Winterzeit – die normale Zeit 

Astronomisch betrachtet ist die Winterzeit die natürliche Zeit, d.h. die Zeit, die dem normalen Wechsel der Lichtverhältnisse durch die Rotation der Erde in ihrem Neigungswinkel um die Sonne entspricht.

Die Rotation der Erde um die Sonne definiert den Zeitpunkt des längsten Tages am 21. Juni, der Sommersonnenwende und den längsten Tag am 21. Dezember, der Wintersonnenwende, also dem Zeitpunkt, an dem die Dauer des hellen Tages wieder zunimmt. Dazwischen liegen die Tage des sog. Äquinox, der Tagundnachtgleiche am 21. September und 21. März.

Sommerzeit – warum eigentlich?

Das Hauptargument für die Sommerzeit ist, dass durch die Sommerzeit die längere Dauer des Tageslichtes besser ausgenutzt wird, um Energie, z.B. durch Lichtquellen zu sparen. Kurzum, wir machen abends so das Licht später an. Dieser ökonomische und damit auch ökologische Effekt ist allerdings umstritten.

Unbestritten ist, dass die längere Helligkeitsphase im Sommer zu einer Steigerung des Konsumverhaltens führt. Das heißt, dass die längere Helligkeit mehr Einkäufe zur Folge hat, ein nicht unerheblicher ökonomischer Faktor.

Befürworter der Sommerzeit führen auch an, dass durch das längere Tageslicht die Wertigkeit der Freizeit nach der Arbeit und damit die Lebensqualität gesteigert wird.

Zeitumstellung – Änderung des Schlafverhaltens 

Je weiter wir vom Äquator entfernt leben, desto länger ist die Tageshelligkeit im Sommer. Folglich schlafen die meisten von uns im Sommer weniger als im Winter. Dieser chronische Effekt wird durch die Zeitumstellung im Frühjahr weiter verstärkt. Vor dem Hintergrund des chronischen Schlafmangels gerade in den westlichen Industrienationen ist die Sommerzeit also die ungünstigere Zeit.

Auch akute Umstellung hat negative Folgen. Dieses gilt nicht nur für den verkürzten Schlaf bei der Umstellung von Winterzeit auf Sommer- auf Winterzeit, sondern auch beim Wechsel auf die Winter im Herbst.

Hier müssen wir uns vor Augen führen, dass die abrupte Zeitumstellung im Sommer bzw. Im Winter eine abrupte Änderung in Bezug auf die Schlafdauer hat

  • Frühjahr: Sommerzeit = – 1h
  • Herbst:  Winterzeit = + 1h

Für die Umstellung auf die Sommerzeit bedeutet dieses vor allen Dingen in den ersten Tagen ein Schlafmangel, welcher mit Stress und gesundheitlichen Folgen, wie z.B. vermehrter Unfallhäufigkeit, aber auch mit einer erhöhten Herzinfarktrate verbunden ist.

Bei der Zeitumstellung auf die Winterzeit gewinnen wir zwar 1 Stunde Schlafdauer hinzu, aber wir brauchen trotzdem einige Tage bis sich unsere Innere Uhr und damit unser Schlafverhalten an die neuen Verhältnisse angepasst hat. Das kann vor allen Dingen Durchschlafstörungen zur Folge haben, was dann den gesamten Schlafrhythmus durcheinanderbringen kann.

Frühzeitige Anpassung an die Winterzeit 

Um Schlafstörungen bei Wechsel von Sommerzeit auf Winterzeit zu vermeiden ist eine frühzeitige und langsame Umstellung von Einschlaf- und Aufwachzeitpunkt sinnvoll. Es geht vor allen Dingen darum mit einem späteren Einschlafritual den Einschlafzeitpunkt Schritt-für-Schritt zu verzögern BEVOR die Zeitumstellung stattfindet.

Grundsätzlich gilt Wechsel zur Winterzeit bedeutet später zu Bett gehen und später aufstehen.

Hier ein Beispiel für eine frühzeitige & langsame Zeitanpassung

Normale Schlafzeit 22:00 – 05:00h

Mittwoch

  • 22:15 zu Bett

Donnerstag

  • 05:00 aufstehen
  • 22:30 zu Bett

Freitag

  • 05:15 aufstehen
  • 22:45 zu Bett

Samstag

  • 05:30 (oder später) aufstehen
  • 23:00 zu Bett ???? Zeitumstellung (+1h)

Sonntag

  • 05:00 (oder später) aufstehen
  • 22:00 zu Bett

Montag

  • 05:00 aufstehen

Anpassung an die Winterzeit – meistens ohne Probleme 

Die meisten von uns haben keine Probleme bei der Umstellung auf die Winterzeit. Schließlich können wir ja 1 Stunde länger schlafen. Folglich genügt es, wenn wir uns die Änderung 1 Woche vor Zeitumstellung bewusst machen und ab der Wochenmitte einfach etwas später schlafen gehen. Hilfreich kann auch die Planung von abendlichen Aktivitäten am Freitag und am Samstag sein.

Bei Menschen mit bekannten Schlafstörungen und gerade auch bei Kindern kann das oben genannte disziplinierte Vorgehen allerdings sehr hilfreich sein.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 

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