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Schlaganfall – schnelle Therapie entscheidend

Schlaganfall ist eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns, die dort zum Untergang von Gehirngewebe und dauerhaften Funktionsverlusten führt. Ursächlich ist in 80-85% der Fälle eine Verstopfung einer Gehirnarterie, in 15-20% eine primäre Einblutung in das Gehirngewebe. Therapieziele sind daher:

  • die Durchblutung schnell wiederherstellen
  • das Absterben von Gehirnzellen vermeiden
  • dauerhafte Behinderung verhindern

Schlaganfall – Warnsymptome erkennen

In Deutschland erzielen wir mittlerweile sehr gute Therapieresultate. Die dauerhafte Wiederherstellung von  Körperfunktionen gelingt immer häufiger. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein Schlaganfall sofort behandelt wird. Ein erster Schritt dorthin: Sie erkennen Warnzeichen bei sich selbst oder anderen Menschen und handeln schnell. Daher nutzen Sie den FAST-Test, um einen Schlaganfall sicher zu erkennen.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Ärztinnen und Ärzte können Ihnen nur helfen, wenn Sie Alarm geben. Ist die Symptomatik gering oder auch nur vorübergehend, kann es sich um Vorboten für einen schweren Schlaganfall handeln.  Im Zweifel sollten Sie daher immer sofort den Notruf 112 wählen.

Schlaganfall – moderne Akutbehandlung

Im Krankenhaus angekommen wird als erste diagnostische Maßnahme eine Schichtaufnahme des Kopfes gemacht (CCT oder MRT). Dadurch können Gehirnblutungen ausgeschlossen werden, die für etwa 15-20% aller Schlaganfälle verantwortlich sind. Die Therapie bei einer Hirnblutung ist selbstverständlich komplett anders, als die Therapie eines Schlaganfalls durch ein verschlossenes Gehirngefäß durch ein Blutgerinnsel.

Mit einer Akuttherapie versuchen Ärzte die Durchblutung wiederherzustellen. Durch Gabe von bestimmten Substanzen kann sich das Blutgerinnsel in der Gehirnarterie wieder auflösen (systemische Lyse). Mögliche Nebenwirkungen einer solchen Therapie sind Blutungskomplikationen. Daher wird diese Form der Therapie nur durchgeführt, wenn die Schlaganfallsymptomatik sehr ausgeprägt ist und das Blutungsrisiko des Betroffenen als gering eingestuft wird. In letzten Jahren sind neue Therapiestrategien entwickelt worden. In spezialisierten Zentren führen Neuroradiologen auch sogenannte Thombektomien durch: Über einen Katheter, der über die Leistenarterie bis in die betroffene Gehirnarterie vorgebracht wird, wird das Blutgerinnsel entfernt – wie bei einer Herzinfarkttherapie.

Moderne Schlaganfalltherapie ermöglicht es, das Risiko bleibender Schäden zu verringern. Das Wichtigste beim Erkennen, Handeln und Behandeln ist die Zeit, denn jede Minute zählt: Time is Brain!

 

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Risiko für Vorhofflimmern – Schlaganfall aktiv verhindern

Vorhofflimmern ist die Ursache für 20 bis 25% aller Schlaganfälle. Fast jeden 10. Menschen kann es im Laufe des Lebens treffen. Herkömmlichen Methoden zur Erfassung von Vorhofflimmern, wie Ruhe-EKG und Langzeit-EKG können anfallsartiges Vorhofflimmern häufig nicht erfassen. Weiterhin erschwert wird die Diagnose dadurch, dass eine große Zahl Menschen von Vorhofflimmern dieses subjektiv gar nicht merken. Nicht selten wird Vorhofflimmern erst erkannt, wenn ein Schlaganfall aufgetreten ist.

Sie sollten Ihr individuelles Risiko kennen

Ihr persönliches Risiko sollten Sie, falls vorhanden mit einem Kardiologen oder einer Kardiologie besprechen. Dabei ist es wichtig über die Symptome von Vorhofflimmern gemeinsam zu sprechen. Die Untersuchungsintervalle sollten für die Zukunft festgelegt werden.

Puls auf Regelmäßigkeit tasten

Einen wertvollen Hinweis kann der Puls geben: Ist er absolut unregelmäßig wie bei einem Morse-Code, deutet das auf Vorhofflimmern hin. Die Pulsabfolge kann dann zum Beispiel so aussehen:

__I_I____I__I_____I_I_I___I__I____I

Risikopatienten sollten daher ihren Puls 2x pro Woche tasten.

Alternative Möglichkeiten: die Arrhythmie-Anzeige bei Blutdruck-Selbstmessung oder die 1-Kanal EKG zur Selbstmessung.

Verdacht auf Vorhofflimmern – schnell handeln

Sollten Sie den Verdacht auf Vorhofflimmern haben, dann gehen Sie am besten noch am selben Tag zu einer Ärztin oder einem Arzt, es kann auch der Hausarzt sein.  Hier sollte dann ein EKG geschrieben werden.

Bei der Diagnose von Rhythmusstörungen ist es im Allgemeinen immer sinnvoll eine EKG-Aufzeichnung der Rhythmusstörung zu haben, den kaum ein Kardiologe wird eine gerinnungshemmende Therapie einleiten, ohne dass das Vorhofflimmern schriftlich dokumentiert ist.

……weiter im Selbsthilfekurs.

 

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Schlaganfall – diese Warnsymptome sollten Sie kennen

Bei einem Schlaganfall werden Gehirnfunktionen durch eine gestörte Blutversorgung beeinträchtigt. Weil jedes Blutgefäß ein bestimmtes Gehirnareal versorgt, führt eine Minderdurchblutung zu typischen Ausfällen in eben dieser jeweiligen Region.

Folgende fünf Warnsymptome sind für einen Schlaganfall typisch:

  • Lähmung und Sensibilitätsstörung (z. B. Kribbeln) einer Körperseite
  • Sprachstörungen: Wörter werden nicht verstanden oder richtig ausgesprochen
  • Sehstörungen: kurze Sehstörung auf einem Auge oder Gesichtsfelddefekte, das heisst es werden Gegenstände am Bildrand nicht mehr gesehen
  • Schwindel mit Gangstörungen
  • heftigster, in dieser Form bisher unbekannter Kopfschmerz

Schlaganfall – unterschiedliche zeitliche Verläufe

Die Funktionsstörungen des Gehirns können vorübergehend für wenige Minuten oder anhaltend auftreten. Daher unterscheiden wir unterschiedliche Verläufe. Der Schlaganfall tritt plötzlich ein, kann in der Folge aber sehr dynamisch sich entwickeln.

Daher sprechen wir von einer transitorisch ischämischen Attacke kurz TIA, wenn die Symptome nur kurzfristig auftreten, in der Regel einige Minuten und sich komplett rückbilden. Im Gegensatz bestehen bei einem vollendeten Schlaganfall die Symptome länger als 24 Stunden, Gehirngewebe ist bereits untergegangen. Bei einem sogenannten progressiven Schlaganfall kommt es im Verlauf zu einer zunehmenden Symptomatik und Beeinträchtigung.

Schlaganfall – schnelles Handeln wichtig

Da wir bei Beginn der Symptomatik nicht wissen, zu welchem Verlauf es kommt, sollten wir schnell handeln.

Um Schlimmeres zu vermeiden, sind deshalb folgende Dinge überaus wichtig:

  • Erkennen Sie die Vorboten bei sich und anderen!  TIA sind Vorboten für einen kompletten Hirninfarkt.
  • Suchen Sie folglich auch bei kurzer Symptomatik (z. B. Sehverlust eines Auges für wenige Minuten) sofort ärztliche Hilfe auf
  • Frühe effektive Therapie kann Spätschäden verhindern

Die moderne Schlaganfalltherapie kann in vielen Fällen bleibende Schäden verhindern. Wichtig ist dabei der Faktor Zeit. Das heisst je früher wir Symptome erkennen und entsprechend handeln, um so grösser der Therapieerfolg. Der erste Schritt zur Hilfe muss vom Betroffenen selbst oder von weiteren Anwesenden ausgehen, nur so kann ihm die Therapie zur Hilfe kommen. Gerade beim Schlaganfall kommt den Mitmenschen eine wichtige Rolle zu. Schlaganfallpatienten bemerken häufig ihre Ausfallerscheinungen nicht, in der medizinischen Fachsprache nennen wir das neglect. Bemerken Sie bei Ihren Mitmenschen Auffälligkeiten, so handeln Sie bitte konsequent. Falls Sie unsicher sind, ob Symptome eines Schlaganfall vorliegen, kann Ihnen der FAST-Test helfen. Dies ist ein sehr einfach durchzuführender Test, der, falls nur ein Kriterium auffällig ist, zuverlässig einen Schlaganfall erkennt.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Wählen Sie daher im Zweifel stets die 112!

 

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Wenn Vorhofflimmern auftritt, ist die Muskulatur des Vorhofs zum Stillstand gekommen. Das führt dazu, dass das Blut im Vorhof nicht mehr richtig durchmischt wird.

Im sogenannten Vorhofohr des linken Vorhofs können sich dann Blutgerinnsel bilden, die sich lösen und als Embolie in den Körperkreislauf gelangen. Schätzungsweise 90 % der kardialen Embolie erreichen das Gehirn und lösen dort eine Durchblutungsstörung aus.

Die Folgen reichen von flüchtigen Schäden wie Sehstörungen auf einem Auge bis hin zum Schlaganfall mit bleibenden neurologischen Schäden.

 

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Das Herz ist der Hauptmotor des Kreislaufes. Wenn es schwächelt, ist das also ein großes Problem: Die Herzinsuffizienz („Herzschwäche“) ist die Unfähigkeit des Herzens, das vom Körper benötigte Herzminutenvolumen (l/min) in den Kreislauf zu pumpen.

In Deutschland ist die Herzinsuffizienz der häufigste Grund für eine Krankenhausaufnahme und eine führende Todesursache. Die Ursachen für die Erkrankung können Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck oder auch ein Herzinfarkt sein.

Bemerkbar macht sich die Herzinsuffizienz durch Symptome wie Luftnot, Beinödeme, Leistungsschwäche oder nächtliches Wasserlassen.

 

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Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine chronische arterielle Durchblutungsstörung. Vor allem die Becken-Beinarterien sind davon betroffen.

Zu den Risikofaktoren zählen:

  • Alter
  • Rauchen
  • Diabetes mellitus
  • männliches Geschlecht
  • Bluthochdruck
  • Cholesterinerhöhung

Symptome treten erst auf, wenn eine Beinarterie mehr als 75 % verengt ist (Stenose). Hinter der Engstelle kommt es zu einem deutlichen Blutdruckabfall.

Es gibt verschiedene Stadien der pAVK:

  • Stadium I: strukturelle Veränderungen ohne Symptome
  • Stadium II: belastungsabhängige Muskelschmerzen nach einer bestimmten Gehstrecke zwingen immer wieder zum Stehenbleiben („Schaufensterkrankheit“)
  • Stadium III: zusätzlich Schmerzen bei Ruhe
  • Stadium IV: zusätzlich Heilungsstörungen bei offenen Wunden

Die pavK ist eine sogenannte Indikator-Erkrankung. Das heißt: In der Regel sind bei Betroffenen nicht nur die Arterien der Beine verengt, sondern gleichzeitig auch Arterien, die Hirn und Herz versorgen.

 

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Nitro Spray – hilft Ursachen der  Angina pectoris zu unterscheiden

Nitro Spray ist nicht nur ein bewährtes Medikament, um stabile Brustschmerzen (Angina pectoris bei Koronarer Herzkrankheit) zu behandeln. Es eignet sich auch sehr gut, um die Frage nach dem Ursprungsort der Beschwerden zu beantworten: “Ist es jetzt die Wirbelsäule oder ist es doch das Herz?” Hier ist die Anwendung des Nitro Spray Tests eine wertvolle Hilfe bei der Diagnosefindung.

Verschiedene Ursachen für Brustdruck und Brustschmerz

Brustschmerzen und Brustdruck können verschiedene Ausgangspunkte haben: zum Beispiel ein eingeklemmter oder gereizter Nerv der Wirbelsäule (häufig), muskuläre Verspannungen (häufig), eine meist entzündliche Reizung des Lungen- bzw. Rippenfells, der sogenannten Pleura, oder die Speiseröhre. Ist eine Herzkranzarterie verkalkt, dann kann das vermittelt über Durchblutungsstörungen des Herzmuskels Brustdruck auslösen.

Nitro Spray hilft bei Durchblutungsstörungen des Herzens

Nitro ist das älteste Medikament, um Brustdruck bei Herzdurchblutungsstörungen zu lindern. Indem es die Körpervenen weitstellt, muss das Herz weniger Blut aufnehmen – und wird dadurch entlastet. Deswegen verringert sich die Wandspannung und das Herz kann besser durchblutet werden. Darüber hinaus verringern Nitropräparate Gefäßkrämpfe, was den Durchfluss durch die Herzkranzarterien verbessert.

Nitro Spray richtig anwenden

Für den Nitro Spray-Test nimmt man das Medikament beim ersten Mal am besten im Sitzen ein, denn die Nitro-Akutpräparate können in seltenen Fällen zu Blutdruckabfall führen. Das wiederum verursacht Benommenheit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Sie sprühen zwei Hübe Nitrospray in den Mund oder Sie zerbeißen eine Nitrokapsel. Wichtig ist dabei, den Mund für zirka 30 Sekunden geschlossen zu halten und nicht zu schlucken. Über drei bis fünf Minuten sollten Sie nicht sprechen. Die Wirkung von Nitro setzt nach maximal 5 Minuten ein. Der Wirkungsbeginn ist häufig mit leichten Kopfschmerzen verbunden.

Nitropräparate dürfen nicht in Verbindung mit sog. PDE-Hemmern, Viagra & Co. angewendet werden. Das kann zu schweren Kreislaufstörungen bis hin zum Herzinfarkt mit den bekannten Folgen führen.

Nitro Spray-Test bei Brustschmerzen in Ruhe

Führen Sie die Nitro-Einnahme wie oben angegeben durch. Verschwindet der Brustdruck innerhalb von ca. fünf Minuten, dann ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels hochwahrscheinlich.

Hält der Brustdruck mehr als fünf Minuten an und ist MIT Zusatzsymptomen, zum Beispiel Luftnot, Ausstrahlung in andere Körperregionen wie Schulter oder Arm, Gesichtsblässe, Kaltschweißigkeit, Unruhe oder Angst verbunden, dann kann es sich um einen ablaufenden Herzinfarkt handeln. In diesem Fall sollten Sie die Rettungskette der Akutmaßnahmen aktivieren und den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

Hält der Brustdruck mehr als fünf Minuten an OHNE Zusatzsymptome, dann sind Durchblutungsstörungen des Herzens unwahrscheinlich. Sie sollten dann überprüfen, ob die Schmerzen von Bewegungen abhängen und den Schmerzmittel-Gegentest durchführen.

In seltenen Fällen kann auch mal eine Verkrampfung der Speiseröhre auftreten. Dieser kann auch durch Nitrospray gelöst werden. In der Regel kennen die betroffenen Menschen diese Ursache und können den Schmerz der Speiseröhre richtig zuordnen, z.B. durch ein Schluckmanöver, was in der Regel eine Intensivierung  Schmerzen zur Folge hat. Im Zweifel sollten Sie dieses Befunde mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen.

Der Schmerzmittel-Gegentest bei Brustschmerzen in Ruhe

Durchblutungsstörungen des Herzmuskels reagieren nicht auf Schmerzmittel.

Führen Sie bei Ruhebeschwerden, die nicht auf den Nitro-Test reagieren, und bei denen die Zusatzsymptome eines Herzinfarktes NICHT bestehen, den Schmerzmittel-Gegentest durch. Dafür nehmen Sie ein Schmerzmittel, zum Beispiel 1000 mg Aspirin oder 600 mg Ibuprofen. Die Wirkung tritt in der Regel nach 30 bis 45 Minuten ein.

Verschwinden die Brustschmerzen, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Veränderung der Wirbelsäule oder eine Muskelverspannung. Gelegentlich kann auch die Pleura, zum Beispiel in Verbindung mit einer Lungenentzündung, ursächlich sein. Eine sehr seltene Ursache ist die Herzbeutelentzündung, welche auch auf Schmerzmittel reagiert.

Nitro Spray Test bei regelhaftem Brustdruck unter Belastung

Bei einer sogenannten stabilen Anginaschwelle ist ausschließlich eine fest verkalkte Engstelle der Grund für eine Durchblutungsstörung. Der Brustdruck tritt immer bei der gleichen Belastungsstufe auf, z.B. nach einer Etage Treppensteigen. Führen Sie den Nitro Spray-Test durch. Sind Sie jetzt besser belastbar und der Brustdruck macht sich erst nach stärkerer Belastung bzw. gar nicht mehr bemerkbar (z.B. erst nach zwei Treppenetagen), dann ist eine Durchblutungsstörung wahrscheinlich.

Nitro-Test bei unregelhaftem Brustdruck unter Belastung

Bei einer verkalkten Engstelle einer Herzkranzarterie kann neben dem fixiert verkalkten Anteil ein zusätzlicher Gefäßkrampf die Durchblutungsstörung verstärken. Der Gefäßkrampf wird meistens über das vegetative Nervensystem und Adrenalin vermittelt. Die Anginaschwelle kann so schwanken, etwa in Abhängigkeit von der Tageszeit (morgens schlechter als abends) oder der Witterung (bei Kälte schlechter als bei Wärme). Die Anginaschwelle ist besonders häufig am Morgen niedrig. Sie können dann zum Beispiel anstatt einer nur noch eine halbe Treppenetage ohne Brustdruck erklimmen.

Nun führen Sie den Nitro-Test durch. Tritt der Brustdruck jetzt wieder bei der gewohnten Belastungsstufe, z.B. nach einer Treppenetage, auf, dann ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels wahrscheinlich. Falls sich die variable Belastbarkeit durch Angina pectoris innerhalb der letzten vier Wochen geändert hat (häufiger, intensiver, neu mit Ausstrahlung, eventuell auch in Ruhe), dann kann auch die Zu- und Abnahme eines Blutgerinnsels in einem Herzkranzgefäß dahinterstecken. Hierbei kann es sich um eine instabile Angina pectoris handeln. Sie ist ein möglicher Vorbote eines Herzinfarktes. Jetzt sollten Sie zeitnah ärztliche Hilfe suchen.

Nitro Spray-Test: Vorgehen mit dem Kardiologen abstimmen

Sie sollten vor dem ersten Nitro Spray-Test das Vorgehen mit Ihrem Kardiologen besprechen. Er kann Ihre Beschwerden vielleicht schon einordnen und hält es für sinnvoll, bereits jetzt schon weitere diagnostische Maßnahmen einzuleiten.

Ist bei Ihnen eine Koronare Herzkrankheit bekannt, dann können Sie den Nitro Spray-Test immer wieder mal durchführen. So stellen Sie fest, ob sich Ihre Leistungsfähigkeit verschlechtert hat. Sollte das der Fall sein, dann besprechen Sie die Befunde mit Ihrem Kardiologen.

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Angina pectoris – verursacht durch enge Herzkranzarterie

Eine Verengung einer Herzkranzarterie, eine sog. Stenose kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Erst ab einem Einengungsgrad von 60% verursacht eine Stenose bei Belastung Symptome, wie z.B. Brustenge, die sog. Angina pectoris. Symptome werden dabei durch eine Durchblutungsstörung, eine sog. Ischämie des Herzmuskels verursacht.

Angina pectoris – die Spitze des Eisbergs

Bevor Angina pectoris auftritt ist schon eine ganze Kaskade von Veränderungen im Herzen abgelaufen.

Sauerstoffbedarf > Sauerstoffangebot

Am Anfang steht eine mindestens 60%-ige Engstelle einer Herzkranzarterie. Bei körperlicher Belastung steigen Blutdruck und Herzfrequenz, das Herz muss mehr arbeiten. Das bedeutet, dass der Bedarf des Herzmuskels an Sauerstoff und anderen Nährstoffen steigt.

Da nun aber die verengte Herzkranzarterie nicht so schnell nährstoffreiches Blut nachliefern kann, entsteht ein Missverhältnis aus Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot. Folglich können die Stoffwechselprozesse in den Herzmuskelzellen nicht mehr so gut funktionieren, der Beginn der ischämischen Kaskade.

Füllungsstörung des Herzens

Als Folge der gestörten Stoffwechselprozesse wird das Herz als erstes nun steifer, es verhärtet sich gewissermaßen. Folglich kann es sich nicht mehr richtig mit Blut füllen und es können sich geringe Mengen an Blut in die Lunge zurückstauen.

In der Regel nehmen Sie das als Symptom noch nicht wahr, da die Veränderung wirklich minimal ist. Allerdings können wir diese verborgenen Phänomene im Herzkatheter und im Herzultraschall sichtbar machen.

Pumpstörung des Herzens

Nimmt die Ischämie weiter ihren Lauf, dann folgt der Füllungsstörung die Pumpstörung des Herzmuskels. Typischerweise pumpt der Abschnitt des Herzmuskels, der von der engen Herzkranzarterie versorgt wird, dann zunehmend weniger. Andere Wandabschnitte, die gut mit Blut versorgt werden, pumpen hingegen mit zunehmender Belastung immer kräftiger. Wir können diese regional begrenzte Pumpstörung eines Wandabschnitts des linken Herzmuskels sehr gut in der Stressechokardiografie beobachten.

EKG-Veränderungen

Verhältnismäßig spät treten die EKG-Veränderungen auf. Diese können wir dann z.B. beim Belastung-EKG feststellen. Das späte Auftreten erklärt z.T. auch warum das Belastung-EKG bei dem Nachweis einer engen Herzkranzarterie nur eine Genauigkeit von 60-75% hat.

Angina pectoris

Und jetzt, erst jetzt tritt die Angina pectoris hervor. Fast immer wird sie begleitet von Luftnot und Leistungsschwäche, Füllungsstörung und Pumpstörung kommen jetzt voll zum Tragen. Das erklärt auch, dass ca. 66% aller Durchblutungsstörungen in der Langzeit-ST-Strecken-Analyse keine Brustenge verursachen. Folglich, wenn Angina pectoris auftritt, dann ist sie meistens Folge einer länger andauernden Durchblutungsstörung, und nur die Spitze eines großen ischämischen Eisbergs.

Angina pectoris – Schutzengel vor einem Herzinfarkt

Mit dem Symptom Angina pectoris steht Ihnen ein Warnsystem zur Verfügung. Symptome sind quasi wie Schutzengel. Gerade vor einem Herzinfarkt bzw. bei einem ablaufenden Herzinfarkt kann Angina pectoris lebensrettend sein.

Allerdings haben zahlreiche Menschen trotz vieler Engstellen in den Herzkranzarterien auch bei schwerer Belastung keine Angina pectoris. Kurzum, wenn Sie Symptome haben, dann sind Sie schon einmal ganz gut geschützt, wenn Sie keine Symptome haben, dann können Sie sich nicht darauf verlassen, dass die Herzkranzarterien frei sind.

Diese Zusammenhänge sind auch der Grund, weshalb Sie als Risikopatient für einen Herzinfarkt bzw. auch bei bekannten Veränderungen an den Herzkranzarterien regelmäßige Untersuchung bei einer Kardiologie bzw. einem Kardiologen durchführen sollten. Hier stehen uns mit Belastungs-EKG, Stressechokardiografie, Herz-MRT, und Myokardszintigrafie Methoden zur Verfügung, die uns eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels wesentlich früher anzeigen als das Symptom Angina pectoris.

? Nesto RW et al. Am J Cardiol. 1987; 59: 23C–30C

 

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