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Hormone bei der Frau – wichtig für Herz und Kreislauf

Verschiedene Östrogene bei der Frau

Männer und Frauen unterscheiden sich. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern sind die Hormone. Besonders wichtig für die Frau sind die weiblichen Geschlechtshormone, die Östrogene: Östradiol, Östriol und Östron. Während der Geschlechtsreife bilden sich Östrogene in den Eierstöcken und zu einem geringen Teil auch in der Nebennierenrinde.

Östradiol ist das wirksamste Östrogen überhaupt. Somit bestimmt diese Hormon wesentlich den weiblichen Zyklus und die Geschlechtsreife. In der Schwangerschaft wird dann ein anderes Östrogen vermehrt gebildet, das Östriol. Nach den Wechseljahren, wenn die Bildung an Östradiol versiegt, tritt dann Östron in den Vordergrund, welches vor allen Dingen aus dem Fettgewebe kommt.

Östrogene auch beim Mann

Auch Männer produzieren im Hoden geringe Mengen an Östrogenen, ungefähr 10% der weiblichen Menge. Das im Hoden gebildete männliche Geschlechtshormon Testosteron wandelt sich als Vorläuferhormon im Fettgewebe in Östrogene um. Das bedeutet also für den Mann: Je mehr Fettgewebe er hat, desto mehr weibliche Geschlechtshormone produziert er.

Östrogene und die vielfältige Wirkung auf Organsysteme

Zuallererst zu nennen ist, dass Östrogene selbstverständlich sehr wichtig für die Ausbildung der weiblichen Geschlechtsorgane sind. Im weiblichen Zyklus steuert Östradiol dann die Bildung der Gebärmutterschleimhaut, die Eireifung im Eierstock und den Eisprung.

Östrogene sorgen erfreulicherweise für eine geringere Talgproduktion: Das hat eine schöne reinere Haut zur Folge und auch die Spannkraft durch Kollagenbildung steigt. Östrogene stellen ebenso eine gesunde Knochendichte und damit sogar die Stabilität ihrer Knochen sicher, indem sie knochenabbauende Zellen hemmen und die Kalziumaufnahme über den Magen-Darm-Trakt fördern.

Die Blutgerinnung ist ein weiterer wichtiger Angriffspunkt der Östrogene. Hier erhöht sich die Synthese von Gerinnungsfaktoren, so dass durch Östrogene durchaus eine erhöhte Thromboseneigung bestehen kann. Das äußert sich vor allem bei hoher Dosis oraler synthetischer Östrogene, wie wir sie von der sog. Pille kennen.

Erfahrene Frauenmedizinerinnen und Frauenmediziner wissen: Östrogene haben eine positive Wirkung auf die Stimmung. Sie wirken anregend durch eine Verminderung der Botenstoffe wie Gamma-Amino-Buttersäure (GABA), auf der anderen Seite fördern sie die Aktivierung von Serotonin und Dopamin, den typischen Glückshormonen.

Östrogene – Gefäßprotektion und Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Östrogene haben einen positiven Effekt auf den Kohlenhydratstoffwechsel – das ist ein wichtiger Schutz vor Diabetes. So verringern Östrogene, dass Glucagon aus Pankreaszellen freigesetzt wird. Dadurch kann der Blutzuckerspiegel nicht so stark steigen. Außerdem werden im Darm die GLP-1-Zellen stimuliert, was wiederum vermehrt Insulin freisetzt und Glucagon hemmt. Kurzum, Östrogene halten den Blutzuckerspiegel niedrig, was wiederum die Arterien vor Verkalkungen schützt.

Von ganz besonderer Bedeutung in der Herzkreislauf-Medizin sind weitere Blutgefäß-schützende Effekte des Östrogens. Östrogen senkt das Cholesterin durch Hochregulation der LDL-Rezeptoren in der Leber: Cholesterin wird so schneller abgebaut und das schützende HDL-Cholesterin vermehrt gebildet.

Östrogen sorgt sogar dafür, dass sich Ihre Blutgefäße mehr entspannen und so mehr Blut fließt. Das geschieht durch die Freisetzung von Stickstoffmonoxid und eine Hemmung des Kalziumeinstroms in die Zellen. Der Effekt ist so ausgeprägt, dass bei einer Kombination aus blutdrucksenkenden Kalziumantagonisten, z.B. Lercanidipin, Amlodipin und Östrogenpräparaten, Vorsicht geboten ist, weil starke Blutdruckabfälle vorkommen können.

Folglich ist es so, dass Frauen vor der Menopause um das 50. Lebensjahr ein deutlich geringeres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen haben als Männer in diesem Lebensalter. Das gilt auch für den Herzinfarkt. Allerdings gleichen sich die Risiken zwischen beiden Geschlechtern 5-10 Jahre nach der Menopause wieder an.

Hormonersatztherapie – Trendwende bei der Behandlung

Frauen mit einer sehr frühen Menopause (<45 Jahre) haben ein deutlich erhöhtes Risiko für eine koronare Herzkrankheit, es steigt um 50%. Tödliche Herzinfarkte treten 11% häufiger auf. Fachgesellschaften empfehlen in diesen Fällen eine Hormonersatztherapie bis zum mittleren Menopausen-Alter von 50-51 Jahren. Das gilt unabhängig von Beschwerden und hat das Ziel Langzeitschäden zu vermeiden.

Die Hormonersatztherapie wird auch bei Frauen mit sogenannten klimakterischen Beschwerden empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie rät hier eine frühe Hormonersatztherapie bei Wechseljahresbeschwerden vor dem 60. Lebensjahr.

Grundsätzlich gilt, dass kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei einer Hormonersatztherapie besteht. Allerdings gibt es durchaus Faktoren, die das Risiko erhöhen können:

  • Lebensalter
  • Dauer und Dosierung der Hormontherapie
  • körperliche Aktivität
  • Gewicht
  • genetische Faktoren (familiäre Belastung)

Bei Risikofaktoren besteht ein erhöhtes Risiko bei länger als 5-jähriger Behandlungsdauer mit einer Östrogen-Gestagen Kombination, mit zusätzlich 2-3 Brustkrebsfällen pro 1000 Frauen.

Gestagene, dazu zählt Progesteron, schützen vor Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch wird die Häufigkeit  des Endometriumkarzinoms verringert. Frauen, denen die Gebärmutter entfernt wurde, sollten Östrogen-Monopräparate erhalten.

Immer zu bedenken ist, dass bei der Einnahme einer Hormonersatztherapie ein erhöhtes Thromboserisiko besteht. Denn Östrogene werden in der Leber verstoffwechselt und aktivieren hier die Gerinnungsfaktoren. Allerdings besteht kein erhöhtes Thromboserisiko, wenn man Östrogengel auf der Haut aufträgt.

Kurzum, nach aktueller Datenlage hat die frühe Hormontherapie bei klimakterischen Beschwerden eher Vorteile. Einher geht das mit einer Reduktion von Stoffwechselstörungen wie Diabetes und einem verringerten Herzkreislaufrisiko.

 

 

Mehr zu: Dr. Natalie Fleissner

   

 

 

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

Eine Übertherapie mit dem Schilddrüsenhormon L-Thyroxin kann man bei etwa 1 bis 2 Prozent aller Patientinnen und Patienten in einer kardiologischen Praxis beobachten. Die Folge ist ein gesteigerter Stoffwechsel, der mit einer höheren Körpertemperatur, thermischem Stress und einer Erweiterung der Gefäße einhergeht.

Bemerkbar macht sich das zum Beispiel durch Unruhe, Angst, Schlafstörungen, Blutdruckschwankungen, Herzrasen oder Rhythmusstörungen. Ein 5-fach höheres Auftreten von Vorhofflimmern und eine Zunahme der Sterblichkeit um mehr als das Doppelte sind ebenfalls angezeigt. Ein Grund dafür ist, dass Therapien fast nur auf Basis von Laborwerten, wie etwa dem TSH-Wert, gesteuert werden. Dabei gibt es noch weitere wichtige Steuerungsgrößen, die berücksichtigt werden sollten – eben Blutfluss, Körpertemperatur, Blutdruck und Herzfrequenz.

Noch etwas Wichtiges in puncto Schilddrüsenhormontherapie: Ihr Nutzen zur Unterdrückung von gutartigen Schilddrüsenknoten darf angezweifelt werden; zur Behandlung von Schilddrüsenkarzinom werden dagegen hohe Dosen von sogenannten T3- oder T4-Medikamenten eingesetzt.

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 

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Der Sinusknoten ist der Taktgeber des Herz-Kreislaufsystems. Den normalen Herzrhythmus bezeichnet man deswegen auch als Sinusrhythmus.

Am Dach der rechten Vorkammer befindet sich der Sinusknoten und gibt von dort aus elektrische Impulse ab: Die Erregung breitet sich über die Vorkammern und den AV-Knoten auf die Hauptkammern aus, schließlich folgt der mechanische Herzschlag.

Je nach Situation ist die Sinusknotenfrequenz unterschiedlich: In Ruhe liegt sie zwischen 50 und 100 bpm, bei Hochleistung bei bis zu 200 bpm.

Einen Einfluss auf den Sinusknoten haben

  • das autonome Nervensystem
  • zirkulierende Hormone
  • Medikamente (z.B. ß-Blocker)

Folgende Krankheiten können auftreten:

  • Die Sinusknotenfrequenz ist allgemein zu langsam
  • Der Sinusknoten fällt aus
  • Die Sinusknotenfrequenz ist bedarfsabhängig zu langsam =chronotrope Inkompetenz

In einigen Fällen kann eine Herzschrittmacher-Therapie helfen..

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 

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Die Hormone Tetrajodthyronin (T4) (= Vorstufe) und Trijodthyronin (T3) (= aktives Hormon) werden in der Schilddrüse gebildet. Sie regulieren den Stoffwechsel des ganzen Körpers. Gesteuert werden die beiden Hormone zudem über das im Gehirn gebildete Hormon TSH: Produziert der Körper zu wenig T3/T4, steigt die TSH-Produktion, was wiederum für mehr Bildung von T3/T4 sorgt. Bei zu viel T3/T4 wird zur Regulation der umgekehrte Prozess in Gang gesetzt.

Wer unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, kann folgende Symptome zeigen:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Leistungseinschränkung
  • Gewichtszunahme

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion können sie so aussehen:

  • Unruhe, Aggressivität, Angst
  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen
  • Gewichtsverlust
  • Herzrasen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Blutdruckschwankungen

Bei Menschen, die niedrige T4/T3-Werte haben und gleichzeitig viel TSH aufweisen, kann eine Schilddrüsenhormon-Therapie sinnvoll sein. Die Richtwerte sind aber immer abhängig von der Lebensphase (z. B. Schwangerschaft, Alter) zu betrachten.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 

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Das Herz pumpt 135 bis 263 Millionen Liter Blut pro Leben – das entspricht über 273.000 Fässern Wein, eine ganze Menge also.

Der Kreislauf hat 3 Hauptfunktionen: den Transport von Energie- und Baustoffen, den Transport von Temperatur und den Transport von Signalen.

Zu den Energie- und Baustoffen, die er transportiert, zählen Sauerstoff, Kohlenhydrate, Eiweiß, Fette, Vitamine und Mikronährstoffe. Für den Transport braucht der Kreislauf eine Menge Power: Etwa 3/7 des arteriellen Einstroms fließt gegen die Schwerkraft zum Gehirn, 4/7 des venösen Rückstroms kämpfen ebenso gegen die Schwerkraft an. Die Versorgung des Gehirns ist dabei besonders wichtig: 10 Sekunden ohne Druck und Sauerstoff machen einen Menschen bereits bewusstlos!

Wärme bzw. Temperatur transportiert der Kreislauf, um die für biochemische Prozesse so wichtige stabile Kerntemperatur im Körper aufrechtzuerhalten. Dabei wird etwa 30 % der Wärmeabgabe über die Gefäße gesteuert: Sind die Gefäße weit, wird viel Wärme abgegeben; sind sie eng, dann wird mehr Wärme im Körper gehalten. Das ist vor allem wichtig bei wechselnden Jahreszeiten und erklärt auch, warum sich der Kreislauf im Sommer und Winter unterschiedlich verhält.

Auch Signale transportiert der Kreislauf. Zum Beispiel Hormone über die Blutbahn (langsames System) und Signale über die Nervenleitungsbahnen (schnelles System).

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 

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