Ein Bauchaortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader im Bauch. Sie überschreitet dadurch ihren maximalen Durchmesser von 3 cm. Mit etwa 40 bis 50 neuen Fällen pro 100.000 Menschen jährlich ist das Bauchaortenaneurysma das häufigste Aneurysma (entspricht mehr als 60 % aller Aneurysmen).

Risikofaktoren dafür sind:

  • männliches Geschlecht (6x häufiger als Frauen)
  • Alter > 65Jahre
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Arteriosklerose in anderen Gefäßen

Zu den Symptomen zählen Rücken- oder Bauchschmerz, ein pulsierendes Gefühl im Bauch oder ein Völlegefühl nach kleinen Mahlzeiten. Häufig zeigen sich beim Bauchaortenaneurysma aber auch keine Symptome. Diagnostizieren kann man es per Ultraschall, CT oder MRT. Zum Blutungsschock und sogar Tod kann es kommen, wenn ein Aneurysma platzt. Mit zunehmender Größe steigt auch das Risiko dafür.

Ab einem Durchmesser von mehr als 5,5 cm, vereinzelt auch schon ab 5 cm, wird ein Bauchaortenaneurysma offen chirurgisch oder Katheter-gestützt mit einem Stent behandelt. Diese Therapie wird auch bei besonders schnellem Wachstum angewandt (mehr als 10 mm pro Jahr).

Ein Screening ab dem 65. Lebensjahr ist sehr wichtig!

 

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Das sogenannte Thorakale Aortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader im Brustraum. 80 % der Fälle werden zufällig entdeckt. Mit jährlich zwischen 5 bis 10 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner tritt das Thorakale Aortenaneurysma deutlich seltener auf als das Bauchaortenaneurysma (40 bis 50 Fälle pro 100.000 pro Jahr). Überwiegend Männer zwischen 60 und 70 Jahren sind betroffen.

Zu den Symptomen zählen:

  • Luftnot
  • Schluckbeschwerden
  • Brust- und Rückenschmerzen

Ursachen für ein Thorakales Aortenaneurysma können sein:

  • Bluthochdruck
  • Bindegewebserkrankung (z.B. Marfan-Syndrom)
  • Aortenklappenerkrankung (bikuspide Klappe)
  • Arterienentzündung

Diagnostiziert wird es per Herzultraschall, CT und MRT.

Diese Komplikationen können mit einem Thorakalen Aortenaneurysma einhergehen:

  • Ruptur (= Aufplatzen) – wird kaum überlebt
  • Dissektion (= Einriss innerhalb der Gefäßwand) führt zu akuter Durchblutungsstörung von Gehirn, Organen, Armen und Beinen
  • Risiko steigt mit Zunahme des Aortendurchmessers

Operiert wird in der Regel ab einem Querdurchmesser von 55 mm. Früher eingreifen kann man, wenn Risikofaktoren wie zum Beispiel eine bikuspide Aortenklappe, eine familiäre Disposition für Komplikationen oder eine Wachstumsgeschwindigkeit von 5 mm pro Jahr vorliegt.

 

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Bei der Beinvenen-Thrombose werden die Hauptvenen durch Blutgerinnsel verstopft. Eine sichere Diagnose lässt sich nur mit speziellen Geräten stellen.

Mit der Kompressions-Sonographie lässt sich eine offene Vene vollständig komprimieren, da der Venendruck normalerweise niedrig ist. Eine thrombosierte Vene lässt sich dagegen gar nicht oder nur unvollständig komprimieren – schließlich ist hier der Druck erhöht.

Eine Beinvenen-Thrombose kann mit verschiedenen akuten und chronischen Komplikationen einhergehen. Durch Fortschwemmen von Blutgerinnsel in die Lunge etwa kann eine Lungenembolie ausgelöst werden. Und beim sogenannten post-thrombotischen Syndrom werden druckbedingt die Venenklappen zerstört, was zu einem Blutstau und damit zu „schweren Beinen“ oder „offenen Beinen“ führt.

Mit blutverdünnenden Medikamenten therapiert man die Beinvenen-Thrombose. Meistens werden sie für 3 Monate eingesetzt, bei wiederholten Thrombosen ohne erkennbaren Auslöser manchmal auch lebenslang.

Früher hielt man eine Ruhigstellung für sinnvoll, aber mittlerweile empfehlen Mediziner das Gegenteil: Bewegung aktiviert die Muskelpumpe und steigert damit den venösen Blutfluss. Um das post-thrombotische Syndrom zu vermeiden, sollten Betroffene Kompressionsstrümpfe für 2 Jahre tragen.

 

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Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) der Beine verläuft lange Zeit unbemerkt. Symptome sind dann etwa belastungsabhängige Schmerzen in den Beinen. Durch einfache Untersuchungen kann die pAVK diagnostiziert werden.

Dazu zählt die körperliche Untersuchung mit Pulstasten und Stethoskop. Eine hohe diagnostische Sicherheit bietet die sogenannte Dopplerstiftsonde. Sie funktioniert folgendermaßen:

  • der systolische Blutdruck wird mit Manschette und Doppelstift an Bein und Arm gemessen
  • ermittelt wird dann der Quotient aus Druck an Bein und Arm = Knöchel/Arm-Index
  • liegt der Knöchel/Arm-Index über 1,0 ist das normal, ein Wert unter 0,9 gilt als Beweis für eine pAVK.
  • dieser Nachweis ist schon vor Auftreten von Symptomen möglich

Weitere Diagnostik-Verfahren folgen dann meist, zum Beispiel:

  • Laufbandtest zur Objektivierung der Gehstrecke
  • farbcodierter Ultraschall
  • Angio-MRT und Angiografie zur Therapieplanung

Bei einer Erstdiagnose wird zudem das Risiko für häufige Begleiterkrankungen bewertet. Zum Beispiel das Herzinfarktrisiko mittels Belastungs-EKG und Herzultraschall sowie das Schlaganfallrisiko per Ultraschall-Untersuchung der hirnversorgenden Arterien.

 

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Bei einer tiefen Beinvenen-Thrombose sind die Venen durch lokale Blutgerinnsel verstopft. In den meisten Fällen sind die Bereiche Beine und Becken betroffen, Armvenenthrombosen sind deutlich seltener.

Wie eine Venenthrombose entsteht, kann die sogenannte Virchow-Trias erklären: Gestört sind dabei der Blutfluss, die Blutzusammensetzung und bestimmte Gefäßwände.

Risikofaktoren für eine Beinvenenthrombose sind:

  • steigendes Alter
  • Unfall, Gipsbehandlung, Operationen
  • angeborene Gerinnungsstörung
  • Antibabypille
  • starke Krampfadern
  • Tumorerkrankung
  • Übergewicht und Rauchen
  • lange Flugreisen
  • Dehydrierung

Selten kann man die Thrombose nur mit einem Risikofaktor erklären, häufig kommen mehrere zusammen, zum Beispiel eine lange Flugreise und Dehydrierung.

Die Symptome einer Beinvenenthrombose sind unterschiedlich, gelegentlich wird sie auch nicht bemerkt:

  • einseitige Beinschwellung
  • Rötung und Überwärmung
  • Schmerzen
  • Bläuliche Verfärbung
  • Spannungsgefühl
  • vermehrte oberflächliche Venenzeichnung

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Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine chronische arterielle Durchblutungsstörung. Vor allem die Becken-Beinarterien sind davon betroffen.

Zu den Risikofaktoren zählen:

  • Alter
  • Rauchen
  • Diabetes mellitus
  • männliches Geschlecht
  • Bluthochdruck
  • Cholesterinerhöhung

Symptome treten erst auf, wenn eine Beinarterie mehr als 75 % verengt ist (Stenose). Hinter der Engstelle kommt es zu einem deutlichen Blutdruckabfall.

Es gibt verschiedene Stadien der pAVK:

  • Stadium I: strukturelle Veränderungen ohne Symptome
  • Stadium II: belastungsabhängige Muskelschmerzen nach einer bestimmten Gehstrecke zwingen immer wieder zum Stehenbleiben („Schaufensterkrankheit“)
  • Stadium III: zusätzlich Schmerzen bei Ruhe
  • Stadium IV: zusätzlich Heilungsstörungen bei offenen Wunden

Die pavK ist eine sogenannte Indikator-Erkrankung. Das heißt: In der Regel sind bei Betroffenen nicht nur die Arterien der Beine verengt, sondern gleichzeitig auch Arterien, die Hirn und Herz versorgen.

 

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