Gürtelrose – wie kommt es dazu?

In Deutschland erkranken jedes Jahr ca. 300.000 Menschen an der Gürtelrose, betroffen sind vor allem ältere Menschen. Frauen trifft es häufiger als Männer. Schwere Verläufe sind vor allen Dingen bei älteren Menschen zu beobachten. Der Erreger ist das Varizella-Zoster-Virus. Es ist das gleiche Virus, das bei Kindern die Windpocken (= Varizellen) verursacht. Zu der Gürtelrose kommt es dadurch, dass das Virus lebenslang in Nervenzellen verbleibt. Im Erwachsenenalter, beispielsweise bei einer Imbalance des Immunsystems, reaktiviert sich das Virus und die Gürtelrose tritt auf.

Gürtelrose – welche Symptome?

Bei der Gürtelrose kommt es typischerweise zu brennenden Schmerzen. Diese breiten sich entlang eines vom Nerv versorgten Hautareals aus. Typischerweise sind sie halbseitig und verlaufen bandförmig. Hauptsächlich betroffen ist der Rumpf, seltener der Kopf. Nach dem Schmerz kommt das typische Bläschen-Stadium mit Bläschen, die den Windpocken ähnlich sehen. Wenn der Hautausschlag abgeheilt ist, kann als wichtige Komplikation der Gürtelrose ein Nervenschmerz verbleiben. Diesen Schmerz nennen wir postherpetische Neuralgie und er tritt in etwa 10-20% aller Fälle der Gürtelrose auf. Sehr intensiv und quälend kann dieser Schmerz sein. Vor allem ist er medikamentös schwierig zu beeinflussen und kann Monate bis Jahre andauern.

Impfung gegen Gürtelrose – wie funktioniert sie?

Seit 2018 ist ein Totimpfstoff (Handelsname Shingrix) zur Impfung gegen Gürtelrose zugelassen. Die Impfung erfolgt 2-malig im Abstand von 2-6 Monaten und bietet in 90-97% der Fälle einen Schutz gegen die Gürtelrose und entsprechend auch einen Schutz gegen die postherpetische Neuralgie. Die Impfung erfolgt als intramuskuläre Injektion. Das ist wichtig, weil man unter blutverdünnender Therapie wie Marcumar oder sogenannter NOAKs, nicht intramuskulär verabreichen kann. Hier gilt es in ärztlicher Rücksprache kurzfristig den Blutverdünner zu pausieren.

Die Impfung führt in 10 % der Fälle zu Nebenwirkungen im Bereich der Einstichstelle, zum Beispiel gibt es Rötung und Schwellung. Seltener sind systemische Nebenwirkungen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nebenwirkungen klingen aber in der Regel nach spätestens 1-2 Tagen wieder ab.

Gürtelrose – wer soll sich impfen?

Die ständige Impfkommission empfiehlt aufgrund der Zunahme der Gürtelrose und auch der schweren Verläufe bei älteren Menschen eine Impfung allen Menschen über 60 Jahre. Darüber hinaus haben Patienten mit einer chronischen Erkrankung oder Immunsuppression ein erhöhtes Risiko. Deswegen sollten sich diese Patienten bereits im Alter über 50 Jahre impfen lassen. Zu den genannten chronischen Erkrankungen zählen beispielsweise die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung, rheumatische Erkrankungen oder entzündliche Darmerkrankungen. Ebenso die Zuckerkrankheit oder eine immunsuppressive Therapie bei unterschiedlichsten Grunderkrankungen.

Gürtelrose – Impfung sinnvoller Schutz

Die Impfung ist eine der wichtigsten Errungenschaften der Medizin. Gegen Gürtelrose bietet die Impfung einen Schutz und damit auch einen Schutz vor langwieriger postherpetischer Neuralgie in über 90% der Fälle. Bei den empfohlenen Patientengruppen ist die Gürtelrose-Impfung auch eine Leistung, die die Krankenkassen tragen.

 

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