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Kälte- und Wärmeempfindlichkeit

Temperaturempfinden: Wichtig für Schlaf und Blutdruck

Es gibt viele temperaturempfindliche Menschen, denen es bereits bei normale Umgebungstemperatur entweder eher leicht zu kalt oder leicht zu warm ist. Das subjektive Temperaturempfinden spielt für uns in der Cardiopraxis bei der Diagnose und Therapie von Kreislauferkrankungen und vor allen Dingen bei Bluthochdruck , Empfehlungen bei der Gewichtsreduktion und bei der Bewertung von Schlafstörungen eine zunehmende Rolle. Thermischer Stress, sei es, dass Sie sich eher leicht zu kalt oder zu warm fühlen, kann Ihren Kreislauf und damit auch den Blutdruck wesentlich beeinflussen.

Körpertemperatur – individueller Sollwert 

Die normale Körpertemperatur liegt beim Menschen in der Regel zwischen 36,3 und 37,4 0C. Jeder Mensch hat allerdings einen individuellen Sollwert, bei dem die biochemischen Prozesse im Körper optimal funktionieren. Insbesondere bei jüngeren Menschen liegt der Temperatur-Sollwert eher im oberen Bereich, bei älteren Menschen misst man meistens Werte um 36,5 0C oder darunter.

Messung Körpertemperatur – häufig vernachlässigt

Die regelmäßige Messung der Körpertemperatur hat für Sie einen großen gesundheitlichen Nutzen. Gerade bei Störungen der Befindlichkeit können Sie diese dann besser einordnen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen, wie z.B. eine kühlende Dusche an einem heißen Tag im Sommer.

Stabile Körpertemperatur – stabiler Stoffwechsel

Die Stoffwechselprozesse in Ihrem Körper sind sehr stark von der Temperatur abhängig, d.h. pro 10 0C Zunahme bzw. Abnahme der Körperkerntemperatur steigt bzw. sinkt die Aktivität biochemischer Prozesse um das 2-3-fache (van’t Hoff Regel).

Das biochemische Gefüge in Ihrem Körper ist so komplex und fein abgestimmt, so dass bereits geringe Abweichungen vom individuellen Temperatursollwert zu körperlichen Störungen und Symptomen führen können. Die tolerierte Schwankungsbreite um den Sollwert liegt bei ca. +/- 0,5 0C.

 

Körpertemperatur – Wärmebildung und Wärmeabgabe

Neben der Wärmbildung durch den Stoffwechsel wird Ihre Körpertemperatur auch durch die verschiedenen Mechanismen der Wärmeabgabe des Körpers bestimmt.

Der Großteil des Wärmeverlustes in Ruhe erfolgt beim normgewichtigen Menschen mit ca. 60% über die physikalische Abstrahlung, ähnlich wie bei einem heißen Gegenstand, der durch eine niedrigere Umgebungstemperatur abkühlt.

Die Abstrahlung von Wärme ist wesentlich von der Relation von Körpermasse zu Körperoberfläche abhängig; je größer die Körperoberfläche in Relation zur Körpermasse, desto größer die Abstrahlung. So strahlt ein sehr schlanker Mensch, z.B. mit einem Body-Mass-Index von 18,5 kg x m-2 relativ mehr Wärme ab als ein übergewichtiger Mensch mit einem Body-Mass-Index von 30,0 kg x m-2. Im ersten Fall sprechen wir von einem Wärmeverlust-Typ, im zweiten von einem Wärmebewahrungs-Typ vor. Diese Erkenntnisse spielen bei unseren Empfehlungen zur Gewichtsreduktion, z.B. beim Intervallfasten eine wesentliche Rolle.

Abgabe von Körperwärme – Feinregulierung durch den Kreislauf

Zwar lässt sich Ihre Körperkerntemperatur mittel- bis langfristig über eine Gewichtszu- bzw. -abnahme steuern, dieser Weg ist aber für die alltäglichen Anpassungen viel zu langsam.

Wesentliche Mechanismen zur Regulierung Ihrer Körpertemperatur physikalische Abstrahlung,  Wärmeströmung (Konvektion, z.B.  über die Atmung), Verdunstung (z.B. über Schwitzen) und die Durchblutung (Konduktion, durch Eng- bzw. Weitstellung von Arterien). Schwitzen ist eher ein Reservemechanismus und Ausdruck von hohem thermischem Stress. Die Verringerung der Körpertemperatur durch Atmen ist eher dem basalen Verlust zuzuordnen, welcher nicht stark variiert und auch nicht für eine Feinabstimmung gut genug steuerbar ist.

Im Gegensatz zu allen anderen Mechanismen, ist die Bewahrung bzw. Abgabe von Wärme durch den Kreislauf über die Eng- und Weitstellung von Arterien sehr fein regulierbar. Auf der Abgabeseite für Temperatur ist dieses der wesentliche Weg des Körpers den Sollwert schnell und dynamisch anzupassen.

Hohe Körpertemperatur – Krankheitszeichen

Es gibt Erkrankungen, die typischerweise mit einer Erhöhung der Körpertemperatur verbunden sind. Dieses gilt vor allen für bakterielle und virale Infektionen. Hier entspricht die Steigerung der einem Abwehrversuch zur Beseitigung von Krankheitserregern. Es kommt vorübergehend zu einer Sollwertverstellung der Temperatur; in diesem Fall spricht man von Fieber. Körpertemperaturen ab 37,5 0C bewerten wir als erhöht, ab 38,0 0C sprechen wir von Fieber.

Aber auch Stoffwechselerkrankungen, wie z.B. die Schilddrüsenüberfunktion oder auch Autoimmunerkrankungen können zu Temperaturerhöhungen führen. Die Heilungsphase nach Verletzungen oder Operationen kann ebenfalls mit einer Steigerung der Temperatur verbunden sein. Aber auch Medikamente können die Körpertemperatur abnorm steigern, wie z.B. der weit verbreitete Gerinnungshemmer Xarelto.

Gesunde Körpertemperatur – schwankt mit der Tageszeit

Wenn Sie gesund sind, dann erfolgt die Generierung von Körpertemperatur in Abhängigkeit vom basalen Stoffwechsel und der Aktivierung des Stoffwechsels durch geistige und körperliche Aktivität. Dabei können Sie auch tageszeitlichen Schwankung messen. In der Regel ist Ihre Körpertemperatur zwischen 0:00 und 06:00h am niedrigsten und zwischen 12:00 und 18:00h am höchsten. Diese Abläufe sind im Normalfall genetisch festgelegt und unterliegen als Teil der Inneren Uhr. und folgen einem ungefähren 24-Stunden Rhythmus.

Neben den Stoffwechselprozessen wird die Körpertemperatur selbstverständlich auch durch die Außentemperatur beeinflusst, im Sommer ist sie höher, im Winter ist sie niedriger.

Kälteempfindlichkeit

Liegt die Körpertemperatur unter dem individuellen Sollwert, dann wir das vom Körper wahrgenommen und er versucht vermehrt Wärme zu bilden bzw. Wärme im Körper zu halten. Die z.B. durch eine Verringerung der peripheren Durchblutung. Die Hände sind dann kalt, man ist blass, man friert und beginnt sich vermehrt zu bewegen.

Wärmeempfindlichkeit

Liegt die Körpertemperatur über dem individuellen Sollwert, dann ist einem zu heiß und der Körper versucht vor allen Dingen vermehrt Wärme abzugeben, z.B. durch eine Steigerung der peripheren Durchblutung und im Extremfall durch starkes Schwitzen.