Das Herz hat insgesamt 4 Herzklappen, die wie Ventile für einen gerichteten Vorwärtsfluss des Blutes sorgen. 2 Herzklappen liegen im rechten Herzanteil vor der Lungenstrombahn, 2 Herzklappen im linken Herzanteil hinter der Lungenstrombahn.

Auf der rechten Seite befinden sich die Trikuspidal- und die Pulmonalklappe. Die Trikuspidalklappe ist zwischen rechter Vor- und Hauptkammer, die Pulmonalklappe zwischen rechter Hauptkammer und Lungenarterie.

Auf der linken Seite sind die Mitral- und die Aortenklappe im Einsatz. Die Mitralklappe liegt zwischen linker Vor- und Hauptkammer, die Aortenklappe zwischen linker Hauptkammer und der Aorta.

Eine Erkrankung einer Herzklappe kann zu 2 Störungen des Ventils führen. Wenn eine Herzklappe undicht wird, spricht man von Klappeninsuffizienz; wenn sie zu eng wird, nennt man das Klappenstenose. Am häufigsten sind die Aorten- und die Mitralklappe, also die linksseitigen Klappen, betroffen. Erkrankungen der Pulmonalklappe sind fast immer angeboren.

Erste Hinweise auf eine Herzklappenerkrankung gibt das Herzgeräusch beim Abhören mit dem Stethoskop.

 

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Die Kreislaufmessung mit Photoplethymografie (Finapres®️) ist unblutig: Sie misst die veränderte Lichtdurchlässigkeit des Fingers bei wechselndem Manschettendruck. So können Blutdruck und Blutfluss mit der abgeleiteten Größe des system-arteriellen Gefäßwiderstandes kontinuierlich von Herzschlag-zu-Herzschlag zuverlässig erfasst werden; das geht sonst nur mit dem Herzkatheter. In der Cardiopraxis führen wir diese Messungen regelmäßig zur Diagnose und zur Therapiesteuerung bei Herz-Kreislauferkrankungen, z.B. bei Bluthochdruck, Schwindel und Herzschwäche durch.

Bei den Messungen nimmt die Patientin/der Patient verschiedene Körperpositionen ein, eine Ruhemessung ausschließlich im Liegen macht wenig Sinn. Die Basismessung erfolgt in Rückenlage, dann erfolgt der Wechsel zum ruhigen Stehen, in der Regel 5 Minuten. Auch wechselnde Positionen im Liegen gehören zur Untersuchung, denn die Schlaflage hat einen wesentlichen Einfluss auf den Kreislauf am Tag.

Für die Diagnose „frühe Benommenheit“ unmittelbar nach dem Aufstehen ist die Dokumentation des system-arterielle Mitteldrucks (ca. ((2 x systolischer Wert) + diastolischer Wert)/3) nach ca. 20 Sekunden ruhigen Stehens die relevante Messgröße. Das kann mit einer Blutdruckmanschette nicht erfasst werden. Liegt der Wert um 60 mmHg oder darunter, dann müssen die Ursachen für diesen Befund, z.B. die Einnahme von Herz-Kreislaufmedikamenten kritisch überprüft werden.

Für die Diagnose „späte Benommenheit“ ist die Messung des Blutflusses nach mehr als einer Minute ruhigen Stehens die kritische Größe. Dieser Wert wird in der herkömmlichen Praxis ebenfalls nicht bestimmt. Nach mehr als 1 Minute Stehen wird das sogenannte Herzzeitvolumen erfasst: Liegt dieses unter dem Soll von 2,2 Liter pro Minute pro Quadratmeter Körperoberfläche, dann kann das eine Ursache für Benommenheit und Leistungseinschränkung sein.

Hinzu kommt eine Untersuchung bei ergometrischer Belastung im Belastung-EKG. Dadurch lässt sich objektiv und sehr genau die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems bestimmen.

Insgesamt dauert die ganzheitliche Kreislaufmessung nur etwa 10 Minuten. Dabei werden Veränderungen im Zeitverlauf (z.B. der Einfluss von Medikamenten) berücksichtigt und andere Messwerte (Herzultraschall, Arteriografie, Körpertemperatur, Körpergröße & -gewicht) stets im Zusammenhang damit betrachtet. Ganzheitlich eben.

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Im Bild: Adolf Eugen Fick, Arzt & Physiologe

 

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Die Mitralklappe funktioniert wie ein Rückschlagventil zwischen linker Vor- und Hauptkammer. So trennt sie Niederdruck und Hochdruck-Kreislauf.

Die sogenannte Mitralklappeninsuffizienz (= Undichtigkeit) ist der häufigste Herzklappenfehler. Dabei passiert Folgendes:

  • Die linke Hauptkammer pumpt das Blut nicht nur nach vorne in die Aorta, sondern auch rückwärts in die linke Vorkammer
  • Dadurch ist die Druckbelastung in der linken Vorkammer und damit auch das Risiko für Vorhofflimmern höher
  • In schwereren Fällen kommt es zu einem Flüssigkeitsstau in der Lunge, der mit Luftnot einhergeht – die Leistungsfähigkeit allgemein ist dann eingeschränkt.

Bemerkbar macht sich eine Mitralklappeninsuffizienz zum Beispiel durch

  • Luftnot
  • Leistungsschwäche
  • Beinödeme
  • Herzrhythmusstörungen, z.B. Vorhofflimmern

Diagnostiziert werden kann sie per

  • Auskultation: Wie ist das Herzgeräusch?
  • Herzultraschall: Diagnose, Ursache, Schweregrad?
  • Herzkatheter: Gibt es Engstellen der Herzkranzgefäße?

Es gibt verschiedene Behandlungsoptionen:

  • Mit Medikamenten zur Senkung des peripheren Gefäßwiderstandes
  • Wenn mehr als 40 % des Blutauswurfs zurückfließt, ist eine Operation angezeigt –
    entweder ein Klappenersatz oder eine Rekonstruktion durch Vernähen
  • Katheter-basierte Verfahren (Mitralklappen-Clip) kommen zum Einsatz, wenn das OP-Risiko zu hoch ist.

Die Verbindungsklappe zwischen linker Hauptkammer und Hauptschlagader, die sogenannte Aortenklappe, ist bei manchen Menschen undicht. Man spricht dann von Aortenklappeninsuffizienz.

Sie kann angeboren sein, aus einer Klappenentzündung resultieren oder die Folge einer geweiteten Hauptschlagader sein. Durch eine Aortenklappeninsuffizienz wird die linke Herzkammer aus zwei Richtungen gefüllt, was zu einer Vergrößerung der Herzhauptkammer und letztendlich zu einer Herzschwäche führen kann.

Diagnostiziert wird die Aortenklappeninsuffizienz entweder bei einer klinischen Untersuchung über die Herzgeräusche und über einen niedrigen diastolischen Blutdruck oder per Herzultraschall.

Behoben werden kann das Problem mit einer neuen, biologischen oder mechanischen Aortenklappe, die operativ eingesetzt wird. Bei jungen Patienten kann die undichte Aortenklappe auch rekonstruiert oder durch die eigene Pulmonalklappe ersetzt werden.

 

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An abdominal aortic aneurysm is a bulging of the aorta in the abdomen. It thus exceeds its maximum diameter of 3 cm. The abdominal aortic aneurysm is the most common aneurysm, with about 40 to 50 new cases per 100,000 people per year (more than 60% of all aneurysms).

Risk factors for this are:

  • male sex (6x more frequently than women)
  • Age > 65Years
  • smoking
  • high blood pressure
  • Arteriosclerosis in other vessels

Symptoms include back or abdominal pain, a pulsating feeling in the abdomen or a feeling of fullness after small meals. Often, however, the abdominal aortic aneurysm does not show any symptoms. It can be diagnosed by ultrasound, CT or MRT. Bleeding shock and even death can occur when an aneurysm bursts. With increasing size, the risk of this also increases.

From a diameter of more than 5.5 cm, occasionally even from 5 cm, an abdominal aortic aneurysm is treated open surgically or catheter-supported with a stent. This therapy is also used for particularly rapid growth (more than 10 mm per year).

Screening from the age of 65 is very important!

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Der Kreislauf ist ein dynamisches hydraulisches System: Blut fließt mit Druck vom Herz über die Arterien zu den Organen und Muskeln – und schließlich über die Venen wieder zurück zum Herz. Der Kreislauf hat verschiedene lebenswichtige Funktionen.

Wichtige Messgrößen für den Zustand des Kreislaufs sind der Blutdruck (mmHg) und der Blutfluss (l/min). Zudem der Gefäßwiderstand, der sich aus Blutdruck und -fluss ergibt.

Häufig wird in der Praxis das Herzkreislauf-System (z.B. bei Bluthochdruck, Herzschwäche) ausschließlich über den Blutdruck bewertet. Das ist unvollständig und führt meist zu Fehlbewertungen und Nebenwirkungen von Medikamenten.

Nur wenn man sowohl Blutdruck als auch Blutfluss untersucht, kann eine optimale Therapie eingeleitet werden.
Um den Blutfluss zu messen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • blutig: per Herzkatheter
  • unblutig: photo-plethymografisch am Finger (Finapres®️ = Goldstandard)

Das Finapres®️-System verfügt auch über die Möglichkeit der Messung der Empfindlichkeit des Baroreflexes und wir setzten es hier auch bei der Diagnostik von Ohnmachtsanfällen beim Baroreflex-Test ein.

Der Umgang mit dem Finapres®️-System erfordert Erfahrung, ein gutes wissenschaftliches Grundlagenwissen und komplexes Denken. In der Cardiopraxis führen wir seit 2011 jährlich etwa 2.400 Messungen mit dem Finapres®️-System durch und haben damit sehr viel Erfahrung. Für unsere Patienten heißt das: erfolgreiche Kreislaufeinstellung mit möglichst wenigen Medikamenten und wenigen Nebenwirkungen.

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Im Bild: William Harvey, Arzt

 

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1958: Eine neue Ära der Kardiologie beginnt

Der 8. Oktober 1958 war ein sehr wichtiger Tag für die Kardiologie: Der damals 43-jährige Arne Larsson (rechts im Bild) bekommt als erster Mensch einen Herzschrittmacher implantiert. Er litt unter einer Erregungsleitungsstörung im AV-Knoten mit Adam-Stokes-Anfälle, sein Herz stand zuvor mehrmals täglich still und mechanisches Herzversagen mit Todesfolge drohten.

Entwickelt hat das rettende Gerät Prof. Rune Elmquist (links im Bild), eingesetzt hat es Prof. Ake Sennig (Bildmitte) am Karolinska-Hospital Stockholm. Dieser erste Schrittmacher hielt nur bis zum nächsten Morgen – im weiteren Verlauf seines 86-jährigen Lebens erhält Arne Larsson 26 weitere. Premiere in Deutschland wird am 6. Oktober 1961 gefeiert: Prof. Sykosch in Düsseldorf ist der erste Implanteur hierzulande.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich Schrittmacher extrem weiterentwickelt: von 1-, 2- und 3-Kammer-Systemen bis hin zu elektrodenlosen 1-Kammerystemen. Durchschnittlich läuft ein Herzschrittmacher heute 7 bis 8 Jahre. In Deutschland wurden 2015 über 106.000 Herzschrittmacher-Eingriffe durchgeführt.

 

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Bei einem gesunden Menschen variieren die zeitlichen Abstände der Herzschläge abhängig vom Atem – das bezeichnet man als Herzfrequenzvariabilität (= HRV). Die HRV ist ein Maß dafür, ob das vegetative Nervensystem eines Menschen in Balance ist.

Sie zeigt die Aktivität der untergeordneten Nervensysteme Sympathikus und Parasympathikus und deren Fähigkeit zu regulieren. Eingeschränkt ist die HRV zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus oder chronischem Stress.

Gemessen wird sie in Ruhe über 5 Minuten oder in einem Langzeit-EKG über 24 Stunden. Besonders wertvoll ist es, die HRV vor und nach einer Therapiemaßnahme durchzuführen. Sie ermöglicht eine objektive Analyse – einen „klinischen Blick“.

 

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Etwa 90% der Blutgerinnsel bei Vorhofflimmern entstehen im linken Vorhofohr. Um eine Verschleppung in den Blutkreislauf und letztendlich einen Schlaganfall zu verhindern, werden als Standard-Therapie blutverdünnende Medikamente (z. B. Marcumar) eingesetzt. Dadurch wird das Schlaganfallrisiko um über 66 Prozent gesenkt, es kann allerdings auch zu einem erhöhtem Blutungsrisiko kommen.

Wenn es zu Blutungen kommt und ein hohes Schlaganfallrisiko besteht, kann der sogenannte Vorhofohrverschluss eine sinnvolle und gut etablierte Alternative sein: Bei dem minimalinvasiven Eingriff wird per Katheter ein Schirmchen im Vorhofohr platziert und verschließt dieses dauerhaft.

 

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