AnrufOnline Termin

Bradykardie: Langsamer Puls

Langsamer Puls (Bradykardie)

Bei einem langsamen Puls sprechen wir von einer Bradykardie. Eine Bradykardie ist definiert als eine Herzfrequenz von unter 50 Schlägen pro Minute (<50 bpm).

Physiologischer Hintergrund:

Der Sinusknoten ist der Taktgeber des Herzens. Er gibt die Herzfrequenz vor. Ein langsamer Puls entsteht, wenn der Sinusknoten zu wenige Impulse abgibt bzw. im AV-Knoten die Überleitung auf die Hauptkammer übermäßig verzögert ist. Der AV-Knoten liegt am Übergang von der Vorkammer zur Hauptkammer und hat eine Filterfunktion. Er verzögert die Erregungsüberleitung von der Vorkammer auf die Hauptkammer. Ist diese Verzögerung zu stark, so kann daraus eine AV-Blockierung mit einer Pulsverlangsamung resultieren.

Langsamer Puls (Bradykardie) | Cardiopraxis - Ihre Praxis für Kardiologie in Düsseldorf und Meerbusch

Langsamer Puls: nicht immer krankhaft!

Ein langsamer Puls bedeutet nicht a priori krank. Im Schlaf oder auch bei Sportlern kommt es sehr häufig vor, dass die Herzfrequenz unter 50 bpm liegt. Ebenso physiologisch ist eine Abnahme der Herzfrequenz mit zunehmendem Lebensalter. Auch im Liegen ist die Herzfrequenz in der Regel niedriger als im Sitzen.

Ursachen eines langsamen Pulses:

Die Ursachen eines zu niedrigen Pulses sind häufig degenerativer Natur. Mit steigendem Lebensalter erschöpfen gewissermaßen der Sinusknoten bzw. der AV Knoten. Zudem kann jede strukturelle Herzerkrankung, wie die koronare Herzerkrankung z.B. nach stattgehabtem Herzinfarkt,  oder Herzschwäche zu Störungen im Erregungsbildungs – oder Erregungsleitungssystem des Herzens führen. Ursachen außerhalb des Herzens sind eine Unterfunktion der Schilddrüse oder gravierende Störungen im Blutsalzhaushalt.

Langsamer Puls durch Medikamente:

Wichtig sind Medikamente, die den Puls verlangsamen. Hierzu zählen Betablocker, Digitalispräparate, Kalziumantagonisten vom Verapamil-Typ und auch primär nicht kardial eingesetzte Medikamente wie Antidementiva.

Langsamer Puls: mögliche Symptome!

Die Symptome, die sich bei einer zu langsamen Herzfrequenz ergeben können, sind kurzzeitiger Schwindel oder Ohnmachtsanfälle, auch Angst und Nervosität, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit sowie ein vermehrtes Kälteempfinden. Steigt die Herzfrequenz unter Belastung unzureichend an, kann es auch zu einer belastungsabhängigen Luftnot und Leistungsschwäche kommen. Wir sprechen von einer chronotropen Inkompetenz.

So kann es z.B. sein, dass die Herzfrequenz auf dem Ergometer vor Einsatz eines Betablockers bis 160 bpm ansteigt und dann unter Betablockertherapie nicht mehr über 100 bpm steigt. Das erklärt zum Teil auch die häufig wahrgenommene Leistungseinschränkung unter Betablockertherapie.

Langsamer Puls (Bradykardie): Diagnose

Die Diagnose der Bradykardie stellen wir im EKG. Da ein langsamer Puls auch nur vorübergehend auftreten kann, ist es manchmal sinnvoll, im Langzeit-EKG über 24 Stunden die Herzfrequenz aufzuzeichnen und insbesondere auch die Nachtstunden zu untersuchen. In der Nacht ist der Puls physiologischerweise langsamer. Den unzureichenden Herzfrequenzanstieg unter Belastung untersuchen wir mit dem Belastungs-EKG.

Puls nicht gleich Herzfrequenz:

Eine besondere Form ist das sogenannte periphere Pulsdefizit, bei dem am Handgelenk ein zu langsamer Puls getastet wird, die Herzfrequenz im EKG aber normal ist. Dies liegt in der Regel an sogenannten Extrasystolen, das heißt frühzeitigen Herzschlägen typischerweise aus der Hauptkammer. Diese führen  dazu, dass das vom Herzen ausgeworfene Blutvolumen durch die frühzeitige Herzaktion so niedrig ist, dass wir keine Pulswelle tasten können.

Regelmäßig den Puls tasten:

Als Screeninguntersuchung eignet sich das eigene Puls tasten. Hierbei empfehlen wir, nicht nur auf den Puls pro Minute zu achten, sondern auch auf Regelmäßigkeit des Pulses. Bei Unregelmäßigkeiten kann es sich um Vorhofflimmern handeln. In solch einem Fall sollte zügig ein EKG geschrieben werden bzw. ärztlicher Rat eingeholt werden.

Langsamer Puls (Bradykardie): die Therapie

Therapeutisch greifen wir ein, wenn assoziierte Symptome wie Schwindel oder Ohnmacht und Einschränkung der Belastbarkeit durch eine langsame Herzfrequenz verursacht werden. Wichtig ist die fachliche Bewertung der Medikation. Pulsverlangsamende Medikamente reduzieren wir oder setzen sie sogar ganz ab. Zur Kontrolle, ob das therapeutische Ziel mit einer verbesserten Leistungsfähigkeit erreicht worden ist, setzen wir dann wieder Ruhe-EKG, Belastungs-EKG und Langzeit-EKG ein.

Medikamentöse Therapie:

Medikamente, die dauerhaft die Herzfrequenz steigern, sind in Tablettenform schwierig einsetzbar aufgrund von Nebenwirkungen beziehungsweise auch zu geringem Effekt. Die vorhandenen Medikamente wie Atropin oder Adrenalin sind als intravenöse Verabreichung dem Notfall vorbehalten.

Herzschrittmachertherapie:

In ausgewählten Fällen, wenn eine zu langsame Herzfrequenz mit Symptomen einhergeht und keine reversible Ursache vorliegt, empfehlen wir eine Herzschrittmacherimplantation. Der Herzschrittmacher übernimmt dann die Impulsgebung an das Herz.

Bradykardie: Die Experten der Cardiopraxis lassen Sie nicht allein!

Wir in der Cardiopraxis mit Praxen in Düsseldorf und Meerbusch haben einen Schwerpunkt in der Nachsorge von Herzschrittmachern, Defibrillatoren und biventrikulären Schrittmachergeräten. Wir haben dabei die Möglichkeit nicht nur die Elektrik zu überprüfen, sondern können über die gleichzeitige Messung des Herzzeitvolumens (gepumpte Liter Blut pro Minute) Elektrik und Kreislaufleistung optimal aufeinander abstimmen. Diese Anpassung ist häufig sehr individuell und Bedarf sowohl der technischen Möglichkeiten als auch einer guten fachlichen Kenntnis des Herz-Kreislaufsystems.

Wann muss ich zum Arzt?

Eine Bradykardie sollte immer kardiologisch abgeklärt werden, wenn Begleitsymptome auftreten. Zudem empfehlen wir bei sehr niedrigen Herzfrequenzen z.B. kleiner 40/min auch ohne Symptome eine Abklärung.

  • Grabenstr 17 · 40213 Düsseldorf

  • Mo Bis Do: 8:00 - 17:30 Uhr, Fr: 8:00 - 14:00 Uhr

  • Bus und Bahn:

    Haltestelle „Heinrich-Heine-Allee“
    U-Bahnen: U70, U71, U72, U73, U74, U75, U76, U77, U78, U79, U83
    Busse: SB 50, 780, 782, 785

  • Parkmöglichkeit

    Parkhaus Carsch-Haus (Adresse: Heinrich-Heine-Platz 1, Einfahrt über die Breite Straße)

  • Dorfstraße 32a · 40667 Meerbusch

  • Mo, Di, Do: 8:00 - 17:00 Uhr Mi, Fr: 8:00 – 13:00 Uhr

  • Bus und Bahn

    Haltestelle „Brühler Weg“ (direkt gegenüber der Praxis)
    Busse: 829, SB 51
    Haltestelle „Büderich, Kirche“ (ca. 6 Minuten Fußweg)
    Bus 830
    Haltestelle „Büderich, Landsknecht“ (ca. 12 Minuten Fußweg)
    U-Bahnen: U70, U74, U76

  • Parkmöglichkeit

    Parkplatz Dr.-Frantz-Schütz-Platz (Dorfstraße / Ecke Theodor-Hellmich-Straße)

Oder schreiben Sie uns eine Nachricht. Wir freuen uns auf Sie