Beiträge

 

Schlaganfälle – nicht nur ältere Menschen betroffen

Jährlich erleiden in Deutschland rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Das Risiko für einen Schlaganfall steigt bekanntermaßen mit zunehmendem Alter an. 80% der Schlaganfälle sind durch eine Durchblutungsstörung, zum Beispiel aufgrund einer atherosklerotischen Gefäßveränderung oder infolge von Vorhofflimmern bedingt. Es können allerdings auch jüngere Menschen von einem Schlaganfall betroffen sein. Etwa 1/3 der jungen Schlaganfallpatienten sind jünger als 65 Jahre. Bei 20% dieser Schlaganfallpatienten können wir keine klassische Ursache, wie zum Beispiel Gefäßveränderungen oder Vorhofflimmern, feststellen. Wir sprechen dann von einem kryptogenen (verborgenen) Schlaganfall. Dabei tritt dieser bei Patienten, die jünger als 55 Jahre alt sind, zu 45-50% mit einem persistierenden Foramen ovale, kurz PFO, auf.

Was ist ein persistierendes Foramen ovale?

Das persistierende Foramen ovale stellt sozusagen ein Relikt aus dem embryonalen Kreislauf dar. Unter dem Foramen ovale stellen Sie sich vereinfacht eine kleine schlitzförmige Öffnung zwischen den beiden Vorkammern vor, über die das sauerstoffreiche Blut von der Plazenta in den fetalen Körperkreislauf gelangt. Da die fetale Lunge noch nicht funktionsfähig ist, gewährleistet diese Kurzschlussverbindung zwischen den Vorkammern die optimale Sauerstoffversorgung des Kindes, sie ist also lebensnotwendig. Das Foramen ovale verschließt sich meistens in den ersten Tagen nach der Geburt. Bei 25% der Gesunden schließt sich das Foramen ovale nach der Geburt jedoch nicht vollständig. Dann sprechen wir von einem „bleibenden“, oder medizinisch ausgedrückt, persistierenden Foramen ovale (PFO). Männer und Frauen sind gleich betroffen, in der Mehrzahl der Fälle besitzt das PFO keinen Krankheitswert. Oder anders gesagt, ein routinemäßiges Suchen nach einem PFO ist überhaupt nicht erforderlich.

Wie kommt es zu einem Schlaganfall bei einem PFO?

Nur dann, wenn ein ungeklärter oder kryptogener Schlaganfall, d.h. ein solcher ohne offensichtliche Ursache, vorliegt, gewinnt das PFO eine besondere Bedeutung. Wir stellen uns hierbei folgenden Mechanismus vor: Entstehen kleinere Blutgerinnsel-Bildungen in den Beinvenen, werden diese normalerweise in der Lungenstrombahn „gefiltert“. Liegt aber ein PFO vor und kommt es zu einer Drucksteigerung in der rechten Vorkammer, z.B. beim Pressen, Husten oder tiefen Einatmen, öffnet sich das PFO wie eine Schwingtür. Folglich kann das Blutgerinnsel mit dem Blutfluss über das linke Herz ins Gehirn gelangen und so einen Schlaganfall auslösen. In solchen Fällen sprechen wir auch von einer paradoxen Embolie.

Voraussetzungen und Empfehlungen für PFO-Verschluss

Der Nachweis, dass ein interventioneller Verschluss des PFO wirksam sekundäre Schlaganfälle bei jüngeren Personen verhindern kann, ist erst in den letzten vergangenen beiden Jahren gelungen. Aus den Studien ergaben sich jetzt klare Behandlungsempfehlungen bei Patienten mit einem kryptogenen Schlaganfall. Bei diesen Patienten sollte zwischen 16 und 60 Jahren ein offenes Foramen ovale mit moderatem oder ausgeprägtem Rechts-Links-Shunt verschlossen werden. Hierdurch erzielt man eine 75-prozentige Reduktion von Schlaganfällen. Wichtig ist aber, dass immer eine ausführliche Suche nach anderen Ursachen erfolgt und ein erfahrener Neurologe und Kardiologe die Indikation zum Verschluss prüfen. Denn nicht längst jeder jüngere Schlaganfallpatient mit einem PFO benötigt einen Verschluss des Foramen ovale.

Hierzu sind noch klare Kriterien bzw. Voraussetzungen für einen PFO-Verschluss definiert worden:

  • Embolische Schlaganfälle ungeklärter Ursache mit Nachweis einer zerebralen Ischämie im CT oder MRT
  • Ausschluss einer relevanten Gefäßveränderung der gehirnversorgenden Arterien (zum Beispiel Verengungen größer 50%) inklusive der intrakraniellen Arterien
  • Ausschluss von anderen kardialen Emboliequellen (z.B. Vorhofflimmern) und Ausschluss anderer Schlaganfallmechanismen (z.B. Vaskulitis, Dissektion oder Drogenmissbrauch).

Die Diagnose und Beurteilung erfolgen mittels Schluckultraschall. Ein PFO kann mit Hilfe dieser Methode ohne besonders hohen Aufwand diagnostiziert werden. Zudem ermöglicht das Schluckultraschall auch zeitgleich den Ausschluss weiterer kardialer Emboliequellen (z.B. Blutgerinnsel im Herzen, Veränderungen der Hauptschlagader).

Wie funktioniert ein PFO-Verschluss?

Ein interventioneller PFO-Verschluss verläuft minimal invasiv. Nach Betäubung der rechten Leiste wird die Leistenvene punktiert und ein Schirmsystem entlang der großen Körpervenen zum Herzen eingeführt. Das Vorführen des Schirmsystems zum Herzen ist nicht schmerzhaft. Dann wird ein vorgeformtes Metallgeflecht in Form zweier fest miteinander verbundener Schirmchen durch das PFO in die Vorhof-Trennwand platziert, sodass diese nicht mehr durchlässig ist. Parallel zur Implantation der Schirmchen führen die Ärzte eine Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre durch. Diese dient dazu, das Platzieren des Schirmes zu optimieren. Während des gesamten Untersuchungs- und Behandlungsablaufs bekommen Sie Medikamente gespritzt, die Sie in einen schmerzfreien Schlaf versetzen. Optimalerweise dauert die Behandlung maximal 30-45 Minuten. Nach der Implantation wächst das Metallgeflecht ein und wird vom Körper von eigenen Zellen überdeckt.

Komplikationen beim PFO-Verschluss

Komplikationen sind zum Glück sehr selten. In diesen Ausnahmefällen treten Vorhofflimmern, Herzbeutel-Tamponaden sowie Lungenarterienembolien auf. Diese Komplikationen sind aber insgesamt so selten, dass sie den Empfehlungsgrad für die Implantation nicht beeinflussen.

Medikamentöse Behandlung nach PFO-Verschluss

Nach der Implantation des Schirmchens wird eine Blutverdünnung, in der Regel mit Aspirin und Clopidogrel, notwendig. In den ersten 3 Monaten erfolgt die Einnahme von Aspirin und Clopidogrel zusammen, danach wird 12-24 Monate lang eine Einzeltherapie mit Aspirin oder Clopidogrel fortgeführt. Sollten noch andere Indikationen für eine Arteriosklerose-Therapie bestehen, dann führen wir eine Dauertherapie mit ASS oder Clopidogrel fort. Eine Endokarditis-Prophylaxe für 1 Jahr nach dem Eingriff ist sinnvoll. Patienten mit einem kryptogenen Schlaganfall und offenem Foramen ovale, die einen PFO-Verschluss ablehnen, sollten mit einem Thrombozytenfunktionshemmer (Aspirin oder Clopidogrel) behandelt werden, da es keine Hinweise für eine Überlegenheit einer oralen Antikoagulation (z.B. NOAK) gegenüber der Thrombozytenfunktionshemmung gibt.

Fazit zum Umgang mit PFO-Verschluss nach Schlaganfall

Seit 2018 gibt es eine klare Behandlungsempfehlung für einen PFO-Verschluss nach akribischer neurologischer und kardiologischer Abklärung. Denn nicht jedes PFO muss verschlossen werden!

 

Literatur:

Diener H.-C., Grau A., Baldus S. et al., Kryptogener Schlaganfall und offenes Foramen ovale, S2e-Leitlinie, 2018; in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Erneuten Schlaganfall verhindern

80 bis 85 Prozent aller Schlaganfälle sind sogenannte ischämische Schlaganfälle. Dabei ist eine Gehirnarterie verstopft, entweder durch ein lokales Gerinnsel oder durch eine Embolie, meistens aus dem Herzen. Im ersten Jahr liegt das Risiko bei 20 Prozent, dass erneut eine Verstopfung auftritt. Damit kein neuer Schlaganfall passiert, ist es wichtig die genaue Ursache zu kennen. Liegt zum Beispiel die Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern vor oder besteht eine hochgradige Engstelle der Halsschlagader? Essenzielle erste Informationen dazu liefert auch die Bildgebung des Gehirns mit Hilfe des MRT und Computertomografs. Daher sind verschiedene Behandlungsstränge nach einem ersten Schlaganfall wichtig.

Neuen Schlaganfall vorbeugen: Blutverdünnung

  • bei Menschen ohne Vorhofflimmern: mit Acetylsalicylsäure (Aspirin) 1 x 100 mg täglich, bei Unverträglichkeit alternativ Clopidogrel 75 mg 1x täglich
  • bei nachweisbarem Vorhofflimmern: mit neuen Gerinnungshemmern, sogenannten NOAKS wie zum Beispiel Apixaban, Rivaroxaban, Dabigatran, Edoxaban

Neuen Schlaganfall vorbeugen: Operation der Halsschlagader

Ist auf der betroffenen Gehirnseite die Halsschlagader (Arteria carotis interna) hochgradig verengt, so wird diese Operation empfohlen. Dabei gibt es 2 unterschiedliche Methoden: entweder die offen gefäßchirurgische Methode, bei der die Arterie ausgeschält wird, oder die Katheter- gestützt Methode, bei der ähnlich wie an den Herzkranzgefäßen eine Gefäßstütze, ein sogenannter Stent, implantiert wird.

Schlaganfall bei offenem Foramen ovale: Katheter-gestützter Verschluss

Ein offenes Foramen ovale ist eine Kurzschlussverbindung in der Vorhofscheidewand, zwischen der rechten und der linken Herzvorkammer. 25 Prozent aller Menschen haben ein offenes Foramen ovale. Ein Schlaganfall entsteht bei ihnen durch eine sogenannte gekreuzte Embolie: Ein Gerinnsel im venösen System umgeht die Lunge und gelangt über den Kurzschluss in die linke Vorkammer und bis in das Gehirn, wo es die Arterie verstopft. Ein offenes Foramen ovale wird mit Hilfe der transösophagealen Echokardiographie, d.h. ein Ultraschall des Herzen über die Speiseröhre, festgestellt.

Ein Verschluss des Foramen ovale ist angezeigt, falls keine andere erkennbare Ursache vorliegt. Meistens sind junge Menschen betroffen.

Nach Schlaganfall: Risikofaktoren vermeiden

Darüber hinaus ist es für Schlaganfall-Patienten hilfreich, allgemeine Gefäß-Risikofaktoren einzustellen:

  • Cholesterin senken
  • Blutdruck kontrollieren
  • Diabetes mellitus einstellen
  • auf Nikotin verzichten
  • körperlich aktiv sein

Die Therapie nach einem ischämischen Schlaganfall muss individuell an den Ursachen orientiert sein. Vor allem der Nachweis beziehungsweise Ausschluss von Vorhofflimmern ist sehr wichtig aber auch schwierig.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Mikronährstoffe sind ein wertvoller Bestandteil für ein gesundes Leben. Als Mikronährstoffe werden Vitamine, Mineralien und Spurenelemente bezeichnet. In der Regel reicht eine ausgewogene Ernährung aus und die allermeisten Menschen nehmen Mikronährstoffe in ausreichendem und im gesunden Maß zu sich.

Mikronährstoffmangel – ältere Menschen aufgepasst

Gerade ältere Menschen sollten hier besonders auf eine ausgewogene Ernährung achten. Normalerweise sinkt mit dem Alter der Energiebedarf und damit auch der Kalorienbedarf. Als Folge davon, essen ältere Menschen häufig auch weniger. Daher können so bedeutsame gesundheitlichen Konsequenzen auftreten. In der Tat ist es so, dass nämlich der Bedarf an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen über das ganze Leben gleich hoch bleibt. Folglich ist die verringerte Nahrungsaufnahme ein entscheidender Grund für den Mangel an Mikronährstoffen bei älteren Menschen. Demnach sollten vor allen Dingen ältere Menschen auf eine ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen achten.

Gerade bei älteren Menschen nehmen häufig zahlreiche Medikamente ein, so dass hier ein Mikronährstoffmangel häufig noch verstärkt wird. Daher müssen vor allen Dingen ältere Menschen auf diese  Zusammenhänge besonders achten.

Mikronährstoffräuber kennen

Hier finden Sie eine Auswahl von Medikamenten, die vor allen Dingen in der Herz-Kreislauftherapie häufig eingesetzt werden:

  • Aspirin: Vitamin C, B12 und Folsäure
  • Statine: CoEnzym Q10
  • Torasemid, Furosemid, Hydrocholorthiazid: Kalium und Zink
  • Triamteren: Folsäure
  • Metformin: Vitamin B 12
  • Glibenclamid: CoEnzym Q10
  • Protonenpumpen-Hemmer: Vitamin B12 und D, Kalzium, Eisen
  • Abführmittel: Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium
  • H2-Blocker: Zink, Vitamin D
  • Cotrim: Folsäure
  • Orale Kontrazeptiva: Vitamin B 2 und C, Magnesium
  • Kortison: Vitamin D und K, Kalzium, Kalium, Zink

Medikamente auf Mikronährstoffräuber überprüfen

Folglich sollten Sie auf Symptome eines Mikronährstoffmangels achten. Hierbei kann es sich z.B. um Müdigkeit, Antriebsarmut oder Muskelsschwäche handeln. Vor allen Dingen sollten Sie sich zur Wirkung Ihrer Medikamente auf Mikronährstoffe erkundigen, denn auch zahlreiche andere Medikamente können zu einem symptomatischen Mikronährstoffmangel führen. Zum Teil kann der Mikronährstoffmangel auch laborchemisch bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt überprüft werden.

Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse sollten Sie so wenig Medikamente wie möglich einsetzen, weil ab 5 Medikamenten Wechsel- und Nebenwirkungen kaum noch kontrollierbar sind. Weil Medikamente nicht nur Nebenwirkungen, sondern vor allen Dingen auch gewünschte therapeutische Wirkungen haben, ist es sinnvoll wenn Sie Medikamente nur in Absprache mit Ihrem Arzt ändern. Bedenken Sie immer, dass die unkontrollierte medikamentöse Umstellung ernste gesundheitliche Folgen haben kann.

Vitamine, Mineralien und Spurenelemente – nur kontrolliert einnehmen

Dank beruflicher Erfahrung und differenzierter Messmethoden zur Bewertung des Kreislaufs wissen wir in der Cardiopraxis, dass Mikronährstoffe ebenfalls zu Nebenwirkungen führen können und betrachten sie daher wie Medikamente. Infolgedessen sollten Sie Mikronährstoffe nur kontrolliert und in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nutzen, weil die unkontrollierte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, vor allen Dingen von Magnesium zu Nebenwirkungen führen kann.

Gröber U. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft: Arzneimittel und Mikronährstoffe, 3. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2014

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Herzinfarkt – verschlossene Herzkranzarterie schnell wiedereröffnen

Bei einem Herzinfarkt kommt es darauf an, die verschlossene Herzkranzarterie wieder zu öffnen. Unser Ziel ist es den Blutfluss wiederherzustellen, damit das Herzmuskelgewebe normal mit Sauerstoff versorgt wird – und zwar möglichst schnell. Bereits nach 10 Minuten beginnt Herzmuskel im Infarktgebiet unwiederbringlich abzusterben.

Je länger die Dauer bis zur Wiedereröffnung des akuten Gefäßverschlusses, desto schlechter ist die Prognose für das kurz- und das langfristige Überleben. Bereits 4-6 Stunden nach Einsetzen des Verschlusses und damit auch nach Beginn der Symptome ist ein Herzinfarkt in der Regel “abgelaufen”, d.h. der allergrößte Anteil des betroffenen Herzmuskelgewebes ist abgestorben und damit verloren.

Herzinfarkt – kleines Blutgerinnsel, große Wirkung

Ausgangspunkt für einen Herzinfarkt ist in aller Regel ein mehr oder weniger verengtes Herzkranzgefäß. Dabei kann die Engstelle zunächst zwischen 25% und 90% der Gefäßinnenlichtung ausmachen. Entscheidend für die Entstehung eines Herzinfarktes ist der plötzliche komplette Verschluss der Herzkranzarterie durch ein Blutgerinnsel. Herzkranzarterien haben in den relevanten Abschnitten einen Innendurchmesser von 2 – 5 mm. Sie können sich vorstellen, dass da schon ein sehr kleines Gerinnsel ausreicht, um den Blutfluss durch die Arterie komplett zum Stillstand zu bringen.

Herzkranzarterie öffnen – medikamentös und mechanisch

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen sind beginnend in den frühen 1980er Jahren 2 wesentliche Ansätze entwickelt worden. Beide haben das Ziel haben das Blutgerinnsel zu beseitigen, einmal durch Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, und durch mechanische Verdrängung des Hindernisses.

  • Blutplättchenhemmer wie Aspirin sind schnell verfügbar (z. B. im Notarztwagen), wirken nach etwa 1 Stunde und haben eine Wiedereröffnungsrate von ca. 10 %.
  • Die Thrombolyse, eine medikamentöse Gerinnselauflösung, wirkt nach 30 bis 60 Minuten und hat eine Wiedereröffnungsrate von etwa 70 % – allerdings können dadurch Blutungen auftreten.
  • Der Herzkatheter als Mittel der Wahl beseitigt das Gerinnsel mechanisch, etwa mit einem Stent. Seine Wiedereröffnungsrate liegt bei etwa 95 %. Und die Versorgung mit Herzkatheter-Messplätzen in Deutschland ist mit 1,15 pro 100.000 Einwohner sehr gut.

Auch bei stabilen Symptomen – immer weniger Herzoperationen notwendig

Menschen mit einer stabilen Koronaren Herzkrankheit haben engen Herzkranzarterien, ohne dass ein instabiles Blutgerinnsel beteiligt ist. Wir können auch von “verkalkten” Gefäßen sprechen. Bestehen Zeichen der Durchblutungsstörung, z.B. in Form von belastungsabhängigem Brustdruck oder bei Veränderungen im Belastung-EKG, dann macht die mechanische Beseitigung einer Engstelle Sinn.

Gerade in den letzten Jahren hat die Erfolgsrate bei chronischen Verschlüssen, bei denen der durch die lange Verschlussdauer verhärtet ist, deutlich zugenommen. Hier werden inzwischen Wiedereröffnungsraten von 80% und mehr erreicht. Auch sehr komplizierte Engstellen, wie z.B. sog. Hauptstammstenosen der linken Herzkranzarterie mit einem großen Teil an versorgten Herzmuskel, werden heutzutage erfolgreich und sicher mittels Herzkathetertechnik behandelt. Allerdings sollten derartige Eingriffe nur von sehr erfahrenen und zum Teil hochspezialisierten Untersuchern durchgeführt werden.

Die konsequente Weiterentwicklung der Herzkathetertechniken hat dazu geführt, dass zunehmend weniger Herzoperationen zur Anlage von Gefäßbypässen vorgenommen werden müssen.

Die Dauer eines Routineeingriffs mit Stentimplantation dauert im Durchschnitt 45 Minuten, häufig kürzer, bei komplizierten Eingriffen auch mal mehr als 90 Minuten. Nach einem solchen Eingriff unter stabilen Gefäßbedingungen können Sie in der Regel am Folgetag nach Hause gehen. Das Verfahren ist sehr sicher geworden und nach einigen Tagen kann man auch schon wieder auf Reisen gehen.

Aspirin und Statine – lebensverlängernd

Die anschließende medikamentöse Behandlung mit Aspirin und den Statinen, sowohl bei vormals stabiler oder instabiler Situation verhindert nach einem Eingriff Voranschreiten der Arteriosklerose und verlängert so das Leben. Unmittelbar nach Stentimplantation ist für 6-12 Monate neben Aspirin eine zweite blutverdünnende Substanz (z.B. Clopidogrel, Ticagrelor oder Prasugrel) einzunehmen. Dies fördert die unkomplizierte Einheilung des Stents.

Kurz zusammengefasst, fast ausnahmslos heißt heute die Therapie bei Herzinfarkt: Katheter-gestützte Behandlung (z.B. Stent) in Kombination mit einer Blutplättchenhemmung. Bei stabiler Koronarer Herzkrankheit ist die Kathetertherapie mit Stent ebenfalls deutlich überwiegend die Methode der Wahl.

…weiter im Selbsthilfekurs “Herzinfarkt sofort handeln”

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin 100 mg) hemmt die Verklumpung der Blutplättchen und senkt so das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Eine generelle Empfehlung für Aspirin z. B. ab dem 50. Lebensjahr ist allerdings nicht sinnvoll – es kommt auf den Einzelfall an.

Denn das Medikament hat auch Nebenwirkungen: ein erhöhtes Blutungsrisiko. Bei Patienten mit Arteriosklerose etwa überwiegt der Nutzen das Risiko. Keinen Nutzen einer prophylaktischen Aspirin-Therapie haben dagegen gefäßgesunde Menschen oder solche mit einem moderatem kardiovaskulärem Langzeitrisiko.

Die dauerhafte Behandlung mit Aspirin ist also immer individuell zu sehen!

Wichtig ist, sollte Vorhofflimmern der Grund für eine Blutverdünnung sein, reicht Aspirin nicht aus. Hier kommen sog. Antikoagulanzien zum Einsatz (z.B NOAK`s wie Edoxaban, Dabigatran, Apixaban oder Rivaroxaban).

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Ablagerungen (Plaques) in den Herzkranzarterien sind wie Vulkane. Sie können lange Zeit ruhen, bis sie ausbrechen und großen Schaden anrichten.

Herzinfarkte entstehen meistens durch das Aufbrechen eines solchen Plaques. Wenn der Plaqueinhalt mit Blutplättchen in Kontakt kommt, formt sich ein Blutgerinnsel, das die Arterie verstopft. Begünstigt wird dies noch durch die Einlagerung von Cholesterin und Entzündung.

Zwei Medikamentengruppen können allerdings das Risiko für einen erneuten Herzinfarkt senken. Cholesterinsenkende Statine reduzieren das Sterblichkeitsrisiko zwischen 35 und 50 %, Blutplättchenhemmer wie Aspirin um etwa 25 %. Übrigens: Der letzte Ausbruch des Fujiyama (Bild) begann am 16. Dezember 1707 und dauerte 15 Tage.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Um einen Schlaganfall bei Vorhofflimmern vorzubeugen, sind Medikamente wichtig, die die Blutgerinnung hemmen.

Aspirin zum Beispiel verringert das Schlaganfallrisiko um ca. 40 %, gegen Gerinnungseiweiße gerichtete Medikamente (Antikoagulanzien) reduzieren es um mehr als 65 %. Für diese Antikoagulanzien liegen wissenschaftlich gesicherte Daten vor, die ihren Nutzen diesbezüglich belegen.

Neuere Antikoagulanzien (Pradaxa, Xarelto, Eliquis, Lixiana) sind demnach dem älteren Medikament Warfarin überlegen. Wissenschaftlich nicht abgesichert ist dagegen der Nutzen von Marcumar.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Aspirin mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure ist ein sehr wertvolles Medikament, das schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend eingesetzt wird. Der Wirkstoff ist in Weidenrinde (lat. Salix) enthalten und war schon im antiken Ägypten als Heilmittel bekannt.

Aspirin sorgt dafür, dass Blutplättchen weniger verklumpen und so die Blutungszeit etwa verdoppelt wird. Dadurch können auch Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindert werden. Im Alltag kann man die verlängerte Blutungszeit durch Aspirin-Einnahme zum Beispiel beim Rasieren oder bei der Menstruation bemerken.

Vermeiden sollte man das Medikament in den letzten 7 Tagen vor einer Operation. Menschen, die Aspirin dauerhaft einnehmen, sollten zuvor eine Ärztin bzw. einen Arzt um Rat fragen.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch