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Dr. Natalie Fleissner
Dr. Natalie Fleissner
Dr. med. Natalie Fleissner studierte Humanmedizin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zu ihren Behandlungsschwerpunkten gehört die Bildgebende Diagnostik. Besonders große Expertise hat sie zudem bei der Kontrolle und Nachsorge von Schrittmachersystemen wie dem Implantierbaren Defibrillator (ICD) und hochkomplexen Dreikammerschrittmachern. Zum Profil.

Herzinfarkt in der Arztpraxis: so diagnostiziert der Kardiologe

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Herzinfarkt – Kardiologen helfen

Die Sterblichkeit beim Herzinfarkt beträgt in Deutschland zwischen 30 und 50 %. Die Ursache für einen Herzinfarkt ist fast immer der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie. Bereits 10-20 Minuten nach Einsetzen des Verschlusses und damit auch nach Einsetzen der Symptome beginnt das Herzmuskelgewebe unwiederbringlich abzusterben. Um die kurzfristige und langfristige Überlebenschance zu verbessern, muss die verschlossene Herzkranzarterie so rasch als möglich in einem Herzkatheterlabor wiedereröffnet werden.

Sie haben richtig gehandelt – jetzt muss die Ärztin handeln

Wenn Sie bei Symptomen eines Herzinfarktes ärztliche Hilfe aufsuchen, dann haben Sie grundsätzlich richtig gehandelt. Die Patiententscheidungszeit sollte hier möglichst kurz sein, optimal sind 10 Minuten nach Symptombeginn bis zum Absetzen des Notrufes 112. Sie sollten an Ort und Stelle bleiben und sich nicht mit dem Auto in eine Klinik fahren lassen oder gar sich selber ans Steuer setzen, das kann gefährlich werden. Warten Sie auf den Rettungsdienst, der innerhalb von 10 Minuten bei Ihnen vor Ort ist. Der Rettungsdienst hat alle lebensrettende Instrumente, wie z.B. Defibrillator, Beatmungsbesteck und Medikamente dabei.

Gelegentlich kommt es vor, dass Menschen anstatt den Rettungsdienst zu verständigen  zum Hausarzt gehen oder auch zu uns in die Cardiopraxis kommen. Das hat wertvolle Zeit gekostet und jetzt müssen wir besonders schnell handeln.  Wir können als erfahrene Kardiologen die Diagnose „Herzinfarkt“ innerhalb von 20 Minuten nach Eintreffen mit hoher Sicherheit stellen. Das Vorgehen ist weltweit standardisiert und läuft in der Cardiopraxis genauso schnell ab wie in einem Krankenhaus.

Fragen des Kardiologen bei Verdacht auf Herzinfarkt

Sollten Sie mit einem akuten Herzinfarkt zu uns in die Cardiopraxis kommen, dann erkennen die Assistentinnen an der Rezeption bereits, dass eine akute Erkrankung vorliegt und geben den Ärzten sofort Bescheid und leiten Sie direkt in den EKG-Raum weiter.

Mit dem ersten Eindruck ist uns bei einem ablaufenden Herzinfarkt die Situation meistens schon klar. Sie sehen blass aus, atmen in der Regel schwer, und haben häufig ein angestrengtes Gesicht und versuchen Bewegung zu vermeiden. Liegt dabei Ihre Hand entweder als Faust oder flach auf Ihrer Brust, dann denken wir „Wahrscheinlich Herzinfarkt“.

Einige wenige Fragen verschaffen uns weitere Klarheit: „Wo verspüren Sie den Druck?“ „Strahlt der Druck in eine andere Körperregion aus?“ „Ist der Druck anhaltend oder verschwindet er zwischendurch wieder?“, „Seit wann ist der Druck anhaltend?“, “ Haben Sie Luftnot?“, „Verspüren Sie Übelkeit?“, „Hatten Sie in den letzten 4 Wochen vermehrt Druck bei Belastung?“.

Akuter Herzinfarkt – EKG und Troponin-Test verschaffen Klarheit

Zeigt das Elektrokardiogramm typische Veränderungen, dann kann von uns die Diagnose schon 10 Minuten nach Ihrem Eintreffen mit sehr hoher Sicherheit gestellt werden. In diesem Moment verständigt eine Assistentin schon den Rettungsdienst unter 112. Wir stellen den Notfallkoffer mit Medikamenten, Beatmungsbesteck und Defibrillator in Ihre Nähe für den Fall, dass bei Ihnen eine schwerwiegende Komplikation, wie z.B. Kammerflimmern einsetzt.

Wir legen dann eine periphere Verweilkanüle in eine Ihrer Armvenen und das Blut für den Troponin-Schnelltest wird direkt noch auf der EKG-Liege abgenommen. Der Troponin-Test misst den Gehalt an Troponin im Blut.Troponin ist ein Eiweiß, welches nur im Herzmuskel vorkommt, messen wir es im Blut, dann ist das ein sehr sicherer Hinweis auf einen Herzmuskelschaden und bestätigt die Diagnose „ablaufender Herzinfarkt“. Die Dauer bis zum Testergebnis beträgt 15 Minuten. Da sich Troponin erst 3 Stunden nach dem Beginn des Untergangs von Herzmuskelzellen im Blut nachweisen läßt, hat der Test häufig eher bestätigenden Charakter.

Die Ärztin hört Herz- und Lunge ab, um vor allen Dingen zu hören, ob bei Ihnen ein Lungenödem als Hinweis auf ein erhöhtes Risiko vorliegt. Der gleichzeitige wahrgenommene Hauttastbefund zeigt die Feuchtigkeit der Haut an und ist für uns in Verbindung  mit Blutdruck- und Herzfrequenzmessung richtungsweisend auf einen akuten Herz-Kreislaufschock, ein weiterer gravierender Risikoindikator.

Zu diesem Zeitpunkt geben wir Ihnen 500mg Aspirin über die Venenverweilkanüle. Aspirin trägt dazu bei, dass das Blutgerinnsel, welches wahrscheinlich die Herzkranzarterie verstopft, wieder aufgelöst wird.

Wir streben auch immer eine Herzultraschall-Untersuchung an. Dieses Untersuchungsverfahren erlaubt eine Bewertung der Pumpleistung des Herzens, gibt damit weitere Rückschlüsse auf das Ausmass des Herzinfarktes und zeigt gegebenfalls eine begleitende Herzklappenerkrankung an. Auch das sind wertvolle Hinweise für Ihre weitere Versorgung im Krankenhaus.

Rettungsdienst – schnell vor Ort

Häufig bleibt für die Echokardiografie keine Zeit, denn das Rettungsteam ist innerhalb von 10 Minuten bei uns vor Ort. Die Betreuung übernehmen nach einer mündlichen Übergabe und Mitgabe von EKG und Laborbefund jetzt die Rettungsassistenten und die Notärztin. Spätestens nach 20-30 Minuten nach Ihrer Ankunft verlassen Sie mit dem Rettungsteam wieder die Cardiopraxis in Richtung Krankenhaus.

Herzinfarkt – fast immer ins Herzkatherlabor

Da Deutschland flächendeckend gut mit Herzkatheterlaboren versorgt ist, werden Sie fast immer in eine Klinik mit Herzkatheterlabor gebracht. Hier erfolgt dann die mechanische Wiedereröffnung der verschlossenen Herzkranzarterie und die intensivmedizinische Überwachung.

Nach dem Herzinfarkt – Herzinfarkt verhindern!

Noch während Sie im Krankenhaus sind, erkundigen wir uns von der Cardiopraxis bei den Klinikärzten über Ihren weiteren Verlauf. Gleichzeitig fordern wir die Herzkatheter-CD und die Befunde an, so bekommen wir ein noch besseres Bild.

Da gerade die ersten 12 Monate je nach Größe des Herzinfarktes mit einem erhöhten Risiko verbunden sind, treffen wir uns dann frühzeitig in der Cardiopraxis wieder, meistens schon vor einer Rehabilitationsmassnahme. Wir besprechen dann die weiteren Schritte mit Ihnen gemeinsam und passen Ihre Medikamente individuell an, damit so etwas wie ein Herzinfarkt Ihnen nicht nochmal passiert.

 

…weiter im Selbsthilfekurs „Herzinfarkt sofort handeln“

 

 Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

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