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Dr. Frank-Chris Schoebel
Dr. Frank-Chris Schoebel
Dr. Frank-Chris Schoebel arbeitet seid 25 Jahren als Kardiologe in Düsseldorf und war über 16 Jahre Mitarbeiter in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, davon 6 Jahre als Oberarzt.Zum Profil.

Grapefruit – Nebenwirkungen von Medikamenten beachten!

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Grapefruit – viel Vitamin C

Wenn sie sich gesund ernähren, dann gehört von Grapefruit sicherlich auch zu Ihrem Obstkorb. Gerade der bitter-süße Geschmack macht die Grapefruit so erfrischend. Die Frucht kommt ursprünglich aus der Karibik von der schönen Insel Barbados.

Heutzutage können Sie die gelbe Frucht weltweit auch im Supermarkt kaufen. Die Grapefruit ist ein wertvolles Obst. In der Tat, eine einzige Frucht deckt den Tagesbedarf an Vitamin C zu 130 % und den an Vitamin A zu 35 %. Allerdings sollten Sie bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten vorsichtig sein.

Grapefruit blockiert den Abbau von bestimmten Medikamenten

Neben den Vitaminen enthält Grapefruit aber auch die Wirkstoffe Naringin und Bergamottin. Folglich greift die Einnahme von Grapefruit in den Cytochrom P450 Stoffwechsel Ihrer Leber ein, dem wichtigsten Abbausystem für Medikamente. Das Cytochrom P450 System verstoffwechselt für Sie chemische Substanzen über insgesamt 57 Untersysteme, die sogenannten CYPs.

Naringin hemmt so im Leberstoffwechsel das Enzym CYP3A4. Sowohl Naringin als auch Bergamottin blockieren beide das Enzym CYP1A2. Medikamente, die also über diese Wege normalerweise abgebaut werden, werden nun durch die Grapefruit blockiert und können so eine verstärkte Wirkung aufweisen. Folglich können auch mehr Nebenwirkungen über eine Wirkungsverstärkung auftreten.

Bereits 200 ml Grapefruitsaft können ausreichen, um eine toxische Wirkung von Medikamenten zu verursachen. Auch wenn der Genug von Grapefruit schon 3 Tage zurückliegt, dann kann das eine Nebenwirkung zur Folge haben. Am stärksten sind Nebenwirkungen von Grapefruit, wenn Sie sie 4 Stunden vor der Medikamenteneinnahme zu sich nehmen. Die Halbwertszeit, d.h. die Zeit bis sich 50% der Nebenwirkung wieder abgeschwächt hat, beträgt bei der Grapefruit ca. 24 Stunden.

CYP1A2 – Wirkung von Kaffee durch Grapefruit verstärkt

Beispiele für Substanzen, die über CYP1A2 verarbeitet werden, sind zahlreiche Antidepressiva wie Imipramin und Duolexitin. Darüber hinaus baut CYP1A2 auch Melatonin und Koffein über diesen Weg ab. Auch Paracetamol, das beliebte Mittel zur Fiebersenkung und zu Schmerzbekämpfung erfährt durch Grapefruit eine Wirkungsverstärkung.

CYP3A4 – Grapefruit verstärkt Nebenwirkung bei ca. 50% aller Medikamente

Über das Cytochrom CYP3A4 werden ca. 50% aller Medikamente abgebaut. Folglich, wenn Sie Medikamente nehmen, dann ist das also eine besonders wichtige Schaltstelle. Ihr Körper verarbeitet z.B. fast alle Statine zur Cholesterinsenkung über CYP3A4. Die Kalziumantagonisten zur Blutdrucksenkung, die Amlodipin und Lercanidipin werden auch hier abgebaut. Beta-Blocker können in ihrer Wirkung so verstärkt sein, dass die Herzfrequenz kritisch abfällt.

Die Hormone Testosteron und Östrogen können bei Ihnen eine stärkere Wirkung entfalten, was mit Störungen der Befindlichkeit verbunden sein kann. Auch viele Antidepressiva wie Sertalin und und Citalopram werden in Ihrer Wirkung durch den Genuss von Grapefruit verstärkt.

Von besonderer Bedeutung sind hier Medikamente, die Sie nur kurzzeitig einnehmen, z.B. Antibiotika wie Clarithromycin oder orale Mittel gegen Pilzerkrankungen. Auch hier kann es zu Nebenwirkungen kommen, wenn z.B. Clarithromycin kann über eine Verlängerung der QT-Zeit im EKG schwere Rhythmusstörungen zur Folge hat.

Medikamente und Grapefruit – informieren Sie sich

Kurzum, sollten Sie ein Grapefruit-Fan sind und gleichzeitig Medikamente einnehmen, dann müssen Sie das überprüfen. Übrigens auch andere Zitrusfrüchte, wie z.B. die immer mehr beliebter werdende Pomelo haben ähnliche Wirkungen wie Grapefruit.

Folglich sollten Sie bei gleichzeitigem Genuss insbesondere von Grapefruit in Verbindung mit Medikamenten am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen.

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Listen zu Medikamenten, die über Grapefruit-relevante Cytochrome abgebaut werden:  CYP1A2, CYP3A4, CYP2D6 und CYP2D9.

Mehr zu Nährwerten finden Sie in der App “Nährwertcheck”

 

 

 Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch

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