In Westeuropa kommt Vorhofflimmern bei 1 bis 2 % der Bevölkerung vor. Vorhofflimmern erhöht das Schlaganfallrisiko um das 5-fache! Mit zunehmendem Alter tritt es häufiger auf, bei Herz-Kreislauferkrankungen ist das Risiko besonders hoch.

Risikopatienten und Menschen ab dem 60. Lebensjahr können ganz einfach vorsorgen: Sie sollten regelmäßig ihren Puls auf Unregelmäßigkeit überprüfen – ein Symptom für Vorhofflimmern. Ist das der Fall, muss der Arzt bzw. die Ärztin aufgesucht werden, um die mögliche Diagnose über das EKG zu sichern.

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Wenn Vorhofflimmern auftritt, ist die Muskulatur des Vorhofs zum Stillstand gekommen. Das führt dazu, dass das Blut im Vorhof nicht mehr richtig durchmischt wird.

Im sogenannten Vorhofohr des linken Vorhofs können sich dann Blutgerinnsel bilden, die sich lösen und als Embolie in den Körperkreislauf gelangen. Schätzungsweise 90 % der kardialen Embolie erreichen das Gehirn und lösen dort eine Durchblutungsstörung aus.

Die Folgen reichen von flüchtigen Schäden wie Sehstörungen auf einem Auge bis hin zum Schlaganfall mit bleibenden neurologischen Schäden.

 

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Wenn Sie bei einem Mitmenschen einen Schlaganfall vermuten, führen Sie den FAST-Test durch! Die einzelnen Schritte zeigen wir Ihnen im Folgenden.

  1. F(ace) = Gesicht: Bitten Sie die Person zu lächeln! Eine einseitige Verziehung des Gesichts deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
  2. A(rms) = Arme: Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen! Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, ein Arm sinkt oder dreht sich.
  3. (S)peech = Sprache: Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen! Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt wahrscheinlich eine Sprachstörung vor.
  4. (T)ime = Zeit: Wählen Sie unverzüglich die 112 (Europa) und schildern Sie die Symptome!

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Vorhofflimmern kann zu Symptomen führen wie zum Beispiel Leistungsschwäche, Luftnot und Unruhegefühl. Allerdings tritt es in den meisten Fällen – zu ca. 70 % – ohne Symptome auf. Deswegen wird es häufig erst bei einem gravierenden Folgeereignis (z. B. ein Schlaganfall) erkannt.

Bei vermutetem Vorhofflimmern bzw. bei Risikopatienten setzt der Arzt bzw. die Ärztin neben dem Ruhe-EKG (Aufzeichnung 30 bis 60 Sekunden) ein Langzeit-EKG über bis zu 7 Tage ein oder implantiert in seltenen Fällen einen sogenannten Event-Recorder. Damit lässt sich neben dem permanenten auch besser das diskontinuierlich auftretende (paroxysmale) Vorhofflimmern identifizieren.

 

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48 Stunden nach Einsetzen von Vorhofflimmern steigt auch das Risiko für einen Schlaganfall – eine akute Therapie ist gefragt. Sie hat vier Hauptangriffspunkte:

  1. Schlaganfall verhindern: Dafür erhalten Betroffene zunächst meist blutverdünnende Medikamente.
  2. Symptome verringern: Eine zu schnelle Herzfrequenz kann mit Medikamenten reguliert werden, bei zu schneller Herzfrequenz kommt in seltenen Fällen ein Schrittmacher zum Einsatz.
  3. Auslöser erkennen und beheben: Im Idealfall entdeckt der Arzt bzw. die Ärztin die Ursache (z. B. eine Schilddrüsenüberfunktion) und kann sie beheben.
  4. Vorhofflimmern beseitigen: Häufig helfen Medikamente, manchmal ist auch eine Elektroschock-Therapie in Kurznarkose nötig.
  5. Eine elektrische Kardioversion wird in Kurznarkose durchgeführt und ist in über 90% der Fälle erfolgreich

Erfolgreiche elektrische Kardioversion:

 

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Vorhofflimmern (VHF) kann unterschiedlich aussehen. Es kann zum Beispiel spontan enden, aber auch andauern. Bei letzterem Verlauf kann die sogenannte Elektrische Kardioversion Abhilfe schaffen. Dabei werden unter Kurznarkose EKG-synchronisierte Elektroschocks an den Patienten abgegeben.

Die Erfolgsquote dieser Therapie liegt bei über 95 Prozent, zudem ist sie ambulant möglich. Besteht das VHF seit mehr als 48 Stunden, werden vor der Kardioversion 3 Wochen lang blutverdünnende Mittel verabreicht oder alternativ Blutgerinnsel durch ein spezielles Ultraschallverfahren ausgeschlossen. Wenn das VHF schon seit über einem Jahr auftritt, ist die Kardioversion in der Regel leider nicht mehr erfolgreich.

Nach dem Eingriff erhält der Patient mindestens für weitere 4 Wochen blutverdünnende Mittel und eine individuelle Therapie, um neues Vorhofflimmern zu vermeiden.

Erfolgreiche elektrische Kardioversion:

 

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20 bis 25 % aller Schlaganfälle werden durch Vorhofflimmern verursacht – das sind zwischen 40.000 und 60.000 Schlaganfälle jährlich in Deutschland.

Und so entsteht ein Schlaganfall bei Vorhofflimmern:

  • die mechanische Kontraktion der Vorkammer bleibt aus
  • durch das „stehende Blut“ bildet sich ein Blutgerinnsel in der linken Vorkammer und im Vorhofohr
  • das Blutgerinnsel „schwimmt“ in eine Gehirnarterie
  • die Gehirnarterie wird verstopft, Gehirngewebe stirbt ab

Patienten mit Vorhofflimmern können vorbeugend behandelt werden mit blutverdünnenden Medikamenten. Sie verringern das Schlaganfallrisiko um mehr als 66 %, gehen aber auch mit Blutungen einher. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Analyse führt fast immer zur Empfehlung einer blutverdünnenden Therapie. Wichtig ist: Weil sich ein Gerinnsel schon nach 48 Stunden bilden kann, sollte die Behandlung bei einem neu diagnostizierten Vorhofflimmern sofort eingeleitet werden.

 

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