Herzinfarkt – Kardiologen helfen

Die Sterblichkeit beim Herzinfarkt beträgt in Deutschland zwischen 30 und 50 %. Die Ursache für einen Herzinfarkt ist fast immer der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie. Bereits 10-20 Minuten nach Einsetzen des Verschlusses und damit auch nach Einsetzen der Symptome beginnt das Herzmuskelgewebe unwiederbringlich abzusterben. Um die kurzfristige und langfristige Überlebenschance zu verbessern, muss die verschlossene Herzkranzarterie so rasch als möglich in einem Herzkatheterlabor wiedereröffnet werden.

Sie haben richtig gehandelt – jetzt muss die Ärztin handeln

Wenn Sie bei Symptomen eines Herzinfarktes ärztliche Hilfe aufsuchen, dann haben Sie grundsätzlich richtig gehandelt. Die Patiententscheidungszeit sollte hier möglichst kurz sein, optimal sind 10 Minuten nach Symptombeginn bis zum Absetzen des Notrufes 112. Sie sollten an Ort und Stelle bleiben und sich nicht mit dem Auto in eine Klinik fahren lassen oder gar sich selber ans Steuer setzen, das kann gefährlich werden. Warten Sie auf den Rettungsdienst, der innerhalb von 10 Minuten bei Ihnen vor Ort ist. Der Rettungsdienst hat alle lebensrettende Instrumente, wie z.B. Defibrillator, Beatmungsbesteck und Medikamente dabei.

Gelegentlich kommt es vor, dass Menschen anstatt den Rettungsdienst zu verständigen  zum Hausarzt gehen oder auch zu uns in die Cardiopraxis kommen. Das hat wertvolle Zeit gekostet und jetzt müssen wir besonders schnell handeln.  Wir können als erfahrene Kardiologen die Diagnose „Herzinfarkt“ innerhalb von 20 Minuten nach Eintreffen mit hoher Sicherheit stellen. Das Vorgehen ist weltweit standardisiert und läuft in der Cardiopraxis genauso schnell ab wie in einem Krankenhaus.

Fragen des Kardiologen bei Verdacht auf Herzinfarkt

Sollten Sie mit einem akuten Herzinfarkt zu uns in die Cardiopraxis kommen, dann erkennen die Assistentinnen an der Rezeption bereits, dass eine akute Erkrankung vorliegt und geben den Ärzten sofort Bescheid und leiten Sie direkt in den EKG-Raum weiter.

Mit dem ersten Eindruck ist uns bei einem ablaufenden Herzinfarkt die Situation meistens schon klar. Sie sehen blass aus, atmen in der Regel schwer, und haben häufig ein angestrengtes Gesicht und versuchen Bewegung zu vermeiden. Liegt dabei Ihre Hand entweder als Faust oder flach auf Ihrer Brust, dann denken wir „Wahrscheinlich Herzinfarkt“.

Einige wenige Fragen verschaffen uns weitere Klarheit: „Wo verspüren Sie den Druck?“ „Strahlt der Druck in eine andere Körperregion aus?“ „Ist der Druck anhaltend oder verschwindet er zwischendurch wieder?“, „Seit wann ist der Druck anhaltend?“, “ Haben Sie Luftnot?“, „Verspüren Sie Übelkeit?“, „Hatten Sie in den letzten 4 Wochen vermehrt Druck bei Belastung?“.

Akuter Herzinfarkt – EKG und Troponin-Test verschaffen Klarheit

Zeigt das Elektrokardiogramm typische Veränderungen, dann kann von uns die Diagnose schon 10 Minuten nach Ihrem Eintreffen mit sehr hoher Sicherheit gestellt werden. In diesem Moment verständigt eine Assistentin schon den Rettungsdienst unter 112. Wir stellen den Notfallkoffer mit Medikamenten, Beatmungsbesteck und Defibrillator in Ihre Nähe für den Fall, dass bei Ihnen eine schwerwiegende Komplikation, wie z.B. Kammerflimmern einsetzt.

Wir legen dann eine periphere Verweilkanüle in eine Ihrer Armvenen und das Blut für den Troponin-Schnelltest wird direkt noch auf der EKG-Liege abgenommen. Der Troponin-Test misst den Gehalt an Troponin im Blut.Troponin ist ein Eiweiß, welches nur im Herzmuskel vorkommt, messen wir es im Blut, dann ist das ein sehr sicherer Hinweis auf einen Herzmuskelschaden und bestätigt die Diagnose „ablaufender Herzinfarkt“. Die Dauer bis zum Testergebnis beträgt 15 Minuten. Da sich Troponin erst 3 Stunden nach dem Beginn des Untergangs von Herzmuskelzellen im Blut nachweisen läßt, hat der Test häufig eher bestätigenden Charakter.

Die Ärztin hört Herz- und Lunge ab, um vor allen Dingen zu hören, ob bei Ihnen ein Lungenödem als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko vorliegt. Der gleichzeitige wahrgenommene Hauttastbefund zeigt die Feuchtigkeit der Haut an und ist für uns in Verbindung  mit Blutdruck- und Herzfrequenzmessung richtungsweisend auf einen akuten Herz-Kreislaufschock, ein weiterer gravierender Risikoindikator.

Zu diesem Zeitpunkt geben wir Ihnen 500mg Aspirin über die Venenverweilkanüle. Aspirin trägt dazu bei, dass das Blutgerinnsel, welches wahrscheinlich die Herzkranzarterie verstopft, wieder aufgelöst wird.

Wir streben auch immer eine Herzultraschall-Untersuchung an. Dieses Untersuchungsverfahren erlaubt eine Bewertung der Pumpleistung des Herzens, gibt damit weitere Rückschlüsse auf das Ausmass des Herzinfarktes und zeigt gegebenfalls eine begleitende Herzklappenerkrankung an. Auch das sind wertvolle Hinweise für Ihre weitere Versorgung im Krankenhaus.

Rettungsdienst – schnell vor Ort

Häufig bleibt für die Echokardiografie keine Zeit, denn das Rettungsteam ist innerhalb von 10 Minuten bei uns vor Ort. Die Betreuung übernehmen nach einer mündlichen Übergabe und Mitgabe von EKG und Laborbefund jetzt die Rettungsassistenten und die Notärztin. Spätestens nach 20-30 Minuten nach Ihrer Ankunft verlassen Sie mit dem Rettungsteam wieder die Cardiopraxis in Richtung Krankenhaus.

Herzinfarkt – fast immer ins Herzkatherlabor

Da Deutschland flächendeckend gut mit Herzkatheterlaboren versorgt ist, werden Sie fast immer in eine Klinik mit Herzkatheterlabor gebracht. Hier erfolgt dann die mechanische Wiedereröffnung der verschlossenen Herzkranzarterie und die intensivmedizinische Überwachung.

Nach dem Herzinfarkt – Herzinfarkt verhindern!

Noch während Sie im Krankenhaus sind, erkundigen wir uns von der Cardiopraxis bei den Klinikärzten über Ihren weiteren Verlauf. Gleichzeitig fordern wir die Herzkatheter-CD und die Befunde an, so bekommen wir ein noch besseres Bild.

Da gerade die ersten 12 Monate je nach Größe des Herzinfarktes mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, treffen wir uns dann frühzeitig in der Cardiopraxis wieder, meistens schon vor einer Rehabilitationsmassnahme. Wir besprechen dann die weiteren Schritte mit Ihnen gemeinsam und passen Ihre Medikamente individuell an, damit so etwas wie ein Herzinfarkt Ihnen nicht nochmal passiert.

 

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Herzinfarkt – verschlossene Herzkranzarterie schnell wiedereröffnen

Bei einem Herzinfarkt kommt es darauf an, die verschlossene Herzkranzarterie wieder zu öffnen. Unser Ziel ist es den Blutfluss wiederherzustellen, damit das Herzmuskelgewebe normal mit Sauerstoff versorgt wird – und zwar möglichst schnell. Bereits nach 10 Minuten beginnt Herzmuskel im Infarktgebiet unwiederbringlich abzusterben.

Je länger die Dauer bis zur Wiedereröffnung des akuten Gefäßverschlusses, desto schlechter ist die Prognose für das kurz- und das langfristige Überleben. Bereits 4-6 Stunden nach Einsetzen des Verschlusses und damit auch nach Beginn der Symptome ist ein Herzinfarkt in der Regel „abgelaufen“, d.h. der allergrößte Anteil des betroffenen Herzmuskelgewebes ist abgestorben und damit verloren.

Herzinfarkt – kleines Blutgerinnsel, große Wirkung

Ausgangspunkt für einen Herzinfarkt ist in aller Regel ein mehr oder weniger verengtes Herzkranzgefäß. Dabei kann die Engstelle zunächst zwischen 25% und 90% der Gefäßinnenlichtung ausmachen. Entscheidend für die Entstehung eines Herzinfarktes ist der plötzliche komplette Verschluss der Herzkranzarterie durch ein Blutgerinnsel. Herzkranzarterien haben in den relevanten Abschnitten einen Innendurchmesser von 2 – 5 mm. Sie können sich vorstellen, dass da schon ein sehr kleines Gerinnsel ausreicht, um den Blutfluss durch die Arterie komplett zum Stillstand zu bringen.

Herzkranzarterie öffnen – medikamentös und mechanisch

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen sind beginnend in den frühen 1980er Jahren 2 wesentliche Ansätze entwickelt worden. Beide haben das Ziel haben das Blutgerinnsel zu beseitigen, einmal durch Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, und durch mechanische Verdrängung des Hindernisses.

  • Blutplättchenhemmer wie Aspirin sind schnell verfügbar (z. B. im Notarztwagen), wirken nach etwa 1 Stunde und haben eine Wiedereröffnungsrate von ca. 10 %.
  • Die Thrombolyse, eine medikamentöse Gerinnselauflösung, wirkt nach 30 bis 60 Minuten und hat eine Wiedereröffnungsrate von etwa 70 % – allerdings können dadurch Blutungen auftreten.
  • Der Herzkatheter als Mittel der Wahl beseitigt das Gerinnsel mechanisch, etwa mit einem Stent. Seine Wiedereröffnungsrate liegt bei etwa 95 %. Und die Versorgung mit Herzkatheter-Messplätzen in Deutschland ist mit 1,15 pro 100.000 Einwohner sehr gut.

Auch bei stabilen Symptomen – immer weniger Herzoperationen notwendig

Menschen mit einer stabilen Koronaren Herzkrankheit haben engen Herzkranzarterien, ohne dass ein instabiles Blutgerinnsel beteiligt ist. Wir können auch von „verkalkten“ Gefäßen sprechen. Bestehen Zeichen der Durchblutungsstörung, z.B. in Form von belastungsabhängigem Brustdruck oder bei Veränderungen im Belastung-EKG, dann macht die mechanische Beseitigung einer Engstelle Sinn.

Gerade in den letzten Jahren hat die Erfolgsrate bei chronischen Verschlüssen, bei denen der durch die lange Verschlussdauer verhärtet ist, deutlich zugenommen. Hier werden inzwischen Wiedereröffnungsraten von 80% und mehr erreicht. Auch sehr komplizierte Engstellen, wie z.B. sog. Hauptstammstenosen der linken Herzkranzarterie mit einem großen Teil an versorgten Herzmuskel, werden heutzutage erfolgreich und sicher mittels Herzkathetertechnik behandelt. Allerdings sollten derartige Eingriffe nur von sehr erfahrenen und zum Teil hochspezialisierten Untersuchern durchgeführt werden.

Die konsequente Weiterentwicklung der Herzkathetertechniken hat dazu geführt, dass zunehmend weniger Herzoperationen zur Anlage von Gefäßbypässen vorgenommen werden müssen.

Die Dauer eines Routineeingriffs mit Stentimplantation dauert im Durchschnitt 45 Minuten, häufig kürzer, bei komplizierten Eingriffen auch mal mehr als 90 Minuten. Nach einem solchen Eingriff unter stabilen Gefäßbedingungen können Sie in der Regel am Folgetag nach Hause gehen. Das Verfahren ist sehr sicher geworden und nach einigen Tagen kann man auch schon wieder auf Reisen gehen.

Aspirin und Statine – lebensverlängernd

Die anschließende medikamentöse Behandlung mit Aspirin und den Statinen, sowohl bei vormals stabiler oder instabiler Situation verhindert nach einem Eingriff Voranschreiten der Arteriosklerose und verlängert so das Leben. Unmittelbar nach Stentimplantation ist für 6-12 Monate neben Aspirin eine zweite blutverdünnende Substanz (z.B. Clopidogrel, Ticagrelor oder Prasugrel) einzunehmen. Dies fördert die unkomplizierte Einheilung des Stents.

Kurz zusammengefasst, fast ausnahmslos heißt heute die Therapie bei Herzinfarkt: Katheter-gestützte Behandlung (z.B. Stent) in Kombination mit einer Blutplättchenhemmung. Bei stabiler Koronarer Herzkrankheit ist die Kathetertherapie mit Stent ebenfalls deutlich überwiegend die Methode der Wahl.

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Die Weihnachtsfeiertage und die Jahreswende stehen kurz bevor. Eine schöne Zeit, aber: Die meisten Arztpraxen sind dann geschlossen. Falls Sie also Medikamente einnehmen, sollten Sie am besten heute noch den Bestand überprüfen und sich rechtzeitig beim Hausarzt Rezepte besorgen.

In akuten lebensbedrohlichen Notfällen verständigen Sie sofort den Notarzt mit der 112 und teilen Sie ihm genaustens mit: Was ist passiert? Wer ist involviert? Wann und wo ist es passiert?

Ein akut lebensbedrohlicher Notfall liegt vor, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Brustschmerzen, vor allen Dingen in Verbindung mit Luftnot
  • Bewegungs- und/ oder Sprachstörungen
  • starker (oder nicht bekannter) Kopfschmerz
  • Benommenheit und Bewusstlosigkeit
  • Gesichtsblässe und vermehrtes Schwitzen
  • schwere Luftnot

Die 116117 (elf6elf7) – den Ärztlichen Notdienst – verständigen Sie bitte bei folgenden nicht-lebensbedrohlichen Symptomen:

  • Brechdurchfall
  • Erkältung mit hohem, nicht beherrschbarem Fieber
  • Bauchschmerzen
  • Harnwegsinfekt
  • Rückenschmerzen
  • starke Hals- und Ohrenschmerzen

Bleiben Sie gesund! Handeln Sie rechtzeitig und rufen Sie die richtige Nummer an!

 

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Wenn Sie bei einem Mitmenschen einen Schlaganfall vermuten, führen Sie den FAST-Test durch! Die einzelnen Schritte zeigen wir Ihnen im Folgenden.

  1. F(ace) = Gesicht: Bitten Sie die Person zu lächeln! Eine einseitige Verziehung des Gesichts deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
  2. A(rms) = Arme: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen! Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.
  3. (S)peech = Sprache: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen! Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt wahrscheinlich eine Sprachstörung vor.
  4. (T)ime = Zeit: Wählen Sie unverzüglich die 112 (Europa) und schildern Sie die Symptome!

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20 bis 25 % aller Schlaganfälle werden durch Vorhofflimmern verursacht – das sind zwischen 40.000 und 60.000 Schlaganfälle jährlich in Deutschland.

Und so entsteht ein Schlaganfall bei Vorhofflimmern:

  • die mechanische Kontraktion der Vorkammer bleibt aus
  • durch das „stehende Blut“ bildet sich ein Blutgerinnsel in der linken Vorkammer und im Vorhofohr
  • das Blutgerinnsel „schwimmt“ in eine Gehirnarterie
  • die Gehirnarterie wird verstopft, Gehirngewebe stirbt ab

Patienten mit Vorhofflimmern können vorbeugend behandelt werden mit blutverdünnenden Medikamenten. Sie verringern das Schlaganfallrisiko um mehr als 66 %, gehen aber auch mit Blutungen einher. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Analyse führt fast immer zur Empfehlung einer blutverdünnenden Therapie. Wichtig ist: Weil sich ein Gerinnsel schon nach 48 Stunden bilden kann, sollte die Behandlung bei einem neu diagnostizierten Vorhofflimmern sofort eingeleitet werden.

 

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Ein Bauchaortenaneurysma ist eine Aussackung der Hauptschlagader im Bauch. Sie überschreitet dadurch ihren maximalen Durchmesser von 3 cm. Mit etwa 40 bis 50 neuen Fällen pro 100.000 Menschen jährlich ist das Bauchaortenaneurysma das häufigste Aneurysma (entspricht mehr als 60 % aller Aneurysmen).

Risikofaktoren dafür sind:

  • männliches Geschlecht (6x häufiger als Frauen)
  • Alter > 65Jahre
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Arteriosklerose in anderen Gefäßen

Zu den Symptomen zählen Rücken- oder Bauchschmerz, ein pulsierendes Gefühl im Bauch oder ein Völlegefühl nach kleinen Mahlzeiten. Häufig zeigen sich beim Bauchaortenaneurysma aber auch keine Symptome. Diagnostizieren kann man es per Ultraschall, CT oder MRT. Zum Blutungsschock und sogar Tod kann es kommen, wenn ein Aneurysma platzt. Mit zunehmender Größe steigt auch das Risiko dafür.

Ab einem Durchmesser von mehr als 5,5 cm, vereinzelt auch schon ab 5 cm, wird ein Bauchaortenaneurysma offen chirurgisch oder Katheter-gestützt mit einem Stent behandelt. Diese Therapie wird auch bei besonders schnellem Wachstum angewandt (mehr als 10 mm pro Jahr).

Ein Screening ab dem 65. Lebensjahr ist sehr wichtig!

 

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Das Herz umgibt der Herzbeutel, auch Perikard genannt. Er verhindert den direkten Kontakt vom Herzmuskel mit anderen Strukturen (z. B. Lunge) – und dadurch Herzrhythmusstörungen. Das Perikard ist mit etwas Flüssigkeit, einer Art Gleitmittel, gefüllt.

Wenn zu viel Flüssigkeit im Herzbeutel ist, spricht man von einem Perikarderguss. Dann kann die Füllung der Herzkammern gestört sein, auch kann es zu einem kritischen Abfall des Blutflusses kommen.

Ein Perikarderguss kann folgende Ursachen haben:

Herzbeutelentzündung (häufig Viren, selten Bakterien)
• Autoimmunerkrankung
• fortgeschrittene Nierenschwäche
• Tumorerkrankung
• Medikamentennebenwirkung
• Herzschwäche

Diagnostiziert wird ein Perikarderguss per Herzultraschall. Man behandelt ihn, indem er punktiert und seine Flüssigkeit abgelassen wird.

 

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Um optimal medizinisch versorgt zu werden, muss man beim Arztruf unterscheiden, ob eine Erkrankung lebensbedrohlich ist oder nicht.

Bei lebensbedrohlichen Situationen gilt immer: den Notruf 112 wählen! Lebensbedrohlich sind etwa starke Brustschmerzen, Herzbeschwerden, schwere Atemnot, Lähmungen, Sprachstörungen oder Bewusstlosigkeit.

Bei nicht-lebensbedrohlichen Fällen ist die kostenfreie 116117 (elf6 elf7) die richtige Nummer – der Ärztliche Bereitschaftsdienst. Ihn kontaktiert man zum Beispiel bei Brechdurchfall, Erkältung mit hohem Fieber, akuten Bauchschmerzen oder akuten Rückenschmerzen. Montag, Dienstag und Donnerstag ist er zwischen 18 und 8 Uhr zu erreichen, Mittwoch und Freitag zwischen 12 und 8 Uhr sowie am Wochenende rund um die Uhr.

Menschen mit Hör- und Sprechstörungen können ihn kontaktieren unter der Faxnummer 0800 58 95 210 oder unter der E-Mail gehoerlos@arztrufzentrale-nrw.de .

Also: 112 für lebensbedrohliche Notfälle und 11617 für nicht-lebensbedrohliche Fälle! Krankenhäuser können sich so besser um die lebensbedrohlichen Fälle kümmern und Menschen mit nicht-lebensbedrohlichen Beschwerden müssen z. B. nicht unnötig in der Notaufnahme warten.

 

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In der kalten Jahreszeit steigt das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen. Denn der Kreislauf reagiert bei Kälte anders. Weil die Außentemperatur sinkt, will der Körper seine Kerntemperatur stabil halten und Haut- und Muskelgefäße ziehen sich zusammen.

Dadurch steigt auch der Gefäßwiderstand – und damit die Herzarbeit:

  • die Herzkranzgefäße ziehen sich zusammen
  • Stresshormone werden ausgeschüttet (Adrenalin, Noradrenalin)
  • Die Blutgerinnung nimmt zu

Das kann zu Angina pectoris, einem spürbaren Brustdruck, führen. Bewegungsmangel, fettes Essen und schlechte Stimmung erhöhen das Risiko zusätzlich. Da verwundert es nicht, dass Herzinfarkte und plötzlicher Herztod im Winter häufiger auftreten. Übrigens ist das Risiko beim Schnee-Schippen am höchsten.

Herzpatienten aufgepasst! Sie sollten besonders darauf achten:

  • Herzsymptome (Angina pectoris, Herzstolpern, Luftnot)
  • Kälteschutz (z. B. Schal, mit geschlossenem Mund atmen)
  • entspannte Winterspaziergänge machen (keine übermäßige Anstrengung)
  • soziale Kontakte pflegen (auch über Soziale Medien = besser als nichts)

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Besonders ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks kann sich kritisch auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit auswirken. Kritisch wird es, wenn in körperlicher Ruhe ein oberer (= systolischer) Wert von 180 mmHg und/oder ein unterer (= diastolischer) Wert von 120 mmHg überschritten wird.

Dabei unterscheiden wir zwischen einer sogenannten Hypertensiven Dringlichkeit und einem Hypertensiven Notfall. Mögliche Symptome bei einer Hypertensiven Dringlichkeit sind verminderte Leistungsfähigkeit, Brustenge, Benommenheit sowie Luftnot bei Belastung. Bei dieser Ausprägung ist die kurzfristige Prognose für Ihre Gesundheit gut.

Bei einem Hypertensiven Notfall dagegen ist die kurzfristige Prognose schlecht, hier drohen sogar Organschäden. Er äußert sich zum Beispiel durch Luftnot in Ruhe und/oder schon bei leichter Belastung, durch Brustenge mit zusätzlichen Symptomen wie Schwitzen oder Ausstrahlung in den Arm oder durch eine Störung der Mimik und Sprache sowie der Bewegungsfähigkeit von Armen und Beinen.

 

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