Ein Persistierendes Foramen ovale (= PFO) ist ein Relikt des kindlichen Kreislaufes, wie er im Mutterleib funktionierte. Denn dort erfolgt die Sauerstoffaufnahme noch über die Plazenta und nicht über die Lunge. Das Blut fließt daher über eine Kurzschlussverbindung (= Shunt) zwischen rechter und linker Vorkammer. In den ersten Lebenstagen verschließt sich diese Verbindung normalerweise, bei 25 bis 30 % aller Menschen jedoch nicht – und dieses Loch nennt man Persistierendes Foramen ovale, kurz PFO.

Bei einem Shunt fließt venöses Blut von der rechten in die linke Vorkammer, ohne aber die Lunge zu passieren. Bei etwa 50 % der Betroffenen mit PFO kommt es zu einem spontanen Rechts-Links-Shunt, weil der Druck in der linken Vorkammer geringer ist und ein Sog entsteht. Ebenso häufig passiert es, dass ein Rechts-Links-Shunt durch eine Druckererhöhung ausgelöst wird, zum Beispiel beim Pressen.

Ein PFO birgt verschiedene Risiken:

  • gekreuzte Embolie aus venösem in den arteriellen Kreislauf (z. B. Gehirn)
  • bei ungeklärten Schlaganfällen unter 55 Jahren ist ein PFO eine wahrscheinliche Ursache
  • für Flaschentaucher erhöht sich das Risiko einer Gasembolie, vor allem wenn nach dem Tauchgang eine Flugreise angetreten wird (12 bis 48 Stunden danach)

Diagnostiziert wird ein PFO durch eine Herzultraschall-Untersuchung über die Speiseröhre (TEE) mit Echo-Kontrastmittel. Bei einem Schlaganfall und wenn andere Ursachen ausgeschlossen wurden, wird ein PFO per Katheter mit einem Schirmchen verschlossen.