Lakritz – nicht zu viel

Lakritz ist beliebt und wird gern gegessen. Was den Lakritzverbrauch angeht, gibt es ein Nord-Süd-Gefälle: Der Lakritzverbrauch ist in den nordeuropäischen Ländern deutlich größer als in den südeuropäischen Ländern.

Man stellt Lakritz aus dem Wurzelextrakt des echten Süßholzes her. Von diesem Süßholzextrakt enthält Lakritz mindestens 3%. Dabei ist der Hauptinhaltsstoff der Süßholzwurzel Glycyrrhizin. Dessen Gehalt in der Süßholzwurzel ist variabel und liegt bei ca. 3-15%.

Lakritz – Wirkung von Glycyrrhizin im Organismus

Glycyrrhizin hat als relevanten Effekt eine mineralocorticoide Wirkung. Das heißt, dass mehr Salz und damit mehr Wasser im Körper gehalten wird. Es ist anzunehmen, dass über eine Hemmung des Cortisol-abbauenden Enzyms die Plasmaspiegel von Cortisol erhöht werden. Somit hat Glycyrrhizin einen dosisabhängigen mineralcorticoiden Effekt. Daher sind bei regelmäßiger Einnahme von 100 mg Glycyrrhizin pro Tag Gesundheitsstörungen zu erwarten.

Die Auswirkungen auf den Organismus sind insbesondere:

Glycyrrhizingehalt im Lakritz

Für den Glycyrrhizingehalt im Lakritz gibt es keine genaue Deklarationspflicht. Ab einem Gehalt an 10mg Glycyrrhizin pro 100g gilt die Hinweispflicht “enthält Süßholz”. Darüber hinaus sind Lakritzprodukte, die mehr als 0,2% Glycyrrhizin enthalten, als Starklakritze zu kennzeichnen.

Bei den Nicht-Starklakritzen ist aufgrund des unterschiedlichen Glycyrrhizingehaltes in der Süßholzwurzel der Gehalt variabel. Jedoch kann man sicher sagen, dass er unter 0,2% Glycyrrhizin liegt. Das heißt bei Nicht-Starklakritzen, die weniger als 0,2% Glycyrrhizin enthalten: Hier können wir ab einer Menge von 50 g Lakritz einen maximalen Inhalt von 100 mg Glycyrrhizin (entsprechend maximal 0,2% Glycyrrhizin) erwarten.

Lakritz: Empfehlungen für den Genuss

Es wird empfohlen, regelmäßig nicht mehr als maximal 50 g Lakritz zu essen. Denn ansonsten können Gesundheitsstörungen auftreten. Vor allem Vorsicht geboten ist bei Starklakritzen, die einen sehr variablen hohen Glyceringehalt haben können: hier können schon bei deutlich geringerer Menge als 50 g Gesundheitsstörungen auftreten.

Durch die vermehrte Ausscheidung von Kalium durch Lakritz besteht das Risiko für Herzrhythmusstörungen durch Kaliummangel. Hier kann es insbesondere bei herzkranken Menschen zu einer Verschärfung durch gleichzeitigen Gebrauch von Kalium- und Wasser-ausscheidenden Medikamenten (sogenannte Diuretika) kommen. Daher müssen wir insbesondere herzkranken Menschen von einem regelmäßigen Lakritzgenuss abraten.

Lakritz und Bluthochdruck

Die medizinische Relevanz der mineralcorticoiden Wirkung von Lakritz besteht insbesondere bei Bluthochdruck. Zwar ist Bluthochdruck durch vermehrten Lakritzgenuss sicherlich nicht an der Tagesordnung, wir beobachten das Phänomen aber immer wieder. Dies gilt vor allen Dingen für eine unerklärte Bluthochdruckerkrankung bei jungen Menschen. Ebenso daran denken sollten wir bei Bluthochdruck mit begleitenden, zunächst unklaren niedrigen Kaliumspiegeln im Blut.

 

 

Mehr zu: Dr. Stefan Dierkes

 

 

 

 

 

 


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