahre.

Konsumverhalten von Softdrinks

Menschen mit einem hohen Verbrauch an Softdrinks, das heißt ≥2 Gläser pro Tag, hatten im Vergleich zu solchen, die weniger als 1 Glas pro Monat trinken, einen niedrigeren Bildungsstand (19,8 vs. 26,2%), waren körperlich aktiver (27,8 vs. 15,5%) und rauchten häufiger.

Sterblichkeit durch Softdrinks

In einer sogenannten Multivarianzanalyse wurden relevante Kofaktoren, so z.B. Körpergewicht, körperliche Aktivität, Nikotinkonsum usw. statistisch kontrolliert. Dadurch konnte man eine sichere Aussage über den untersuchten direkten Zusammenhang zwischen Softdrinks und Sterblichkeit treffen. Zudem diente als Basiswert ein sehr geringer Verbrauch von weniger als 1 Glas pro Monat. Im Nachbeobachtungsintervall betrug die Sterblichkeit in dieser Gruppe 8,9%.

Softdrinks mit Zuckerersatzstoffen. Dabei kam heraus, dass bei einem Konsum von zwei oder mehr Gläsern an Softdrinks mit Zuckerersatzstoffen ein deutlich erhöhtes Sterblichkeitsrisiko von +26% vorliegt. Dagegen hatte ein geringeres Sterblichkeitsrisiko, wer im Vergleich zur Kontrollgruppe weniger als 2 Gläser am Tag trinkt.

Softdrinks mit Zucker. Indes war bei Menschen, die Softdrinks mit Zucker zu sich genommen haben, die Sterblichkeit ab 1-2 Gläsern/Tag leicht erhöht.

Ursachen der Sterblichkeit

Sterblichkeit an Tumorerkrankungen. Dabei konnte keine Steigerung der Sterblichkeit für alle Softdrinks festgestellt werden, auch nicht für solche mit Zuckerersatzmitteln.

Sterblichkeit an gastro-intestinalen Erkrankungen. In diesem Fall ergab sich eine deutliche Steigerung der Sterblichkeit von 59%, wenn die Teilnehmer 2 oder mehr Gläser an Softdrinks mit Zucker getrunken hatten. Hingegen konnten die Untersucher keine Steigerung für Softdrinks mit Zuckerersatzmitteln auch bei hoher Zufuhr feststellen.

Sterblichkeit an kardio-vaskulären Erkrankungen. Schließlich zeigte sich eine deutliche Steigerung der Sterblichkeit um 52% bei Softdrinks mit Zuckerersatzmitteln bei 2 oder mehr Gläsern pro Tag. Außerdem ergab sich eine leichte Steigerung für zuckerhaltige Softdrinks von +11%.

Sonderfall Energy-Drinks

Erst Anfang der 1990er Jahre sind Energy-Drinks in Europa in den Handel eingeführt worden, Vorreiter war Red Bull. Jedoch sind diese Energy-Drinks in der EPIC-Studie noch nicht separat erfasst worden. Obwohl diese anfangs eher von Jugendlichen konsumierten Stimulanzien in den letzten Jahren zunehmend auch von Menschen im mittleren Lebensalter getrunken. Somit wäre eine separate Betrachtung sinnvoll.

Außerdem müssen wir im Falle von Energy-Drinks berücksichtigen, dass diese Stimulanzien wie Koffein, B-Vitamine, Phenylalanin und Taurin etc. enthalten. Folglich haben Energy Drinks ein gesondertes Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt aber auch für Krampfanfälle des Gehirns.

Softdrinks nicht zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs geeignet

Deswegen sind Softdrinks als Hauptgetränk zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs ungeeignet. Daher sollten Sie Softdrinks als ein Genussgetränk werten und nur sparsam konsumieren, ähnlich wie beim Alkohol. Dagegen scheinen Softdrinks mit Zuckerersatzstoffen unbedenklich zu sein, wenn Sie weniger als 2 Gläser pro Tag davon trinken. Darüber hinaus gelten Softdrinks mit Zucker bei 1-6 Gläsern pro Woche als unbedenklich.

Schließlich raten wir Ihnen zu besonders vorsichtigen Umgang mit Energy Drinks, den modernen Softdrinks. Vor allem gilt dies ab einem mittleren Lebensalter oder bei Symptomen bzw. diagnostizierten kardiovaskulären Erkrankungen.

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AVNRT – anfallsartiges, regelmäßiges Herzrasen jungen und bei älteren Menschen

Einige Menschen, die uns in der Cardiopraxis besuchen, berichten über ein anfallsartiges Herzrasen. Davon sind viele im jüngeren Erwachsenenalter. Das Herzrasen wird dabei im Vergleich zum Vorhofflimmern als sehr regelmäßig empfunden.

Die sogenannte AV-Knoten-Reentry-Tachykardie (=AVNRT) ist die häufigste Ursache dieser regelmäßigen, anfallsartigen Tachykardien aus der Vorkammer und steht für etwa 2/3 der Fälle.

AVNRT – Wie kommt es dazu?

Die einzig elektrische Verbindung zwischen der Vorkammer und der Hauptkammer ist der AV-Knoten. Im Fall der AVNRT liegt hier eine Besonderheit zugrunde: Im AV-Knoten gibt es zwei funktionell unterschiedliche Leitungsbahnen. Die eine Bahn leitet den Impuls langsamer, die andere Bahn leitet ihn schneller.

Unter besonderen Voraussetzungen kann sich eine sogenannte Kreiserregung im AV-Knoten entwickeln, die für das Herzrasen ursächlich ist. Dabei nicht involviert ist der physiologische Taktgeber Sinusknoten. Diese Kreiserregung im AV-Knoten wird eingeleitet durch Extraaktionen des Herzens meistens aus der Vorkammer, seltener durch Extraschläge aus der Hauptkammer.

AVNRT – typische Merkmale

  • Herzrasen mit regelmäßiger Herzschlagfolge (im Gegensatz zum Vorhofflimmern)
  • Typisch plötzlicher Beginn und Ende (vergleichbar mit einem Lichtschalter, der ein- und ausgeschaltet wird)
  • Herzfrequenz zwischen 140-240 Schlägen/min möglich
  • Dauer des Herzrasens unterschiedlich: von Minuten bis Stunden und Tage
  • Nach dem Herzrasen häufig vermehrtes Wasserlassen (sog. Harnflut)

AVNRT – mögliche Begleitsymptome

Dessen ungeachtet sind Betroffene mit AVNRT häufig  strukturell herzgesund, sie haben also keine Durchblutungsstörung des Herzens oder eine Herzschwäche. Daher werden oft auch hohe Herzfrequenzen bis 200 Schläge/min toleriert. Dann sind mögliche Symptome Luftnot, begleitender Schwindel oder auch Angina pectoris. Gerade zu Beginn des Herzrasens, wenn der Puls plötzlich von 60 auf beispielsweise 200/min steigt, kann es zu einem kurzfristigen Blutdruckabfall kommen auch mit einer möglichen kurzen Ohnmacht.

AVNRT – Therapie in der Akutsituation

Der Patient selbst kann in der Akutsituation das Herzrasen unterbrechen durch sogenannte vagale Manöver. Folglich fördern diese die Aktivität des Nervus vagus, der auf den AV-Knoten eine hemmende Wirkung hat und so das Herzrasen beenden kann. Zu den vagalen Manövern gehören:

  • kaltes Wasser trinken
  • Gesicht in kaltes Wasser tauchen
  • Pressmanöver (gegen geschlossenen Mund/Nase forciert ausatmen)

Wer anschließend seine Beine hochlegt und so den venösen Rückstrom zum Herzen steigert, kann die Erfolgsrate der vagalen Manöver zur Beendigung des Herzrasens noch steigern auf etwa 30-40%.

Klappt dies nicht, so wird in der  Kardiologischen Arztpraxis oder in der Notaufnahme das Herzrasen erfolgreich mit Medikamenten beendet. Und zwar vorzugsweise mit Adenosin. Adenosin ist eine körpereigene Substanz, die als Bolus intravenös verabreicht kurzfristig den AV-Knoten blockiert und somit die Kreiserregung beendet.

AVNRT – Langzeittherapie

Zur Vermeidung erneuten Herzrasens ist die medikamentöse Prophylaxe beispielsweise mit Betablockern langfristig wenig effektiv. Dagegen gilt als Goldstandard der Therapie die Katheterablation. Hierzu wird über einen eingeführten Katheter eine der beiden Leitungsbahnen (der slow-pathway) mit Wärme verödet, sodass die Kreiserregung im AV-Knoten nicht mehr stattfinden kann.

Diese Ablation hat einen Langzeiterfolg von über 95%. In seltenen Fällen ist ein Zweiteingriff erforderlich. Die Komplikationsrate ist sehr gering. Die relevanteste Komplikation ist eine Verletzung der gesamten Leitungseigenschaft des AV-Knotens, was einen Herzschrittmacher nötig machen kann. Aber die Wahrscheinlichkeit für eine Herzschrittmacherpflichtigkeit liegt unter 1%.

AVNRT – Zusammenfassung

Die AV-Knoten-Reentry-Tachykardie ist eine häufige Ursache für anfallsartiges regelmäßiges Herzrasen aus der Vorkammer. Davon betroffen sind häufig jüngere Menschen. Diese Herzrhythmusstörung ist zunächst als gutartig einzustufen, es besteht kein erhöhtes Risiko für den plötzlichen Herztod. Schließlich läßt sich diese Rhythmusstörung heutzutage durch die Katheterablation langfristig heilen.

 

Fallbericht AVNRT mit Beispiel-EKG

2019 ESC Guidelines for the management of patients with supraventricular tachycardias

 

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1-Kanal-EKG mit Smartphone

Verschiedene Hersteller bieten mittlerweile 1-Kanal-EKG-Systeme an. Diese erlauben es Ihnen, auch zu Hause über das Smartphone eine elektrische Herzstromkurve abzuleiten. Die Systeme, egal ob von AliveCor, Apple oder Samsung, sind medizinisch wertvoll und sehr gut geeignet zur Dokumentation von Herzrhythmusstörungen. Zum Beispiel ist ihre Diagnose von Vorhofflimmern zu über 95% sicher.

Allerdings leitet das 1-Kanal-EKG nur eine von 12 Standardableitungen ab. Die Ableitung I bildet lediglich einen Teil der Seitenwandregion der linken Hauptkammer ab. Jedoch ist das Herz ein dreidimensionales Organ und wir unterscheiden neben der Seitenwand noch eine Vorderwand und eine Hinterwand.

Normales Ruhe-EKG beim Arzt

Das Standard-EKG hat 12 Ableitungen. Hierfür benötigen wir Elektroden an Armen, Beinen und Körperstamm. Mit diesen 12 Ableitungen können wir alle Regionen des Herzens, also Vorderwand, Seitenwand und Hinterwand, elektrisch genau abbilden. Neben einer Herzrhythmusdiagnostik erlaubt uns ein vollständiges EKG auch eine gute Herzinfarktdiagnostik.

AliveCor KardiaMobile 6L – EKG-Ableitungen

Bereits vor über 5 Jahren hat AliveCor mit EKG KardiaMobile das erste Smartphone-basierte 1-Kanal-EKG auf den Markt gebracht. Nun hat die Firma das KardiaMobile 6L herausgebracht. Dieses verfügt über die sogenannten 6 Extremitätenableitungen: I, II, III, aVR, aVL und aVF.

  • Hinterwand des Herzens = II, III, aVF
  • Seitenwand des Herzens = I, aVL
  • Vorderwand des Herzens = keine Ableitung

Gerade die Vorderwand ist über einen Verschluss des Ramus interventricularis anterior häufig der Schauplatz eines Herzinfarktes. Aber diese Region wird mit dem 6-Kanal EKG nicht richtig erfasst. Zur genauen Abbildung der Vorderwand benötigen wir die bekannten Brustwandableitungen, die mit dem AliveCor KardiaMobile 6L nicht möglich sind.

Ein Vorteil des Kardia Mobile 6L ist eine bessere Abbildung der P-Welle, das ist die elektrische Vorhofaktion. Folglich können wir als Fachleute den Sinusrhythmus vom Vorhofflimmern noch besser unterscheiden. Des Weiteren können elektrische Extraaktionen, sogenannte Extrasystolen aus der Hauptkammer, im Hinblick auf ihren Ursprungsort besser abgegrenzt werden.

AliveCor KardiaMobile 6L – wie wird abgeleitet?

Man legt die Unterseite der Kontaktplatte auf den Unterschenkel des LINKEN Schienbeins. Dann berühren die rechte und die linke Hand jeweils die Oberseite der Kontaktplatte rechts und links. 30 Sekunden beträgt die Aufzeichnungsdauer und das EKG wird direkt an das Handy übertragen.

AliveCor KardiaMobile 6L – keine Herzinfarktdiagnostik

Auch das AliveCor KardiaMobile 6L ist nicht für die Herzinfarktdiagnostik geeignet, weil es die Vorderwand als häufigste Infarktregion nicht abbildet. Das 6-Kanal-EKG ist etwas störanfällig, da es nicht selten zu Verwackelungsartefakten kommt. Allerdings ist auch mit dem AliveCor KardiaMobile 6L eine stabile 1-Kanal-Ableitung möglich. So wie bei der Apple Watch und z. B. auch beim Kardia Mobile.

AliveCor KardiaMobile 6L am besten für Bewertung durch Kardiologen geeignet

Das AliveCor KardiaMobile 6L ist ein gutes Gerät und erlaubt Ärztinnen und Ärzten eine bessere Bewertung des EKGs. Für den Laien hat es aus unserer Sicht allerdings keinen Mehrwert. Darüber hinaus muss man auch die Kosten beachten.

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Schlafapnoesyndrom – häufig unentdeckt

Das Schlafapnoesyndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Unbehandelt führt es zu vielfältigen Symptomen, nicht nur in der Nacht, sondern vor allen Dingen auch am Tage. Das äußert sich durch Zeichen von chronischen Alarm- und Stressreaktionen, einhergehend mit gestörtem Stoffwechsel, Schwitzen, Schwindel und möglichen Depressionen. Vor allen Dingen auch durch Störungen im Herz-Kreislaufsystem wie Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Eine wichtige Komplikation ist der Sekundenschlaf, zum Beispiel am Steuer eines Autos, was zu Unfällen führen kann.

Schlafapnoesyndrom – allgemeine Therapieprinzipien

Bei der obstruktiven Form des Schlafapnoesyndroms ist das gemeinsame Therapieziel das Offenhalten der oberen Atemwege. Folglich wird der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) geringer und die Sauerstoffsättigung während des Schlafs fällt nicht ab. Denn insbesondere der Sauerstoffmangel führt zu einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion und damit verbundenen Komplikationen.

Therapie – Möglichkeiten im Einzelnen

Gewichtsreduktion: Häufig sind vom obstruktiven Schlafapnoesyndrom übergewichtige Menschen betroffen. Durch die vermehrten Fetteinlagerungen auch in den oberen Atemwegen kommt es zu einer Abnahme des Muskeltonus und damit zu einer Verschärfung der Obstruktion. Eine Gewichtsreduktion um 10 kg kann bewirken, dass der AHI bis zu 50% sinkt, teilweise können wir in der Cardiopraxis durch eine Gewichtsreduktion ganz auf apparative Therapieformen verzichten.

Meiden von Alkohol und Schlaftabletten am Abend: Alkohol und Schlaftabletten haben muskelrelaxierende Wirkung. Das heißt: Der Muskeltonus wird zusätzlich vermindert und kann somit zu einer stärkeren Obstruktion beitragen. Zudem können beide Substanzen je nach Dosierung auch den zentralen Atemantrieb dämpfen.

Nächtliche Überdrucktherapie: Es stehen unterschiedliche Nasen-, Nasen-Mund- oder Vollgesichtsmasken zur Verfügung, die einen kontinuierlichen Überdruck in den oberen Atemwegen aufrechterhalten. Dieser Überdruck hält die Atemwege geschient und offen und verhindert somit eine obstruktive Apnoe oder Hypopnoe. Insbesondere bei Therapiebeginn empfinden Benutzer die Maske teils als unangenehm, da gegen einen positiven Druck auch ausgeatmet werden muss. Einige Patienten berichten von Platzangst oder von dem Gefühl aufgepumpt zu werden. Etwa 2/3 der so behandelten Menschen haben aufgrund ihrer verbesserten Symptomatik eine sehr gute Therapieakzeptanz, etwa 1/3 der Betroffenen toleriert auf Dauer die Maskentherapie nicht und sucht alternative Therapieformen.

Therapie – weitere Möglichkeiten

Unterkiefer Protrusionsschiene: Ein alternatives Therapiekonzept ist das nächtliche Einlegen einer Unterkiefer-Protrusionsschiene. Das heißt: Der Unterkiefer wird nach vorne gezogen und gewährleistet ein Freihalten der oberen Atemwege. Ein Kieferchirurg passt die Unterkiefer-Protrusionsschiene in der Regel individuell an.

Verhinderung der Rückenlage im Schlaf: Häufig wird das obstruktive Schlafapnoesyndrom in Rückenlage stärker. Bei einzelnen Betroffenen kommt es beim Schlaf ausschließlich in Rückenlage und nicht in Seitenlage zur Obstruktion. Daher ist ein mögliches Therapiekonzept die Rückenlage im Schlaf zu verhindern. Es gibt zum Beispiel professionelle Rückenlage-Verhinderungswesten. Alternativ kann man durch eingenähte Tennisbälle im Schlafanzug hier auch kreativ die unerwünschte Lage sicher verhindern.

Operationen im HNO-Bereich: Es gibt HNO-ärztliche Operationen beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Diese Operationen stehen dann zur Diskussion, wenn anatomische ausgeprägt verlegende Befunde vorliegen, beispielsweise große Rachenmandeln oder andere Auffälligkeiten im Gaumen- oder Nasengangbereich.

Stärkung der Muskulatur der oberen Atemwege: Ergänzend zu den genannten Therapien ist eine Stärkung der Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege unterstützend sinnvoll. Es gibt beispielsweise positive Studienergebnisse zum Didgeridoo-Spielen. Sicherlich ist auch das Spielen anderer Blasinstrumente eine gute Möglichkeit, um die Muskulatur zu stärken.

obstruktives Schlafapnoesyndrom – sinnvolle Therapie

Das unbehandelte schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom führt aufgrund seiner Komplikationen, unter anderem auch im Herz-Kreislauf-Bereich, zu einer kürzeren Lebenserwartung. Eine Therapie ist daher nicht nur symptomlindernd sondern auch lebensverlängernd. Mittlerweile stehen unterschiedliche Therapieverfahren zur Verfügung, sodass für jeden Betroffenen das richtige Therapieinstrument dabei sein sollte.

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QT-Zeit – Was ist das?

Die sogenannte QT-Zeit ist ein EKG-Parameter, den wir im 12-Kanal-Oberflächen-EKG in Ruhe messen können. Die QT-Zeit wird erfasst vom Beginn der sogenannten Q-Zacke bis zum Ende der T-Welle. Folglich entspricht sie der Erregungsausbreitung und der Erregungsrückbildung in den Herzhauptkammern.

Die QT-Zeit ist ein sehr wichtiger EKG Parameter. Unserer Meinung nach wird die QT-Zeit bei der Gabe von Medikamenten allerdings zu wenig beachtet, vor allem Veränderungen der QT-Zeit im Verlauf werden zu selten bewertet.

QT-Zeit – Wichtige Hinweise zur Messung

Die QT-Zeit ist abhängig von der Herzfrequenz, das heißt: Je niedriger die Herzfrequenz, umso länger ist die QT-Zeit und umgekehrt. Die Messung der QT-Zeit ist nicht immer einfach, da das Ende der T-Welle bei niedriger Amplitude oder Auftreten von U-Wellen nicht immer leicht abzugrenzen ist. Wichtig ist vor allem auch, dass man sich auf eine Ableitung im EKG bezieht und auch die Kontrollmessung im Verlauf an dieser Ableitung durchführt. So lassen sich gut Vergleiche ziehen.

Aufgrund der Frequenzabhängigkeit normiert man die QT-Zeit auf eine Herzfrequenz von 60 Schlägen/min, so dass wir eine frequenzkorrigierte QT-Zeit angeben. Das entspricht der Schreibweise QTc.

Zur Berechnung der frequenzkorrigierten QTc-Zeit gibt es unterschiedliche Formeln, die in den EKG-Geräten hinterlegt sind. Die häufig angewandte Formel nach Bazett hat Schwächen, insbesondere bei niedrigen und hohen Herzrequenzen, sodass wir die Formel nach Fridericia bevorzugen:

QTc = QT-Dauer [s] : RR Intervall [s]

Das RR-Intervall beschreibt den Abstand zwischen R-Zacken im EKG.

Die Richtwerte für die frequenzkorrigierte QT-Zeit sind geschlechterabhängig:

Bei Frauen < QTc 460 ms
Bei Männern < QTc 450 ms

QTc- Zeit-Verlängerung – klinische Bedeutung

Eine Verlängerung der frequenzkorrigierten QT-Zeit geht mit einem erhöhten Risiko von Herzrhythmusstörungen aus der Herzhauptkammer einher. Das Risiko steigt mit zunehmender QTc-Verlängerung und es ist insbesondere bei einer frequenzkorrigierten QT-Zeit > 500 ms mit einem erhöhten Risiko zu rechnen.

Die typische Herzrhythmusstörung aus der Herzhauptkammer ist die sogenannte Torsade-de-Pointes-Tachykardie, welche üblicherweise spontan endet und selten in ein Kammerflimmern übergeht. Das Problem bei ihrem Auftreten sind mögliche kurzzeitige  Bewusstseinsverluste, sogenannte Synkopen. Die wiederum können zu Stürzen führen, bei denen sich betroffene Personen verletzen.

QTc- Zeit-Verlängerung – was sind die Ursachen?

Es gibt das angeborene Long-QT-Syndrom, welches genetisch bedingt und eher selten ist. Häufiger ist das erworbene Long-QT-Syndrom und insbesondere die QT-Zeit-Verlängerung durch bestimmte Medikamentengruppen. Typische Medikamentengruppen, die eine verlängerte QT-Zeit im EKG verursachen können, sind Antiarrhythmika, Antibiotika, Psychopharmaka.

Hier eine Auswahl von häufig eingesetzten Medikamenten mit QT-verlängernder Wirkung

  • Voriconazole, Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol
  • Levofloxazin,Moxifloxazin, Ofloxacin, Ciprofloxacin
  • Clarithromycin,Erythromycin, Roxithromycin, Azithromycin
  • Cotrimoxazol
  • Lithium, Escitalopram,Venlafaxin,  Amitriptylin, Nortriptylin, Citalopram, Doxepin, Fluoxetin, Clomipramin
  • Imipramin, Trimipramin, Paroxetin, Sertalin
  • Sotalol, Amiodaron, Quinidin, Procainamid, Flecainid
  • Alfuzosin, Vardenafil 
  • Tacrolismus, Tamoxifen 
  • Astemizol, Terfenadine, Diphenhydramin

Eine ausführliche Liste finden Sie unter der unten genannten Literaturangabe.

QT-Verlängerung – Risiko für ventrikuläre Tachykardie des Herzens

Das Risiko für die gefürchtete Torsades-de-Pointes-Tachykardie der Herzhauptkammern (siehe Bild “Vorhofflimmern + Torsades-de-Pointes-Tachykardie unter Sotalol”) bei einer QT-Zeit-Verlängerung ist von Medikament zu Medikament unterschiedlich. Das heißt: Bei gleicher QT-Zeit-Verlängerung ist das Risiko einer Torsade nicht gleich, sondern einzelne Medikamente haben in sich ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Torsaden. Weitere Risikofaktoren für das Auftreten von Torsaden bei QT-Verlängerungen sind:

Lange QT-Zeit und Herzrhythmusstörungen – praktische Beispiele

Typische Auslösesituationen für das Auftreten von Torsaden bei QT-Zeit-Verlängerung entstehen durch die Kombination von QT-Zeit-verlängernden Medikamenten und begünstigenden Risikofaktoren. Eine typische Auslösesituation sieht wie folgt aus:

Beispiel 1. Unter einer Dauermedikation mit einem QT-Zeit-verlängernden Psychopharmakon (A) wird ein Antibiotikum (B) hinzugefügt, welches ebenfalls die QT-Zeit verlängert. Zudem tritt beispielsweise als Nebenwirkung des Antibiotikums Durchfall auf, der wiederum für Elektrolytverlust und Kaliummangel sorgt. Durch die Medikamentenwirkung und den durchfallbedingten Kaliummangel kann es dann zu einer summierten QT-Zeit-Verlängerung kommen – und somit zum Auftreten von Herzrhythmusstörungen.

Beispiel 2. Die Abbauprozesse von Medikamenten in der Leber, und hier vor allen Dingen über das Cytochrom P450 System, kurz CYP-System genannt, können ebenfalls Probleme bereiten. Stellen Sie sich vor ein potentiell QT-verlängerndes Medikament (A) wird über CYP 3A4 abgebaut. Kommt jetzt ein weiteres Medikament (B) hinzu, welches ebenfalls über CYP 3A4 verstoffwechselt wird, dann können sich folglich A und B am CYP 3A4 behindern. Aus diesem Grund wird der Abbau von A gestört, A staut sich vor CYP 3A4 an und A ist in stärkerer Konzentration in Ihrem Körper und auch in Ihrem Herzen erhöht. Das hat dann die Verlängerung der QT-Zeit zur Folge.

QT-Zeit-verlängernde Medikation – praktische Konsequenz

Es ist daher wichtig das Potenzial einer QT-Zeit-Verlängerung eines neu verordneten Medikamentes zu kennen. Somit ist es sinnvoll vor Einleitung einer Therapie das EKG zu kennen. Der Ausgangsbefund dient damit in Der Folge zur Kontrolle der  QT-Zeit im Verlauf.

Sollte hier eine relevante QT-Zeit-Verlängerung der frequenzkorrigierten QT-Zeit über 30 ms gemessen werden, so ist das Absetzen der Medikation zu überprüfen. Das ist nicht immer einfach, etwa wenn es sich um eine lebensnotwendige Therapie bei Tumorerkrankungen handelt. Dann muss man im Sinne einer Nutzen-Risikoabwägung gemeinsam im Team entscheiden, inwieweit die Medikation trotzdem fortgeführt wird. In solch einem Fall ist darauf zu achten, Zustände des Kalium- und Magnesiummangels zu verhindern und engmaschig im Blut zu kontrollieren.

Sollte es unter einer neuen Medikation zu Herzstolpern,  Schwindel oder Ohnmacht kommen, empfehlen wir, sofort ein EKG zu schreiben und die QT-Zeit zu messen. Zudem ist wichtig, dass man bei Langzeitbehandlung mit QT-Zeit-verlängernden Medikamenten regelmäßig den Kalium- und Magnesiumspiegel überprüft. Bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen ist die Dosis anzupassen und bei Begleitmedikamenten müssen konkurrierende Abbauwege beachtet werden.

Sollten Sie unter Medikamenten Herzstolpern verspüren, dann sollten Sie folglich immer zuerst an eine QT-Verlängerung durch Medikamente denken.

Schlussfolgerung

Die Potenz von Medikamenten die QT-Zeit zu verlängern ist klinisch relevant und sollte folglich im EKG stets überprüft werden. Auf jeden Fall ist eine sinnvolle Kontrolle über die Fachinformation der eingenommenen Medikamente auch für Sie möglich. Auch Apps können helfen: Eine spezielle App zur Beurteilung des Risikos der QT-Zeit-Verlängerung und auch des Risikos der Torsaden ist die kostenfreie App CredibleMeds Mobile.

 

 

 

 

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Herzrasen nach dem Mittagessen –  Herzrhythmusstörungen durch Histamin

Vorgeschichte

Bei einem 57-jährigen Mann ist seit der Kindheit eine saisonale Allergie bekannt. Seit dem jungen Erwachsenenalter treten immer wieder Symptome einer Histaminintoleranz bzw. eines Mastzellaktivitäts-Syndroms auf.

Ca. 10 Minuten vor Beginn der Symptome Mahlzeit mit Würstchen, Sauerkraut und Kartoffelpürree, dazu ca. 3 Eßlöffel Senf (Löwensenf, mittelscharf-mild).

Symptome von Histamin

Akute Symptome am Tag 1

  • Zuschwellung des Rachens mit veränderter Stimme (“kloßig”) und Schluckstörungen
  • Jucken der Augen
  • keine Luftnot
  • kein Herzstolpern (= asymptmatische Herzrhythmusstörungen)
  • Zuschwellen der Augen
  • Müdigkeit

Latente Symptome am Tag 2

  • Angina pectoris (Nitrospray– und Cimetidin-Test positiv)
  • weicher Stuhlgang
  • fortgesetzte Schwellung der Augen (bis Tag 3)

Smartphone 1-Kanal EKG – Apple Watch 4 

Was kann ich sehen:

  • elektrische Herzfrequenz 101 bpm
  • P-Welle gut sichtbar
  • regelmäßige P-Wellen mit konstantem Intervall, jeder P-Welle folgt ein QRS-Komplex mit gleichem Abstand = Sinusrhythmus
  • intermittierende elektrische Extraaktionen (Extrasystolen)
  • Extrasystolen mit SCHMALEM QRS-Komplex = Vorhoffextrasystolen = atriale Extrasystolen (gelber Punkt) mit post-extrasystolischen Pausen bis zur nächsten normalen elektrischen Herzaktion (gelber Strich). Bei einer Anzahl von  7 Extrasystolen während einer Aufzeichnungsdauer von 30 Sek. entspricht das 14% aller gezählter Hauptkammerkomplexe
  • Extrasystolen mit BREITEM QRS-Komplex = Hauptkammerextrasystolen = ventrikuläre Extrasystolen (roter Punkt), 1 Doppelaktion mit 2 aufeinanderfolgenden ventrikulären Extrasystolen (= Couplet); alle ventrikulären Extrasystolen sehen ähnlich aus = monomorphe ventrikuläre Extrasystolen = 1 einzelner Ursprungsort in den Herzhauptkammern wahrscheinlich. Bei einer Anzahl von 7 Extrasystolen während einer Aufzeichnungsdauer von 30 Sek entspricht das 14% aller gezählter Hauptkammerkomplexe.

Diagnose durch Apple

  • uneindeutig

Diagnose durch den Kardiologen

  • Sinustachykardie mit intermittierenden supraventrikulären Extrasystolen und monomorphen ventrikulären Extrasystolen mit 1 Couplet

Smartphone 1-Kanal EKG – AliveCor KardiaMobile

Was kann ich sehen? – Zusatzinformationen

Die Annotation (blaue Markierung), die Balkenlinie unterhalb des EKGs zeigt einen komplett regelmäßigen Grundrhythmus an. Bei besser sichtbaren regelmäßigen P-Wellen vor dem QRS-Komplex können Sie somit die Diagnose “Sinusrhythmus” eindeutig selber stellen. Auch die Vorhofextrasystolen (gelber Punkt) lassen sich gut abgrenzen.

Diagnose durch Kardia

  • Tachykardie

Die Diagnose “unklassifiziert” oder “mögliches Vorhofflimmern” wird NICHT gestellt, was richtig ist.

Diagnose durch den Kardiologen

  • Sinsutachykardie mit einzelnen atrialen Extrasystolen

Smartphone 1-Kanal EKG – AliveCor Kardia 6L

 

Was kann ich sehen? – Zusatzinformationen

Der Hauptvektor des QRS-Komplexes der monomorphen ventrikulären Extrasystolen liegt zwischen den Extremitätenableitungen II und III, d.h. die grösste positive Amplitude liegt zwischen diesen Ableitungen. Folglich handelt es sich um einen sog. Steiltyp.

Die Extrasystolen haben somit mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ihren Ursprung in einem Ausflußtrakt des Herzens oder der Aortenbasis. Entweder handelt es sich um den rechtsventrikulären Ausflußtrakt (Verbindung zwischen rechter Herzhauptkammer und Lungensrombahn) oder dem linksventrikulären Ausflußtrakt (Verbindung zwischen linker Herzhauptkammer und Aorta). Eine genauere Festlegung ist nicht möglich, hierfür brauchen Sie ein 12-Kanal EKG.

Die P-Wellen sind in dem 6-Kanal EKG gut abgrenzbar.

Diagnose durch Kardia

  • normal (bei Herzfrequenz <100 bom)

Diagnose durch den Kardiologen

  • ventrikuläre Extrasystole

Technische Anmerkung – Annotation bei Kardia von AliveCor

Die AliveCor Kardia Systeme, KardiaMobile, KardiaBand und Kardia 6L  zeigen im 1-Kanal EKG eine sog. Annotation an. Es handelt sich um eine Balkenlinie (blaue Markierung) unterhalb des EKGs; die kleinen senkrechten Balken zeigen den QRS-Komplex an. Somit können Sie auch bei schneller Herzschlagfolge die Regelmäßigkeit der Herzaktionen besser bewerten. Gegebenenfalls können Sie das EKG ausdrucken und mit einem Zirkel oder einem Lineal selber nachmessen. Sowohl das KardiaMobile als auch die 1-Kanal EKG-Funkton des Kardia 6L verfügen über eine Annotation. Das 1-Kanal EKG von Apple verfügt nicht über eine Annotation.

Technische Anmerkung – Vorteile des 6-Kanal EKGs

Gerade dem geschulten Betrachter bietet das 6-Kanal EKG von AliveCor mehr Möglichkeiten. Die P-Wellen sind besser abgrenzbar, weil Sie in der Regel in der Extremitäten Ableitung II am besten sichtbar sind. Die 1-Kanal EKGs bilden jeweils nur die Ableitung I ab.

Durch das 6-Kanal EKG läßt sich auch der Ursprungsort von ventrikulären Extrasystolen besser abgrenzen. Das hat durchaus Bedeutung, weil es sich in dem vorgestellten Fall mit hoher Wahrscheinlichkeit um  ventrikuläre Extrasystolen aus einem Ausflußtrakt des Herzens handelt.

 

Intervention und Verlauf

Symptome. Die akuten Symptome entwickelten sich 10 Minuten nach Ende der Mahlzeit und der betroffene Mensch nahm dann 2 orale Antihistaminika, den H1-Blocker Lorantadin (10mg) und den H2-Blockers Ranitidin (300 mg, oral nicht in Deutschland erhältlich). Die Symptomentwicklung hatte eine klare Abfolge, indem sie sich eindeutig zuerst im Rachenraum bemerkbar machten.

Herzrhythmus. Die atrialen und ventrikulären Extrasystolen wurden zuerst ca. 10-15 Minuten nach Beendigung der Mahlzeit registriert. Die ventrikulären Extrasystolen waren nach ca. 1 Stunde deutlich rückläufig bzw. nicht mehr nachweisbar, während atriale Extraaktion weiter vorkommen, allerdings nicht in der anfänglichen Häufigkeit.

Interessanterweise lag die Herzfrequenz in der Nacht (gemessen mit Apple-Watch 4 + SleepWatch App) bis zum Morgen, d.h. 16h Stunden nach der Symptom-auslösenden Mahlzeit mit 77 bpm mehr als 10 bpm höher als in den 7 Tagen davor (Durchschnitt 15,1 bpm <77 bpm). Folglich bestand somit eine fortgesetzte arrythmogene Aktivierung des Herzens auch in der Nacht.

Den vollständigen Fallbericht finden Sie hier: Fallbericht V.a.Histaminintoleranz

Kurzbeschreibung – Histamin und Herzrhythmusstörungen

Histamin wirkt über verschiedene Rezeptoren und bewirket so mannigfache Symptome. Dabei verursachen vor allen Dingen die Aktivierung von H1 und H2 Rezeptoren Veränderungen im Herz-Kreislaufsystem.

Folglich bewirkt Histamin über die  H1 Rezeptoren eine Blutgefäßerweiterung und damit Blutdruckschwankungen. Die H2 Rezeptoren hingegen stimulieren das Herz indem sie, so wie in diesem Fall eine Tachykardie auslösen und auch die Muskulatur der Herzhauptkammern zu mehr Aktivität stimulieren. Darüber hinaus können vor allen Dingen in den Vorkammern Extrasystolen bis hin zu Vorhofflimmern getriggert werden.

Ein indirekter Beleg für die Bedeutung von Histaminrezeptoren am Herzen ist die Wirkung von sog. H2-Blockern, z.B. Cimetedin und Ranitidin am Herzen. Schließlich ist bei Rantidin die Wirkung auf die Erregungsbildung und -weiterleitung im Herzen so  ausgeprägt, dass unter höheren Dosierungen von 300mg Ranitidin in seltenen Fällen kritische Verlangsamungen der Herzfrequenz vorkommen können.

Folglich haben diese  Zusammenhänge im Alltag durchaus praktische Bedeutung. In diesem Sinne sind Menschen, die ohnehin schon ein erhöhtes Risiko, z.B. für Vorhofflimmern haben, besonders gefährdet. Liegt dann noch eine Histaminerkrankung, z.B. eine Allergie, eine Histaminintoleranz oder ein Mastzellaktivitätssyndrom vor, dann können zugeführte Histamin-begünstigende Nahrungsmittel, so z.B. auch das beliebte Oktoberfestbier Herzrhythmusstörungen auslösen.

Während eine Allergie von Betroffenen und Ärzten gut erkannt wird, fällt die Abgrenzung anderer Histaminerkrankungen aufgrund der eingeschränkten diagnostischen Möglichkeiten, und hier vor allen Dingen eines einfachen Labortests, schwer. Folglich sollten wir bei Herzrhythmusstörungen im jüngeren und mittleren Lebensalter, d.h. bei fehlenden weiteren Risikofaktoren für das Herz an eine Histaminerkrankung bzw. den Einfluss von Nahrungsmitteln denken und genauer nach weiteren Histaminsymptomen fragen.

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Schlafapnoe-Syndrom- gestörte Atmung im Schlaf

Das Schlafapnoesyndrom betrifft etwa 15% aller Männer und etwa 7% aller Frauen. Bei diesen Mensch ist der gesunde Schlaf gestört. Unbehandelt führt es zu Symptomen wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwitzen. Kardiologen assoziieren damit außerdem Bluthochdruck und Vorhofflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – erste Hinweise

Die ersten klinischen Hinweise für ein Schlafapnoe-Syndrom sind eine nicht zu erklärende Tagesmüdigkeit sowie Schnarchen oder Atemaussetzer im Schlaf, die oft der Partner oder die Partnerin bemerkt. Darüber hinaus haben übergewichtige Menschen häufiger ein Schlafapnoe-Syndrom. Vor allem bei einer Kombination dieser Merkmale sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen.

Schlafapnoe-Syndrom – kardiorespiratorische Polygrafie als Screeninguntersuchung

Die erste Untersuchung zur Diagnoseerstellung ist eine sogenannte kardiorespiratorische Polygrafie. Der oder die Betroffene nimmt das Screeninggerät nach einer kurzen Erklärung in der Praxis mit nach Hause und legt es sich vor dem Schlafengehen selbst an. Das Gerät besteht aus einem Brust- und Bauchgurt, Sauerstoffsättigungssensor am Finger, einem Atemgasflusssensor sowie einem Mikrofon zur Aufnahme von Schnarchgeräuschen. Außerdem kann das Aufzeichnungsgerät durch einen inkludierten Lagesensor die Schlaflage feststellen. Das ist überaus wichtig, da in den meisten Fällen die Rückenlage das Schlafapnoe-Syndrom verstärkt. Ebenso gibt es Schlafapnoen, die ausschließlich in Rückenlage auftreten.

Schlafapnoe-Syndrom – was messen wir?

Das Messsystem kann die relevanten Parameter der nächtlichen Atmungsstörung aufzeichnen. Im Einzelnen sind das:

Schlafapnoe-Syndrom – obstruktiv versus zentral

Das Auswerten der kardiorespiratorischen Polygrafie beantwortet die Frage, ob ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt. Der wichtigste Parameter ist der sogenannte Apnoe-Hypopnoe-Index. Gemessen und gezählt werden dabei die Phasen einer Apnoe beziehungsweise einer Hypopnoe pro Stunde. Ein AHI-Wert bis 5 gilt noch als normal. Darüber hinaus sind der sogenannte Entsättigungsindex und die minimale Sauerstoffsättigung wichtig und zeigen eine Gefährdung an. Denn ein nächtlicher Sauerstoffmangel führt auch zur Stress-Belastung und zum Freisetzen von Adrenalin.

Ergänzend unterscheidet man ein überwiegend obstruktives Schlafapnoe-Syndrom von einem zentralen Schlafapnoe-Syndrom. Bei der obstruktiven Form sind die oberen Atemwege verlegt, eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist jedoch vorhanden. Bei der zentralen Form, die vom Gehirn gesteuert wird, fehlt der Atemantrieb und somit diese Atembewegung. Beide Formen zeichnen sich durch einen fehlenden oder unzureichenden Atemgasfluss in die Lunge aus.

Außerdem wird untersucht, ob und wie das Schlafapnoe-Syndrom von der individuellen Körperlage abhängt. So ist der Befund in Rückenlage in aller Regel schlechter als der auf Seite.

Schlafapnoe-Syndrom – Schweregradeinteilung

Abhängig vom Schweregrad ist nicht nur die weiterführende Diagnostik im Schlaflabor, sondern auch die Dringlichkeit einer Therapie. Leichtgradige Befunde bei Übergewicht können zum Beispiel zunächst behandelt werden, indem das Gewicht reduziert und die Rückenlage im Schlaf verhindert werden. Die Schweregrade werden anhand des AHI eingeteilt:

  • Leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom: AHI bis 15/h
  • Mittelgradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI bis 30/h
  • Schwergradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI >30/h

Schlafapnoe-Syndrom-Screening – sinnvoller Einsatz?

Wir sehen die kardiorespiratorische Polygrafie als sinnvolle Screening-Untersuchung insbesondere bei klassischen Symptomen wie Tagesmüdigkeit und Schnarchen. Darüber hinaus erleben wir in der Cardiopraxis Menschen mit anfallsartigem Vorhofflimmern oder schwerem und schlecht einstellbarem Bluthochdruck, deren Ursache ein unentdecktes Schlafapnoe-Syndrom ist. Hier setzen wir insbesondere in der Screening-Diagnostik an.

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Bier auf dem Oktoberfest – Risikofaktor für Herzrhythmusstörungen

Seit 1810 findet in München das Oktoberfest statt. Ursprünglich als Feierlichkeit anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese gedacht, hat sich das Oktoberfest zu einem weltbekannten Volksfest mit über 5 Millionen Besuchern aus über 60 Ländern des nicht-bayrischen Auslands entwickelt.

Im Jahr 2015 haben 5,9 Millionen Besucher durchschnittlich 1,31 Maß Bier pro Besucher (1 Maß Bier = 1,069 l) getrunken. Wir untertreiben also sicherlich nicht, wenn wir behaupten, dass die allermeisten Besucher dieses beliebten Volksfestes kommen, um in der Gesellschaft Gleichgesinnter Bier zu trinken.

Bier enthält Alkohol. Alkohol kann Rhythmusstörungen auslösen. Diese Zusammenhänge hat eine Arbeitsgruppe, die Munich Beer Related Electrocardiogram Workup Study (MunichBREW) wissenschaftlich (und nüchtern) untersucht.

Alkoholtest und AliveCor Smartphone EKG auf dem Oktoberfest

Für die MunichBREW Studie wurden im Jahr 2015 auf dem Oktoberfestgelände 3.028 Besucher erfasst. Neben einem Standard-Alkohol-Atemtest leiteten die Untersucher jeweils ein 30-sekündiges 1-Kanal EKG mit dem KardiaMobile von AliveCor ab. Dieses Smartphone-basierte System zur Dokumentation eines EKGs ist wissenschaftlich getestet und wird von uns in der Cardiopraxis auch bei der Betreuung von Menschen mit Herzrhythmusstörungen häufig genutzt.

Das Durchschnittsalter betrug 34,7 +/- 13,3  Jahre, 29,9% waren Frauen. Der mittlere Alkoholgehalt betrug 0,85 +/- 0,54 Promille, bei Männern höher als bei Frauen.

Schneller Herzschlag und Herzrhythmusstörungen durch Bier

Bei 30,5% der Menschen wurde in der MunichBREW-Studie eine Herzrhythmusstörung nachgewiesen, wobei bei 25,9% aller Untersuchten eine Sinustachykardie vorlag. Sinustachykardie bedeutet eine regelmäßige Herzschlagfolge mit über 100 bpm, die als Ausdruck eines erhöhten Risikos für komplexere Herzrhythmusstörungen gewertet werden kann. Immerhin 5,4% des recht jungen Gesamtkollektives hatten komplexere Herzrhythmusstörungen, wie z.B. Extrasystolen der Vor- bzw.- Hauptkammern und 0,8% hatten sogar Vorhofflimmern, was ja ein Risikofaktor für einen Schlaganfall ist.

Hier ein authentisches “Oktoberfest-EKG” aus München (siehe Datum und Uhrzeit): vorbekanntes intermittierendes Vorhofflimmern; Samstag 28.9.19: Besuch des Oktoberfestes; gegen 21:00h 0,5 Maß Augustiner-Bräu, keine Nahrungsaufnahme; 2:02h in Nacht nächtlich symptomatisches Vorhofflimmern (geistriert mit KardiaMobile von AliveCore).

Bier für Bier – Risiko für Herzrhythmusstörungen steigt bei Frauen stärker als bei Männern

Nicht ganz unerwartet stieg mit der Alkoholkonzentration im Blut auch der Anteil an Menschen, die irgendeine Form von Herzrhythmusstörung aufwiesen. Frauen waren dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Ab 1,2 Promille konnten die Untersucher bei knapp 50% der Frauen und bei knapp 40% der Männer eine Herzrhythmusstörung mit dem 1-Kanal EKG nachweisen.

Alkohol und Histamin im Bier – Risikofaktor für Herzrhythmusstörungen

Wir können davon ausgehen, dass auf dem Oktoberfest zur Steigerung des Alkoholgehaltes im Blut fast ausschließlich Bier zum Einsatz kommt. Folglich müssen wir für die Entstehung von Herzrhythmusstörungen also neben dem Alkoholgehalt und dem Verlust an Elektrolyten auch den Gehalt an Histamin im Bier berücksichtigen.

Beim Bier hat der Histaminstoffwechsel eine besondere Bedeutung, da Bier Histamin enthält und durch den Alkoholgehalt der Abbau von Histamin über das Enzym Diaminooxidase gleichzeitig blockiert wird. Histamin selber kann über H2 Rezeptoren am Herzen einen schnellen Herzschlag und Herzrhythmusstörungen auslösen.

Alkohol. Grundsätzlich gilt, dass Alkohol schon alleine, egal in welcher Zubereitung ein Risikofaktor für Rhythmusstörungen des Herzens ist. Die Mechanismen sind hier nicht ganz klar. Das traditionelle Oktoberfestbier, das Märzenbier, welches die Münchner Brauereien im März brauen, zeichnet sich durch einen relativ hohen Alkoholgehalt von bis zu 6,4% aus.

Trinken wir Alkohol, dann kennen die meisten von uns den Befund des schnellen Herzschlages. Ihre Herzfrequenz liegt dabei 10-20 ppm über Ihrer gewohnten Grundfrequenz in Ruhe. Unabhängig von den Mechanismen, die zum schnelleren Herzschlag führen, zeigt dieses an, dass Alkohol eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung des Herzens zur Folge hat. Adrenalin begünstigt immer Herzrhythmusstörungen, insbesondere dann, wenn im Vorfeld Rhythmusstörungen bzw. eine Herz-Kreislauferkrankung bekannt sind.

Elektrolytverlust. Wer Bier trinkt geht häufig zum Wasserlassen. Über den Urin kann Ihr Körper wichtige Elektrolyte, wie Kalium Magnesium und Natrium verlieren. Geschieht dieses im Übermaß, dann wird auch das elektrische Gleichgewicht im Herzen gestört und Herzrhythmusstörungen sind die Folge.

Histamin. Das Oktoberfestbier, also das untergärige Märzenbier enthält wie viele Nahrungsmittel Histamin, was schon alleine das Risiko für Herzrhythmusstörungen steigert. Übrigens, wer Probleme mit Herzrhythmusstörungen bzw. mit Histaminerkrankungen hat, der sollte das obergärige Weizenbier meiden, denn es hat sogar den ca. 6-fachen Histamingehalt im Vergleich zu untergärigen Bieren.

Clever auf das Oktoberfest

Sollten Sie bisher gesund sein und das Oktoberfest besuchen, dann wünschen wir Ihnen viel Spaß in guter Gesellschaft.

Zur Vorsicht raten wir allerdings Menschen mit vorbekannten Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere mit einer Vorgeschichte für Herzrhythmusstörungen, wie z.B. Extrasystolen und Vorhofflimmern. Darüber hinaus haben Menschen mit Histaminerkrankungen, vor allen Dingen mit einer vorgenannten Histaminintoleranz und einem Mastzellaktivitätssyndrom ein erhöhtes Symptomrisiko.

Herzrhythmusstörungen. Eine Maß zu viel kann bei vorgenannten Herzrhythmusstörungen der Auslöser für anhaltendes Vorhofflimmern sein. Sie sollten sich auf eine Maß beschränken und vor dem Gang zur Theresienwiese 1-2 Elektrolyttabletten einnehmen, welche Kalium, Magnesium und Natrium enthalten. Hat Alkohol in der Vergangenheit bei Ihnen wiederholt Herzrhythmusstörungen verursacht, dann sollten Sie ganz auf Alkohol verzichten.

Histaminerkrankungen. In Abhängigkeit von den Symptomen eines Histaminüberschusses in der Vergangenheit, sollten Sie evtl. auf Bier ganz verzichten. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn z.B. nach Bier bei Ihnen schon mal Luftnot und ein instabiler Kreislauf vorgekommen sind. Waren die Symptome allerdings bisher nicht besonders stark ausgeprägt, z.B. traten nur Müdigkeit, lediglich leichter Juckreiz bzw. leichter Durchfall am Folgetag auf, dann können Sie Histamin-Symptomen vorbeugen.

So können Sie den Abbau von Histamin durch die Einnahme von Diaminooxidase-Kapseln (DaosinⓇ) ca. 30-60 Minuten vor dem ersten Bier unterstützen. Weiterhin kann Ihnen auch die Einnahme von 500-1.000 mg Vitamin C pro Tag an den Tagen vor dem Wies’n Besuch helfen, da Vitamin C die Histaminfreisetzung aus Mastzellen verringert.

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Apple Watch und AliveCor – 1-Kanal EKG zur Vorbeugung eines Schlaganfalls

Mit der Apple Watch von Apple und Kardia Band bzw. Kardia Mobile von AliveCor gibt es Smartphone-basierte Systeme um 1-Kanal-EKG abzuleiten. So können Sie als medizinischer Laien erlauben zu jeder Tages- und Nachtzeit, sei es zu Hause, bei der Arbeit oder beim Sport ein medizinisch hochwertiges EKG schreiben und auf Ihrem Smartphone speichern.

Medizinisch so bedeutend sind die Systeme, weil sie Herzrhythmusstörungen erkennen können und hier vor allen Dingen Vorhofflimmern. Daneben können auch Symptome wie Herzstolpern, Herzrasen und Benommenheit im Hinblick auf mögliche andere Rhythmusstörungen objektiviert werden. Ein Herzinfarkt lässt sich mit einem 1-Kanal EKG allerdings nicht erkennen.

Vorhofflimmern – häufig zu spät erkannt

In Deutschland treten pro Jahr 270.000 Schlaganfälle auf. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für eine dauerhafte Behinderung und die dritthäufigste Todesursache. Ausgangspunkt für einen Schlaganfall ist in 20-25% der Fälle ein Vorhofflimmern des Herzens. Hat ein Mensch Vorhofflimmern, dann ist das Schlaganfallrisiko um das 5-fache erhöht.

Mindestens 1,8 Millionen Menschen in Deutschland haben Vorhofflimmern. Problematisch ist, dass Vorhofflimmern selbst in über 50% der Fälle keine Symptome verursacht, so dass es häufig nur zufällig entdeckt wird. Immer wieder wird Vorhofflimmern erstmalig beim Auftreten eines Schlaganfalls und damit viel zu spät diagnostiziert. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass Vorhofflimmern häufig nur anfallsartig, d.h. vorübergehend auftritt (und trotzdem das Schlaganfallrisiko steigert), so dass der Befund in der Routinediagnostik wie Ruhe-EKG und Langzeit-EKG nicht erfasst wird. 1-Kanal-EKGs abgeleitet über die Apple Watch oder über die AliveCor Systeme sind hier eine wertvolle medizinische Hilfe, insbesondere für Risikopatienten.

Verschiedene Anbieter für 1-Kanal-EKGs

Sowohl mit dem KardiaBand von AliveCor als auch beim eigenen System der Apple Watch (ab Apple Watch 4) kann man ein EKG über die Apple Watch ableiten. Für die Nutzung des AliveCor Systems benötigen Sie ein spezielles Armband mit einem zusätzlichen Kontaktpunkt, das KardiaBand. Dieser zweite Kontaktpunkt ist bei der Apple Watch 4 fest in die Uhrkrone integriert.

Als alternative Lösung kann man unabhängig von einer Apple Watch auch die Kardia Mobile Kontaktplatte nutzen. Während beide Lösungen über die Apple Watch auch prinzipiell ohne Smartphone funktionieren, benötigen Sie für das Kardia Mobile immer das Smartphone. Vorteil der Lösung mit Kardia Mobile: Es ist wesentlich kostengünstiger als die beiden anderen Lösungen und lässt sich auch mit anderen mobilen Betriebssystemen wie Android nutzten.

Passive und aktive Messung unterscheiden

Man unterscheidet bei beiden Lösungen, die in Verbindung mit der Apple Watch funktionieren, eine passive und eine aktive Messung. Bei der passiven Messung überwacht die Uhr die Herzfrequenz in Verbindung mit der Bewegung und zeigt an, wenn die Herzfrequenz in Ruhe von der sonst üblichen Herzfrequenz abweicht, z.B. 120 anstatt üblicherweise 72 bpm. Das kann ein indirekter Hinweis auf Vorhofflimmern sein. Die aktive Messung ist dagegen die direkte Registrierung eines EKGs: Dabei wird die EKG-Funktion aktiviert und über 2 Körperkontaktpunkte in der Regel über 30 Sekunden ein EKG abgeleitet. Dieses EKG wird gespeichert und die betroffene Person kann es jederzeit bequem über die App an einen Arzt bzw. eine Ärztin weiterleiten.

Während die passive Messung durchaus häufiger fehlerhaft ist, z.B. durch einen lockeren Sitz der Uhr, ist die aktive EKG-Messung sehr genau und kann im Fall von Vorhofflimmern Grundlage einer Therapieentscheidung sein. Sowohl das System von Apple als auch die Systeme von AliveCor verfügen über eine Diagnosefunktion mit den Diagnosen “normal”, “unklassifiziert” und “mögliches Vorhofflimmern”. Die Treffersicherheit zum Nachweis von Vorhofflimmern bzw. eines normalen Herzrhythmus´ liegt bei beiden Systemen zwischen 97-99%. Das Risiko für einen Schlaganfall steigt innerhalb von 48h nach Beginn deutlich an. Daher sollten Sie im Fall der Diagnose “unklassifiziert” oder “mögliches Vorhofflimmern” den Befund zeitnah einem Arzt zeigen.

Bereits gute Erfahrungen in der Cardiopraxis mit AliveCor

In der Cardiopraxis machen wir mit den AliveCor Systemen seit mehreren Jahren sehr gute Erfahrungen. Ähnliche Ergebnisse erwarten wir bei der Apple Watch 4  (hier geht´s zu einem aktuellen WDR-Bericht über die Apple Watch 4 in der “Aktuellen Stunde”). Wir verfügen über mehrere Kardia Mobile Kontaktplatten, die wir mehrmals im Monat an symptomatische Patienten verleihen.

Das Vorgehen ist insbesondere dann wertvoll, wenn wir aufgrund einer Risikokonstellation und bei immer wieder auftretendem eher typischem Herzstolpern für Vorhofflimmern im Ruhe-EKG und Langzeit-EKG keine relevanten Rhythmusstörungen finden.

Eine weitere wichtige Anwendungsmöglichkeit ist das “Pill-in-the-Pocket” – Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Um es an einem Beispiel zu erklären: Es kann etwa vorkommen, dass ein Mann an einem Freitagabend nach dem Sport und zwei Gläsern Bier erstmals mittels Kardia Mobile und Smartphone Vorhofflimmern dokumentiert. Er schickt dann das EKG per E-Mail oder per Textmessenger an eine unserer Ärztinnen oder Ärzte in der Cardiopraxis. Das sieht so aus:

Meistens lässt sich dann alles Weitere gut regeln, ohne dass der Patient (oder die Patientin) eine Notaufnahmestation aufsuchen muss. Häufig hat die betroffene Person schon vorab ein Rezept für einen Blutverdünner erhalten, was sie dann in der Notapotheke “scharf stellen” kann. Oder wir schicken eins per Handy-Foto zu, was in der Regel vom Apotheker akzeptiert wird (vorausgesetzt das Originalrezept wird nachgeliefert). So lässt sich ein gefährlicher Schlaganfall verhindern, ohne stundenlang in der Notaufnahme sitzen zu müssen – und man kann am nächsten Tag wieder zum Sport gehen.

Natürlich kann man auch zur Überwachung den Puls tasten, z.B. 2x in der Woche über jeweils 1 Minute. Allerdings ist die Diagnose aufgrund der mündlichen Aussagen bei weitem so nicht sicher. Folglich würden die allermeisten Ärzte und Ärztinnen nie eine Entscheidung für eine gerinnungshemmende Therapie treffen, wenn kein schriftlich dokumentiertes EKG vorliegt. Der Grund ist, dass eine gerinnungshemmende Therapie zur Verhinderung eines Schlaganfalls ja auch mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist, was als eine erhebliche Nebenwirkung einzustufen ist.

Auch für Risikopatienten ohne bisherige Symptome geeignet

Wir in der Cardiopraxis empfehlen Systeme zur Ableitung eines 1-Kanal EKGs auch solchen Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern haben und bisher noch keine Symptome oder kein gesichertes Vorhofflimmern hatten. Vor allen Dingen dann, wenn eine Kombination mehrerer Risikofaktoren vorliegt:

  • Alter >65 Jahre
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • vergrößerte Herzvorkammer im Herzultraschall
  • Herzschwäche
  • relevante Herzklappenerkrankung
  • Durchblutungsstörung des Herzens (Koronare Herzkrankheit, nach Herzinfarkt)
  • Zustand nach Herzoperation
  • in bestimmten Fällen bei Medikamenten (z.B. Schilddrüsenhormone, Asthma-Sprays)

Da wir nicht wissen, ob solche Menschen ein asymptomatisches Vorhofflimmern entwickeln werden, raten wir dazu, unabhängig von Symptomen 1-2x pro Woche jeweils über 1 Minute ein EKG abzuleiten. Man kann das mit der Blutdruckmessung vergleichen: Man misst regelmäßig, um im richtigen Moment das Richtige tun zu können. Wichtig an dieser Stelle ist, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen dem betroffenen Menschen und der Ärztin bzw. dem Arzt vereinbart ist. Tauchen bei der EKG-Dokumentation Unsicherheiten auf, dann muss in jedem Fall ein fachlich geschulter Arzt konsultiert werden.

1-Kanal-EKGs mit dem Smartphone – ein wichtiger Schritt in Zukunft

Heutzutage haben wir gerade bei Vorhofflimmern sehr differenzierte effektive und sichere Behandlungsmöglichkeiten, die uns helfen einen Schlaganfall zu verhindern. Sie müssen allerdings auch zum richtigen Zeitpunkt ärztliche Hilfe suchen. Grundsätzlich besteht in der Medizin eine zunehmende Tendenz, differenzierte technische Diagnostik möglichst nah zu den potentiell betroffenen Menschen zu bringen. Seien es jetzt die Apple Watch 4 oder die Systeme von AliveCor – es handelt sich um valide Diagnosesysteme. Folglich schließen wir eine wichtige diagnostisch Lücke und die Schnittstelle zwischen Ihnen und z.B. ihrer Kardiologin wird weiter verbessert.

Die Verlagerung von hochwertiger medizinisch-technischer Diagnostik in den Alltag von Risikogruppen wird in zunehmen. Daher rechnen wir damit, dass in den nächsten 5-10 Jahren durch diese Systeme die Schlaganfallrate deutlich reduzieren lässt.

Blog “EKG erstellen mit Smartphone & Smartwatch”

Hier geht es zu unserem Blog “EKG erstellen mit Smartphone & Smartwatch”. Dort finden Sie Fallberichte mit EKG-Beispielen und Erklärungen der EKGs. In loser Folge werden Sie hier immer wieder neue Beiträge finden.

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Herzstolpern, Herzrasen – Warum ein 1-Kanal-EKG mit dem Smartphone?

Die EKG-Funktion von Smartphones entweder in Verbindung mit einer Smartwatch oder anderen Geräten zur Ableitung wird  zunehmend auch in Fachkreisen diskutiert. Auch wir in der Cardiopraxis erleben hier alltäglich den wertvollen Beitrag dieser Systeme bei der Gesundheitsversorgung, insbesondere bei der Verhinderung eines Schlaganfalls. Sollten Sie sich für dieses Thema interessieren, dann werden Sie bei Cardiopraxis immer wieder Beiträge zum Thema “Smartphone EKG” finden.

Smartphone, Smartwatch oder Blutdruckgerät mit EKG-Funktion – planen und kaufen 

Sie überlegen sich, ob Sie ein Smartphone-basiertes Gerät mit EKG-Funktion oder ein ähnliches Gerät kaufen sollen. Möglicherweise haben Sie ein solch teures Produkt bereits erworben und fragen sich jetzt: Was soll ich damit anfangen? Wozu brauche ich überhaupt eine EKG-Funktion auf meinem Smartphone?

Aus professioneller Sicht handelt es sich bei den Smartphone-basierten Angeboten zur Ableitung eines EKGs zunächst einmal um hochwertige Produkte. Es gibt hier verschiedene Anbieter, z.B. AliveCor, Apple, Withings und Samsung.Die Information des 1-Kanal-EKGs ist medizinisch verwertbar und wissenschaftlich getestet. Es handelt sich somit nicht um ein Spielzeug, da die Messergebnisse diagnostische und therapeutische Konsequenzen haben können.

Wie können Sie die EKG-Funktion für sich sinnvoll nutzen?

Der Blog “Smartphone-EKG” – EKG lernen

Um Ihnen ein besseres Verständnis für den Sinn und die Feinheiten des 1-Kanal-EKGs zu ermöglichen, betreibt Cardiopraxis zu diesem zukunftsweisenden Thema einen Blog.

Wir veröffentlichen Beiträge zum Thema EKG mit dem Smartphone in loser Folge. Dabei stehen Fallberichte mit Beispiel-EKGs und den dazu passenden Erklärungen im Vordergrund. Wir wollen Ihnen die Nutzungsmöglichkeiten, aber auch die Fehlerquellen beim 1-Kanal-EKG aufzeigen.

Warum macht die Cardiopraxis einen Blog zum Thema Smartphone und EKG? 

Wir in der Cardiopraxis nutzen seit 2016 KardiaMobile von AliveCor bei der Patientenversorgung, die Systeme verleihen wir mehrmals im Monat an Patienten mit unklaren Rhythmusstörungen. Da Rhythmusstörungen häufig nur vorübergehend sind, die z.B. nur 2 mal im Monat auftreten, werden Sie häufig auch mit einem Langzeit-EKG nicht erfasst. Gerade hier sind uns die Smartphone-basierten Systeme eine große Hilfe.

Inzwischen haben wir auch umfangreiche Erfahrungen mit dem KardiaBand und der AppleWatch 4. Im Bereich Smartphone EKG werden wir in der Zukungft auch alle medizinsich sinnvollen Systeme testen und Sie darüber informieren.

Wir sind von den 1-Kanal-EKGs mit dem Smartphone und deren Nutzen auch als Profis überzeugt. Die Verlagerung von hochwertiger Diagnostik zum betroffenen Menschen halten wir für zukunftsweisend und gesundheitsfördernd. Der medizinische Hauptnutzen bei den 1-Kanal-EKGs mit dem Smartphone ist der Nachweis bzw. der Ausschluss von symptomatischem und asymptomatischem Vorhofflimmern, was der Schlaganfallverhütung dient.

Schlaganfall – unerkanntes Vorhofflimmern häufig die Ursache 

Pro Jahr treten in Deutschland ca. 270.000 neue Schlaganfälle auf. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung. Dieser Zustand ist nur allzu häufig mit einem Verlust der vollen körperlichen und geistigen Selbstbestimmtheit verbunden. Das Gefühl der Hilflosigkeit vor dem Hintergrund verlorener Gesundheit lässt Sie bisweilen verzweifeln und an den Verlust der eigenen Würde denken.

Wer schwere Verläufe von Schlaganfällen kennt, und wenn es nur ein einziger “Fall”  ist, der weiß, warum wir diesen Blog machen.

In 20-25% der Fälle ist die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern die Ursache eines Schlaganfalls. Vor allen Dingen unerkanntes und unbehandeltes Vorhofflimmern ist dabei meistens der Grund. Die Diagnose “Vorhofflimmern” kann nur mittels EKG gestellt werden. Andere Verfahren, wie z.B. die Tastung des Pulses sind nur richtungsweisend.

Medizinischer Nutzen von Smartphone-EKGs – Schlaganfall verhindern 

Das Besondere an den meisten Systemen für Smartphone-EKGs ist eine automatische Erkennung von Vorhofflimmern. Das AliveCor System zeigte in Studien eine Diagnosesicherheit von Vorhofflimmern von über 95%. Die Sicherheit bei der Diagnose eines Normalbefundes lag ebenfalls über 95%.

Sollte die Diagnose Vorhofflimmern gestellt werden, muss fast immer eine notwendige Therapie zur Verhinderung eines Schlaganfalls eingeleitet werden. Diese beinhaltet dann auch eine Hemmung der Blutgerinnung, was schlussendlich das Risiko für einen Schlaganfall um mehr als 70% reduziert.

Problematisch bei Vorhofflimmern ist, dass es häufig immer wieder nur kurzzeitig auftritt und trotzdem gefährlich ist. In diesen Fällen können wir auch als Kardiologen die Rhythmusstörung mittels Ruhe-EKG oder auch Langezeit-EKG nicht erfassen. Diese diagnostische Lücke kann durch das Smartphone-EKG geschlossen werden. Anders gesagt, mit einem Smartphone-EKG können Sie selber Vorhofflimmern erfassen, auch wenn Sie nicht in direkter kardiologischer Betreuung sind oder ein übliches EKG-Gerät in der Hausarztpraxis oder Notaufnahme unmittelbar erreichbar ist.

Wir sind davon überzeugt, dass sich durch die Früherkennung von Vorhofflimmern mittels Smartwatch-EKGs die Rate an Schlaganfällen deutlich senken lässt.

Neben Vorhofflimmern werden natürlich auch andere Rhythmusstörungen aufgezeichnet, die bei Symptomen zur Diagnosefindung beitragen können. Ein nicht zu unterschätzender Wert von Smartphone-EKGs ist, dass bei vorliegenden Symptomen eine Rhythmusstörung ausgeschlossen werden kann. Dieses vermeidet weitere unnötige Diagnostik und Therapie.

EKG mit dem Smartphone – Was es nicht leisten kann

Grundsätzlich ist festzuhalten: Ein Smartphone-EKG eignet sich bisher nicht zur Erfassung eines Herzinfarktes.

Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern tritt oft anfallsartig auf, sie dauert unterschiedlich lang, einige Minuten bis viele Stunden. Problematisch ist, dass viele solcher Episoden asymptomatisch sind. Studien legen nahe, dass mehr Episoden asymptomatisch als symptomatisch sind. Deshalb macht es auch für Risikopatienten Sinn, dass sie auch ohne Beschwerden 1-2 mal in der Woche messen.

Mit dem Smartphone-EKG kann ich den Herzrhythmus im selben Augenblick messen. Eine Aussage darüber, ob vielleicht in der Vergangenheit Vorhofflimmern vorlag, können wir nicht treffen. Übrigens gilt dies auch für alle anderen herkömmlichen EKG-Methoden.

Vorhofflimmern – Puls tasten, Arrhythmiefunktion mit Blutdruckmanschette oder Smartphone-EKGs

Im Gegensatz zum Tastbefund und der Arrhythmie-Detektion durch eine einfache Blutdruckmanschette ermöglicht das 1-Kanal-EKG mit dem Smartphone eine schriftliche Dokumentation. Ohne schriftliche Dokumentation ist keine Einordnung von Rhythmusstörungen durch den Arzt möglich, und damit auch keine Therapie. Hier bieten die Smartphone-EKGs einen entscheidenden Vorteil.

Die Daten können an eine Ärztin oder an einen Arzt via Text-messaging, E-Mail oder direkt als Print-out mitgeteilt werden.

EKG mit dem Smartphone – den Kontakt zum Arzt halten 

Das Smartphone-EKG ersetzt nicht den Arztbesuch. Nur ein Arzt kann ein EKG sicher bewerten und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen einleiten.

Im Zweifel sollten Sie bei Symptomen oder unklaren EKG-Befunden daher immer einen Arzt kontaktieren, am besten einen Kardiologen oder eine Kardiologin.

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