Flaschentauchen bei Herz- und Kreislauferkrankungen – Tauchurlaub planen

Das Herz-Kreislaufsystem wird beim Flaschen-Tauchen unter Wasser belastet. Folglich sollten sich gerade Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen über den Einfluss des Flaschentauchens in Verbindung mit der individuellen Grunderkrankung informieren. Das gilt gerade für Menschen, die zum ersten Mal einen Kurs für Gerätetauchen planen.

Flaschentauchen – Risiko mechanische Belastung für die Lunge

Grundsätzlich gilt beim Tauchen: je tiefer Sie tauchen, desto stärker steigt der Umgebungsdruck. Ab Wasseroberfläche mit 1 bar steigt pro 10 m Tauchtiefe der Druck um jeweils 1 bar. Entsprechend dem Boyle-Mariott’schen Gesetze bleibt allerdings das Produkt aus Druck und Volumen konstant (Druck x Volumen = konstant). Das hat erhebliche Konsequenzen für Ihre Lunge.

Beim Tauchen ohne Atemgerät hat das beim Abtauchen folgende Konsequenzen. Zum Beispiel, wenn Sie an der Wasseroberfläche (1 bar) ein Lungenvolumen von 6 l haben, dann beträgt es in 10 m Tiefe (2 bar) nur noch 3 l. Wenn Sie auftauchen dehnt sich das das Volumen entsprechend wieder aus.

Beim Tauchen mit Atemgeräten wird allerdings das Lungenvolumen durch den Druck aus der Atemflasche beim Abtauchen konstant gehalten. Beim Auftauchen jedoch dehnt sich das Gasvolumen in der Lunge trotzdem aus: in 10 Meter Tiefe 6 l Luft, an der Wasseroberfläche 12 l Luft. Folglich sollten Sie stets regelmäßig ein- und auszuatmen und keinesfalls beim Aufstieg die Luft anhalten! Sonst besteht die Gefahr der Lungenüberdehnung mit Mediastinalemphysem, Pneumothorax oder arterieller Gasembolie.

Flaschentauchen – Risiko für Herz und Kreislauf

Alleine die mechanische Belastung der Lunge führt zu einer Beeinträchtigung des Kreislaufs indem die Lungenarterien und -venen eingeengt werden. Hinzu kommen der Umgebungsdruck und die Kälte, welche folglich einen Anstieg des Blutgefäßwiderstandes und damit eine Herabsetzung der Durchblutung begünstigen. Folglich wird auch das Herz vermehrt mechanisch belastet, was gerade bei Herzschwäche und Herzklappenfehlern zu kritischen Konsequenzen, wie Durchblutungsstörungen und Lungenödem führen kann. Das gilt nicht nur für die Phase des Tauchgangs, sondern auch für die Stunden bis Tage danach.

Der sog. Tauchreflex bedingt überdies, dass durch den erhöhten Umgebungsdruck unter Wasser, dass die Herzfrequenz um bis zu 30% abfallen kann. Dieser Mechanismus hat gerade bei Herzerkrankungen in Verbindungen mit einer niedrigen Ausgangsfrequenz, z.B. durch die Einnahme eines Beta-Blockers einen kritischen Einfluss auf die Durchblutung Ihres Körpers.

Tauchen bei Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Herzklappenfehlern, Herzschwäche und nach Implantation Herzschrittmacher bzw. Defibrillator

Voraussetzung für die Tauchtauglichkeit beim Gerätetauchen ist eine normale linksventrikuläre Ejektionsfraktion in Ruhe und bei Belastung. Zeichen der Durchblutungsstörung unter Belastung müssen ausgeschlossen sein.

Bei Bluthochdruck ist angezeigt:

  • nur bei guter Blutdruckeinstellung
  • Vorsicht bei Betablocker + Tauchreflex: Dadurch können Herzrhythmusstörungen entstehen!

Bei Koronarer Herzkrankheit gilt:

  • frühestens 12 Monate nach Herzinfarkt (wenn beschwerdefrei, Belastung-EKG & Echokardiographie unauffällig)
  • kein Tauchen unter Clopidogrel + Aspirin
  • nach Stent erst nach 6 Monaten Pause

Menschen mit einem Schrittmacher sollten berücksichtigen:

  • das Aggregat muss drucktauglich sein
  • nur in geringen Tiefen tauchen
  • ein adäquater Herzfrequenz-Anstieg unter Belastung ist prinzipiell möglich

Vorhofflimmern stellt kein Problem fürs Flaschentauchen dar, wenn:

  • die Herzfrequenzkontrolle und Belastbarkeit gut sind
  • keine strukturelle Herzerkrankung vorliegt

Bei Herzklappenfehlern können Sie mit Geräten tauchen, wenn:

  • Engstellen der Aortenklappe bzw. der Mitralklappe leichtgradig sind (Öffnungsfläche >1,5 cm2)
  • Undichtigkeiten an den Klappen leichtgradig sind, z.B. an der Aortenklappe oder der Mitralklappe (Rückwurffraktion <20%)

Keine Freigabe zum Flaschentauchen bekommen Menschen mit:

Sonderfall – Flaschentauchen und offenes Foramen ovale (PFO)

Ein offenes Formale ovale als Residuum des Fetalkreislaufs liegt bei ca. 25% der Bevölkerung vor. Im eigentlichen Sinne ist ein offenes Foranen ovale somit kein Herzfehler, sondern eine Normvariante. Dieses sog. PFO (engl.: patent formalen ovale) ist eine Kurzschlussverbindung zwischen venösem und arteriellem Kreislauf, d.h. venöses Blut, und somit auch Gas kann aus der rechten Herzvorkammer in den systemarteriellen Kreislauf und damit in das Gehirn gelangen.

Bei einem PFO besteht immer mindestens eine relative Kontraindikation, d.h. von Flaschentauchen wird eher abgeraten, da das Risiko sowohl einer symptomatischen als auch asymptomatischen Gasembolie in das Gehirn erhöht ist. Letzteres kann auch langfristige Folgen für die Gehirnleistung haben.

Eine absolute Kontraindikation besteht immer, wenn ein offenes Foramen ovale vorliegt und in der Vergangenheit bei Tauchgängen Symptome einer Gasembolie bemerkt wurden. Neurologische Symptome einer arteriellen Gasembolie sind z.B. Verwirrtheit, Sprach- und Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen und Benommenheit bis hin zum Bewusstseinsverlust. Auch Halbseiten- und Querschnittslähmungen können die Folge sein.

Ähnlich sollte das auch gehandhabt werden, wenn bei einer Computertomografie des Gehirns ein diffuses embolisches Muster nachgewiesen wird. Wir sind auch der Überzeugung, dass der sog. spontane Rechts-Links-Shunt, d.h. der Übertritt von Blut aus der rechten in die linke Vorkammer ohne Druckerhöhung ein erhöhtes Risiko darstellt. Dieser spontane Rechts-Links-Shunt kommt bei ca. 12,5% in der Bevölkerung vor und kann direkt in der Echokardiografie (am besten transoesophageale Untersuchung von der Speiseröhre aus) werden. Indirekte Hinweise auf eine Kurzschlussverbindung können auch mittels transkranieller Dopplersonografie der Hirnarterien gewonnen werden.

Tauchtauglichkeit bei Herz- und Kreislauferkrankungen – differenzierte Diagnostik wichtig

Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen sollten sich im Hinblick auf die Tauchtauglichkeit mit Atemgeräten 1 mal im Jahr von einem spezialisierten Arzt untersuchen lassen. Hier erhalten Sie dann das Attest für die Tauchtauglichkeit, was nicht zuletzt aus versicherungstechnischen Gründen wichtig ist.

Wir halten es für ratsam, dass Sie zusätzlich eine Untersuchung bei einem spezialisierten Herz-Kreislaufmediziner durchführen. Beim Kardiologen sind apparative Möglichkeiten und die Erfahrungen auf dem Gebiet der Herz-Kreislaufmedizin häufig umfangreicher. So können wir eine Herzschwäche mit der Bestimmung der Ejektionsfraktion, ein möglicher Lungenhochdruck und Herzklappenfehler besser bewerten.

 

 

Beckenboden – Fundament für Frau und Mann

Der Beckenboden ist das Fundament des Körperstammes. Sie benötigen einen kräftigen Beckenboden z.B. für eine gesunde Körperhaltung, eine gute Drehstabilität Ihres Oberkörpers und ein gute Kraftentwicklung beim Tragen von Lasten. Kein Sport, und vor allen Dingen auch kein Kampfsport funktioniert ohne dieses Fundament. Gerade bei Frauen, die ja über elastischeres Körpergewebe verfügen als der Mann, ist das Training einer guten Körperspannung wichtig.

Wir in der Cardiopraxis beschäftigen uns mit dem Beckenboden vor allen Dingen unter dem Gesichtspunkt des gesunden Kreislaufs. Hier spielt er beim venösen Rückstrom von Blut zum Herzen eine besonders wichtige und häufig unterschätzte Rolle.

Beckenboden Muskelpumpe – das Herz in der Hose

In Ihrem Beckenboden gibt es zahlreiche Muskeln. Diese arbeiten auch unwillkürlich, ohne dass Sie das merken. In der Ausatmung spannen sich Ihre Beckenbodenmuskeln an und venöses Blut wird herzwärts gedrückt. In der Einatmung entspannen sich diese Muskeln wieder.

Dieser Mechanismus hat sich in der Evolution als Teil des Kreislaufs und sogar bei einigen Tieren als Teil des Gasaustausches entwickelt. In der Tat finden wir in der Natur sog. „Darmatmer“, die über die rhythmische Kontraktion des Enddarms Sauerstoff auf und Kohlendioxid abgeben. Sich können sich also vorstellen, für den Menschen ist der Beckenboden das Herz in der Hose.

Bei der Anspannung des Beckenbodens zieht sich nicht nur die Muskulatur des Beckenbodens selber zusammen, sondern auch die Innenseite Ihrer Oberschenkelmuskulatur. So wird auch wird auch die Beinmuskelpumpe integriert und trägt zum venösen Rückstrom bei.

Wenn Ihre Beckenbodenmuskulatur zu schwach ist, dann wird das Venenblut nicht richtig abgefördert. Als Folge versackt es in den Beckenvenen und der Druck im Becken steigt. Von der Form her können Sie sich das so vorstellen: aus einer schlanken Bordeauxflasche wird eine bauchige Bocksbeuteflasche.

Kreislaufsymptome bei schwachem Beckenboden

Ein schwacher Beckenboden hat folglich Symptome eines schwachen Kreislaufs zur Folge.

Gesunder Beckenbeckenboden – viele weitere Funktionen

Neben der Bedeutung für den Kreislauf hat Ihr Beckenboden noch viele weitere Funktionen, die für eine ganzheitliche Gesundheit wichtig sind. Es lohnt sicher daher diese verschiedenen Funktionen zu kennen, um zu verstehen wie wichtig das Training speziell für den Beckenboden ist.

Gesunder Beckenboden – Körperstabilität

Der Beckenboden ist das Fundament Ihres Körperstamms. Gerade beim Tragen von Lasten oder bei der Körperdrehung, z.B. beim Sport oder wenn Sie einen Koffer über Kopf in eine Ablage heben, dann leistet er für Sie wertvolle Dienste für einen sicheren Ablauf. Spannen Sie bei solchen Tätigkeiten den Beckenboden nicht an, dann schwächen Sie nicht nur die Muskulatur sondern auch die Venen in diesem Bereich. Folglich „leiern“ Muskeln und Venen aus. Hinzu kommt, dass Sie anfälliger für Rückenschmerzen werden.

Gesunder Beckenboden – Entlastung des Venensystems

Das „Ausleiern“ der Venen im Beckenboden hat nicht nur Kreislaufinstabilität zur Folge, sondern der gesteigerte Venendruck verursacht auch mit der Zeit sehr lästige Hämorrhoiden. Ein guter Spezialist für Hämorrhoiden, ein sog. Proktologe wird Ihnen nie eine Operation empfehlen, ohne dass er auf die Bedeutung des Beckenbodentrainings für die Vorbeugung in der Zukunft hinweist.

Falls Sie Beinödeme haben, dann ist sehr häufig ein schwacher Beckenboden die Ursache. Anstatt harntreibende Medikamente zu nehmen oder gar ausschließlich Kompressionsstrümpfe zu tragen, sollten sie konsequent Ihren Beckenboden trainieren.

Gesunder Beckenboden – normale Harnkontinenz

Gerade bei Frauen sind Beingewebe und Muskulatur von Natur aus dehnbarer, was ja für den natürlichen Geburtsvorgang wichtig ist. Mit den Jahren hat das falsche Ansprechen des Beckenbodens bei Belastung daher auf bei Frauen besondere Konsequenzen. Was beim Mann (durch die Vergrößerung der Prostata) zu wenig läuft, läuft bei Frauen häufig zu viel, es tritt eine Harninkontinenz auf. Bei Belastung, z.B. beim Sport oder schon bei herzhaftem Lachen geht dann der Urin unwillkürlich ab. Die häufig gewählte Antwort ist dann die Nutzung von Einlagen. Die richtige Antwort ist: Beckenboden-Training.

Auch beim Mann spielt der Beckenboden nach einer Prostata-Operation eine wichtige Rolle. Da durch die Operation nicht selten Nerven einzelner Schließmuskeln des Harnabflusses gestört sind, müssen diese bzw. die, welche verbleiben sind, richtig trainiert werden. Wir das nicht getan, dann droht auch hier die Inkontinenz.

Kräftiger Beckenboden – gesunde Sexualität

Ihr Beckenboden hat eine erhebliche Bedeutung für eine gesunde Sexualität. Er trägt zu den unwillkürlichen Kontraktionen des Orgasmus bei. Der Orgasmus hat dabei nicht nur die Funktion des Wohlbefindens und der sexuellen Erfüllung, sondern die rhythmischen Kontraktionen verbessern die Fruchtbarkeit. Bei Männern kommt in späteren Jahren noch hinzu, dass ein kräftiger Beckenboden die „Standfestigkeit“ erhält.

Beckenboden-Training in jedem Lebensalter

Wir empfehlen Beckenboden-Training in jedem Lebensalter. Ziel ist es drohende schwerwiegende Komplikationen und vor allen Dingen Ohnmacht zu verhindern.

Junge Menschen profitieren kurzfristig indem sich die Körperhaltung stabilisiert und Rückenschmerzen vermeiden werden. Darüber hinaus wird Benommenheit und Ohnmacht therapeutisch vorgebeugt. Gleichzeitig erlernen Sie ein gesundes körperliches Verhältnis zur Sexualität. So vermeiden Sie langfristige Komplikationen eines schwachen Beckenbodens, wie z.B. die Harninkontinenz.

Bei älteren Menschen hat die Empfehlung zum Training des Beckenbodens meistens schon therapeutischen Charakter. Wir empfehlen hier das Training vor allen Dingen, um den venösen Rückfluss und damit den Kreislauf zu stärken. Ziel ist es nicht selten die körperliche Selbstbestimmtheit zu erhalten und einen Rollator zu vermeiden. Bei Männern empfehlen wir bereits vor einer Prostata-Operation mit dem Beckenboden-Training zu beginnen.

Beckenboden-Training – professionelle Anleitung sinnvoll

Zum Training des Beckenbodens sind grundsätzlich sind alle Ansätze sinnvoll, die den Schwerpunkt auf den Körperstamm legen. Yoga ist für jeden von uns hervorragend geeignet, weil neben dem Beckenboden auch die Muskulatur des Körperstamms auch das Zwerchfell gekräftigt wird. Auch Power-Plate ist geeignet.

Bei einer therapeutischen Empfehlung raten wir immer zu einer professionellen Anleitung. Manchen Menschen fehlt einfach zunächst das Körpergefühl für den Beckenboden. Hier ist ein gezieltes physiotherapeutisch angeleitetes Beckenboden-Training erforderlich, um die Ansprache, d.h. das Gefühl für den Beckenboden zu erlernen.

Haben Sie die die Ansprache des Beckenbodens einmal richtig erlernt, dann können Sie Übungen ganz beiläufig im Alltag durchführen, z.B. wenn Sie in der Schlange an der Einkaufskasse stehen.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Blutfluss in den Venen – Bedeutung für den Kreislauf häufig unterschätzt

Ihr Blut muss, nachdem es vom linken Herz aus über die Arterien das Körpergewebe erreicht hat, wieder zum rechten Herzen zurück. Nur so kann ein gesunder und leistungsfähiger Kreislauf aufrecht erhalten werden. Hierfür sind vor allen Dingen Ihre Beinmuskeln, die Muskeln des Beckenbodens und des Körperstamms, das Zwerchfell und das Herz wichtig. Anders gesagt, was für den arteriellen Kreislauf das Herz im Wesentlichen alleine leistet, wird beim venösen Rückstrom von verschiedenen Muskelgruppen übernommen.

Die Bedeutung des venösen Rückstroms wird von den meisten Menschen unterschätzt, auch von Ärztinnen und Ärzten.

Blutfluss in den Venen – wichtig für einen gesunden Kreislauf

Im Gegensatz zum arteriellen Einstrom vom Herzen zu den verschiedenen Organen, ist der venöse Rückstrom ein komplexerer und damit auch ein störanfälligerer Vorgang. Gerade beim vermeintlich ruhigen Stehen ist der Rücktransport von venösem Blut zum Herzen gegen die Schwerkraft ein große Herausforderung an Ihren Körper. Bedenken Sie, dass die Strecke von der Großzehe bis zum rechten Anteil des Herzens ca. 4/7 Ihrer Körperlänge beträgt. Es geht also ordentlich gegen die Schwerkraft bergauf.

Ziel des venösen Rückstroms ist es, dem rechten Herz genug Blutvolumen zum Pumpen anzubieten, so dass das sauerstoffarme venöse Blut an die Lunge weitergeleitet werden kann, um dort wieder mit  Sauerstoff angereichert zu werden. Gelingt dieses nicht in ausreichender Form, dann treten Adrenalin-vermittelte Ausgleichsmechanismen in Kraft.

 

Symptome bei venösen Kreislaufstörungen – Herzrasen, Benommenheit, Schwanken, Zittern, Ohnmacht

Subjektive Symptome eines gestörten venösen Rückstroms sind Benommenheit treten beim Aufstehen, nach längerem Stehen und auch bei langsamem Gehen auf.

Eine Ohnmacht tritt selten auf. Wenn Sie genau aufpassen, dann können Sie bei Ihren Mitmenschen unbewußte Ausgleichsreaktionen zur Verbesserung des venösen Rückstroms und damit zur Verhinderung einer Ohnmacht beobachten. Im Stehen besteht hier eine Tendenz sich schnell hinzusetzen, zu schwanken oder auch in seltenen Fällen ein gut sichtbares Muskelzittern.

Da da Kreislaufstörungen von einer z.T. erheblichen Adrenalin-vermittelten Aktivierung begleitet werden, drohen Angstreaktionen in Verbindung mit dem Stehen oder begleitenden Ereignissen. Folglich kann sich aus einer somato-psychischen Kreislaufstörung eine psycho-somatische Erkrankung mit Angstzuständen bis hin zu einer Fixierung in Form einer Phobie entwickeln.

Nun, um diese Prozesse besser zu verstehen müssen wir uns mit den verschiedenen Muskelpumpen des venösen Rückstroms beschäftigen.

Blutfluss in den Venen – verschiedene Muskelpumpen

Wie kann also nun im Stehen venöses Blut bergauf fließen?

Damit der venöse Rückstrom funktioniert und dem Herz wieder genug Blut zur Verfügung steht, müssen verschiedene Muskelpumpen funktionieren und richtig ineinander greifen.

Ist das sauerstoffreiche Blut über Arterien in Ihrer Großzehe angekommen und genügend Sauerstoff an das Gewebe abgegeben, dann muss es nun wieder zurück zum Herz. Dieses geschieht über die Venen. Nun, in der Großzehe sitzt kein Herz, welches das Blut gegen die Schwerkraft nach oben pumpt, so dass hier andere Pumpen am Werk sind. Der venöse Rückstrom beginnt mit der peripheren Muskelpumpe.

Periphere Muskelpumpe – von der Großzehe bis zur Leiste

Die periphere Muskelpumpe der Beine komprimiert die Beinvenen, so dass Blut herzwärts gedrückt wird. Die Venen sind im Vergleich zu Arterien deutlich muskelschwächer und dünnwandiger (Beinarterie ca. 1,0-1,5 mm vs. Beinvene ca. 0,5-0,75 mm) und lassen sich daher gut zusammendrücken. Auch beim vermeintlich ruhigen Stehen spannen Sie Ihre Beine durch leichte Bewegungen immer wieder unwillkürlich an. Dieses dient der Unterstützung des venösen Rückstroms.

Den Rückfall des Blutes mit der Schwerkraft nach fußwärts verhindern Rückschlagventile, die Venenklappen. Diese gibt es fast ausschließlich in den Extremitäten, also den Beinen und den Armen. Von den Beinen aus gesehen, gibt es ab der Leiste und damit ab dem Übergang in den Becken-Bauchraum keine Venenklappen mehr, die den Rückfall von Blut fußwärts verhindern.

Beckenboden Muskelpumpe – das Herz in der Hose

Der Beckenboden ist ein komplexes Gefüge aus ganz verschiedenen Muskeln. Diese ziehen sich unwillkürlich, also unbewusst zusammen: Anspannung in der Einatmung, Entspannung in der Ausatmung. Dabei wird das reichhaltige Venengeflecht des Beckens ausgepresst und herzwärts gedrückt, der Beckenboden ist sozusagen das Herz in der Hose.

Falls Sie ein Becken-Bodentraining schon einmal gemacht haben, dann werden Sie gemerkt haben, dass sich mit der Anspannung des Beckenbodens auch die Muskulatur auf der Innenseite des Oberschenkels anspannt. So werden die Oberschenkelvenen Richtung Bauchraum und somit herzwärts ausgedrückt.

Je schwächer die Beckenbodenmuskulatur, desto weniger trägt der Beckenboden zum Kreislauf bei und das venöse Blut versackt dann in den Beckenvenen. Sie können sich das so vorstellen, aus einer schlanken Bordeauxflasche wird eine bauchige Bocksbeutelflasche.

Dieses vermehrte Blutvolumen erhöht auch den Druck im Venengeflecht des Beckenbodens, so dass Blut aus den Beinen schlechter abfließen kann. Beinödeme sind hier häufig die Folge. Darüber hinaus hat Ihr Beckenboden noch zahlreiche weitere Funktionen.

Körperstamm Muskelpumpe – gute Grundspannung wichtig

Die Muskulatur des Körperstamms hält Spannung auf den Bauchvenen. Das ist besonders wichtig, weil Bauchvenen bis auf Einzelfälle keine Venenklappen haben. Sie können sich das so vorstellen, als ob Sie eine halbvolle aufrechte Shampoo Flasche nach oben ausdrücken wollen; die Öffnung stellt den Übergang zur rechten Herzvorkammer dar. Wenn Sie mit Ihren Händen keine Spannung aufbauen, dann können Sie die Flasche auch nicht ausdrücken. Anders gesagt, das venöse Blut hat es bei zu geringer Körperspannung schwerer zurück zum rechten Herz zu kommen.

Lungen-Muskelpumpe – starkes Zwerchfell besonders wichtig

Ab der Mitte des Bauchraums beginnen die Sogkraft der Lunge (und des Herzens) den Rückstrom zu unterstützen. In der Einatmung senkt sich das Zwerchfell Richtung Bauchraum und Ihre Lunge entfaltet sich. So entsteht in der Lunge ein Unterdruck, welcher einen Sog auf venöses Blut im Bauchraum ausübt. Diese geschieht je nach Anzahl der Atemzüge 12-16 mal pro Minute.

Ist Ihr Zwerchfell zu schwach, dann ist der venöses Rückstrom verringert und Ihre Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt. Ein geschwächtes Zwerchfell entsteht häufig als Folge einer flachen Mund-Brustatmung. Das Zwerchfell wird so einfach nicht genügend trainiert; das ist genau so eine Dekonditionierung, wie wir sie von anderen Muskeln im Körper kennen. Gerade bei älteren Menschen, die ja in der Regel  weniger Fleisch essen, kommen noch ein Vitamin B12 bzw. ein Eisenmangel hinzu. Die Lungenmuskelkraft können wir in der Cardiopraxis mittels Manometrie gut messen.

Herz-Muskelpumpe – Sog während der Auswurfphase

Wenn Sie Ihren Puls fühlen, dann werfen die Hauptkammern Blut Richtung Lunge bzw. Körperkreislauf aus. Gleichzeitig bewegt sich das Herz in Richtung Herzspitze. Dieses übt bei geschlossenen vorgeschalteten Verbindungsklappen – rechts Trikuspidalklappe, links Mitralklappe – über einen Unterdruck einen Sog auf die jeweilige Vorkammer und das vorgeschaltete Venensystem aus. Dieses fördert auf der Seite der rechten Hauptkammer den Rückstrom aus dem Systemkreislauf.

Die Auslenkung der Hauptkammer Richtung Herzspitze, und damit auch indirekt die Sogkraft ist im Herzultraschall mit dem sog. Tissue-Doppler gut messbar. Sie beträgt für die Seitenwand der rechten Hauptkammer 3,0 – 3,5 cm im Integral pro Herzaktion, für die linke Hauptkammer 2,0 – 2,5 cm. Ist der Wert rechts erniedrigt, z.B. fast immer nach einer Herzoperation und/oder durch Einnahme z.B. eines Beta-Blockers, dann kommt es zu einer Einflussstauung in den Brustraum. Das können wir im Ultraschall alleine schon an einer Weitstellung der großen unteren Körpervene, der Vena cava inferior im Stehen von deutlich mehr 15 mm erkennen.

Neben der Sogkraft spielt natürlich auch die Häufigkeit des Vorgangs eine Rolle. Liegt Ihre Herzfrequenz unter 50 bpm, dann kann eine sog. bradykarde Herzschwäche durch einen zu niedrigen Herzschlag eintreten.

Das Zusammenspiel aller Muskelpumpen

Für den geordneten vorwärtsgerichteten Fluss in einem hydraulischen System muss im vorgeschalteten System der Druck höher als im nachgeschalteten System sein. Dieses Druckgefälle nennen wir Druckgradienten. Beim venösen Rückfluss lässt sich das am besten ausgehend von der Atmung erklären.

Einatmung. Wenn Sie einatmen, dann spannt sich das Zwerchfell in Richtung Bauchraum an und die Lunge entfaltet sich. Durch die Weitstellung der Lungenarterien wird der Gefäßraum deutlich erweitert und der Druck fällt ab. Da das Zwerchfell nach unten drückt, werden im Bauchraum die Organe und damit auch die dünnwandigen Venen komprimiert. Hier steigt also der Druck. Das Resultat ist ein Anstieg des Druckgefälles zwischen Bauchraum (Zunahme) und Brustraum (Abnahme). Folglich fließt mehr venöses Blut aus dem Bauch- in den Brustraum.

Ausatmung. Wenn Sie ausatmen, dann entspannt sich das Zwerchfell Richtung Brustraum und die Lunge zieht sich aufgrund ihrer elastischen Eigenschaften zusammen. Folglich werden auch die Lungenarterien enger und der Druck steigt. Gleichzeitig sinkt der Druck im Bauchraum. Der Druckgradient zwischen Bauch- und Brustraum wird geringer, was einen verringerten herzwärts gerichteten Vorwärtsfluss zur Folge hat.

Um hier einem fußwärts gerichteten Rückfluss entgegen zu wirken, spannt sich die Becken-Bodenmuskulatur in der Ausatmung an und der Druck im Becken steigt. Es entsteht also ein Druckgradient zwischen Beckenraum und Bauchraum, so dass Blut Richtung Bauchraum fließen kann. Gleichzeitig wird mit der Anspannung des Beckenbodens auch die Muskulatur der Innenseite des Oberschenkels angespannt. Die Folge ist, dass venöses Blut aus dem Oberschenkel in den Bauchraum (am Becken vorbei) fließen kann.

Herz und Beine. Unabhängig von der Atmung wird auch durch die Herzaktion und die unwillkürliche Bewegung der Beine ein Druckgradient in die vor- bzw. nachgeschalteten Kompartimente aufrechterhalten, um den vorwärtsgerichteten Blutfluss zu unterstützen. Der Rückfluss in die Beine wird zu jedem Zeitpunkt durch die Venenklappen verhindert.

Kreislauftraining für die Venen

Wenn Sie den venösen Rückfluss trainieren, dann verbessern Sie Ihre Leistungsfähigkeit und Ihr Befinden. Grundsätzlich sind alle Ansätze geeignet, die den Schwerpunkt auf den Körperstamm legen. Yoga ist hier hervorragend geeignet, weil neben der Muskulatur des Körperstamms auch der Beckenboden und das Zwerchfell gekräftigt werden.

Manchmal ist ein gezieltes physiotherapeutisch angeleitetes Beckenboden-Training erforderlich, um die Ansprache, d.h. das Gefühl für den Beckenboden zu erlernen. Erst wenn der Beckenboden professionell antrainiert ist, dann ist auch ein Training mit Vibrationsplatten, z.B. Power-Plate oder Galileo sinnvoll.

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

Yoga für Männer und Frauen – pragmatisch für Herz und Kreislauf 

Yoga ist ein über Jahrtausende entwickeltes System aus Bewegungsübungen, Atemtechniken und Meditationspraktiken. Ursprünglich aus Indien stammend erfreut es sich auch in der westlichen Welt einer zunehmenden Beliebtheit. Der Begriff  „Yoga“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet das „verbinden“. Gemeint ist damit, dass wir Körper und Geist in ein Gleichgewicht bringen, um so in unserem Alltag gut zurecht zu kommen. Folglich ist Yoga eine ganzheitliche und praktisch ausgerichtete Philosophie.

In der Cardiopraxis verfolgen wir bei Empfehlungen zum Yoga einen pragmatischen präventiven bzw. therapeutischen Ansatz. Starren weltanschaulichen bzw. spirituell überlagerten Ansätzen stehen wir eher kritisch gegenüber.

Wir verstehen Yoga als Atem-synchronisierte Gymnastik mit Eigengewicht unter Einbeziehung der Muskulatur des Beckenbodens und des Zwerchfells, wobei ein gut ausbalancierter Übungssatz sowohl zu einer verbesserten Dehnbarkeit als auch zur Stärkung der Muskulatur führt. Weiterhin werden Gleichgewicht und Koordination gefördert. Die Atemtechniken ermöglichen eine gezielte Beruhigung bzw. Aktivierung des vegetativen Nervensystems.

Yoga – gezielte und differenzierte Therapie

In der Cardiopraxis verfügen wir über differenzierte Messmethoden um indirekt bzw. direkt Beckenboden, Atemmuskelkraft und die Balance des vegetativen Nervensystems zu messen. Daher können wir hier auch gezielt Empfehlungen abgeben, um Ihre körperliche Leistungsfähigkeit und Ihr Befinden zu steigern. Im Verlauf können wir dann auch den Erfolg Ihrer Aktivitäten bewerten.

Das Besondere an Yoga ist, dass es sehr differenziert ist, das heißt, dass es sehr leichte bis hin zu sehr schweren Übungen gibt. Folglich ist das regelmäßige Praktizieren von Yoga für jeden Menschen und in jedem Alter möglich, auch für (zunächst) körperlich schwache ältere Menschen.

Gerade Männern, die doch eher dem Kraftsport zugetan sind, empfehlen wir Yoga, da sie ja durch muskuläre Verkürzungen in ihrer Beweglichkeit eher eingeschränkt sind als Frauen. Wir stellen dann Männern gerne die Frage, wollen Sie ein bulliges Nashorn oder ein lässiger geschmeidiger Tiger sein? Wenn Sie ein Tiger (oder Tigerin) sein wollen, dann hilft Yoga.

Wir sehen sehen im Yoga neben der allgemeinen Kräftigung und Dehnung Ihres gesamten Körpers eine sehr gute therapeutische Möglichkeit, wie Sie Ihren Kreislauf und Ihr vegetatives Nervensystem gezielt positiv beeinflussen können.

Kreislauf – Blutfluss in den Venen häufig ein Problem

Im Gegensatz zum arteriellen Einstrom vom Herzen zu den verschiedenen Organen, ist der venöse Rückstrom ein komplexerer und damit auch störanfälligerer Vorgang. Gerade beim ruhigen Stehen ist der Rücktransport von venösem Blut zum Herzen gegen die Schwerkraft, also von der Großzehe bis zum rechten Anteil des Herzens eine starke Herausforderung. Hier hat Yoga besondere Stärken.

Die periphere Muskelpumpe der Beine komprimiert die Beinvenen, so dass Blut herzwärts gedrückt wird. Den Rückstrom fußwärts verhindern Rückschlagventile, die Venenklappen. Im Becken-Bauchraum fördert die Muskelkontraktionen des Beckenbodens den Rückstrom, indem sie sich unwillkürlich in Ausatmungsphase zusammenziehen, der Beckenboden ist sozusagen das Herz in der Hose. Die Muskulatur des Körperstamms hält Spannung auf den Bauchvenen. Ab der Mitte des Bauchraums beginnen die Sogkraft von Herz und Lunge den Rückstrom zu unterstützen. Neben der Herzspitzenwärtsbewegung ist das Zwerchfell in der Einatmung hier von herausragender Bedeutung.

Haben Becken-, Bauchmuskulatur und das Zwerchfelle nicht genügend Muskelkraft, dann versackt das Blut im Beckenbereich. Das führt zu einem Minderangebot von Blut an das rechte Herz, was wiederum eine Adrenalin-vermittelte Ausgleichsreaktion zu Folge hat. Die damit verbundenen Symptome reichen von Unruhe über Müdigkeit, Benommenheit, Herzrasen bis hin zur Bewusstlosigkeit.

Yoga – stärkt Beckenboden und Zwerchfell

Gutes Yoga bezieht die Stärkung auch die Becken-Bodenmuskulatur mit ein. Mit jeder Ausatmung spannen Sie bei fast jeder Übung den Beckenboden an. Das konditioniert dann auch eine normale Aktivität des Beckenbodens im Alltag. Gerade Yoga ist auf die Stärkung des Körperstamms ausgerichtet, was ebenfalls den venösen Rückstrom verbessert.

Bei den sog. Umkehrpositionen (z.B. Schulterbrücke, Kerze) wird das Zwerchfell vermehrt belastet indem das Zwerchfell den Bauchinhalt gegen die Schwerkraft anheben muss. Bei Übungen mit Führungswiderstand, z.B. flach liegend in den Boden atmend hebt das Zwerchfell den ganzen Körper an.

Adrenalin-vermittelte Aktivierung – Risiko für Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen

Das vegetative Nervensystem steuert die unbewussten Körperfunktionen und hat Einfluss sowohl auf Ihr Befinden und als auch Ihre Leistungsfähigkeit. Ein chronisches Übergewicht des Nervus sympathikus, dem „Aktivator“ kann vor allen Dingen langfristig gesundheitliche Folgen haben. Dieses betrifft im Herz-Kreislauf besonders häufig den Blutdruck und den Herzrhythmus.

Wir alle sind mehr oder wenige chronischem Stress ausgesetzt, vor allen Dingen auch mit zunehmendem Lebensalter. Dieses können wir auch nur bedingt vermeiden. Allerdings, ähnlich wie eine Katze, die einen Baum hochklettert, kann sich so das Stressgefühl auch selbst verstärken. Kurzum, Stress macht Stress. Das Problem ist, dass Sie einen solchen Zustand nur häufig nur schwer durchbrechen können, die Katze kommt einfach nicht so leicht vom Baum herunter. Ein erhöhtes Adrenalinniveau kann Herzrhythmusstörungen auslösen und den Blutdruck erhöhen.

Yoga – Beruhigung für das vegetative Nervensystem

Wenn Sie Yoga regelmäßig üben, dann werden Sie sehr bald merken, dass die täglichen Übungen zu einem besseren Start in den Tag führen. Alleine schon die verbesserte körperliche Präsenz hebt Ihr Befinden. Man kann übrigens auch kraftvoll auf einem Bürostuhl sitzen.

Die ist bei Kontrolle der Atmung ist beim Yoga integraler Bestandteil fast aller Übungen. Die ruhige 1:3 Atmung, d.h. 1 Zeitanteil Einatmung, 3 Zeitanteile Ausatmung ist dabei die bevorzugte Form. Dieses Atemmuster beeinflusst das vegetative Nervensystem nachweislich mit einer Betonung des Nervus vagus, dem „Beruhiger“. Wenn Sie mit Yoga den Tag beginnen, dann stellen Sie so schon einmal die Weichen für die Tagesform, denn „der Morgen macht den Tag“. Machen Sie Yogaübungen mitten am Tag, dann können Sie den Alltagsstress durchbrechen.

Sie werden mit der Zeit merken, wie Sie nicht nur bei den Übungen sicherer, sondern auch innerlich ruhiger werden.

Yoga – gute Ausbilder finden

Wir in der Cardiopraxis empfehlen Ihnen zum Erlernen des Yoga in jedem Fall eine Lehrerin oder einen Lehrer, damit Sie die richtigen Übungen auch richtig lernen.

Sie sollten sich dafür einen guten Ausbilder suchen, am besten mit einem Vorgespräch. Schildern Sie Ihre pragmatische Ziele, wie z.B. eine Verbesserung der Alltagstauglichkeit oder eine Stabilisierung Ihres Rückens um Rückenschmerzen vorzubeugen oder nach der Stärkung des Zwerchfells. Fragen Sie nach dem Konzept der Ausbilderin zum Beckenboden-Training. Sie sollten auch fragen in welcher Atemphase der Beckenboden vermehrt angespannt werden soll („in der Ausatmunsphase“ ist richtig). Falls Sie gerade auf die letzten beiden Fragen keine vernünftige Antwort erhalten, dann sollten Sie sich woanders umsehen.

Männer scheuen das Training in der Gruppe, Frauen trainieren nicht gerne alleine. Eine sehr gute Form der Anleitung sehen wir im Einzel- bzw. Paarunterricht einmal wöchentlich über 6-8 Wochen. Dann sollte ein individueller und gut ausbalancierter Übungssatz erlernt sein. Danach können Sie im Sinne einer Trainerstunde 4-6 mal pro Jahr zum Einzelunterricht gehen, um Fehler zu korrigieren zu lassen und neue Übungen zu erlernen.

Yoga – mehrmals in der Woche trainieren

Grundsätzlich gilt, dass ein Training 1 mal pro Woche in einer Gruppe nicht ausreichend ist, um gute Ergebnisse zu erzielen, 3 mal pro Woche sollten Sie mindestens auf die Matte, am besten 5 Tage in der Woche, am besten zu Hause als Teil einer Morgenroutine.

Bis zum 40. Lebensjahr genügen 15 Minuten pro Einheit. Ab dem 40. Lebensjahr kommen dann 15 Minuten pro Lebensdekade hinzu, also z. B. 45 Minuten pro Arbeitstag zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

Wie Sie sehen, muss man Yoga nicht bierernst nehmen. Sie werden vor allen Dingen auch Freude an zunehmender Kraft und Beweglichkeit haben. Allerdings sollten Sie (ziemlich) konsequent sein, dann können wir Ihnen auch ein Leistungsversprechen geben: Sie werden sich die nächsten 5 Jahre jünger fühlen als die letzten 5 Jahre.

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Zecken – aufgepasst!

Zeckensaison ist in Deutschland, wenn die Temperaturen steigen. Zecken sind auf dem Vormarsch. Es gibt zunehmend Berichte über neue Gattungen, die in unseren Breitengraden heimisch werden. Der Stich der Zecke ist häufig schmerzlos, so dass unser Warnsystem Schmerz nicht alarmiert. Folglich könen Zecken unbemerkt auf der Haut stundenlang verharren und es kann durch den Stich zur Übertragung von Krankheitserregern kommen.

Zecken können krank machen

Zwei Krankheiten übertragen Zecken hierzulande: die Borreliose und die Frühsommermenigoencephalitis (FSME).

Borreliose, die in ganz Deutschland verbreitet ist, erkennt man an der wandernden, ringförmigen Rötung an der Einstichstelle. Diese Rötung tritt nicht sofort auf, sondern nach wenigen Wochen, der Zeckenbiss, wenn er nicht bemerkt wurde, ist oft nicht erinnerlich. Eine Antibiotika-Therapie kann helfen und sollte durchgeführt werden, in der Regel über 3 Wochen. Eine vorbeugende Impfung gegen Borreliose gibt es allerdings nicht.

Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME), die vor allem in Süddeutschland verbreitet ist, löst grippeähnliche Symptome etwa 1 Woche nach dem Zeckenbiss aus. Gegen FSME kann man sich impfen lassen, eine spezifische Therapie wie bei der Borreliose gibt es jedoch nicht.

Zecken – so schützen Sie sich

Entscheidender Schritt sich vor Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, zu schützen, sind präventive Massnahmen. Beim Biss einer Zecke, die potentielle Krankheitserreger in sich trägt, ist das Infektions- und damit Erkrankungsrisiko abhängig von der Verweildauer der Zecke auf der Haut.

Schützen kann man sich vor Zecken folgendermaßen:

  • im Wald auf festen Wegen bleiben
  • lange Hose und feste Schuhe anziehen
  • Körper nach Zecken absuchen
  • bei Kindern bevorzugt absuchen: Kopf, Hals, unter den Armen, Kniekehlen

Zecken – so entfernen Sie sie

Eine Zecke sollte unmittelbar aus der Haut entfernt werden. Dies muss nicht ärztlich passieren. Zu beachten gilt:

  • mit der Zeckenpinzette (gibt es im Drogeriemarkt) unterhalb des Zeckenkopfs im Hautniveau greifen (niemals den vollgesaugten Zeckenkörper!)
  • vorsichtig gerade herausziehen, nicht herausdrehen
  • abschließend die Einstichstelle desinfizieren
  • Einstichstelle in den nächsten Wochen beobachten

Seien Sie wachsam, suchen Sie vor allem Ihre Kinder nach dem Spielen im Grünen auf Zecken ab.

Wir empfehlen zudem die kostenlose App „ZeckTag“. Sie informiert umfassend über Vorsorge, regionale Verbreitung und Symptome der durch Zecken übertragenen Krankheiten.

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Hitzestress – Belastung für Herz und Kreislauf

Eine stabile Körpertemperatur ist sehr wichtig, damit alle biochemischen Prozesse in Ihrem Körper richtig funktionieren. Weicht die Körpertemperatur von Ihrem individuellen Sollwert ab, dann sprechen wir von thermischem Stress.

Im Falle von Wärme- oder sogar Hitzestress genügt schon eine Abweichung von +0,4 Grad Celsius, um bei Ihnen Symptome zu verursachen. Das kennt jeder von uns, wir werden unruhig, beim Aufstehen sind wir leichter benommen und unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sind eingeschränkt.

Gerade in den Sommermonaten erleben wir in der Cardiopraxis dann immer wieder Menschen, die dann zusätzlich über einen Anstieg ihrer Herzfrequenz und starke Blutdruckschwankungen berichten. Nicht selten sind es auch Herzrhythmusstörungen, die Probleme bereiten. Folglich sind  vorbeugende Massnahmen gegen Hitzestress und Abkühlung gerade in dieser Jahreszeit besonders wichtig für Herz und Kreislauf.

Ihr Körper versucht Hitzestress selber auszugleichen

Damit Ihrem Körper nicht zu heiß wird, gibt es sog. Ausgleichsmechanismen, über die Ihre Wärmeabgabe gesteigert werden kann. In körperliche Ruhe und bei normalen Außentemperaturen erfolgt ca. 60% der Wärmeabgabe über die passive Abstrahlung; das ist ein ähnlicher Mechanismus, wie die Abkühlung einer warmen Tasse Tee in kühlerer Umgebung.

Ungefähr 25% der Wärme wird über die Blutbahn aus dem Inneren des Körpers an die Oberfläche geleitet und dort an die Umgebung abgegeben. Nur 15% werden über die Verdunstung, und vor allen Dingen hier über Schwitzen verloren.

Unter normalen Bedingungen hat die Steuerung der Durchblutung bei der Feinregulation des Wärmehaushalts die entscheidende Rolle, Schwitzen ist lediglich ein Reservemechanismus. Steigt Ihre Körpertemperatur, z.B. durch scharfes Essen oder hohe Außentemperaturen, dann gewinnt die Abgabe von Wärme über das Schwitzen zunehmend an Bedeutung.

Die Verdunstungswärme von Wasser beträgt 2.400 kJ/l. Das bedeutet, dass Sie mit dem Verdunsten von 0,5 l Wasser auf der Haut ca. 1/6 der Ruhewärmeproduktion eines ganzen Tages abgeben können. Unter anderem hat auch die erhöhte Wärmeleitfähigkeit von Wasser gegenüber festem Gewebe eine herausragende Bedeutung. Stehen Sie dann noch in einem leichten Luftzug, dann wird die Wärmeabgabe von intensiver, weil die vorbeiziehende Luft die Wärme noch besser abführt.

Kühle Dusche an heißen Tagen

Die Erkenntnisse aus der Thermodynamik und menschlichen Thermoregulation können für Sie bei hohen Außentemperaturen sehr nützlich sein. Wenn Sie nun, z.B. an einem heißen Sommertag merken, dass Sie Ihnen heiß wird und Sie unruhig werden, dann gehen Sie unter die Dusche.

Richtige Wassertemperatur. Die Wassertemperatur ist bei einer abkühlenden Dusche besonders wichtig. Sie sollte ca. 0,5 Grad Celsius über der Hauttemperatur liegen und folglich handwarm bis lauwarm sein. Ist die Wassertemperatur zu kalt, dann aktiviert Ihr Körper Ausgleichsmechanismen indem er die Durchblutung drosselt, weil er wahrnimmt, dass die Außentemperaturen deutliche gefallen sind. Folglich steigt Ihre Körpertemperatur sogar, Ihnen wird noch heißer. Duschen Sie zu heiß, dann steigt die Körpertemperatur ebenfalls unerwünscht.

Nicht abtrocknen. Nun das wichtigste. Nach dem Duschen nicht abtrocknen. So kann die Feuchtigkeit auf der Haut die Wärme sehr gut verdunstet werden.

Leicht bewegen. Sie können sich das Handtuch um die Hüften legen und sollten sich bewegen. Zum Beispiel hat es sich bewährt in dieser Zeit das Badezimmer aufzuräumen. Folglich wird durch den leichten Windzug Wärme noch besser abgeführt.

Mit dieser einfachen Maßnahme erreichen Sie eine sehr effektive Abkühlung. Das haben Mitarbeiter der Cardiopraxis selber mehrfach getestet.

Herz-Kreislauferkrankungen – kühl und ruhig bleiben

Gerade Menschen mit Herz-Kreislauf profitieren an heißen Tagen von kühlenden Maßnahmen. Denken Sie bitte immer auch daran genügend zu trinken: 30-(40) ml pro kg Körpergewicht pro Tag sollten es sein. Gut hydrierte Körperzellen leiten die Wärme über Abstrahlung besser ab. Bei Herzschwäche oder Nierenschwäche sollten Sie die Menge mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt absprechen.

 

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Energy Drinks – Aufgepasst!

Energy Drinks sind ein beliebtes Genussmittel, gerade bei jüngeren Menschen. Auf jeden Fall enthalten diese Getränke ein Gemisch aus stimulierenden Substanzen: zum Beispiel Koffein, Taurin, die Vitamine B2, B6, B8, B12, L-Carnitin, Guaraná, Ginseng, Kolanuss, Gingko biloba, Yohimbin und viele, viele mehr.

Die Konzentrationen der stimulierenden Einzelsubstanzen in Energy Drinks liegen dabei zum Teil deutlich oberhalb der empfohlenen Tagesmengen. Folglich sind Energy Drinks Aufputschmittel mit Adrenalin-vermittelter Aktivierung, die Herz und Kreislauf unkontrolliert beeinflussen. Als sogenannte psycho-aktive Substanzen wirken diese Stimulanzien direkt auf das Nervensystem ein. Außerdem können sie indirekt den Stoffwechsel anheizen, als sogenannte metabolisch aktivierende Substanzen.

Beispiel: Koffein in Energy Drinks

Der Koffeingehalt in Energy Drinks ist im Gegensatz zu den anderen Substanzen gut definiert. Als Referenzpunkt kann hier eine Tasse Kaffee dienen.

  • 1 Tasse Kaffee zu 125 ml = 40 mg pro 100 ml = 50 mg Koffein
  • Red Bull 1 Dose zu 473 ml = 30 mg pro 100 ml =142 mg Koffein
  • Effect 1 Dose zu 500 ml = 32 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein
  • Monster 1 Dose 500 ml = 30 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein
  • Rockstar 1 Dose 500 ml = 32 mg pro 100 ml = 160 mg Koffein

Kurzum, 1 große Dose eines Energy Drinks enthält allein schon das Koffein von ca. 3 Tassen Kaffee. Hinzu kommen dann selbstverständlich noch die zahlreichen weiteren psycho- und metabolisch aktivierende Substanzen.

Energy Drinks: häufig akute Symptome

Sie können sich jetzt schon vorstellen, dass Energy Drinks erhebliche Nebenwirkungen haben können. Diese sind meistens Folge einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung:

Energy Drinks können krank machen

Zahlreiche Fallberichte in wissenschaftlichen Fachzeitschriften und Register von Vergiftungszentralen zeigen: Energy Drinks haben teilweise erhebliche gesundheitliche Nebenwirkungen. Dabei wird die Dunkelziffer der nicht gemeldeten Fälle um ein Mehrfaches höher sein.
Eine besonders wichtige Nebenwirkung sind Krampfanfälle des Gehirns. Krämpfe der Herzkranzarterien und Herzinfarkte werden häufig berichtet. Energy Drinks können auch ein Auslösefaktor für Vorhofflimmern sein. Ebenso Herzhauptkammerflimmern mit der Folge des plötzlichen Herztodes ist ein gefürchtetes Ereignis.

Einrisse der Hauptschlagader mit schwerem Blutungsschock enden ebenfalls meistens mit dem Tod.

Energy Drinks können Bluthochdruck verursachen

Forscher konnten in einer wissenschaftlichen Untersuchung zeigen: Hochvolumige Energy Drinks (900 ml) mit einem Gehalt von 300 bis 350 mg Koffein in Verbindung mit zahlreichen anderen Substanzen können innerhalb von 2 Stunden einen deutlichen Anstieg des Blutdrucks verursachen. Der Blutdruck ist dabei systolisch um ca. 15 mmHg und diastolisch um 10 mmHg angestiegen. In Expertenkreisen bedeutet das: Am ehesten handelt es sich hier um einen erheblichen Anstieg des Schlagvolumens – also die Folge einer starke Adrenalin-vermittelte Aktivierung.

Energy Drinks: Risiko für plötzlichen Herztod kann steigen

Energydrinks mit einem Gehalt von 300 bis 350 mg Koffein und den weiteren Substanzen verlängern auch die sogenannte korrigierte QT-Zeit im EKG um mehr als 15 Millisekunden. Ab 10 Millisekunden ist das Risiko für Herzkammer-Rhythmusstörungen, Kammerflimmern und Torsade-de-pointes-Tachykardien grundsätzlich erhöht.

Ein Beispiel dafür, warum das hochrelevant ist: Hersteller müssen bei Medikamenten, die eine Zunahme von mehr als 6 Millisekunden im Vergleich zum Ausgangsbefund verursachen, die Fachinformationen mit Warnhinweisen versehen. In Einzelfällen droht dem Hersteller sogar der Entzug der Zulassung.

Zusammengefasst bedeutet das: Eine um mehr als 10 Millisekunden längere korrigierte QT-Zeit – und damit auch die Einnahme von Energy Drinks – ist mit einem höheren Risiko für den Plötzlichen Herztod verbunden.

Energy Drinks: Risiko für Herzinfarkt kann steigen

Energy Drinks können dafür sorgen, dass sich Arterien um 50 Prozent weniger erweitern. Dieses wird als Störung der Gefäßmotilität gedeutet. Folglich verändert sich der Blutfluss, wahrscheinlich sind auch die beschriebenen Krämpfe der Herzkranzarterien so verursacht. Ebenfalls nachgewiesen haben Experten, dass Energy Drinks zu mehr verklumpten Blutplättchen führen – damit einher geht eine stärkere Gerinnselbildung. All diese Störungen sind wesentliche Faktoren, wenn ein Herzinfarkt entsteht.

Energy Drinks: Herzschwäche kann Folge sein

Ein eingeschränktes Füllungs- und Pumpverhalten des Herzens kann ebenso eine Folge von Energy Drink-Konsum sein. Das ist ein Zeichen dafür, dass entweder das Herz energetisch erschöpft oder dass der Stoffwechsel gestört ist.

Risikogruppen für Nebenwirkungen von Energy Drinks

Sie können jetzt sicherlich nachvollziehen, dass einige Menschen Energy Drinks meiden sollten. Aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie Energy Drinks auf das Herz-Kreislaufsystem wirken, können wir verschiedene Risikogruppen ableiten.

Energy Drinks vermeiden: Menschen über 35 Jahre

Bei Menschen ab dem 35. Lebensjahr besteht ein höheres Risiko für unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Bluthochdruck. Mit steigendem Lebensalter haben in Deutschland zunehmend mehr Menschen einen Bluthochdruck:

  • 35-44 Jahre: 8,8 bis 10,5 Prozent
  • 45-54 Jahre: 25,9 bis 31,8 Prozent
  • 55-65 Jahre: 47,7 bis 51,3 Prozent

Besonders tückisch ist dabei, dass 30 bis 40 Prozent der betroffenen Menschen gar nicht wissen, dass Sie einen Bluthochdruck haben. Dabei ist der Bluthochdruck ein sehr wichtiger Faktor für weitere Herz-Kreislauferkrankungen.

Energy Drinks vermeiden: Menschen mit Gefäß-Risikofaktoren 

Menschen, die ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, sollten mit Energy Drinks ebenfalls vorsichtig sein. Zu den Risikofaktoren zählen unter anderem:

  • Diabetes mellitus
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Nikotingenuss

Energy Drinks vermeiden: Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Folgende Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen eine Rolle:

Energy Drinks vermeiden: Diese Menschen sind unabhängig vom Alter gefährdet

Menschen, die mehr als 5 Tassen Kaffee pro Tag trinken, sind bereits stimuliert. Folglich sollten Sie daher zusätzliche Psychostimulanzien vermeiden. Insbesondere die Kombination von Alkohol und Energy Drinks ist nicht ratsam.

Psycho-aktive Medikamente, wie zum Beispiel Methylphenidat und Amphetamine zur Therapie des Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndroms, sollten nicht mit Energy Drinks kombiniert eingenommen werden. Das Gleiche gilt übrigens auch für Drogen. Ebenso bei der Einnahme von Psychopharmaka ist der Genuss von Energy Drinks nicht ratsam.

Falls Sie eine akute oder chronische Entzündungserkrankung haben, sind Sie allein dadurch schon vermehrt durch Adrenalin aktiviert. Schon bei einer einfachen Erkältung kann durch Energy Drinks Ihr Risiko für Herzrhythmusstörungen steigen.

Überdies ist bei Medikamenten, die die QT-Zeit im EKG verlängern, das Risiko ebenfalls erhöht. Falls Sie bestimmte Antibiotika, Psychopharmaka oder auch Antiarrhythmika einnehmen, sollten Sie außerdem auf Energy Drinks verzichten. Schauen Sie daher auf den Beipackzettel, ob das jeweilige Medikament die QT-Zeit verlängern könnte.

 

Energy Drinks: das empfehlen wir in der Cardiopraxis

Wir in der Cardiopraxis empfehlen: Alle Menschen, die Risikofaktoren für Nebenwirkungen von Energy Drinks haben, sollten diese vermeiden. Vor allem Personen ab dem 35. Lebensjahr sollten grundsätzlich vorsichtig sein, da unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen können.

Bitte bedenken Sie: Energy Drinks sind ein schlecht definiertes Gemisch aus psychisch-metabolisch aktivierenden Substanzen, deren Wirkung auf den Körper individuell kaum kontrollierbar ist.

Energy Drinks stimulieren explosiv wie ein Raketenstart, das Risiko des Absturzes ist erhöht…..eben keine Flügel.

 

 

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https://www.aerzteblatt.de/archiv/184187/Bluthochdruck-in-Deutschland

https://www.aerzteblatt.de › archiv › Med…Medikamentenbedingte QT-Verlängerung und Torsade de …

Higgins JP et al. Circulation 2018;138, Suppl. 1: Abstract 10655

Shah SA et al. JAHA 2019;8: https://doi.org/10.1161/JAHA.118.011318

Higgins JP et al. Beverages 2015;1:104-126

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Vorhofflimmern und Schlaganfall – häufiger bei Menschen mit Übergewicht

Jeder 10. Mensch in Deutschland erleidet im Laufe seines Lebens Vorhofflimmern des Herzens. Wichtig, Vorhofflimmern ist in 20 bis 25 Prozent der Fälle die Ursache von Schlaganfällen. Wissenschaftlich belegt tritt Vorhofflimmern häufiger bei übergewichtigen Menschen mit einem Body-Maß-Index über 25 kg/m² auf. Eine Meilenstein-Studie, die Legacy Studie, konnte sehr eindrucksvoll zeigen, wie wichtig Gewichtsreduktion ist, um ein Wiederauftreten von Vorhofflimmern zu vermeiden.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – Meilenstein – Legacy Studie

In die Analyse der Legacy Studie wurden 355 Menschen mit einem Body-Maß-Index von >27 kg/m² aufgenommen, der Mittelwert betrug 33 kg/m². Alle Teilnehmenden hatten bereits eine Episode von Vorhofflimmern gehabt und waren zum Zeitpunkt des Studienbeginns im normalen Sinusrhythmus. Ihnen wurde ein Programm zur Gewichtsreduktion angeboten und sie wurden im Studienintervall regelmäßig nachuntersucht. Der sogenannte Endpunkt der Untersuchung war die Anfallsfreiheit von Vorhofflimmern nach fünf Jahren. Hier teilte man die Probanden in drei Gruppen ein:

  • ≥ 10 Prozent Gewichtsverlust = 46 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren
  • 3 bis 9 Prozent  Gewichtsverlust = 22 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren
  • < 3 Prozent  Gewichtsverlust = 12 Prozent anfallsfrei nach 5 Jahren.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – langfristige Anfallsfreiheit

Dass 46 Prozent derjenigen, die mindestens 10 Prozent Gewicht verloren und das Gewicht gehalten haben, keine Anfälle mehr bekamen, ist ein sehr eindrucksvolles Resultat. Wir kennen so gute Ergebnisse noch nicht einmal von den großen Studien zur Wirksamkeit von Medikamenten bei Vorhofflimmern. Kurzum, die nachhaltige Gewichtsreduktion ist effektiver als der Einsatz von Medikamenten. Umso beeindruckender sind diese Studienergebnisse, weil sie unter einer maximalen medikamentösen antiarrhythmischen Therapie standen.

Aber wie kommt dieses Ergebnis zustande?

Gewichtsreduktion –  geringerer Blutdruck und Druck im Herzen

Relevant ist hier sicherlich, dass der systolische Blutdruck im Mittel um 18 mmHg sank. Ein geringerer Blutdruck im Kreislauf ist immer auch mit einem geringeren Druck im Herzen verbunden. Das wiederum reduziert die mechanische Belastung der dünnwandigen Herzvorkammern, die ja der Ursprungsort von Vorhofflimmern sind. Als Folge davon nahm die linke Vorkammer in ihrer Größe um 18 Prozent ab – was wiederum weniger Wandspannung am Ursprungsort des Vorhofflimmerns bedeutet.

Gewichtsreduktion – weniger Entzündung und thermischer Stress

Ein besonders interessanter Befund war auch die Abnahme des sogenannten C-reaktiven Proteins um 76 Prozent. Das C-reaktive Protein ist ein allgemeiner Marker für Entzündung. Es ist bekannt, dass Fett per se Entzündung produziert. Außerdem führt es zu einer stärkeren Wärmeisolierung des Körperstammes. Weil mehr Wärme gebildet und auch konserviert wird, haben übergewichtige Menschen häufig einen Hitzestau, der auch zu messbarem Einfluß auf das Kreislaufsystem führt. Gerade für diese Menschen sind vorbeugende Massnahmen gegen Hitzestress im Sommer besonders wichtig.

Gewichtsreduktion bei Vorhofflimmern – unblutige Blutflussmessung hilft bei der Therapie

In der Cardiopraxis können wir den Einfluss von Veränderungen des Körpergewichts auf den Kreislauf über die Blutflussmessung mit dem Finapres– System genau messen. Da Menschen mit Übergewicht häufig thermischen Wärmestress haben, finden wir bei Ihnen in diesen Fällen meistens einen hohen Blutfluss. Dieses gibt Ihrem Körper die Möglichkeit mehr Wärme in der Körperperipherie abzustrahlen. Da allerdings die damit verbundene Verringerung des Gefäßwiderstandes mit einem Blutdruckabfall verbunden ist, folgt eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks. Folglich erhöht diese Aktivierung das Risiko für Rhythmusstörungen und vor allen Dingen kann auch Vorhofflimmern ausgelöst werden. Der thermische Stress ist auch der entscheidende Grund dafür, warum sich übergewichtige Menschen häufig innerlich so unruhig fühlen.

Bei der Gewichtsreduktion gibt es einige Punkte zu beachten, vor allen Dingen dann, wenn die Verringerung von Körperstammfett, und damit der Isolationsschicht ein vermehrtes Kälteempfinden zur Folge hat. Dann nämlich gilt es durch weitere Maßnahmen den thermischen Stress durch Kälte zu vermeiden.

In der Konsequenz bedeutet das: Menschen mit anfallsartigem Vorhofflimmern und einem Body-Maß-Index von >27 kg/m² sollten ihr Gewicht konsequent und nachhaltig reduzieren! So können sie in Zukunft Vorhofflimmer-Episoden vermeiden. Weniger Körperfett bedeutet: bessere Wärmeabstrahlung, weniger thermischer und mechanischer Stress, ein ruhigerer Kreislauf und ein besseres subjektives Befinden.

 

? Pathak RK et al. J Am Coll Cardiol 2015; 65: 2159-61

 

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Warme Jahreszeit optimal um mit Gewichtsreduktion zu beginnen

Mit dem Frühjahrsäquinoktikum (= Tages- und Nachtgleiche um den 20. März) kommen nicht nur hellere, sondern auch wärmere Tage. Höhere Außentemperaturen reduzieren die Notwendigkeit für den Körper, Wärme zu konservieren und auch zu generieren. Sie unterstützen den Körper dadurch bei der Gewichtsreduktion, also der richtige Zeitpunkt mit einer kontrollierten Daten zu beginnen.

Übergewicht belastet Herz, Kreislauf und Gelenke. Das Gewicht zu normalisieren ist daher für eine langfristige Gesundheit erstrebenswert. Zur Verhinderung von wiederkehrendem Vorhofflimmern ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion sogar effektiver als Medikamente. In der Cardiopraxis erleben wir immer wieder Menschen, die sehr gute Erfolge mit dem sogenannten Intervallfasten erzielen.

Mit der folgenden Formel zum Intervallfasten können gute und nachhaltige Erfolge erzielt werden. Sie berücksichtigt nicht nur die Zeitintervalle, sondern auch die Qualität der Nahrung.

Gesund essen

In der Reduktionsphase sollten Sie besonders gesund essen. Die Hauptmahlzeit kann zum Beispiel ein reichhaltiger Salat mit Spinat, Putenfleisch, Fenchel, Nüssen, Hülsenfrüchten, Weichobst (Blaubeeren, Erdbeeren) und scharfen Gewürzen sein. Letztere tragen zur Anregung des Stoffwechsels bei.

Regelmäßig essen

Wir halten dabei regelmäßige Mahlzeiten für besonders wichtig. Denn so trägt auch die Synchronisation der inneren Uhren der Stoffwechselprozesse zur Gesamtgesundheit bei. Des Weiteren sollten Sie nach 18:00 Uhr keine Mahlzeit einnehmen, da wissenschaftlich gesichert ist, dass dieselbe Kalorienzahl am Abend zu einer stärkeren Gewichtszunahme als am Morgen führt. Darüber hinaus stören späte Mahlzeiten den Schlaf.

Körpertemperatur und Temperaturempfinden bestimmen das genaue Vorgehen

Die Bewertung der Körpertemperatur und des Wärmeempfindens ist ein wesentlicher Gradmesser dafür, wie die Gewichtsreduktion stattfinden sollte. Das Wechselspiel zwischen Körpergewicht, Stoffwechsel und Kreislauf können wir in der Cardiopraxis durch die Blutflussmessung objektiv quantifizieren. Ein hoher Blutfluss, welcher meistens mit einer gesteigerten Wärmeempfindlichkeit einhergeht, signalisiert in der Regel, dass der Körper versucht überschüssige Wärme abzugeben (Wärmedissipitations-Kreislauf). Ein niedriger Blutfluss in Verbindung mit einer Neigung zur Kälteempfindlichkeit signalisiert, dass der Körper versucht Wärme im Körper zu halten (Wärmekonservierungs-Kreislauf).

Menschen, die ein vermehrtes Kältegefühl haben, sollten unabhängig vom Gewicht parallel mit einer Stoffwechselaktivierung (körperliches Training, scharfe Speisen, z.B. Ingwer oder Chili) beginnen. Die geringere Nahrungszufuhr sollte zunächst in den Hintergrund treten. Wenn Sie bei Kälteempfinden beziehungsweise niedrigen Körpertemperaturen versuchen, die Nahrungszufuhr zu verringern, dann kann das zu Stress mit den möglichen Folgen von Unruhe, Schlafstörungen bis hin zur Blutdruckerhöhung führen.

Menschen, die sich gesteigertes Wärmeempfinden haben und vielleicht sogar immer wieder leicht schwitzen, sollten unabhängig vom Gewicht zunächst die Stoffwechselaktivierung (Training, scharfe Speisen) zurückstellen, da sonst Hitzestress auftreten kann. Der wiederum kann ebenfalls zu Unruhe, Schlafstörungen und Blutdruckerhöhungen führen. Menschen, denen es schnell zu warm ist, sollten am Anfang einer kontrollierten Gewichtsreduktion vor allen Dingen auf eine reduzierte Nahrungszufuhr setzen.

 

….weiter mit „Intervallfasten: so machen Sie es richtig“.

 

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Wir in der Cardiopraxis wollen Sie dabei unterstützen, Nebenwirkungen bei der Gewichtsabnahme zu vermeiden. Fürs erfolgreiche Intervallfasten haben wir Ihnen ein paar hilfreiche Hinweis und Regeln zusammengestellt.

Wichtig: Stoffwechsel und Körpertemperatur

Wenn Sie Ihr Körpergewicht reduzieren, ist das ein wesentlicher Eingriff in Ihren Energie- und damit auch in Ihren Temperaturhaushalt. Das kann mit Stressreaktionen verbunden sein, die sich ungünstig auf Herzkreislauferkrankungen wie Bluthochdruck und Rhythmusstörungen auswirken können.

Der Körper verliert mit der Gewichtsabnahme an Isolationsschicht (Bauchfett), was zu einer vermehrten Abstrahlung von Wärme führt. Darüber hinaus bildet sich weniger Wärme, weil Fett selber entzündlich und damit wärmebildend ist. Sie können damit rechnen, dass Sie pro Kilogramm Gewichtsreduktion ca. 0,05 bis 0,1°C an Körpertemperatur verlieren.

Wenn der Temperaturabfall in Relation zum Ausgangswert ca. 1,0 °C, zum Beispiel von 37,1°C auf 36,1°C beträgt, ist meistens eine kritische Grenze erreicht. Spätestens dann kommt es zu Symptomen wie Kältegefühl, Hungerattacken und Schlafstörungen. Eine weitere Gewichtsreduktion ist nun zunächst nicht sinnvoll. Selbst stark übergewichtige Menschen, die nur wenige Kilos verloren haben, beginnen manchmal schon zu frösteln, obwohl sie noch übergewichtig sind.

Der Körper versucht bei Erreichen der kritischen Grenze, durch Stressreaktionen den Wärmeverlust auszugleichen. Meistens passiert das über Adrenalin-vermittelte Ausgleichsreaktionen. Damit verbunden sind Heißhungerattacken und Suchverhalten nach Nahrung. Das kann Schlafstörungen zur Folge haben und ist durchaus biologisch sinnvoll, denn ein hungriges Tier oder auch ein hungriger Mensch sollte nicht schlafen, sondern nach Nahrung suchen. Außerdem versucht der Körper bei Unterschreiten des Temperatur-Sollwertes, Wärme durch Gefäßregulation zu konservieren indem er die Arterien engstellt, wie man es auch aus der kalten Jahreszeit kennt. Dadurch besteht das Risiko, dass sich der Blutdruck erhöht.

Stress vermeiden beim Intervallfasten

Gerade die ersten 2 Wochen können kritisch sein, wenn Sie auf eine gewichtsreduzierende Kost umstellen. Das gilt grundsätzlich für weniger Kalorien, aber vor allem für weniger oder gar kein Zucker. Denn Zucker ist ein kritischer Suchtfaktor. Hilfreich ist es, Süßigkeiten aus dem Haushalt zu verbannen. Bei Heißhungerattacken durch die Sucht nach Zucker können eventuell niedrigdosierte Chilipräparate zu einem geringeren Hungergefühl beitragen. Wir machen in der Cardiopraxis immer wieder die Erfahrung, dass auch die vorübergehende niedrig-dosierte Therapie mit Rauwolfia Tropfen hilft. Rauwolfia enthält den Hauptwirkstoff Reserpin, was den Abbau von Adrenalin fördert. Dadurch haben Sie weniger Stress in der Umstellungsphase.

In jedem Fall sollten Sie 7 bis 8 Stunden in der Nacht schlafen, weil das zu einer verbesserten emotionalen Impulskontrolle führt. Das heißt vereinfacht: Sie können sich am Tage besser beherrschen, wenn Sie gut geschlafen haben. Auch regelmäßiges Meditieren kann helfen.

Planen Sie Ihre Mahlzeiten

Sie sollten die Mahlzeiten selbst vorbereiten. Insbesondere dann, wenn Sie bei der Arbeit nicht in die Kantine gehen wollen (und das sollten Sie auch nicht).

Denken Sie daran, bevor Sie einen Teller füllen, wie sich eine große Portion auf Gesundheit (zum Beispiel Gewichtszunahme) und Befinden (zum Beispiel Völlegefühl mit Leistungsknick) auswirkt. Das hilft Ihnen dabei, die Portion zu begrenzen. Sie sollten sich auch vor jeder Mahlzeit vor Augen führen, dass ein Sättigungsgefühl nach einer Mahlzeit erst nach ca. 20 Minuten auftritt. Vielleicht sollten Sie so lange warten, bis Sie einen zweiten Teller oder etwas anderes essen. Allgemein sollten Sie der Nahrungsaufnahme mehr Aufmerksamkeit schenken. Es sollte langsam und ausreichend gekaut werden. Wenn man sich bewusst Zeit nimmt, bemerkt man auch rechtzeitig das einsetzende Sättigungsgefühl.

Dokumentieren und analysieren Sie Ihr Gewicht

Sie sollten sich täglich wiegen und das Gewicht in einer Tabelle dokumentieren. Noch besser ist die grafische Dokumentation in Form einer Kurve. Hilfreich sind dabei zahlreiche Health-Apps und es gibt auch Waagen, die die Daten von der Waage zuverlässig per Bluetooth auf das Handy übertragen.
Bei Gewichtsveränderungen sollten Sie darüber nachdenken, was die Ursache gewesen sein kann. Das können zum Beispiel Wassereinlagerungen durch zu viel Salz, Mahlzeiten mit einem zu niedrigen Proteinanteil oder auch für Sie persönlich allergene Nahrungsmittel sein. Sie werden erstaunt sein, was Sie so alles über Ihren individuellen Stoffwechsel lernen können. Vermeiden Sie in Zukunft solche Nahrung, die zu sprunghaftem Gewichtsanstieg geführt hat.

Messen Sie Ihre Körpertemperatur

Wir raten in der Cardiopraxis dazu, neben dem Körpergewicht auch die Körpertemperatur täglich zu messen. Richtig angewandt ist das Messen der Körperkerntemperatur im Ohr zuverlässig und schnell. Wenn die Körpertemperatur im Verhältnis zum Ausgangswert um 0,5 bis 1,0 C0, meistens in Verbindung mit einem vermehrten Kältegefühl, abweicht, dann sollten Sie etwas tun: Bilden Sie aktiv Wärme bzw. konservieren Sie passiv Wärme. Das geht folgendermaßen.

So bilden Sie aktiv Wärme durch Training

Moderates Intervalltraining führt dazu, dass Ihr Stoffwechsel gut aktiviert wird. Zum Beispiel können Sie 3 Mal pro Woche mehr als 10.000 Schritte oder ca. 4 Stunden pro Woche stramm gehen. Dabei sollte die Pulsfrequenz auf 140 Prozent des Ausgangswertes gesteigert werden, z. B. bei einer Ruhefrequenz von 72 bpm auf 100 bpm beim Gehen. Des Weiteren wird der Stoffwechsel durch Muskelaufbau, zum Beispiel durch Krafttraining, angeregt. Das erhöht insbesondere auch den Grundumsatz, das heißt den Verbrauch von Kalorien auch in körperlicher Ruhe.

So bilden Sie Wärme durch Ernährung

Sie können den Stoffwechsel auch durch die Einnahme von aktivierenden Speisen (zum Beispiel Chili, Ingwer) anregen. Das kann durchaus zu einem deutlichen Wiederanstieg der Körpertemperatur führen. Kühlende Speisen wie zum Beispiel Buttermilch, Quark oder Joghurt in größeren Mengen sollten Sie zu diesem Zeitpunkt meiden.

Ziehen Sie sich warm an

Sollten Sie ein vermehrtes Kältegefühl spüren, dann können in der Nacht Schlafstörungen auftreten. Bis eine aktive Wärmebildung durch körperliche Aktivität beziehungsweise Nahrungszufuhr greift, sollten Sie daher wärmere Kleidung tragen („Flanell statt Seide und Baumwolle“). In der Nacht können durchaus lange Hosen und Longsleeve-Hemden, zum Beispiel Ski-Unterwäsche, sehr hilfreich sein. Auch für Bettsocken sollten Sie sich nicht zu schade sein.

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