Magnesium sehr beliebt in Deutschland

Magnesium ist das zweitmeisten verkaufte Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland. Frei verkäuflich wird Magnesium jeden Tag von vielen Menschen, zum Teil in sehr hohen Dosen bis zu 1.000 mg eingenommen. Die meisten Konsumenten wollen sich damit etwas Gutes tun. Sie sind überzeugt davon, dass Magnesium in jeder Dosis nur eine gute Wirkung und damit nur gesund sein kann. Unsere Erfahrungen in der Cardiopraxis sind da anders.

Magnesium aktiviert Stoffwechsel und Kreislauf

In der richtigen Dosierung ist Magnesium ein wichtiger Nahrungsbestandteil und gesund. Magnesium ist als Co-Faktor von über 300 Proteinen an zahlreichen Stoffwechselreaktionen im menschlichen Körper beteiligt. Das gilt auch für zahlreiche Prozessen des Energiestoffwechsels. Die Wirkung auf den Stoffwechsel erklärt auch, warum Magnesium neben einer direkten auch eine indirekte Blutgefäß-erweiternde Wirkung hat.

Über eine Aktivierung des Stoffwechsels trägt Magnesium zur Bildung von Körperwärme bei. Übersteigt die Körpertemperatur den individuellen Sollwert, dann versucht der Körper überschüssige Wärme abzugeben. Das geschieht am besten regulierbar über eine Weitstellung der Blutgefäße. Jeder kennt es: wenn man sich warm fühlt, dann ist auch die Haut warm.

Diese sekundäre thermoregulatorische Erweiterung der Blutgefäße hat zur Folge, dass der Blutdruck abfällt. Nun versucht der Körper über einen Regelkreis den Sollwert für den Blutdruck aufrecht zu erhalten, denn ein zu niedriger Blutdruck kann Bewusstlosigkeit zur Folge haben. Ein wesentlicher Ausgleichsmechanismus ist hier die Ausschüttung von Adrenalin zur Steigerung der Pumpkraft des Herzens und der Herzfrequenz.

Magnesium – Symptome der Überaktivierung ?

Die Adrenalin-vermittelte Aktivierung erklärt auch die Symptome, die wir in der Cardiopraxis Woche-für-Woche durch die Einnahme von Magnesium erleben. Diese reichen von innerer Unruhe über Gereiztheit und Ängstlichkeit, Zittern, Einschlafstörungen und Benommenheit (fälschlicherweise häufig als “Schwindel” bezeichnet) bis hin zu Ohnmachtsanfällen mit Verletzungsfolge. Menschen mit Symptomen der Überdosierung von Magnesium ist es fast immer eher leicht zu warm und auch die Körpertemperatur kann sogar erhöht sein. Manchmal tritt auch vermehrtes Schwitzen auf. Vor allen Dingen bei Menschen mit Bluthochdruck kann die übermäßige Zufuhr von Magnesium, nicht nur zur Steigerung des Blutdrucks, sondern auch zu stark schwankenden Werten führen.

Unblutige Kreislaufmessung kann Überdosierung von Magnesium erfassen

Wir können in der Cardiopraxis das deshalb so genau sagen, weil wir über die Möglichkeit der unblutigen Kreislaufmessung verfügen. Mit dieser Methode können wir den Blutfluss als einen indirekten Messparameter für die Wärmebildung und damit den Stoffwechsel zuverlässig wissenschaftlich exakt messen. Ist der Stoffwechsel überstark aktiviert, dann ist der Blutfluss sehr hoch, ist der Stoffwechsel zu stark herabgesetzt, dann ist der Blutfluss zu niedrig. Im ersten Fall versucht der Körper Wärme abzugeben, im letzteren Fall Wärme im Körper zu halten.

Wenn nun ein Mensch mit den beschriebenen Symptomen zu uns kommt, Magnesium einnimmt und einen erhöhten Blutfluss aufweist, dann empfehlen wir diese Nahrungsergänzungsmittel zunächst ersatzlos abzusetzen. Innerhalb von wenigen Tagen kommt es zu einer Normalisierung des Befindens, was sich dann bei der Kontrollmessung auch in Form einer normalen Durchblutung zeigt. Das sind dann immer wieder sehr schöne Therapieerfolge.

Magnesium – auf die richtige Dosis kommt es an

Wir sind in der Cardiopraxis nicht pauschal gegen die Einnahme von Magnesium. Im Gegenteil, wir setzen es regelmäßig zur Normalisierung von Blutfluss und Blutdruck bei Menschen mit herabgesetzten Blutfluss ein. In diesen Fällen können wir mit Magnesium so eine herabgesetzte Stoffwechselaktivität und damit die Wärmebildung normalisieren. Es kommt einfach darauf an, dass Magnesium von den Menschen genommen wird, die sie wirklich benötigen, und dann muss man auch auf die richtige Dosierung achten.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, sollten Sie eine tägliche Magnesium-Einnahme auf maximal 14 Tage beschränken. Bei einer dauerhaften Einnahme sollten es maximal drei Einheiten zu 300 mg in der Woche sein. Sollten Ihnen immer wieder leicht zu warm sein, z.B. weil Sie übergewichtig sind, dann deutet das bereits auf eine zu hohe Wärmebildung bzw. Wärmekonservierung hin und Sie sollten hier zur Verhinderung von Hitzestress Magnesium von vorne herein meiden.

Mehr zu: Dr. Frank-Chris Schoebel

 

 

 

 

 

 


Sie möchten regelmässig informiert bleiben? Tragen Sie sich hier für unseren Newsletter ein!


Ⓒ Cardiopraxis – Kardiologen in Düsseldorf & Meerbusch