Lärm macht krank – Stille schützt Herz und Kreislauf

Stille schützt Herz und Kreislauf. Längere kritische Geräuschexposition am Arbeitsplatz und im Wohnbereich, z.B. durch Straßengeräusche, ist ein potenzielles Gesundheitsrisiko. Ab 50 Dezibel (dB) steigt das Risiko für Herzinfarkt und Bluthochdruck pro 10 dB um 6 Prozent. Bei Werten über 50 dB macht daher Lärmschutz Sinn. Wir unterscheiden den nicht-individuell gestaltbaren Lärmschutz vom individuell gestaltbaren Lärmschutz.

Nicht-individuell gestaltbarer Lärmschutz

Hier gilt vor allen Dingen: Lärmbildung vermeiden und abwehren! Das kann etwa durch Ersatz von Dieselautos mittels E-Autos geschehen oder durch verkehrsberuhigende Maßnahmen. Lärm abwehren lässt sich mit architektonischen Maßnahmen, z. B. Schutzwänden. Entsprechend kann man lärmfern wohnen und arbeiten.

Die Hauswanddicke und die Fensterisolierung spielen ebenfalls eine Rolle. Sie können, zumindest was die Fensterisolierung in der Nacht angeht, selbst aktiv werden. Schwere Vorhänge können gut vor Lärm schützen. Im Innenraum können Schallschlucker wie Innenwände, Teppiche, Bilder und sogenannte Helmholtzsche Körper kleine Wunder vollbringen. Insgesamt betrachtet ist die Lärmexposition im Wohn- und Arbeitsbereich allerdings durch den Einzelnen häufig kaum kontrollierbar.

Individuell gestaltbarer Lärmschutz – öfter mal eine akustische Pause

Individuell gestaltbaren Lärmschutz kann der einzelne Mensch mit einfachen Maßnahmen günstig beeinflussen.
So können Sie z.B. eine akustische Pause einlegen, indem Sie Fenster und Türen schließen, ein „Bitte nicht stören“-Schild an die Türe hängen. Für ca. 10 Minuten können Sie dann in akustischer Ruhe einfache Tätigkeiten ausführen. Atemübungen und Meditation sind hier besonders hilfreich. Sie sollten auch darauf achten, dass Sie Störgeräusche aktiv ausschalten, indem Sie Musik und Radio, auch via Kopfhörer, für eine Zeit lang abstellen.

Individueller Lärmschutz – ANC-Kopfhörer richtig nutzen

Ein interessanter Ansatz ist die Nutzung sogenannter In-Ear-Kopfhörer mit guten Ohrpassstücken –OHNE Musik.
Bereits das Einsetzen der Ohrstöpsel verringert die Schallexposition um 5 bis 10 dB. Mit Hilfe von Antischall-Systemen, sogenannten Active Noise Cancelling (ANC) Kopfhörern, kann Schall um 20 bis 30 dB abgeschwächt werden (z.B. Bose QuietComfort 20 In-Ear oder Bose Quiet-Control 30). Viele Produkte sind so auch ohne Handy („stand alone”) nutzbar.

Bei der Nutzung von In-Ear ANC-Kopfhörern OHNE Musikbeschallung ist es nicht das Ziel, das Umfeld komplett auszuschalten. Eine direkte Ansprache durch Personen oder Warnsignale sollten weiter hörbar sein. Bei einigen Systemen können Sie dafür den Grad der Schallabschirmung via App auf dem Handy individuell anpassen. Ein interessanter Effekt ist dabei, dass Sie die Umwelt häufig bewusster und klarer wahrnehmen, weil ablenkende Störgeräusche unterdrückt werden.

Obwohl man Warnsignale bei In-Ear ANC-Systemen gut wahrnehmen kann, sollte man bei der Nutzung im Straßenverkehr auf jeden Fall die Musik ausschalten und die visuelle Kontrolle intensivieren. Ist man zu Hause oder bei der Arbeit, dann kann man eventuell sogenannte Ambient Sounds nutzen, zum Beispiel die Endel-App. Im Gegensatz zu In-Ear-Systemen schließen Over-Ear-Kopfhörer mit ANC den Schall bis 35 dB ab. Das ist meist nicht erforderlich und vor allen Dingen als Fußgänger im Straßenverkehr auch nicht sinnvoll. Übrigens, als Autofahrer sollten Sie im Straßenverkehr keine Kopfhörer nutzen.

ANC-Kopfhörer sinnvoll für Menschen mit Hochtonschwerhörigkeit

Besonders nützlich sind In-Ear ANC-Systeme für Menschen mit Hochtonschwerhörigkeit. Der Anteil von Menschen mit Hochtonschwerhörigkeit beträgt im Alter von 44 bis 64 Jahren bereits 11 bis 24 Prozent der Bevölkerung und nimmt mit dem Alter zu.

Menschen mit Hochtonschwerhörigkeit haben erhebliche Probleme, z.B. in einem Stimmengewirr einem Gespräch zu folgen oder Gesprochenes im Fernsehen zu verstehen. Sie stehen durch Umgebungsgeräusche auch in anderen Situationen häufig unter Stress. In-Ear ANC-Kopfhörer mindern bei diesen Menschen den Stress durch Straßenverkehr, denn die Systeme sind auch für Fußgänger im Stadtverkehr geeignet.

 

Akustisches Umfeld kennen lernen

Lernen Sie Ihr persönliches akustisches Umfeld selbst kennen! Nutzen Sie dabei Apps, mit denen Sie die Lautstärke in Dezibel messen können, z.B. dB Messgerät Pro.

Ergreifen Sie Maßnahmen zum individuellen Lärmschutz, denn Lärmschutz ist Herz-Kreislaufschutz!

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Hochton-Schwerhörigkeit – Stress für Herz und Kreislauf

Akustischer Stress belastet Herz und Kreislauf – Bluthochdruck und Herzinfarkt sind die möglichen Folgen. Dass wir akustische Phänomene als Stress wahrnehmen, hängt nicht nur von der Lautstärke, sondern auch von der subjektiven Hörfähigkeit ab. Eine weit verbreitete Hörstörung ist die Hochtonschwerhörigkeit.

Hochton-Schwerhörigkeit kommt häufiger vor, als Sie denken

Diese Wahrnehmungsstörung ist bereits im mittleren Lebensalter recht häufig und nimmt mit dem Alter stetig und deutlich zu:

  • 45 bis 54 Jahre : 11%
  •  55 bis 64 Jahre: 25 %
  • 65 bis 84 Jahre: 43%

Sie hat auch volkswirtschaftliche Bedeutung: Jeder vierte Mensch im beruflich aktiven Alter zwischen 55 und 64 Jahren hat eine Hochton-Schwerhörigkeit.

Hochton-Schwerhörigkeit – Lautstärke ist NICHT das Problem

Wenn Sie eine Hochton-Schwerhörigkeit haben, dann ist Lautstärke der gesprochenen Sprache nicht das Problem. Sie hören den Gesprächspartner normal laut, aber mehr oder weniger undeutlich.

Hochton-Schwerhörigkeit – hohe Frequenzen SIND das Problem

Bei der Hochton-Schwerhörigkeit ist, wie der Name schon sagt, die Tonfrequenz die Ursache für das Missempfinden. Es sind die Töne mit hohen Frequenzen und bestimmte Klangmuster, die zum Problem werden. Insgesamt werden niedrige Frequenzen eher als angenehm, hohe Frequenzen eher als unangenehm wahrgenommen. Homogene Klangmuster sind für Betroffene wohltuend, während heterogene Klangmuster als störend empfunden werden.

Allein schon durch die Bewertung der Symptome lässt sich eine Hochton-Schwerhörigkeit gut eingrenzen. Die hohen Stimmen von Kindern und Frauen verstehen betroffene Personen immer schlechter. Wörter mit Konsonanten bzw. Zischlaute wie F, H, S, SCH werden besonders schlecht gehört; Wörter mit Vokalen wie A, O, U werden besser gehört. So fällt es Ihnen bei einer Hochton-Schwerhörigkeit z.B. schwer, Gesprächen zu folgen, wenn diese in einer mehr oder weniger lauten und störenden Umgebung stattfinden.

Hochton-Schwerhörigkeit – chronische Schädigung durch hohe Lautstärke

Bei der typischen Hochton-Schwerhörigkeit sind in der Regel beide Ohren gleich stark betroffen und die Störung nimmt schleichend zu. Dieser langsame Prozess wird als degenerativ bezeichnet, ist aber nicht ohne Ursachen. Die häufigste ist die chronische Schädigung durch zu hohe Lautstärke, z.B. durch Straßenlärm. Hinzu kommen Infektionen des Ohres und nur in ca. 25 Prozent der Fälle nimmt man einen genetischen Einfluss an.

Anatomisch lässt sich die Hochton-Schwerhörigkeit so erklären: Feinste Haarwurzelzellen, die kleinsten Untereinheiten der akustischen Wahrnehmung im Innenohr, sind geschädigt. Das schränkt vor allen Dingen die Wahrnehmung von hohen Tönen ein.

Hochton-Schwerhörigkeit – soziale Kommunikation eingeschränkt

Gerade Gruppengespräche können Sie mit dieser Art der Schwerhörigkeit nur mühevoll verfolgen. Denn das schnelle akustische Umschalten von einem auf den anderen Gesprächspartner fällt Ihnen jetzt schwer. Das wird noch schwieriger, wenn eine Geräuschkulisse im Hintergrund aktiv ist.

Als betroffene Person bleiben Sie im Gespräch häufig passiv und zeigen Zeichen der akustischen Verunsicherung, z.B. häufiges Nicken und Lächeln. Eine Hochton-Schwerhörigkeit führt also nicht selten zum sozialen Rückzug: Betroffene können nicht mehr aktiv an Gesprächen teilnehmen und sind durch die akustische Kommunikation auch regelrecht gestresst und erschöpft.

Hochton-Schwerhörigkeit – Fernsehen als Test

Neben der face-to-face-Kommunikation ist natürlich auch die differenzierte Wahrnehmung aus anderen Quellen, wie z.B. dem Fernsehen, deutlich eingeschränkt. Besonders schwer haben es Hochton-Schwerhörige bei sogenannten Flatscreen-Fernsehern, die in der Regel – falls ohne Soundbar – eine besonders schlechte Akustik haben.

Das gemeinsame Fernsehen mit Angehörigen oder Freunden kann ein erster deutlicher Hinweis auf eine beginnende Hochton-Schwerhörigkeit sein. Es kommt hier durchaus zum Streit um die Fernbedienung, weil unterschiedliches Hörvermögen besteht.

Meistens haben Betroffene noch nicht begriffen, dass es bei ihnen um eine Störung der Wahrnehmung hoher Tonfrequenzen anstatt um die Lautstärke geht. Wie so häufig bei Menschen, die mit Schwerhörigkeit nicht vertraut sind, denken sie, sie könnten ihr akustisches Problem mit Lautstärke lösen: Sie haben das Bedürfnis, die Lautstärke an der Fernbedienung hoch zu regeln (was selbstverständlich nicht wirklich hilft).

Das führt natürlich zu Konflikten mit den anderen Zuschauern bzw. Zuhörern im Raum. Als Betroffener fragen Sie trotzdem immer wieder nach „Was hat der da gerade gesagt?“ und irgendwann können Sie die Handlung, z.B. eines Krimis, nicht mehr richtig verfolgen. Dann nehmen Sie nur noch emotionale Stimmungsbilder im Fernsehen wahr und meiden mit zunehmender Hörstörung das Fernsehen ganz.

Hochton-Schwerhörigkeit – Stress pur

Weil durch die Hochton-Schwerhörigkeit Ihre akustische Wahrnehmungsfähigkeit geringer ist, sind Sie auch akustisch deutlich weniger belastbar. Das hat zur Folge, dass verhältnismäßig normale akustische Situationen, wie z.B. die Reise in einem Zugabteil mit akustisch normal aktiven Menschen, als Lärm wahrgenommen wird – und Sie stresst.

Hochton-Schwerhörigkeit – nicht richtig verstehen UND nicht richtig verstanden werden

Hinzu kommen gerade in der frühen Phase der unerkannten Hochton-Schwerhörigkeit soziale Konflikte. Als betroffene Person verstehen Sie nicht nur weniger, sondern Sie werden auch von Ihrem sozialen Umfeld häufig nicht verstanden: „Wenn du dich richtig auf das Fernsehen konzentrieren und richtig zuhören würdest, dann würdest du das auch verstehen!

Hochton-Schwerhörigkeit – subjektive und objektive Schweregradeinteilung

Nach Symptomen kann die Hochtonschwerhörigkeit orientierend in Schweregrade eingeteilt werden:

  • Leichtgradig: Gruppengespräche und Fernsehen funktionieren eingeschränkt
  • Mittelgradig: zunehmend Versuche im Gespräch von den Lippen abzulesen; hohe Frauen- und Kinderstimmen werden nur noch schwer verstanden; das soziale Umfeld fordert auf, sich doch endlich mal ein Hörgerät anzuschaffen.
  • Hochgradig: Sprachverständnis ist stark eingeschränkt.

Haben Sie oder eine angehörige Person Symptome der Hochton-Schwerhörigkeit, dann sollten Sie sich Klarheit verschaffen. Lassen Sie sich nicht nur Ihre Verdachtsdiagnose professionell bestätigen, um weitere Konsequenzen einzuleiten! Vermeiden Sie auch den Stress, der durch die Unsicherheit der Verdachtsdiagnose selbst entsteht.

Ein Hörtest mit einem Audiogramm ist objektiv und Sie sollten ihn entweder beim Hals-Nasen-Ohren Arzt oder beim Hörgeräteakustiker durchführen.

Hochton-Schwerhörigkeit – wie gehe ich damit um?

Mit einer Hochton-Schwerhörigkeit sollten Sie offensiv umgehen, um sich Ihre Kommunikationsfähigkeit zu erhalten und um Stress zu vermeiden. Das ist für Ihre langfristige Gesundheit wichtig: Ein normales Sozialverhalten, was ja vor allen Dingen durch Kommunikation gekennzeichnet ist, kann so aufrechterhalten werden und man ist weniger seelisch belastet.

Hochton-Schwerhörigkeit – Ohren professionell sauber halten

Gerade bei den leichten Formen der Hochtonschwerhörigkeit ist es sinnvoll, dass Sie Ihre Ohren sauber halten. So vermeiden Sie, dass neben dem Problem mit den hohen Frequenzen auch noch eine gestörte Wahrnehmung von Lautstärke hinzukommt. Bei der Ohrenreinigung sollten Sie auf eine professionelle Hilfe durch den Hals-Nasen-Ohren Arzt Wert legen. Traumatisierende Selbstversuche mit Wattestäbchen schaden mehr, als dass sie nutzen!

Hochton-Schwerhörigkeit – Problem offen ansprechen

Als Betroffene sollten Sie in Ihrem sozialen Umfeld offen mit dem Problem umgehen. Sie können ruhig auch mal sagen „Ich höre schlecht, können Sie das bitte nochmal deutlich wiederholen?„. Falls Sie über 45 Jahre alt sind, dann können Sie auch davon ausgehen, dass Sie sich häufig in der Gesellschaft von Mitbetroffenen befinden: MINDESTENS jeder 10. Mensch hat ab dem 45. Lebensjahr eine Hochton-Schwerhörigkeit.

Haben Ihre Mitmenschen verstanden, dass Sie eine Hörstörung haben, dann stellen sie sich auch schon mal darauf ein und sprechen artikulierter und langsamer.

Hochton-Schwerhörigkeit – Text-Messaging

Akustische Probleme beim Telefonieren können Sie zum Teil dadurch lösen, dass Sie sich vermehrt über Textnachrichten austauschen. Gerade, wenn es um Vereinbarungen wie z.B. eine Verabredung geht, ist eine Textnachricht häufig klarer. Die Textnachrichten können Sie übrigens ganz einfach akustisch in Ihr Smartphone diktieren. Das geht inzwischen nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig.

Hochton-Schwerhörigkeit – In-Ear Kopfhörer mit Active Noise Cancelling reduzieren den Stress

Um dem akustischen Stress durch heterogene Geräuschkulissen, z.B. in einem Großraumbüro oder auf der Straße zu entgehen, empfehlen wir in der Cardiopraxis In-Ear Kopfhörer mit Active-Noise-Cancelling (ANC) ohne Musikbeschallung, z.B. Bose QuietComfort 20 oder Bose QuietControl 30. Durch den Antischall des ANC werden störende Frequenzen ausgeblendet und die Umgebungslautstärke um bis zu 30 Dezibel reduziert. Falls Sie keine Musik hören, dann sind Sie beim Gehen durch eine laute Stadt so immer noch in der Lage, akustische Warnsignale wie etwa Autohupen zu erfassen.

Bei einem Gespräch können Sie das ANC ausschalten und dabei die Ohrstöpsel im Ohr belassen. Die Ohrstöpsel allein reduzieren die Lautstärke schon um 5 bis 10 Dezibel und Sie können sich sogar auch unterwegs noch ganz gut unterhalten.

Menschen mit Hochton-Schwerhörigkeit empfinden diese Systeme als ausgesprochen angenehm und entspannend. Auf sogenannte Over-ear Systeme sollten Sie zu dem genannten Zweck verzichten: Es geht ja nicht darum, Ihre akustische Umgebung komplett auszublenden, sondern Ihre individuelle Hörschädigung anzupassen. Die Interaktion mit Ihren Mitmenschen soll schließlich verbessert werden.

Hochton-Schwerhörigkeit – ab mittlerem Schweregrad Hörgerät erwägen

Ein Hörgerät sollten Sie spätestens ab mittelgradiger Hochtonschwerhörigkeit in Erwägung ziehen. Moderne Hörgeräte können individuell an das jeweils aktuelle akustische Umfeld angepasst werden (zum Beispiel Gespräche, Straßenverkehr). Diese Hörgeräte sind zum Teil auch bequem über Handy und Apps zu steuern. Die direkte Kopplung zum Fernseher ist zum Teil auch möglich.

 

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Körpertemperatur – wichtig für Blutdruck, Blutfluss und Befinden

Für uns in der Cardiopraxis ist Ihre Körpertemperatur ein besonders wichtiger Messwert. In Verbindung mit den Ergebnissen zu Ihrem Blutdruck und Blutfluss gibt uns die Körpertemperatur nicht nur genaue Hinweise auf den Zustand Ihres Kreislaufs, sondern auch auf Ihr subjektives Befinden.

Mit den gesammelten Ergebnissen können wir in der Cardiopraxis Störungen des Herz-Kreislaufsystems wie z.B. Bluthochdruck, Benommenheit und Herzschwäche gezielter behandeln. Auch bei der Gewichtsreduktion, etwa durch Intervallfasten, können wir Ihnen mit den Ergebnissen der Körpertemperatur wertvolle Hinweise geben.

Folglich messen wir bei jeder Kreislaufmessung die Körpertemperatur mit. Wir nutzen dabei die zuverlässige Infrarotmessung im Ohr. Sie können Ihre Körpertemperatur aber auch zuverlässig und schnell zu Hause selber bestimmen.

Körpertemperatur – wo und wann messen?

Wenn Sie die Körpertemperatur bestimmen, dann ist es am besten, wenn Sie ein Maß für die sogenannte Körperkerntemperatur ganz im Inneren des Körpers haben. Der Körperkern ist der Ort, wo die Organe, wie z.B. die Leber, liegen. Die Körperkerntemperatur gibt Ihnen die besten und zuverlässigsten Hinweise auf veränderte Stoffwechselprozesse bzw. entzündliche Krankheitsvorgänge.

Da die Messung ganz im Inneren des Körpers technisch schwierig ist, verlassen wir uns auf die Temperaturmessungen im Enddarm oder im Ohr. Die Temperatur hier entspricht der Körperkerntemperatur ziemlich genau.

Die Körpertemperatur schwankt im Tagesverlauf, die Regulation folgt einer genetisch festgelegten Inneren Uhr. Folglich ist es wichtig, dass Sie immer zum selben Tageszeitpunkt messen, z.B. unmittelbar nach dem Nachtschlaf. Diese Messung nennen wir die Basaltemperatur. Sie können auch abends in Ruhe um 19:00 Uhr herum messen.

Die Werte sollten Sie in einer Health App dokumentieren und die Kurve im Zeitverlauf beobachten.

Körpertemperatur im Ohr – so messen Sie richtig

Die Körpertemperatur über das Trommelfell im Ohr mittels Infrarottechnik zu bestimmen ist zuverlässig und schnell. Sie sollten allerdings auf einige Dinge achten, um verwertbare Messergebnisse zu bekommen.

Vor der Messung selbst sollten Sie ein sauberes Ohr haben. Auf die Reinigung mit Wattestäbchen sollten Sie auf jeden Fall verzichten, hier muss gegebenenfalls der Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder die Hals-Nasen-Ohren-Ärztin helfen.

Der Gehörgang verläuft vom Eingang aus gesehen nach unten und vorne; das Trommelfell liegt am Ende des Gehörgangs verwinkelt am Übergang zum Mittelohr. Um den Gehörgang nun so zu begradigen, dass der Infrarotmessstrahl direkt auf das Trommelfell gerichtet ist, neigen Sie den Kopf etwas zur Gegenseite und ziehen Sie das Ohr nach hinten und oben. Das gilt, wenn Sie bei sich selbst, aber auch wenn Sie bei einer anderen Person messen.

Gerade bei der Selbstmessung können gelegentlich Fehler unterlaufen, wenn der Messstrahl im Gehörgang verkantet. Folglich sollten Sie zu einem Messzeitpunkt jeweils 3 Einzelmessungen hintereinander vornehmen. Der höchste Wert zählt, da falsch-niedrige Werte nicht vorkommen.

Mit der Zeit bekommen Sie so einen messtechnisch-objektiven Überblick zu Ihrer individuellen Körpertemperatur zu einem bestimmten Tageszeitpunkt, am besten zur Basaltemperatur. Bilden Sie einfach den Mittelwert der Einzelmessungen von ca. 21 aufeinanderfolgenden Tagen. Sie werden feststellen, dass die meisten Werte um den Mittelwert herum in einem Bereich von ca. plus/minus 0,3 Grad Celsius liegen.

Körpertemperatur – wann steckt eine Krankheit dahinter?

Wenn Werte um mehr als 0,5 Grad Celsius vom Mittelwert abweichen, ist es ratsam Sie die Ursache hinterfragen.
Kündigt sich möglicherweise bei Ihnen eine Infektionserkrankung an? Hinweise geben hier nicht nur der Anstieg der Temperatur, sondern auch starke Schwankungen von Tag zu Tag. Bemerken Sie weitere Symptome wie eine verstopfte Nase, Kopfschmerzen, Husten, Bauchschmerzen, Durchfall oder jedwede Schmerzen in irgendeiner Körperregion?

Von Fieber sprechen wir, wenn die Körpertemperatur deutlich erhöht ist:

  • Fieber ab 38 Grad Celsius
  • hohes Fieber 39 bis 41 Grad Celsius
  • sehr hohes Fieber ab 41 Grad Celsius

In seltenen Fällen kann eine Temperaturerhöhung ein Zeichen einer chronischen Erkrankung, zum Beispiel einer Krebs- oder einer Autoimmunerkrankung, sein. Nehmen Sie ggf. Medikamente ein, die die Temperatur verändern können? Dazu zählen etwa Schilddrüsenhormone, Testosteron, Östrogen oder auch Cortison.

Körpertemperatur – was kann noch hinter Veränderungen stecken?

Falls Ihre Temperatur im Vergleich zu vorherigen Werten höher ist, dann sollten Sie auch fragen, ob Sie in letzter Zeit an Körpergewicht zugenommen haben, z.B. durch Intervallfasten. In der Regel steigen die Körpertemperatur und die Wärmeempfindlichkeit, wenn Sie an Gewicht zunehmen. Nehmen Sie ab, dann sinkt die Körpertemperatur und die Kälteempfindlichkeit nimmt zu.

Manchmal kommt es vor, dass stoffwechselaktivierende Nahrung die Temperatur erhöht, z.B. Alkohol oder auch scharfe Gewürze, wie z.B. Chili oder Ingwer. Haben Sie in der letzten Nacht eventuell wenig geschlafen? Auch das kann die Körpertemperatur steigen lassen.

Selbstverständlich haben auch normale Körperprozesse Temperaturschwankungen zur Folge. Bei Frauen steigt die Körpertemperatur am Tag des Eisprungs um ca. 0,5 Grad Celsius an.

Falls Sie direkt aus einer intensiven Traumphase, der REM-Schlafphase, erwachen, können Sie ebenfalls eine erhöhte Temperatur haben: Im REM-Schlaf sind die neurovegetativen Prozesse dereguliert und die Temperatur erhöht.

Falls Sie zu einem späteren Zeitpunkt als üblich aufstehen, dann kann das auch mit einer erhöhten Temperatur verbunden sein. Die Temperatur ist ja Teil der inneren Uhr und verläuft damit regelhaft eher gekoppelt an die Tageszeit als an das Schlaf-Wach-Verhalten.

Kritisch erhöhte Körpertemperatur – im Zweifel ärztliche Hilfe

Bei unklaren Temperaturveränderungen konsultieren Sie im Zweifel einen Arzt oder eine Ärztin, um weitere Diagnostik durchzuführen. Das gilt vor allen Dingen für ältere Menschen, da bei ihnen Erkrankungen häufig nur mit einem leichten Temperaturanstieg verbunden sind.

Sehr hohes Fieber ab 41 Grad Celsius ist ein drohender Notfall. Eine sehr schwere Infektionserkrankung ist wahrscheinlich die Ursache, es droht der Kreislaufkollaps. Falls sich die Temperatur mit fiebersenkenden Maßnahmen innerhalb von 45 Minuten senken lassen, dann sollten Sie unmittelbar ärztliche Hilfe anfordern, z.B. über den ärztlichen Notdienst 116 117.

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Schlaganfall – schnelle Therapie entscheidend

Schlaganfall ist eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns, die dort zum Untergang von Gehirngewebe und dauerhaften Funktionsverlusten führt. Ursächlich ist in 80-85% der Fälle eine Verstopfung einer Gehirnarterie, in 15-20% eine primäre Einblutung in das Gehirngewebe. Therapieziele sind daher:

  • die Durchblutung schnell wiederherstellen
  • das Absterben von Gehirnzellen vermeiden
  • dauerhafte Behinderung verhindern

Schlaganfall – Warnsymptome erkennen

In Deutschland erzielen wir mittlerweile sehr gute Therapieresultate. Die dauerhafte Wiederherstellung von  Körperfunktionen gelingt immer häufiger. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein Schlaganfall sofort behandelt wird. Ein erster Schritt dorthin: Sie erkennen Warnzeichen bei sich selbst oder anderen Menschen und handeln schnell. Daher nutzen Sie den FAST-Test, um einen Schlaganfall sicher zu erkennen.

Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall. Ärztinnen und Ärzte können Ihnen nur helfen, wenn Sie Alarm geben. Ist die Symptomatik gering oder auch nur vorübergehend, kann es sich um Vorboten für einen schweren Schlaganfall handeln.  Im Zweifel sollten Sie daher immer sofort den Notruf 112 wählen.

Schlaganfall – moderne Akutbehandlung

Im Krankenhaus angekommen wird als erste diagnostische Maßnahme eine Schichtaufnahme des Kopfes gemacht (CCT oder MRT). Dadurch können Gehirnblutungen ausgeschlossen werden, die für etwa 15-20% aller Schlaganfälle verantwortlich sind. Die Therapie bei einer Hirnblutung ist selbstverständlich komplett anders, als die Therapie eines Schlaganfalls durch ein verschlossenes Gehirngefäß durch ein Blutgerinnsel.

Mit einer Akuttherapie versuchen Ärzte die Durchblutung wiederherzustellen. Durch Gabe von bestimmten Substanzen kann sich das Blutgerinnsel in der Gehirnarterie wieder auflösen (systemische Lyse). Mögliche Nebenwirkungen einer solchen Therapie sind Blutungskomplikationen. Daher wird diese Form der Therapie nur durchgeführt, wenn die Schlaganfallsymptomatik sehr ausgeprägt ist und das Blutungsrisiko des Betroffenen als gering eingestuft wird. In letzten Jahren sind neue Therapiestrategien entwickelt worden. In spezialisierten Zentren führen Neuroradiologen auch sogenannte Thombektomien durch: Über einen Katheter, der über die Leistenarterie bis in die betroffene Gehirnarterie vorgebracht wird, wird das Blutgerinnsel entfernt – wie bei einer Herzinfarkttherapie.

Moderne Schlaganfalltherapie ermöglicht es, das Risiko bleibender Schäden zu verringern. Das Wichtigste beim Erkennen, Handeln und Behandeln ist die Zeit, denn jede Minute zählt: Time is Brain!

 

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Schlaganfall – die Zeit entscheidet

Die Schlaganfall-Therapie hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert: Es gibt weniger Folgebehinderungen und häufiger komplette Heilungen. Voraussetzung dafür ist, dass unmittelbar nach Symptombeginn (in weniger als 4 Stunden!) die Therapie beginnt. Je früher sie startet, desto besser ihr Ergebnis! Daher ist es so ungemein wichtig, dass Symptome richtig eingeordnet werden und ärztliche Hilfe unmittelbar aufgesucht wird.

Die wichtigsten Ziele sind:

  • Symptome möglichst schnell erkennen
  • Therapie schnellstmöglich beginnen
  • dauerhafte Behinderungen vermeiden: Time is Brain!

Schlaganfall – bei Verdacht hilft Ihnen der FAST-Test weiter

Schlaganfallpatienten selbst nehmen die akuten Veränderungen häufig nicht wahr. Deswegen sind Beobachtungen auch durch Andere ungemein wichtig, etwa durch Angehörige oder Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz. Wenn Sie Veränderungen bei Ihrem Gegenüber feststellen, aber die Symptome noch nicht eindeutig zuordnen können, hilft Ihnen der sogenannte FAST-Test weiter:

  • Face (Gesicht):
    Bitten Sie die Person zu lächeln! Ist das Gesicht einseitig verzogen? Das deutet auf eine Halbseitenlähmung hin.
  • Arms (Arme):
    Bitten Sie die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen! Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden: Sie sinken oder drehen sich.
  • Speech (Sprache):
    Lassen Sie die Person einen einfachen Satz nachsprechen! Ist sie dazu nicht in der Lage oder klingt die Stimme verwaschen, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.
  • Time (Zeit):
    Wählen Sie unverzüglich die 112 und schildern Sie die Symptome!

Schlaganfall – bei Verdacht konsequent handeln

Auch wenn nur ein Faktor im FAST-Test zutrifft oder zusätzlich andere Symptome auftauchen, handeln Sie konsequent: Wählen Sie die 112 und äußern Sie einen Verdacht auf Schlaganfall! Abwarten nach dem Motto „es wird schon wieder“ ist immer falsch. Fahren Sie den Betroffenen auch nicht selbst in das Krankenhaus, begleiten Sie ihn bis zum Eintreffen der professionellen Ersthelfer. Bei einem Schlaganfall kann sich die Symptomatik rasch verschlechtern.

 

 

 

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Angina pectoris – Brustschmerzen

Sehr häufig bitten uns in der Cardiopraxis Menschen um Rat und Tat, die als Symptom „Angina pectoris“ angeben. Angina pectoris bedeutet „Enge der Brust“.

So kommen Sie zu uns, weil Sie die Beschwerden bemerkt haben. Damit ist der Ort der Beschwerden schon einmal auf den Brustraum und angrenzende Regionen eingegrenzt. Das Problem besteht jetzt für Sie darin, dass Sie manchmal schwer unterscheiden können, wo die Beschwerden ihren Ursprung haben. Dabei kann es sich um ganz verschiedene Arten von Brustdruck oder Brustschmerzen handeln.

Angina pectoris – bewegungsabhängig und hell?

Die nächsten Hinweise erhalten wir über den Schmerzcharakter und die Auslösbarkeit. Kommen die Schmerzen von der Wirbelsäule oder von der Muskulatur, dann haben sie eher einen punktuellen “hellen” Charakter (“wie Stiche”). Sie sind fast immer bewegungsabhängig, d.h. sie verändern sich, z.B. wenn Sie den Arm heben oder die Wirbelsäule beugen oder drehen. Sind Lungen- und Rippenfell gereizt, dann nehmen die “hellen” Schmerzen beim vertieften Atmen zu. Immer wieder einmal erleben wir auch mal Menschen, bei denen eine Krämpfe der Speiseröhre zu Schmerzen führt. Bei Entzündungen der Speiseröhre sind die Schmerzen häufig im Liegen betont. 

Besonders gravierend, zum Glück aber sehr selten sind die reißenden Schmerzen, wenn ein Einriss der Hauptschlagader, die Aortendissektion auftritt. Hier ist der Schmerz ebenfalls „hell“ und ist häufig mit Zeichen der Adrenalin-vermittelten Aktivierung verbunden, wie z.B. Unruhe, schneller Herzschlag und Schwitzen. Bei der Lungenembolie tritt der Brustdruck häufig plötzlich, wie aus heiterem Himmel auf und ist mit Luftnot verbunden. Besteht die Lungenembolie schon etwas länger, dann sind Beschwerden durch die entzündliche Mitbeteiligung des Lungenfells auch mal atemabhängig.

 

Schmerz, der durch Druck z.B. auf das Brustbein ausgelöst werden kann, kommt nie vom Herzen.   

Angina pectoris – belastungsabhängig und dunkel?

Bei Durchblutungsstörungen des Herzmuskels nehmen Sie hingegen eher einen flächigen dumpfen Druck war (“wie ein Stein auf der Brust”), meistens hinter dem Brustbein oder in der linken Brusthälfte lokalisiert. In der Regel Belastung zu, dann wenn Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Brustdruck kann aber auch schon mal in Ruhe auftreten, wenn sich ein Herzkranzarterie verkrampft, z.B. durch Kälte oder Aufregung. 

Angina pectoris – im Zweifel ärztliche Hilfe aufsuchen

Sie merken, dass die Zuordnung des Symptoms „Brustdruck“ bzw. „Brustschmerz“ zu einem Organ nicht ganz einfach ist. Häufig hilft zur Unterscheidung der Nitro Spray-Test.

Besonders, wenn die Beschwerden neu, sich in der den letzten Tagen verändert haben oder die Symptome intensiv sind, dann ist es für Sie über die nächsten Schritte genau nachdenken und handeln.

Scheuen Sie sich nicht je nach Intensität den Hausarzt aufzusuchen bzw. den Ärztlichen Notdienst unter 116 117 zu verständigen. Bei akuten lebensbedrohlichen Situationen verständigen Sie konsequent den Rettungsdienst unter 112.

 

 

….weiter im Selbsthilfekurs „Herzinfarkt sofort erkennen“

 

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Herzkranzarterien – große und kleine Arterien

Die Herzkranzarterien haben ihren Ursprung in der Aorta, der Hauptschlagader des Kreislaufs und verlaufen zunächst auf dem Herzmuskel. Sie bringen sauerstoffreiches Blut über die verschiedenen Hauptäste und deren Seitenäste, den „großen“ Herzarterien und die nachgeschalteten zahlreichen Gefäße der Mikrozirkulation. Die Mikrozirkulation, auch die „kleinen“ Herzarterien genannt bringen den so wichtigen Sauerstoff dann zu den Herzmuskelzellen. Während sich die großen Herzkranzarterien mittels Herzkatheter bei einem Innendurchmesser von 1-5 mm mit Röntgenkontrastmittel sehr gut darstellen lassen, sind die kleinen Arterien der Mikrozirkulation meistens nur unter dem Mikroskop zu sehen.

Herzkranzarterien – 3 großen Arterien für die linke Herzhauptkammer

Anatomisch betrachten hat in der Regel hat jeder Mensch zwei große Herzkranzarterien, die rechte und die linke Herzkranzarterie. Die linke Herzkranzarterie hat einen kurzen Hauptstamm von meistens 1-5 mm Länge und teilt sich dann in 2 große Hauptäste auf, den absteigenden und den umschlingenden Ast. In der Fachsprache nennen wir sie RIVA und RCX; die rechte Arterie wird RCA bezeichnet. Die 3 Hauptäste mit ihren jeweiligen Seitenästen versorgen jeweils ca. ein Drittel der linken Herzhauptkammer; der RIVA die Vorderwand, der RCX die Seitenwand und die RCA die Hinterwand.

Funktionell betrachtet sprechen wir bei durchblutungsrelevanten Verengungen der großen Herzkranzarterien,  je nach Anzahl der betroffenen Stromgebiete (RIVA, RCX, RCA) von einer 1-, 2- der 3-Gefäßerkrankung.

Die linke Herzhauptkammer versorgt den Körperkreislauf und muss daher mit hohem Druck, und zum Teil gegen die Schwerkraft (Gehirn!) sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf pumpen. Die rechte Herzhauptkammer hat hingegen einen deutlich geringeren Sauerstoffbedarf, weil der Widerstand in der nachgeschalteten Lungenstrombahn und damit die Herzarbeit deutlich niedriger ist; sie beträgt ca. ein Sechstel der Arbeitslast der linken Hauptkammer. Daher sind die großen Herzkranzarterien vor allen Dingen für die linke Herzhauptkammer von kritischer Bedeutung.

Hinzu kommt, dass Herzmuskelzellen sehr sauerstoffsensibel sind. Stoppt die Sauerstoffversorgung, beginnt Herzmuskelgewebe bereits nach 10-15 Minuten unwiederbringlich abzusterben.

Große Herzkranzarterien – für kritische Durchblutungsstörungen relevant

Wenn wir im Folgenden von Angina pectoris, der „Enge der Brust“ sprechen, dann sind Beschwerden aufgrund von Veränderungen der großen Herzkranzarterien und deren Seitenäste gemeint. Diese Verengungen nennen wir auch Stenosen. Auch die kleinen Arterien der Mikrozirkulation können Symptome verursachen. Diese jedoch folgen anderen Gesetzen und sind für eine kritische Störung der Blutversorgung des Herzmuskels, wie z.B. einen Herzinfarkt nur selten relevant (siehe auch Tako-Tsubo Syndrom).

Eine große Herzkranzarterien kann sich verengen, entweder langsam durch eine schleichende Verkalkung oder plötzlich durch einen Gefäßkrampf bzw. ein Blutgerinnsel. Ist eine große Herzarterie zu mehr als 60% verengt, dann können Durchblutungsstörungen auftreten, zunächst nur bei Belastung bei höhergradigen Verengungen um 90% auch in Ruhe. Das verursacht dann Angina pectoris.

Angina pectoris – Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und Sauerstoffbedarf

Angina pectoris bei einer Durchblutungsstörung bedeutet ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot. Normalerweise sind die Symptome abhängig von körperlicher und auch emotionaler Belastung. Zum Beispiel beim Treppensteigen, wenn Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Lokalisiert sind die Beschwerden meistens hinter dem Brustbein, sie können aber auch ausstrahlen in Schulter, Arm, Magen oder etwa Rücken. Bei körperlicher Ruhe verschwinden sie dann wieder.

Je nach Schweregrad kann Brustdruck schon bei sehr leichter Belastung, wie z.B. nach ein paar Stufen auftreten.

Vor allen Dingen die zeitliche Dynamik ist bei der Bewertung des Herzinfarktrisikos von hoher Relevanz. Hier bewerten Sie das Neuauftreten, einer Veränderung von Beschwerdeintensität und -charkteristik bzw. die zeitliche Dauer von Ruhebeschwerden. So können Sie eine stabile Angina pectoris, eine instabile Angina pectoris oder eine anhaltende Angina pectoris selber diagnostizieren.

Angina pectoris – beWegungsabhängig oder beLastungsabhängig?

Sie sollten zwischen den belastungsabhängigen und bewegungsabhängigen Brustbeschwerden unterscheiden.

Belastungsabhängigkeit bedeutet, dass Angina pectoris durch eine Steigerung der Herzarbeit, gekennzeichnet durch Erhöhung von Blutdruck und Herzfrequenz verursacht wird; eine Durchblutungsstörungen des Herzens ist wahrscheinlich.

Bewegungsabhängigkeit bedeutet, dass Symptome durch Bewegung des Muskel-Skelett-Systems (z. B. Beugen, Strecken, Atmen, Drehen) ausgelöst werden können; hier ist nicht das Herz die Ursache.

Beschwerden, die durch Druck auf den Brustkorb, z.B. mit der Faust ausgelöst werden können, kommen nicht vom Herzen.

Bei der Unterscheidung hilft Ihnen der Nitro Spray-Test.

Sie sollten insbesondere bei Neuauftreten oder einer Veränderung der Angina pectoris zeitnah ärztliche Hilfe aufsuchen. Hält Angian pectoris länger als 10 Minuten an, dann müssen Sie sofort handeln und den Rettungsdienst unter 112 verständigen.

 

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Angina pectoris – Druck auf der Brust

Angina pectoris, also Enge der Brust und ist meistens hinter dem Brustbein lokalisiert. Der Brustdruck kann aber auch ausstrahlen, etwa in Schulter, Arm, Magen, Hals, Kieferwinkel oder Rücken. Angina pectoris kann ein Zeichen für eine Durchblutungsstörung im Herzen sein – und auch ein Vorbote für einen Herzinfarkt. Auch isolierte Beschwerden, z.B. im Kieferwinkel vor allen Dingen, wenn diese bei körperlicher Belastung auftreten und in Ruhe wieder verschwinden können auf eine Unterversorgung des Herzmuskels hinweisen.

Um den Schweregrad einer Durchblutungsstörung an Hand von Symptomen zu bewerten, sind die zeitlich Dynamik mit der Häufigkeit, Charakteristik, Auslöser und Intensität der Symptome wichtig. Man unterscheidet in stabile, instabile und anhaltende Angina pectoris.

Zeitliche Dynamik und Stabilität von Symptomen – wichtiger Risikoindikator

Bei einer stabilen Angina pectoris verändern sich die Symptome in einem Zeitraum von 4 Wochen nicht. In einem solchen Fall genügt es, regelmäßig den Kardiologen (ca. 1 mal jährlich) zu konsultieren.

Wenn innerhalb eines Beobachtungszeitraums von weniger als 4 Wochen bei Ihnen neue Symptome vorkommen oder sich bestehende Symptome verändern, dann bezeichnet man das als instabile Angina pectoris. Eine Veränderung kann sich auf die Häufigkeit beziehen, Angina pectoris merken Sie jetzt pro Woche 6-10 mal anstatt wie in der Vorwoche 1-5 mal. Ihre Beschwerden treten bei niedrigerer Belastungsstufe, z.B. nach 1 Etage Treppensteigen auf, vorher haben Sie 2 Etagen mühelos geschafft. Der Druck auf Ihrer Brust ist neuerdings stärker und strahlt sogar aus, z.B. in die Schulter. In einer solchen Situation sollten Sie einen Kardiologen oder eine Notaufnahmestation innerhalb weniger Tage aufsuchen.

Dauern Symptome länger als 10 Minuten in Ruhe an, sprechen wir von einer anhaltenden Angina pectoris. Fast immer geht sie bei einem Herzinfarkt mit Zusatzsymptomen wie etwa Luftnot einher. Besteht bei einer anhaltenden Angina pectoris der Verdacht auf einen Herzinfarkt, sollten Sie in dieser Situation sofort das Rettungsteam unter 112 verständigen.

Symptome bewerten und zeitgerecht handeln

Wir können Ihnen als professionelle Kardiologinnen und Kardiologen nur helfen, wenn Sie rechtzeitig zu uns kommen. Im Grunde ist Angina pectoris ein Schutzengel: Werden die Symptome richtig eingeordnet und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, können Herzinfarkt oder gar Tod verhindert werden.

…..weiter im Selbsthilfekurs „Herzinfarkt sofort erkennen“

 

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Angina pectoris – enge Brust, enge Herzkranzarterie

Bei Angina pectoris, der Enge der Brust ist häufig das Herz der Ausgangspunkt der Symptome. Die bedeutendste Ursache für Brustdruck und Brustschmerz ist hier eine Verringerung der Durchblutung des Herzmuskels. Die ursprüngliche Störung ist eine Verengung, eine sog. Stenose einer Ihrer 3 Herzkranzarterie bzw. von deren Seitenästen. Wenn Sie Angina pectoris haben, die vom Herzen kommt, dann erlauben Häufigkeit und Schwere der Beschwerden einen Rückschluss auf die Veränderungen in einer Herzkranzarterie. Das kann, z.B. bei Herzinfarkt bis hin zu anhaltenden und schweren Beschwerden gehen.

Verengung  Herzkranzarterien – zunächst meist langsam

Die Engstelle einer Herzkranzarterie kann sich verändern, sie ist dynamisch. Begleitend verändern sich auch die Symptome.

Zu Beginn ist die Verengung einer Herzkranzarterie meistens schleichend, nicht selten sind erste Veränderungen schon im Jugendalter unter dem Mikroskop nachweisbar Die Innenhaut des Arterie wird z.B. durch Nikotingenuss geschädigt und Blutbestandteile, und hier vor allen Dingen Cholesterin dringt in die Gefäßwand ein. Hier bildet sich nun ein Polster, oder auch Plaque genannte, welches als Stenose die Lichtung der Blutleitung mehr oder weniger einengt.

Zuviel Cholesterin in der Arterienwand hat eine lokale Entzündung zur Folge, der Körper versucht den Prozess stabilisieren und abzuheilen. Ist die Deckplatte des Polsters dick, dann ist das Polster stabil, ist sie dünn, dann ist sie rissgefährdet. Die entzündliche Abheilung findet dann unter dem Einstrom von Kalzium statt und das Polster beruhigt sich biochemisch wieder; die mehr oder weniger ausgeprägte Stenose bleibt. Wir sprechen auch von einer fixierten Engstelle.

 

Angina pectoris – kalkfeste und dynamische Engstellen

Bei einer Engstelle der Herzkranzarterie von weniger als 60 Prozent des Durchmessers treten keine Symptome auf. Der Blutfluss ist auch bei körperlicher Belastung ausreichend, um den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

Bei einer stabilen Angina pectoris ist die Herzkranzarterie um mehr als 60 Prozent verengt. Der Grad der Verengung ist stabil und die Symptome verändern sich in der Regle nicht. In Ruhe ist der Blutfluss ausreichend, unter Belastung kann er durch die Engstelle nicht genügend gesteigert werden. Bei Überschreiten der Belastungsgrenze tritt Brustdruck auf – in Ruhe verschwindet er nach wenigen Minuten wieder. Das regelhafte Verhalten mit immer wiederkehrender Angina pectoris nach der gleichen Belastungsstufe, z.B. nach dem Steigen von 2 Treppenetagen mit Verschwinden in Ruhe, ist typisch für eine fixierte Engstelle durch Verkalkung.

Nun, ist es aber immer wieder so, dass neben der Strukturstörung mit der verkalkten Engstelle der Arterie auch eine Funktionsstörung des Blutgefäßes besteht. Es neigt daher zu Arterienverkrampfungen, so dass z.B. aus einer fixierten Engstelle von 60% durch eine dynamische Komponente vorübergehend eine 80% Stenose wird. Wenn wir unser Beispiel nochmals betrachten, dann merken Sie jetzt Angina pectoris schon nach 1 Treppenetage, anstatt vorher erst nach 2. Solche Arterienkrämpfe treten typischerweise am Morgen, dann wenn der Adrenalingehalt im Blut am höchsten ist, bei Aufregung oder und vor allen Dingen bei kalter Witterung bzw. Wetterwechsel auf.

Instabile Angina pectoris – Risiko durch Blutgerinnsel

Bei einer instabilen Angina pectoris ist die Herzkranzarterie ebenfalls um mehr als 60 % verengt. Die Engstelle ist zusätzlich meistens entzündlich aktiviert. Die Deckplatte des Polsters ist dünn und kann durch die entzündliche Zerstörung nach innen einreißen. Das Cholesterin-Gewebegemischs im inneren des Polsters hat nun Kontakt mit der Blutbahn, der Körper versucht diesen Riss abzudichten. Das geschieht im ersten Schritt mit der Bildung eines Blutgerinnsels, ganz ähnlich als wenn Sie eine Schürfwunde am Knie haben. Blutgerinnsel lagern sich in der Koronararterie ein und behindern nun mehr oder weniger stark den Blutfluss.

Erschwerend kommt hinzu, dass neben der Verkalkung und dem Blutgerinnsel, die aktivierten Blutplättchen Botenstoffe, wie z.B. Thromboxan freisetzen, was auch noch zusätzliche Arterienkrämpfe begünstigt. Es entsteht so eine explosive Mischung aus der sich sehr schnell ein kompletter Gefäßeverschluß entwickeln kann.

Manchmal merken Sie diese bedrohlichen Gerinnselverklumpungen in Ihrer Herzkranzarterie gar nicht Das kann daran liegen, dass diese von vorne herein so klein sind, dass sie den Blutfluß nicht stören. Der Körper kann darüber hinaus häufig eingeständig überschüssiges Gerinnselmaterial selber schnell abbauen. Nehmen Sie eine Thrombozytenblocker wie Aspirin ein, dann verhindert das meistens die Verklumpung von Blutplättchen.

Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen bemerken Sie dann eine instabile Angina pectoris. Beschwerden verschlechtern sich oder treten häufiger auf – bei niedriger Belastungsstufe oder auch kurz in Ruhe.

Akuter Herzinfarkt – plötzlicher Arterienverschluss durch ein Blutgerinnsel

Nicht immer geht eine instabile Dynamik in einer Herzkranzarterie gut aus. Denn manchmal ist die Blutgerinnsellast so überwältigend, dass die Arterie komplett mit Gerinnsel verstopft ist und der Blutfluss stoppt. Die Folge ist, dass Herzmuskelgewebe spätestens nach 10 Minuten beginnt unwiederbringlich abzusterben. Der Herzinfarkt ist da.

In ca. 30% der Fälle ist die Dynamik der Gerinnselbildung so fulminant, dass ein plötzlicher Herzkranzgefäßverschluss ohne die Vorboten der instabilen Angnina pectoris auftritt. Sie merken den akuten Gefäßverschluss meistens durch anhaltenden Brustdruck, Luftnot und weitere Zusatzsymptome. Kardiologen stellen die Diagnose mit Hilfe von EKG, Troponin-Test und Herzultraschall. Das Risiko für einen Kreislaufschock, tödliche Rhythmusstörungen und damit für Sterblichkeit steigt beim Herzinfarkt erheblich.Die verschlossene Herzkranzarterie muss so schnell als möglich im Herzkatheterlabor wiedereröffnet werden.

Der Ausgangspunkt für einen Herzinfarkt ist in den allermeisten Fällen nicht eine hochgradige Engstelle, sondern in 66% der Fälle sind es Engstellen von unter 60% die Ausgangspunkt für eine Blutgerinnselbildung sind. Das liegt vor allen Dingen daran, dass diese flachen geringen Engstellen im Gefäßsystem viel zahlreicher als die hochgradigen Stenosen sind. Gerade die kleinen Polster mit ihrem hohen Gehalt an Cholesterin-Gewebegemisch sind häufiger anfällig für eine Entzündung und auch deshalb häufiger Ausgangspunkt eines typischen Herzinfarktes.

Anhaltende Angina pectoris ist ein Notfall. Wählen Sie dann den Notruf 112!

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Stabile Angina pectoris – meistens Brustdruck hinter dem Brustbein

Die meisten Menschen, bei denen eine Verengung einer Herzkranzarterie zur Durchblutungsstörungen des Herzmuskels führt, kennen das Symptom Angina pectoris.

Angina pectoris bedeutet übersetzt „Enge der Brust“ und meistens tritt sie hinter dem Brustbein auf. Das Druckgefühl kann aber auch in andere Körperregionen vorkommen bzw. vom Brustbein dorthin ausstrahlen, z.B. in Schulter, Arm, Magen, Hals, Kieferwinkel oder Rücken.

Angina pectoris bei Verengungen von Herzkranzarterien tritt typischerweise bei körperlicher Belastung auf und wird meistens von Luftnot begleitet. Im  Nitro Spray-Test, vorausgesetzt es handelt sich nicht um einen ablaufenden Herzinfarkt, nimmt die beschwerdefreie Belastbarkeit durch Nitro Spray typischerweise zu.

Stabile Angina pectoris – was bedeutet eigentlich stabil?

Um die Bedrohlichkeit einer Angina pectoris einzuordnen, sind die Bewertung von Charakteristik, Auslöser, Intensität und Häufigkeit der auftretenden Symptome wichtig. Man unterscheidet in stabile, instabile Angina pectorissowie anhaltende Angina pectoris bei Herzinfarkt.

Von einer stabilen Angina pectoris bei Koronarer Herzkrankheit sprechen wir, wenn sich die Symptome in einem Zeitraum von 4 Wochen nicht verändern. Charakteristisch für eine stabile Angina pectoris sind zum Beispiel:

  • Auftreten bei stabiler Belastungsschwelle, z.B. nach Ersteigen von 1 Treppenetage
  • Beschwerden verschwinden in Ruhe
  • stabile Häufigkeit, z.B. 1 bis 5 Episoden pro Woche
  • das gleiche Beschwerdebild besteht seit mehr als 4 Wochen

Bei stabiler Angina pectoris ist das Risiko für einen Herzinfarkt bzw. den Tod ist gering; die Sterblichkeit liegt bei ca. 5 % pro Jahr.

Schwergrad der Angina pectoris – die CCS-Klassifikation?

Der Schwergrad der Angina pectoris entsprechend den Kriterien der Canadian Cardiovascular Society beschreibt wie stark ein Mensch in seiner körperlichen Belastbarkeit eingeschränkt ist.

CCS I – Keine Angina pectoris bei Alltagsbelastung, z.B. beim Treppensteigen oder Laufen. Angina pectoris bei plötzlicher und längerer körperlicher Belastung.

CCS II – Angina pectoris bei stärkerer körperlicher Belastung, z.B. beim schnellen Laufen, Treppensteigen oder Bergaufgehen. Angina pectoris beim Treppensteigen nach dem Essen, in Kälte, Wind oder bei psychischer Belastung.

CCS III – Angina pectoris bei Alltagsbelastung, z.B. bei normalem Gehen oder beim Ankleiden.

CCS IV – Angina pectoris auch kurzzeitig in Ruhe.

Eine Angina pectoris Schwergrad III oder IV bedeutet eine schwere Beeinträchtigung im Alltag; nicht selten treten 16-20 Angina pectoris Episoden pro Woche auf. Das Beschwerdebild kann trotzdem als stabil eingestuft werden, wenn die Beschwerden sich in den letzten 4 Wochen nicht verändert haben. In dieser Gruppe ist das Langzeitüberleben allerdings deutlich eingeschränkt, die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt lediglich 50%.

Stabile Angina pectoris – Langzeitüberleben in der Regel gut, aber….

Ausgenommen Betroffene mit Angina pectoris CCS-Klasse III und IV, ist die Prognose mit stabiler Angina pectoris gut.

Allerdings sollten Sie sich vor Augen führen, dass Angina pectoris in der Regel ein spätes Symptom einer länger anhaltenden Durchblutungsstörung ist, sozusagen die Spitze des Eisbergs. Weiterhin wird derselbe Schwergrad einer Durchblutungsstörung am Herzen von einigen Menschen früher, von anderen später wahrgenommen. Somit wissen wir, auch wenn die Beschwerden stabil sind nie so ganz genau, wie schwer verändert die Herzkranzarterien sind.

Wir raten daher bei typischer belastungsabhängiger Angina pectoris fast immer zur Herzkatheteruntersuchung, allerspätestens bei mehr als 5 Episoden pro Woche oder ab CCS-Klasse III. Der Herzkatheter schafft definitive Klarheit und in einem Arbeitsgang kann, falls erforderlich eine Engstelle mittels Stent beseitigt werden.

Wenn Sie eine stabile Angina pectoris haben, dann sollten Sie regelmäßig (1 Mal pro Jahr) einen Kardiologen bzw. eine Kardiologin besuchen. Hier kann der Schwergrad der Veränderungen an den Herzkranzarterien indirekt besser erfasst werden. Dafür nutzen wir das EKG, Belastung-EKG und den Herzultraschall. Gegebenenfalls kommen noch weitere Untersuchungen wie das Herz-MRT oder die Myokardszintigrafie hinzu.

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? Schoebel FC et al. Refractory angina pectoris in end-stage coronary artery disease: evolving therapeutic concepts. Am Heart J 1997;134:587-602

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