Hydrochlorothiazid (HCT) ist ein harntreibendes Medikament – ein sogenanntes Diuretikum. Häufig wird es als Kombinationspräparat bei Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt, etwa bei Herzschwäche, Bluthochdruck und Wassereinlagerungen.

Eine große dänische Registerstudie zeigte, dass HCT unter bestimmten Voraussetzungen das Risiko für nicht-schwarzen Hautkrebs erhöhen kann. Dazu zählen das Basaliom, das in Westeuropa zwischen 30-150 von 100.000 Menschen haben, sowie das Spinaliom, das in dieser Region bei zwischen 1-34 von 100.000 Menschen vorkommt.
Gemäß der Studie steigt das Risiko für diese Krebsarten, je länger und mehr HCT eingenommen wird.

Konkret heißt das:

  • bei einer Einnahme von mehr als 50.000 mg HCT steigt das Risiko für ein Basaliom um 29 %
  • bei einer Einnahme von mehr als 200.000 mg HCT steigt es sogar um 54 %

Auf eine Menge von mehr als 50.000 mg HCT kommt zum Beispiel, wer über etwa 11 Jahre täglich eine typische HCT-Dosis (12,5 mg) einnimmt.

Zu den Risikofaktoren für nicht-schwarzen Hautkrebs zählen zudem:

  • heller Hauttyp
  • familiäre Belastung
  • hohe Sonneneinstrahlung
  • Immunsuppression

Betroffenen Personen empfehlen wir, HCT nicht eigenmächtig abzusetzen. Über alternative Präparate können Sie mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt sprechen. Bei langjähriger Einnahme sind außerdem ein sorgfältiger Sonnenschutz und regelmäßiges Hautkrebsscreening wichtig.

 

📚 Rote-Hand-Brief „Hydrochlorothiazid“ des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

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Wenn ein verheiratetes Paar Sex miteinander hat, liegt die körperliche Belastung ungefähr bei einer mittleren Herzfrequenz von 117 bpm und einem mittleren Blutdruck von 162/89 mmHg, beim Orgasmus etwas höher. Insgesamt entspricht das einer moderaten körperlichen Aktivität wie Golfen oder Gartenarbeit, aber noch keiner Spitzenbelastung im Alltag.

Bei den folgenden Herz-Kreislauf-Problemen kann Sex allerdings ein Risiko darstellen:

• neu aufgetretener oder intensivierter Brustschmerz in den letzten 2 Wochen
• schlecht eingestellter Blutdruck (z. B. 160/100 mmHg)
• höhergradige Leistungseinschränkungen (z. B. keine Treppenetage ohne Luftnot)
• Herzinfarkt liegt weniger als 2 Wochen zurück
• Rhythmusstörungen mit hohem Risiko (z. B. Salven aus Herzhauptkammer)
• angeborener verdickter Herzmuskel
• mittel- bis schwergradige Herzklappenerkrankungen (z. B. Aortenklappenstenose)

In diesen Fällen sollte die sexuelle Aktivität mit einer Kardiologin bzw. einem Kardiologen besprochen werden. Grundsätzlich gilt: Wenn ein Herzinfarkt länger als 6 Wochen zurückliegt und keine Symptome auftreten, ist das Risiko beim Sex gering.

 

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Eine Endokarditis ist eine bakterielle Entzündung der Herzinnenhaut, die besonders die Mitral- und Aortenklappe betrifft. Zwischen 3 und 10 von 100.000 Menschen erkranken jährlich daran in Deutschland. Unbehandelt hat die Endokarditis eine sehr schlechte Prognose.

Vor allem Männer über 60 Jahre haben eine höhere Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken. Weitere Risikofaktoren sind:

• frühere Endokarditis
• Kunstklappe
• Schrittmacher
• erworbene und angeborene Herzfehler
• intravenöser Drogenkonsum
• schlechte Zähne

Und das passiert bei einer Endokarditis: Die zerstörte Herzklappe wird undicht, was zu einer Herzschwäche führt; es kommt zu thrombotischen Ablagerungen, die über den Blutstrom in den Körper transportiert werden (Embolie). Häufig sind das Gehirn, Arme und Beine oder die Niere betroffen.

Mit diesen Symptomen kann eine Endokarditis einhergehen:

• Fieber mit Gewichtsverlust
• Herzgeräusch
• Schwäche
• Gelenkschmerzen
• kleine Hauteinblutungen oder Knötchen an den Händen/Füßen
• Bewusstseinsstörungen
• akute Herzschwäche
• Herzrhythmusstörungen

Diagnostiziert werden kann die Krankheit durch den Nachweis typischer Erreger im Blut sowie durch Herzultraschall. Therapiert wird sie mit Antibiotika, in etwa 50 % aller Fälle ist ein herzchirurgischer Einsatz notwendig.

Wichtige Präventions-Maßnahmen sind:

• eine gute Mundhygiene
• bei Hochrisiko-Patienten Antibiotika vor zahnärztlichen Eingriffen

 

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Eine Herzbeutelentzündung, auch Perikarditis genannt, kann ganz verschiedene Ursachen haben:

• Virusinfekte (häufig)
• Bakterien (selten, z.B. Tuberkulose)
• Herzinfarkt
• Autoimmunerkrankungen
• Metabolische Ursachen (z.B. Nierenversagen)
• Folge eines Traumas

Durch diese vielfältigen Symptome kann sich eine Perikarditis äußern:

• stechender Schmerz hinter dem Brustbein
• Verstärkung durch Lagewechsel, tiefe Atmung oder Husten
• Herzrhythmusstörungen
• Luftnot
• Tachykardie und niedriger Blutdruck
• eventuell Fieber

Diagnostiziert werden kann die Perikarditis folgendermaßen:

• anhand eines anfänglichen Reibegeräuschs (Stethoskop)
• durch EKG-Veränderungen
• im Blut werden vermehrt Herzenzyme nachgewiesen
• im Herzbeutel wird vermehrt Flüssigkeit festgestellt (Herzultraschall)
• im Zusammenhang mit einer Herzmuskelentzündung (Herz-MRT)

Der Krankheitsverlauf bei viralen Herzbeutelentzündungen ist in der Regel gutartig.

 

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Virale Infekte wie die Grippe können das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Die Verläufe variieren von flüchtigen Symptomen bis hin zu fortschreitender Herzschwäche. Schwere Verläufe sind allerdings sehr selten.

Abklären sollten Sie folgende Symptome, die nach einer Grippe neu auftreten:

Dafür wird folgende Basis-Diagnostik eingesetzt:

  • Körperliche Untersuchung
  • Labor
  • EKG
  • Ultraschall des Herzens (Echokardiografie)

Um weiter abklären zu können, wendet ein Arzt/eine Ärztin ggf. auch ein Herz-MRT und in seltenen Fällen einen Herzkatheter oder eine Herzmuskelbiospie an.

…weiter im Selbsthilfekurs „Grippe“

 

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Herzklappen funktionieren wie Rückschlagventile: Sie sorgen dafür, dass das Blut nur in eine Richtung fließt. Grundsätzlich können zwei Klappenfehler vorliegen: eine Verengung (Stenose) oder eine Undichtigkeit (Insuffizienz). Auch die Kombination beider Krankheiten ist möglich.

Bei einer Aortenklappenstenose etwa pumpt die linke Herzhauptkammer gegen erhöhten Widerstand. Der Herzmuskel ist dadurch verdickt, seine Sauerstoffzufuhr verringert sich und die Pumpleistung sinkt insgesamt.

Bei einer Aortenklappeninsuffizienz hingegen wird die linke Hauptherzkammer aus zwei Richtungen gefüllt, was sie größer werden lässt. Dadurch erschöpft sich die Kammer und die Pumpleistung sinkt ebenfalls.

Wenn Klappenfehler chronisch sind, treten Symptome meist spät auf und der Körper kann Anpassungen vornehmen. In akuten Fällen droht Kreislaufversagen, weil die Anpassung nicht vollständig gelingt.

 

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Wenn sich die Herzklappe wölbt

Ein Mitralklappenprolaps ist eine Verwölbung der Herzklappe zwischen linker Vor- und Hauptkammer. Dahinter steckt eine Bindegewebsstörung, es handelt sich nicht um einen Herzklappenfehler. Geschätzt 4 bis 7 Prozent der Bevölkerung, darunter mehr Frauen, haben dieses angeborene Phänomen.

In den meisten Fällen verursacht ein Mitralklappenprolaps keine Symptome und wird durch Zufall entdeckt. Seltener geht er mit einem unspezifischen Druckgefühl im Brustkorb, harmlosen Rhythmusstörungen oder Luftnot einher. In etwa 3 Prozent aller Fälle tritt allerdings eine Undichtigkeit, eine sogenannte Mitralklappeninsuffizienz, auf. Dadurch kann es zu einem Sehnenfadenabriss an der Mitralklappe, Stauungen in der Lunge, Herzschwäche und einem allgemeinen Leistungsknick kommen.

Auch bei hochgradiger Undichtigkeit ist allerdings eine Rekonstruktion möglich, ohne die Herzklappe ersetzen zu müssen. Untersucht wird ein Mitralklappenprolaps mittels Herzultraschall (Echokardiografie) und Abhören, eine Kontrolle alle 2 bis 5 Jahre wird empfohlen.

 

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Jedes 100. Neugeborene kommt mit einem Herzfehler zur Welt. Meistens entsteht dieser in der frühen Phase der Organbildung zwischen der 5. und 8. Schwangerschaftswoche. Zu den Faktoren, die einen solchen Herzfehler begünstigen, zählen zum Beispiel Strahlenexposition, Infektionen und Drogen, aber auch Genetik: Etwa 10 % aller Menschen mit angeborenem Herzfehler vererben diesen weiter.

Es gibt verschiedene Formen von angeborenen Herzfehlern. Der häufigste – er macht 31 % aller Fälle aus – ist der sogenannte Ventrikelseptumdefekt. Dabei handelt es sich um ein Loch in der Herzscheidewand der Hauptkammern. Das rechte Herz und die Lungenarterien werden mehr belastet – es kann zur Überbelastung kommen. Häufig verschließt sich ein kleines  Loch spontan wieder in den ersten Lebensjahren.

Bei 7 % aller angeborenen Herzfehler liegt ein Vorhofseptumdefekt vor. Hier hat sich ein Loch zwischen den beiden Vorhöfen des Herzens ausgebildet und sorgt für erhöhte Volumenbelastung des rechten Herzens und der Lungenarterien. Symptome treten häufig erst im Erwachsenenalter auf.

Angeborene Herzfehler können sich durch folgende Symptome bemerkbar machen:

• Wachstums- und Entwicklungsverzögerung
• reduzierte Belastbarkeit
• vermehrte broncho-pulmonale Infekte
• Herzrhythmusstörungen
• Ohnmacht
• Blaufärbung (Zyanose)

Vor der Geburt kann der Herzfehler durch pränatalen Ultraschall diagnostiziert werden, nach der Geburt per Stethoskop, Herzultraschall, Herzkatheter und/oder MRT.

 

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Das Herz umgibt der Herzbeutel, auch Perikard genannt. Er verhindert den direkten Kontakt vom Herzmuskel mit anderen Strukturen (z. B. Lunge) – und dadurch Herzrhythmusstörungen. Das Perikard ist mit etwas Flüssigkeit, einer Art Gleitmittel, gefüllt.

Wenn zu viel Flüssigkeit im Herzbeutel ist, spricht man von einem Perikarderguss. Dann kann die Füllung der Herzkammern gestört sein, auch kann es zu einem kritischen Abfall des Blutflusses kommen.

Ein Perikarderguss kann folgende Ursachen haben:

Herzbeutelentzündung (häufig Viren, selten Bakterien)
• Autoimmunerkrankung
• fortgeschrittene Nierenschwäche
• Tumorerkrankung
• Medikamentennebenwirkung
• Herzschwäche

Diagnostiziert wird ein Perikarderguss per Herzultraschall. Man behandelt ihn, indem er punktiert und seine Flüssigkeit abgelassen wird.

 

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Herzklappenfehler ausgleichen ohne Symptome

Die Funktion einer Herzklappe kann grundsätzlich auf zwei verschiedene Weisen gestört sein: Bei einer Klappen-Insuffizienz (Undichtigkeit) schließt die Herzklappe nicht richtig und ein Teil des Blutes fließt in die vorgeschaltete Herzkammer zurück. Dadurch vergrößert sich deren Füllungsvolumen und langfristig auch die Herzkammer – eine Herzschwäche kann die Folge sein.

Bei einer Klappen-Stenose (Verengung) passiert das Gegenteil: Die Herzklappe öffnet sich nicht komplett, sodass der Blutfluss behindert wird. Mit erhöhtem Druck versucht die Herzkammer, das Blut durch die verengte Klappe zu pressen. Mögliche Konsequenz dieser Belastung: eine Verdickung der Herzwand. Um sein Ziel – die Aufrechterhaltung von Blutdruck und richtigem Blutvolumen im Zeitverlauf – zu erfüllen, reagiert der menschliche Körper sehr individuell auf diese Herausforderungen.

Im Idealfall kompensiert er durch ausreichende Anpassungsvorgänge, ohne Symptome aufzuweisen. Ebenfalls symptomlos ist, wenn der Körper die Anpassung nicht schafft. Für ihn ist es in der Regel leichter, chronische als akute Herzklappenfehler auszugleichen. Sicher und zuverlässig beurteilen lässt sich der Zustand der Herzklappen mittels Herzultraschall (Echokardiografie).

 

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