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Hitzekollaps, Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzschlag – ein zunehmendes Problem

Hohe klimatische Außentemperaturen werden in der Zukunft sehr wahrscheinlich ein zunehmendes gesundheitliches Problem darstellen. Das gilt sowohl für Deutschland als auch für viele beliebte Reiseländer. Bei Flugreisen in warme Länder konfrontieren der plötzliche Klimawechsel und der Zeitzonenwechsel den Körper mit zusätzlichen Problemen. Das Risiko für akute Hitzeerkrankungen bis hin zum Hitzenotfall ist somit erhöht.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Hitzeerkrankungen sind bei hohen Außentemperaturen das A und O, um Ihre körperliche und geistige Gesundheit aufrechtzuerhalten. Nichtsdestotrotz kann auch bei aller Achtsamkeit dann doch einmal eine akute Hitzeerkrankung bei Ihnen oder einem Mitmenschen auftreten.

Folglich ist es für Sie sinnvoll, die Schweregrade von akuten Hitzeerkrankungen voneinander abzugrenzen. So ergreifen Sie dann für sich oder andere Menschen die richtigen Maßnahmen. Das gilt vor allen Dingen dann, wenn es sich um einen potenziell tödlichen Hitzenotfall wie den Hitzschlag handelt.

Erhöhte Körpertemperatur – Wärme abgeben und Wärme bilden

Zur Wärmeabgabe bei erhöhter Körpertemperatur gibt es folgende Mechanismen:

  • physikalische Abstrahlung
  • Steigerung der Hautdurchblutung
  • Abatmen von warmer Luft
  • Schwitzen

Die Feinregulation der Wärmeabgabe erfolgt im Normalfall über die Steuerung der Durchblutung. Schwitzen ist ein Reservemechanismus.

Was sind die wesentlichen Gründe dafür, dass sich Ihr Körper aufheizt und es sogar zum Notfall kommen kann? Hier müssen wir in erster Linie nennen:

  • Trinkmenge
  • Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit
  • körperliche Aktivität

Die Trinkmenge spielt dabei eine besonders große Rolle. Um den Reservemechanismus „Schwitzen“ aufrechtzuerhalten, ist sie von kritischer Bedeutung.

Hitzenotfall – unterschiedliche Schweregrade

Hitzeerkrankungen haben unterschiedliche Formen bzw. Schweregrade. Sie unterscheiden sich dabei auch darin, wie notwendig eine ärztliche Behandlung ist. Wir unterscheiden Hitzekollaps, Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. Dabei ist der Hitzschlag immer ein Notfall, der sofort ärztlich behandlungspflichtig ist.

Grundsätzlich gilt: Aus jeder symptomatischen Überwärmung Ihres Körpers kann sich ein dringlicher Notfall entwickeln, falls Sie nicht die richtigen kühlenden Maßnahmen ergreifen.

Hitzekollaps – zu geringe Trinkmenge bei sommerlichen Temperaturen

Beim Hitzekollaps ist eine zu geringe Trinkmenge, d.h. ein zu geringer Gehalt an „Hydraulikflüssigkeit“ in Ihren Blutgefäßen das Hauptproblem. Erweitern sich bei erhöhten Außentemperaturen dann noch kurzfristig Ihre Blutgefäße, dann fällt der Blutdruck zu stark ab. Die Folgen reichen von Benommenheit bis hin zur Ohnmacht.

Die Temperatur an Kopf und Körper muss nicht zwingend erhöht sein. Wer die Beine hochlagert, also die sogenannte Schocklage einnimmt, erzielt rasch einen besseren Zustand.

An akuten Maßnahmen sollten Sie beim Hitzekollaps die Beine hochlagern, 600 bis 900 ml zusätzlich trinken und sich vorübergehend im Kühlen aufhalten. Körperliche Belastung gilt es vorübergehend zu vermeiden.

Wenn Sie diese Maßnahmen beachten, dann ist der Hitzekollaps als harmlos einzustufen. Halten Sie sich nicht daran, kann sich aus einem Hitzekollaps auch einmal eine Hitzeerschöpfung mit gravierenden Konsequenzen entwickeln

Sonnenstich – tückisch durch späte Symptome

Definitionsgemäß ist der Sonnenstich die Folge einer thermischen Reizung der Hirnhäute durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf. Diese physikalische Reizung zieht eine Abheilungsreaktion mit Entzündungszellen nach sich, welche nach  dem Verschwinden des Hitzereizes fortbestehen bzw. sich verschlimmern kann.

Sonnenstich – heißer Kopf plus normale Temperatur am Körperstamm

In Abgrenzung zu den anderen Hitzesyndromen ist beim Sonnenstich nur die Temperatur am hochroten und heißen Kopf erhöht. Die Temperatur am Körper selbst bleibt normal. Als betroffener Mensch haben Sie dann das Erscheinungsbild einer glühenden Zigarette. Um Ihren subjektiven Eindruck zu bestätigen, können Sie die Ohrtemperatur mit der rektal gemessenen Temperatur im Enddarm vergleichen: Am Kopf ist die Temperatur deutlich höher.

Das Risiko für einen Sonnenstich ist durch die direkte Sonnenexposition des Kopfes erhöht. Zum Beispiel bei fehlender Kopfbedeckung, dünnem beziehungsweise fehlendem Haar sowie bei eingeschränkter Thermoregulation, z.B. bei Kindern und Senioren.

Sonnenstich – Symptome mit niedrigem und hohem gesundheitlichem Risiko unterscheiden

Die Symptome des Sonnenstichs sind:

  • hochroter, heißer Kopf
  • normale Temperatur an Körperstamm und Extremitäten
  • Unruhe, Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit (HR)
  • Übelkeit (HR), Erbrechen (HR)
  • Benommenheit, Ohnmacht (HR), Krampfanfälle des Gehirns (HR)
  • gesteigerte Herzfrequenz

Insbesondere dann, wenn Ihr Gehirn bedroht ist, besteht ein besonders hohes Risiko (HR) für Ihre Gesundheit.

Sonnenstich – Erstmaßnahmen und Dringlichkeit für ärztliche Hilfe

Bei Hochrisikosymptomen (= HR) bei Jugendlichen und Erwachsenen bzw. bei ALLEN Kleinkindern und Senioren liegt ein Notfall vor. Sie sollten hier 112 verständigen.

Jugendliche und Erwachsene, die keine Hochrisikosymptome haben, können zunächst mit allgemeinen (siehe unten) und spezifischen Erstmaßnahmen bei Sonnenstich behandelt werden.

Bei den spezifischen Maßnahmen geht es vor allen Dingen um das Kühlen des Kopfes. Sie sollten den gesamten Kopf mit feuchten Tüchern kühlen, da ja die gesamte Hirnhaut entzündlich gereizt ist. Zusätzlich kann eine kühlende Dusche durchgeführt werden. Ein längerer Aufenthalt in einem kühlen Raum ist sinnvoll.

Verschlechtert sich der Zustand innerhalb von 20 bis 30 Minuten, dann rufen Sie unter 112 den Notarzt. Sollte er nicht besser werden, dann rufen Sie den ärztlichen Notdienst unter 116 117.

Auch wenn der Kopf abkühlt und sich die Beschwerden verbessern, kann zeitlich verzögert eine Verschlimmerung auftreten. Das kann mit gravierenden Folgen, z.B. einem Krampfanfall, verbunden sein. Daher gilt es gerade nach einem Sonnenstich den Betroffenen engmaschig zu beobachten.

Hitzeerschöpfung – heiße und FEUCHTE Haut

Bei der Hitzeerschöpfung ist der ganze Körper erhitzt und Temperaturanstiege auf über 39 Grad Celsius sind möglich. Ab 39 Grad Celsius Körpertemperatur droht der Übergang in einen Hitzschlag, Symptome treten allerdings auch schon unterhalb von 39 Grad Celsius auf.

Wichtig ist, dass Sie bei Hitzeerschöpfung eine feuchte und heiße Haut haben, was durch das starke Schwitzen bedingt ist. Somit sind die Ausgleichmechanismen zur Wärmeabgabe bei der Hitzeerschöpfung noch intakt.

Hitzeerschöpfung – Flüssigkeitsmangel und kritisch geringes Körperwasser

Ausgangspunkt für eine Hitzeerschöpfung ist meistens ein gravierender Flüssigkeitsmangel durch eine zu geringe Trinkmenge. Für Ihren Körper liegt die kritische Grenze bei einem Defizit von 12 % an Körperwasser. Bei einer chronisch geringen Trinkmenge und gleichzeitig gesteigerter Verdunstung über die Schleimhäute bzw. durch das Schwitzen kann die kritische Grenze bei hohen Außentemperaturen schnell erreicht werden.

Durch den so verringerten Flüssigkeitsgehalt Ihres Körpers sinkt die Wärmeleitfähigkeit von Gewebe und Wärme kann schlechter abgegeben werden. Sie werden somit bei der Wärmeabgabe zunehmend vom Reservemechanismus Schwitzen abhängig. Das bedeutet einen weiteren Verlust an Körperflüssigkeit. Der Körper heizt sich so selbst zunehmend auf.

Bei nun zunehmend verringerter Flüssigkeit in den Blutgefäßen nimmt jetzt auch die Durchblutung ab und die Wärmeabgabe wird dadurch weiter reduziert. Der Körper heizt sich noch mehr auf. Es droht der Übergang in den Hitzschlag.

Hitzeerschöpfung – Symptome einer drohenden kompletten Erschöpfung

Die Symptome der Hitzeerschöpfung sind:

  • feuchte und heiße Haut
  • schneller und flacher Puls (erhöhte Wärmeabgabe über Kreislauf)
  • flache und schnelle Atmung (erhöhte Wärmeabgabe über Ausatemluft)
  • körperliche Schwäche
  • Benommenheit bis hin zum kurzzeitigen Kreislaufkollaps
  • Verwirrtheit bis Apathie (HR)
  • Übelkeit und Erbrechen (HR)
  • Krampfanfall (HR)

Hitzeerschöpfung – im Zweifel den Notarzt rufen

Ärztliche Hilfe ist hier ähnlich dringend wie beim Sonnenstich.

Bei Kleinkindern und Senioren sollten Sie in jedem Fall den Rettungsdienst unter 112 verständigen. Denn bei diesen Menschen wissen Sie meistens nicht, wohin sich die Symptome entwickeln und ihre Widerstandskraft ist einfach geringer. Daher sollten Sie hier immer die Rettungskräfte informieren.

Jugendlichen und Erwachsenen können Sie bis auf Personen mit Hochrisikosymptomen (HR) mit allgemeinen Maßnahmen (siehe unten) helfen. Sie müssen hier allerdings besonders schnell und konsequent sein, denn der lebensbedrohliche Hitzschlag droht.

Wir in der Cardiopraxis halten gerade bei der Hitzeerschöpfung aktive kühlende Maßnahmen des Gehirns für sehr wichtig: mit Cold-Packs an Halsvorderseite und im Nacken bzw. vorher auch eine kühlende Dusche. Das Hochlagern der Beine beugt dem drohenden Kreislaufzusammenbruch vor.

Sollte es innerhalb von 20 bis 30 Minuten nicht zu einer Besserung kommen, dann verständigen Sie in jedem Fall den Notarzt.

Hitzschlag – heiße und TROCKENE Haut

Beim Hitzschlag ist der ganze Körper erhitzt und es werden schrittweise Werte von über 41 Grad Celsius erreicht. Der Unterschied zur Hitzeerschöpfung ist, dass Sie nicht mehr schwitzen, sondern Ihre Haut ist heiß und trocken. Das bedeutet, dass die wesentlichen Ausgleichmechanismen der Thermoregulation nicht mehr funktionieren.

Das Schwitzen wird ungefähr ab einer Körpertemperatur von 39 Grad Celsius eingestellt. Das Risiko für einen Hitzschlag wird durch eine hohe Luftfeuchtigkeit gesteigert, weil der Körper dann schlechter Wärme durch Schwitzen abgeben kann.

Des Weiteren können Medikamente Ihre Körpertemperatur unabhängig von der Außentemperatur steigern. So können z.B. Betablocker und Diuretika zu einem erhöhten Risiko beitragen.

Hitzschlag – hohes Risiko für Hirnödem und Atemstillstand

Durch das Versagen der sogenannten Bluthirnschranke tritt beim Hitzschlag Flüssigkeit aus dem Blutgefäßraum in das Gehirngewebe über. So entwickelt sich ein vasogenes Hirnödem. Sie laufen jetzt Gefahr, dass sich der Hirnstamm einklemmt, was wiederum einen Atemstillstand und Kreislaufversagen zur Folge hat.

Typischer und nicht-typischer Hitzschlag

Wir unterscheiden einen typischen passiven Hitzschlag von einem nicht-typischen aktiven Hitzschlag. Das ist sehr wichtig, gerade für Menschen, die in warmer Umgebung körperlich aktiv sind.

Typischer Hitzschlag

Typischer „passiver“ Hitzschlag. Beim typischen passiven Hitzschlag erwärmt sich der Körper überwiegend passiv durch die hohen Außentemperaturen. „Typisch“ bedeutet hier, dass hohe Außentemperaturen eine wesentliche Voraussetzung sind. „Passiv“ bedeutet, dass Sie überwiegend körperlich inaktiv sind.

Das ist ungefähr so, als ob Sie einen Kessel Wasser auf den Herd stellen und eine feste Temperatur von z.B. 150 Grad Celsius einstellen. Sie können nun schrittweise verfolgen, wie das Wasser sich erwärmt bis zum Kochen: Erst bilden sich Bläschen, dann steigt Dampf auf, schließlich brodelt das Wasser richtig. Ähnlich verhält es sich bei einem typischen „passiven“ Hitzschlag, Sie können beobachten, wie sich die Symptome schrittweise entwickeln. So haben Sie Zeit zu reagieren.

Das Risiko ist bei Kindern, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen bzw. Medikamenteneinnahmen besonders hoch. Die Sterblichkeit beträgt beim typischen Hitzschlag 5 %.

Nicht-typischer Hitzschlag

Nicht-typischer „aktiver“ Hitzschlag. Beim nicht-typischen „aktiven“ Hitzschlag gibt es neben erhöhten Außentemperaturen noch einen weiteren Grund für eine gesteigerte Körpertemperatur: körperliche Aktivität. Meistens spielt auch noch eine Wärme-isolierende Kleidung eine Rolle.

So kann diese Form des Hitzschlags auch schon bei moderaten Außentemperaturen, z.B. von 25 Grad Celsius, vorkommen. „Nicht-typisch“ bedeutet folglich, dass hohe Außentemperaturen keine zwingende Voraussetzung sind. „Aktiv“ wiederum meint, dass körperliche Aktivität entscheidend zum Problem beiträgt.

Diese Form des Hitzschlages ist besonders tückisch, da sie auch bereits bei vergleichsweise geringen Außentemperaturen von 20 bis30 Grad Celsius auftreten kann. Durch die körperliche Aktivität entwickeln sich Symptome sprunghaft und plötzlich ist er da, der Hitzschlag. Das Stadium der Hitzeerschöpfung wird meistens rasch übersprungen und gerade bei „wärmender“ Kleidung sind kritische Körpertemperaturen von 41 Grad Celsius schnell erreicht.

Ein hohes Risiko haben vor allem Leistungssportler und hier insbesondere ambitionierte Amateure bzw. Semi-Professionelle. Prädestiniert sind Sportarten mit gepolsterten Uniformen und Helmen (z.B. American Football). Aber auch von den Ausdauersportarten wie z.B. Laufen und Radfahren werden immer wieder Todesfälle berichtet.

Selbstverständlich ist auch bei schwerer körperlicher Arbeit, z.B. auf Baustellen oder an Hochöfen, die Gefahr eines nicht-typischen Hitzschlags erhöht. Haben die Symptome des nicht-typischen aktiven Hitzschlages erst einmal eingesetzt, dann beträgt die Sterblichkeit des nicht-typischen Hitzschlags eindrucksvolle 60 %.

Hitzschlag – Notfall, SOFORT handeln

Die Symptome eines Hitzschlages sind:

  • TROCKENE und heiße Haut
  • schneller und kaum tastbarer Puls
  • deutliche körperliche Schwäche
  • Verwirrtheit bis Apathie
  • fluktuierendes Bewusstsein bis Bewusstlosigkeit
  • zerebrale Krampfanfälle

Im roten Stadium versucht Ihr Körper die Wärmeabgabe über die Hautdurchblutung aufrecht zu erhalten. Im grauen Stadium ist der Kreislauf zusammengebrochen, die Hautdurchblutung ist kritisch verringert und es besteht unmittelbare Lebensgefahr.

Ein Hitzschlag ist immer ein Notfall und Sie müssen sofort 112 verständigen. Bis zum Eintreffen des Notarztes führen Sie die allgemeinen Versorgungsmaßnahmen von Hitzeopfern durch. Bei Herz-Kreislauf- bzw. Atemstillstand beginnen Sie dann unverzüglich mit den Wiederbelebungsmaßnahmen.

Allgemeine Maßnahmen bei Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag

Kühlende Maßnahmen für Gehirn und Körper

Das Gehirn ist das Hauptproblem. Deswegen müssen Sie ein Hirnödem in jedem Fall verhindern. Betroffene Menschen müssen zügig in einen kühlen Raum gebracht werden, am besten mit Klimaanlage, eventuell auch in den Keller.

Der Kopf wird leicht erhöht gelagert, was den venösen Abstrom aus dem Gehirn verbessert und somit die Wärme im Gehirn selber reduziert. Den arteriellen Zustrom zum Gehirn sollten Sie kühlen. Dadurch wird nicht nur Ihr Gehirn kühler, sondern auch Ihre arteriellen Blutgefäße verengen sich. Das beugt wiederum dem gefürchteten Hirnödem vor.

Bei der aktiven Kühlung des Kopfes gilt es vor allem die hinteren Hirnarterien (sog. Arteriae vertebrales) zu kühlen. Diese versorgen den lebenswichtigen Hirnstamm, wo ja auch das Atemzentrum liegt. Legen Sie hier Cold-Packs in den Nacken! Auch die vorderen Hirnarterien (sog. Arteriae carotides) sollten Sie links und rechts am Hals mit Cold-Packs versorgen.

Falls es der körperliche und geistige Zustand des betroffenen Menschen zulässt, dann können Sie mit einer kühlenden Dusche sehr rasch den Körper abkühlen. Die Verdunstung von Wasser ist dabei der entscheidende Faktor beim Abkühlen.

Der Betroffene sollte sich möglichst wenig selbst bewegen (möglichst auch nicht gehen), weil das die Körpertemperatur erhöht. Wärmende Kleidung und vor allen Dingen Socken sind zu entfernen.

Hitzenotfall – Kreislauf stabil halten

Da die Blutgefäße, auch die Venen, erweitert sind, versackt viel Blut in der Körperperipherie. Das wiederum kann für die Gehirndurchblutung kritisch werden. Die Beine sollten daher leicht erhöht gelagert werden, damit mehr venöses Blut aus der Peripherie zurückfließen kann. Das verbessert die Kreislaufstabilität.

Bei Benommenheit bzw. Bewusstlosigkeit und erhaltener Spontanatmung muss man die betroffene Person in die stabile Seitenlage bringen. So verhindern Sie im Fall von Erbrechen, dass Erbrochenes in die Lunge gelangt.

Falls der betroffene Mensch ansprechbar ist, kann er bis zu 900 ml Wasser schluckweise trinken. Bei Herzkreislauf- bzw. Atemstillstand sollten Sie unmittelbar mit den Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Hitzenotfall – Überwachung in der Akutphase und Nachbeobachtung

In der Akutphase lassen Sie den betroffenen Menschen nicht aus den Augen, bis eine Besserung eingetreten ist bzw. der Rettungsdienst vor Ort ist.

Sprechen Sie den Betroffenen immer wieder beruhigend an!

Achten Sie auf die Feuchtigkeit der Haut! Bleibt die Haut heiß und wird trockener, dann müssen Sie sich auf das Schlimmste gefasst machen. Tasten Sie den Puls, und messen, falls ein Gerät vorhanden ist, den Blutdruck!

Die Nachbeobachtung ist wichtig, da Symptome auch Stunden nach der Hitzeexposition erstmalig bzw. erneut auftreten können, wenn die allgemeinen Maßnahmen nicht konsequent durchgeführt worden sind. Ältere Menschen und Kinder sind besonders gefährdet.

Daher halten Sie Menschen mit einer Hitzeerkrankung grundsätzlich unter Beobachtung! Lassen Sie den betroffenen Menschen auf dem Sofa bei Licht schlafen und bleiben Sie am besten selbst wach! Sollten sich erneut Symptome verstärken, verständigen Sie den Notarzt!

Zusammenfassung: Hitzenotfall richtig vorbeugen und behandeln

  • Bei klimatischer bzw. körperlicher Hitze immer vorbeugende Maßnahmen zum Schutz vor Hitzestress ergreifen!
  • Menschen, die bei moderaten bzw. hohen Temperaturen hart körperlich arbeiten oder Sport treiben, müssen sich regelmäßig aktiv abkühlen.
  • Trinken Sie immer 30 bis 40 ml/kg Körpergewicht und Tag, an heißen Tagen eher 40 ml/kg Körpergewicht!
  • Im Fall von Benommenheit und Unwohlsein bei hohen Außentemperaturen, immer an Nebenwirkungen von Hitze denken!
  • Bei leichten Symptomen von Hitzestress aktiv kühlende Maßnahmen ergreifen, vor allen Dingen für den Kopf!
  • Betroffene Menschen in der Akutphase bis einige Stunden nach den Symptomen nicht alleine lassen und beobachten!
  • Bei heißer und trockener Haut stellen Sie die Diagnose des Hitzschlages und rufen den Rettungsdienst unter 112!

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

In den ersten 6 Wochen nach einem Krankenhausaufenthalt sind Menschen besonders anfällig, unabhängig vom Lebensalter. Diese Phase, in der der Verlust der körperlichen, geistigen und seelischen Selbstbestimmtheit droht, nennt man Post-Hospital-Syndrom.

Mögliche Symptome sind:

  • Infektionen
  • Mobilitätsstörungen
  • Verletzungen durch Sturz
  • kognitive Leistungsstörung
  • Kreislaufstörungen

Mit verschiedenen Maßnahmen kann die Heilung nach einem Krankenhausaufenthalt verkürzt werden – und so dagegen vorgebeugt werden.

Dazu zählt, entsprechenden Raum für Bewegung zu schaffen:

  • falls erforderlich Wohnung auf Barrierefreiheit anpassen
  • Räume regelmäßig lüften, Bettzeug mehrmals pro Woche wechseln
  • täglich Gymnastik einschließlich Atemübungen: durch diese Stärkung kann zum Beispiel eine Lungenentzündung verhindert werden
  • täglich ins Freie, sofern möglich
  • langes Liegen im Bett vermeiden, sofern möglich

Vorbeugen kann man ebenso durch eine bestimmte Ernährung und Mikronährstoffe:

  • adäquate Trinkmenge, z. B. 30 ml pro kg Körpergewicht
  • eiweißreiche Kost, Ballaststoffe, Obst, Gemüse
  • Eisen (!), Zink, Selen
  • Vitamine D, B6, B12, Folsäure

Auch ein erholsamer Schlaf trägt zum Heilungsprozess bei. Dafür sollte man seinen normalen Schlafrhythmus wieder aufnehmen, sprich Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt schrittweise anpassen.
Beziehen Sie Ihren Hausarzt bei diesem Prozess mit ein! Angehörige und Freunde sind ebenfalls wichtige Unterstützer.

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Wenn der Nervus sympathikus, der für Aktivität sorgt, und der Nervus vagus, durch den der Körper zur Ruhe kommt, in starkem Ungleichgewicht zueinanderstehen, kann das kardio-vaskuläre Erkrankungen begünstigen. Zwar unterliegt das autonome Nervensystem nicht direkt unserer bewussten Kontrolle, es kann aber durch bestimmte Maßnahmen reguliert werden.

Am häufigsten wird in einer Therapie versucht, die Vagus-Aktivität zu fördern, um Menschen entspannter zu machen. Das kann durch eine Fülle verschiedener Maßnahmen erreicht werden: Zum Beispiel durch eine Trinkmenge von 30 ml pro kg pro Tag, normales Gewicht, Nikotinverzicht, Verzicht auf übermäßigen Alkoholgenuss, guten Schlaf, ausgewogenes körperliches Training, Biofeedback-Techniken wie Meditation oder Atemtechniken.

……weiter im Selbsthilfekurs “Angst besser verstehen & beruhigen”

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Schwindel oder Benommenheit – Watte im Kopf 

Jeder von uns hat schon einmal Schwindel, Benommenheit oder sogar eine Ohnmacht erlebt. 

Diese Symptome sind mit erheblichen Verunsicherung verbunden, nicht selten auch mit der Angst das Bewusstsein zu verlieren. Bedenken wir die möglichen Verletzungsfolgen einer Ohnmacht, dann ist das mehr als verständlich. 

In den aller meisten Fällen liegt eine medizinisch-erklärbare und behandelbare somatische, d.h. körperliche Störung vor. Wird die körperliche Störung nicht erklärt und behandelt, dann kann sich die Angst vor neuen verselbständigen. Quasi in einem Teufelskreis verstärkt die Angst vor immer wieder auftretender Unsicherheit die Angst davor. Folglich entwickelt sich dann nicht selten aus einer in erster Linie somato-psychischen Veränderung eine verselbständigte psycho-somatische Störung.  

Orientierungsstörungen im Raum – Benommenheit und Schwindel  

Die räumliche Orientierung in Bezug zur Umgebung wird beim Menschen entscheidend durch den Gesichtssinn über die Augen und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr bestimmt. Hinzu kommt die Selbstwahrnehmung des Körpers über spezielle Tastkörperchen in Muskulatur und Haut. Störungen der Orientierung im Raum sowie des Bewusstseins, ohne dass ein Bewusstseinsverlust auftritt, sind ein häufiges Symptom. Wir unterscheiden zwischen Benommenheit und Schwindel, wobei Benommenheit häufig fälschlicherweise häufig auch als Schwindel bezeichnet wird.   

Schwindel – Symptom mit einer Systematik

Beim Schwindel, im Englischen „Vertigo“ handelt es sich um eine Störung mit einer Systematik. Man unterscheidet zwischen Drehschwindel (man hat das Gefühl, die Umgebung dreht sich um einen herum, wie auf einem Karussell), Schwankschwindel (man hat das Gefühl, man schwankt, wie auf einem Schiff) und einem Liftschwindel (man hat das Gefühl abzuheben, wie in einem Fahrstuhl). Die Ursache ist sehr häufig eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr, z.B. der häufige gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel bzw. der nachgeschalteten Strukturen im Gehirn.

Bei Schwindel kann es sich um  dauerhafte oder vorübergehende Veränderung der Weiterleitung von Nervensignalen handeln. Auch neurologische Verarbeitungsprozesse können zu Problemen führen. Ursachen sind immer wieder der gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel des Innenohrs., ein Tumor oder eine Nerventzündung.

Unsicherheiten in Bezug auf den umgebenden Raum können auch von z.T. auch vorübergehenden Veränderungen des Sehens ausgehen. Hier kann eine z.B. lokale Durchblutungsstörung des Sehnervs vorliegen. Dieses kann zu Gesichtsfeldausfällen bis hin zu Blindheit auf einem Auge oder z.B. auch Doppelbilder zur Folge haben. Die Diagnose und Behandlung dieser umschriebenen systematischen neurologischen Störungen erfolgt durch die Hals-Nasen-Ohren Ärztin, den Neurologen und/oder den Augenarzt.  

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Benommenheit – Symptom ohne Systematik

Die Diagnose und Behandlung der diffusen Benommenheit ist eine Domäne der Herz-KreislaufmedizinBei der Benommenheit handelt es sich um eine diffuse Veränderung der Wahrnehmung. Die verschiedenen Ursachen führen zu Störungen, die im Gegensatz zum Schwindel nicht nur eine fokal umschriebene Gehirnstruktur, z.B. das Innenohr, sondern das ganze Gehirn betreffen.

Diese nicht-fokalen Ereignisse sind fast ausnahmslos Folge einer Veränderung der gesamten Gehirndurchblutung. Am häufigsten tritt eine kritische Verringerung der Blutversorgung in Verbindung mit einem zu geringen Blutdruck auf. Aber auch die alleinige Erhöhung des Blutdrucks kann Benommenheit zu Folge haben. Darüber hinaus spielt eine Verringerung des Blutflusses ein vollkommen unterschätzte Rolle.

Weil das ganze Gehirn betroffen ist, sind die Symptome diffus. Sie haben den Eindruck Watte im Kopf zu haben, die Umgebung wird unwirklich und Sie werden unsicher. Ihnen kann sogar kurz schwarz vor Augen werden und Sie haben den Eindruck das Bewusstsein komplett zu verlieren und wollen sich festhalten. Die Episoden sind meistens mit einem auslösenden Ereignis verbunden, können kurz sein, aber auch länger anhalten. Zu einem kompletten Bewusstseinsverlust kommt es selten, hier liegen meistens andere Ursachen vor. 

Benommenheit – Kreislaufstörungen die häufigste Ursache

Gemäß den häufigsten Ursachen ist die Benommenheit meistens direkte Folge einer Auslösesituation, die mit einer Steigerung der Kreislaufarbeit gegen die Schwerkraft verbunden ist. Es handelt sich hierbei um Veränderungen der Körperlage vom Liegen bzw. Sitzen in den stehenden Zustand bzw. auch um längeres ruhiges Stehen oder langsames Gehen. Dieser Wechsel ist mit einem erheblichen Mehraufwand zur Aufrechterhaltung des Blutdrucks und damit auch der Durchblutung des Gehirns verbunden.

Benommenheit – venöser Rückstrom von Blut gegen die Schwerkraft häufiges Problem

Wenn Sie ruhig stehen, dann muss im Venensystem das Blut gegen die Schwerkraft transportiert werden. Der lange Weg reicht dann von Ihrer Großzehe bis zum Herz-Brustraum. Dieses ist ein hochkomplexer Vorgang der auch die Muskulatur der Beine und des Körperstamms mit einbezieht.

Die Sogkraft von Herz und Lunge haben erst eine Wirkung, wenn das rückfließende Blut bereits ungefähr die Mitte des Bauchraums erreicht hat. Ist der Rückfluss unzureichend, dann steht dem Herzen nicht genug Pumpvolumen zu Verfügung, so dass Blutdruck und Blutfluss abfallen. Im Arteriensystem muss in aufrechter Körperhaltung das Gehirn gegen die Schwerkraft durchblutet werden. Dieser Regelkreis ist für Ihr Überleben von vordringlicher Bedeutung. Ein Kreislaufstillstand von mehr als 10 Sekunden führt zum Bewusstseinsverlust mit potentiell tödlichen Folgen.

Da die Änderung der Körperposition im Raum mit so kritischen Folgen verbunden sein kann, gibt es im Körper vor allen Dingen am Übergang von der unteren Hauptvene (Vena cava) zur rechten Herzvorkammer und in der Halsschlagader am Übergang vom Brustraum zum Gehirn Messstationen, die dafür sorgen, dass bei Bedarf Ausgleichsreaktionen ausgelöst werden um einen kritische Durchblutungsstörung des Gehirns zu vermeiden. Diese Ausgleichsreaktionen, so z.B. eine Steigerung der Herzfrequenz (Pumpe pumpt schneller) und/ oder eine Engerstellung von Arterien und Venen (Druck im hydraulischen System steigt), sind Adrenalin-vermittelt. 

Benommenheit – moderne Kreislaufmessung als Schlüssel zur richtigen Therapie 

In der Cardiopraxis wissen wir aufgrund eigener messtechnischer Erfahrungen mit der unblutigen Kreislaufmessung, dass bei der Diagnose und Therapie der Benommenheit die ursächliche Bedeutung von Herz-Kreislaufstörungen deutlich unterschätzt wird. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die komplette Messung des Kreislaufs, obwohl wissenschaftlich gesichert, aufgrund erhöhten Aufwands (einschl. der Komplexität der Auswertung) nicht verbreitet ist. Folge ist, dass bei Menschen mit Benommenheit sehr häufig die falsche Diagnose gestellt wird.  

Therapeuten stellen aufgrund diagnostischer und therapeutischer Ratlosigkeit auch immer wieder die Diagnose einer psycho-somatischen Erkrankung. Das hilft Ihnen als Betroffenen häufig nicht weiter. Diese Herangehensweise ist sogar in gewisser Weise nicht nur medizinisch falsch, sondern auch unethisch. Die Verantwortung für die Symptome wir in in Sie als Betroffene verlagert, obwohl sehr häufig eine somatisch feststellbare und therapeutisch korrigierbare Ursache vorliegt.

In diesem Sinne versuchen wir in der Cardiopraxis mit einem konsequenten wissenschaftlich-ganzheitlichen Ansatz die ursächlichen körperliche Ursachen für die Benommenheit zu erfassen. Nach gezielter Korrektur von somatischen Störungen, wie z.B. im einfachsten Fall eines Flüssigkeitsmangels kommt es in den allermeisten Fällen im Sinne einer somato-psychischen Interaktion zu einer Normalisierung von Befinden und objektiven Messergebnissen; die Diagnose einer psycho-somatischen Erkrankung muss nur selten gestellt werden. 

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Dauert ein Flug über 3,5 Stunden, ist er als Langstreckenflug definiert. Langstreckenflüge bedeuten auch: erhöhtes gesundheitliches Risiko für Passagiere!

Das Risiko steigt, weil in der Flugzeugkabine eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit von nur 5 % besteht. Dadurch verliert der Körper zusätzlich Flüssigkeit und wird durch Adrenalin-Ausschüttung aktiviert.

Medizinische Folgen können sein: Panikattacken, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkte, Beinvenenthrombosen, Krampfanfälle des Gehirns und Augeninfarkte. Zusammenhänge gibt es hier auch mit der Flugangst, unter der bis zu 25 % aller Passagiere leiden.

Als normale Trinkmenge empfehlen wir 30 bis 40 ml pro kg Körpergewicht am Tag. Bei Langstreckenflügen sollten Sie noch folgende Maßnahmen beherzigen:

  • 2 Flaschen mit Wasser im Handgepäck mitnehmen
  • 500 bis 1.000 ml zusätzlich während des Fluges trinken
  • Alkohol vermeiden (Alkohol entwässert)
  • stündliche Bewegung der Beine
  • Toilette aufsuchen ca. 45 Minuten vor der Landung (Harndrang steigt mit zunehmendem Kabinendruck bei Landeanflug)

Besonders Menschen mit Herzerkrankungen sollten auf Flügen auf Stress-vorbeugende Massnahmen achten.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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