Winterzeit – die normale Zeit 

Astronomisch betrachtet ist die Winterzeit die natürliche Zeit, d.h. die Zeit, die dem normalen Wechsel der Lichtverhältnisse durch die Rotation der Erde in ihrem Neigungswinkel um die Sonne entspricht.

Die Rotation der Erde um die Sonne definiert den Zeitpunkt des längsten Tages am 21. Juni, der Sommersonnenwende und den längsten Tag am 21. Dezember, der Wintersonnenwende, also dem Zeitpunkt, an dem die Dauer des hellen Tages wieder zunimmt. Dazwischen liegen die Tage des sog. Äquinox, der Tagundnachtgleiche am 21. September und 21. März.

Sommerzeit – warum eigentlich?

Das Hauptargument für die Sommerzeit ist, dass durch die Sommerzeit die längere Dauer des Tageslichtes besser ausgenutzt wird, um Energie, z.B. durch Lichtquellen zu sparen. Kurzum, wir machen abends so das Licht später an. Dieser ökonomische und damit auch ökologische Effekt ist allerdings umstritten.

Unbestritten ist, dass die längere Helligkeitsphase im Sommer zu einer Steigerung des Konsumverhaltens führt. Das heißt, dass die längere Helligkeit mehr Einkäufe zur Folge hat, ein nicht unerheblicher ökonomischer Faktor.

Befürworter der Sommerzeit führen auch an, dass durch das längere Tageslicht die Wertigkeit der Freizeit nach der Arbeit und damit die Lebensqualität gesteigert wird.

Zeitumstellung – Änderung des Schlafverhaltens 

Je weiter wir vom Äquator entfernt leben, desto länger ist die Tageshelligkeit im Sommer. Folglich schlafen die meisten von uns im Sommer weniger als im Winter. Dieser chronische Effekt wird durch die Zeitumstellung im Frühjahr weiter verstärkt. Vor dem Hintergrund des chronischen Schlafmangels gerade in den westlichen Industrienationen ist die Sommerzeit also die ungünstigere Zeit.

Auch akute Umstellung hat negative Folgen. Dieses gilt nicht nur für den verkürzten Schlaf bei der Umstellung von Winterzeit auf Sommer- auf Winterzeit, sondern auch beim Wechsel auf die Winter im Herbst.

Hier müssen wir uns vor Augen führen, dass die abrupte Zeitumstellung im Sommer bzw. Im Winter eine abrupte Änderung in Bezug auf die Schlafdauer hat

  • Frühjahr: Sommerzeit = – 1h
  • Herbst:  Winterzeit = + 1h

Für die Umstellung auf die Sommerzeit bedeutet dieses vor allen Dingen in den ersten Tagen ein Schlafmangel, welcher mit Stress und gesundheitlichen Folgen, wie z.B. vermehrter Unfallhäufigkeit, aber auch mit einer erhöhten Herzinfarktrate verbunden ist.

Bei der Zeitumstellung auf die Winterzeit gewinnen wir zwar 1 Stunde Schlafdauer hinzu, aber wir brauchen trotzdem einige Tage bis sich unsere Innere Uhr und damit unser Schlafverhalten an die neuen Verhältnisse angepasst hat. Das kann vor allen Dingen Durchschlafstörungen zur Folge haben, was dann den gesamten Schlafrhythmus durcheinanderbringen kann.

Frühzeitige Anpassung an die Winterzeit 

Um Schlafstörungen bei Wechsel von Sommerzeit auf Winterzeit zu vermeiden ist eine frühzeitige und langsame Umstellung von Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt sinnvoll. Es geht vor allen Dingen darum mit einem späteren Einschlafritual den Einschlafzeitpunkt Schritt-für-Schritt zu verzögern BEVOR die Zeitumstellung stattfindet.

Grundsätzlich gilt Wechsel zur Winterzeit bedeutet später zu Bett gehen und später aufstehen.

Hier ein Beispiel für eine frühzeitige & langsame Zeitanpassung

Normale Schlafzeit 22:00 – 05:00h

Mittwoch

  • 22:15 zu Bett

Donnerstag

  • 05:00 aufstehen
  • 22:30 zu Bett

Freitag

  • 05:15 aufstehen
  • 22:45 zu Bett

Samstag

  • 05:30 (oder später) aufstehen
  • 23:00 zu Bett ???? Zeitumstellung (+1h)

Sonntag

  • 05:00 (oder später) aufstehen
  • 22:00 zu Bett

Montag

  • 05:00 aufstehen

Anpassung an die Winterzeit – meistens ohne Probleme 

Die meisten von uns haben keine Probleme bei der Umstellung auf die Winterzeit. Schließlich können wir ja 1 Stunde länger schlafen. Folglich genügt es, wenn wir uns die Änderung 1 Woche vor Zeitumstellung bewusst machen und ab der Wochenmitte einfach etwas später schlafen gehen. Hilfreich kann auch die Planung von abendlichen Aktivitäten am Freitag und am Samstag sein.

Bei Menschen mit bekannten Schlafstörungen und gerade auch bei Kindern kann das oben genannte disziplinierte Vorgehen allerdings sehr hilfreich sein.

 

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Schlafapnoesyndrom – häufig unentdeckt

Das Schlafapnoesyndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Unbehandelt führt es zu vielfältigen Symptomen, nicht nur in der Nacht, sondern vor allen Dingen auch am Tage. Das äußert sich durch Zeichen von chronischen Alarm- und Stressreaktionen, einhergehend mit gestörtem Stoffwechsel, Schwitzen, Schwindel und möglichen Depressionen. Vor allen Dingen auch durch Störungen im Herz-Kreislaufsystem wie Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. Eine wichtige Komplikation ist der Sekundenschlaf, zum Beispiel am Steuer eines Autos, was zu Unfällen führen kann.

Schlafapnoesyndrom – allgemeine Therapieprinzipien

Bei der obstruktiven Form des Schlafapnoesyndroms ist das gemeinsame Therapieziel das Offenhalten der oberen Atemwege. Folglich wird der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) geringer und die Sauerstoffsättigung während des Schlafs fällt nicht ab. Denn insbesondere der Sauerstoffmangel führt zu einer Adrenalin-vermittelten Stressreaktion und damit verbundenen Komplikationen.

Therapie – Möglichkeiten im Einzelnen

Gewichtsreduktion: Häufig sind vom obstruktiven Schlafapnoesyndrom übergewichtige Menschen betroffen. Durch die vermehrten Fetteinlagerungen auch in den oberen Atemwegen kommt es zu einer Abnahme des Muskeltonus und damit zu einer Verschärfung der Obstruktion. Eine Gewichtsreduktion um 10 kg kann bewirken, dass der AHI bis zu 50% sinkt, teilweise können wir in der Cardiopraxis durch eine Gewichtsreduktion ganz auf apparative Therapieformen verzichten.

Meiden von Alkohol und Schlaftabletten am Abend: Alkohol und Schlaftabletten haben muskelrelaxierende Wirkung. Das heißt: Der Muskeltonus wird zusätzlich vermindert und kann somit zu einer stärkeren Obstruktion beitragen. Zudem können beide Substanzen je nach Dosierung auch den zentralen Atemantrieb dämpfen.

Nächtliche Überdrucktherapie: Es stehen unterschiedliche Nasen-, Nasen-Mund- oder Vollgesichtsmasken zur Verfügung, die einen kontinuierlichen Überdruck in den oberen Atemwegen aufrechterhalten. Dieser Überdruck hält die Atemwege geschient und offen und verhindert somit eine obstruktive Apnoe oder Hypopnoe. Insbesondere bei Therapiebeginn empfinden Benutzer die Maske teils als unangenehm, da gegen einen positiven Druck auch ausgeatmet werden muss. Einige Patienten berichten von Platzangst oder von dem Gefühl aufgepumpt zu werden. Etwa 2/3 der so behandelten Menschen haben aufgrund ihrer verbesserten Symptomatik eine sehr gute Therapieakzeptanz, etwa 1/3 der Betroffenen toleriert auf Dauer die Maskentherapie nicht und sucht alternative Therapieformen.

Therapie – weitere Möglichkeiten

Unterkiefer Protrusionsschiene: Ein alternatives Therapiekonzept ist das nächtliche Einlegen einer Unterkiefer-Protrusionsschiene. Das heißt: Der Unterkiefer wird nach vorne gezogen und gewährleistet ein Freihalten der oberen Atemwege. Ein Kieferchirurg passt die Unterkiefer-Protrusionsschiene in der Regel individuell an.

Verhinderung der Rückenlage im Schlaf: Häufig wird das obstruktive Schlafapnoesyndrom in Rückenlage stärker. Bei einzelnen Betroffenen kommt es beim Schlaf ausschließlich in Rückenlage und nicht in Seitenlage zur Obstruktion. Daher ist ein mögliches Therapiekonzept die Rückenlage im Schlaf zu verhindern. Es gibt zum Beispiel professionelle Rückenlage-Verhinderungswesten. Alternativ kann man durch eingenähte Tennisbälle im Schlafanzug hier auch kreativ die unerwünschte Lage sicher verhindern.

Operationen im HNO-Bereich: Es gibt HNO-ärztliche Operationen beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom. Diese Operationen stehen dann zur Diskussion, wenn anatomische ausgeprägt verlegende Befunde vorliegen, beispielsweise große Rachenmandeln oder andere Auffälligkeiten im Gaumen- oder Nasengangbereich.

Stärkung der Muskulatur der oberen Atemwege: Ergänzend zu den genannten Therapien ist eine Stärkung der Muskulatur im Bereich der oberen Atemwege unterstützend sinnvoll. Es gibt beispielsweise positive Studienergebnisse zum Didgeridoo-Spielen. Sicherlich ist auch das Spielen anderer Blasinstrumente eine gute Möglichkeit, um die Muskulatur zu stärken.

obstruktives Schlafapnoesyndrom – sinnvolle Therapie

Das unbehandelte schwere obstruktive Schlafapnoesyndrom führt aufgrund seiner Komplikationen, unter anderem auch im Herz-Kreislauf-Bereich, zu einer kürzeren Lebenserwartung. Eine Therapie ist daher nicht nur symptomlindernd sondern auch lebensverlängernd. Mittlerweile stehen unterschiedliche Therapieverfahren zur Verfügung, sodass für jeden Betroffenen das richtige Therapieinstrument dabei sein sollte.

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Schlafapnoe-Syndrom- gestörte Atmung im Schlaf

Das Schlafapnoesyndrom betrifft etwa 15% aller Männer und etwa 7% aller Frauen. Bei diesen Mensch ist der gesunde Schlaf gestört. Unbehandelt führt es zu Symptomen wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Schwitzen. Kardiologen assoziieren damit außerdem Bluthochdruck und Vorhofflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – erste Hinweise

Die ersten klinischen Hinweise für ein Schlafapnoe-Syndrom sind eine nicht zu erklärende Tagesmüdigkeit sowie Schnarchen oder Atemaussetzer im Schlaf, die oft der Partner oder die Partnerin bemerkt. Darüber hinaus haben übergewichtige Menschen häufiger ein Schlafapnoe-Syndrom. Vor allem bei einer Kombination dieser Merkmale sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen.

Schlafapnoe-Syndrom – kardiorespiratorische Polygrafie als Screeninguntersuchung

Die erste Untersuchung zur Diagnoseerstellung ist eine sogenannte kardiorespiratorische Polygrafie. Der oder die Betroffene nimmt das Screeninggerät nach einer kurzen Erklärung in der Praxis mit nach Hause und legt es sich vor dem Schlafengehen selbst an. Das Gerät besteht aus einem Brust- und Bauchgurt, Sauerstoffsättigungssensor am Finger, einem Atemgasflusssensor sowie einem Mikrofon zur Aufnahme von Schnarchgeräuschen. Außerdem kann das Aufzeichnungsgerät durch einen inkludierten Lagesensor die Schlaflage feststellen. Das ist überaus wichtig, da in den meisten Fällen die Rückenlage das Schlafapnoe-Syndrom verstärkt. Ebenso gibt es Schlafapnoen, die ausschließlich in Rückenlage auftreten.

Schlafapnoe-Syndrom – was messen wir?

Das Messsystem kann die relevanten Parameter der nächtlichen Atmungsstörung aufzeichnen. Im Einzelnen sind das:

Schlafapnoe-Syndrom – obstruktiv versus zentral

Das Auswerten der kardiorespiratorischen Polygrafie beantwortet die Frage, ob ein Schlafapnoe-Syndrom vorliegt. Der wichtigste Parameter ist der sogenannte Apnoe-Hypopnoe-Index. Gemessen und gezählt werden dabei die Phasen einer Apnoe beziehungsweise einer Hypopnoe pro Stunde. Ein AHI-Wert bis 5 gilt noch als normal. Darüber hinaus sind der sogenannte Entsättigungsindex und die minimale Sauerstoffsättigung wichtig und zeigen eine Gefährdung an. Denn ein nächtlicher Sauerstoffmangel führt auch zur Stress-Belastung und zum Freisetzen von Adrenalin.

Ergänzend unterscheidet man ein überwiegend obstruktives Schlafapnoe-Syndrom von einem zentralen Schlafapnoe-Syndrom. Bei der obstruktiven Form sind die oberen Atemwege verlegt, eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist jedoch vorhanden. Bei der zentralen Form, die vom Gehirn gesteuert wird, fehlt der Atemantrieb und somit diese Atembewegung. Beide Formen zeichnen sich durch einen fehlenden oder unzureichenden Atemgasfluss in die Lunge aus.

Außerdem wird untersucht, ob und wie das Schlafapnoe-Syndrom von der individuellen Körperlage abhängt. So ist der Befund in Rückenlage in aller Regel schlechter als der auf Seite.

Schlafapnoe-Syndrom – Schweregradeinteilung

Abhängig vom Schweregrad ist nicht nur die weiterführende Diagnostik im Schlaflabor, sondern auch die Dringlichkeit einer Therapie. Leichtgradige Befunde bei Übergewicht können zum Beispiel zunächst behandelt werden, indem das Gewicht reduziert und die Rückenlage im Schlaf verhindert werden. Die Schweregrade werden anhand des AHI eingeteilt:

  • Leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom: AHI bis 15/h
  • Mittelgradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI bis 30/h
  • Schwergradiges Schlafapnoe-Syndrom AHI >30/h

Schlafapnoe-Syndrom-Screening – sinnvoller Einsatz?

Wir sehen die kardiorespiratorische Polygrafie als sinnvolle Screening-Untersuchung insbesondere bei klassischen Symptomen wie Tagesmüdigkeit und Schnarchen. Darüber hinaus erleben wir in der Cardiopraxis Menschen mit anfallsartigem Vorhofflimmern oder schwerem und schlecht einstellbarem Bluthochdruck, deren Ursache ein unentdecktes Schlafapnoe-Syndrom ist. Hier setzen wir insbesondere in der Screening-Diagnostik an.

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Herzstolpern, Herzrasen – Warum ein 1-Kanal-EKG mit dem Smartphone?

Die EKG-Funktion von Smartphones entweder in Verbindung mit einer Smartwatch oder anderen Geräten zur Ableitung wird  zunehmend auch in Fachkreisen diskutiert. Auch wir in der Cardiopraxis erleben hier alltäglich den wertvollen Beitrag dieser Systeme bei der Gesundheitsversorgung, insbesondere bei der Verhinderung eines Schlaganfalls. Sollten Sie sich für dieses Thema interessieren, dann werden Sie bei Cardiopraxis immer wieder Beiträge zum Thema “Smartphone EKG” finden.

Smartphone, Smartwatch oder Blutdruckgerät mit EKG-Funktion – planen und kaufen 

Sie überlegen sich, ob Sie ein Smartphone-basiertes Gerät mit EKG-Funktion oder ein ähnliches Gerät kaufen sollen. Möglicherweise haben Sie ein solch teures Produkt bereits erworben und fragen sich jetzt: Was soll ich damit anfangen? Wozu brauche ich überhaupt eine EKG-Funktion auf meinem Smartphone?

Aus professioneller Sicht handelt es sich bei den Smartphone-basierten Angeboten zur Ableitung eines EKGs zunächst einmal um hochwertige Produkte. Es gibt hier verschiedene Anbieter, z.B. AliveCor, Apple, Withings und Samsung.Die Information des 1-Kanal-EKGs ist medizinisch verwertbar und wissenschaftlich getestet. Es handelt sich somit nicht um ein Spielzeug, da die Messergebnisse diagnostische und therapeutische Konsequenzen haben können.

Wie können Sie die EKG-Funktion für sich sinnvoll nutzen?

Der Blog “Smartphone-EKG” – EKG lernen

Um Ihnen ein besseres Verständnis für den Sinn und die Feinheiten des 1-Kanal-EKGs zu ermöglichen, betreibt Cardiopraxis zu diesem zukunftsweisenden Thema einen Blog.

Wir veröffentlichen Beiträge zum Thema EKG mit dem Smartphone in loser Folge. Dabei stehen Fallberichte mit Beispiel-EKGs und den dazu passenden Erklärungen im Vordergrund. Wir wollen Ihnen die Nutzungsmöglichkeiten, aber auch die Fehlerquellen beim 1-Kanal-EKG aufzeigen.

Warum macht die Cardiopraxis einen Blog zum Thema Smartphone und EKG? 

Wir in der Cardiopraxis nutzen seit 2016 KardiaMobile von AliveCor bei der Patientenversorgung, die Systeme verleihen wir mehrmals im Monat an Patienten mit unklaren Rhythmusstörungen. Da Rhythmusstörungen häufig nur vorübergehend sind, die z.B. nur 2 mal im Monat auftreten, werden Sie häufig auch mit einem Langzeit-EKG nicht erfasst. Gerade hier sind uns die Smartphone-basierten Systeme eine große Hilfe.

Inzwischen haben wir auch umfangreiche Erfahrungen mit dem KardiaBand und der AppleWatch 4. Im Bereich Smartphone EKG werden wir in der Zukungft auch alle medizinsich sinnvollen Systeme testen und Sie darüber informieren.

Wir sind von den 1-Kanal-EKGs mit dem Smartphone und deren Nutzen auch als Profis überzeugt. Die Verlagerung von hochwertiger Diagnostik zum betroffenen Menschen halten wir für zukunftsweisend und gesundheitsfördernd. Der medizinische Hauptnutzen bei den 1-Kanal-EKGs mit dem Smartphone ist der Nachweis bzw. der Ausschluss von symptomatischem und asymptomatischem Vorhofflimmern, was der Schlaganfallverhütung dient.

Schlaganfall – unerkanntes Vorhofflimmern häufig die Ursache 

Pro Jahr treten in Deutschland ca. 270.000 neue Schlaganfälle auf. Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für eine bleibende Behinderung. Dieser Zustand ist nur allzu häufig mit einem Verlust der vollen körperlichen und geistigen Selbstbestimmtheit verbunden. Das Gefühl der Hilflosigkeit vor dem Hintergrund verlorener Gesundheit lässt Sie bisweilen verzweifeln und an den Verlust der eigenen Würde denken.

Wer schwere Verläufe von Schlaganfällen kennt, und wenn es nur ein einziger “Fall”  ist, der weiß, warum wir diesen Blog machen.

In 20-25% der Fälle ist die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern die Ursache eines Schlaganfalls. Vor allen Dingen unerkanntes und unbehandeltes Vorhofflimmern ist dabei meistens der Grund. Die Diagnose “Vorhofflimmern” kann nur mittels EKG gestellt werden. Andere Verfahren, wie z.B. die Tastung des Pulses sind nur richtungsweisend.

Medizinischer Nutzen von Smartphone-EKGs – Schlaganfall verhindern 

Das Besondere an den meisten Systemen für Smartphone-EKGs ist eine automatische Erkennung von Vorhofflimmern. Das AliveCor System zeigte in Studien eine Diagnosesicherheit von Vorhofflimmern von über 95%. Die Sicherheit bei der Diagnose eines Normalbefundes lag ebenfalls über 95%.

Sollte die Diagnose Vorhofflimmern gestellt werden, muss fast immer eine notwendige Therapie zur Verhinderung eines Schlaganfalls eingeleitet werden. Diese beinhaltet dann auch eine Hemmung der Blutgerinnung, was schlussendlich das Risiko für einen Schlaganfall um mehr als 70% reduziert.

Problematisch bei Vorhofflimmern ist, dass es häufig immer wieder nur kurzzeitig auftritt und trotzdem gefährlich ist. In diesen Fällen können wir auch als Kardiologen die Rhythmusstörung mittels Ruhe-EKG oder auch Langezeit-EKG nicht erfassen. Diese diagnostische Lücke kann durch das Smartphone-EKG geschlossen werden. Anders gesagt, mit einem Smartphone-EKG können Sie selber Vorhofflimmern erfassen, auch wenn Sie nicht in direkter kardiologischer Betreuung sind oder ein übliches EKG-Gerät in der Hausarztpraxis oder Notaufnahme unmittelbar erreichbar ist.

Wir sind davon überzeugt, dass sich durch die Früherkennung von Vorhofflimmern mittels Smartwatch-EKGs die Rate an Schlaganfällen deutlich senken lässt.

Neben Vorhofflimmern werden natürlich auch andere Rhythmusstörungen aufgezeichnet, die bei Symptomen zur Diagnosefindung beitragen können. Ein nicht zu unterschätzender Wert von Smartphone-EKGs ist, dass bei vorliegenden Symptomen eine Rhythmusstörung ausgeschlossen werden kann. Dieses vermeidet weitere unnötige Diagnostik und Therapie.

EKG mit dem Smartphone – Was es nicht leisten kann

Grundsätzlich ist festzuhalten: Ein Smartphone-EKG eignet sich bisher nicht zur Erfassung eines Herzinfarktes.

Die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern tritt oft anfallsartig auf, sie dauert unterschiedlich lang, einige Minuten bis viele Stunden. Problematisch ist, dass viele solcher Episoden asymptomatisch sind. Studien legen nahe, dass mehr Episoden asymptomatisch als symptomatisch sind. Deshalb macht es auch für Risikopatienten Sinn, dass sie auch ohne Beschwerden 1-2 mal in der Woche messen.

Mit dem Smartphone-EKG kann ich den Herzrhythmus im selben Augenblick messen. Eine Aussage darüber, ob vielleicht in der Vergangenheit Vorhofflimmern vorlag, können wir nicht treffen. Übrigens gilt dies auch für alle anderen herkömmlichen EKG-Methoden.

Vorhofflimmern – Puls tasten, Arrhythmiefunktion mit Blutdruckmanschette oder Smartphone-EKGs

Im Gegensatz zum Tastbefund und der Arrhythmie-Detektion durch eine einfache Blutdruckmanschette ermöglicht das 1-Kanal-EKG mit dem Smartphone eine schriftliche Dokumentation. Ohne schriftliche Dokumentation ist keine Einordnung von Rhythmusstörungen durch den Arzt möglich, und damit auch keine Therapie. Hier bieten die Smartphone-EKGs einen entscheidenden Vorteil.

Die Daten können an eine Ärztin oder an einen Arzt via Text-messaging, E-Mail oder direkt als Print-out mitgeteilt werden.

EKG mit dem Smartphone – den Kontakt zum Arzt halten 

Das Smartphone-EKG ersetzt nicht den Arztbesuch. Nur ein Arzt kann ein EKG sicher bewerten und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen einleiten.

Im Zweifel sollten Sie bei Symptomen oder unklaren EKG-Befunden daher immer einen Arzt kontaktieren, am besten einen Kardiologen oder eine Kardiologin.

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Schlafapnoe-Syndrom – zu wenig Atmung in der Nacht

Ein gesunder Schlaf ist wichtig für die Leistungsfähigkeit am Tag. Das Schlafapnoe-Syndrom ist eine schlafbezogene Atmungsstörung. Beim Schlafapnoe-Syndrom unterscheiden wir die Hypopnoe von der Apnoe. Eine Hypopnoe ist ein verminderter Atemgasfluss bei gleichzeitigem Abfall der Sauerstoffsättigung. Apnoe bedeutet einen kompletten Atemstillstand für mehr als 10 Sekunden.

Die Schlafapnoe ist zum Teil mit einfachen Methoden messbar. Wir bestimmen hier den sogenannten Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Dieser misst die Anzahl der Ereignisse an relevanter Apnoe bzw.Hypopnoe pro Stunde. Ab einem Apnoe-Hypopnoe-Index von 5 gilt der Befund als auffällig.

Wenig Sauerstoff in der Nacht hat hohen Adrenalinspiegel zur Folge

Der Abfall der Sauerstoffsättigung bedeutet für Ihren Körper eine erhebliche Stresssituation. Denn Sauerstoff ist lebenswichtig und muss dem Körper Tag und Nacht zugeführt werden. Der Körper kann einen Abfall der Sauerstoffsättigung sehr früh wahrnehmen. Er reagiert dann mit einer Adrenalin-vermittelten Aktivierung, um im wahrsten Sinne des Wortes den Körper wach zu rütteln, sodass er wieder anfängt vernünftig zu atmen. Diese Stressreaktion mit Adrenalin, die in der Nacht bis zu 60 Mal pro Stunde und fast ausnahmslos unbewusst vorkommt, hat erhebliche gesundheitliche Folgen – gerade im Herz-Kreislauf-Bereich.

Schlafapnoe – zentral, obstruktiv oder kombiniert?

Wir unterscheiden grundsätzlich zwei Formen des Schlafapnoe-Syndroms: das zentrale Schlafapnoe-Syndrom und das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom. Beide Formen kommen auch kombiniert vor.

Zentrales Schlafapnoe-Syndrom. Hier liegt ein verminderter Atemantrieb in Ihrem Gehirn vor. Es kommt zur fehlenden Atembewegung von Brustkorb und Bauch, so dass der Atemgasfluss vermindert ist. Das wiederum führt zum bekannten Abfall der Sauerstoffsättigung.

Obstruktives Schlafapnoe-Syndrom. Hier ist der Atemantrieb komplett normal. Auch eine Atembewegung von Brustkorb und Bauch ist vorhanden. Allerdings sind die oberen Atemwege vorübergehend verlegt. Der Atemgasfluss kann deshalb nicht vernünftig stattfinden, so dass wiederum die Sauerstoffsättigung abfällt. Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom ist die häufigste Form.

Schlafapnoe-Syndrom – Risikofaktoren

Der Hauptrisikofaktor für eine Schlafapnoe ist das Übergewicht. Weil die oberen Atemwege stärker mit Fett unterpolstert sind, treten in Verbindung mit einer schlaffen Muskulatur dann die oben genannten Probleme auf.

Zudem kann abendlicher Alkohol ein Schlafapnoe-Syndrom noch erheblich verstärken. Des Weiteren begünstigen anatomische Besonderheiten, zum Beispiel eine Verlegung durch eine geschwollene Nasenmuschel bzw. geschwollene Rachenmandeln, eine Schlafapnoe.

Schlaftabletten haben ähnlich wie Alkohol eine Schlafapnoe-verstärkende bzw. -auslösende Wirkung.

Nicht zu vergessen ist, dass das Schlafen in Rückenlage die obstruktive Schlafapnoe begünstigt. In einigen Fällen treten die nächtlichen Atmungsstörungen ausschliesslich in Rückenlage auf. Eigentlich ist das mit die erste therapeutische Maßnahme, die wir bei der Diagnose eines obstruktiven Schlafapnoesyndroms empfehlen: Schlafen Sie bitte auf der Seite!

Schlafapnoe-Syndrom – Tagesmüdigkeit, Bluthochdruck, Vorhofflimmern

Meistens ist es der Lebenspartner, der beim Betroffenen das Schlafapnoe-Syndrom bemerkt. Hierbei gilt es auf Schnarchen mit phasenweise tiefen seufzerartigen Atemzügen zu achten. Nicht jedes Schnarchen bedeutet, dass Sie ein Schlafapnoe-Syndrom haben. Entscheidend ist der Nachweis von Hypopnoe- oder Apnoe und der damit verbundene Abfall der Sauerstoffsättigung im Blut, was man nur messtechnisch, z.B. mit der kardiorespiratorischen Polygrafie erfassen kann.

Grundsätzlich gilt, dass der Schlaf nicht erholsam ist, unabhängig von seiner Dauer. Die wiederholt auftretenden nächtlichen Alarm- und Stressreaktionen führen zu einer neuro-vegetativen Dysbalance. Diese äußert sich durch Tagesmüdigkeit mit dem Bedürfnis weniger als 5 Stunden nach dem Erwachen wieder zu schlafen. Gereiztheit und Unkonzentriertheit sind häufig ein Problem.

Für uns in der Cardiopraxis ist es vor allen Dingen der schwer einstellbare Bluthochdruck und Vorhofflimmern ohne klar erkennbare Ursache, die uns an ein Schlafapnoe-Syndrom denken lassen.

Schwere Komplikationen des Schlafapnoe-Syndroms

An erster Stelle hier zu nennen ist der tagsüber auftretende Sekundenschlaf im Straßenverkehr. Eine erhebliche Zahl an Unfällen in Deutschland wird durch den sogenannten Sekundenschlaf am Steuer verursacht – häufig eine Folge eines Schlafapnoe-Syndroms. Es wird geschätzt, dass 25% aller Unfälle auf der Autobahn Folge eines Sekundenschlafs sind.

Der Abfall der Sauerstoffsättigung und die damit verbundene Steigerung des Adrenalinspiegels im Blut hat erhebliche Folgen für Ihr Herz-Kreislaufsystem. Im kardiovaskulären Bereich bereiten vor allem Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen wie z.B. Vorhofflimmern Probleme. Allerdings steigt auch das Risiko für einen Herzinfarkt oder auch einen Schlaganfall.

Bei begleitender Koronarer Herzkrankheit ist das Schlafapnoe-Syndrom auch ein Risikofaktor für eine potenziell tödliche Rhythmusstörung: das gefürchtete Kammerflimmern.

Schlafapnoe-Syndrom – daran denken und handeln

Das Schlafapnoe-Syndrom ist also eine Erkrankung, bei der Probleme in der Nacht zu gesundheitlichen Folgen am Tage führen. Sollten Sie bei sich oder einem anderen Menschen Symptome des Schlafapnoe-Syndroms bemerken, dann ist eine orientierende Diagnostik zu Hause, z.B. mit einem tragbaren kardio-respiratorischem Polysomnografiegerät, sinnvoll.

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Herzrhythmusstörungen – häufig in EKG und Langzeit-EKG nicht erfasst

Der normale Herzrhythmus ist regelmäßig und die Herzfrequenz liegt zwischen 50 und 100 Schlägen pro Minute. Wird die geordnete elektrische Aktivität von elektrischen Extraaktionen unterbrochen, dann können Sie das durch einen unregelmäßigen Puls merken. Ihr Herz stolpert dann, macht Pausen, ist dabei mehr oder weniger unregelmäßig in Aktion. Meistens sind diese Ereignisse nur kurzzeitige und seltene Unterbrechungen des normalen Herzrhythmus. Folglich werden Sie von einem Ruhe-EKG oder einem 24-Stunden Langzeit-EKG nicht erfasst.

Vorhofflimmern – häufig erst mit dem Schlaganfall erkannt

Vorhofflimmern erhöht das Risiko für einen Schlaganfall auf das 5-fache. 20-25% aller Schlaganfälle werden durch diese Herzrhythmusstörung verursacht. Problematisch ist, dass auch kurzzeitiges Vorhofflimmern das Risiko schon erhöht und viele Menschen Vorhofflimmern gar nicht merken. Folglich wird Vorhofflimmern zu spät erkannt, dann wenn der Schlaganfall im vollen Gange ist.

KardiaBand von AliveCor – medizinisch verwendbares 1-Kanal EKG

Eine praktische Lösung, die vor allen Dingen die Diagnose von Vorhofflimmern erleichtert, ist das KardiaBand von AliveCor. Im Gegensatz zu KardiaMobile, welches mit einer Kontaktplatte und dem Smartphone funktioniert, benötigen Sie bei KardiaBand neben dem Armband mit dem Kontaktpunkt und dem Smartphone noch zusätzlich eine Apple Watch.

Die Funktionsweise der KardiaApp ist für KardiaMobile und KardiaBand gleich. Die Sicherheit zur Erkennung von Vorhofflimmern in der aktiven Messung liegt bei über 95%. 1-Kanal EKGs können bequem via E-Mail oder Textmessaging an Ihre Kardiologen weitergeleitet werden. Die 1-Kanal EKG Selbstmessung ist ein besonders sinnvoller Baustein beim “Pill-in-the-Pocket”Konzept zur selbstständigen Überführung von Vorhofflimmern in den normalen Sinusrhythmus.

 

Der Vorteil des KardiaBands ist, dass Sie es am Arm tragen können. Der Vorteil von KardiaMobile ist, dass Sie es auch mit anderen Betriebssystemen für Smartphones, z.B. Android benutzen können. KardiaMobile und KardiaBand sind im Anschaffungspreis ungefähr gleich und liegen unter 150 Euro.

Mit der Einführung der 1-Kanal EKG Funktion bei der Apple-Watch 4 ist der Markt für KardiaMobile deutlich reduziert worden. Wenn Sie allerdings Modell der Apple Watch 3 oder darunter nutzen wollen, dann ist das KardiaBand die richtige Anschaffung, denn es funktioniert auch mit älteren Versionen der Apple Watch.

Kardia von AliveCor – weitere Entwicklungen zu erwarten

Es wäre falsch anzunehmen, dass mit der Einführung der Apple Watch 4 dieses Unternehmen vom Markt verschwinden wird. AliveCor ist ein ernstzunehmendes Unternehmen mit einer großen Forschungsabteilung. Zurzeit werden bei AliveCor z.B. EKG-Diagnose Algorithmen zum Nachweis von zu niedrigen bzw. zu hohen Kaliumspiegeln gearbeitet, beides Risikofaktoren für potentiell tödlich Rhythmusstörungen. Des weiteren steht ein mobiles und Smartphone-taugliches 12 Kanal EKG kurz vor der Markteinführung.

Blog “EKG erstellen mit Smartphone & Smartwatch”

Hier geht es zu unserem Blog “EKG erstellen mit Smartphone & Smartwatch”. Dort finden Sie Fallberichte mit EKG-Beispielen und Erklärungen der EKGs. In loser Folge werden Sie hier immer wieder neue Beiträge finden.

 

 

 

 

 

 

……weiter im Selbsthilfekurs.

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Der Mensch – ein tagaktives Lebewesen

Die Biologie des Menschen ist darauf ausgerichtet, dass er tagaktiv ist – dann, wenn es hell ist. Wesentliche Gründe sind evolutionsbiologisch entwickelte Merkmale des Menschen. Dazu zählen das hochentwickelte räumliche Sehvermögen, bedingt durch die Überschneidung der Blickfelder beider Augen und der aufrechte Gang, der bei gegebener Größe eine maximale Weitsicht ermöglicht. Für tagaktive Lebewesen wie den Menschen ist es daher sinnvoll, dass sie am Tag wach sind und in der Nacht schlafen.

Chronobiologie – der Mensch voller Uhren

Damit diese Vorgänge gut funktionieren, gibt es zum einen eine Innere Uhr, die genetisch festgelegt ist. Zum anderen existiert eine äußere oder solare Uhr, die durch den tagezeitlichen Wechsel von Hell und Dunkel bestimmt wird. Diese sogenannten chronobiologischen Prozesse (chronos: gr. Zeit) haben für uns in der Cardiopraxis eine zunehmende Bedeutung, weil sie für die Gesundheit im Allgemeinen und vor allen Dingen für das Schlafverhalten sehr wichtig sind. Der gesunde Schlaf wiederum schützt vor Herzinfarkt und Bluthochdruck.

Innere Uhr – die genetische Uhr

Die innere Uhr von Lebewesen besteht eigentlich aus vielen genetisch festgelegten Unteruhren. So hat jede einzelne Körperzelle und damit verbunden jedes biologische Untersystem, z.B. Leber, Lunge, Immunsystem etc. seine eigene Innere Uhr, die jeweils einem zirkardianen Rhythmus (circardian: lat. ungefährer Tag) folgt. Das heißt, dass es über ca. 24 Stunden zu einem regelhaften Ablauf, wie z.B. bei der Körpertemperatur kommt. In der zeitlichen Abfolge kommt es dann zu einem zyklischen Verlauf (zyklisch: gr. kreisförmig): Ist ein Zyklus beendet, beginnt ein neuer Zyklus.

Diese ungefähren 24-Stunden-Zyklen haben sich evolutionsbiologisch orientiert an der Helligkeit des Tages und der Dunkelheit der Nacht. Das hat sich über mehrere Milliarden Jahre entwickelt und ist genetisch festgelegt.

Die inneren Uhren sorgen dafür, dass alle physiologischen und biochemischen Prozesse im Körper fein aufeinander abgestimmt sind. Vereinfacht gesagt macht es z.B. wenig Sinn, wenn der Darm “wach” ist und für Nahrungsaufnahme sorgt, während die Leber “schläft”. Besonders wichtig ist, dass die Organe Vorgänge bzw. regelhaft auftretende Veränderungen antizipieren (anticipare: lat. vorwegnehmen). So fällt die Körpertemperatur zwar über Nacht im Vergleich zum Tage deutlich ab, sie steigt im Sinne eines “Vorglühens” aber schon vor dem Erwachen wieder an.

Innere Uhr – kein perfektes System

Das System ist nicht perfekt, alle Unteruhren laufen etwas unterschiedlich. So dauert z.B. bei der einen Uhr ein Zyklus 24,5 Stunden, während bei einer anderen Unteruhr der Zyklus schon nach 23,8 Stunden beendet ist. Unkontrolliert liefen alle Unteruhren phasenverschoben und wären zeitlich nicht aufeinander abgestimmt. Die Folge wäre ein Durcheinander, ähnlich wie bei einem Symphonieorchester ohne einen Dirigenten: Jeder Musiker spielt sein Instrument dann so, wie er will – ein unschönes Gelärme.

Übertragen auf die biologischen Prozesse bedeutet eine fehlende Abstimmung, dass diese irgendwann nicht mehr richtig ineinandergreifen. Das Lebewesen wird dann krank und stirbt. Damit das nicht passiert, brauchen die Unteruhren einen Dirigenten, der sie alle in einem Takt hält – eine sogenannte Master-Clock.

Die Master-Clock ist eine kleine Region im Gehirn mit einem Querdurchmesser von ca. 1 mm. Sie liegt unmittelbar oberhalb der Kreuzung der Sehnerven beider Augen. Man bezeichnet sie als Nucleus suprachiasmaticus. Der Nucleus suprachiasmaticus synchronisiert als Dirigent fast alle Unteruhren auf einen gleichmäßigen zirkardianen Rhythmus.

Aber auch dieser ist nur ungefähr und beträgt nicht genau 24 Stunden. Er liegt zwischen 23,5 und 26,5 Stunden, im Durchschnitt bei 24 Stunden und 15 Minuten. Bei 75% der Menschen ist er länger als 24 Stunden. Dieser Rhythmus verändert sich mit dem Lebensalter, bei jüngeren Menschen ist er länger, bei älteren kürzer.

Innere Uhr – was passiert eigentlich in einer dunklen Höhle?

Würden wir 60 Tage in einer Höhle vollkommen abgeschnitten vom Tageslicht leben und unser individueller zirkardianer Zyklus würde 24,5 Stunden betragen, dann käme es pro Tag in Relation zum Wechsel von Tag und Nacht in der Natur zu einer zeitlichen Phasenverschiebung: Nach 24 Tagen würden wir uns um 12:00 Uhr mittags in unserer Höhle so verhalten als wenn es 24:00 Uhr in der Nacht wäre. Das würde unser Leben als tagaktives Lebewesen an sich und vor allen Dingen auch in der sozialen Gemeinschaft mit anderen Menschen erheblich erschweren. Deshalb muss auch die Master-Clock synchronisiert werden – mit dem Hell-Dunkel-Zyklus des terrestrischen Tages.

Äußere Uhr – die Solare Uhr

Bedingt durch die Rotation der Erde um die Sonne richtet sich der Erdtag nach der Sonne und beträgt 24 Stunden. Menschen nehmen Hell und Dunkel fast ausschließlich über die Augen wahr. Die Lichtsignale werden darüber an den Nucleus suprachiasmaticus (die Master Clock) weitergleitet. Dieser ist wiederum über komplexe Verschaltungsprozesse mit der Zirbeldrüse verbunden. Hier wird in Abhängigkeit von der Lichteinstrahlung der wesentliche Vermittler von Hell und Dunkel, der Botenstoff Melatonin, ausgeschüttet.

Äußeren Uhr – Melatonin als wichtigster Vermittler von Licht und Dunkelheit

Melatonin ist ein universelles Dunkelsignal bei Säugetieren. Die Ausschüttung steigt mit zunehmender Dunkelheit an und leitet bei Menschen über verschiedene Prozesse den Schlaf ein. Bei Licht wiederum stoppt die Melatoninausschüttung. Bei nachtaktiven Tieren ist dieser Prozess aufgrund einer anderen Übersetzung umgekehrt.

Äußere Uhr – Fasten und Essen takten auch

Licht ist als photoperiodisches Signal somit der wichtigste Zeitgeber für das sog. Entrainment. Damit ist gemeint, dass die genetische Uhr des Menschen mitgeführt wird. Es gibt allerdings noch einen weiteren, wahrscheinlich sehr relevanten Mechanismus des Entrainments: der Hunger bzw. regelmäßige Mahlzeiten. So konnte man bei Mäusen, denen der Nucleus suprachiasmaticus operativ entfernt worden war, zeigen, dass ihre inneren Unteruhren zunehmend phasenverschoben laufen – was zu gesundheitlichen Störungen führte. Das galt allerdings nur für die Tiere, denen man kontinuierlich Futter zur Verfügung stellte. Hingegen kam es bei Tieren, die mindestens 16 Stunden hungern und dann nur in einem kurzen Zeitfenster Nahrung erhielten, zu einer vollkommenen Resynchronisierung der Unteruhren. Dieser Befund spielt höchstwahrscheinlich auch eine Rolle bei der Frage, wie Jetlag oder Schichtarbeit beherrscht werden kann. Möglicherweise ist das auch ein Argument für die sogenannte 16/8-Diät, bei der in einem Zeitraum von 16 Stunden nicht gegessen wird.

Äußere Uhr – regelmäßige Rituale helfen auch

Andere nachgeordnete externe Zeitgeber sind regelmäßige Rituale: Zum Beispiel eine kalte Dusche am Morgen bzw. ein warmes Bad am Abend, Meditation am Morgen, körperliche oder soziale Aktivität zu einer bestimmten Tageszeit.

Störungen der Chronobiologie – kurzer Überblick

Störungen des zirkadianen Rhythmus können sowohl Folge als auch Ursache von Erkrankungen sein.
Die wichtigste ursächliche Störquelle ist künstliches Licht, und hier vor allen Dingen Computerlicht mit einem hohen Blauanteil. So hat sich die Schlafzeit seit der Einführung der Glühbirne um ca. 2 Stunden verkürzt. Weitere zivilisatorische Ursachen für chronobiologische Fehlsteuerungen sind z.B. der Zeitzonenwechsel bei Fernreisen mit dem bekannten Jetlag und die Schichtarbeit. Solche Faktoren können das Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen negativ beeinflussen. Zum Beispiel Bluthochdruck und Herzinfarkt, Stoffwechselstörungen wie den Diabetes mellitus und auch das Immunsystem, so dass z.B. eine vermehrte Infektanfälligkeit entsteht.

Eine natürliche chronobiologische Anpassungsstörung tritt mit dem Wechsel der Jahreszeiten auf. Es kann zum Beispiel zu saisonalen depressiven Verstimmungen, dem Winterblues, kommen. Bei verschiedenen neuro-psychiatrischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Alzheimer Demenz oder manisch-depressiven Erkrankungen weiß man noch nicht genau, ob eine chronobiologische Störung die Erkrankung mit begünstigt oder ob die Erkrankung Folge einer veränderten Chronobiologie ist.

Chronotherapie – ein Gebiet mit Zukunft

Die Chronobiologie ist ein noch sehr junges wissenschaftliches Gebiet. In Zukunft sind hier weitere wichtige Erkenntnisse zur Gesunderhaltung bzw. zur Therapie bei Erkrankungen, angefangen bei den weit verbreiteten Schlafstörungen, zu erwarten. Das medizinische Gebiet, welches sich mit der Behandlung von chronobiologischen Prozessen beschäftigt, ist die Chronomedizin bzw. die Chronotherapie. Sie zielt wesentlich auf die Synchronisierung von biologischen Prozessen mit Helligkeit und Dunkelheit ab.

Wir in der Cardiopraxis berücksichtigen auch zunehmend Erkenntnisse der Chronopharmakologie. Diese beschäftigt sich speziell mit der Einnahme von Medikamenten in Abhängigkeit vom zirkardianen Rhythmus des Menschen.

 

Terman M, McMahan I (2012) Chronotherapy: Resetting Your Inner Clock to Boost Mood, Alertness, and Quality Sleep. New York, Penguin

Fuller PM, Lu J, Saper CB. Differential Rescue of Light- and Food-Entrainable Circadian Rhythms. Science 2008;320:1074-1077 ?Podcast mit Clifford Saper 

Walker M (2019) Ds große Buch vom Schlaf. Goldmann Verlag

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Zwei Mal jährlich wird in Deutschland die Uhr umgestellt: im Frühjahr um eine Stunde vor auf Sommerzeit, im Herbst um eine Stunde zurück auf Winterzeit. Wer den alten Rhythmus bis zuletzt beibehält und den Wechsel damit abrupt erlebt, kann unter Schlafstörungen leiden. Das Unfall- und Krankheitsrisiko ist dann erhöht, die eigene Leistungsfähigkeit zudem reduziert.

Wer sich dagegen frühzeitig langsam auf die Zeitumstellung vorbereitet, kann solche Probleme vermeiden. Wie das geht, zeigen wir Ihnen an einem Beispiel zum Wechsel auf Sommerzeit.

Angenommen wird dabei eine siebenstündige Schlafzeit von 22 Uhr bis 5 Uhr im Normalfall. Stufenweise soll folgendermaßen früher zu Bett gegangen und früher aufgestanden werden:

• Mittwoch: 21:45 Uhr zu Bett

• Donnerstag: 04:45 aufstehen und um 21:45 Uhr zu Bett

• Freitag: 04:30 Uhr aufstehen und um 21:30 Uhr zu Bett

• Samstag: 04:15 Uhr aufstehen und um 21:15 Uhr zu Bett (in dieser Nacht wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt!)

• Sonntag: 05:00 Uhr aufstehen und um 22 Uhr zu Bett

• Montag: 05:00 Uhr aufstehen

Diese Zeitintervalle können natürlich auch auf andere, individuell für Sie passendere Uhrzeiten angewendet werden – es geht hierbei lediglich um die beispielhafte Veranschaulichung der stufenweisen Anpassung.

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In den ersten 6 Wochen nach einem Krankenhausaufenthalt sind Menschen besonders anfällig, unabhängig vom Lebensalter. Diese Phase, in der der Verlust der körperlichen, geistigen und seelischen Selbstbestimmtheit droht, nennt man Post-Hospital-Syndrom.

Mögliche Symptome sind:

  • Infektionen
  • Mobilitätsstörungen
  • Verletzungen durch Sturz
  • kognitive Leistungsstörung
  • Kreislaufstörungen

Mit verschiedenen Maßnahmen kann die Heilung nach einem Krankenhausaufenthalt verkürzt werden – und so dagegen vorgebeugt werden.

Dazu zählt, entsprechenden Raum für Bewegung zu schaffen:

  • falls erforderlich Wohnung auf Barrierefreiheit anpassen
  • Räume regelmäßig lüften, Bettzeug mehrmals pro Woche wechseln
  • täglich Gymnastik einschließlich Atemübungen: durch diese Stärkung kann zum Beispiel eine Lungenentzündung verhindert werden
  • täglich ins Freie, sofern möglich
  • langes Liegen im Bett vermeiden, sofern möglich

Vorbeugen kann man ebenso durch eine bestimmte Ernährung und Mikronährstoffe:

  • adäquate Trinkmenge, z. B. 30 ml pro kg Körpergewicht
  • eiweißreiche Kost, Ballaststoffe, Obst, Gemüse
  • Eisen (!), Zink, Selen
  • Vitamine D, B6, B12, Folsäure

Auch ein erholsamer Schlaf trägt zum Heilungsprozess bei. Dafür sollte man seinen normalen Schlafrhythmus wieder aufnehmen, sprich Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt schrittweise anpassen.
Beziehen Sie Ihren Hausarzt bei diesem Prozess mit ein! Angehörige und Freunde sind ebenfalls wichtige Unterstützer.

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Mindestens 84 Prozent aller deutschen Haushalte haben heute einen Computer oder ein Smartphone. Häufig werden diese Geräte auch abends genutzt – mit gravierenden Folgen: Die Geräte emittieren Licht mit hohem kurzwelligem Blauanteil, was die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin um bis zu 22 Prozent reduziert. Schlafstörungen werden dadurch begünstigt.

Abhilfe schaffen kann die Nightshift-Funktion, die den Blauanteil aus dem Computerlicht herausfiltert und wärmere Farben benutzt. Durch unsere Instagram-Befragung, bei der 90 Personen (davon 55 Prozent unter 35 Jahre) teilnahmen, haben wir herausgefunden: 52,2 Prozent der Computernutzer kannten die Nightshift-Funktion nicht – leider! Dabei können insbesondere Menschen mit Schlafstörungen von dieser kleinen Umstellung am Abend profitieren.

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