Wie lang ist ein Langzeit-EKG?

Das Langzeit-EKG ermöglicht eine Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität über einen längeren Zeitraum. Typischerweise eben 24 Stunden über einen Tag, aber es sind auch Aufzeichnungen bis zu 7 Tagen damit machbar. Da Herzrhythmusstörungen auch nur vorübergehend vorkommen können und die EKG-Dokumentation zur richtigen Einordnung und Therapieentscheidung unerlässlich ist, kann eine längere EKG Aufzeichnung sinnvoll sein.

Ablauf der Langzeit-EKG-Aufzeichnung

Es werden 3-6 Elektroden auf den freien Oberkörper aufgelegt. Diese Elektroden sind mit einer tragbaren Aufzeichnungseinheit verbunden und so wird der Herzrhythmus kontinuierlich aufgezeichnet. Dann erfolgt zunächst eine computergestützte Analyse und Beurteilung durch einen erfahrenen Kardiologen, um den Herzrhythmus und etwaige Auffälligkeiten zu beschreiben. Wichtig ist, dass der Patient mit dem Langzeit-EKG möglichst einen Tag mit typischen Alltagsaktivitäten verbringt. Den Tagesablauf sollte er oder sie auf einem Bogen skizzieren und vor allen Dingen Symptome aufschreiben. In der Analyse und dann auch in der Therapie ist die Korrelation zwischen Symptom und Herzrhythmus wichtig.

Langzeit-EKG: Die Auswertung

Das Langzeit-EKG werten wir hinsichtlich vieler zu bestimmender Parameter aus. Zunächst einmal fragen wir, ob der physiologische Sinusrhythmus als Grundrhythmus vorliegt. Darüber hinaus werden folgende Informationen ermittelt:

  • mittlere/maximale/minimale Herzfrequenz
  • Auftreten von Pausen größer 2 Sekunden?
  • Auftreten von Bradykardien?
  • Auftreten von Tachykardien?
  • Auftreten von Extraschlägen aus Vor- und Hauptkammer?
  • Messung der Herzfrequenzvariabilität

Besonders wichtig ist das Zählen der Extrasystolen und das Beurteilen ihrer ihrer Morphologie. Bedeutsam ist auch die zeitliche Verteilung der Extrasystolen: Treten sie zum Beispiel eher nachts auf in Ruhe oder eher tagsüber zum Beispiel bei körperlicher Belastung?

Langzeit-EKG: Wann führen wir es durch?

Generell kann ein Langzeit-EKG sinnvoll sein bei Symptomen, die durch vorübergehende Herzrhythmusstörungen verursacht sein können. Hierzu zählen zum Beispiel:

Zudem kann aber auch bei schwerer struktureller Herzerkrankung ein Langzeit-EKG eingesetzt werden, um das Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen besser einzuordnen. Hierzu gehören zum Beispiel Patienten nach einem größeren Herzinfarkt mit Entwicklung einer Herzschwäche.

Welche Aussagen kann das Langzeit-EKG machen?

Im Wesentlichen dient das Langzeit-EKG dazu, Symptome und Herzrhythmusstörungen zu korrelieren beziehungsweise auch Herzrhythmusstörungen als Ursache auszuschließen. Es ist also immer wichtig zu fragen: Besteht eine Symptom-Herzrhythmus-Korrelation? Dann können wir auch therapeutisch tätig werden. Dies begründet auch ein Problem des Langzeit-EKGs: Im Sinne eines „Beifangs“ könnten Herzrhythmusstörungen wie Herzstolpern dokumentiert werden, die aber nicht dem klinischen Beschwerdebild des Patienten entsprechen.
Sollten die Herzrhythmusstörungen auch während des 24-Stunden-EKG nicht aufgetreten sein, so ist eine Verlängerung auf ein 7-Tage-EKG möglich. Zudem gibt es die Alternative externer Event-Recorder. Dabei trägt der Patient eine kleine Aufzeichnungseinheit mit sich, ähnlich groß wie eine Zigarettenschachtel. Nach vorheriger Einweisung legt er sie auf seinen Brustkorb auf und kann in dem Augenblick dann sein EKG schreiben. In ausgewählten Fällen sind auch sogenannte implantierbare Loop-Recorder möglich, beispielsweise bei wiederholten unklaren Ohnmachtsanfällen. Dabei wird unter der Haut ein kleiner Chip implantiert, der relevante Herzrhythmusstörungen für einen Zeitraum von 3 Jahren speichern kann.

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