Dr. Stefan Dierkes
Dr. Stefan Dierkes
Dr. med. Stefan Dierkes besondere Expertise liegt auf der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen mittels Herzschrittmacher und Defibrillator. Dabei kommt ihm eine 14-jährige Erfahrung in verschiedenen Kliniken zugute. Allein mehr als 15.000 EKGs hat Dr. med. Stefan Dierkes in seiner kardiologischen Laufbahn bis heute durchgeführt. Zum Profil.

Roter Reis zur Cholesterinsenkung

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Einsatz von Cholesterin-senkenden Medikamenten in der Herz-Kreislauf-Medizin

Die cholesterinsenkende medikamentöse Therapie ist ein wesentlicher Bestandteil in der Herz-Kreislauf-Medizin. Das LDL-Cholesterin ist ein Risikofaktor für die Arteriosklerose und insbesondere Patienten mit koronarer Herzerkrankung benötigen eine LDL-Cholesterinsenkung. Dies erreicht man typischerweise durch Therapie mit der Medikamentengruppe der Statine.

Roter Reis zur Cholesterinsenkung im Vergleich

Roter Schimmelreis ist eine Fermentation aus Schimmelpilzen und normalem Reis, welcher dann als roter Reis erscheint. In dem roten Reis ist die Substanz Monacolin-K enthalten. Diese Substanz ist identisch mit der Substanz Lovastatin. Lovastatin ist ein bekanntes Statin aus der Substanzgruppe der sogenannten CSE-Hemmer. Zu dieser Gruppe gehören auch die Medikamente wie Simvastatin oder Atorvastatin zum Beispiel.

Lovastatin als Cholesterinsenker

Lovastatin ist ein Medikament mit einer genau bekannten kalkulierbaren Dosis-Wirkungs-Beziehung. Es ermöglicht zudem eine LDL-Cholesterinsenkung von maximal ca. 50-60%. Lovastatin hat auch gut dokumentierte Nebenwirkungen, welche auftreten könnten. Hierzu gehören vor allem muskelkaterähnliche Beschwerden und auch Leberwerterhöhungen. Daher ist Lovastatin selbstverständlich ein verschreibungspflichtiges Medikament, das der ärztlichen Indikationsstellung und Kontrolle bedarf.

Die Rolle von Monacolin-K und dessen Nebenwirkungen

Das Monacolin-K im roten Reis hat eine schlechter kalkulierbare Wirkung, es senkt das LDL-Cholesterin dosisabhängig um bis zu 20-30%. Nebenwirkungen, wie die bekannten Muskelschmerzen und erhöhte Leberwerte, können ab einer Dosierung von 5 mg/Tag zudem auftreten. Im Unterschied zu Lovastatin ist der rote Reis nicht verschreibungspflichtig und wird daher ärztlich nicht kontrolliert. Sowohl das mögliche Nebenwirkungsprofil als auch die Indikationsstellung sind aber mit dem Wirkprinzip des Lovastatin vergleichbar.

Therapieüberwachung bei Einnahme von rotem Reis

Roter Reis ist zum einen als eine Substanz zur Cholesterinsenkung nicht nebenwirkungsfrei. Zum anderen können in Abhängigkeit der Dosierung ähnliche Beschwerden und Nebenwirkungen, wie Muskelbeschwerden oder Leberwerterhöhungen, wie unter CSE-Hemmern auftreten. Es sollte daher ärztlich kontrolliert sein und ärztlich abgesprochen eingesetzt werden.

Die nach den aktuellen Empfehlungen zu erreichenden Zielwerte der LDL-Cholesterinsenkung lassen sich in der Regel mit dem roten Reis nicht erreichen. Insbesondere in der Sekundärprophylaxe, das heißt z.B. bei Patienten mit bekannter koronarer Herzerkrankung nach einer Stent-Implantation, ist die LDL-Senkung von grosser Bedeutung. Wir empfehlen unbedingt zur Festlegung des individuellen Ziel LDL-Wertes und Therapieplanung eine Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Literatur:

ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk: The Task Force for the management of dyslipidaemias of the European Society of Cardiology (ESC) and European Atherosclerosis Society (EAS), European Heart Journal 2020: 41; 111-188

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