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Magnesium zu häufig bei Muskelkrämpfen
Mehrmals in der Woche kommen Menschen zu uns in die Cardiopraxis, die zu viel Magnesium einnehmen. Sie berichten die Symptome eines zu stark aktivierten Stoffwechsels, wie z.B. Unruhegefühl bis hin zu vermehrter Angst, Schlafstörungen und Blutdruckschwankungen. Eine Dosis von 300 mg pro Tag kann schon zu Problemen führen. Die Blutdruckerhöhung ist meistens der Grund warum die Menschen unsere Hilfe suchen.
Wir fragen die Menschen dann: Warum nehmen Sie Magnesium? Die Antwort ist häufig: Weil ich immer wieder Wadenkrämpfe habe.
Die differenzierte Kreislaufmessung einschließlich Blutflussmessung bestätigt dann die Diagnose der Magnesiumüberdosierung: durch einen gesteigerten Stoffwechsel versucht der Körper über einen erhöhten Blutfluss vermehrt Wärme abzugeben. Dabei sind die Magnesiumwerte im Blut in der Regel normwertig, was nicht weiter verwunderlich ist. Magnesium wird zu 99% im Inneren der Zellen gespeichert, was in der Serumbestimmung nicht erfasst wird.
Kurzum, Magnesium kann trotz normaler Blutwerte überdosiert sein. Entscheidend für die Diagnose der Magnsiumüberdosierung sind die Symptome und der erhöhte Blutfluss.
Magnesium meistens keine ausreichende Lösung bei Muskelkrämpfen
Wissenschaftlich gibt es keine ausreichenden Belege für die Wirkung von Magnesium bei Muskelkrämpfen, außer bei Schwangeren. Allerdings haben wir durchaus die Erfahrung gemacht, dass Magnesium helfen kann. Wir fragen und hier natürlich: warum?
Meistens treten die Muskelkrämpfe bei den Betroffenen in den Waden und in der 2. Nachthälfte auf. Die Waden sind der Teil des Körpers mit hohem Muskelanteil, der bei fehlender Bewegung am meisten auskühlt. In der 2. Nachthälfte zwischen 2:00 und 4:00 Uhr morgens ist Ihre Körperkerntemperatur am niedrigsten. Folglich ist Abkühlung der Wadenmuskulatur wahrscheinlich ein hochrelevanter Faktor für die Entstehung von Wadenkrämpfen. Das wird indirekt auch dadurch bestätigt, dass Magnesium über eine Aktivierung des Muskelstoffwechsels und damit durch eine gesteigerte Wärmebildung zum Teil hilft.
Aktivierung des Muskelstoffwechsels durch Faszientherapie mit dem Nudelholz
Wenn wir dann den Betroffenen empfehlen die Einnahme Magnesium auf 2-3x pro Woche zu beschränken, dann werden wir verständlicherweise gefragt: Und was mache ich dann mit meinen Muskelkrämpfen?
Wir empfehlen dann häufig, auch unabhängig vom Alter: Muskelmassage mit dem Nudelholz. Dieses läuft in der Regel ab wie bei der bekannten Faszientherapie. Den besten Effekt erzielen Sie, wenn Sie Ihr Eigengewicht einsetzen.
Für die Wadenmuskulatur empfehlen wir folgendes Vorgehen
- setzen Sie sich auf den Boden
- legen Sie das das Nudelholz unter der Wade
- stützen Sie sich auf die Arme und heben Sie das Gesäß leicht vom Boden
- rollen Sie auf der Wade 10 Mal hin und her
- mit kurzen Pausen 4 Mal durchführen
So wird auch die Rumpf- und Schultergürtelmuskulatur gestärkt, eine hervorragende Ganzkörperübung, ähnlich übrigens auch wie die „Rotationsübung mit dem Ball„. Ihr Trainingsprogramm können Sie natürlich auf die Oberschenkel- und die Rückenmuskulatur ausdehnen. Um das Ganze in der Praxis anschaulich zu machen „turnen“ wir die Übung immer wieder mit Vergnügen vor.
In den ersten Tagen können die Muskeln während der Übung etwas schmerzen; dieses Gefühl verschwindet aber bei regelmäßiger Anwendung.
Bei älteren Menschen, die die Übung auf dem Boden sitzend nicht richtig durchführen können, empfehlen wir die Muskelmassage ohne Eigengewicht. Dazu schlagen Sie auf dem Stuhl sitzend die Beine leicht übereinander und walgen dann die Muskulatur mit Druck und Hin-und-Her-Bewegung des Nudelholzes.
Muskelmassage hilft bei Wadenkrämpfen
Ob es jetzt der Faszieneffekt oder die Aktivierung der Muskelstoffwechsels ist, der die entscheidende Rolle spielt, wissen wir nicht. Wir gehen eher davon aus, dass die Aktivierung des Muskelstoffwechsel für den therapeutischen Effekt die entscheidende Relevanz hat. Wir wissen aber genau, dass diese Übung hilft Muskelkrämpfe zu beseitigen, egal in welchem Alter.
Cochrane 2012: Magnesium for Muscle Cramps
Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch