Von Mitte Dezember bis Mitte März ist Grippesaison, die Ansteckungsgefahr ist dann besonders hoch. Übertragen werden Grippeviren über Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten oder Sprechen) und direkten Kontakt (z.B. Händeschütteln, Türgriffe). Besonders groß ist das Risiko in großen Menschenansammlungen (z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen, Einkaufsstätten).

In der Grippesaison 2017/18 wurden allein in Deutschland über 333.000 Betroffene registriert, 1.665 Menschen starben daran (87% von ihnen waren älter als 60 Jahre). Der volkswirtschaftliche Schaden durch Arbeitsausfall ist hoch.

Der beste Schutz gegen Grippe ist die jährliche Impfung (jedes Jahr neuer Impfstoff!) und eine gute Hygiene. Mit den folgenden hygienischen Maßnahmen können Sie gut vorbeugen:

  • regelmäßig Hände waschen und Hände vom Gesicht fernhalten
  • als Betroffener mindestens 2 Meter Abstand zu Mitmenschen einhalten
  • hygienisch husten = in den Ärmel husten (nicht in die Hand) = Dracula-Technik
  • bei Krankheitssymptomen auf Körperkontakt verzichten (z. B. Hand geben, umarmen)
  • geschlossene Räume regelmäßig lüften

Ein gesunder Lebensstil hilft ebenfalls: regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und eine Trinkmenge von 30 ml pro kg Körpergewicht pro Tag.

Ein hohes Risiko für Grippeverläufe haben

  • Schwangere
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • chronisch Kranke
  • Senioren

Besonders gegenüber diesen Risikogruppen sollte ein grippekranker Mensch Kontakt vermeiden und Hygienemaßnahmen streng beachten.

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Bei Erkältung und Grippe ist die Tröpfcheninfektion die gefährlichste Ansteckungsform, z. B. beim Niesen im freien Raum.

Dagegen hilft die sogenannte Dracula-Technik: Man niest bzw. hustet in die Armbeuge. Diese Technik
• verhindert am effizientesten, dass sich Viren im Raum ausbreiten
• verhindert die Ansteckung von anderen Menschen am effizientesten
• ist dem Taschentuch überlegen, da die Kontamination der Hand mit Viren vermieden wird

Sollten Sie dennoch ein Taschentuch benutzen, dann bitte immer die Hände waschen.

Die Dracula-Technik wird empfohlen vom Center of Disease Control (USA), von der American Academy of Pediatrics und von der American Public Health Association.

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Kohlendioxid, kurz CO2, entsteht im Körper bei Stoffwechselvorgängen und wird über die Lunge abgeatmet. In der Luft gemessen wird es mit der Einheit parts per million = ppm. Sie ist somit ein Indikator für die Luftreinheit. Normale Raumluft hat einen CO2-Wert von etwa 350 ppm, Ausatemluft von ca. 40.000 ppm. Bis zu einem Wert von 1.000 ppm gilt Raumluft als unbedenklich.

Wie sich Grippeviren bei zunehmend unreiner Luft in einem geschlossenen Raum ausbreiten können, zeigen wir an einem Beispiel. Dabei gehen wir von einem Klassenraum mit 30 Schülern aus, wobei ein Schüler Grippe hat. Die Ansteckungsrate der übrigen 29 Schüler nimmt innerhalb von 4 Stunden je nach Luftqualität im Raum folgendermaßen zu:

  • Raumluft 1.000 ppm CO2: fünf von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 17,2 %
  • Raumluft 2.000 ppm CO2: 12 von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 41,4 %
  • Raumluft 3.000 ppm CO2: 15 von 29 Schülern infizieren sich mit Grippe = 51,7 %

Um einer solchen Entwicklung vorzubeugen, kann man während der Grippesaison ganz einfache Maßnahmen treffen:

  • bei mehreren Personen im Raum: alle zwei Stunden lüften!
  • bei vorhandener Messvorrichtung: ab 1.000 ppm, spätestens ab 1.400 ppm CO2 lüften!

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Sauerstoff ist lebenswichtig. Die Lunge nimmt „frische Luft“ (Sauerstoff) auf und gibt „verbrauchte Luft“ (Kohlendioxid) ab. In gesundem Zustand sind die Atemwege (Bronchien) frei und die Strecke zum Gasaustausch zwischen Luftbläschen und Arterien bzw. Venen ist sehr kurz. Die Lunge ist in diesem Fall locker und leicht wie ein trockener Schwamm.

Eine typische Lungenentzündung sieht so aus:

  • Lungengewebe wird durch Bakterien oder/und Viren zerstört
  • es handelt sich um eine Abwehrreaktion (= Entzündung)
  • Wasseransammlungen sind erkennbar
  • die Strecke zwischen Luftbläschen und Gefäßen ist größer
  • Sauerstoffaufnahme und Kohlendioxidabgabe sind gestört
  • die Lunge ist so schwer wie ein nasser Schwamm

Symptome für eine Lungenentzündung sind:

  • schweres Atmen („nasser Schwamm“)
  • schnelles Atmen (Versuch, die verringerte Gasaustauschfläche auszugleichen)
  • Luftnot
  • Husten und Auswurf
  • Fieber
  • in sehr schweren Fällen Bewusstseinsstörung

Bei diesen Symptomen sollten Sie frühzeitig den Arzt/die Ärztin aufsuchen. In schweren Fällen kann auch eine Krankenhausaufnahme erforderlich sein. Selten ist eine künstliche Beatmung notwendig.

Gerade bei der Grippe droht eine Lungenentzündung. Neben anderen Maßnahmen bei der Vorbeugung und Behandlung  Grippe ist ein Training des Zwerchfells von großer Bedeutung zum Schutz der Lunge.

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Bei Menschen mit Grippe gelangen Viren über die oberen Luftwege und die Lunge in den ganzen Körper. Die meisten Viren tummeln sich in der Lunge. Daher besteht ein Risiko, eine zusätzliche bakterielle Infektion der Lunge oder gar eine schwere Lungenentzündung zu bekommen.

Das therapeutische Ziel muss deswegen heißen: Ausbreitung der Viren und eine bakterielle Zusatzinfektion verhindern! Erreichen kann man dies mit verschiedenen Maßnahmen.

Weil bei Grippe der Flüssigkeitsbedarf (z. B. durch Sekretbildung) höher ist, sollte man 40 ml pro kg pro Tag trinken (außer wenn anders verordnet). Trinken stärkt das Immunsystem und den Kreislauf.

Die Lungen sollten belüftet werden. Das erreicht man, indem man nicht nur im Bett liegt, sondern auch mal durch die Wohnung geht. Außerdem ist eine tiefe Nasen-Bauchatmung (Ein-: Ausatmung im Verhältnis 1: (2-3)) wichtig.

Den Sekretabfluss fördern Betroffene, indem Sie beim Liegen regelmäßig die Seite wechseln. Auch das aktive Husten und Schnäuzen in unterschiedlichen Körperlagen hilft. Ebenso effektiv: die Schulterbrücke machen.

Risikopatienten sollten frühzeitig zum Arzt. Dazu zählen Menschen

  • über 65 Jahre
  • mit Herzschwäche
  • mit einer Lungenerkrankung
  • während einer Schwangerschaft

Bleiben Sie bei Grippe auf jeden Fall soweit als möglich körperlich aktiv. Sie sollten allerdings sehr starke Anstrengungen vermeiden.

 

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Virale Infekte wie die Grippe können das Herz in Mitleidenschaft ziehen. Die Verläufe variieren von flüchtigen Symptomen bis hin zu fortschreitender Herzschwäche. Schwere Verläufe sind allerdings sehr selten.

Abklären sollten Sie folgende Symptome, die nach einer Grippe neu auftreten:

Dafür wird folgende Basis-Diagnostik eingesetzt:

Um weiter abklären zu können, wendet ein Arzt/eine Ärztin ggf. auch ein Herz-MRT und in seltenen Fällen einen Herzkatheter oder eine Herzmuskelbiospie an.

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In der Saison 2017/18 waren über 333.000 registrierte Menschen in Deutschland von einer Grippe betroffen, 1.665 starben daran (87 % von ihnen waren älter als 60 Jahre). Grippeviren verändern sich genetisch, deswegen gibt es jedes Jahr einen neuen Impfwirkstoff. Einen 100-prozentigen Schutz vor Infektion gibt es allerdings nicht. Eine besonders schwere Komplikation der Grippe ist die Lungenentzündung, die zu Beatmungspflichtigkeit und Tod führen kann.

Idealer Zeitraum für eine Schutzimpfung ist Oktober bis November, um für die Haupt-Grippewelle von Januar bis März gut gerüstet zu sein. Eine frühere Impfung sollte man vermeiden, weil der Grippeschutz nach der Impfung stetig abnimmt. Um ausreichenden Schutz aufzubauen, sollten vor einer Virusinfektion zudem mindestens 14 Tage vergangen sein.

Zu den Hochrisikogruppen bei Grippe zählen

• Menschen über 60 Jahre
• Menschen mit Immundefekten, z. B. einer HIV-Infektion
• Menschen mit Diabetes mellitus
• Menschen mit chronischen Erkrankungen: Herz-Kreislauf, Leber, Niere, Lunge, Nervensystem
• Schwangere Frauen
• Medizinisches Personal, Personal in Pflegeeinrichtungen
• Bewohner von Alten- und Pflegeheimen

Die Kosten für eine Grippeschutzimpfung werden übrigens von der Gesetzlichen Krankenkasse übernommen!

Und bitte denken Sie daran, die Grippeschutzimpfung hat eine sehr starke soziale Wirkung, Sie schützt nicht nur sich selber sondern auch Menschen mit einem erhöhten Gripperisiko in Ihrem Umfeld. – Grippeschutz ist Familienschutz!

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