Beckenboden – Fundament für Frau und Mann

Der Beckenboden ist das Fundament des Körperstammes. Sie benötigen einen kräftigen Beckenboden z.B. für eine gesunde Körperhaltung, eine gute Drehstabilität Ihres Oberkörpers und ein gute Kraftentwicklung beim Tragen von Lasten. Kein Sport, und vor allen Dingen auch kein Kampfsport funktioniert ohne dieses Fundament. Gerade bei Frauen, die ja über elastischeres Körpergewebe verfügen als der Mann, ist das Training einer guten Körperspannung wichtig.

Wir in der Cardiopraxis beschäftigen uns mit dem Beckenboden vor allen Dingen unter dem Gesichtspunkt des gesunden Kreislaufs. Hier spielt er beim venösen Rückstrom von Blut zum Herzen eine besonders wichtige und häufig unterschätzte Rolle.

Beckenboden Muskelpumpe – das Herz in der Hose

In Ihrem Beckenboden gibt es zahlreiche Muskeln. Diese arbeiten auch unwillkürlich, ohne dass Sie das merken. In der Ausatmung spannen sich Ihre Beckenbodenmuskeln an und venöses Blut wird herzwärts gedrückt. In der Einatmung entspannen sich diese Muskeln wieder.

Dieser Mechanismus hat sich in der Evolution als Teil des Kreislaufs und sogar bei einigen Tieren als Teil des Gasaustausches entwickelt. In der Tat finden wir in der Natur sog. “Darmatmer”, die über die rhythmische Kontraktion des Enddarms Sauerstoff auf und Kohlendioxid abgeben. Sich können sich also vorstellen, für den Menschen ist der Beckenboden das Herz in der Hose.

Bei der Anspannung des Beckenbodens zieht sich nicht nur die Muskulatur des Beckenbodens selber zusammen, sondern auch die Innenseite Ihrer Oberschenkelmuskulatur. So wird auch wird auch die Beinmuskelpumpe integriert und trägt zum venösen Rückstrom bei.

Wenn Ihre Beckenbodenmuskulatur zu schwach ist, dann wird das Venenblut nicht richtig abgefördert. Als Folge versackt es in den Beckenvenen und der Druck im Becken steigt. Von der Form her können Sie sich das so vorstellen: aus einer schlanken Bordeauxflasche wird eine bauchige Bocksbeuteflasche.

Kreislaufsymptome bei schwachem Beckenboden

Ein schwacher Beckenboden hat folglich Symptome eines schwachen Kreislaufs zur Folge.

Gesunder Beckenbeckenboden – viele weitere Funktionen

Neben der Bedeutung für den Kreislauf hat Ihr Beckenboden noch viele weitere Funktionen, die für eine ganzheitliche Gesundheit wichtig sind. Es lohnt sicher daher diese verschiedenen Funktionen zu kennen, um zu verstehen wie wichtig das Training speziell für den Beckenboden ist.

Gesunder Beckenboden – Körperstabilität

Der Beckenboden ist das Fundament Ihres Körperstamms. Gerade beim Tragen von Lasten oder bei der Körperdrehung, z.B. beim Sport oder wenn Sie einen Koffer über Kopf in eine Ablage heben, dann leistet er für Sie wertvolle Dienste für einen sicheren Ablauf. Spannen Sie bei solchen Tätigkeiten den Beckenboden nicht an, dann schwächen Sie nicht nur die Muskulatur sondern auch die Venen in diesem Bereich. Folglich “leiern” Muskeln und Venen aus. Hinzu kommt, dass Sie anfälliger für Rückenschmerzen werden.

Gesunder Beckenboden – Entlastung des Venensystems

Das “Ausleiern” der Venen im Beckenboden hat nicht nur Kreislaufinstabilität zur Folge, sondern der gesteigerte Venendruck verursacht auch mit der Zeit sehr lästige Hämorrhoiden. Ein guter Spezialist für Hämorrhoiden, ein sog. Proktologe wird Ihnen nie eine Operation empfehlen, ohne dass er auf die Bedeutung des Beckenbodentrainings für die Vorbeugung in der Zukunft hinweist.

Falls Sie Beinödeme haben, dann ist sehr häufig ein schwacher Beckenboden die Ursache. Anstatt harntreibende Medikamente zu nehmen oder gar ausschließlich Kompressionsstrümpfe zu tragen, sollten sie konsequent Ihren Beckenboden trainieren.

Gesunder Beckenboden – normale Harnkontinenz

Gerade bei Frauen sind Beingewebe und Muskulatur von Natur aus dehnbarer, was ja für den natürlichen Geburtsvorgang wichtig ist. Mit den Jahren hat das falsche Ansprechen des Beckenbodens bei Belastung daher auf bei Frauen besondere Konsequenzen. Was beim Mann (durch die Vergrößerung der Prostata) zu wenig läuft, läuft bei Frauen häufig zu viel, es tritt eine Harninkontinenz auf. Bei Belastung, z.B. beim Sport oder schon bei herzhaftem Lachen geht dann der Urin unwillkürlich ab. Die häufig gewählte Antwort ist dann die Nutzung von Einlagen. Die richtige Antwort ist: Beckenboden-Training.

Auch beim Mann spielt der Beckenboden nach einer Prostata-Operation eine wichtige Rolle. Da durch die Operation nicht selten Nerven einzelner Schließmuskeln des Harnabflusses gestört sind, müssen diese bzw. die, welche verbleiben sind, richtig trainiert werden. Wir das nicht getan, dann droht auch hier die Inkontinenz.

Kräftiger Beckenboden – gesunde Sexualität

Ihr Beckenboden hat eine erhebliche Bedeutung für eine gesunde Sexualität. Er trägt zu den unwillkürlichen Kontraktionen des Orgasmus bei. Der Orgasmus hat dabei nicht nur die Funktion des Wohlbefindens und der sexuellen Erfüllung, sondern die rhythmischen Kontraktionen verbessern die Fruchtbarkeit. Bei Männern kommt in späteren Jahren noch hinzu, dass ein kräftiger Beckenboden die “Standfestigkeit” erhält.

Beckenboden-Training in jedem Lebensalter

Wir empfehlen Beckenboden-Training in jedem Lebensalter. Ziel ist es drohende schwerwiegende Komplikationen und vor allen Dingen Ohnmacht zu verhindern.

Junge Menschen profitieren kurzfristig indem sich die Körperhaltung stabilisiert und Rückenschmerzen vermeiden werden. Darüber hinaus wird Benommenheit und Ohnmacht therapeutisch vorgebeugt. Gleichzeitig erlernen Sie ein gesundes körperliches Verhältnis zur Sexualität. So vermeiden Sie langfristige Komplikationen eines schwachen Beckenbodens, wie z.B. die Harninkontinenz.

Bei älteren Menschen hat die Empfehlung zum Training des Beckenbodens meistens schon therapeutischen Charakter. Wir empfehlen hier das Training vor allen Dingen, um den venösen Rückfluss und damit den Kreislauf zu stärken. Ziel ist es nicht selten die körperliche Selbstbestimmtheit zu erhalten und einen Rollator zu vermeiden. Bei Männern empfehlen wir bereits vor einer Prostata-Operation mit dem Beckenboden-Training zu beginnen.

Beckenboden-Training – professionelle Anleitung sinnvoll

Zum Training des Beckenbodens sind grundsätzlich sind alle Ansätze sinnvoll, die den Schwerpunkt auf den Körperstamm legen. Yoga ist für jeden von uns hervorragend geeignet, weil neben dem Beckenboden auch die Muskulatur des Körperstamms auch das Zwerchfell gekräftigt wird. Auch Power-Plate ist geeignet.

Bei einer therapeutischen Empfehlung raten wir immer zu einer professionellen Anleitung. Manchen Menschen fehlt einfach zunächst das Körpergefühl für den Beckenboden. Hier ist ein gezieltes physiotherapeutisch angeleitetes Beckenboden-Training erforderlich, um die Ansprache, d.h. das Gefühl für den Beckenboden zu erlernen.

Haben Sie die die Ansprache des Beckenbodens einmal richtig erlernt, dann können Sie Übungen ganz beiläufig im Alltag durchführen, z.B. wenn Sie in der Schlange an der Einkaufskasse stehen.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


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