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Blutdruck im Stehen – wichtig bei Bluthochdruck

Wenn wir den Blutdruck messen, sei es in der Arztpraxis oder zu Hause, dann tun wir das im Sitzen. Hierfür müssen wir die Regeln für die Blutdruckmessung beachten, das gilt vor allen Dingen für eine ausreichende Ruhezeit vor der Messung.

Neben der statischen Messung im Sitzen können auch dynamisch erhobene Werte, z.B. beim Wechsel vom Liegen zum Stehen wertvolle Informationen liefern.

Kreislauf im Stehen – ein große Herausforderung

Das ruhige Stehen ist für Ihren Kreislauf eine besondere Herausforderung, denn Blut muss wichtige Körperregionen gegen die Schwerkraft erreichen. Das venöse Blut muss ca. 4/7 Ihrer Körperlänge von der Großzehe bis zum Herzen und arterielles Blut muss 3/7 der Körperlänge gegen die Schwerkraft Ihr Gehirn erreichen. Dabei ist die Blutversorgung des Gehirns ist überaus wichtig, denn wird das Gehirn für nur ca. 10 Sekunden nicht durchblutet, dann werden Sie bewusstlos!

Folglich muss Ihr Kreislauf in jeder Körperlage gut reguliert werden. Dafür verfügt der Körper über Messstationen in Venen, Herz und Arterien, die Druck und Dehnung messen. Besonders wichtig sind diese am im Bereich des Übergangs von den Venen zur Vorkammer und in den Halsarterien, die zum Gehirn führen. Über die Messsensoren in den hinrversorgenden Arterien wird z.B. der wichtige Baro-Reflex gesteuert. Das vegetative Nervensystem leitet „Messergebnisse“ zur Verarbeitung an den Hirnstamm weiter, so dass von hier aus Anpassung des Kreislaufs erfolgen kann. Das dauert nur wenige 100 ms.

Sowohl auf der Ebene der Sensoren als auch bei der Verarbeitung der Informationssignale im Hirnstamm können Störungen auftreten, die z.T. durch die Blutdruckmessung im Liegen und im Stehen erfasst werden.

Blutdruck im Liegen und im Stehen messen

Der Test geht ganz einfach

  • Rückenlage für 60-120 Sekunden
  • Blutdruck und Herzfrequenz messen
  • dokumentieren
  • aufstehen und 60-120 Sekunden stehen
  • messen
  • dokumentieren

Wichtig ist, dass Sie die Messung im Stehen erst dann durchführen, wenn Sie mindestens 1 Minute gestanden haben. Innerhalb der ersten 60 Sekunden nach dem Aufstehen kommt es zu einem deutlichen Blutdruckabfall, den Sie mit der Blutdruckmanschette nicht sicher erfassen können, der aber das Ergebnis verfälschen kann.

Unterschiedliche Blutdruckwerte im Liegen und im Stehen

Wenn Sie sich hinstellen, dann muss Ihr Kreislauf das Gefälle gegen die Schwerkraft ausgleichen. Blutdruck und Herzfrequenz werden gehalten bzw. steigen leicht überschießend an. Es ist normal, wenn die Kreislaufregulation hier etwas übersteuert. Das entspricht einer Absicherung, so dass eine Minderdurchblutung Ihres Gehirns und damit eine Ohnmacht verhindert wird.

Normalbefund. Die Blutdruckwerte im Liegen und im Stehen sollte jeweils in den bekannten Normbereichen von <140 mmHg systolisch und <90 mmHg diastolisch liegen. Es ist normal, wenn der Blutdruck vom Liegen zum Stehen gleichbleibt bzw. um 15 mmHg systolisch bzw. um 10 mmHg diastolisch ansteigt. Auch Ihre Herzfrequenz kann um bis zu 10 bpm ansteigen.

Blutdruck im Liegen höher als im Stehen

Hier gibt es 2 Möglichkeiten im Liegen pathologisch zu hoch oder im Stehen pathologisch zu niedrig.

Blutdruck im Liegen pathologisch hoch, im Stehen normal. Sind Ihre Blutdruckwerte im Liegen pathologisch erhöht, d.h. >139 mmHg systolisch oder >89 mmHg diastolisch und im Stehen normal, dann ist das nicht normal. Die Ursache ist unklar.

Wir erleben es in der Cardiopraxis allerdings häufiger, dass dieses Phänomen bei einer Behandlung mit einem Beta-Blocker bzw. dann vorkommt, wenn die untere Hohlvene als Hinweis auf zu viel Flüssigkeit im Gefäßsystem deutlich erweitert ist. Wir nehmen an, dass hier die vermehrte Wandspannung in den Herzvorkammern einen Schutzreflex mit Anspannung der Widerstandsgefäße in der Lungenstrombahn bzw. im Systemkreislauf verursacht. Folglich können nachgeschaltete Strukturen vor einer Überdehnung zu schützen werden. Wir kennen diesen Mechanismus von der Mitralklappenstenose und von der hochgradigen Linksherzinsuffizienz.

Der Beta-Blocker steigert hier die Wandspannung indirekt über eine Verringerung der Sogkraft des Herzens. Eine Anpassung der Medikation mit einer Gabe einer harntreibenden Substanz bzw. die Verringerung der Beta-Blockerdosis führen hier meistens zu einer Normalisierung des Befundes.

Blutdruck im Liegen normal, im Stehen pathologisch niedrig. Fällt der Blutdruck im Stehen von Normalwerten jeweils um mehr als 20 mmHg ab, dann ist das nicht normal. In den allermeisten Fällen ist dieses mit einem Anstieg der Herzfrequenz um >10 bpm verbunden und Folge eines Flüssigkeitsmangels, z.B. bei zu hoher harntreibender Medikation oder zu geringer Trinkmenge. In seltenen Fällen ist dieser Befund Ausdruck einer Linksherzschwäche oder eines schweren Herzklappenfehlers.

Blutdruck im Stehen höher als im Liegen – orthostatische Hypertonie

Steigt der Blutdruck systolisch um >15 mmHg systolisch bzw. >10 mmHg diastolisch vom Liegen zum Stehen an, dann ist das pathologisch. Ist der Blutdruck im Liegen normal und die Werte steigen erst im Stehen in den pathologischen Bereich an, dann sprechen wir von einer orthostatischen Hypertonie.

Der Grund für dieses Verhalten liegt in einer Fehlregulation des Kreislaufs. Meistens ist ein hoher Sollwert das Problem, wie es z.B. bei langer Dauer eines Bluthochdrucks vorkommt. Wenn Wir nun z.B. mit Medikamenten den Blutdruck senken, dann wir der zunächst normale Blutdruck als zu niedrig wahrgenommen und Ihr Körper versucht den Blutdruck im Stehen wieder auf den falsch-hohen Sollwert anzuheben. Hier müssen dann Medikamente, die diese Adrenalin-vermittelte Reaktion durchbrechen können, wie z.B. Moxonidin oder auch Reserpin zum Einsatz kommen.

Eine orthostatische Hypertonie ist durch den schnellen Wechsel von normalen zu deutlich erhöhten Blutdruckwerten eine besondere Gefährdung für Ihr Gehirn und häufig auch mit Benommenheit und Kopfschmerzen verbunden.

Wertvolle Blutdruckmessungen zu Hause gemessen

In der Cardiopraxis führen wir mit dem Finapres®-System hierfür z.B. den sog. Orthostase-Test im Liegen und im Stehen durch, bei dem wir nicht nur Blutdruck und Herzfrequenz, sondern gleichzeitig auch den Blutfluss für jeden einzelnen Herzschlag in Rückenlage und im Stehen messen. Folglich erhalten wir wertvolle Hinweise zur individuellen Therapieeinstellung.

Wie Sie gesehen haben, können Sie einen Teil dieses Tests auch zu Hause durchführen. Da sind wertvolle Informationen, die dann die Messungen in der Praxis ergänzen. Wir freuen uns immer, wenn Sie solche Messwerte mitbringen, weil wir so die Behandlung optimal individuell ausgerichtet können.

 

 

 

Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

 

 

Ibuprofen und Bluthochdruck – der Blutdruck schwankt stark

32,4 % der Menschen in Deutschland über 20 Jahren haben Bluthochdruck. Diese Herz-Kreislauferkrankung ist ein hoch-relevanter gesundheitlicher Risikofaktor, z.B. für das Auftreten eines Herzinfarktes.

In der Cardiopraxis erfassen wir durch die Kreislaufmessung mit dem FinapresⓇ-System nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Blutfluss und gleichzeitig messen wir auch Ihre Körpertemperatur. Das zeigt uns nicht nur besser, wie Ihr Blutdruck reguliert wird, sondern auch wie Ihr Temperaturregelkreis – und damit Ihr Stoffwechsel – gesteuert wird. So können wir die Ursachen des erhöhten Blutdrucks sehr häufig besser erkennen und erfolgreich behandeln.

Zu uns in die Cardiopraxis kommen sehr häufig Menschen, die angeben, dass ihr Blutdruck „spinnt”, weil er besonders stark schwankt: mal ist er niedrig, mal sehr hoch. Auf genauere Befragung geben zahlreiche Betroffene an, dass sie in letzter Zeit das Schmerzmittel Ibuprofen in Tagesdosen von 400 bis 2.400 mg einnehmen.

Mit Ibuprofen, dem „Marktführer“ unter den Schmerzmitteln, haben wir in der Cardiopraxis umfangreiche messtechnische Erfahrungen. Denn bei der Kreislaufmessung bestimmen wir nicht nur Blutdruck, sondern auch Blutfluss und Körpertemperatur. Allein vom rezeptfreien Ibuprofen bis 400 mg wurden im Jahr 2017 in Deutschland 51 Millionen Packungen verkauft, der Umsatz betrug 320 Millionen Euro.

Ibuprofen – der Blutdruck steigt

In einer sogenannten Placebo-kontrollierten Doppelblind-Studie konnte man bei 444 Menschen mit einem durchschnittlichen Alter von 62 Jahren zeigen, dass mittlere Dosen an Ibuprofen (600-800 mg) und Naproxen (375-500 mg) den Blutdruck steigern

. Das galt vor allen Dingen für den systolischen Blutdruck mit durchschnittlich 3,4 mmHg (Ibuprofen) und 1,9 mmHg (Naproxen). Dies mag gering erscheinen, allerdings war der Pulsdruck, d.h. die Differenz zwischen systolischem und diastolischem Druck, ebenfalls erhöht. Das weist indirekt darauf hin, dass der Blutfluss relevant ansteigt – und damit auf eine Adrenalin-vermittelte Aktivierung.

Das besondere an der Untersuchung war, dass alle Studienteilnehmer ursprünglich einen normalen Blutdruck hatten. Nach einem Behandlungsintervall von 4 Monaten erfüllten in der Ibuprofen-Gruppe 23,2% und in der Naproxen-Gruppe 19% die Kriterien eines Bluthochdrucks. Nun fragten wir uns, welche Mechanismen hinter dem gestiegenen Blutdruck stecken.

 

Ibuprofen – nicht nur Schmerzmittel, sondern auch „Fiebersenker”

Ibuprofen ist nicht nur ein sehr gutes Schmerzmittel, sondern auch ein sehr guter Fiebersenker. Sie kennen das sehr gut, wenn Sie oder Ihre Kinder mal einen hochfieberhaften Infekt haben. Innerhalb von ca. 30 Minuten nach Einnahme schlägt das Herz schneller und kräftiger, Sie beginnen zu schwitzen und die Körpertemperatur fällt, z.B. von 40,0 auf 38,5 Grad Celsius.

Ibuprofen – Regelkreise für Körpertemperatur und Blutdruck

Nun, Ibuprofen greift auch bei normaler Körpertemperatur in die Regulation Ihres Temperaturhaushaltes ein. Genauso wie beim fieberhaften Infekt senkt Ibuprofen den Sollwert für die Körpertemperatur, z.B. von 36,5 auf 36,0 Grad Celsius. Folglich will der Körper nun mehr Wärme abgeben. Am besten macht er das, indem er die Haut stärker durchblutet. Die Blutgefäße werden weitgestellt und so wird vermehrt Blut aus dem warmen Körperkern über die Körperoberfläche zirkuliert, so dass mehr Wärme an die Umgebung abgestrahlt wird.

Sind die Blutgefäße thermoregulatorisch weitgestellt, dann greift das auch in Ihre Blutdruckregulation ein – der Blutdruck sinkt zunächst. Der Blutdruckregelkreis hat ebenfalls einen Sollwert. Sein Ziel ist es zu jedem Zeitpunkt Ihr Gehirn richtig zu durchbluten. Fällt der Blutdruck durch die Weitstellung der Arterien ab, dann muss der der Regelkreis der Blutdruckregulation reagieren – sonst verlieren Sie das Bewusstsein.

Folglich versucht das vegetative Nervensystem über Ausgleichssysteme den Blutdruck adäquat hoch zu halten. Bei weit gestellten Blutgefäßen funktioniert das vor allen Dingen, indem die Herzfrequenz und Pumpkraft des Herzens steigen. Diese Reaktion wird über Adrenalin vermittelt.

Adrenalin im Übermaß kann wiederum schädliche Auswirkungen auf  Ihr Herz-Kreislaufsystem haben. Der beschriebene Mechanismus erklärt auch, warum unter Ibuprofen vermehrt Herzinfarkte und der plötzliche Herztod auftreten: zu viel Adrenalin begünstigt, dass Arterien verkrampfen, sich Blutgerinnsel bilden und Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden.

Ibuprofen – Nebenwirkung „der Blutdruck spinnt”

Ihr Kreislauf ist durch den niedrigen Gefäßwiderstand, der ja die Ursache für den hohen Blutfluss ist, extrem „kippelig” und störanfällig. Als Folge des Wechselspiels „Bedürfnis nach erhöhter Temperaturabgabe“ und „Blutdruck aufrechterhalten“ gerät der Blutdruck aus dem Gleichgewicht. Ihr Blutdruck schwankt stärker, mal ist er niedrig, mal ist er zum Teil sehr hoch: Der „Blutdruck” spinnt.

Das erklärt auch eine Reihe von Nebenwirkungen von Ibuprofen:

Ibuprofen – Vorsicht bei Herz-Kreislauferkrankungen

Gerade, wenn Sie Herzrhythmusstörungen, eine Koronare Herzkrankheit oder einen Bluthochdruck haben, dann sollten Sie im Umgang mit Ibuprofen vorsichtig sein.

Wir empfehlen in diesen Fällen als Tagesdosis max. 1.200 mg Ibuprofen über einen möglichst kurzen Zeitraum. Eine Alternative ist Paracetamol.

Sollten sich Ihr Befinden verändern – und hier reicht schon eine zunehmende innere Unruhe – dann besprechen Sie Ihre Schmerzmedikation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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Ruschitzka F et al. Eur Heart J 2017;38:3282-3292

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Unsere komplette Kreislaufmessung mit der Finapres®-Methode hat viele Vorteile. Sie ermöglicht einen Einblick in das Wechselspiel zwischen Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand, welcher sowohl durch den Druck- als auch den Temperaturregelkreis bestimmt wird. So können wir in der Cardiopraxis über die zusätzliche Messung der Temperatur einen Eindruck von der thermoregulatorischen Wirkung des Stoffwechsels des Menschen gewinnen. Das befähigt uns auch bei normalen Werten für Herzfrequenz und Blutdruck Störungen im Kreislauf aufdecken und gezielt therapieren.

Die komplette Kreislaufmessung ermöglicht:

• eine präzise Diagnose
• individuell-maßgeschneiderte Therapie
• einen möglichst geringen Einsatz von Medikamenten (am besten gar keine)
• die Vermeidung von medikamentösen Nebenwirkungen

Konkret angewendet werden kann sie in ganz verschiedenen Situationen. Zum Beispiel, um den Kreislauf zu messen bei Menschen mit diesen Erkrankungen:

• Arterielle Hypertonie (hypodynamer vs. hyperdynamer Kreislauf)
Herzschwäche (mit dem Therapieziel: optimale Entlastung des Herzens)
Herzklappenerkrankungen (mit dem Therapieziel: Verringerung der Undichtigkeit)
• Herzrhythmusstörungen (bei intermittierendem Vorhofflimmern mit dem Therapieziel: Modulation des autonomen Nervensystems)

Die komplette Kreislaufmessung eignet sich auch gut, um Medikamente einzustellen. Dazu zählen Kreislauf-aktive Medikamente wie zum Beispiel Beta-Blocker, AT-Blocker oder Kalziumantagonisten sowie Stoffwechsel-aktive Medikamente wie etwa Schilddrüsenhormone, Vitamin D oder Magnesium.

Sehr hilfreich ist die komplette Kreislaufmessung zudem, um folgende Symptome genauer abzuklären:

• Unruhe
• Leistungseinschränkung
• Luftnot
• Schlafstörungen (besonders Einschlafstörungen)
• Müdigkeit

Insgesamt ist die komplette Kreislaufmessung ein wertvolles Instrument für die Ärztin/den Arzt, um ansonsten unspezifische Symptome kausal einzuordnen. Sie ermöglicht eine Objektivierung von Veränderungen des körperlichen Befindens und der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit sowie der Stimmungslage, z.B. Unruhe und Angst. Nicht selten ist es so, dass wir für psychische Veränderungen, welche zunächst von anderer Seite als rein psycho-somatisch eingestuft worden sind, im Sinne einer somato-psychischen Interaktion eine körperliche Ursache der veränderten Stimmungslage ist. Häufig genug kann mit einfachen Massnahmen hier weitergeholfen, so dass Leistungsfähigkeit und eine belastbare seelische Stimmungslage wiederhergestellt werden können.

Durch die enge Verknüpfung zwischen Symptomen des Herz-Kreislaufsystems und dem seelischen Befinden und den täglichen Einsatz der Finapres®-Methode können wir in der Cardiopraxis den Menschen, der uns um Rat und Hilfe bittet einfach auch besser verstehen, was nicht zuletzt auch unsere Empathie schult.

…..Komplette Kreislaufmessung – Was ist das?

Im Bild Jeremy Swan & William Ganz, Kardiologen

 

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Durch unsere unblutige Kreislaufmessung mit dem Finapres®-System können wir die drei hydraulischen Größen Ihres Kreislaufsystems Blutdruck, Blutfluss und Gefäßwiderstand bewerten – und zwar bei jedem Herzschlag und in jeder Körperlage. Dadurch ziehen wir Rückschlüsse auf die Druck- sowie Thermoregulation und damit auch auf Ihren Stoffwechsel.

Die Kenntnis der genannten hydraulischen Messgrößen erlaubt uns z.B. beim Bluthochdruck eine individuelle und maßgeschneiderte Therapie mit Kreislauf-Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln, wie z.B. Magnesium. Liegt zum Beispiel ein erhöhter Blutdruck bei gleichzeitig hohem Gefäßwiderstand vor, setzen wir gefäßerweiternde Medikamente ein. Ist der Blutdruck hoch, der Gefäßwiderstand aber niedrig, sind dagegen Pumpkraftbremser und Harntreiber angezeigt (z. B. Betablocker, Diuretika).

Auch die Feineinstellung von Medikamenten mit Herzschwäche ist eine Herausforderung. In der Cardiopraxis geht es uns darum die Therapie so auszubalancieren, dass das geschwächt Herz bei gleichzeitiger Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch eine Kontrolle des system-arteriellen Gefäßwiderstandes optimal entlastet ist , ohne dass Benommenheit auftritt.

Diese Beispiele zeigen, dass mit dem Finapres@-System im Sinne einer wissenschaftlich-ganzheitlichen Medizin so eine individuelle Behandlung möglich ist. Wir in der Cardiopraxis wissen durch umfangreiche Erfahrung, dass dieses mit den herkömmlichen Methoden wie Blutdruckmessung, EKG und auch dem Herzultraschall allein nicht möglich ist.

Was uns besonders am Herzen liegt: Die unblutige Kreislaufmessung vermeidet Nebenwirkungen von Kreislauf-Medikamenten und verringert die Anzahl der Medikamente insgesamt.

….Komplette Kreislaufmessung – Für wen?

Im Bild: Werner Forssmann, Urologe & Chirurg

 

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Die Kreislaufmessung mit Photoplethymografie (Finapres®️) ist unblutig: Sie misst die veränderte Lichtdurchlässigkeit des Fingers bei wechselndem Manschettendruck. So können Blutdruck und Blutfluss mit der abgeleiteten Größe des system-arteriellen Gefäßwiderstandes kontinuierlich von Herzschlag-zu-Herzschlag zuverlässig erfasst werden; das geht sonst nur mit dem Herzkatheter. In der Cardiopraxis führen wir diese Messungen regelmäßig zur Diagnose und zur Therapiesteuerung bei Herz-Kreislauferkrankungen, z.B. bei Bluthochdruck, Schwindel und Herzschwäche durch.

Bei den Messungen nimmt die Patientin/der Patient verschiedene Körperpositionen ein, eine Ruhemessung ausschließlich im Liegen macht wenig Sinn. Die Basismessung erfolgt in Rückenlage, dann erfolgt der Wechsel zum ruhigen Stehen, in der Regel 5 Minuten. Auch wechselnde Positionen im Liegen gehören zur Untersuchung, denn die Schlaflage hat einen wesentlichen Einfluss auf den Kreislauf am Tag.

Für die Diagnose „frühe Benommenheit“ unmittelbar nach dem Aufstehen ist die Dokumentation des system-arterielle Mitteldrucks (ca. ((2 x systolischer Wert) + diastolischer Wert)/3) nach ca. 20 Sekunden ruhigen Stehens die relevante Messgröße. Das kann mit einer Blutdruckmanschette nicht erfasst werden. Liegt der Wert um 60 mmHg oder darunter, dann müssen die Ursachen für diesen Befund, z.B. die Einnahme von Herz-Kreislaufmedikamenten kritisch überprüft werden.

Für die Diagnose „späte Benommenheit“ ist die Messung des Blutflusses nach mehr als einer Minute ruhigen Stehens die kritische Größe. Dieser Wert wird in der herkömmlichen Praxis ebenfalls nicht bestimmt. Nach mehr als 1 Minute Stehen wird das sogenannte Herzzeitvolumen erfasst: Liegt dieses unter dem Soll von 2,2 Liter pro Minute pro Quadratmeter Körperoberfläche, dann kann das eine Ursache für Benommenheit und Leistungseinschränkung sein.

Hinzu kommt eine Untersuchung bei ergometrischer Belastung im Belastung-EKG. Dadurch lässt sich objektiv und sehr genau die Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems bestimmen.

Insgesamt dauert die ganzheitliche Kreislaufmessung nur etwa 10 Minuten. Dabei werden Veränderungen im Zeitverlauf (z.B. der Einfluss von Medikamenten) berücksichtigt und andere Messwerte (Herzultraschall, Arteriografie, Körpertemperatur, Körpergröße & -gewicht) stets im Zusammenhang damit betrachtet. Ganzheitlich eben.

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Im Bild: Adolf Eugen Fick, Arzt & Physiologe

 

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Der Kreislauf ist ein dynamisches hydraulisches System: Blut fließt mit Druck vom Herz über die Arterien zu den Organen und Muskeln – und schließlich über die Venen wieder zurück zum Herz. Der Kreislauf hat verschiedene lebenswichtige Funktionen.

Wichtige Messgrößen für den Zustand des Kreislaufs sind der Blutdruck (mmHg) und der Blutfluss (l/min). Zudem der Gefäßwiderstand, der sich aus Blutdruck und -fluss ergibt.

Häufig wird in der Praxis das Herzkreislauf-System (z.B. bei Bluthochdruck, Herzschwäche) ausschließlich über den Blutdruck bewertet. Das ist unvollständig und führt meist zu Fehlbewertungen und Nebenwirkungen von Medikamenten.

Nur wenn man sowohl Blutdruck als auch Blutfluss untersucht, kann eine optimale Therapie eingeleitet werden.
Um den Blutfluss zu messen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • blutig: per Herzkatheter
  • unblutig: photo-plethymografisch am Finger (Finapres®️ = Goldstandard)

Das Finapres®️-System verfügt auch über die Möglichkeit der Messung der Empfindlichkeit des Baroreflexes und wir setzten es hier auch bei der Diagnostik von Ohnmachtsanfällen beim Baroreflex-Test ein.

Der Umgang mit dem Finapres®️-System erfordert Erfahrung, ein gutes wissenschaftliches Grundlagenwissen und komplexes Denken. In der Cardiopraxis führen wir seit 2011 jährlich etwa 2.400 Messungen mit dem Finapres®️-System durch und haben damit sehr viel Erfahrung. Für unsere Patienten heißt das: erfolgreiche Kreislaufeinstellung mit möglichst wenigen Medikamenten und wenigen Nebenwirkungen.

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Im Bild: William Harvey, Arzt

 

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Das Autonome Nervensystem erfüllt eine Reihe überaus wichtiger Funktionen: Es reguliert unbewusst unseren Kreislauf und Stoffwechsel und bestimmt damit unser Befinden und unsere Leistungsfähigkeit. Mit sensitiven Messsystemen für Kreislauf und Stoffwechsel lassen sich so auch Rückschlüsse auf das Befinden ziehen.

Im Rahmen des Kreislaufes reguliert der Blutfluss die Nährstoffversorgung und Temperatur des Körpers. Messen lässt sich der Blutfluss mit der unblutigen Finapres®-Methode, einem photopletysmografischen Verfahren.

Ein Indikator für die Stoffwechselaktivität eines Menschen ist seine Ohrtemperatur. Messen lässt sich diese zum Beispiel mit dem System Koogeek®️.

Bei Menschen mit Übergewicht und gesteigertem Stoffwechsel passiert Folgendes: Ihre Temperatur ist erhöht, was zu Unruhe (thermischem Stress) führt. Um besser Wärme durch das isolierende Fett abgeben zu können, ist ihr Blutfluss tendenziell höher. Wenn kein Ausgleich (z. B. Bewegung, Gewichtsreduktion) erfolgt, bleibt die Unruhe.

Bei Menschen mit Normalgewicht und herabgesetztem Stoffwechsel sieht der Prozess genau umgekehrt aus. Ihr Temperatur-Sollwert wird unterschritten und durch einen niedrigen Blutfluss versucht der Körper, Wärme zu konservieren. Wenn ihr Blutfluss zu gering ist, sinkt auch ihre Leistungsfähigkeit.

 

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Die Therapie einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) verfolgt mehrere Ziele: Das Herz soll sowohl in Ruhe als auch bei Belastung optimal entlastet werden, ein adäquater Blutdruck und Blutfluss sollen aufrechterhalten werden und das Herz-Kreislaufsystem soll von körpereigenen potenziell schädlichen Druck-Ausgleich-Systemen abgeschirmt werden.

Um eine medikamentöse Behandlung optimal zu steuern, müssen ganz verschiedene hydraulische Größen erfasst werden – und zwar nicht-invasiv: etwa die Gefäßfüllung per Ultraschall, der Druck in der Lungenstrombahn und im linken Herz per Doppleruntersuchung, die Sog- und Pumpkraft des Herzens per Gewebedoppler und Echokardiografie, Herzfrequenz und Blutdruck sowie Herzzeitvolumen und Gefäßwiderstand per Photoplethysmografie mit der Finapres®-Methode, dem Goldstandard der nicht-invasiven Kreislaufmessung.

In der Cardiopraxis führen wir jährlich über 2.000 Untersuchungen mit dem Finapres®-System durch – laut Hersteller sind wir damit weltweit führend.

 

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