Dr. Frank-Chris Schoebel
Dr. Frank-Chris Schoebel
Dr. Frank-Chris Schoebel arbeitet seit 25 Jahren als Kardiologe in Düsseldorf und war über 16 Jahre Mitarbeiter in der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie am Universitätsklinikum Düsseldorf, davon 6 Jahre als Oberarzt. Zum Profil.

Ingwer Shot – wärmende Hilfe bei Kältegefühl

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Kältegefühl, Frieren? – Ingwer Shot hilft!

Kälteempfindlichkeit kennen viele von uns, Frieren in Abhängigkeit von den Außentemperaturen kennen alle Menschen.

Kälteempfindlichkeit macht sich dadurch bemerkbar, dass Sie im Gegensatz zu anderen Menschen eher leicht frösteln. Während andere im Herbst noch ein T-Shirt tragen, ziehen Sie sich schon ein Sweat-Shirt über. Im Bett wachen Sie häufig nachts auf und haben kalte Beine, manchmal so sehr, dass Sie aufstehen müssen und herumlaufen, um den Stoffwechsel zu aktivieren. Wir erleben es in der Cardiopraxis häufiger, dass Kälteempfindlichkeit der entscheidende Grund für Schlafstörungen ist.

Kälteempfindlichkeit – Stoffwechsel und Gewicht 

Grundsätzlich ist es so, dass Frauen eher zur Kälteempfindlichkeit neigen als Männer. Der Grund hierfür ist am wahrscheinlichsten die geringere Muskelmasse von Frauen, was wiederum mit einem vergleichsweisen geringeren Grundumsatz an Energie und damit auch mit herabgesetzter Wärmebildung verbunden ist. Allerdings leiden natürlich auch Männer Kälteempfindlichkeit und wir erleben in der Cardiopraxis auch regelmäßig fröstelige dicke Männer.

Die häufigste Ursache für Kälteempfindlichkeit ist ein herabgesetzter Stoffwechsel aufgrund einer zu geringen körperlichen Aktivität. Fehlernährung bei vegetarischer bzw. veganer Kost mit Mangel vor allen Dingen an Eisen, Vitamin D und B12 sowie weiteren Mikronährstoffen diagnostizieren wir immer häufiger. Auch hormonelle Veränderungen, wie z.B. ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann zu Frösteln führen.

Darüber hinaus spielt natürlich auch eine vermehrte Abstrahlung von Körperwärme bei einem verhältnismäßig geringen Gewicht im Verhältnis zur Körperoberfläche eine Rolle; kurzum schlanke Menschen frieren in der Regel leichter. Meistens wenig berücksichtigt wird, dass jede Form von Gewichtsreduktion, auch Intervallfasten fast immer eine vermehrte Kälteempfindlichkeit zur Folge hat.

Sind Erkrankungen, wie z.B. ein Mangel an Schilddrüsenhormonen als Ursache von Kälteempfindlichkeit ausgeschlossen, dann können Sie Ihren Stoffwechsel aktivieren, z.B. mit einem Ingwer Shot.

Ingwer Shot – einfaches Rezept zum selber machen

Für einen Ingwer-Shot benötigt man Ingwer und Apfel in einem Verhältnis von 1:5, also zum Beispiel 40 g Ingwer (1 daumenlange Knolle) und 200 g Apfel (1 mittelgroßer Apfel). Beide Nahrungsmittel werden mit Schale im Entsafter verarbeitet. Der fertige Saft muss scharf schmecken und kann auch für einige Tage im Kühlschrank gelagert werden. Falls Sie keinen Entsafter zur Hand haben, können Sie auch einfach 200 ml naturtrüben Apfelsaft und 40 g geriebenen Ingwer miteinander vermischen.

Ingwer Shot – konsequent den Stoffwechsel aktivieren

Wir empfehlen folgendes Vorgehen:

  • 1 bis 3 Ingwer-Shots á 80 ml (= 1 Espressotasse) pro Tag
  • in den ersten Tagen auch 6 Shots pro Tag möglich
  • nach 3 Wochen: 1 Woche Pause

Ingwer-Shot – Nebenwirkungen möglich

Um die Stoffwechselaktivierung zu überprüfen, sollten Sie idealerweise täglich nach dem Aufwachen Ihre Körpertemperatur, idealerweise die Ohrtemperatur messen (sogenannte Basaltemperatur). Stellen Sie dabei einen Temperaturanstieg von mehr als 0,5 Grad Celsius fest, können Nebenwirkungen wie zum Beispiel Unruhe, Konzentrationsschwäche oder Schlafstörungen vorkommen. In diesem Fall sollten Sie mit den Shots pausieren bzw. die Menge reduzieren.

Ingwer Shot Fallbeispiel – Intervallfasten, Gewicht, Körpertemperatur

Durch Intervallfasten verringert ein 57-jähriger Mann sein Körpergewicht um 9 kg, von einem Body-Mass-Index von 27,4 auf 24,4 kg/m2. Zu Beginn des Fastens hat er bei einer Basaltemperatur von 37,1 0C immer wieder ein deutliches und unangenehmes Wärmegefühl.  Mit zunehmendem Gewichtsverlust verringert sich die Körpertemperatur auf 36,0 0C und der Mann wird kälteempfindlicher und er fröstelt leichter.

Zur Stoffwechselaktivierung nimmt er dann 3 Ingwer-Shots pro Tag ein. Die Körpertemperatur steigt stetig bis auf 37,1 0C an und es stellt sich wieder ein Wärmegefühl ein.

 

Um den Temperatureffekt in den Wohlfühlbereich zu korrigieren trinkt er abends 500 ml Buttermilch; die Ingwer-Shots nimmt er weiter ein. Mit diesem Vorgehen sinkt die Temperatur am Morgen stetig auf ca. 36,5 0C ab.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Kühlungseffekt am Morgen gemessen wird. Folglich handelt es sich nicht um eine akute Wirkung, die auf die Zeit unmittelbar nach Einnahme von Buttermilch beschränkt ist, sondern um einen chronischen Kühlungseffekt. Das weist darauf hin, dass durch Buttermilch ein nachhaltiger Eingriff in den Stoffwechsel erfolgt.

Ingwer Shot – warum wirkt Ingwer?

Die Ursachen der Wirkung von Ingwer sind nicht klar. Die viel propagierte Gehalt an Vitamin C oder Vitamin B6 scheint eher von untergeordneter Bedeutung zu sein, weil z.B. 1 Ingwer Shot entsprechend 40 mg Ingwer hier lediglich  2,5% bzw. 4,6% der jeweilig empfohlenen Tagesmenge enthält. Andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind in noch geringerer Konzentration enthalten (siehe auch App „Nährwertecheck-gesund essen“).

Wahrscheinlicher für die Wirkung von Ingwer ist eine blockierende Wirkung auf das Cytochrome P 450 System, welches für den Abbau von 90% aller Medikamente verantwortlich ist. Hier sind zu mindestens in-vitro, d.h. im Reagenzglas zuverlässig blockierende Wirkungen auf Cytochrome, auch kurz CYPs genannt für CYP1A2, CYP2D6 und vor allem CYP3A4 nachgewiesen; über CYP3A4 werden 50% aller Medikamente verstoffwechselt.

Interessanterweise ist es so, dass über CYP3A4 z.B. die Stoffwechsel-aktivierenden Hormone Testosteron und Östrogen abgebaut werden. Die Blockierung von CYP3A4 durch Ingwer könnte demnach einen Abbaustau und damit eine vermehrte Wirkung dieser Hormone zur Folge haben.

Problematisch hierbei ist, dass es genetisch bedingt bei Menschen für CYPs sog. normal-, fast- und slow-metabolizer gibt, so dass von vornherein schon ein heterogenes Stoffwechselverhalten bei CYPs vorliegt. Kommt dann noch der Inhibitor Ingwer hinzu, dann können Sie sich vorstellen, dass die Wirkung von Ingwer nicht gut kalkulierbar ist: beim einen wirkt er besser, beim anderen weniger Stoffwechsel-aktivierend.

Ingwer Shot – auf Nebenwirkungen achten

In er Cardiopraxis empfehlen wir den Ingwer Shot, vor allen Dingen, wenn bei Intervallfasten. Allerdings sind wir uns der potentiellen Nebenwirkungen bewusst. Vor allen Dingen Frauen, die die Anti-Baby-Pille nehmen sollten auf Unregelmäßigkeiten, wie Zwischenblutungen achten. Vorsichtig sollten auch Menschen, sein die Medikamente einnehmen.

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