Dr. Stefan Dierkes
Dr. Stefan Dierkes
Dr. med. Stefan Dierkes besondere Expertise liegt auf der Diagnostik und Therapie von Herzrhythmusstörungen mittels Herzschrittmacher und Defibrillator. Dabei kommt ihm eine 14-jährige Erfahrung in verschiedenen Kliniken zugute. Allein mehr als 15.000 EKGs hat Dr. med. Stefan Dierkes in seiner kardiologischen Laufbahn bis heute durchgeführt. Zum Profil.

Kulturelles Leben für die Gesundheit

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Kultur und Gesundheit

Eine Langzeitbeobachtungsstudie aus England hat den Einfluss von kulturellem Leben auf die Gesundheit untersucht. 6.710 Menschen älter 50 Jahre wurden dafür 14 Jahre lang beobachtet.
Die Menschen mussten zu Beginn Angaben über ihren Gesundheitsstatus machen, zum Beispiel hinsichtlich Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Zucker oder Tumor- und Lungenerkrankungen sowie auch von psychischen Variablen. Darüber hinaus hat man demographische, sozioökonomische als auch Variablen des alltäglichen Verhaltens aufgenommen.
Die Teilnehmenden der Studie hat man hinsichtlich ihrer kulturellen Veranstaltungen in 3 Gruppen unterteilt:

Besuch von Museum, Theater oder Konzerten

  • Gruppe 1: keine Besuche
  • in Gruppe 2: 1-2 Besuche pro Jahr
  • und in Gruppe 3: Mehr als 2 Besuche pro Jahr

Ergebnis der Untersuchung

In 14 Jahren gab es 2001 Todesfälle, das entspricht 29,8%. Im Vergleich zu keinem Kulturbesuch kam es in Gruppe 2 mit 1-2 Kulturbesuchen zu einer 14%igen Risikoreduktion zu sterben. Es gab insofern einen dosisabhängigen Effekt, als dass in Gruppe 3 mit mehr als 2 Besuchen pro Jahr das Risiko zu sterben 31% niedriger lag. Die Ergebnisse waren unabhängig vom Ausgangsstatus der gesundheitlichen, demographischen, sozioökonomischen und Verhaltens-Variablen, die eingangs aufgenommen wurden.

Mögliche Mechanismen 

Es ist sehr schwierig, dabei den eindeutigen Mechanismus der Ergebnisse zu erklären. Wir müssen davon ausgehen, dass die Teilnahme am kulturellen Leben soziale, emotionale und kognitive Ressourcen verstärkt hat. Denn es kommt zu einer Förderung sozialer Interaktion und gleichzeitig zu einem Rückgang von Einsamkeit und Depressionen. Dies hat positiven Einfluss auf kardiovaskuläre, immunologische und auch metabolische Parameter. Eine Limitation dieser Untersuchung ist, dass sie nicht nach Todesursachen aufschlüsselt. Es ist also unklar, ob es primär zum Beispiel zu einer Reduktion von kardiovaskulären Todesursachen gekommen ist. Zudem handelt es sich nicht um eine Interventionsstudie, bei der zu Beginn der einen Untersuchungsgruppe verordnet wurde, kulturell tätig zu sein und der anderen Gruppe nicht, welches einen klaren Kausalzusammenhang belegt hätte.

Fazit

Leben und Gesundheit sind ein großes Puzzle mit auch sicherlich zum Teil unbekannten Puzzleteilen. Wir wissen aus anderen Untersuchungen, welche enge Verbindung und Wechselwirkung es von sozialen, emotionalen und kognitiven Aktivitäten zu primär somatischer, das heißt organischer, Gesundheit gibt. Hier besteht eine breite Palette an Rückkopplungen und es ist uns ein Anliegen, Sie immer wieder darauf hinzuweisen. Diese Untersuchung dient hier als kleiner Anstoß.

Literatur:

Fancourt D et al. The art of life and death: 14 year follow-up analyses of associations between arts engagement and mortality in the English Longitudinal Study of Aging. BMJ. 2019 Dec 18;367:16377.doi: 10.1136/bmj.16377

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